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Erfahrungsbericht von Anachronistin

Liebeserklärung an einen Kater

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Seit mehr als 13 Jahren lebe ich mit einem Kater. Er heißt Felix. Den Namen erhielt er eher zufällig. Ich wusste damals nicht, dass dies „Der Glückliche“ bedeutet. Ob er es ist, kann ich nur erahnen. Nichts wünsche ich mir mehr für ihn. Er gehört mir nicht, er gehört sich selbst.
Mag sein, dass das widersinnig erscheint, schließlich ist er gezwungen, bei mir zu bleiben, weil ich mit ihm in einer Wohnung lebe, aus welcher er schwerlich entfliehen könnte. – Und dennoch glaube ich, dass er, selbst wenn er ginge, nur einen Ausflug unternähme. Ja, er würde zurück kommen. Gestern erst sprachen wir darüber...

Wie oft schon kam es vor, dass ich ihm fassungslos in sein wunderschönes Gesicht gesehen habe (Er ist natürlich der schönste Kater der Welt...), und voller Entzücken seine Liebe wahrnehmen durfte (Ja, ich schreibe absichtlich von „dürfen“, denn Liebe ist niemals selbstverständlich.). Und in mir spüre ich ein Hingezogensein – göttlich!
Er weiß immer, wie mir zumute ist. Geht es mir schlecht, „kümmert“ er sich um mich. Er lässt mich nicht allein. Mindestens setzt er sich vor mich, schaut mir ernst in die Augen, legt sich zu mir, wenn ich schluchzend herum liege... Erst gestern war es so, dass er tröstend sich zu mir gesellte. So sehr es mich auch schüttelte in meiner Trauer und Angst, er blieb. Ich durfte mich an ihn klammern, seine Pfote drücken, ihn nass weinen...

Manchmal, wenn er hustend in einer Ecke der Wohnung hockt (Sein Herz ist schwach und er hat Wasser in der Lunge, die wiederum das Herz belastet..) fürchte ich ganz egoistisch um ihn. Ich habe Angst um ihn, und um mich, und ich habe Angst vor der Endlichkeit seines Katzendaseins.

Ich kenne wohl jedes Miau, egal, in welcher Situation. Ich kenne ihn, er kennt mich. Lachend, weinend, fluchend, zickig, bösartig, verliebt, sanft...

16 Bewertungen, 6 Kommentare

  • HuiBuh

    09.09.2002, 01:32 Uhr von HuiBuh
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich mag nicht daran denken das mich meine kleine einmal verläßt, hoffentlich hast Du "Deinen" Felix noch sehr lange...

  • Marauder

    26.08.2002, 22:47 Uhr von Marauder
    Bewertung: sehr hilfreich

    dies ist schön und zugleich traurig, dein beitrag macht mich betroffen.

  • rsdcberlin

    11.08.2002, 01:48 Uhr von rsdcberlin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Je länger man ein Tier hat, desto lieber gewinnt man es. An den ewigen Abschied mag man dann bestimmt nicht denken. Auch wenn er eines Tages kommt. Genieße jede Stunde mit ihm. Denke an das Jetzt. Verdränge das Morgen. Liebe Grüß

  • Andreas68

    29.05.2002, 23:45 Uhr von Andreas68
    Bewertung: sehr hilfreich

    Felix mit den scharfen Krallen... Angst um ihn ist in der Liebe nur zum Teil egoistisch u. dann in bester Wesie. Ihm meinen Gruß u. mein Streicheln!

  • Krümmel

    29.05.2002, 23:20 Uhr von Krümmel
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bei Felix merkt man, wie sehr auch oder gerade Tiere oft menschliche "Freunde" übertereffen können!

  • Indigo

    28.05.2002, 18:30 Uhr von Indigo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... und hilfreich, der Felix!