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Erfahrungsbericht von Bluebirdunfa

Silvester mit Tieren

Pro:

Man vertreibt die Geister vom letzten Jahr, macht auch Spaß

Kontra:

Die Tiere finden es nicht spaßig

Empfehlung:

Nein

Wieder ist fast ein Monat nach Silvester vergangen. Diesen Jahreswechsel habe ich mit meinen Tieren wieder gut überstanden.
Ein Glück für uns. Anderen ergeht es da schlimmer.
Seit 15 Jahren besitze ich nun Hunde. Bisher war Silvester auch kein großes Problem.
Ich will euch in diesem Bericht von meinen Erfahrungen und den Erfahrungen anderer Hundefreunde berichten.
Als Hundetrainer bekommt man da eine Menge mit.

Fall A:
Da höre ich doch wirklich von einer Familie, die ihren Großen Schäferhundmischling zu Silvester im Vorgarten lassen.
Sie „erfreuten“ sich immer an ihren angeblich mutigen Hund der nach jeder Rakete wie wild bellte und die Leute anknurrte.
Was sollte das arme Tier auch tun.
Nach 3 Jahren wurde der Hund wegen Aggressivität eingeschläfert.

Fall B:
Meine Bekannte besitzt 2 Colliehündinnen. Weil sie in einer blöden Gegend mit viel Knallerei wohnt, bringt sie ihre Hunde zu Silvester immer zu ihrer befreundeten Züchterin außerhalb von Berlin. Die Hunde kennen die Züchterin und es ist nie ein Problem. Auf diese weise machten die Hunde nie böse Erfahrungen. Hunde können sehr ängstlich oder aggressiv werden, wenn man sie mit Knallern bewirft.
Alles geht gut. Bis zu dem Tag, als 10 Tage nach Silvester jemand ihrer Hündin einen Knaller unter den Bauch warf. Ihre Ausbildungsarbeit mit der Hündin, die schon vorher etwas Angst vor Männern hatte, war um Jahre zurückgeworfen worden. Abgesehen von dem Tierleid.

Fall C:
Eine Hundebesitzerin hat selber so viel panische Angst, dass es sich total auf ihre Hunde überträgt. Sie selber reagiert wirklich etwas überzogen. Ich will nicht sagen, dass ich sinnloses Knallen für gut befinde. Aber ich brauche meine Angst nicht auf die Hunde zu projizieren. Mittlerweile fährt sie gegen 18.00 Uhr etwas aus Berlin raus um ihre Hunde noch einmal Gassi zu führen. Ihre Hunde trauen sich kaum noch vor Angst das Bein zu heben.
Irgendwie ist auch das nicht das Ideale. Selbst am Stadtrand sind noch Geräusche zu hören, die ihre Hunde vom Lösen abhalten.

So mache ich es:
Da ja einige Leute schon vor Silvester Knaller in Berlin zünden, machen meine Hunde schon früh mit den Geräuschen ihrer Erfahrungen.
Ehrlich gesagt gehöre auch ich zu den Leuten die ab und zu Tischfeuerwerk oder diese kleinen Kinderknaller benutzen, oder mal eine Rakete steigen lassen.
Aber dann sind meine Hunde nie dabei auf der Straße.
Ich treffe mich zu Silvester mit guten Bekannten, die auch wenig trinken und wenig knallen. Also eher dieses Kinderfeuerwerk benutzen. Das sieht bunt aus und ist nicht so laut.
Die Hunde sitzen immer beim feiern dabei.

Nur mein Ashley verzog sich wirklich eines Tages in die Badewanne meines Bruders. Das war einmal in 15 Jahren. Da war es ihm wohl wirklich zu unheimlich. Aber er war da auch noch sehr jung. Ich habe von einigen Hunden gehört, die sich in die Badewannen flüchten. Vielleicht sollte man im Notfall die Wanne mit Decken (wegen der Rutschgefahr) auslegen.
Die Badewanne isoliert wohl die Knallgeräusche etwas. Da ich keine besitze (habe nur eine Duschkabine) und mein Hund eigentlich nicht gerne badet. War ich wirklich damals sehr überrascht.
Gegen 0.30 gehen auch wir kurz auf die Straße um ein paar Knaller zu zünden. Also so kleine Raketen und diese Feuerbienen und Feuerkreisel. Meistens ist dabei immer einer bei den Hunden. Da ich 3 Hunde habe ist auch nie einer alleine. Mein Alter ist das schon gewöhnt und bleibt ganz ruhig. Das überträgt sich etwas auf die beiden jüngeren.
Gegen 2.00 Uhr fahre ich dann mit meinen Hunden nach Hause. Dabei sollten alle Hunde an der Leine sein. Weil man nie weiß, welcher angetrunkene mit einem Knaller einem begegnet. Manche Leute finden es ja recht lustig Tiere damit zu bewerfen.
Ich sehe mir meine Straße meist sehr gut vorher an. Checke die Lage.
Da mein Auto meist vor der Tür steht, gehen wir die kurze Strecke ohne Leine. Außer den Jüngsten. Die sind sicherheitshalber an der Leine. Bisher ist dabei noch nie etwas passiert.
Aber wie gesagt, ich checke vorher genau die Umgebung ab.

Meine Hunde werden kontinuierlich von klein auf, an laute Geräusche gewöhnt. In Berlin sollte so eine Sozialisierung Pflicht sein. Denn neben mir sind schon Busreifen laut geplatzt.
Ein Hund der weiß, das ein Knall zwar unangenehm ist, aber kein Grund in Panik wegzulaufen, wird sich zwar, genau wie ich erschrecken, aber sich dann schneller beruhigen als ein untrainierter. Auf diese weise unterliegen trainierte Hunde nicht so einem Stress wie ein verhätschelter, vor allem behüteter Hund.
Leider ist aber hierbei das Nervenkostüm der Hunde nicht immer gleich. Nicht jeder Hund wird sich so trainieren lassen, das er vor Knallerei keine Panik bekommt. Diese Hunde sollten dann zu Silvester mit einem vom Tierarzt vergebene Beruhigungsmittel behandelt werden. Um auch ihnen ein ruhiges Silvester zu gönnen.

Meine Hamster:
Diese Tiere habe ich zu Silvester eigentlich nie gesondert behandelt. Ihre Käfige standen sowieso immer in den ruhigsten Ecken. Eigentlich haben sie Silvester immer verschlafen oder ihre Runden im Rad gedreht. Im Zimmer wo geknallt wird und gefeiert wird, sollte man sie aber zu Silvester nicht unterbringen.

Meine Vögel:
Unsere Stubenvögel wurden zu Silvester immer in das ruhigste Zimmer gestellt und der Käfig über nach mit einem Tuch verhangen.

Meine Fische:
Ja, auch hier wurde nie viel Arbeit gemacht. Bei der Wahl des Aquarium Standortes wurde eigentlich von Anfang an bedacht das sie ruhig stehen. Über Nacht werden die Lampen ausgeschaltet und das wars.

Fazit:
Ich werde Silvester sicher immer mit meinen Hunden verbringen. Aber ich bin auch schon etwas älter und ziehe nicht mehr mit einer Clique um die Ecken zu Silvester. Feuerwerk benutze ich fast nur Kinderfeuerwerk. Das ist nicht allzu laut. Große Böller mag ich selber nicht.
Ich selber möchte auch nicht, dass man mir einen Knaller zwischen die Füße wirft. Also werde ich mich meinen Tieren und anderen Tieren genauso respektvoll gegenüber verhalten.
Also werde ich auch niemals in der Nähe eines Zoos oder Tiergartens Knaller zünden. Genauso ist auch der Wald eine Tabuzone für ein Silvesterfeuerwerk.
Ich kann nur jeden empfehlen sich schon vorher auf Silvester vorzubereiten. Dann sind auch die eigenen Tiere ruhiger.

Oft gehe ich auch zwischen Weihnachten und Silvester in meinen Garten. Dort streue ich dann sehr viel Vogelfutter aus. Damit Vögel die in der Silvesternacht vielleicht nicht ungestört auf Futtersuche gehen können, wenigstens dort in Ruhe viel Futter finden um wieder Kraft zu tanken.

Vielen Dank für Euer lesen und bewerten.


Anmerkung: Die Sternebewertung bitte ignorieren.

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