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Erfahrungsbericht von DERWUNDERBARE

Lauf, Junge! Das große Maulwurf-Tagebuch, Part 3

Pro:

Mein erster Soloauftritt...

Kontra:

...der leider gründlich in die Hose ging!

Empfehlung:

Nein

Oder: So macht man sich unbeliebt!

Ahoi, liebe Leser!
Und nochmals die kurze Erklärung für die, die jetzt eher unwissend sind: Ihr lest hier mein tagebuch, welches ist letztes jahr verfasst habe, als ich als Kandidat für die PRO7-Abenteuershow \"Der Maulwurf\" unterwegs war...
Da die Sendung inzwischen natürlich schon lange gesendet wurden, gelten alle Zeithinweise nicht mehr! ;o)


Hallo und herzlich willkommen zum dritten Bericht der (hoffentlich noch langen) Berichtereihe zur Fernsehsendung „Der Maulwurf\", bei der ich als Kandidat dabei war.

In dieser Serie von Berichten erzähle ich von den Ereignissen aus meiner Sicht und berichte dabei auch von Dingen, die man im Fernsehen nicht mitbekommen hat...

Heute berichte ich vom zweitem Drehtag. Mit diesem Drehtag wurde die erste Sendung komplettiert. Ja, ihr habt richtig gelesen, für eine 60-minütige Sendung (inklusive Werbung) haben wir tatsächlich 2 ganze Tage lang gedreht!!

Hier nun also mein Bericht:


*°*°*°*° Dienstag, 24. April 2001 *°*°*°*°

aaaargh, schon wieder früh aufstehen. Klar, heute ist volles Programm, wir sind heftig unter Zeitdruck. Eine Aufgabe steht für heute an, außerdem die Rauswahl am Abend. Als ob das nicht genug wäre, müssen wir ja noch das verkorkste Spiel von gestern zu Ende drehen, also früh aufstehen und auf einiges gefasst machen...

Unsere erste Busfahrt des Tages führte uns in die Altstadt von Las Palmas. Zeit für die Sehenswürdigkeiten hatten wir allerdings nicht. Steven begrüßte uns und forderte uns auf, zwei gleich große Gruppen zu bilden.
Ich gehörte mit Heike, Roland, Reiner, Renate und zur ersten Gruppe. Wir gingen zusammen mit Steven los. Er führte uns in ein Café, wo 7 Fernsehbildschirme aufgebaut waren. Über jedem Bildschirm war eine Kategorie zu lesen: unter anderem waren das:
-Logik
-Erdkunde
-Hollywood
-Zahlen

Auf einem Tisch davor war ein Laptop aufgebaut. Naja, da war ja recht schnell klar, daß im Gegensatz zu den beiden Action-Aufgaben von gestern heute eher das Gehirn gefordert wird.

AUFGABE NUMMER DREI

Unsere Aufgabe bestand darin, innerhalb von 15 Minuten die 7 Fragen der 7 gebiete zu beantworten. Für jede Frage dürfen wir 2mal raten. Jede richtige Antwort ergibt 1.500 DM für die Gruppenkasse.

***Anmerkung***
Im Fernsehen wurde gesagt, daß wir nur eine Antwort pro Frage geben dürfen.
****************

Nun ja, vorm Fernseher weiss man immer alles, aber unter Zeitdruck, von Kameras beobachtet - das ist tatsächlich etwas total anderes!
So kam es, daß wir die erste Frage nicht lösen konnten.
Das ärgerte mich besonders, weil die Kategorie „Logik\" eigentlich mein Ding ist. Die Frage allerdings war heftig:
„Vervollständigt diese Reihe logisch: M D M D _ _ _\"
An der Frage sind wir leider gescheitert, wir kamen einfach nicht drauf! (Die Antwort lautete übrigens F S S - Die 7 Wochentage! Wärt ihr drauf gekommen?)

Bei der zweiten Frage wusste ich die Antwort zum Glück sofort (Welches ist der zweithöchste Berg der Welt? - K 2)
Leider brachten uns die anderen Fragen auch kein Glück, nur eine weitere konnte von mir beantwortet werden - immerhin 3.000 DM für die Kasse.

Damit war die Sache für uns erledigt. Steven führte uns, von Kameras begleitet, durch die Stadt. Irgendwann bemerkte ich nebenbei, daß wir wieder am Ausgangsort angekommen waren, dachte mir aber nichts dabei. Kurze Zeit später waren wir an unserem Ziel angelangt. Steven führte uns in einen Raum, in dem ein Fernseher stand.

Auf dem Bildschirm sahen wir, wie die andere Gruppe gerade das Café betrat, in dem wir unsere Fragen beantwortet hatten.

Steven klärte uns jetzt auf, um welche Art von Spiel es sich handelt: Um eine sogenannte Wissensfalle!
Das heisst, die zweite Gruppe wird anfangen, die selben sieben Fragen zu beantworten. Für jede richtige Antwort wird uns allerdings 1.500 DM abgezogen.
Wir können das verhindern, indem wir einen aus unserer Gruppe losschicken. Er muss das Café schnellstmöglich wiederfinden und die anderen mit allen Mitteln daran hindern, weiter die Fragen zu beantworten!

Wow... damit hatten wir jetzt nicht gerechnet, denn keiner hatte auf den Weg geachtet, wir waren viel zu sehr damit beschäftigt, über die Fragen zu diskutieren. Außerdem hat Steven uns ganz schön im Kreis durch die Stadt geführt, um uns heimlich zu verwirren. Nun, das war ihm gelungen. Nach einigen Diskussionen stellte ich mich der Aufgabe, das Café wiederzufinden. Wie schon gesagt, ich wusste, daß wir etwas im Kreis geführt wurden, ich erkannte unsere Ausgangsposition wieder.

Also, daß ich den Weg finden werde, da war ich mir sicher. Daß ich allerdings sehr schnell sein würde, das wagte ich zu bezweifeln, immerhin bewege ich meine 125 kg normalerweise nur schnell, wenn irgendjemand vorher ruft „Das Buffet ist eröffnet\".

Also hoffte ich, daß sich jemand anderer für diesen Job finden würde, aber leider waren wir uns über den Weg recht uneinig. Heike behauptete steif und fest, rechtsrum wäre richtig, während andere für linksrum waren. Ich wusste, daß ich linksrum laufen muss, sobald ich aus der Tür raus bin...

Also, irgendwie mussten wir uns entscheiden, und das schnell, denn es ging ja darum, möglichst schnell zur anderen Gruppe zu gelangen! Da sich die Damen und Herren nicht einigen konnten, meldete ich mich als Läufer, obwohl ich auch etwas unsicher war, irgendwie haben mich die anderen doch verunsichert...

Aber egal, Steven nahm mich, ging mit mir zur Tür, schubste mich sozusagen in die richtige, linke Richtung, und von da war eh alles zu spät. Ich rannte also los und war tatsächlich überraschend schnell, denn sowohl der Kameramann als auch die Regisseurin kamen kaum nach. Ich fand unseren Ausgangspunkt wieder, bog da ab, wo wir vorher mit Steven entlanggegangen sind - und plötzlich höre ich hinter mir die Regisseurin rufen „Haaalt! Du läufst falsch!\"
Hey Shit, denke ich, das kann doch net sein, hier waren wir doch heute morgen... oder?
Naja, ich also erstmal abgebremst, um das mit der Regisseurin auszudiskutieren. Die gab dann nach etwa 2 Minuten auch zu, daß ich Recht hatte, der Weg war richtig! Na toll, nach der Pause war mein Schwung leider raus, und Seitenstechen hab ich auch gekriegt, aber egal, Zähne zusammenbeissen und weiterlaufen...

***Anmerkung***
Hervorragend geschnitten, PRO7! Das sah so aus, als wäre ich rumgeirrt und hätte den Weg nicht gefunden. In Wahrheit waren die Szenen, in denen ich unschlüssig war, nach dem Ruf der Redakteurin gedreht und dann reingeschnitten...
***************

Endlich kam ich am Café an, und ich stürzte (im wahrsten Sinne des Wortes) ins Café: „Halt! Stopp! Nicht weiter beantworten, das ist eine Falle!!\" (diese Szenen hat man übrigens in den Trailern gesehen, die vor der Ausstrahlung der Sendung wochenlang auf Pro7 liefen)

Mit meinem Auftritt hab ich dann auch genau das bewirkt, was ich bewirken wollte: Alle Kandidaten blickten mich an, somit waren also alle Aktivitäten gestoppt. Ausser Atem erklärte ich ihnen, daß wir Geld verlieren für jede Frage, die sie richtig beantworten.
Leider war ich wohl nicht sehr überzeugend, denn Jens glaubte mir sozusagen nicht ein Wort!
Er drängte mich von den anderen ab und sagte ihnen, sie sollten nicht auf mich hören, sondern weiter raten, während er die Sache mit mir klärt.

Ich versuchte also mit allen Mitteln, ihn zu überzeugen, er war allerdings der Meinung, daß genau das die Falle war, und daß ich die Aufgabe hätte, zu verhindern, daß das Geld gewonnen wird...

Naja, nach etlichen Minuten kam dann endlich Steven mit dem Rest von uns, und er klärte die Sache auf.
Mein Erfolg war, daß in meiner Anwesenheit wenigstens keine weitere Frage beantwortet wurde. Leider stellte sich heraus, daß die ganze Mühe umsonst war, denn die andere Gruppe hatte bereits 2 Fragen richtig beantwortet und somit unsere 3.000 DM wieder verloren.

Und was noch schlimmer war: Es stellte sich heraus, daß Steven uns mehr in die irre führte, als ich dachte. Von meinem Ausgangspunkt aus waren es nämlich die Seitenstrasse entlang satte 50 Meter zum Café, ich wäre in 30 Sekunden da gewesen... wenn ich rechtsrum gelaufen wäre, so wie Heike es gesagt hatte!

Hervorragend, Wunderbar, da hatte ich die volle Arschkarte gezogen! Da durfte ich mir so einiges anhören, besonders Heike war ganz schön sauer auf mich, denn sie hatte mir den Weg verraten, ich hingegen war mir absolut nicht sicher, ob das stimmt und sie ignoriert...

Tja, da waren die anderen Kandidaten verständlicherweise nicht sehr erfreut drüber! Oh Junge, da kamen natürlich auch schon die ersten Verdachtsmomente auf. Wie oft wurde ich gefragt, wieso ich den langen Weg gelaufen bin.
Allerdings muss ich ehrlich gestehen: ja, ich habe einen Fehler gemacht, aber nein, es hat mich nicht interessiert! Sollen die anderen motzen und von mir denken, was sie wollen. Ich bin sicher, jeder von uns wird bei irgend einem Spiel mal nicht richtig handeln. So ist das Spiel halt.
Ich war mir jedenfalls sicher, daß am Abend der ein oder andere Kandidat auf MICH als Maulwurf setzen wird...

***Anmerkung***
Beim späteren Betrachten der Szenen im Fernsehen konnte ich übrigens erkennen, daß der Fehler nur bedingt meine Schuld war, seht es euch nochmal an, wenn ihr es auf Video habt: Als ich aus der Tür rauskam, versperrte Steven mir praktisch den Weg nach rechts, ausserdem schubbste er mich praktisch in die falsche Richtung...
****************

Das Thema beschäftigte uns alle natürlich auch auf der Busfahrt nach Maspalomas, wo wir am nachmittag ja noch das Ende von Spiel 2 drehen mussten.

Für mich überraschend war die Umgebung, in der weitergedreht wurde, ich wusste nicht, daß es auf Gran Canaria eine Wüste gibt! Naja, Wüste ist vielleicht etwas übertrieben, es war eher eine Ca 4 km² große Sandfläche mit Dünen, aber das sehr heisse Wetter tat sein übriges, um uns in echtes Wüstenfeeling zu versetzen.

Nachdem wir also nun vom Bus aus Ca 3 km Fussmarsch quer durch diese wüste hinter uns hatten (den direkten Weg durften wir nicht nehmen, weil dort noch unser Spiel aufgebaut wurde), hatten wir erstmal etwas zeit, um am Strand zu entspannen - es hiess mal wieder warten.

Dann ging es los, zuerst wurde mit Marcel gedreht, wie er die Sachen vom Barbecue vom Boot an den Strand bringt. Dann kamen wir ins Spiel. Es hiess „Schuhe aus, Hosen hoch - und rein ins Wasser!\" das musste ja wenigstens so aussehen, als wären wir gerade vom Boot an Land gekommen.
Nachdem diese Szene etwa 5mal neu gedreht werden musste, weil immer wieder neugierige Touristen störend durchs Bild liefen *grummel*, war die Szene endlich im Kasten. Jeder schnappte sich ein paar Sachen vom Barbecue und los ging es im Laufschritt, rein in die Wüste.

Das war bestimmt ein herrliches Bild, bei Temperaturen von über 30 Grad stiefelt der dicke Sven mit einem Grill unterm Arm und einem Rucksack auf dem Rücken durch die Wüste.

Zum Glück mussten wir nicht weit laufen, denn uns erwartete noch eine kleine Überraschung.

Zwei Kandidaten, nämlich Roland und Heike, wurden von den Einschätzern dazu auserkoren, eine Spezialaufgabe zu lösen: Bogenschiessen. Jeder der beiden hatte 3 Pfeile zur Verfügung und musste die Zielscheibe mindestens einmal in der Mitte treffen. Schaffen die beiden das, bekommen wir als Hilfsmittel 2 Kamele, auf die wir die schwere Last des Barbecues abstellen dürfen.
Schaffen es die beiden allerdings nicht, so dürfen wir die Kamele nicht beladen, müssen die beiden störrischen Viecher aber trotzdem mit bis zum Beduinencamp nehmen - egal, wie!

Naja, ganz klar, keiner der beiden schoss einen Pfeil auch nur in die Nähe der Zielscheibenmitte, und der Rest ist Geschichte. Zum Glück schleppten wir ja ein komplettes Barbecue mit, und da war auch Baguettebrot dabei, damit lockten Esther und Renate die beiden Kamele hinter sich her...

Nun ging es an die letzte Etappe der Wüstenstaffel, quer über einige Dünen mussten wir einen abgesteckten Pfad Richtung Camp laufen.
Leider wurde mir erst jetzt bewusst, was ich da in der Hand halte: den Grill!
Man bemerke, die Aufgabe gilt als gelöst, wenn der Grill im Camp angekommen ist, aufgebaut wurde und dann entzündet wurde.

Was das heisst, wurde mir auch bewusst: Alles andere ist egal, aber der Grill muss zuerst im Camp ankommen - und ich mit dem Grill!
Ja herrlich, heute ist mein Glückstag, bin ich nicht gerade eben in der Stadt schon gelaufen, muss ich jetzt etwa schon wieder? Mit Gepäck?? Und Grill??? In der Wüste???? Bei der Hitze????? Warum hab ich mich eigentlich nicht bei Big Brother beworben? *grummel*
Also, es ging nicht anders, obwohl ich körperlich ziemlich am Ende war, blieb mir nichts anderes übrig, als loszurennen, quer durch die Wüste!

Ich habs dann mit einer für mich unglaublichen Leistung geschafft, als zweiter im Ziel anzukommen. Den Grill hab ich dann aber nicht mehr aufgebaut, weil ich wirklich fix und alle war.
Trotzdem, die Aufgabe wurde geschafft, weitere 5.000 DM kamen in die Gruppenkasse.

Nun kam noch eine angenehme Überraschung: Die beiden Einschätzer Carsten und Steffi hatten noch eine Aufgabe gehabt: Sie mussten schätzen, in welcher der beiden Disziplinen (Bootpacken oder Bogenschiessen) wir wohl besser sein würden. Sie entschieden sich goldrichtig für das Bootpacken - und schon klingelten weitere 5.000 DM in unserer Kasse!

Der Gesamtstand nach den ersten beiden Tagen lag damit also schon bei satten 15.000 DM!!!

Auf das geplante Barbecue in der Wüste mussten wir dann leider aus Zeitgründen verzichten, denn am Abend stand zum ersten mal die Abwahl an - einer von uns 12 musste also am Abend die Gruppe verlassen und schon nach 2 Tagen wieder nach Hause fliegen!

Dementsprechend bedrückt war dann auch die Stimmung im Bus, als wir zum Teamhotel fuhren. Ich erfuhr, daß eigentlich keiner der anderen Kandidaten eine Ahnung hatte, auf en sie als Maulwurf tippen sollten. Ich unterhielt mich lange mit Carsten. Seine Taktik am Abend würde so aussehen, daß er 2 verschiedene Leute tippt, einen Mann und eine Frau. Er hoffte, dadurch wenigstens einige Fragen richtig zu haben. Ich hingegen war nach den beiden tagen schon zu über 90% sicher, den Maulwurf erkannt zu haben. Ich wusste, auf wen ich tippen würde!

Das Team wohnte übrigens in einem anderem Hotel als wir, und neidisch muss ich zugeben, in einem schönerem, nicht umsonst hatte das Hotel 5 Sterne! Ich erwähne das, weil ich vom Aussehen her nicht der Typ bin, den man in solch einem Hotel erwarten würde... 180 cm groß, 125 kg schwer, kahlgeschorener Schädel, beide Arme tätowiert...

Naja, nach dem Abendessen im Hotel wurde es dann ernst, zum ersten mal bekamen wir einen Einblick, wie die Abwahlen laufen würden.
Das ganze lief sozusagen auf 3 Ebenen gleichzeitig ab:

1. Interviews: Jeder Kandidat wurde einzelnd in ein Hotelzimmer gerufen, in dem eine Kamera aufgebaut war. Die Regisseurin stellte uns Fragen, zum Beispiel, was wir von den Aufgaben hielten, ob uns etwas aufgefallen ist, wer der Maulwurf sein könnte, mich fragten sie auch, wieso ich beim 2. Spiel falschrum gelaufen bin, wie ich mit der Kritik der anderen umgegangen bin etc.

2. Die Fragen.: Das wichtigste am Abend. 4 Kandidaten wurden gleichzeitig in einen Raum geführt, in dem 4 Laptops standen, in jeder Ecke des Raumes einer. Nun mussten wir unseren Namen eingeben, und los ging es! 20 Multiple Choise Fragen wurden gestellt, um herauszufinden, wie viel wir über den Maulwurf wissen.
Die Fragen lauteten unter anderem:
-Ist der Maulwurf
*männlich
*weiblich

-War der Maulwurf am Staudamm auf dem Seil?
*Ja
*Nein

-In welcher Gruppe war der Maulwurf bei der Wissensfalle?
*Gruppe 1
*Gruppe 2

-Welche Funktion hatte der Maulwurf bei der Wüstenstaffel?
*Einschätzer
*Bootspacker
*Keins von beiden

-Mit welcher Maschine kam der Maulwurf auf Gran Canaria an?
*Hamburg
*Frankfurt

Man sieht also, man muss schon beobachten, nachfragen, lernen, merken und kombinieren, um hier gut abzuschneiden.
Erschwerend kam dann noch hinzu, daß das ganze auch auf zeit ging, denn wenn 2 Kandidaten gleich viele falsche Fragen haben, entscheidet die bessere zeit!

3. Der Fake-Computer: Hier musste jeder Kandidat einzelnd an einem Laptop so tun, als ob er gerade die 20 Fragen beantwortet. Das ganze war in einer schönen Umgebung aufgebaut und sollte eigentlich nur für die Zuschauer sein. Es sieht halt schöner aus, wenn der Kandidat im Palmengarten sitzt, als wenn er in einem Konferenzraum ist.

Diese 3 Schritte musste jeder Kandidat vollziehen - man kann sich vorstellen, bei 12 Kandidaten dauert das seine zeit, hinzu kommt dann auch noch die Auswertungen der Fragen vom Computerspezi Ingo von Knobloch.

Ich kann jetzt sagen, daß wir alle sehr nervös waren, aber es würde die Stimmung einfach nicht richtig treffen.
Klar, niemand wollte ausgerechnet als allererster die Gruppe verlassen müssen, auch ich nicht! Mein Ziel war es, mindestens eine ganze Woche (also 3 Folgen) dabeizusein, alles danach wäre reine Zugabe!

Durch die Verspätungen wurde es dann auch richtig spät, als wir endlich zusammengerufen wurden. Ich glaube, mir war schon lange nicht mehr so übel wie in dem Moment, als es hiess „Macht euch bereit, in einigen Minuten ist es so weit!\"
Meine Knie waren so weich, weicher geht’s nicht! Auch den anderen Kandidaten ging es nicht anders, das konnte man ihnen ansehen, als wir in den „Raum der Verdammnis\" eintraten.
Wir setzten uns in die aufgestellten Stühle und warteten auf das unvermeidliche, im Hinterkopf schwirrte mir immer der Gedanke „Einer muss gleich gehen - vielleicht bist du es?\" ich muss ehrlich sagen, bei den 20 Fragen habe ich meine verdächtige Person voll durchgetippt, aber nachher war ich mir überhaupt nicht mehr sicher, ob das richtig war... was, wenn ich voll auf die falsche Person gesetzt habe?
All meine Taktiken, die ich mir zurechtgelegt hatte - vergessen. Ich habe zu hause sogar nach der Wahrscheinlichkeitstheorie bestimmte Kandidaten ausgeschlossen!
Das geht so: In der ersten Staffel war der Maulwurf eine Frau, ihr Name fing mit S an (Sabine). Bei Big Brother gab es auch einen Maulwurf, wiederum eine Frau, deren Namen mit S anfing (Sylvia). Theoretisch ist es nahezu unmöglich, daß auch diesmal wieder eine Frau mit dem Anfangsbuchstaben S der Maulwurf ist. Nach der Theorie muss der Maulwurf ein Mann sein, dessen Name nicht mit S anfängt!

Aber egal, alles war Makulatur, es gab kein vor und kein zurück mehr. Steven kam in den Raum, und ich könnte schwören, daß er supertraurig aussah. Nachher erfuhren wir, daß er kurz zuvor erfahren hatte, wer rausfliegt.

Nun kam der schlimmste teil der ersten beiden tage. Steven stellte sich vor uns an einen Tisch, auf dem ein Computer aufgebaut war, Der Monitor stand so, daß wir den Bildschirm sehen konnten. Auf dem Bildschirm war das Maulwurflogo, ein grüner Fingerabdruck auf schwarzem Hintergrund, zu sehen.
Steven sagte nun, daß die Reihenfolge der Namen zuvor ausgelost wurde. Er würde den ersten Namen in den Computer eingeben und Enter drücken. Färbt sich der Bildschirm grün, ist der Kandidat weiter. Färbt er sich rot, bedeutet das, daß der Kandidat ausgeschieden ist und die Gruppe SOFORT verlassen muss!

Also ging es los, der erste Name war der von Renate - GRÜN!
Nun kam das, worauf ich gerne verzichtet hätte: Steven sah mich an und sagte: „Sven - du bist der nächste!\"
Ich schwöre euch, nie zuvor hab ich mich so hundeelend gefühlt wie in diesem Augenblick! Steven gab meinen Namen ein, dann drückte er Enter. Ich weiss nicht, wie lange das gedauert hat, aber mir kam es unendlich lange vor. Tausend Gedanken rasten durch meinen Kopf, mein Gott, das dauert viel länger als bei Steffi, hat er mich nicht besonders traurig angeguckt? Hat seine Stimme nicht traurig geklungen?

GRÜN!!!!! Ich glaube es nicht, tatsächlich grün, der Monitor ist grün! Ich bin weiter, ich habs geschafft, ich bin nicht als erster rausgeflogen! Ole Ole, ich bin der König der Welt...
So elend es mir vorher ging, so erleichtert und glücklich war ich jetzt - und natürlich auch etwas stolz!
Den Rest der Abwahl hab ich dann sehr entspannt verfolgt, es ging weiter mit - Steffi, Marcel und Ela - all ihre Monitore wurden GRÜN! Dann kam die reihe an Carsten, mit dem ich mich ja noch unterhalten hatte, und der sich total unsicher war, auf wen er tippen soll. Sein Bildschirm wurde ROT! Carsten war ausgeschieden, das war ein Schock für uns alle!
Auch Carsten war sehr geschockt, als er von uns weggeführt wurde. Wir hatten nicht mal Zeit für einen kurzen Abschied, so geschockt waren wir!

Die Stimmung war dann auch für den Rest des Abends auf dem absolutem Nullpunkt, zum Glück stand nichts mehr an ausser der Fahrt in unser Hotel.
In mir tobten auch zwei Gefühlswelten, einerseits hätte ich heulen können, daß ausgerechnet carsten gehen musste, andererseits freute ich mich riesig, daß ich noch dabei war, daß ich noch mindestens drei Abenteuer mehr erleben durfte!

Um 1 Uhr nachts waren wir dann endlich in unserem Hotel, Michael, unser Betreuer, gab noch bekannt, welche Sachen wir für morgen brauchen würden:
-Feste Schuhe
-Badezeug
-normale Klamotten

Dann gingen wir ins Bett, erschlagen von den Eindrücken der ersten beiden tage...

*°*°*°*° Fazit *°*°*°*°

Nun noch mein Fazit über den zweiten Tag:
Die Wissensfalle fand ich für mich persönlich hervorragend, mein erster Großeinsatz! Nicht nur, daß ich die beiden Fragen richtig beantworten konnte, sondern auch mein (leider vergeblicher) Einsatz als Läufer brachte mir die erste Großaufnahme ein.

Die Wüstenstaffel fand ich im nachhinein ebenfalls nicht schlecht, der Drehort war hervorragend gewählt, wann habe ich schon mal die Chance, durch eine Wüste zu rennen?

Die Abwahl war extrem nervenzerfetzend, aber ich hab es geschafft, ich bin noch dabei! Das macht mich stolz, und ich glaube, daß ich mit meinem Tipp relativ gut liege.

Vor mir liegen noch 2 weitere Tage Abenteuer, wer weiss, was diese Tage bringen werden, welche Aufgaben wir lösen müssen... ich bin jedenfalls rasend gespannt!

*°*°*°*° Vorschau*°*°*°*°

So viel verrate ich schon für die nächste Folge: Es gibt eine herrliche Aufgabe mit sehr schönen Bildern, einen großen Streit und ein Verbrechen!

FORTSETZUNG FOLGT

Also, bis dann denn...

Sven aka DERWUNDERBARE

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