Erfahrungsbericht von Melli*
Auch Shakespeare mochte Sherry
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Kolumbus und Magellan nahmen Sherry-Fässer mit auf ihre Entdeckungsreisen. Sir Francis Drake machte sich, nachdem er die spanische Flotte in der Nähe von Cadiz versenkt hatte, mit 2900 Schläuchen des edlen Getränkes davon. Auch Napoleon und seine Soldaten, waren dem goldgelben Wein aus Jerez nicht abgeneigt, und der englische Dichter William Shakespeare begeisterte sich: \"Wenn ich 1000 Söhne hätte, der erste menschliche Grundsatz, den ich sie lehrte, wäre, sich dem Sherry zuzuwenden und anderen Getränken abzuschwören.
Doch erst im 18 Jahrhundert machten britische Händler den Sherry zum berühmtesten Wein der Welt. Nur etwa 100 Quadratkilometer gross ist das genau abgezirkelte Gebiet, in dem der Sherry aus Trauben gekeltert wird. Eingerahmt von den Flüssen Guadalquivir und Guadalete, den Städten Jerez de la Frontera, Puerto de Sta. Maria und Sanluca de Barrameda und begrenzt durch den Atlantik liegt das so genannte Sherry-Dreieck. Hier wachsen auf sanften Hügeln die Rebstöcke des Sherry. Und vor allem der weisse Kalkboden, die glühendheisse Sommersonne, der Winterregen und die frische Prise vom Atlantik geben dem Sherry seinen unverwechselbaren Charakter. Bereits die Griechen fanden rund um die Stadt Jerez de la Frontera Weingärten vor. Sie gründeten auch die Stadt Jerez und nannten sie \"Xera\". Karthager, Römer, Westgoten und schliesslich die Mauren prägten danach das Land. Stets änderte sich dabei der Name der Stadt Jerez. Aus Xera wurde Ceret, daraus Serit, Sherish und Xeres. Die Engländer machten schliesslich aus dem harten Wort Jerez das weiche \"Sherry\".
Wie aus Wein Sherry wird
Sherry wird aus hellen Trauben der Rebsorten Palomino und Pedro Ximenez gewonnen. Anfang Septembr, zu Beginn der Weinlese, herrscht in den Weinfeldern im südlichen Andalusien Hochbetrieb. Pflücker schneiden die Trauben ab und legen sie in Körbe oder Kisten. Die Trauben werden dann auf Wagen, die zum Teil noch von Eseln gezogen werden, auf einem grossen Platz ausgebreitet, der mit Espartogras ausgelegt ist. Dort reifen sie noch für ein paar Stunden, die süssen Pedro Ximenez, die dem Cream-Sherry später die milde Süsse geben., sogar ein paar Tage in der prallen Sonne nach. Danach werden die Trauben gepresst und der Most in riesige Weinfässer aus der amerikanischen Weisseiche gefüllt. Diese Fässer werden dann in die Bodegas, kathedralähnliche Weinkeller gebracht, in denen der Most sofort zu gären beginnt. Die hohen luftigen Gewölbe der Bodegas schützen den Sherry in den nie ganz gefüllten und nicht ganz verschlossenen Fässern vor Sonne und Hitze, lassen ihm aber genügend Luft zum atmen. Luftzufuhr ist wichtig, damit sich \"Flor\", eine Hefeschicht, auf der Oberfläche der Weine bilden kann, sodass diese unter Sauerstoffausschluss gärt.
Doch Sherry ist eigenwillig. Liegt der Alkoholgehalt über 15 Vol.% oder wird der Wein zu warm gelagert, bildet sich keine Florhefe. Der Wein oxydiert dann und ist damit Basis für dunkle, körperreiche Sherrysorten, die Olorosos. Sie werden deshalb durch Zugabe von Weinalkohol auf ca. 17 bis 20 Vol.% eingestellt, während der Fino nur rund 15 Vol.%. Beide Sherrytypen sind völlig durchgegoren und trocken. Doch durch Zugabe von Ximenez-Wein entstehen auch süsse Varianten. Um die Florhefeschicht auch während der jahrelangen Lager- und Reifezeit des Sherry am Leben zu erhalten, erfand man das so genannte\"Solera System\". Hierbei wird immer wieder eine kleinere Menge vom ältesten Wein in Flaschen abgefüllt und durch die gleiche Menge jüngeren Wein ersetzt. Auf diese Weise wird der Alkoholgehalt konstant gehalten, der im Laufe der Jahre ansteigen und die Florhefe abtöten würde. Ausserdem garantiert dieses Verfahren die stets gleichbleibende Qualität des Sherrys. So wird er von Kennern weltweit geschätzt.
Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben.
Freue mich auf eure Kommentare.
Doch erst im 18 Jahrhundert machten britische Händler den Sherry zum berühmtesten Wein der Welt. Nur etwa 100 Quadratkilometer gross ist das genau abgezirkelte Gebiet, in dem der Sherry aus Trauben gekeltert wird. Eingerahmt von den Flüssen Guadalquivir und Guadalete, den Städten Jerez de la Frontera, Puerto de Sta. Maria und Sanluca de Barrameda und begrenzt durch den Atlantik liegt das so genannte Sherry-Dreieck. Hier wachsen auf sanften Hügeln die Rebstöcke des Sherry. Und vor allem der weisse Kalkboden, die glühendheisse Sommersonne, der Winterregen und die frische Prise vom Atlantik geben dem Sherry seinen unverwechselbaren Charakter. Bereits die Griechen fanden rund um die Stadt Jerez de la Frontera Weingärten vor. Sie gründeten auch die Stadt Jerez und nannten sie \"Xera\". Karthager, Römer, Westgoten und schliesslich die Mauren prägten danach das Land. Stets änderte sich dabei der Name der Stadt Jerez. Aus Xera wurde Ceret, daraus Serit, Sherish und Xeres. Die Engländer machten schliesslich aus dem harten Wort Jerez das weiche \"Sherry\".
Wie aus Wein Sherry wird
Sherry wird aus hellen Trauben der Rebsorten Palomino und Pedro Ximenez gewonnen. Anfang Septembr, zu Beginn der Weinlese, herrscht in den Weinfeldern im südlichen Andalusien Hochbetrieb. Pflücker schneiden die Trauben ab und legen sie in Körbe oder Kisten. Die Trauben werden dann auf Wagen, die zum Teil noch von Eseln gezogen werden, auf einem grossen Platz ausgebreitet, der mit Espartogras ausgelegt ist. Dort reifen sie noch für ein paar Stunden, die süssen Pedro Ximenez, die dem Cream-Sherry später die milde Süsse geben., sogar ein paar Tage in der prallen Sonne nach. Danach werden die Trauben gepresst und der Most in riesige Weinfässer aus der amerikanischen Weisseiche gefüllt. Diese Fässer werden dann in die Bodegas, kathedralähnliche Weinkeller gebracht, in denen der Most sofort zu gären beginnt. Die hohen luftigen Gewölbe der Bodegas schützen den Sherry in den nie ganz gefüllten und nicht ganz verschlossenen Fässern vor Sonne und Hitze, lassen ihm aber genügend Luft zum atmen. Luftzufuhr ist wichtig, damit sich \"Flor\", eine Hefeschicht, auf der Oberfläche der Weine bilden kann, sodass diese unter Sauerstoffausschluss gärt.
Doch Sherry ist eigenwillig. Liegt der Alkoholgehalt über 15 Vol.% oder wird der Wein zu warm gelagert, bildet sich keine Florhefe. Der Wein oxydiert dann und ist damit Basis für dunkle, körperreiche Sherrysorten, die Olorosos. Sie werden deshalb durch Zugabe von Weinalkohol auf ca. 17 bis 20 Vol.% eingestellt, während der Fino nur rund 15 Vol.%. Beide Sherrytypen sind völlig durchgegoren und trocken. Doch durch Zugabe von Ximenez-Wein entstehen auch süsse Varianten. Um die Florhefeschicht auch während der jahrelangen Lager- und Reifezeit des Sherry am Leben zu erhalten, erfand man das so genannte\"Solera System\". Hierbei wird immer wieder eine kleinere Menge vom ältesten Wein in Flaschen abgefüllt und durch die gleiche Menge jüngeren Wein ersetzt. Auf diese Weise wird der Alkoholgehalt konstant gehalten, der im Laufe der Jahre ansteigen und die Florhefe abtöten würde. Ausserdem garantiert dieses Verfahren die stets gleichbleibende Qualität des Sherrys. So wird er von Kennern weltweit geschätzt.
Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben.
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