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Erfahrungsbericht von Ruhollah

Geldkarte

Pro:

praktisch, sicher, zuverlässig

Kontra:

wird leider noch selten genutzt

Empfehlung:

Nein

Als meine Sparkasse mir vor einem Monat die neue Sparkassenkarte zusendete, wurde ich darauf aufmerksam, dass die Karte eine Geldkartenfunktion hat. Auch die vorige Karte hatte dies, aber es hatte mich nicht interessiert. Ich bin von Natur aus neugierig. Ich wusste, dass die Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn die Geldkarte akzeptieren.

Das Prinzip Geldkarte: Die Geldkarte unterscheidet sich von EC-Karte und Kreditkarte. Man benötigt für die Geldkarte weder eine PIN, noch einen Kredikartenvertrag. Letztere Verfahren sind mir sowieso zu kompliziert und unattraktiv, um bargeldlos zu telefonieren.

Jeder, der von seiner Bank oder Sparkasse eine EC-Karte bekommen hat, der hat damit auch eine Geldkarte. Der Chip auf dieser Karte ist für die Geldkartenfunktion, während der Magnetstreifen für EC und Maestro ist. Ich benötigt die EC-Karte nur, um Geld am Automaten zu ziehen oder um meine Geldkarte zu laden. Dies geschieht an den schlanken Automaten, die man in vielen Banken und Sparkassen sieht. An diesen Automaten kann man von seinem Girokonto max. € 200 auf den Chip laden, um dann später bargeldlos zu telefonieren. Die Frage, wozu der Aufwand mit dem Laden der Geldkarte, wenn man mit der EC-Karte auch direkt bezahlen kann, stellt sich schnell, ist aber um so schneller beantwortet. Ich habe keine Lust und auch keine Zeit, jedesmal eine PIN einzugeben, um bargeldlos mit EC-Karte zu bezahlen. Die Geldkarte verlangt keine PIN, was ich durchaus als sicher empfinde. Es ist nicht immer gewährleistet, dass man seine PIN ungesehen eingeben kann und schwuppidiwupp liegt man mit blutiger Nase irgendwo am Hamburger Hauptbahnhof und irgendein Bösewicht hat Zugriff auf den ganzen Inhalt des Girokontos. Wenn er die PIN nicht kennt, hat er nur Zugriff auf den Geldkarteninhalt und der ist max. € 200.

Somit kombiniert die Vorteile von EC-Karte (kein lästiges Wechselgeld) und Bargeld (keine PIN, ohne Unterschrift). Und in der Praxis hat es sich bei mir schon bewährt, weshalb ich die Geldkarte in Zukunft häufiger einsetzen werde. Ich kann in einem Fall auch nicht anders. Der Fahrkartenautomat für Busfahrkarten am Busbahnhof in Neubrandenburg akzeptiert nur Münzen oder Geldkarte. Da ich aber nie mit genügend Münzen herumlaufe, um in den Genuss von Wochenkarten (€ 8) oder den günstigen Zehnerstreifen (10 Fahrscheine für zusammen € 9), habe ich keine andere Wahl. Ansonsten müsste ich im Bus für einen einfachen Fahrschein € 1,50 bezahlen und das ist ganz schön viel im Vergleich zu € 0,90.

Vorteile hat die Geldkarte auch beim Kauf von Briefmarken. Es ist nicht lange her, da stand ich für eine Briefmarke fast 10 min an. Der Automat akzeptierte nur Geldkarte oder Münzen (von denen habe ich nicht immer sehr viele) und außerdem gibt der Automat kein Wechselgeld aus. Mit der Geldkarte ist dies kein Problem mehr.

Nachteile hat das System aber noch. Ich bin bei der Sparkasse, aber als ich in anderen Bank mal meine Geldkarte aufladen wollte, da wollte es einfach nicht gelingen. Obwohl ich zweimal meine PIN zum Aufladen richtig eingegeben hatte, da bekam ich Fehlermeldungen. Einen dritten Versuch habe ich mir nicht getraut, denn ich hatte Angst, der Automat würde die Karte einbehalten. Bei der Sparkasse konnte ich meine Geldkarte problemlos aufladen. Aber das Problem mit dem Aufladen, hätte nicht passieren dürfen. Und weiterer Nachteil ist der geringe Bekanntheitsgrad dieser Technik. Ich wette, die meisten VerkäuferInnen können mit dem Begriff Geldkarte nichts anfangen, auch wenn sie die Geldkarte unterstützen. Dabei ist dafür am meisten prädestiniert, die VerkäuferInnen am meisten zu entlasten. Kein Wechselgeld, kein Warten auf irgendeine doofe Unterschrift oder das Eingeben einer PIN. Die Geldkarte ist am schnellsten und sie wäre noch schneller, wenn VerkäuferInnen mit ihr mehr Erfahrungen machten.

Die Geldkarte ist etwas Wunderbares um kleinere (bis € 200) Beträge zu bezahlen. Auch für die Geschäfte ist die Geldkarte besser, da sie den Geschäften sicherer ist. Falschgeld kann so nicht in der Kasse landen, man benötigt keine Kommunikationsleitung zur jeweiligen Sparkasse oder Bank und das mit dem über die Geldkarte eingenommene Geld ist sicher auf der Habenseite zu verbuchen (sicherer als ungedeckte Schecks). Nur telefonieren kann mir ihr noch nicht, aber schön wär\'s.

Nachtrag: Auch heute habe ich die Geldkarte wieder erfolgreich eingesetzt. Ich kaufte Briefmarken am Automaten (Das geht wirklich einfach und ist unkomplizierter, als einer Verkäuferin zu sagen, was für verschiedenen Briefmarken denn nun benötigt.) und ein Wochenfahrschein für nächste Woche.