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Erfahrungsbericht von tepungaatewaka

Hochbegabte Kinder- oder das Werk der Eltern?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Betreff: Hochbegabung ihrer Schülerin
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Bei ihrer Schülerin wurde in unserer Praxis eine Hochbegabung festgestellt. Der IQ wurde mit 129 bestimmt. Laut Angabe der Mutter hat das Mädchen im Unterricht auch bereits Verhaltensstörungen entwickelt, die für Hochbegabte recht typisch sind, so störte sie den Unterricht durch Schwätzen und zeigt Desinteresse. Darüber hinaus hat sie in letzter Zeit psychosomatische Beschwerden entwickelt (wiederholte Kopf- und Bauchschmerzen ohne organische Ursache), wie man sie oft gerade bei intelektuell unterforderten Mädchen mit Hochbegabung findet.

Bedauerlicherweise wurde die Schülerin nicht vorzeitig als sogenanntes „Kannkind“ eingeschult. Eine sinnvolle Maßnahme bestünde im Überspringen einer Klasse. ich schlage vor, dies bereits jetzt zu tun.

Die betreffende Lehrerin hatte leider mit Unverständniss reagiert. Sie halte das Kind nicht für hochbegabt, weil sie keine zusätzlichen Arbeitsblätter (die sie vermutlich genauso langeweilig wie den Unterrichtf findet) holt.

Im Interesse des Kindes, bitte ich sie zu Prüfen, ob eine Förderung des Kindes möglich wäre.
Bei Zweifeln könnte ja eine Überprüfung durch den Schulpsychologischen Dienst folgen.

Gez. der Arzt

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So viel vorweg. Es ist mir, so muß ich gestehen, sehr schwer gefallen, nicht die ein oder andere Bemerkung gleich hinter die betreffenden Stellen zu schreiben (wie zum Beispiel, dass es wohl unzählige Hochbegabte gibt, wenn ein typisches Kriterium Desinteresse ist...oder ein wenn ein IQ von 129 Hochbegabt ist, ich dann für mein Studium so viel lernen muß etc.), doch sollte jeder sich erst einmal ein eigenes Bild darüber verschaffen könne, bevor ich Kommentiere.


Einige von euch werden sich nun sicherlich Fragen, wie ich an solch einen Text komme. Ganz einfach, mein engster Verwandtenkreis besteht so gut wie nur aus Lehrern.

Was mich dazu brachte, über dieses Thema zu schreiben ist wohl eine gewisse Ärgerniss. Sowohl über manche Ärzte, doch ganz besonders über manche Eltern.

Die Zeilen, die dieser Arzt verfasste, waren meiner Meinung nach sehr beleidigend und unverschämt. Selbst wenn er sich wohl auf das beruft, was die Eltern des Kindes ihm erzählten, so ist es dennoch kein Umgangston und nicht nur als Arzt überhaupt nicht angebracht!

Nun zu den Eltern.
Ich persönlich kenne sie nicht, habe nur die Mutter einmal gesehen, doch es geht ja auch nicht nur um diesen speziellen Fall, sondern dieser war nur der Anlass, über dieses Thema zu schreiben.



Eigene Erfahrung mit Hochbegabten
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Hochbegabte Menschen sind wohl spätestens seit demFilm „A beautiful mind“ jedem ein Begriff. Da dieser Film authentisch ist, hat man schon einen wirklich sehr guten Einblick auf Menschen mit derartigen Begabungen.

Da eine Freundin von mir auch ein wirklich hochbegabtes Kind vor 11 Jahren zur Welt brachte, habe ich mich viel darüber informiert und auch miterlebt.

Dieser Junge, den ich meine, war der Jüngste in seiner klasse, als er damals eingeschult wurde. Bald schon stellte man fest, dass er unterfordert war. Er beteiligte sich nicht am unterricht, was wir alle nie verstanden. lesen, Schreiben, rechnen, alles kein Problem für ihn. In der Schule war er eher unauffällig, doch wenn es am Nachmittag ans Fußballspielen ging, war er das genaue Gegenteil!

Oft saß ich mit meiner Freundin und ihrem Mann beisammen und wir rätselten, wieso ihr Sohn keinen richtigen Spaß hatte, zur Schule zu gehen, wo er doch sonst immer an allem Interesse bekudete.
Meine Freundin erfur nichtmal von ihm, wenn ihr Sohn Arbeiten in der Schule schrieb oder sie zurückbekam. Ledigleich, wenn sie das nicht gegessene Pausenbrot aus dem Rucksack holte, flatterten ihr Klassenarbeiten entgegen. Immer ohne Fehler und immer mit einer Bemerkung „hast du prima gemacht!“ von der Lehrerin.

Sicherlich, dies ging nicht lange so, denn der erste Elternabend kam und man sprach mit der Lehrerin. Sie erzählte, dass sie den verdacht habe, dass ihr Schützling sich vor der Klasse schämte, weil er alles immer konnte, die anderen hingegen nicht. Wenn er vorlesen musste, laß er vor, wie die anderen Kinder, stockend, und manche Wörter schienen ihm fremd.
Das dies allerdings nicht so war, bemerkte die Lehrerin alsbald. Die Mutter bestätigte dies, denn ihr Sohn laß zu Hause sehr viele Bücher, die eigentlich für Ersklässer viel zu anspruchsvoll waren.

Auch in Mathematik sah man einen deutlichen Unterschied zu den anderen Mitschülern. Wenn sich die anderen immernoch mit dem ersten Arbeitsblatt herumärgerten, rechnete er bereits das zweite oder dritte Blatt. Selten kam es vor, das er nicht weiter wusste, doch wenn dies der Fall war und die Lehrerin ihm dann einen kleinen Hinweis gab, knallte er sich mit der Hand an den Kopf und mahnte sich selbst, wie dumm er doch sei.

Man war sich einig, und der Arztbesuch bestätigte, dass das Kind Hochbegabt sei.

Nachdem er dann eine Klasse höher gestuft wurde, war das Ergebniss dennoch nicht das Erwünschte, denn der Unterscheid schien weiterhin vorhanden zu sein. Dieser heute 11-jährige Junge hat mittlerweile 2Klasen übersprungen, ist auf dem Gymnasium und nach wie vor der Klassenbeste. Doch inzwischen macht ihm die Schule Spaß, weil er dort an Programmen teilnehmen kann, die ihn fordern und fördern.

Sicherlich ist es nicht immer einfach, sowohl für den Jungen, als auch für die Eltern, denn Neider gibt es immerwieder. Hinzu kommt, dass er ein Zwilling ist und es somit auch für seinen bruder oftmals sehr ernüchternd gewesen sein muß, mitzu erleben, um wievieles schneller sein Zwilling die Schullaufbahn meistert.


Dies war wirklich ein Hochbegabtes Kind, doch ich weis von einigen Eltern, die meinen, Hochbegabte Kinder zu haben, weil sie es anscheinend für minderwertig empfinden, Eltern eines stinknormalen Kindes zu sein, anstatt sich zu freuen, gesunde Kinder zu haben...

Eine Mutter, die ihr Kind trillt, Tag ein Tag aus nichts besseres zu tun hat, als ihrem Kind die schönsten Jahre seines Lebens zu stehlen, hat in meinen Augen wirklich alles andere Recht. Sicherlich kann man, wenn man mit einem Kind immer schon 10 Seiten in jedem Buch dem laufende Unterricht voraus ist, einem Kind den Unterricht als langeweilig erscheinen lassen, doch hat dies rein gar nichts mit Hochbegabung zu tun.

Ich denke, ein Kind Kind sein lassen ist das Wichtigste, der Ernst des Lebens beginnt früh genug und leider lässt sich die Zeit weder zurückdrehen, noch verlängern. Wer seinen Kindern ein aufmerksames Elternteil ist, wird sicherlich feststellen, was für sein Kind das Richtige ist!


P.S.
Das nicht empfehlenswert (5) gilt für das Verhalten einiger Eltern, verbunden mit dem Wunsch, ein ausergewöhnliches Kind aus Tochter bzw. Sohn zu machen!

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