Erfahrungsbericht von Hoernchen16
Mein Opa ist gestorben
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Diesen Bericht habe ich am Montag geschrieben. ich musste das einfach loswerden, konnte es jetzzt aber erst posten. Ich habe ihn mal unverändert gelassen und freue mich auf eure Kommentare!
Tja Leute, ich weiss jetzt gar nicht, wie ich anfangen soll. Vielleicht ist es ungewöhnlich, so etwas in diese Kategorie zu schreiben aber ich instrumentalisiere jetzt mal, um die Geschehnisse des heutigen Tages zu verarbeiten. Hoffentlich nimmt es mir niemand übel.
Heute morgen hat meine Mutter mich um 7 geweckt, obwohl wir alle beide erst heute morgen um 1 ins Bett gegangen waren. Ich hörte nur ein Schluchzen, als ich aufwachte. Sie sprach mich an, und ich bemühte mich, deutlich zu antworten, brachte aber schlaftrunken nur ein laues "Ja!" heraus.
Sie schwuppte dann heraus, dass mein Opa tot sei. Er war am Donnerstag mit meiner Oma, meiner Tante, meinem Onkel und mit deren drei Kindern nach Österreich gefahren. Die Fahrt hat er nicht so richtig verkraftet. Er hatte Schmerzen in der Brust und wurde schliesslich am Samstag Abend auf die Intensivstation des örtlichen Krankenhauses gebracht. Dort sagte man meiner Oma dann, dass man ihn nächste Woche Montag, also in eineinhalb Wochen, wieder mit nach hause nehmen könne. Am Sonntag war er wieder ansprechbar, an viele Dinge der Reise, zum Beispiel den Samstag konnte er sich aber nicht erinnern. Bevor er gestern abend schlafen sollte, sagte er "Holt mir mal meinen Rasierapparat!". Das sind die letzten Wort seines Bruders gewesen, der vor 6 Wochen gestorben ist. Das wusste mein Opa. und das hat ihn sehr belastet und beschäftigt. Jetzt weiss keiner so genau, ob er diesen Satz mit relativ klarem Bewusstsein oder vollkommen paralysiert hervorgebracht hat. Vielleicht hat er geahnt oder oder im Unterbewusstsein gehabt, was kommen sollte. Denn er ist heute nacht, morgens um 4, gestorben. An Herzversagen. Es hat im Schlaf aufgehört, zu schlagen. Er hatte keine Schmerzen.
Wir sprechen heute jedoch hauptsächlich davon, dass er an "gebrochenem Herzen" gestorben sei. Denn er hat den Tod seines Bruders, der zuvor Alkoholiker, arbeitlos und unglücklicher Ehemann nicht verkraftet. Er musste das Elternhaus von ihm und meinem Opa verkaufen, was alle beide sehr betroffen gemacht hat.
Zu meinem Opa selber hat er nie den ganz grossen Draht gehabt, sie haben sich jedoch gegenseitig sehr stark geliebt. Auf eine ganz eigene Art und Weise.
Vor zwei Wochen hat sich dann ein Freund meines Opas erschossen, weil auch seine Ehe und Finanzen nicht in Ordnung war. Vor der Abreise nach Österreich sagte mein opa immer wieder, dass er mit den Todesfällen so gar nicht klarkäme. Er drängte deshalb auch besonders, in den Urlaub zu fahren. Um etwas anderes zu sehen eben...
Ausserdem war unsere ganze Familie nicht wirklich in ordnung. meine Mutter hat sich schon seit Jahren mit meiner Tante distanziert. Nicht so richtig gestritten zwar, aber halt so ein richtig deftiger, arroganter, rechthaberischer und eigentlich dummer Frauen-Zoff. Das alles hat uns und insbesondere meinen Opa sehr belastet. Er war ein eher introvertierter Mensch, der die Dinge auf seine Art verarbeitet hat. Er hat sie nie herausgeschrien oder ist sonst auffällig geworden. Er frass alles eher in sich hinein.
Zusammen mit seinen ohnehin schon vorhandenen Herzproblem, obwohl seit einigen Jahren unter Kontrolle, ergab das seinen Tod. Er war erst 64.
Ich weiss, sterben muss jeder. Er selbst hat schon einmal komplett mit dem leben abgeschlossen, als er eine schwere Hirntumor-Operation zu überstehen hatte. bewundernswert, wie aktiv er seitdem sein leben gelebt hat. Er war ein vitaler, extrem jugendlicher Typ, mit dem fast jeder gut klar kam. Er hatte viele gute kontakte und fast immer einen ziemlich vollen Terminplan.
Ich habe heute schmerzlich erfahren, dass das Leben nicht wie ein Film ist.
Der Tod meines Opas kam furchtbar plötzlich, passte in keinster Art und Weise ins Bild unserer Lebensumstände oder Familie. Er ist aus dem Leben regelrecht herausgerissen worden. Er hinterlässt eine Lücke, auf deren Kompensierung niemand vorbereitet war. Mit kaum jemanden hat er richtig abgeschlossen. Mich beschäftigt zur Zeit am meisten die Frage, ob er sterben wollte. Schliesslich war er in letzter Zeit so schrecklich traurig, sowieso gesundheitlich angeschlagen (Herz). reicht dass, um zu sagen: "Hol mir mal meinen Rasierapparat!"???
Tja Leute, ich weiss jetzt gar nicht, wie ich anfangen soll. Vielleicht ist es ungewöhnlich, so etwas in diese Kategorie zu schreiben aber ich instrumentalisiere jetzt mal, um die Geschehnisse des heutigen Tages zu verarbeiten. Hoffentlich nimmt es mir niemand übel.
Heute morgen hat meine Mutter mich um 7 geweckt, obwohl wir alle beide erst heute morgen um 1 ins Bett gegangen waren. Ich hörte nur ein Schluchzen, als ich aufwachte. Sie sprach mich an, und ich bemühte mich, deutlich zu antworten, brachte aber schlaftrunken nur ein laues "Ja!" heraus.
Sie schwuppte dann heraus, dass mein Opa tot sei. Er war am Donnerstag mit meiner Oma, meiner Tante, meinem Onkel und mit deren drei Kindern nach Österreich gefahren. Die Fahrt hat er nicht so richtig verkraftet. Er hatte Schmerzen in der Brust und wurde schliesslich am Samstag Abend auf die Intensivstation des örtlichen Krankenhauses gebracht. Dort sagte man meiner Oma dann, dass man ihn nächste Woche Montag, also in eineinhalb Wochen, wieder mit nach hause nehmen könne. Am Sonntag war er wieder ansprechbar, an viele Dinge der Reise, zum Beispiel den Samstag konnte er sich aber nicht erinnern. Bevor er gestern abend schlafen sollte, sagte er "Holt mir mal meinen Rasierapparat!". Das sind die letzten Wort seines Bruders gewesen, der vor 6 Wochen gestorben ist. Das wusste mein Opa. und das hat ihn sehr belastet und beschäftigt. Jetzt weiss keiner so genau, ob er diesen Satz mit relativ klarem Bewusstsein oder vollkommen paralysiert hervorgebracht hat. Vielleicht hat er geahnt oder oder im Unterbewusstsein gehabt, was kommen sollte. Denn er ist heute nacht, morgens um 4, gestorben. An Herzversagen. Es hat im Schlaf aufgehört, zu schlagen. Er hatte keine Schmerzen.
Wir sprechen heute jedoch hauptsächlich davon, dass er an "gebrochenem Herzen" gestorben sei. Denn er hat den Tod seines Bruders, der zuvor Alkoholiker, arbeitlos und unglücklicher Ehemann nicht verkraftet. Er musste das Elternhaus von ihm und meinem Opa verkaufen, was alle beide sehr betroffen gemacht hat.
Zu meinem Opa selber hat er nie den ganz grossen Draht gehabt, sie haben sich jedoch gegenseitig sehr stark geliebt. Auf eine ganz eigene Art und Weise.
Vor zwei Wochen hat sich dann ein Freund meines Opas erschossen, weil auch seine Ehe und Finanzen nicht in Ordnung war. Vor der Abreise nach Österreich sagte mein opa immer wieder, dass er mit den Todesfällen so gar nicht klarkäme. Er drängte deshalb auch besonders, in den Urlaub zu fahren. Um etwas anderes zu sehen eben...
Ausserdem war unsere ganze Familie nicht wirklich in ordnung. meine Mutter hat sich schon seit Jahren mit meiner Tante distanziert. Nicht so richtig gestritten zwar, aber halt so ein richtig deftiger, arroganter, rechthaberischer und eigentlich dummer Frauen-Zoff. Das alles hat uns und insbesondere meinen Opa sehr belastet. Er war ein eher introvertierter Mensch, der die Dinge auf seine Art verarbeitet hat. Er hat sie nie herausgeschrien oder ist sonst auffällig geworden. Er frass alles eher in sich hinein.
Zusammen mit seinen ohnehin schon vorhandenen Herzproblem, obwohl seit einigen Jahren unter Kontrolle, ergab das seinen Tod. Er war erst 64.
Ich weiss, sterben muss jeder. Er selbst hat schon einmal komplett mit dem leben abgeschlossen, als er eine schwere Hirntumor-Operation zu überstehen hatte. bewundernswert, wie aktiv er seitdem sein leben gelebt hat. Er war ein vitaler, extrem jugendlicher Typ, mit dem fast jeder gut klar kam. Er hatte viele gute kontakte und fast immer einen ziemlich vollen Terminplan.
Ich habe heute schmerzlich erfahren, dass das Leben nicht wie ein Film ist.
Der Tod meines Opas kam furchtbar plötzlich, passte in keinster Art und Weise ins Bild unserer Lebensumstände oder Familie. Er ist aus dem Leben regelrecht herausgerissen worden. Er hinterlässt eine Lücke, auf deren Kompensierung niemand vorbereitet war. Mit kaum jemanden hat er richtig abgeschlossen. Mich beschäftigt zur Zeit am meisten die Frage, ob er sterben wollte. Schliesslich war er in letzter Zeit so schrecklich traurig, sowieso gesundheitlich angeschlagen (Herz). reicht dass, um zu sagen: "Hol mir mal meinen Rasierapparat!"???
9 Bewertungen, 4 Kommentare
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28.03.2002, 14:58 Uhr von Jakini
Bewertung: sehr hilfreichNatürlich auch von mir mein Beileid. Gut, daß du dir deinen Kummer von der Seele geschrieben hast, das hilft. Der Tod meines Opa´s, der damals immerhin schon 75 war, hat mich auch umgehauen, damals war ich gerade 20. Nun weiß ich, da
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28.03.2002, 14:49 Uhr von NachtmannM
Bewertung: sehr hilfreichMein Beileid! Michl
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28.03.2002, 14:45 Uhr von maertens
Bewertung: sehr hilfreichHerzliches Beileid!
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28.03.2002, 14:41 Uhr von Gernot2000
Bewertung: sehr hilfreichMein Beileid. Gernot




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