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Erfahrungsbericht von enibas

Legasthenie

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Da ich mich aus aktuellem Anlaß gerade mit dem Thema beschäftigen muß, möchte ich auch andere Leute mal ein wenig zu diesem Thema informieren.
Der heutige Wissensstand zum Thema Legasthenie läßt sich in Kürze wie folgt zusammenfassen:
1. Viele Faktoren spielen eine Rolle beim Entstehen von Legasthenie. Es gibt eigentlich nicht die Legasthenie, sondern viele Formen davon, die bei jedem betroffenen Menschen unterschiedlich verursacht sind.
2. Aufgrund von Vererbung oder durch Probleme bei der Geburt liegen kleinste Hirnfunktionsstörungen vor( minimale cerebrale Dysfunktion). Diese führen dazu, daß man bei der Verarbeitung von Sprachreizen im Gehirn nicht die \"Datenautobahn\" zur Verfügung hat, sondern den mühsamen Weg über die \"Landstraße\" fahren muß. Damit einher geht eine höhere Anstrengung und gleichzeitig schlechtere Leistungen.
Daher ist eine Legasthenie auch nicht heilbar, sondern kann nur durch gute schulische und evtl. außerschulische Betreuung soweit unterstützt werden, daß der Weg über die \"Landstraßen\" optimiert wird. Falls zusätzliche Belastungen vorliegen, wie z.B. im Bereich Hören und Sehen, wirken sich diese verständlicherweise deutlich stärker aus als bei anderen Menschen.
Das Hören hat hier eine besonders starke Bedeutung. Jede Einschränkung in diesem Bereich wirkt sich bereits beim Erwerb der Sprache in den ersten Lebensjahren aus. Wenn es dann in der Schule um das Erlernen der Schriftsprache geht, sind Probleme vorprogrammiert. Verschiedenste Therapieansätze widmen sich der zentralen auditiven Reizverarbeitung.
Ähnlich ist es mit dem Sehen. Eine optimale Unterstützung visueller Funktionen könnte vor allem beim Lesen helfen, bei der schnellen Erfassung von Text und der Auge-Hand-Koordination. Auch hier werden verschiedene Ansätze verfolgt. Sehfunktionen sehr gründlich zu prüfen und ggf. mit speziellen Brillen oder Trainingsverfahren zu korrigieren.
Probleme beim Erlernen von Lese- und Rechtschreiben werden derzeit bei mindestens 15% aller Schulkinder beobachtet. Dies darf aber nicht als Zeiterscheinung abgetan werden, denn schon im Jahr 1896 wurde vom englischen Arzt Morgan ein Bericht über einen normal begabten Jugendlichen veröffentlicht, der das Lesen nicht erlernen konnte.
Der Begriff Legasthenie wurde 1916 vom Neurologen und Psychiater P. Ranschburg geprägt. Er wird gleichbedeutend mit der LRS (Lese- Rechtschreibschwäche) benutzt.
Kennzeichnend für die LRS ist die oft überdurchschnittliche Intelligenz und eine Diskrepanz der Leistungen beim Lesen und Schreiben zu den übrigen Lernleistungen. Diese Schwierigkeiten sind weder erziehungs- noch milieubedingt, sind nicht auf eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, noch auf unzulänglichen Unterricht zurückzuführen. Legasthenie ist häufig in einer Familie mehrfach zu beobachten und das ganze Leben lang anhaltend. Auch nach der Verbesserung der Lese- und Rechtschreibschwächeleistung wirkt die partielle Lernschwäche fort.
Legasthenie ist keine Krankheit, und Kinder die unter Legasthenie leiden sind keineswegs dumm!! Weil sowohl in der Schule als auch in unserer Gesellschaft Lesen und Rechtschreiben einen sehr hohen Stellenwert haben, entstehen aufgrund dieser Schwäche oft sehr große Probleme. Vor allem von Seiten der Eltern und der Lehrer/innen ist eine Förderung der Stärken dieser Kinder und das Verständnis für ihre so oft vergeblichen Bemühungen so enorm wichtig.

Über verschiedene Therapieansätze und konkrete Förderungen kann ich noch nichts aussagen, da wir erst am Anfang der Untersuchungen bei meiner Tochter stehen. Sollte sich die \"Diagnose\" bewahrheiten und wir mit gezielten Übungen beginnen, werde ich meine Erfahrungen auf jeden Fall niederschreiben.

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