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Erfahrungsbericht von sonnenhexer

Ode an die gute alte Zeit........

Pro:

War eine schöne Zeit

Kontra:

Einige Rechner sind heute sehr teuer. :(

Empfehlung:

Nein

Homecomputer, was ist das?

Vielleicht können sich einige von Euch noch an die Generation der sogenannten Homecomputer entsinnen. Der erste Homecomputer kam Ende der 70er Jahre raus und war damals eine Revolution. Nach meinem Kenntnisstand war es der Atari 400/800, wer genaueres weiß sagt es mir bitte und wertet nicht ab.

Atari selber hatte gerade kurz vorher das Atari VCS 2600 rausgebracht, eine für damalige Zeiten revolutionäre Spielkonsole, man konnte nun auch zu Hause am Fernseher Spiele spielen und musste nicht mehr in die Spielhalle. Allerdings war dieses kein billiger Spaß, denn Konsole kostete ein paar Hunderter und die Spielmodule waren auch nicht für paar Mark (ja, damals gab es noch die Mark :-)) zu haben.

So richtig los ging das ganze, als Commodore den VC oder auch ViC 20 veröffentlichte, dieser Homecomputer war relativ erschwinglich und man konnte auch selber programmieren, man war also nicht auf fertige Module oder so angewiesen. Als Datenspeicher diente hier und wie bei vielen anderen Homecomputern eine sogenannte Datasette, ein Kassettenrekorder, mit dem man die geschriebenen Programme abspeichern und auch wieder in den Speicher laden konnte. Später gab es auch ein Diskettenlaufwerk, dieses war aber relativ teuer und wurde erst beim Nachfolger, dem C 64 richtig populär. Später brachte Commodore den C 64 mit 64 KB Speicher raus, welcher DER Kassenschlager für Commodore war, es wurden über eine Million C 64 gebaut, der Millionste C 64 wurde als goldener C 64 produziert, das Gehäuse war goldfarben. Es gab den C 64 auch als Portable, als SX 64 mit einem Diskettenlaufwerk und einen Farbmonitor und als DX 64 mit 2 Diskettenlaufwerken und einem Farbmonitor. Der Monitor hatte eine Diagonale von 5 Zoll. Von Commodore gab es dann im Bereich der 8-Bit-Computer den C 128 und C 128D, welche beide Nachfolger des C64 waren, wobei der 128D noch das Diskettenlaufwerk im Desktopgehäuse eingebaut hatte.
Als weiteren Homecomputer brachte Commodore noch die C 16-Baureihe raus, welche aus dem C 16, dem C 116 und dem Plus/4 bestand. Der C 16 und der C 116 hatten je 16 KB Speicher und der Plus/4 hatte 64 KB plus 4 eingebaute Programme, daher auch sein Name. Der C 16 sah aus wie der C 64, genauso ein Kasten, der Plus/4 war flacher und tiefer. Der C 116 sah optisch wie ein kleiner Plus/4 mit Gummitastatur aus.
Als die Ära des C 64 fast dem Ende zuging, brachte Commodore 1987 dann den Amiga 1000 raus, ein 16-Bit-Homecomputer mit wesentlich besserer Leistung im Bereich des Sounds und der Grafik. Da der Amiga 1000 aber für den Privatkunden am Anfang zu teuer war (4000 DM), brachte Commodore den Amiga 500 raus, den „kleinen Bruder“ vom 1000, dieser war auch günstiger und verkaufte sich sehr gut. Der Amiga wurde im Laufe der Jahre immer etwas verändert, es gab noch den Amiga 600, den 1200, den 2000 und vom Amiga 500 sogar 2 Sondereditionen, welche 1989 veröffentlicht wurden. Hier wurde das Gehäuse von den Fernsehmoderatoren Ingolf Lück und Stefanie Tücking grafisch aufgepeppt. Diese Sonderausgaben sind heutzutage sehr selten, wer eine hat, rückt sie nicht raus (leider).

Parallel zum C 64 gab es von Atari den 800 XL und 130 XE, welche sich nicht nur im Speicherausbau (800 XL 64 KB, 130 XE 128 KB) unterschieden, sondern auch im Design. Der 130 XE war optisch schon dem Nachfolger, dem Atari ST angepasst, hatte also auch das gräuliche Gehäuse und die Funktionstasten nicht rechts, sondern oben über dem Buchstabenfeld. Leider war den 8-Bit-Homecomputern von Atari nicht der Erfolg beschieden, den sie verdient hätten, denn sie waren dem C 64 durchaus ebenbürtig, wenn in einzelnen Punkten nicht sogar besser. Da zeigte sich, dass Commodore mit dem früheren Verkaufsstart besser lag, denn es wurde für den C 64 mehr entwickelt als für den Atari 800 XL, wobei einige wenige Spiele doch zuerst für den Atari und dann für den C 64 entwickelt wurden, ein Beispiel sei Quest for Tires.
1986/87 brachte Atari dann den Atari ST raus, einen 16-Bit-Computer (ST steht für sixteen-thirtytwo, extern 16 Bit, intern 32 Bit). Dieser wurde als Konkurrenz zum Amiga verkauft, Jack Tramiel, früher bei Commodore beschäftigt, ließ den Atari ST schnell entwickelt, da er wusste, dass Commodore bald einen 16-Bitter auf den Markt bringen wollte. Dass der ST schnell entwickelt wurde soll nicht heißen, dass er schlecht war, im Gegenteil, er war prima, er war nur nicht so als Spielemaschine gedacht wie der Amiga, sondern eher zum arbeiten oder auch für Musiker, da er 2 Midi-Ports hatte, welche beim Amiga erst per Steckkarte oder Adapter nachgerüstet werden mussten.

Die interessantesten Spiele kamen auf beiden Rechnern raus, es gab kaum ein Spiel, welches exklusiv für einen der beiden 16-Bitter entwickelt wurde. So gab es immer einen regelrechten Kampf der Systeme, den aber bedingt durch die unterschiedlichen Zielgruppen keiner so richtig für sich entscheiden konnte. Jeder hatte seine Stärken und Schwächen.
Zwar gab es Zeiten, da war es fast eine Glaubensfrage, welchen der beiden Rechner man hatte, aber als die PCs kamen, war dieses auch nicht mehr aktuell.

Neben diesen beiden Firmen gab es noch verschiedene andere Firmen, die auch Homecomputer herstellten oder vertrieben, z.B. die Firma Sinclair, welche den Sinclair 48K rausbrachte, ein in Deutschland nicht so verbreiteter Computer, aber in Großbritannien sehr viel verkaufter Computer, welcher auch heute noch dort eine große Fan-Gemeinde besitzt.

Des weiteren verkaufte Schneider hierzulande die Computer von Amstrad, den CPC 464, 664 und 6128, welche sich hierzulande auch nicht so durchsetzten, aber auch in Großbritannien mehr Beachtung fanden. Das besondere am CPC war, dass das Netzteil im Monitor war, welches etwas unglücklich war, aber so musste man immer beides zusammen kaufen, an den Fernseher anschließen war nicht. Verkaufstechnisch war das clever gelöst.

Ich hoffe, ich konnte euch hiermit einen kleinen Überblick über die Zeit der Homecomputer in den 80ern geben, dass ich mich hierbei hauptsächlich auf die beiden Firmen Commodore und Atari beschränkt habe, bitte ich zu verzeihen, aber die beiden waren halt die Giganten seinerzeit. Es gab auch noch viel mehr Firmen, die Homecomputer herstellten, diese hier alle zu nennen würde aber einen Bericht produzieren, den keiner mehr lesen würde. Im Netz gibt es viele informative Seiten, wer sich also informieren möchte, braucht nur eine Suchmaschine starten oder fragt mich, welche Seiten ich empfehlen kann.

sonnenhexer am 13.08.2002 für Yopi

PS.: Die Bewertung bezieht sich auf meine persönlichen Erfahrungen mit den Rechnern.

PPS.: Diesen Bericht findet ihr auch bei Ciao von mir.

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