Erfahrungsbericht von KleineHexe82
Sicher fühlen trotz Fussballfans...?
Pro:
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Kontra:
macht Angst
Empfehlung:
Nein
Über randalierende Fussballfans in Zügen, wie wenig gegen sie, und für die Sicherheit der anderen, getan wird und wie einige wenige den Ruf aller kaputt machen...
Im Herbst letzten Jahres fuhr ich mit meinem Freund zum Auswärtsspiel des Clubs gegen den FC Bayern München.
Zunächst fuhren wir mit dem Regionalexpress nach Nürnberg, wo wir umsteigen mussten. In diesem Zug ließ sich sehr schön ruhig und angenehm reisen und es gab absolut nichts daran auszusetzen...
Doch kaum in Nürnberg angekommen sah es gleich anders aus...Am Bahnsteig Richtung München warteten schon Massen von Club- und Bayernfans, die sich dieses Derby natürlich auf keinen Fall entgehen lassen wollten...
Doch wir hatten Glück wir ergatterten einen Platz in einem recht kleinen Nichtraucherwagenteil des Doppeldeckerzuges.
Um uns herum saßen eigentlich lauter recht angenehme Leute, die auch nur in Ruhe nach München kommen wollten und neben uns saß ein Mann mit seinem kleinen Sohn, der Vater Club Fan und der Sohn im Bayern Outfit...Die beiden waren so ein richtig schönes Symbol, dass man sich ja nicht gleich bekriegen muss, wenn man unterschiedliche Fussballvereine mag...Der Vater malte dem Sohn richtig gute Bilder, wie er da so im Stadion ist und der Sohn zockte seinen Vater im Autoquartett ab...War richtig schön harmonisch...
Doch einige Stationen weiter war es damit vorbei...
Eine Gruppe sogenannter Ultra-Fans stieg ein. Sofort war das eigentliche Nichtraucherabteil zugequalmt, was aber nur der Anfang war. Einer trommelte so stark gegen die Decke, dass er die Deckenverkleidung eindrückte...Das hatte wiederum die Folge, dass sie nun fast im kompletten Wagen die Deckenverkleidung herausrissen. Einige verletzen sich daran und so waren dann eben die Haltegriffe und Glasscheiben bald blutverschmiert...
Auch der Alkoholpegel war natürlich recht hoch. Im Minutentakt mussten dann immer welche zur Toilette und da sie nicht mehr ganz so standfest waren, flog dann auch desöfteren mal jemand auf mich drauf...Die Bierdosen fielen auch gerne mal um und so war der Wagenboden bald mit Bier überzogen...Mit Zeit übergaben sich dann auch noch welche, was für die üblichen Mitreisenden auch recht eklig war...
Den Höhepunkt bildete dann noch eine Schlägerei der Clubfans untereinander. Dabei trafen sie dann versehentlich auch noch einen kleinen Jungen, der mit seiner Mutter vereiste...
Ich fand es echt nicht mehr lustig und hatte wirklich nur Angst. Dem kleinen Jungen neben uns war auch jede Lust auf Fussball vergangen und er wollte schon gar nicht mehr mit ins Stadion, weil er mit seinem Bayern-Outfit noch mehr Angst vor diesen Leute hatte...Sein Vater überzeugte ihn dann aber damit, dass die meisten Fans anders sind und versprach ihm, beim nächsten Mal mit dem Auto zu fahren...
Die Mutter des Jungen, der mit zwischen die Schläger gekommen war, hatte sich scheinbar beim Schaffner beschwert, auch wenn wir während der ganzen Fahrt nie einen Schaffner gesehen hatten...
In Ingolstadt stiegen dann jedenfalls 2 Polizisten mit Hund zu, liefen einmal durch unseren Wagen, ermahnten irgendjemanden und stiegen dann sofort wieder aus...Das war alles...und die sogenannten Fans machten auch gleich weiter...Mittlerweile mit mehr oder weniger rechts angehauchten Gesängen, wie der U-Bahn nach Auschwitz oder mit Sprüchen darüber, dass es in Dachau gar kein KZ gab, weil sie fälschlicherweise glaubten, dass der Zug dort vorbeifuhr...
Ich war heilfroh, als wir dann in München ankamen...Doch da erlebten wir ein Wunder...Wir wurden von ca. 500 (nicht übertrieben) Polizisten am Bahnsteig empfangen...Mit Hunden, Videokameras und allem, was eben noch zur bayrischen Polizei gehört...
Mein Freund und ich waren total neutral angezogen, ohne irgendwelche Trikots, Schals und so. Ich mag das sowieso nicht so und auch mein Freund hatte keine Lust im Zug schon irgendwelchen Ärger wegen seinem Verein zu kriegen...Wir waren ja auch wegen dem Spiel da und nicht, unter dem Vorwand des Vereines zu randalieren...
Dennoch wurden wir am Bahnsteig gründlichst gefilzt, wie auch alle anderen Reisenden, wenn sie nicht gerade einen Riesenkoffer bei sich hatten...Dann erst durften wir die bayrische Landeshauptstadt betreten...
Natürlich begrüsse ich diese Massnahmen, da so einige radikale Anhänger gleich aus dem Verkehr gezogen wurden. Nur verstehe ich nicht, wieso nicht gleich ein paar Beamten im Zug mitfahren konnten...
In den Sommerferien fuhr ich nämlich zu einem Spiel der Bayernligamannschaft meiner Heimatstadt gegen die der Nachbarstadt mit. Auch hier ich wieder ganz normal und sommerlich gekleidet und wollte nur mit ein paar Freunden das Spiel sehen, da richig schönes, sommerliches Fussballwetter war...
Mit unserem Zug fuhren ungefähr 50 Fans mit, unter denen natürlich auch ein paar alkoholisierte härtere Fans waren.
Doch gleich an unserem Bahnhof stiegen 6 BGS Beamten mit ein. Die waren sehr nett und freundlich und das Gegenteil von aggressiv. Sie unterhielten sich ganz normal mit den Fans und diese Taktik wirkte. Es gab auf der Hinfahrt absolut keine Probleme und als ein Fan auf dem Rückweg zum Bahnhof, nach dem Spiel etwas randalierte bekam er dann eben eine Anzeige...Auch auf der Rückfahrt sorgten die BGS Beamten wieder für Ruhe und Ordnung und wurden dabei voll respektiert...Sie sorgten sogar dafür, dass niemand versehentlich in den falschen Zug einstieg...
Ich frage mich, wieso man 50 Fans eines kleinen Vereines von 6 BGS Beamten begleiten lässt und bei einem großen Spiel, zu dem einige recht aggressive Fans erwartet sind, nicht mal 1-2 Beamten in einem Zug, mit mehreren Hunderten Fans mitfahren lässt...
Ich fühlte mich wirklich bedroht, und niemand war in der Nähe, der ernsthaft einschreiten hätte können...
Für mich ist das vielleicht noch nicht ganz so schlimm, weil ich einfach damit rechnen muss, wenn ich schon auf ein Fussballspiel fahre. Aber was ist mit den ganzen normalen Reisenden, die ahnungslos in diesen Zug eingestiegen sind...?
Ausserdem stört mich, dass diese Fans, die ja eine Ausnahme unter allen Fans darstellen, für ein schlechtes Bild von allen Sorgen. Der Begriff Fussballfan ist mittlerweile ja doch recht negativ eingefärbt...
Eine andere Folge daraus ist wohl auch die Erhöhung des Preises für das Wochenendticket...Denn solche Vorfälle sorgen wohl leider auch mit dafür, dass die Bahn keine große Lust mehr auf diese Billigreisenden hat, die eh nur Schaden anrichten...
Ich hoffe einfach mal, dass ich sowas nicht nocheinmal erleben muss...Vielleicht kann man beim nächsten Mal ja doch BGS Beamte oder private Sicherheitsleute in den Zügen mitfahren lassen oder vielleicht begreifen diese sogenannten Fans auch irgendwann einmal, dass sie mit solchen Aktionen dem Ruf ihrer Mannschaft und auch sich selbst oft nur schaden...
35 Bewertungen, 7 Kommentare
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03.06.2002, 13:45 Uhr von bachelor
Bewertung: sehr hilfreichSehr interessanter Bericht. Die Hoffnung, dass die "Fans" es irgendwann mal kappieren würde ich aufgeben. Die wird es leider immer geben. Fussballspiele sehe ich mir gar nicht an. Mir ist die Stimmung einfach zu aggressiv. Ich bin ja mal ges
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11.04.2002, 20:10 Uhr von PrinceofLies
Bewertung: sehr hilfreichdu beschreibst ziemlich genau die Gründe,warum ich mir Reisen zu Auswärtsspielen mit dem Zug abgewöhnt habe
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05.04.2002, 14:57 Uhr von raggy
Bewertung: sehr hilfreichUnd diese Chaoten sorgen dafür, dass das Image der Fussballfans allgemein so schlecht ist.
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28.03.2002, 11:39 Uhr von sidhe
Bewertung: sehr hilfreichNoch ein weiblicher Fußballfan! So Erlebnise sind echt abschreckend - verstehen kann ich das nicht, klar kann ich mich aufregen beim Fußball, aber das geht doch nicht gegen andere Fans! Ist mir unbegreiflich!
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25.03.2002, 21:09 Uhr von Konsul
Bewertung: sehr hilfreichWow Du bist Fußballfan!
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22.03.2002, 18:22 Uhr von Steinchen1
Bewertung: sehr hilfreichSchade, schade.. Beim Football ist es zum Glueck noch anders. Gruss, Steinchen
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19.03.2002, 22:46 Uhr von ralf0816
Bewertung: sehr hilfreichHirn sollte vom Himmel fallen,"schöner" Bericht.




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