Erfahrungsbericht von [email protected]
Vollkommene Krieger ?! - Was bringt uns die Gentechnik
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
heute möchte ich euch die Gentechnik vorstellen, welche ich in Wissenschaft und Ethik/Recht untergliedere. Diese unterteile ich wiederum in Landwirtschaft und Medizin bzw. Klonen und Nutzen/Gefahren.
Landwirtschaft
Was ist Biotechnologie?
Seit zehntausend Jahren wählen Menschen Saatgut aus, das sie am besten ernährt. Sie backten Brot, brauten Bier und machten Wein und Käse. Obwohl sie nicht von dem mikrobiellen Prozessen verstanden, die sich dabei abspielen, nutzten Bauern, Viehzüchter, Bäcker, Brauer und Winzer ihr Wissen, um Pflanzen und Lebensmittel zu verändern, um ihren Ertrag zu steigern, den Geschmack zu verbessern und diese widerstandsfähiger gegen Erkrankungen zu machen. Kaum ein Lebensmittel - vom Apfel über Weizen und Gerste bis zum Kohl - hat heute noch sein Aussehen wie vielleicht vor 100 Jahren. Kaum ein Verbraucher kann sich vorstellen, wie ein unverändertes Lebensmittel aussehen würde. Ob sie es wussten oder nicht - unsere Vorfahren kreuzten und übertrugen Gene, um den Nutzen von Pflanzen und die Qualität der Lebensmittel zu erhöhen. Die moderne Biotechnologie erlaubt es den Forschern und Produzenten, das gleiche zu machen, jedoch mit mehr Verständnis und höherer 'Treffsicherheit. Biotechnologie für Lebensmittel entwickelt die Instrumente der modernen Gentechnik für den Jahrtausende alten Prozess der Pflanzenveredelung. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der weltweiten Anstrengungen bessere Lebensmittel zu produzieren und gleichzeitig die Umwelt durch weniger Herbizide und Pestizide zu entlasten.
Gentechnik in der Landwirtschaft
Gegner der Gentechnik beharren auf Sicherheitsbedenken
Die Risiken, die im Zusammenhang mit der Gentechnik diskutiert werden, gibt es schon, seitdem die Menschen Züchtung betreiben. Das gilt für Allergien genauso wie für die Weiterverbreitung von Genen und die Ungleichgewichte, die sich in einem Biotop aus neuen, sich durchsetzenden Pflanzen ergeben. Was in herkömmlichen Züchtungen unkontrolliert geschah, ist in der gentechnischen Landwirtschaft Gegenstand von Hunderten von Tests. Gesundheitliche Unbedenklichkeit ist Voraussetzung für eine Markteinführung.
Nach Ansicht von Umweltschützern hingegen bergen gentechnisch veränderte Pflanzen noch weitgehend unbekannte Risiken für Gesundheit und Umwelt. Die Gegner moderner Züchtungsmethoden in der Landwirtschaft fürchten neue Proteine, bei denen unerwünschte Effekte nicht ausgeschlossen werden können, neue allergische Stoffe, die sensibel reagieren, und den horizontalen Gentransfer, wenn Bodenbakterien Pflanzenteile mit neuen Genen verdauen und diese möglicherweise unkontrolliert verbreiten. Der Verband Naturkost und Naturwaren spricht sogar von "genetischer Umweltverschmutzung".
Mit der hochkomplexen Biotechnik würden die Industriestaaten ihre Erträge steigern, was die Bauern in den armen Ländern chancenlos lässt.
Allein für die genverbesserte Sojabohne hat es 1000 Feldversuche und 2000 Laboruntersuchungen gegeben. Gentechnikprodukte sind die bestuntersuchtesten Lebensmittel, die wir jemals hatten, erklärt das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin.
Als einziges negatives Beispiel wird Tryptophan angegeben. Das sind genmanipulierte Bakterien, die gegen Schlaflosigkeit und Depression verschrieben wurden. Dabei kam es zu 30 Todesfällen.
Dritte Welt
Auch die Vorstellung einer gesunden Ernährung und artenreichen Landwirtschaft in der Dritten Welt haben wenig mit der Realität zu tun. In China erblinden jedes Jahr etwa 1,2 Millionen Kinder, weil sie fast ausschließlich Reis essen und damit an Mangelernährung leiden. Richtig ist, dass auch in Entwicklungsländern die Artenvielfalt der Ernährungspflanzen zurückgegangen ist. Mit der Gentechnik könne sie auch dort wieder steigen. Allein bei der gentechnischen Sojabohne wurden in den USA bislang fast 50 Untersorten gezüchtet. Beda Stadler vom Institut der Universität Bern macht sich über die deutschen Ängste lustig: "Wenn der Laie Risiko hört, versteht er Gefahr. Es entsteht bei ihm der Eindruck, er könnte nachts von einer Tomate oder einer Kartoffel überfallen werden." "Ist es ethisch, die Biotechnologie zu benutzen?", lautet die Gegenfrage. Die Weltbevölkerung wächst, die Landwirtschaftsflächen schrumpfen, und Ungleichgewicht, das nur mit einer wesentlichen Steigerung der Erträge kompensiert werden kann, wie nicht nur die Agro- und Biotech- Multis meinen. Marina Steindoe von den Grünen ist nicht überzeugt. Die Bürger hätten nicht über die Einführung neuer Lebensmittel mitentschieden. Die Genmanipultation bezeuge Hybris, die Biotechnik werde Arbeitsplätze wegrationalisieren, sie sei der Totengräber der Demokratie und der Weg in die autoritäre Technokratie.“
Zuständigkeit: -,
Die Zuständigkeit für die Anmeldung und Genehmigung gentechnischer Arbeiten und Anlagen (z.B. Labore) liegt bei den Bundesländern. Diese müssen das Robert- Koch-Institut (RKI) in Berlin unterrichten. Das RKI beteiligt, als die für die Genehmigungsverfahren zuständige Behörde, das Umweltbundesamt (UBA) Berlin und die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Für die
Überwachung von Ursachen sind jedoch die Bundesländer zuständig.
Freilandversuche:
In der Bundesrepublik ist das RKI federführend bei der Zulassung gentechnischer Freilandversuche. Die RKI - Genehmigung gilt jeweils für 3 Jahre. In Deutschland sind seit 1990 insgesamt 319 Freilandversuche mit genetisch veränderten Pflanzen beantragt worden (Stand 1.1.98). Allein 1997 gab es 160 Freilandversuche in der:
Bundesrepublik, die Zahl der zerstörten Felder ist geringer geworden.
Medizin:
Seit 1972 kann man bewusst und gezielt in Informationsabschnitte auf der D-N-A, die sogenannten Gene, eingreifen und manipulieren. In der Medizin gibt es zwei Möglichkeiten des Einsatzes der Gentechnik.
Einerseits ist es möglich das entsprechende Krankheitsgen zu isolieren, und somit eine sichere Diagnose zu stellen. Wenn man diesen Fehler nun feststellen könnte, wäre es möglich, schon vor dem Ausbruch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu erkennen. Einige Beispiele wären Muskelschwäche, Farbenblindheit, Krebs etc.
Als zweiten Aspekt kann die äußerst wichtige gentechnische Produktion von Eiweißstoffen angesprochen werden. Als Beispiel wäre die Herstellung von HIV Antikörpern und Insulin zu nennen.
In allgemeinen ist zu sagen, dass heutzutage Gentechnik nicht mehr aus der Medizin wegzudenken ist. Annähernd 70 Medikamente stammen schon von Gen- Organismen. Beispiel hierfür wäre das bereits oben genannte Insulin, aber auch Laborkulturen aus Eierstockzellen von Hamstern stellen menschliches Erytherpoetin her, das gegen Blutarmut aber auch zum Doping eingesetzt werden kann. Der Markt wird in Zukunft viel mehr solche Produkte anbieten können und bald könnte man für jede bestimmte Krankheit ein passendes Mittel haben.
Klonen
Dem Wissenschaftler lan Wilmut von "Roslin-lnstitut" bei Edinburg ist es gelungen ein mit dem Muttertier genetisch identisches Schaf namens "Dolly" herzustellen. Man geht davon aus, dass es in etwa 10 Jahren möglich sein wird, Menschen zu klonen.
Erhard Ratz, Geschäftsführer und Gründer des Münchner Instituts "Technik- Theologie-Naturwissenschaften" spricht darüber, inwieweit das Klonen von Menschen ethisch vertretbar ist: Ratz als Theologe ist grundsätzlich dagegen, und warnt vor dem Machbarkeitswahn der Menschen. Er glaubt, dass sich der Mensch hier ein Verfügungsrecht anmaßt, neue Menschen in die Welt zu setzen, wie es von der Natur nicht vorgesehen ist. Außerdem könne man ja nicht wissen, ob es gegen den Willen des 'Betreffenden ist. Auf die Frage, ob man unfruchtbaren Frauen ihren Wunsch auf ein Kind erfüllen soll, meint er, dass es ein anmaßendes Recht auf ein Kind nicht gäbe und die mechanistische Form der Reproduktion der Würde des Menschen widerspreche. Er lehnt es auch ab, dass Menschen als Ersatzteillager produziert werden, um z.B. einem leukämiekranken Kind eine Knochenmarkspende zu ermöglichen. Er betont auch, dass er froh ist, dass in Deutschland das Klonen gesetzlich verboten ist und dass sich dieser Trend sicher auf Europa ausweiten wird. Ratz sieht darin eine Perversion der lehre der Auferstehung, wenn es gelänge, den Tod durch Gentechnik zu überlisten. Im Übrigen fände nach der Auferstehung ein leben in einer anderen und undenkbaren Weise statt. Die schlichte Reproduktionsmechanik entspräche dem überhaupt nicht. Ratz glaubt nicht, dass es möglich ist. aggressive Menschen gentechnisch zu normalisieren. Er ist nicht davon überzeugt, dass Eigenschaften oder Intelligenz reproduzierbar sind und überdies würde es gegen die Ordnung der Schöpfung verstoßen, die uns aufträgt, mit dem Bösen in uns fertigzuwerden. Das solle aber nicht dadurch geschehen, dass wir -
Menschen züchten, sondern, dass wir uns und andere bekehren und einen neuen Lebensstil entwickeln. Er kann sich auch nicht vorstellen, dass gentechnisch veränderte Menschen Probleme besser bewältigen könnten als normale Menschen... Außerdem sei jeder Mensch mehr als nur eine Ansammlung von Genen. Vielmehr sei er einem Umfeld ausgesetzt und entwickele sich unvorhersehbar, wie man es bei einigen Zwillingen beobachten könne, die sich völlig verschieden entwickeln. Zum Schluss sei wichtig, dass neben Gesetzen eine weltweite Stimmung gegen das
Klonen vorhanden sein müsse.
Gefahren
Hin und hergerissen zwischen der Furcht vor einer auch über das letzte menschliche Tabu hinwegtrampelnden Wissenschaft und der Hoffnung auf Kur für bislang Unheilbares, tauchen die Amerikaner nun tief in die Debatte darüber ein, ob menschliches Erbgut geklont werden darf. Die Niederlage der grundsätzlichen Gegner des Klonens im US-Senat markiert dabei nicht das Ende, sondern den Beginn der Auseinandersetzung. Aus europäischer Sicht mag es befremdlich erscheinen, dass es erst des schauderhaften Planes eines Mediziners für ein menschliches Klonprogramm bedurfte, um die Diskussion über die ethischen Grenzen dieser Forschung und über ein Gesetz zu deren Regulierung in Gang zu setzen. Doch die Zeitverzögerung wurzelt in einem grundsätzlich anderen Verhältnis zu den Risiken von Forschung. Amerikaner neigen eher als Europäer zu einem pragmatischen Vorgehen nach der Formel: erst einmal alles versuchen, was machbar erscheint, sich dann die negativen Folgen ansehen und die unerwünschten Effekte korrigieren. Es braucht keinen Propheten, um vorherzusagen, dass sich diese Linie im Prinzip auch bei der Frage des Klonens von menschlichem Erbgut durchsetzen wird. Den ethischen Bedenken wird man durch ein Verbot des Klonens von Menschen Rechnung tragen. Unterhalb dieses Verbotes aber wird den Forschern die Verwendung geklonter menschlicher Embryonen erlaubt sein. Stärker als alle Ethik ist der Wunsch der Menschen nach Heilung. Und wirtschaftlich betrachtet möchten die USA natürlich die Nase in der pharmazeutischen Entwicklung vorn behalten. Es geht schließlich auch um sehr sehr viel Geld.
Um Lösungen auf die Frage zu finden, ob Gentechnik ethisch vertretbar ist, ist es wichtig, den Nutzen und die Gefahren zu erkennen.
Einerseits liefert die Gentechnologie wichtige Beiträge für Diagnosen und Therapien von Krankheitern Eines Tages wird es vielleicht möglich sein, Krankheiten wie Krebs so früh zu erkennen, dass man schon mit der Behandlung dieser beginnen kann, bevor überhaupt ein Anzeichen der Krankheit zum Vorschein kommt. Der HIV-Virus könnte dann auch so bekämpft werden...
Gentechnik kann außerdem Lösungen für Ernährungsfragen, vor allem in der 3. Welt, liefern. Doch an dieser Stelle tritt die Frage auf, ob es möglich ist, mit Hilfe der Gentechnik die Weltbevölkerung dauerhaft ernähren zu können oder ob diese Segnungen nur reichen Ländern zugute kommen.
Mit der Gentechnik wäre es auch möglich, schon bei Fruchtwasseruntersuchungen schwangerer Frauen Erbschäden, d.h. fehlerhafte Gene zu lokalisieren. Dabei muss beobachtet werden, dass viele Erbkrankheiten gar nicht zum Ausbruch kommen müssen. Nun müssten die ,werdenden Mütter entscheiden, ob es ihnen "wert" wäre, das (oft nur möglicherweise) kranke Kind auszutragen. Wenn es nun zur Normalität würde, Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen, wenn das Kind Erbschwächen aufzeige, tritt die Gefahr auf, dass die Bevölkerung fast nur noch aus "Supermenschen" bestehen würde. Für zukünftige Eltern ist es durch die Gentechnik auch möglich, ihr perfektes Kind zu "bestellen" (super Aussehen, hohe Intelligenz etc.).
Ein Missbrauch der Gentechnologie stellt auch die Möglichkeit dar, "vollkommene Krieger' zu erschaffen, die dann das Militär in der Gegenwart darstellen würde.. denn: Menschen ohne Gefühle morden besser.
Die Grenzen der noch und nicht mehr ethischen Vertretbarkeit innerhalb der Möglichkeiten der Gentechnik sind sehr verschwommen. Diese müssen so schnell wie möglich abgesteckt werden. Sonst könnten die Gefahren der Gentechnik schon bald zur wirklichen Bedrohung werden
Liebe Grüße,
Mamaanna
2002-03-23 ©
66 Bewertungen, 11 Kommentare
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02.07.2002, 20:30 Uhr von EndlichUrlaub
Bewertung: sehr hilfreichSehr interessant geschrieben! Gefällt mir! Andi :)
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28.05.2002, 12:44 Uhr von Mustoman
Bewertung: sehr hilfreichinformativer Bericht.....Respekt!
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29.04.2002, 16:53 Uhr von leser@tte
Bewertung: sehr hilfreichHeikles Thema...
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28.04.2002, 12:09 Uhr von DrDuke
Bewertung: sehr hilfreichMit der ganzen Technik sollte man aufpassen
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24.04.2002, 23:46 Uhr von jinix
Bewertung: sehr hilfreichbrave new world (schoen recherchiert). Doch was ist mit den sozialen Folgen? Diskriminierung wegen fehlerhafter Anlage? Auswirkungen auf Versicherungen, Berufswahl(zwang) usw...
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10.04.2002, 18:17 Uhr von suesses
Bewertung: sehr hilfreichich bin ganz deiner Meinung!
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08.04.2002, 18:23 Uhr von Stehberger
Bewertung: sehr hilfreichich bin etwas gespalten in meiner Meinung über Gentechnik. Im Bereich der Landwirtschaft z.B. wird den Bauern bereits genmanipuliertes Saatgut verkauft, aus der aufgegangenen Saat kann dann kein neuer Samen gewonnen werden, so daß die Bauern imm
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30.03.2002, 12:17 Uhr von LoMei
Bewertung: sehr hilfreichWer weiß, was uns auf dem Gebiet noch zum Ärgernis werden wird. Gruß, LoMei.
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25.03.2002, 18:31 Uhr von zettikonfetti
Bewertung: sehr hilfreichDas nenne ich wohl einen auführlichen Bericht mit wahnsinnig viel Informationen...Und Meinungen sind wie immer relativ...der zettikonfetti
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23.03.2002, 13:56 Uhr von Paketmarke
Bewertung: sehr hilfreichSehr gute Meinung, bei der ich dachte das sie nie endet.
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23.03.2002, 13:49 Uhr von seifertandreas
Bewertung: sehr hilfreichHier hast du dir ganz schön Mühe gegeben.

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