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Erfahrungsbericht von Calistra

Über die Liebe

Pro:

...

Kontra:

...

Empfehlung:

Nein

Über die Liebe wird viel geschrieben. Das ist nicht weiter verwunderlich, sie ist für viele Menschen das, wofür es sich zu leben lohnt, wonach wir suchen. Sie ist das, wonach wir uns verzehren, wovon wir träumen. Wenn wir sie gefunden haben, halten wir sie mit aller Kraft fest und versuchen – oftmals verzweifelt – sie nie, niemals zu verlieren. Zumindest versuchen wir das, solange wir noch an die Liebe glauben.

Irgendwann jedoch, irgendwann zwischen Umarmungen und Streitereien, zwischen tiefgründigen Unterhaltungen und dem gemeinsamen Mittagessen, irgendwann schleicht sich etwas ein, das von vielen Liebessuchenden gefürchtet wird: Der Alltag.
Plötzlich mag man in einer harmlosen Streiterei nicht mehr nachgeben; man will auch nicht mehr dem Partner zuliebe einen langweiligen Film ansehen oder seine Musik hören. Man sieht sich wieder als Einzelperson, als Person, die Rechte hat und Pflichten. Was man dabei vergisst: Man ist noch immer, unverändert, dieses kleine Häufchen Mensch, das nach Liebe hungert, nach Aufmerksamkeit dürstet und alles geben würde für ein kleines bisschen Zuwendung.

Bis zu diesem Punkt sprechen wir gemeinhin vom Verliebtheit. Wir packen eine ganze Gefühlswelt in dieses eine schlichte Wort, immer darauf bedacht, einzuordnen, zu analysieren und zu verstehen. Ob der Drang, jedem Gefühl einen Namen zu geben, nun gerechtfertigt ist oder nicht: Wenn das, was wir „Alltag“ nennen, uns eingeholt hat, ist es oft vorbei mit der „Verliebtheit“. Der Prinz wird wieder zum Frosch, die Prinzessin zur einfachen Bauersfrau. Der Zauber ist dahin, der Bann gebrochen und die Welt hat wieder zwei in ihrer Freiheit zumeist doch einsame Bewohner mehr, die, nach Enttäuschung, Selbstmitleid, Wut und Hochgefühl über kurz oder lang wiederum beginnen mit der Suche dem ihrem Gegenstück, dem einzig richtigen Partner.

Natürlich ist das nicht die einzige Möglichkeit, wie unsere kleine Geschichte ausgehen kann. Es gibt nämlich auch Paare, die trotz des Alltags nicht den Zauber, der ihre „Verliebtheit“ ausmacht, vergessen. Solche Paare, die einander auch dann noch achten, wenn die Probleme immer kleiner und die Heftigkeit, mit der sie diskutiert werden, immer größer wird, von solchen Paaren sagt man, sie hätten es geschafft. Aus der „Verliebtheit“ wird „Liebe“.

Sobald jemand sich anschickt, über die Liebe zu sprechen, zu schreiben, zu singen oder auch einen Film zu drehen, wird vergessen, dass es die angeblich „kleinen Dinge“ sind, die eine „Liebe“ wunderschön machen. Es sind die Augenblicke kurz vor dem Einschlafen: Eng aneinandergekuschelt, Haut an Haut, ein Atem, eine Seele, zuhause in einem Körper. Es sind die kleinen Momente des Glücks, in denen man aufjauchzen und vor Erfülltheit weinen möchte, weil der Liebste in einem wunderbaren Gedanken unseren Namen flüstert. Es ist die Tasse Tee, die man zusammen trinkt, das gemeinsame Frühstücksei am Sonntagmorgen, der Akt des gemeinsamen Zähneputzens. Eine innige, ehrliche Umarmung kann mehr Schmetterlinge erwecken als der beste Filmkuss.

Nur wird dies leider viel zu oft vergessen. Wir messen uns mit denen, von denen wir glauben, dass sie zu lieben verstehen. Kinohelden, Romanschönheiten und Klatschspaltenbewohner lassen uns der Illusion verfallen, ein Diamantring habe ein tieferes Glänzen als die wunderschönen Augen des geliebten Menschen, ein halbherziges Eheversprechen sei als wertvoller anzusehen als der tiefste Treueschwur.

Ist es das, wonach wir suchen? Ruhelos, rastlos, besessen? Tag für Tag, Stunde um Stunde dreht sich die Welt und es ist deutlich ein Raunen zu hören, das Raunen der Suchenden. Und zwischen den leisen Rufen nach Reichtum, Macht, Erfolg, Gesundheit, Frieden und Ansehen wird der Ruf nach Liebe immer lauter...

Gerade jetzt fühle ich in mir eine Gewissheit, einen Frieden, der mehr wiegt als alle Sicherheit. Es ist das Gefühl, wirklich geliebt zu werden. Es ist das sichere Wissen, dass da jemand ist, der mich wärmt wenn ich friere, auf mich wartet, wenn ich strauchle und der mir auf die Beine hilft, wenn ich falle. Das, das ganz allein ist es, was wirklich von Bedeutung ist, wenn wir von „Liebe“ reden. Er ist es, den ich in Freud und Leid bei mir haben will, dessen Hand ich bis ins Alter halten möchte. Wenn wir dann richtig alt und grau sind, werde ich ihm helfen, wenn er Schwierigkeiten beim Aufstehen hat und er wird mir zuhören, wenn ich von meinen Erinnerungen, von erfüllten und unerfüllten Träumen erzähle. Und seine Stimme allein ist es, die ich hören will, wenn ich zum letzten Mal einschlafe.

Ich habe aufgehört zu suchen.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-23 20:54:05 mit dem Titel Liebe ist Arbeit...

.... hat mal irgendwer gesagt. Und dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen.

Frei nach dem Motto: "Ich hab da zwar eine Lösung, aber sie passt nicht ganz zum Problem" will ich hier mal was über die Liebe erzählen. Oder besser: Über die Liebe, so wie ich sie sehe. So ganz am Thema vorbei ist das dann doch nicht, denn vielleicht kann man ja so manchen Liebeskummer vermeiden.

An dieser Stelle denke ich gerade an all die Leute, die Feiertage wie Ostern, Weihnachten oder Valentinstag allein, ohne einen geliebten Menschen verbringen müssen, aus welchem Grunde auch immer.... Das ist wirklich traurig.

Also, die Liebe... Meiner Meinung nach ist sie das, was das Leben lebenswert macht. Mein Freund ist für mich ganz klar das Wichtigste im Leben und ich denke, dieses Gefühl schenkt der Liebe eine ganz besondere Intensität, vor allem, wenn man merkt, daß der andere genauso fühlt. Es ist das schönste, wärmste und aufbauenste Gefühl, das ich kenne. Es fällt mir ein bißchen schwer, meine Gedanken auszudrücken, es könnte also sein, daß dieser Beitrag ziemlich verworren klingt...

Ich denke, das schlimmste am Liebeskummer ist das Gefühl, vielleicht nicht alles getan zu haben, um den anderen zu halten, glücklich zu machen, das Gefühl, ihm nicht genug Stärke gegeben zu haben. Darum: Tut alles für eure Liebe, gebt euer ganzes Herz, euer ganzes Gefühl - aber gebt euch nicht auf.

Das ist nämlich der zweite Punkt. Ich glaube nicht, daß ich Achtung vor einem Partner haben könnte, der sich nicht seine eigene Persönlichkeit bewahrt hat; das mag zwar manchmal ganz bequem oder auch schmeichelnd sein, aber: Eine Partnerschaft ist es definitiv nicht.

Ebenfalls wichtig finde ich es, Prioritäten zu setzen. Fragt euch: Was ist mir im Leben wirklich wichtig ? Liebe? Geld? Erfolg? - Wofür würdet ihr alles geben? Egal, wie die Antwort lautet, ich will niemanden verurteilen, der eine andere Einstellung hat als ich, ich möchte euch nur bitten: Seid ehrlich ! Jeder, der einmal enttäuscht wurde, weiß, wie schlimm dieser Schmerz ist. Darum: Tut das niemand anderem an !!!

Ich glaube, die Liebe ist das stärkste Gefühl, daß ich jemals erlebt habe... Eigentlich bin ich mir dessen sogar sicher. Ich spreche hier von Liebe, nicht von Verliebtheit. Beides wird nämlich erschreckend häufig verwechselt. Da gehen langjährige Partnerschaften auseinander, nur weil einer von beiden glaubt, das Kribbeln sei weg, die großen, stürmischen Gefühle längst Vergangenheit... Dabei ist Liebe so viel größer als Verliebtheit - und Liebe schließt Verliebtheit nicht aus.

TUT WAS DAFÜR !!! Beschwert euch nicht über mangelnde Aufmerksamkeit, über langweiligen Sex, über viel zu seltene Küsse, verschanzt euch nicht hinter der Ausrede: "Das ist doch ganz normal nach all den Jahren".

Vielleicht ist das "normal", kann sein. Aber es ist nicht nötig. Und: Ist Liebe jemals "normal" ???

Ich bin mit meinem Freund nun fast fünf Jahre zusammen, auch, wenn das noch nicht soooooo lange ist - wir haben viel durchgemacht und er ist der Mensch, der zu mir passt. Mein Gegenstück eben.

Also: Setzt euch für euren Parter ein, seid ehrlich zu ihm, macht ihm nichts vor. Seid aufmerksam und liebevoll, laßt den Alltag ruhig einkehren, das passiert. Aber achtet darauf, daß es auch Sonntage gibt....
Liebe kann so stark machen, ihr müßt es nur zulassen. Ich weiß, würde meine Beziehung zerbrechen, mein Schmerz wäre unaussprechlich groß, doch das nehme ich in Kauf. Den ich weiß: Ich bin so einmal WIRKLICH glücklich gewesen.

Ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten und ein liebevolles neues Jahr !!! Eure Calistra

**********************
Ich will hier aber auch mal versuchen, Tipps zu geben, wenn das mit der großen Liebe doch nicht so ganz geklappt hat.... Falls ich es mir überhaupt anmaßen kann, dafür Tipps zu geben, denn niemand kann diesen Schmerz wirklich nachfühlen, niemand kann ihn lindern; das ist das Problem.

Ich jedenfalls denke, daß es das Beste ist, den Schmerz zuzulassen, weglaufen bringt - wie so oft - auch in diesem Falle rein gar nichts. Rein psychologisch gesehen durchläuft der Liebeskummer die folgenden verschiedenen Phasen:

Phase 1: "Das kann, das darf nicht wahr sein!"

Wir leugnen, daß es schiefgegangen ist. Leugnen den Schmerz, der uns bereitet wurde und die Wunden, die wir unserem Partner zugefügt haben. "So schlimm kann das alles gar nicht sein", denken wir uns, "da muß es noch einen Weg geben, irgendetwas...." Nur das dumpfe Gefühl in unserem Herz sagt uns, daß es wahr IST. Danach macht sich Trauer breit....

Phase 2: "Warum kann ich nicht einfach sterben???"

In dieser Phase empfinden wir eine unaussprechliche Trauer, einen Schmerz, der uns von innen auffrißt und weiter an uns nagt, egal, wie sehr wir versuchen, uns abzulenken. Jeder Versuch des Tröstens scheitert, wir glauben nicht, daß irgendwer uns helfen kann oder auch nur das Recht hat uns zu trösten. Wir wollen auch gar nicht getröstet werden, verweigern jedes Lächeln, jedes kleine Stückchen Lebensfreude, denn es ist sinnlos ohne IHN, ohne SIE, wofür zum Teufel sollten wir noch glücklich sein????

Phase 3: "Ich hasse IHN/SIE ...."

Als nächstes kommt die Wut. Anfangs haben wir noch Schuldgefühle, wenn wir uns vorstellen, wie der Mensch, den wir einst liebten (denn das tun wir jetzt nicht mehr, nein, lieben, diesen Mistkerl??? PAH) in die schlimmsten und peinlichsten Situationen gerät, wir er verletzt wird und am Ende ist. Doch diese Schuldgefühle verschwinden schnell, wir genießen unsere - wenn auch nur in der Gedankenwelt existierende - Machtposition, empfinden Genugtuung, weiden uns an dem imaginären Leid unseres Ex-Partners.

Phase 4: Verwunderung: "Ich habe IHN/SIE gesehen.... und keine weichen Knie !!!"

Auch diese Phase tritt irgendwann ein. Meist erst nach einigen Rückschlägen, wenn wir glaubten, darüber hinweg zu sein und nur ein dummer Zufall reichte, um uns klarzumachen, daß es noch nicht so ist. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem wir merken, daß alle Wut, alle Wehmut verpufft ist und wir sind ganz erstaunt, wenn wir merken, daß all unsere Freunde Recht hatten: Das Leben geht weiter.

Ich halte es für das Beste, alle Phasen hemmungslos auszuleben. Ich glaube nicht, daß es etwas bringt, sich zusammenzureißen, denn Gefühle, die wir bewußt unterdrücken, bahnen sich doch irgendwann ihren Weg.

Natürlich ist dies kein Patentrezept und jeder hat seine eigene Art und Weise, mit dem Liebeskummer umzugehen. Aber ich würde mich freuen, wenn dieser Bericht auch nur einem Menschen hilft, glücklich zu bleiben oder aber dem Schmerz besser standzuhalten.

Eure Calistra

18 Bewertungen, 2 Kommentare

  • anonym

    20.05.2002, 22:28 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du sprichts mir aus der Seele! Man liest sich! Gruß, RaceCarina

  • tigie

    23.04.2002, 23:26 Uhr von tigie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Die Liebe ist das schönste auf Erden! Guter Bericht, liebe Grüße, Christine