Erfahrungsbericht von roma1
Dura Lex sed Lex
Pro:
nix
Kontra:
alles
Empfehlung:
Nein
Die Fall Safiya Yakubu Hussaini:
Safiya Yakubu Hussaini ist eine dreißigjährige, nigerianische Frau, die bis vor zwei Jahren verheiratet war. Es droht ihr, dass sie in ihrem Land zur Todesstrafe verurteilt sein wird, weil sie schwanger wurde, ohne einen Ehemann zu haben. Dort wurden solche Fällen wie ein schwerer Akt gegen das Islamische fundamentalische Recht betrachtet, das in ihrem Land den Stellenwert des Strafrecht einnimmt. Man kann sie in etwa einem Monat Safiya in einem Graben stellen, dann bis zur Mitte eingraben und sie schließlich von den Einwohnern ihres Dorfes zu Tode steinigen lassen. Wie schreibt weiter ein Autor der Petition, sei die Frau momentan in ihrem Haus eingesperrt, wo sie ihr Kind stille, das zum Synonym der Todesstrafe geworden sei. Sie werde ihm noch einige Wochen die Brust geben dürfen, dann werde man sie in den Graben schicken und töten lassen (dies sei von Amnesty International bestätigt werden). Inzwischen hat Amnesty International dieses Fall genauer erklärt. Sie schreiben, wie folgt:
„Die Verurteilung zur Steinigung ist noch nicht endgültig das letztmöglich Urteil, das Verfahren dauert noch an und ist mittlerweile in der 2. Berufung. Es wird am 18. März eine Neuverhandlung geben, da die Verteidigung während der letzten Anhörung Mitte Januar eine neue Argumentationsstrategie gewählt hat, die eine erneute Überprüfung des Sachverhaltes erfordert.
In Anbetracht des laufenden Verfahrens und mit dem Wissen, dass eine allzu große Medien-/ Öffentlichkeitsresonanz (v.a. in westlichen Ländern) die Erfolgsaussichten auf eine letzte Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof in Nigeria (der kein Sharia- Gericht ist, und deshalb Safiya Yakubu Hussaini aufgrund der Sachlage nicht zum Tode verurteilen wird) eher mindern als fördern, hat sich ai gegen eine breit angelegte Aktion entschieden.
Amnesty international arbeitet eng mit lokalen NGOs in Nigeria zusammen, um
Safiya Yakubu Hussainis Position im Gerichtsverfahren zu stärken und unterhält
zudem Kontakte zu den Nigerianischen Botschaften in Europa bezüglich des Falles ( diese Arbeit soll aber ausschließlich von den Koordinatoren gemacht werden, da es hier nicht um eine Massenprotestaktion handelt). Wie Sie also sehen, sind die Informationen in der Rundmail nur teilweise korrekt und ergeben im Ganzen ein eher verzerrtes Bild der wirklichen Verhältnisse. Ich möchte Sie daher bitten- wenn Sie es noch nicht getan
haben- die Rundmail nicht weiterzuleiten und auch keine Petition an den Nigerianischen Botschafter zu schicken. Wenn Sie an dem weiteren Verlauf der Gerichtsverhandlung interessiert sind, werde ich Sie gerne darüber unterrichten, sobald mir die Informationen über die Gerichtsverhandlung am 18. März vorliegen.
Mit freundlichen Grüßen,
Sabine Höhn (Nigeria- Koordinationsgruppe/ ai Deutschland) ".
Die erste Petition:
Jetzt zitiere ich erste Petition, die ich zusammen mit der ersten Mail bekommen habe:
„ His Excellency Mr Ambassador,
I turn to you in a very important issue: the live of Mrs Safya . Please do everything to save her life! I can not accept at all that this law suit leaves the husband free but sentences the woman to death. For she has done no wrong thing at all.
SHE HAS DONE THE MOST WONDERFUL THING WHAT MAN CAN DO: SHE HAS GIVEN BIRTH TO A NEW HUMAN BEING.
This will never be a sin, and I am convinced that it is not a sin before Allah. It is not African law, it is not Arab law, and is only one of many Islamic laws. It is new authoritarian law. Generally speaking, we in Germany have had the Death Penalty and we must be
glad that it is abolished! It must be never reintroduced again! You have the possibility and the responsibility for all the citizens you represent that this legal murder and in any other cases is prevented in your country.
Yours respectfully,
Unterschrift"
Wie die Schriftstellerin, Sabrine Neumann festgestellt hat, ist dieser Brief sehr undiplomatisch, weil sie den Islam herabwürdigt und bewertet. Sie glaubt, sinnvoller sei, in solchen Petitionen allgemein auf humanistische Prinzipien zu verweisen, anstatt andere (Religionen, Weltanschauungen) anzuklagen. Treffe man den Stolz, gehe es nach hinter ab. Ein Satz über „we in Germany" hält die Autorin rechtlich als Arroganz. Ich kann nur zustimmen, diese Petition ist sehr unfreundlich, sie lautet eher wie eine Drohung als eine Petition.
Zweite Petition:
Die ciao Mitgliederin hat eine eigene Petition geschickt, die mir sehr gefällt. Sie ist sehr freundlich und lautet wie eine Petition, und zwar:
„Your Excellency,
I am writing you in order to express my deepest concern about the fate
of S. Hussaini Tungar-Tudu.
>From what I have learned, I have to fear that this young woman is
confronted with the death-penalty because of having sex without being
married.
I am fully aware of every country having the right to form its own laws
and having its own ethics, nevertheless I beg you to do everything that
is in your power to stop this deathly threat.
Please try everything, that this cruel sentence will not be carried out
and that Safiya will be set free.
Yours, sincerely..."
Meine Meinung:
Ich war persönlich sehr schockiert, dass es noch derartige Rechte in der Welt gibt. Leider erinnern noch manche Länder Babilonnien in der Zeit von Hammurabi (oder noch schlimmer), wo Recht sehr kasuistisch war (Auge für Auge, Zahn für Zahn). Noch in antiken Rom wurden Vestalen lebendig gemauert, wenn sie die Trauung der Jungfernschaft gebrochen haben. Es ist jedoch Vergangenheit und heute ist das Gesetzt sehr humanitär. Manchmal kann man sogar glauben, dass es zu humanitär ist (Protesten gegen Todesstrafe im allgemein, ich bin eher gegen, Protesten gegen Behandlung der Taliben in Kuba). Solche Fälle wie in Afrika schockieren sehr uns man zweifelt, dass man in 21 Jh. lebt. Solche Fälle sind jedoch öfter als man denkt, es gibt Orte auf der Erde, wo Mensch (besonders weiblicher Mensch) schlimmer als Tier behandelt wird. Es genügt Afghanistan der Taliben oder andere arabische Ländern zu erwähnen. Jedes Land hat sein eigenes Gesetzt, es ist nicht einmal sehr stark, aber Gesetzt. Wie Römern gesagt haben. „Dura lex sed lex". Es tut mir sehr Leid, dass dieser Frau ein Tod durch Steinierung droht. Ich finde es sehr unhumanitär und primitiv, dass es noch solche Strafen wie im Mittelalter gibt. Es ist besonders unhumantitär, dass diese Strafe für eine Schwangerschaft verhängt wird. Mir erinnert sich eine Evangeliumszene mit heiliger Maria Magdalena. Sie wurde auf Ehebruch erwischt. Nach dem jüdischen Gesetzt sollten solche Frauen steiniert werden. Jesus hat sich jedoch für sie eintretet, sagend: „Wer von ihnen ohne Schuld ist, schlage sie als der erste mit dem Stein" Natürlich hat niemand keine Schuld, darum konnte die heilige Maria Magdalena weiter leben. Es war eine schöne Geschichte, es gibt jedoch heute kaum solchen gerechten Personen, wie Jesus. Jesus war zwar ein Jude, er musste also das jüdische Gesetzt beachten, er glaubte jedoch in universale Werten, im humanitären, natürlichen Gesetzt, das allgemein höher als gebildetes Gesetzt stellt. Ich bin keine Antisemitin, aber es scheint mir, daß alle semitische Gesetze ähnlich sich, oder wenigstens gemeinsame Basis haben. Die Juden und Arabern sind jedoch Semiten, und ihre Gesetze sind sehr ähnlich. Sie basieren auf zwei Regeln: „Auge für Auge, Zahn für Zahn" und „dura lex sed lex". (starkes Gesetzt aber Gesetzt). Die Gesetze handeln Frauen gleich, als die Sklavinnen, die nur für Arbeit, Geburt der Kindern (natürlich nur im Rahmen der Ehe, weil Ehebruch oder Verlust der Jungfernschaft roh gestraft werden), Kochen und Sex dienen. Sie haben keine Rechte und werden wie Unterleute behandelt. Es ist ja jedoch gegen allgemeinen humanistischen Regeln des Lebens. Es stimmt, aber wie erwähnt, jedes Land hat seines eigenen Gesetzt, und allgemeine menschliche Regeln es nicht interessiert. Solche Organisationen haben eine sehr schwierige Aufgabe, mit solchen primitiven Gesetze zu bekämpfen, aber sie müssen eher die Länder überzeugen, als zu der Änderungen des Gesetztes zu zwingen. Es kann nicht als Hineinreden in nicht eigene Sachen betrachtet werden. Man soll eher diese Ländern überzeugen, dass eine Änderung ihres Gesetztes einem allgemeinem, menschlichen Gut dient. Darum die zitierte durch mich erste Petition nicht geschickt werden soll. Sie ist zu ultimativ und beleidigt Nigeria, ihre Religion und Gesetzt (obwohl es schlimm ist). Sie verletzt eine Autonomie der Nigeria und stellt europäisches Gesetzt als Priorität aller Gesetzte und lässt dem nigerischen Gesetzt sich unterordnen. Es handelt sich hier nicht darum, eine Überlegenheit des europäischen Gesetzt über anderen zu zeigen (wir, Europäern ähnlich übrigens wie Amerikanern, haben ständig noch heute eine Tendenz sich als Missionaren der Welt zu zeigen, wir sind wie Konquistadoren gegen Südamerikanischenkulturen, wir stellen sich in der Name des Gottes oder eher der Menschlichkeit, höher als andere Kulturen, nicht sehend, dass sie auch ihre eigene Werten haben), sondern darum, die andere Ländern zu überzeugen, dass manche Elementen ihrer Kulturen nicht humanitär sind. Man soll jedoch sehr zart vorgehen.
Im Fall der Safiya - Tungar - Tudu meine ich, dass man eher ein Brief an nigerichen Botschaft schicken soll. Der Brief soll jedoch sehr freundlich sein, und keine Drohungen bzw. Beleidigungen erhalten soll. Es ist sinnvoller allgemein auf humanistische Prinzipen zu verweisen, als das Gesetzt zu kritisieren. Da meiner Meinung nach zwei Petitionen gute und schlechte Elementen haben, habe ich sie überarbeitet und jetzt zur Ihre Verfügung stelle:
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Your Excellency,
I am writing you in order to express my deepest concern about the fate of S. Hussaini Tungar - Tudu. From what I have learned, I have to fear that this young woman is confronted with the Death - Penalty because of having sex without being married.
I am fully aware of every country having the right to form ist own laws and having ist own ethics, nevertheless I beg you to do everything that is in your power to stop this deathly threat. This woman has done the most wonderfull thing what man can do: she has given birth to a new human being. This was not, is not und never will be a sin. I know, every country has own law, but death Penalty is again Human Law in all. Please try everything, that this cruel sentence will not be carried out and to save the life of this still young mother,
Yours Sincerely
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Dieser Brief soll unter diese Adresse: Ambasciata della Nigeria
A l’ attention de l’Ambassadeur
Via Orazio, 18
00193 Roma Italy, oder als Mail an: [email protected] geschickt werden.
Die Amnesty International lässt es zwar nicht machen, aber es wird keine Schaden machen, wenn der Botschafter der Nigeria eine Unterstützung für die Frau sehen wird. Wenn die Briefe freundlich sein werden, können sie nur helfen, die Bürgern der Nigeria zu unterstützen, dass solche öffentliche Verurteilung der Frau, die zu ihrem Tod führt gegen grundlegenden menschlichen Werten ist. Solche Petition ist, meiner Meinung nach sehr notwendig. Die Frau wird zwar glücklicherweise durch ein Gericht, nicht lediglich durch Stammeskönigen gerichtet, was kann eine Garantie dafür sein, dass eine Urteil gerecht sein kann, aber es ist nicht sicher, ob die Frau befreit sein wird. Die Petitionen können soweit helfen, dass die Opfer des Falls, und vor allem Richtern füllen werden, das die Frau eine Stütze der öffentlicher Meinung der Welt hat und sie werden vielleicht moralische Widerstände haben, sie ungerecht zu benachteiligen. Helfen wir also dieser armen Frau. Ich bitte Euch darum. Eure Joanna.
26 Bewertungen, 5 Kommentare
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10.03.2006, 21:33 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichausführlich geschildert
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08.03.2002, 22:21 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichguter Bericht
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06.03.2002, 02:07 Uhr von AfuRa
Bewertung: sehr hilfreichDas ist zwar ein brisanter Fall, aber, nein eigentlich gerade deshalb ist eine eigene Meinung von dir nahezu Pflicht. Diese fehl leider...
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05.03.2002, 09:52 Uhr von legendre
Bewertung: sehr hilfreichErstmal besteht dein Bericht kaum aus eigener Erfahrung, meistens zitierst du einfach. Die eigene Meinung ist zu kurz. Gruss legendre
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05.03.2002, 07:44 Uhr von kleineswoelkchen
Bewertung: sehr hilfreichnachdem ich das Buch *die gesteinigte Frau* gelesen habe, konnte ich mich sehr in deinen Beitrag versetzen. Wünschen wir, das das urteil gemildert wird. gruss andy
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