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Erfahrungsbericht von hoffi-2

Stelle gesucht Teil 1, ein Tatsachenbericht...

Pro:

gibts keins

Kontra:

...hab ich gegeben...

Empfehlung:

Nein

Ich hatte mich vor einiger Zeit auch bei einer Firma in Hannover als Bürokraft beworben.
Ich war auch dort beim Vorstellungsgespräch. Mir wurde dann nach einigen Tagen mitgeteilt, dass sie mich gerne einstellen würden. Also hatte ich nochmal einen Termin mit dem dort angestellten Herrn Schmidt.
Bei diesem Termin mußte ich ja nun auch Farbe bekennen, das ich im Juli des Jahres heiraten werde.
Daraufhin sagte mir der Herr Schmidt, das er diese neue Situation mit seinem Vorgesetzten (Geschäftsleitung) besprechen müßte. Ich solle ihn am nächsten Tag anrufen. Das tat ich auch.
Und wieder bekam ich die Stelle nicht, weil ich heiraten wollte. Er sagte mir durch die Blume, das sein Chef Angst hätte, das ich ja kurz nach der Hochzeit, wie es ja meistens üblich ist, schwanger werden könnte und sie mir dann für 3 Jahre den Arbeitsplatz freihalten müßten.
Daraufhin habe ich wieder mal einen meiner netten Briefe verfasst:

Sehr geehrter Herr xxx,
die Entscheidung Ihres Vorgesetzen, kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen.
Ich bin mir sicher, daß Sie persönlich nicht so entschieden hätten.
Aber es gibt, wie im wirklichen Leben, immer eine höhere Macht, die alle Pläne über den Haufen wirft.
Darum möchte ich Sie bitten, dieses Schreiben Ihrem Vorgesetzen vorzulegen, auch wenn dies seine Entscheidung nicht rückgängig machen wird.
Nur irgendwo muß ich meinen Frust ja mal loswerden!

Sehr geehrter Herr der Geschäftsleitung,
ich muß Ihnen sagen, Sie sind nicht der erste und werden bestimmt auch nicht der letzte sein, der mir wegen meiner Hochzeit eine Absage erteilt, obwohl Sie mich aufgrund meiner Qualifikation gerne eingestellt hätten.
Sie hatten also die Befürchtung, daß ich kurz nach meiner Hochzeit schwanger geworden wäre.
Dazu möchte ich Ihnen folgendes mitteilen:
Um schwanger zu werden, muß eine Frau nicht unbedingt vorher heiraten.
Dafür braucht man noch nicht mal einen festen Partner zu haben.
Wenn ein Arbeitgeber eine Frau in meinem Alter einstellt, muß er immer damit rechnen, daß sie schwanger wird.
Und ich habe von Anfang an gesagt, daß ich zwar heirate, aber kein Kind haben möchte.
Eigentlich muß ich Ihnen ja dankbar sein, daß Sie mich nicht einstellen.
Denn ich würde nie einer Firma meine kostbare Arbeitskraft zu Verfügung stellen, die Frauen diskriminiert, nur weil sie heiraten und schwanger werden könnten.
Eines möchte ich noch loswerden, potentielle Arbeitgeber sind schon merkwürdige Menschen, das habe ich mittlerweile gelernt.
Eine Frau Anfang dreißig die heiraten will, wird nicht eingestellt, weil sie schwanger werden könnte.
Eine Frau Anfang dreißig die schon ein Kind hat, (verheiratet oder nicht) wird nicht eingestellt, weil sie ausfallen würde, wenn das Kind krank wird.
Eine Frau die schon über vierzig ist, kein Kind hat, (verheiratet oder nicht) wird nicht eingestellt, weil sie schon zu alt ist.
Also nimmt man eine junge ledige Frau. Die wird bestimmt nicht schwanger...
So, nun habe ich mir meinen ganzen Frust von der Seele geschrieben, und ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Nun verbleibe ich mit den besten Wünschen für Ihre Firma, und möge die Frau, die Sie an meiner Stelle einstellen, im nächsten Jahr schwanger werden.

Mit freundlichen Grüßen
Silke H.

Und was soll ich anderes sagen, auch von dieser freundlichen Firma habe ich nie wieder was gehört oder gesehen, außer, das sie mir auch nach wenigen Tagen meine Bewerbungsunterlagen wieder zurückgeschickt haben...

14 Bewertungen, 5 Kommentare

  • NinaDivine

    01.02.2005, 17:31 Uhr von NinaDivine
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...boah das is ja übel..sowas habe ich zum glück noch nie erlebt lg Nina

  • romyal

    23.08.2002, 15:32 Uhr von romyal
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mein Mann wurde entlassen, weil ich das 2.mal schwanger bin und er beim 1.Kind Erziehungsurlaub machte. Die Arbeitgeber sind hauptsächlich kinderfeindlich meist leiden natürlich Frauen darunter.

  • Mischka27

    03.06.2002, 02:56 Uhr von Mischka27
    Bewertung: sehr hilfreich

    Meine Cousine mußte unterschreiben das die Oma das Kind während einer krankheit betreut. Das ist doch nicht mehr schön, alle wundern sich warum die Geburtenzahlen zurück gehen. Solche Firmen sollte man hart bestrafen.

  • Babajaga7

    06.04.2002, 20:01 Uhr von Babajaga7
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eine tolle Idee von Dir! Dein Brief ist wirklich super, muß ich mir mal merken, für die nächste Absage, die ich kriege! LG. Christine

  • gOtNoPhEaR

    06.03.2002, 13:49 Uhr von gOtNoPhEaR
    Bewertung: sehr hilfreich

    Was es nicht alles gibt! Greetz, gOtNoPhEaR