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Erfahrungsbericht von Corni

Vom Wunder Holunder (Teil 1) Allgemeines, Heilwirkung, Legenden oder warum ich so friedlich bin

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

In cremeweißen zarten Dolden blüht der Holunder bald wieder allerorts. Schon von weitem nimmt man seinen Duft wahr und erfreut sich an der üppigen Blüte. Bei den meisten ist es damit getan - dabei ist gerade der Holunder es wert, genauer in Augenschein genommen zu werden.

Bereits seit der vorgermanischen Zeit ranken sich Sagen und Legenden um den Holunderstrauch(Elder, Holder, Holderbusch, Husholder oder Holler), denn er ist nicht nur Nahrung für viele Vogelarten, sondern auch eine alte Volksheilpflanze, außerdem in der Küche vielseitig nutzbar und dient sogar der Schönheit.

Im 1. Teil erfahrt Ihr etwas über den Holunder im Allgemeinen und über die Sagen und Mythen, die sich um ihn ranken. Im 2. Teil gibt es viele leckere Rezepte mit Holunderblüten, im 3. Teil hört Ihr von Schönheitsmitteln und im Herbst gibt es dann einen 4. Teil zu den Holunderbeeren.

Der Schwarze Holunder tritt als weit ausladender Strauch oder Baum auf und wird sechs bis zehn Meter hoch. Das Mark des Schwarzen Holunders ist immer weiß , das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum Roten Holunder!.
Die Blütezeit liegt von Mai bis Juni, die cremeweissen Trugdolden sind bis zu 20 cm im Durchmesser. Der Duft ist - obwohl er durch Ammoniak verursacht wird - nicht unangenehm.
Aus den Blüten lassen sich viele köstliche Dinge herstellen.
Ab August bilden sich dann die violetten, 6 bis 8 mm großen Beerenfrüchte, die eine wichtige Vogelnahrung darstellen, aber auch für uns Menschen eine gesunde Grundlage für viele leckere Rezepte sind.

Schon im 5. Jahrhundert vor Christus erkannte Hippokrates, der berühmte griechische Arzt, die medizinische Bedeutung des Holunders. Der Holunder war bald in jedem Garten oder Bauerngarten als preiswerte Hausapotheke zu finden; die Beeren dienten aber auch als Farb- und Aromastoff für Wein (Portwein) und zum Färben von Korbwaren.

Aufgebrüht als Tee (Fliedertee) dienen die Holunderblüten zur Linderung von Erkältungen, Grippe und Fieber. Der Tee ist nicht nur schlechthin schweisstreibend, sondern er stärkt die Abwehrkräfte. Außerdem wirkt er harntreibend (nierenreinigend), durchblutungsfördernd und leicht abführend. Blutreinigend wirken Holundertees aus seiner Wurzel. Achtung ist nur beim Verarbeiten der Beeren geboten, die müssen nämlich unbedingt reif sein, da die grünen Beeren das Blausäure abspaltende Sambunigrin enthalten und dadurch Übelkeit, Brechreiz und sogar Verdaungsstörungen auslösen. Die Warnung kommt aber noch einmal im Herbstteil, bei den Rezepten für Holunderbeeren.
Übrigens, der Holunder soll schon beruhigend wirken, wenn man sich dem Strauch nähert - ein Tipp für alle Choleriker!!!

In einen Baum, der so heilkräftig ist, muss natürlich auch ein guter Geist wohnen. Die einen behaupten, im Baum wohne die Frau Holla - ein anderer Name für die Hausgöttin Freya, die Haus, Hof und Stall vor bösem Zauber beschützt. Daher kommt auch der Name des Busches, abgeleitet vom altdeutschen Wort Holuntar = Baum der Frau Holle. (Später wurde dann die Frau Holle in dem Grimmschen Märchen daraus.) Ein Holunderbusch durfte deshalb auch nicht einfach zerstört werden, das brachte Unheil über Haus, Hof und seine Bewohner. Zum anderen sollten im Holunderbusch mit Vorliebe aber auch Elben (kleine Geister wie Zwerge und Kobolde) hocken, die eine Art Symbiose mit ihm eingehen und daher stets um Erlaubnis gebeten werden wollen, wenn man Blüten und Beeren abzupft. Hat man das versäumt, rächen sie sich grausam - es sei denn, man bringt ihnen schnell Brot oder etwas Wolle zum Spinnen.

Zieht man möglichst noch dem Hut vor dem Holunder, gibt er aber gerne seine Gaben und man kann die köstlichsten Schlemmereien zubereiten.

Darüber könnt Ihr in meinem nächsten Beitrag lesen: Rezepte für Holundersekt und -limonade, Holundermilch und Hollerküchlein

(c)Corni




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-07 11:55:54 mit dem Titel Vom Wunder Holunder (2) Leckereien aus Holunderblüten



Im ersten Teil habe ich die Heilwirkung des Holunders gepriesen und Euch über Mythen berichtet, die sich um den Holunder ranken,

Hier möchte ich Euch einige leckere Rezepte vorstellen und da gerade Blütezeit ist, geht es heute nur um die Zubereitung derselben, Rezepte zu den Beeren folgen im Herbst.

Der Geschmack von Blüten und Beeren ist grundsätzlich verschieden, so daß alle, die Beeren vielleicht nicht mögen, sich trotzdem einmal an diese Rezepte wagen können.

Die Holunderblütenrezepte habe ich alle selbst ausprobiert und kann Euch versichern, sie sind allesamt köstlich.


HOLUNDERBLÜTENSEKT

8 frische Holunderblüten (kurz abgeknippst und ausgeschüttelt)
5 l Wasser
750 g Zucker
1/8 l Essig
1-2 Zitronen mit unbehandelter Schale

Das Wasser zum Kochen bringen, Zucker darin unter Rühren auflösen und abkühlen lassen.
Holunderdolden in ein sauberes Gefäss schichten (ideal ist Glas), Zuckerwasser, Essig und die in Scheiben geschnittenen Zitronen dazugeben, umrühren.
Das Gefäss mit einem luftdurchlässigem Tuch zubinden und 5-6 Tage in die Sonne stellen, gelegentlich umrühren. Dabei stellt sich eine leichte Gärung ein. Danach die Flüssigkeit durch ein Tuch giessen. (Möglichst) Sektflaschen damit jeweils bis etwa drei Fingerbreit unter den Rand füllen, verschliessen und dabei die Stopfen mit Blumendraht sichern (wichtig! Explosionsgefahr *ggg*). Flaschen kühl und dunkel stellen, z.B. in den Keller. Die Flaschengärung, die nun einsetzt, dauert mindestens 8 Tage. Danach kann der Sekt probiert werden; er hält sich in den Flaschen (mit dem Kopf nach unten lagern) aber auch jahrelang und schmeckt immer besser.



HOLUNDERKÜCHLE

15 Holunderblütendolden (Stiel kurz abknippsen und ausschütteln)
1/2 Tasse Milch
2 Tassen Mehl
3 Esslöffel Zucker
1 Prise Zimt (nach Wunsch)
2 Eier
1 Teelöffel Backpulver

Alle Zutaten zu einem Teig verrühren und ihn etwas ruhen lassen.
Die Blütendolden in den Teig tauchen, dann im heißem Fett ausbacken.
Mit Zimtzucker bestreuen und mit Kompott oder Apfelmus servieren.
Das ist eine Köstlichkeit für kleine und große Leckermäuler!


HOLUNDER - EIS

6 Holunderblüten-Dolden (kurz abgeknippst und ausgeschüttelt)
¼ Liter Schlagsahne
3 Eigelb
60 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker.

Die Hälfte der Sahne erhitzen und über die Blüten gießen. Ca. 20 Minuten ziehen lassen. Die Eigelb zusammen mit Zucker und Vanillezucker im heißen Wasserbad dick-cremig schlagen und unter die Eiercreme heben. Mindestens 3 Stunden gefrieren lassen. Hier ist der Aufwand nicht gerade niedrig, aber es schmeckt sehr lecker! Man kann es vorzüglich mit einer roten Grütze oder heißen Himbeeren genießen.



HOLUNDER – SIRUP

6 Holunderblüten-Dolden (Stiel kurz abknippsen und ausschütteln)
1 Liter Wasser
1 kg Zucker
20 g Zitronensäure
Blüten über Nacht in Wasser legen, dann mit Zucker aufkochen, Zitronensäure zugeben und 5 Minuten kochen, erkalten, filtern, und in Flaschen füllen.
Schmeckt mit Mineralwasser verdünnt lecker, aber auch mit normalem Wasser.


So, wenn Ihr dann beim Pflücken der Dolden seid, könnt Ihr gleich ein paar mehr nehmen, denn im 3. Teil hört Ihr von Schönheitsmitteln , die aus Holunder gemacht werden: wie z.B. Holunderblütenbad und Holunderblütencreme für superweiche und zarte Haut!

(c) Corni

22 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Rioja

    05.09.2002, 22:54 Uhr von Rioja
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wo ist denn ein Rezept für Hollunderwein? Ich mag doch keinen Sekt! heul

  • retilein

    07.04.2002, 21:45 Uhr von retilein
    Bewertung: sehr hilfreich

    tja im holunder da steckt ja richtig zunder..