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Erfahrungsbericht von Danczak

Taschengeld - Wie hoch soll es sein??

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so einfach, denn ich denke dabei müssen ein paar Kriterien beachtet werden. Zum einen ist es meiner Meinung nach vom Alter des Kindes/Jugendlichen abhängig und zum anderen spielen die Möglichkeiten der Erziehungsberechtigten auch eine große Rolle.

Das Taschengeld überhaupt gegeben wird, ist eine sehr nützliche Sache, denn so lernen die Kinder von Klein auf an, den Umgang mit dem Geld. Sie sind für einen gewissen Teil ihrer Wünsche selbst verantwortlich und erkennen so, daß man nicht immer alles gleich geschenkt bekommt. Den Wünschen sind Grenzen gesetzt, die man manchmal nur durch langes Sparen überwinden kann. Sie merken somit, daß´man nicht nur einfach an diesen "Automaten" in der Bank gehen muß, und schon hat man das nötige Geld.

Anfangen sollte man mit dem Beginn der Schule, dort bekommen sie den richtigen Einblick im Umgang mit Zahlen und können somit langsam anfangen ihre Wünsche aufzuaddieren. Die Höhe des Taschengeldes in diesem Alter spielt eine noch nicht so große Rolle, da sich die Wünsche oft auf Kleinigkeiten beschränken. Allerdings sollte man darauf aufpassen, daß es nicht zu hoch ist, denn falls sie sich mit dem Geld wirklich alles gleich und vorallem ständig leisten können, ist der Sinn des Taschengeldes verfehlt.

Im Verlauf der nächsten Jahre liegt dann immer mal wieder zur Freude der Kids eine Taschengelderhöhung an. Für andere zu entscheiden und eine allgemeingültige Lösung zu formulieren, liegt mir fern, da muß man einfach an die Vernunft der Eltern appellieren. Denn zu beachten sind hier mehrere Gesichtspunkte:

1.) Wie geht mein Kind mit dem zur Verfügung stehenden Geld um?
Ist es am nächsten Tag schon ausgegeben – für was gibt mein Kind das Geld aus. Es soll hier keine Kontrolle durchgeführt werden, doch man kann hier leicht einlenken und den Kindern vieles unnütze ausreden. Zu beachten ist allerdings, daß man, sobald man ihnen Taschengeld gibt, sich automatisch damit einverstanden erklärt, daß sie das Geld in dieser Höhe auch für sich ausgeben können. Kaufverträge, die so zustande kommen und sich nur aufs Taschengeld beziehen sind rechtskräftig, solange sie nicht gegen andere Vorschriften verstoßen.

2.) Hat mein Kind noch andere Quellen?
Gibt es vielleicht die Oma, die wöchentlich noch Geld zuschießt. Wenn es der Fall ist, sollte mit dem Kind zusammen vereinbart werden, wieviel Geld es monatlich für sich ausgeben kann und wieviel eventuell für größere Anschaffungen beispielsweise aufs Sparbuch gebracht werden. Es macht keinen Sinn, wenn ein 10 jähriger eventuell mit 50 DM in der Woche herumläuft, und das Geld sozusagen zum Fenster herauswirft, denn den Umgang mit Geld lernt er dabei nicht, im Gegenteil, wenn es später eigenverantwortlich haushalten muß, fehlen eventuelle Erfahrungen die im Kindesalter hätten gemacht werden können.

3.) Wann kann mein Kind selbst Taschengeld verdienen
Diese Möglichkeiten kennen wir alle. Entweder es wird der Wagen beim Nachbarn gewaschen, Rasen gemäht, oder man fängt an Zeitungen auszutragen. Taschengeld in dem Sinne ist es eigentlich ja nicht mehr, und entzieht sich deswegen auch etwas der Kontrolle der Eltern. Trotzdem muß von ihnen das Einverständnis kommen, daß das verdiente Geld auch ausgegeben werden darf. Solange aber immer noch keine Geschäftsfähigkeit nach dem Gesetz vorliegt, bedarf es bei größeren Anschaffungen der Zustimmung. In der Regel haben sie jedoch jetzt ein Alter erreicht, in dem sie schon die Bedeutung von Geld kennen sollten, und dementsprechend in der Lage sein, sich ihr Geld einzuteilen.

Nun auch ein paar Worte zur Höhe des Geldes. Da ich nun nicht jedes einzelne Alter aufzählen möchte und eine genaue Angabe über die Höhe machen will, hier eine etwas allgemeine Einschätzung, mit der ich bei meinen Kindern sehr gut gefahren bin. Sollten die finanziellen Möglichkeiten vorhanden sein, haben unsere Kinder angefangen bei 2 DM pro Woche – bis 100 DM im Monat, da waren sie jedoch schon 16 Jahre alt, ihr Taschengeld bekommen.

Zu bedenken ist, das wie schon gesagt, manche früh anfangen zu arbeiten (spätestens in der Lehre sollte das Taschengeld eh wegfallen). In diesem Fall kann das Geld ruhig reduziert werden, so daß sie, wenn sie älter sind, höchstens 100 DM zur Verfügung haben. Dies mag den Kids natürlich nicht gefallen – klar, wäre bei mir auch so – doch dieses Geld reicht in den meisten Fällen und für den täglichen Bedarf aus. Zu bedenken ist, daß in der Regel eh noch zusätzlich immer etwas für sie abfällt, und den Lebensunterhalt müssen sie ja auch nicht davon bestreiten.

Es gibt auch viele, die kein Taschengeld bekommen. In diesen Familien gibt es zumeist die Absprache, daß eben alles bei Bedarf von den Eltern gekauft bzw. angeschafft wird. Dies ist natürlich auch eine Möglichkeit, die sich später auch nicht unbedingt als schlechter herausstellen muß, doch im Prinzip finde ich es persönlich vernünftiger, wenn man den Kids Gelegenheit gibt, den Umgang mit Geld – jedenfalls den Anfang dazu – zu erlernen.

Im Ergebnis komme ich also zum Schluß, daß Taschengeld an sich eine sehr gute Sache ist, gerade um die ersten Erfahrungen mit Geld zu machen. Oft hilft dies fürs spätere Leben. Die Höhe kann man nicht festschreiben, doch man sollte darauf achten, daß es nicht zu viel ist. Nicht um die Kinder zu ärgern, sondern ihnen damit eine Unterstützung zu geben.

Die Bewertung bleibt dahingestellt.

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