Erfahrungsbericht von Dotty
"S" wie Schrifftstellerin....hab ich das Zeug dazu? Ich meine vielleicht ja, oder?
Pro:
Man lebt!
Kontra:
......mit betteren Beigeschmack!
Empfehlung:
Nein
noch versuche ich einen solchen Gedanken zu vermeiden , denn es hat sich gezeigt , das , das Folgende mir schwer zu schaffen machte!
Auch damals , so vor 11 Jahren , ging mir dieser Gedanke durch denn Kopf .Ich saß im „Bingo“, eine Scene-kneipe in unserer Stadt , in
der ich oft am Wochenende hinter der Theke arbeitete . Das warten auf meine Freundin machte mich ganz unruhig .Es war normal das
sie zu spät kam , schon zu Beginn unserer Freundschaft, mit 12 Jahren war es so. Aber an diesen Tag konnte ich das nicht begreifen!
Seit sechs Jahren hatte ich es immer hingenommen und irgend welche Entschuldigungen für sie gefunden ! Ich glaube das war das eine
mal zu viel !In mir stieg eine Wut auf die ich gar nicht kannte. Ich war so böse auf sie , das ich mich fragte ob das normal sei? Denn
bisher hatte ich immer Mitgefühl oder auch Mitleid für sie empfunden .Ihr Vater war sehr „katholisch“ und sehr streng! Daraus folgte, das
sie im Grunde Männer hasste und mittlerweile Magersüchtig war .Aber wenn man versuchte ihr zu helfen , raubte es einem selbst nur die
Kraft. Sie selber konnte sich so in ihre Depressionen hineinsteigern, das alles was ich angeblich hatte so beneidenswert war! Ich bekam
dann das Gefühl, sie wollte ich sein.
„Sie nimmt mich mir weg“ Dieser Satz hämmerte mir im Kopf! Panik befiehl mich. Ich zitterte am ganzen Körper, im Hochsommer, in
einem stickigen Raum fing ich an zu frieren.
„Es muss was passieren, es muss was passieren, es muss.....!Es war wie ein stiller Hilferuf.
Plötzlich hatte ich ein Glas in der Hand und meine Hand wurde von einer Fremden um das Glas gedrückt und zu meinem Mund geführt
.Der Geruch war beißend, der Geschmack so brennend , das ich würgen und husten musste. Ich weiß bis heute nicht wieso ich mich
nicht gewehrt hatte.
„Ich glaube, Du brauchst was zum aufwärmen. Nicht nur für deinen Körper. Wenn man von innen zu Eis wird sollte man sich fragen wo
die eigenen Gefühle sind!“ Diese Stimme passte so gar nicht zu dem Mann den ich nun langsam war nahm .Sie war sehr dunkel und hatte
eine sehr angenehme Melodie. Ja, beruhigend war sie, und voller wärme. Er selbst , war so groß wie ich, das heißt 1,75, dünn, fast hager
und bestimmt zehn oder mehr Jahre älter als ich. Eine hohe Stirn, eine kantige Nase, ein spitzes Kinn und extrem glatt rasiert. Seine
Haarfarbe war eigenartig, dunkel und doch einen roten Schimmer. Im Nacken hatte er sie mit einen silbernen Spange zusammen
gehalten, ganz straff, denn auf dem Kopf waren die Haare glatt, aber der Zopf war wellig. Seine Augen wollten überhaupt nicht zum Bild
passen, sie hatten einen starken Kontrast zur sonnengebräunten Haut. Eiswasserblau! Obwohl ich in diesen Augen nicht lesen konnte
fühlte ich mich verstanden, sicher und entspannt. “Woher wusstest du.....“ weiter kam ich mit meiner Frage nicht. Mit hochgezogenen
Augenbrauen meinte er nur: “Wusstest du nicht, das du mit deinem Blick und deinem Körper sprichst? Wie ein offenes Buch !“ „Gut das
nicht alle hier lesen können!“ rutschte mir heraus, weil mir diese Vorstellung , das es jeder könnte, Angst machte. Als hätte er meinen
Gedanken gehört entgegnete er:“ Nur die, die eine Aura wahrnehmen, können es, und davon gibt es nur ganz wenige. !“ „Und du bist
einer davon?“ „Vielleicht !“ „Tolle Antwort! Wenn du dich so unterhältst können wir gleich aufhören. Ich möchte schon ganz gerne
wissen mit wem ich es zu tun habe!“ „Ich weiß nicht was du hast? Die Antwort ist doch gut so! Ich kann das sein was dir lieber ist. Ich
kann immer so sein wie du es möchtest!“ Ich fragte mich zwar kurz wie er das meinte, aber mit 18 Jahren sah ich leider zu selten hinter
die Worte. Würde ich Heute diesen Satz hören, würden meine Alarmglocken schrillen .
Dummerweise schmeichelte es mir, das er in betracht zog, das er so wäre, wie ich es wollte. Und diese Eitelkeit überdeckte all meine
Vorsicht, die sich kurz gemeldet hatte.
Ich wollte nicht , das ,das Gespräch nun doch dem Ende zu ging und fragte einlenkend nach seinem Namen. Die Antwort: “Dario“
Gleichzeitig schaute er auf die Uhr und sagte: „Ich muss jetzt los. Beim nächsten Treffen plane ich mehr Zeit ein!“ Und dann war er
verschwunden. Durch die Hintertür.
Als eine Stunde später, endlich Lea eintraf, grübelte ich immer noch darüber nach, wie er es meinte, mit dem einplanen? Er konnte doch
nicht wissen das er mich trifft und wie soll er wissen ob und wann er mich treffen wird! Keiner kennt die Zukunft. Auch er nicht! Und
was, wenn doch?
„Was, du hast noch keinen Sekt bestellt? Ich denk wir wollten feiern!“ Da stand sie vor mir, die Hände in die Hüften gestützt, ganz
vorwurfsvoll . Normalerweise hatte sie lange glatte schwarze Haare die ihr bis zum Po reichten, aber sie nahm immer einzelne Strähnen ,
tupierte sie und machte dann Knoten hinein. Wenn ich sie so sah dachte ich an eine Hydra. Hinzu kam dieses extrem helle
Gesichtspuder (sie mischte es noch mit weißem Babypuder) die Augen mit viel schwarzem Kajal umrandet und ein dunkel lila Lippenstift.
Auch ihre Kleidung war so , das ich mich immer fragte, ob sie sich bewusst unattraktiv machte. Sie trug nur schwarz und dunkelbraun.
Alle Sachen, bis auf wenige Ausnahmen , waren verwaschen und zerrissen . Auch die Perlonstrumpfhosen hatten Löcher und
Laufmaschen (Neue wurden gleich nach dem Kauf mutwillig kaputt gemacht.) Sie war nur fünf cm kleiner als ich, wog aber nur so um 50
kg. Behauptete sie zumindest. Wahrscheinlich lag ihr gewicht noch darunter. Mit dem breiten engen Gürtel sah sie noch unwirklicher aus.
Er war so eng zusammen gezogen, das die Proportionen nicht mehr stimmten. Das konnte man ihr alles sagen, durch die Blume oder
direkt, vergebens.
Ich traute meinen Ohren nicht, sie kam viel zu spät und meckerte rum weil kein Sekt bereit stand ! „Hast du etwa vergessen das wir
unsere sechs jährige Freundschaft feiern wollten? Du kannst doch so was wichtiges nicht vergessen!“ Ihre Stimme war kurz davor zu
überschlagen.
Ich war fassungslos, was bildete sie sich ein ? Sie war doch zu spät dran, sie hatte Mist gebaut! Und mir wurde der „Schwarze Peter“ zu
geschoben. Alles wiederholte sich. Sie hat was vergeigt und dann drehte sie es so , das ich angeblich den Fehlergemacht hätte. Bis dahin
hatte ich mir dann auch den Schuh angezogen. Hatte dann immer das Gefühl mal wieder alles falsch gemacht zu haben.
„Halt den Mund!“ Zum erstenmal wurde ich ihr gegenüber laut. Falsch, ich wurde noch nie laut, es war das erstemal überhaupt! Ich hatte
es mir verboten. Es erinnerte mich zu sehr an meine Kindheit. „Du hast mich warten lassen, fast zwei Stunden. Wie schon so oft, und eine
Entschuldigung bekomme ich auch nicht. Glaubst du etwa ich hätte so viel Zeit wie Du? Ich gehe jeden Tag arbeiten, mehr als acht
Stunden, jedes Wochenende arbeite ich zusätzlich, und ich bin diejenige die in der Wohnung den Haushalt macht. Dabei gehst du man
gerade drei Tage in der Woche zur Uni. Wenn du dann wenigstens noch pauken würdest wäre es ja noch was anderes, aber nein , Du
liegst im Bett und bemitleidest dich selber! Dir geht es doch viel zu gut dabei. Du brauchst dich nicht anstrengen. Um das Geld brauchst
du dir keine sorgen machen, mit Bafög, Kindergeld und das was dir deine Mutter heimlich gibt. Du behauptest unabhängig zu sein, das
ich nicht lache, abhängiger geht es doch gar nicht! Hau bloß ab. Ich werde feiern, aber das ende einer Freundschaft!“ Im gleichen
Moment wo ich all dies sagte , tat es mir leid, auch wenn der größte Teil der Wahrheit entsprach. Noch bevor ich ihr sagen konnte das
es nicht so meinte, war sie rausgerannt. Wie konnte ich nur so gemein zu ihr sein ? Sie war meine beste und einzige Freundin. Das hatte
sie nicht verdient. Wäre ich nach hause gegangen, hätte es nichts gebracht. Sie hätte mir nicht zu gehört. Wahrscheinlich lief ihre
Musikanlage so laut das man es draußen hören könnte. Bestimmt war es „sisters of Mercy“.
Nein ich ging ihr nicht nach. Ich hatte keine Lust mehr ihretwegen kämpfen zu müssen.
Tatsächlich bestellte ich mir eine Flasche Sekt. Nach dem dritten Glas konnte ich mich etwas entspannen und das Geschehene etwas bei
Seite schieben. Ich wollte an was schönes denken, etwas was mir Freude machte ! Meine Fantasie ging mit mir spazieren. Der weg
führte mich zu Dario. Es wäre so angenehm gewesen mich mit ihm weiter unterhalten zu können. Es hätte mir sicherlich diese Szene mit
Lea erspart. Meine Wut hätte dann nicht die Möglichkeit gehabt sich während der Wartezeit so zu steigern. Aber wenn ehrlich zu mir
war, musste ich zugeben, das ich gar nicht an Leas Unpünktlichkeit gedacht hatte, sondern an IHN! Wieso war er so schnell
verschwunden ? Würde ich ihn wieder sehen. Unwahrscheinlich, ich hatte ihn noch nie wo anders gesehen und in einer Stadt mit fast 100
000 Einwohnern , jemanden finden wenn man nicht weiß wo man suchen soll, ziemlich aussichtslos. Ich wollte ihn aber treffen, mit ihm
reden. Ihm Tausende von Fragen stellen. Ich zermarterte mir das Hirn , wie ich das schaffen sollte. Ich konnte ja schlecht ne Anzeige in
die Zeitung setzen: Suche Dario mit Zopf! Lächerlich!
Ich sollte ihn einfach vergessen.
Ich entschloss mich dann doch dazu nach Hause zu gehen. Was sollte ich noch dort? Am Abend musste ich so wie so wieder fit sein, um
zu arbeiten. Eine Flasche Sekt und das Hochprozentige was Dario mir eingeflösst hatte vertrugen sich wohl nicht besonders. Mir war flau
im Magen. Und gegessen hatte ich auch nichts, eigentlich wollten Lea und ich ja noch essen gehen. Der Kühlschrank war sicherlich auch
wieder leer. Pech! So langsam wünschte ich mir ich könnte diesen Tag streichen.
Als ich zur Wohnungstür herein kam stellte ich überraschender weise fest, das keine Krümel und Fussel auf dem Boden im Flur waren.
Die Garderobe war nur halb überladen. Unser so genannter Gemeinschaftsraum war von vollen Aschenbechern befreit worden und alle
überflüssigen Textilien waren verschwunden! Aus dem Bad schlugen mir Gerüche von Reinigungsmitteln entgegen. Auch der Blick in die
Küche lies mich staunen. Die Arbeitsfläche der Einbauküche war freigeräumt , sogar die Waschmaschine lief. Die hatte ich nicht
angemacht. Und wenn die Maschine kein Eigenleben hatte, was ich annahm, konnte es nur Lea gewesen sein. Ich wusste gar nicht , das
sie überhaupt mit dem Ding umgehen konnte. Irgend etwas war im Backofen, es roch nach Kuchen. Unser runder Tisch war schön
gedeckt, der Tee fertig und mit Kerzen und Blumen dekoriert. Vielleicht hätte ich schon eher mal laut werden müssen! Zack...da war es
wieder! Ich hatte den Fehler gemacht!
Die einzige Tür die geschlossen war, war die von Lea`s Zimmer. Ich klopfte an. „Moment!“ Es dauerte eine Weile bis sie die Tür öffnete.
„ Na, hab ich doch toll gemacht, oder ? Extra für dich! Erst habe ich Karten fürs Kino besorgt ,dann fiel mir ein das Du ja arbeiten
musst. Schade, ist ja zu blöde .Als Wiedergutmachung ist dir doch ne Vollwertkuchen auch recht oder? Das war ne arbeit. Los komm
setz Dich. Ich warte schon ne Ewigkeit auf dich! Schön siehts hier aus , näh! Ich bin total durchgeschwitzt von der ganzen Putzerei. Wir
dürfen wirklich nicht so viel rumliegen lassen. Das machen wir jetzt anders!“ Sie redete so schnell, das sie aus der Puste war. Und ich
war immer noch perplex.“ Lea, das ist wirklich super , und so schön dekoriert! Du hast recht WIR machen das jetzt anders!“ Ich hatte
das „wir“ extra betont und wartete auf eine Reaktion. Es kam keine. Sie saß ganz glücklich und zufrieden da.
Ich hatte auch keine Lust eine Diskussion an zu fangen. Ich genoss es dann einfach mich bedienen zu lassen, schlürfte meinen Tee und
stellte zu ihrer Freude fest , das der Kuchen sehr lecker war. Sie erzählte mir noch Dies und Jenes. Nicht`s wirklich wichtiges. Als der
Name Michi fiel wurde ich dann hellhöriger! „ Du hast doch sicher nichts dagegen das er gleich kommt. Ich möchte die zweite Kinokarte
nicht verfallen lassen. Ist ja ne Haufen Geld!“ Michi war der Lieblingsschüler ihrer Mutter. Sie war immer sehr bedacht darauf, das er sie
nur im besten Licht sah und bloß nicht etwas verkehrtes ihrer Mutter erzählen konnte. Das hätte bedeutet: Du bist nicht so gut wie du
sein musst, also verdienst du weniger Liebe und das heißt du bekommst weniger Geld! Als ich vor einiger Zeit dieses Schema begriffen
hatte , meinte ich zu ihr , das sie sich verkauft...eigentlich prostituiert .Die Wortwahl hatte ich getroffen um sie zu provozieren. Und?
Nichts ! Sie zuckte die Schultern und meinte nur: „Was solls, sie glaubt eine Perfekte Tochter zu haben, obwohl ihr noch ein Sohn lieber
wäre, und ich krieg das Geld was ich brauche, was mir zu steht!“ Mehr hatte ich nicht erreicht.
Beim zurecht machen für das „Bingo“ fragte ich mich immer noch, ob sie die Aufräumaktion für mich oder für Michi gemacht hatte? Aber
auf jeden Fall „zwei Fliegen mit einer Klatsche“
Ich kam mir „verhohnepiepelt“ vor und war verletzt. Mir war zu heulen zu mute. Wenn ich mich elend fühlte, hatte ich das Bedürfnis ,
besonders gut aus zu sehen .Also , ab unter die Dusche, Haare waschen, beim föhnen etwas von der Kraus herausziehen damit man die
Länge meiner Haare sah. Wenn ich sie nass um meinen Körper verteilte und eine Kordel um meinen Bauch gebunden hätte, wäre ich
Damals mit einem Minnikleid aus sonnengebleichten blonden Haaren bekleidet gewesen.
Normalerweise trug ich im „Bingo“ meistens schwarze oder knallrote figurbetonte Kleidung. Das konnte ich mir erlauben . Meine Maße ,
die ich Spaßes halber mal mit Lea gemessen hatte, waren fast genau 90/ 60/90 . Was meine Freundin mir andauernd neidvoll vor hielt.
Das was mich an meinem aussehen störte, aber nicht besonders, waren meine breiten Schultern (Bist du Schwimmerin? Wurde ich zu oft
gefragt) meine großen Füße (41/42...fast unmöglich schicke Schuhe zu bekommen.) und eine Brille, ohne war ich ein Maulwurf!
An jenen Abend war mir nach weiß! Davon hatte ich nicht viel. Mein Bikini musste herhalten.
Darüber ein weißes Herrenhemd aus Seide im Piraten-look unter dem Busen zusammen gebunden . Da ich weder eine weiße Hose noch
einen Weißen Rock hatte , nahm ich ein weißes Bettlacken Das wickelte ich mir um die Hüften und machte rechts
über dem Beckenknochen einen dicken Knoten. Ich war noch nicht ganz zu Frieden . Es fehlte was!
In meinem Zimmer hatte ich alte goldene Brokatvorhänge die mit Kordeln zusammen gehalten wurden. Die Troddel waren mit langen
Fädchen verziert. Eine solche Kordel nahm ich ab und band sie mir um den Bauch , mit einem Knoten unter dem Bauchnabel. Die zweite
Kordel nahm ich als Stirnband. Mit goldenem Nagellack auf Finger- und Fußnägel vervollständigte ich mein Aussehen. Zum Glück hatte
ich Gold und Kupferfarbene Sandaletten mit fünf cm hohen Absatz.
Ich hatte meine „Rüstung“ angelegt und war der Meinung gewappnet zu sein. Noch mehr konnte doch nicht schief gehen!
„Hi, Doro! Immer wenn du an mir vorbei gehst, muss ich an meine Oma denken! “ So oft hatte Olli ( unser Türsteher Punk)das schon zu
mir gesagt, das es mir gefehlt hätte wenn er nicht da gewesen wäre. Er meinte es nicht abwertend, im Gegenteil, es war mein Parfüm
gemeint. Reines Vanilleöl. Dann und wann mischte ich es mit Muhschoß , oder auch mit Obelisk von MCM.
Diese schweren süßen Gerüche passten nicht zu meinem nordischen Aussehen , aber zu mir im Inneren. Ich hatte nie viel mit Olli
gesprochen. Das längste Gespräch war die Erklärung für sein eigenartiges Kompliment. Die schönsten Erinnerungen an seine Kindheit
waren die Stunden bei Oma. Oma hat für die Kinder immer Kuchen gebacken.....mit ganz viel Vanille!
Ein Kompliment was nicht mir galt, sondern seiner Oma! Aber egal. Ich hätte ihn jedes mal dafür küssen können. Er respektierte und
liebte seine Oma, er respektierte eine Frau! Er konnte also in einer Frau mehr sehen als eine eventuelle „Bett-geschichte“. Und es war
tröstlich, das ich feststellen konnte , das er nicht der Einzige war. Warum ich so skeptisch war? Irgendwie hatte Lea es mir eingetrichtert,
immer wieder behauptete sie: „Erst sind die Kerle lieb und nett, erzählen dir das es auf die inneren Werte ankommt und wenn dann im
Bett was nicht perfekt ist suchen sie sich ganz schnell ne neue! Männer sind doch nur für die Arterhaltung zu gebrauchen.......“ und so
weiter, und so weiter! Wenn man das so oft gehört hat, bleibt es , wie ein kleines Teufelchen auf der Schulter sitzen.
Meine Theke war ganz hinten bei der Tanzfläche. Winzig klein und rundherum mit Plexiglas verkleidet. Überall waren verschieden
geformte Ausschnitte durch die ich die Getränke reichen konnte und das Geld entgegennahm. Aus diesem Grunde hieß meine Theke:
Bank, Tresor, oder Aquarium. Als ich meine Getränke aufgefüllt hatte und men Wechselgeld gezählt war, stellte ich fest, das nur wenige
Leute da waren. Ich fand es herrlich in einer Disco zu arbeiten, aber nicht wenn ich kaum was zu tun hatte. Am meisten Spaß machte es
mir , wenn ich fast überfordert war. So richtig körperlich verausgaben und keine Zeit zum denken zu haben und wenn der Laden dicht
machte zu wissen was man geschafft hatte.
Dieser Abend war lahm, die Zeit wollte nicht rum gehen und ich hatte zu viel Zeit zum nachdenken. Gerade das wollte ich überhaupt
nicht!
Ich fing an die Spiegel von den Glasborten zu putzen. Wenn ich schon pro Stunde bezahlt wurde wollte ich das auch verdient haben.
Gegen halb eins kam Ulrich zu mir und meinte ich solle die „Bank“ zu machen. Die Meisten seien wohl beim open air am See. Mist!
Anstelle von 70 DM hatte ich nur 30 DM verdient und nur wenig Trinkgeld! Aufräumen und abrechnen war ruck zuck gemacht. Da ich
nicht in die Wohnung wollte entschied ich mich eine runde zu pflippern. Für zwei Mark konnte man sich damit relativ lange ablenken.
Dachte ich zumindest!
Ich spielte noch nicht mal die dritte Kugel als ein komisches Kribbeln in Nacken mir das Gefühl gab , das ich beobachtet wurde. Der
blick zum Eingang, der hinter mir war, in etwa 10 Meter Entfernung, bestätigte meine Vermutung. Nicht ein Augenpaar ruhte auf mir
sondern zwei. Einmal Olli mit einem Honigkuchen Grinsen und die von Dario der sich mit unserm Punk unterhielt. Das ER da war
verwunderte mich wenig, aber seine Kleidung dafür um so mehr. Bestimmt grinste Olli deswegen so übertrieben. Dario trug eine weiße
Stretchjeans mit einem Ledergürtel, der eine handgroße goldene Schnalle in Form einer Schlange hatte. Dazu eine schneeweiße Weste,
die das einzige Kleidungsstück am Oberkörper war. Am linken Oberarm trug er einen breiten goldenen Reif und zu allen Überfluss ein
Stirnband fast identisch mit meinem. Jeder der ihn und mich sah musste doch zwangsläufig denken wir hätten uns abgesprochen.
Peinlich! Wieso konnte sich der Boden unter mir sich auf tun und mich verschlingen, nein er tat mir den Gefallen nicht Das Museloch
hinter dem Spielgerät war auch keine Hilfe. Egal wie sehr ich mir gewünscht hatte ihn wieder zu sehen, nicht so gekleidet und hier wo
mich fast jeder kannte! Da ER noch am Eingang stand konnte ich nur die Hintertür zur „Flucht“ benutzen. Leider war sie abgesperrt,
damit sich keiner Hinten reinschleichen konnte ohne Eintritt zu zahlen. Eine Möglichkeit gab es noch. Der Hinterhof!
Glücklicherweise hatten wir Vollmond, ansonsten wäre ich sofort gestolpert und hingefallen. Der Hof lag etwas tiefer und es waren noch
keine Stufen vorhanden. Das sollte alles mal gemacht werden sobald Ulrich genügend Geld zur Umsetzung des Vorhabens „Biergarten „
hatte. Es waren so 30 Quadratmeter Fläche. An allen vier Seiten waren die Wände der angrenzenden Gebäude. Kein Ausgang! Man
konnte nur von Laden rein und raus. Überall war Bauschutt und ausrangierte Möbelstücke. Fast in der Mitte stand ein dicker
Walnussbaum, der sollte auch stehen bleiben. Nachdem ich über so Einiges geklettert war, erreichte ich den Baum und machte es mir auf
den Boden an den Stamm gelehnt bequem. Meinen Tabak
mit allem was dazu gehörte hatte ich dabei. Meine Hände waren so zitterig das ich unverhältnismäßig lange braucht um mir eine Zigarette
zu drehen. `Wie lange musste ich warten um wieder rein zu können?` Ich hatte durst, mir war warm und ich fühlte mich unendlich einsam!
Für einen kurzen Moment wurde die Musik von drinnen lauter, dann ein knirschen und poltern und das Geräusch von Gläsern , die
aneinander schlagen. Und tatsächlich , da stand er nun auf einen Haufen von „wer weiß was“. In der einen Hand zwei Gläser in der
anderen eine Flasche. “Ihr Diener, Madam!“ sagte er übertrieben betont und versuchte auf dem wackligen Untergrund eine Verbeugung
zu machen. Ein Stein unter dem einen Fuß machte sich selbständig, er versuchte mit wedelnden Armen sein Gleichgewicht zu finden, der
andere Fuß rutschte weg und es kam wie es kommen musste. Plumps, auf den Po, Arme in die Höhe, sogar die Füße und so rutschte er
den Haufen hinab. Erst konnte ich mich noch wundern warum er sich nicht mit den Füßen stoppte, aber ich sah dann das er barfuss war!
Da saß er mir zu Füßen mit einem Gesichtsausdruck der größten Verwunderung. Erst kicherte ich leise. Er bekam eine wütenden Blick
mit herunter gezogenen Augenbrauen. Trotzdem oder vielleicht genau deswegen, ich weißes nicht mehr genau warum, musste ich lachen.
Ich konnte einfach nicht aufhören. Die Tränen liefen mir herunter und ich bekam Seitenstechen. Um so mehr ich versuchte es zu
unterdrücken um so schlimmer wurde es! Mir kam es wie eine Ewigkeit vor bis ich mich einigermaßen unter Kontrolle hatte. Während
dessen machte er es sich im Schneidersitz gemütlich, füllte die Gläser mit Rotwein, drehte sich eine Zigarette von meinem Tabak und
bedauerte das seine nagelneue Hose schon ramponiert war. Ich mochte ihn nicht ansehen, ich wusste genau ,das ich dann wieder
anfangen würde zu lachen. Etwas sagen oder sogar fragen. Nein, ich würde bestimmt dummes Zeug reden. Mittlerweile hatte er eine
leere Bierkiste geholt und mit Hilfe von Bretter eine Art Tisch gebaut. Gläser und Wein sowie mein Tabak darauf verteilt, aus einem
Beutel, den ich gar nicht bemerkt hatte, kramte er ein Windlicht hervor. Und wie schon mal an diesem Tag drückte er mir ein Glas in die
Hand, nur diesmal durfte ich selbst das Glas an den Mund führen. Der Wein war sehr gut, nicht lieblich , wie die meisten ihn trinken,
sondern trocken und sehr schwer. Mir war plötzlich klar, das er mich solange nicht ansprechen würde, bis ich ihm zu verstehen gab , das
es mir recht war. Dieses Wissen lies mich langsam wieder entspannen. Und erst mal wollte ich die Ruhe genießen. Normalerweise fühlt
man sich in solchen Situationen des absoluten Schweigens, unwohl. Im Gegenteil! Ich aalte mich darin. Es wurde nichts von mir verlangt
oder erwartet. Ich durfte einfach ich sein .Hätte ich mein ganzes Leben lang geschwiegen, er hätte mich nicht gedrängt zu reden. Mein
Glas wurde neu gefüllt, er drehte noch eine Zigarette, zündete sie an und gab sie mir. Es war das erste mal das ich eine Zigarette annahm
,die jemand anders gedreht hatte. Auch heute ist so etwas für mich eine intime Geste, wahrscheinlich wegen des Speichels am Blättchen.
Aber er war mir, obwohl wir uns nicht kannten, so nah und vertraut, das es selbstverständlich war. Endlich konnte ich ihn ansehen ohne
den Sturz vor Augen zu haben. Er war kein schöner Mann, ganz bestimmt nicht. Eher ungewöhnlich . Die Haare hatte er offen. Sie
reichten ein Stück über die Schultern und verdeckten teilweise sein Gesicht. Was hatte er für Hände! Jede Frau hätte ihn darum
beneidet, so schlank und gepflegt. Fingernägeln perfekt manikürt. Man sagt ja leicht das man an den Händen das Alter eines Menschen
sehen könnte, wäre ich danach gegangen , hätte er höchstens 20 sein können. Aus dieser Überlegung heraus fragte ich ihn wie alt er
wäre? Anstelle des üblichen: „Rat doch mal!“ sagte er geradeheraus „37“. Damit hatte ich nicht gerechnet. 30 , aber noch älter, nein. Nur
ein Jahr weniger als doppelt so alt wie ich! „Theoretisch könnte ich dein Vater sein.“ „Nein, mein Vater war 49 als er mich zeugte!“
Wieso hatte ich das gesagt ? Ganz einfach: Ich wollte und konnte ihn nicht mit meinen Vater vergleichen. Er hatte doch mich und meine
Geschwister in Stich gelassen. Bei Dario fühlte ich mich so geborgen! Er würde mich auffangen wenn ich falle! „ Hältst du deine
Versprechen?“ „ Ich gebe nur Versprechen die ich halten kann!“ war seine Antwort. „Ich glaube , wenn man ein Versprechen bricht,
kommt richtig Unheil auf einen zu. Und derjenige der dieses Versprechen bekam ist mitschuldig, denn er hätte es ablehnen können!“
„Das ist doch als würdest du sagen: Eine Frau die vergewaltigt wurde ist selber schuld. Hätte sie sich zum Mann operieren lassen wäre
es nicht passiert:“ „Das kann man doch nicht miteinander vergleichen.“ „Natürlich! Man weiß nie was in der Zukunft geschieht. Nur
wenn man das wüste könnte man sich im Vorfeld
absichern und etwas ändern. Ein versprechen nicht geben, oder nicht Frau sein . Wenn man so denkt wie du es tust ist immer das Opfer
der Täter. Glaubst du das wirklich?“ „Ja, nein. Ich weiß nicht. Alles was ich mache ist Falsch! Hätte ich es richtig gemacht, hätte ich
meiner Freundin helfen können. So bin ich immer nur der Auslöser für neue Probleme die sie hat, weil ich es nicht gesehen habe.“ „Du
bist nicht für deine Freundin verantwortlich, jeder macht sich sein Leben so schwer oder einfach wie er es selbst will. Du denkst zu viel ,
das ist dein Problem. Alles von allen Seiten betrachten ist ja gut und schön, aber gerade dadurch wird es so schwer. Es kommen immer
neue wenn’s und aber`s, immer neue Punkte die wieder von allen Seiten betrachtet werden müssen. Wie ein Schneeball der immer
größer wird. Wo willst du da aufhören?“ Er hatte ja so recht. Oft wusste ich nicht wie ich aus meinem wirrwahr von Gedanken heraus
kommen sollte. Die eigentliche Frage die ich hatte war verlorengegangen, und dafür hatte ich viele, zu viele neue Fragen. Wenn ich
versuchte diese zu beantworten, ging es mir wieder wie zu vor. Eine Frage bringt zehn neue, und so weiter. Manchmal fühlte ich mich
tatsächlich so als hätte ich einen immer größer werdenden Schneeball in meinem Kopf. “Ich kann doch mein denken nicht abstellen, auch
wenn ich es gerne tun würde, es geht nicht. Ich versuche nicht zu denken und dann denke ich erst recht. Zwar darum , wieso ich nicht
abschalten kann, aber es läuft auf das selbe hinaus.“
Er schwieg. Warum? Hatte ich so was dummes gesagt! Er stand auf und kam zu mir rüber. Er kniete sich hin und kam mit seinem Kopf
ganz nah an meinem. Auge in Auge und Nasenspitze an Nasenspitze. Ich wollte die Luft anhalten, er war mir zu nah und doch nicht nah
genug. „Was würdest du jetzt am liebsten machen. Antworte sofort . Jetzt!“ Das war ein Befehl! „ Dich festhalten , dich fort schicken.
Beides geht nicht!“ Denk nicht darüber nach mach es:“ „was?“ „Nicht denken,. Nicht fragen. Tu es einfach!“ Ja, ich legte meine Arme
um seinen Hals und zog ihn zu mir. Ich wollte ihn nicht küssen , nur sein Vorhandensein spüren. Ich wollte nicht das er Fragen stellt,
weiter in meinem Kopf eindringt. Nur fühlen. Mehr nicht! So war es dann auch. Er hielt mich fest. Kein Streicheln oder ähnliches. Die
einzige Bewegung die ich spüren konnte , war seine Atmung. Es ging also doch! Körperlich war er so nah wie ich es wollte, aber die
Nähe in meinen Gedanken , die mir angst machte, hatte ich fortschieben können. Der Tag und der Alkohol hatten mich müde gemacht.
Ich wusste wenn ich nicht aufstehen würde, wäre ich bald im Reich der Träume. Ich wollte nicht Träumen. Immer wenn ich zu Bett ging
hatte ich angst das der Traum kam. Nicht jede Nacht schreckte ich schweißgebadet auf. Es waren aber nie mehr als fünf Nächte die ich
verschont blieb.
Ich wollte so gerne schlafen, das einzige was mich hinderte, war die Haltung in der wir halb lagen und fast noch hockten. Ich drehte und
wendete mich solange bis ich in Embryostellung einigermaßen liegen konnte , ohne das mich irgend ein Stein piesackte. Während dessen
hatte ich ihn die ganze Zeit, und wenn es nur eine Hand war, festgehalten. Nun lag er mit seinem Bauch an meinem Rücken und ein Arm
unter meinem Kopf, der andere lag über meine Talje und seine Hand ruhte auf meinem Knie. Bevor ich einschlief dachte ich noch daran,
das man uns hier aus bzw. ein sperren wird und erst gegen neun die Türe wieder öffnet.
Wenn man seit langen das erste mal tief und fest geschlafen hat, möchte man gar nicht die Augen auf machen. Nur zurück in den Schlaf
kehren, was leider nicht ging. Es dauerte eine Weile bis ich wusste wo ich war, aber dann fiel mir alles wieder ein. Ich sah mich um.
Nirgends war Dario zu sehen. Wo mochte er sein? Ich bahnte mir den Weg zur Tür, aber sie war noch abgeschlossen. Entweder hatte er
mich hier eingesperrt , oder ich hatte eine Wahnvorstellung! Nein, er musste real gewesen sein. Dort waren die leere Flasche und die
Gläser. Aus welchen Grunde sollte er mich eingeschlossen haben? Neben mir viel etwas zu Boden, ein Leinenbeutel den ich schon
kannte und eine Bäckertüte. Die dazugehörige Person befand sich drei Stockwerke über mir und hing wie ein Affe am Rohr der
Regenrinne. Er war so schnell unten angelangt, das ich keine Zeit hatte mir sorgen zu machen , das er herunterfällt. Wenn jemand so
geschickt klettern konnte, wie war es möglich das er so leicht das Gleichgewicht verloren hatte? Konnte es absichtlich gewesen sein?
Quatsch! Es war ja nicht hell, wie jetzt. Aber richtig dunkel war es auch nicht! Ich fing schon wieder an alles zu durchleuchten. „Ich
konnte leider nur Brötchen besorgen, alle anderen Geschäfte hatten noch zu. Ist ja auch erst kurz nach sieben. Wann macht den der
Laden auf. Ich könnte gut einen heißen.....
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-19 22:12:58 mit dem Titel SOZIALHILFE: Ein SEGEN und ein FLUCH!? Dotty`s Erlebnisse!
Sozialhilfe! Welche Vorstellung hat man davon? Eine soziale Hilfe!........................... Das wohl eher in den wenigsten Fällen. Aber so ist es
doch ursprünglich gedacht!
Was ist es aber in den Augen vieler Menschen? Die Unterstützung von Personen die zu faul zu dumm sind auf eigenen Beinen zu stehen,
oder noch viel schlimmer: “Den Staat und den hart arbeitenden Bürgern , bewusst das Geld aus den Taschen ziehen.“
Na ja, und ab und zu kommt die kleine, aber nur winzig kleine Einschränkung: “Es gibt ja auch ein paar Ausnahmen, die vielleicht nichts
dafür können!“
Ich kann das nicht mehr hören, es macht mich manchmal richtig wütend!
Ich bin weder zu dumm noch zu faul um auf eigenen Beinen zu stehen, und ganz sicher will ich niemanden auf der Tasche liegen. Erstrecht
habe ich mir diese Situation nicht bewusst ausgesucht!..............................Und das ich die GROSSE Ausnahme bin, glaube ich erst recht
nicht!
Für mich persönlich ist es in erster Linie ein Segen das es die Sozialhilfe gibt!
Warum?
Weil ich ansonsten Heute mit meinen drei Kindern, entweder gezwungen wäre mit einem Mann weiterhin zusammen leben zu müssen, der
sich der Verantwortung in finanzieller , in organisatorischer, in der Erziehung, in der Beziehung ( mit mir ) und sogar für sich Selbst völlig
entzogen hat! Oder ich hätte im Endeffekt mehr von mir verkaufen müssen als mein Schmuck, Kleidung und weiteres! Was ich damit meine
ist wohl klar!
So habe ich wenigstens die Möglichkeit für meine Kinder wirklich da zu sein! Und nicht eine Mutter die ständig so viele Sorgen hat, das
sogar eine Umarmung die wichtig ist .......vergisst-übersieht!
Man brauch in unserer Geschichte gar nicht so sonderlich weit zurück gehen............. da waren Frauen so abhängig von ihren Ehepartnern ,
das sie die schlimmsten Misshandlungen und Demütigungen hinnehmen mussten, um nicht mit oder ohne ihren Kindern in der „Gosse“ zu
landen!
Insoweit also ein Segen.
Auch ein Segen für viele andere die Sozialhilfe beziehen, weil die Arbeitslosenhilfe hinten und vorne nicht reicht. Oder für diejenigen die zu
den absoluten Geringverdienern gehören. Aus welchen Gründen auch immer.-------------------Es gibt so viele Menschen die ihr
Möglichstes tun um sich über Wasser zu halten, aber dennoch diese Unterstützung benötigen. Ein ganzer Teil davon nimmt sie noch nicht
mal in Anspruch, weil Sozialhilfe beziehen gleichbedeutend ist mit Assozial!
Und ehrlich, so wird man vom bearbeitenden Personal im Sozialamt auch behandelt!
Hier ein paar Beispiele die ich erlebt habe:
Durch die Trennung von meinem Mann war ein Umzug unumgänglich! Mit drei Kindern und ohne Führerschein (hab ich nie gemacht)
musste ich in die Stadt ziehen.
In Notlagen ist das Sozialamt verpflichtet nach Einreichung der entstehenden Kosten für den Umzug die Kosten zu übernehmen.
Ich war leider so gutgläubig und habe der Sachbearbeiterin geglaubt das ich das selber zu tragen habe................hab ich dann auch und
zahle nun private Schulden.
Nachträglich kann ich nichts erreichen...........ich hatte ja nur mündlich beantragt.
Dann ging es um Bekleidungsgeld ! Schon ca. ein Jahr vor der Trennung hatten wir weniger Geld als wir mit Sozialhilfe gehabt hätten.
Dementsprechend sah die Kleidung meiner Kinder aus! Noch nicht mal mehr Altkleider – tauglich.
Nein!! Gibt es nicht! Erst nach einem halben Jahr! Dummerweise hatte ich wieder einmal nur mündlich nachgefragt! Und wurde mit dem
Spruch abgefertigt: “Sie haben vorher keine Hilfe zum Lebensunterhalt bezogen, also muss genügend Geld da gewesen sein um ihre Kinder
ausreichend zu kleiden. Oder haben Sie sich lediglich aus finanziellen Gründen Getrennt!“ Man hielt mich für einen „Abzocker“ der sic zum
schein trennt.
Hätte ich schriftlich einen Antrag gestellt wäre das anders abgelaufen!
Da ich dem Amt ein Dorn im Auge war, besonders als mein „noch-Mann“ in die selbe Stadt zog, schickten sie mir , natürlich unangemeldet
zwei Mitarbeiter die meine persönlichen Wohnverhältnisse ( ob da nicht doch ein Mann ein und aus geht oder sogar wohnt) in die
Wohnung. Wäre für mich kein Problem gewesen, ich hab sie auch rein gelassen um mir ärger zu ersparen. Die Frechheit war für mich, das
sie mir ( alleinerziehende Frau mit drei Kindern) zwei Männer geschickt haben.
Ich finde das unmöglich! Sollten wieder zwei Männer vom Amt vor meiner Tür stehen lasse ich sie nicht rein. Mit der Bemerkung , das sie
bitte eine weibliche Kollegin mit bringen sollen.
Nun ist dummerweise der Backofen von meinem Herd kaputt, ist auch nicht zu reparieren. Nach Antrag auf einen neuen Herd erhielt ich
einen Bescheid mit der Ablehnung: Ein Backofen gehöre nicht zum täglichen Lebensbedarf! Mit drei Kindern, eines davon mit
Lebensmittelallergien!???????????
Aber es wird einer Alleinstehenden Person ein Herd zugesprochen. Herd! Sind das Kochplatten? Ein Herd hat doch einen Backofen (der
funktioniert) oder?
Auf jeden Fall werde ich noch mal Wiederspruch einlegen. Wie das ausgeht werde ich Euch mitteilen.
Das Amt hat mich nicht nur auf dem „Kiecker“ weil mein „noch-Mann“ hier her gezogen ist.........................ne nicht nur deswegen!
Sondern weil ich drei Kinder habe! Drei Kinder unter 18 Jahren! Was daran so besonders ist!
Eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern unter 18 Jahren ist es nicht zumutbar arbeiten zugehen.......so lautet das BSH Gesetz bzw.
Urteil.
Für das Sozialamt bin ich auf Jahre hinaus eine Hilfesuchende ( das ich natürlich so bald es geht wenigstens ein paar Stunden Arbeiten
möchte, ziehen sie gar nicht in Erwägung) . Und die Bearbeiter sollen ja nur sowenig wie irgend Möglich bewilligen! Und eine Frau die drei
Kinder in die Welt setzt, will sich ja eine schöne faule Zeit machen! Oh, tschuldigung , das kam nicht vom Sozialamt........ beim Jugendamt
musste ich mir das anhören( da musste ich hin wegen der Unterhaltszahlungen von dem „Noch-Mann“ für meine Kinder.
---------------------„Musste das dritte Kind noch sein“ musste ich mir da auch noch anhören.
Sozialhilfe ist ein Segen wenn man leben möchte!
Aber ein Fluch wenn man trotzdem wie ein Mensch behandelt werden möchte, denn die Menschenwürde, das einzige was man in dieser
Situation noch hat, wird mit Füßen getreten!
Die Ausnahmen gibt es, bei Hilfesuchenden und vielleicht auch bei Sachbearbeitern.
Die Ausnahmen bei den Sozialhilfeempfängern sind die, die bewusst das Amt hintergehen.
Die Ausnahmen bei den Sachbearbeitern sind die, die sehen wer die Ausnahme sind.
Freue mich schon jetzt auf Eure Kommentare. Bis sehr lange mit diesem Thema schwanger gegangen..................ist mir ziemlich wichtig!
Denn jeder sollte mit Respekt behandelt werden!
Tschau
Dotty
28 Bewertungen, 11 Kommentare
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09.04.2003, 13:18 Uhr von mus21
Bewertung: sehr hilfreichhmm schwieriges Thema... aber ich find es halt falsch dass es inzwischen echt war sit dass die die Arbeiten gehen die dummen sind!!
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24.10.2002, 15:15 Uhr von Indigo
Bewertung: sehr hilfreichMit Verlaub, ich arbeite in einer Behörde und bin unter anderem auch für Sozialhilfe zuständig. Ich kenne das, was Du beschreibst, aber ich kenne es auch anders.
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06.08.2002, 00:33 Uhr von Jakini
Bewertung: sehr hilfreichDa können mir die Nackenhaar hochstehen, alleine, ob das dritte Kind noch sein mußte. Jedes Kind hat ein Recht auf Leben, und wenn man drei Kinder möchte? Vorallem schönes Leben, ich bin am Abend im Moment so fix und fertig, obwohl ic
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28.05.2002, 23:29 Uhr von Unschuldsengel
Bewertung: sehr hilfreichfinde ich sehr mutig von Dir!!!!! Sorry, dass ich mich solange nicht blicken lassen hab, ich hab genau wie Du drei Kinder und meine internetterei ist daher seeehr eingeschränkt ;o) Liebe Grüsse, Angela
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28.05.2002, 01:26 Uhr von Mischka27
Bewertung: nicht hilfreichEine Freundin von mir hat 4 Kinder und geht in 3 Jobs arbeiten, damit sie den Kindern auch mal etwas kaufen kann, vor dieser frau habe ich Respekt, solche Leute wie du die nur jammern und die Hand aufhalten machten den Sozialstaat kaputt. Hört auf zu
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22.05.2002, 11:40 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichDa fällt einem nichts mehr ein, ich wünsche diesen "lieben" Mitarbeitern vom Amt das sie einmal in eine Notlage kommen und als Untermenschen behandelt werden.Und das Geld steht dir und den Kindern zu, lasse dir nichts gefallen, ganz l
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21.05.2002, 16:36 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichWenn man sowas liest, möchte man am liebsten auf lebenszeit verbeamtet werden, damit einem solche Sachen erspart bleiben. Auch meine Tante hat zwei Kinder und eine Zeit lang sozialhilfe bekommen. von den eigenen Verwandten musste sie sich beschimpfen
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20.05.2002, 00:30 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichEs besteht ein Recht auf Sozialhilfe. Das mal vorweg. Allerdings solltest Du nicht ständig den Fehler machen und den Antrag nur mündlich stellen. Immer alles schriftlich einreichen, dann kannst Du im Fall einer Ablehnung eine Begrümndung ver
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20.05.2002, 00:29 Uhr von Avengelina
Bewertung: sehr hilfreichBitte gestalte das nächste mal deine Bericht so, dass er nicht mehr anstrengender zu lesen ist, als er muss, z.B. mit ordentlichen Zeilenumbrüchen! Cu Avengelina
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20.05.2002, 00:16 Uhr von DrDuke
Bewertung: sehr hilfreichWenn Leute in der Öffentlichkeit angeben mehr Sozi zu bekommen als Arbeitende Leute ist das wohl ziemlich deutlich warum die Sozis so nen schlechten Ruf haben. Es nutzen viel zu viele aus. Klar gibt es ein paar ganz ganz seltene Ausnahmen das streite
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20.05.2002, 00:16 Uhr von Ellen20
Bewertung: sehr hilfreichAuch wenn ich nicht deiner Meinung bin. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele alleinerziehende Mütter, die sich dennoch nicht vom Staat bezahlen lassen und es alleine schaffen. Aber jedem das seine.




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