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Erfahrungsbericht von MacKecks

Viel Spaß mit Heroin/Der Vater des Heroins

Pro:

Zu der GEsamtbewertung: Heroin an sich bzw. Drogen zu nehmen ist scheiße! Pro: KEINS!

Kontra:

Drogenabhängigkeit!

Empfehlung:

Nein

Das berüchtigste Rauschgift des 20.Jahrhunderts ist eine Erfindung von Bayer.Jahrzehntelang verkaufte der Konzern Tonnen von Heroin in aller Weil - nich als Droge, sondern als allseits beliebte Arznei.

Kann so eine Geschichte wahr sein?Ein deutschers Pharmaunternehmen mischt ein zweifelhaftes Mittel zusammen und probiert es an Ahnungslosen aus.Nach spärlichen Tests lässt der Konzern das Zeug als Arznei auf die Menschheit los.Angepriesen als Mittel der Wahl gegen fast jedes Übel, von der Bronchitis bis zur Muliplen Sklerose, entwickelt sich das Medikament zum internationalen Bestseller.Der Pharmamulti aus Deutschland scheffelt Millionen - auch deshalb,weil das Präperat süchtig macht.Einige Jahre später will sich im Konzern niemand mehr an das Mittel erinnern.Nun gilt der Stoff nicht mehr als sein Werk, sondern als das des Teufels.Die einst weit verbreitete Arznei ist weltweit illegal.Wer sie herstellt ist ein Verbrecher.Wer sie verkauft, dem wird in einigen Teilen der Welt der Kopf abgeschlagen.Und wer sie benutzt, der steht im Abseits - er gilt als asozial und als Todeskandidat.
Solche Geschichten gibt es, und dies ist eine davon.Der Pharmakonzern, um den es geht, heißt Bayer.Und das Präparat, das Bayer entwickelt und hemmungslos vermarktet hat, heißt Heroin.
Am 21.August 1897 hatte Felix Hoffman, ein Chemiker von Bayer, in seinem Labor die Substanz Diacetylmorphin zusammengemischt.Davon versprachen sich seine Chefs allerhand - sie sahen in ihr einen Ersatz für das abhängig machende Schmerzmittel Morphin.Als Fische, Meerschweinchen und Katzen das neue Mittel schluckten und überlebten, mussten Werksangehörige und ihre Kinder ran.Tote gab es nicht, Süchtige auch nicht, da die Kranken nur wenige Milligramm schluckten (weniger als ein Zehntel dessen, was sich Fixer spritzen) und kaum ein Jahr später brachte der Konzern das Mittel - unter Verzicht auf gründliche klinische Tests - auf den Markt.Jetzt hieß es „Heroin“, denn diesen Namen hatten sich die Bayer-Bosse für ihre, wie sie fanden, „heroische“ Neuentwicklung ausgedacht und schützen lassen.Was nun folgte, ist in der Rückschau eines der bizarrsten Kapitel aus der Arzneimittelgeschichte.Bis in die dreißiger Jahre hinein verkaufte Bayer weltweit hochreines Marken-Heroin.Überall wurde das bis heute unbestritten stark und vielfältig wirkende Mittel gefeiert und als Arznei an Millionen verabreicht.Nur ganz langsam mutierte es zur Dämondroge.
In der guten alten Zeit ist Deutschland der größte Heroinproduzent der Erde.Heroin ist „ein recht schönes Geschäft“, finden stolze Bayer-Direktoren.Und die Mehrheit der Ärzte preist es als wertvolles und sicherer Arzneimittel mit „zauberhafter Wirkung“,hilfreich gegen Husten, Schmerzen und allerhand andere Gebresten.
Schulkinder, Gebärende, Polizisten, Alte und Gebrechliche konsumieren Heroin.Sie nehmen es ein als Pulver, Mixtur, Saft oder als Zäpfchen, für Frauen gibt es heroinhaltige Tampons.Heroin ist überall - und doch:Kaum jemand wird abhängig, keine Seele verfällt der Beschaffungskriminalität, wozu auch: Bayer-Heroin ist in den Apotheken vorrätig, nicht eingewickelt und verpanscht in winzigen Stanniolkügelchen, sondern abgepackt in eleganten Heroin-Flakons oder in Gläsern, die bis zu 25 Gramm fassen - eine Menge, die heute reichen würde für viele Dutzende einsame Tode auf dem Bahnhofsklo.
Was war los mit Bayer und den Ärzten aus dem Kaiserreich?Hielten wirklich alle das Heroin für so harmlos, dass sie es scheinbar ohne Sorge als Hustenmittel schon Säuglingen einflößten?Haben Bayer-Direktoren gewusst, was die Substanz anrichten kann und dennoch ohne Skrupel ihr Geschäft getrieben?Oder hatten die damaligen Ärzte Recht?Sollte Heroin auch jetzt noch eher als Medikament denn als Droge gesehen werden?

Heute wird Heroin nur noch in einem Land legal hergestellt - in Großbirtannien.Die Briten schätzen es als wirksames Schmerzmittel und verbrauchen rund 300 Kilogramm im Jahr.Heroin wirkt schneller als Morphium, allerdings klingt seine Wirkung auch schneller ab.Ungesund ist es nicht.Es verändert weder das Erbgut noch ist es auf Dauer giftig.Dass viele Junkies wie Zombies aussehen,hat
nichts mit der Substanz zu tun.Teures Straßen-Heroin ist vielfach mit Giften gestreckt und bakteriell verseucht, die oft obdachlosen Fixer handeln sich mit unsterilen Nadeln Abszesse und Infektionen ein.
Der Vater des Heroins hat den Absturz seiner Schöpfung nicht mehr ganz miterlebt.Felix Hoffman starb 1946 kinderlos, allein stehend und nahezu vergessen in der Schweiz.Bayern widmete ihm nicht einmal einen Nachruf.Dazu hätte die Firma durchaus Grund gehabt.Am 10.August 1897, elf Tage bevor er das berüchtigste Rauschgift des 20.Jahrhunderts zusammenrührte, hat Hoffman eine Substanz erschaffen, die gleichfalls weltberühmt wuurde: Acetylsalicylsäure.Seine Chefs hielten sie anfangs für zu giftig und hätten sie fast verworfen.Dieses Bayer-Produkt ist nach wie vor legal.Sein Name:Aspirin


Dieser Bericht ist keine Anspielung auf irgendjemanden, er dient jediglich als Antwort auf die Frage:Wer hat Heroin erfunden?
© MacKecks