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Erfahrungsbericht von Ingwer

Verantwortlichkeit contra Wegseh-Mentalität

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wie ich es hasse... irgendwo ist ein Unfall, und prompt stockt der Verkehr, selbst wenn die Unfallstelle abgesichert ist und alles zur Seite geschafft wurde. Und warum?
Es sind natürlich die Gaffer, die nichts besseres zu tun haben, als erst mal schöööön langsam an der Unfallstelle vorbeizutuckern und sich den Hals nach jedem Tröpfchen Blut verrenken... GLOTZ GLOTZ GLOTZ.
Anhalten tut natürlich niemand... "Helfen...ich...wie denn?"

Sicher, einfach ist es nicht, an einen Verwundeten heranzutreten und aktiv etwas zu tun. Aber, meine Güte- wofür sonst LERNT man denn in der Fahrschule im Vorkurs so nützliche Dinge wie die stabile Seitenlage oder Mund-zu-Mund-Beatmung anzuwenden? Hat man das Erste-Hilfe-Set nur im Kofferraum, weil es Vorschrift ist?

Bei verschiedenen Studien wurde herausgefunden, dass Menschen selten bereit sind, den ersten Schritt zu tun- nämlich als erster auf einen Verletzten zuzugehen. Zu viel Angst steckt wohl in vielen von uns- Angst etwas falsch zu machen, sich schuldig zu machen- aber ist es nicht besser, dieses Risiko einzugehen, als GAR NICHTS zu tun?
Ist es nicht sinnvoller, mit anzupacken anstatt mit einem starren Tunnelblick vorbeizugehen und vor sich hinzumurmeln: "Es ist alles in Ordnung"?

Oder ist es einfach Faulheit? Bequemlichkeit? Weil ja doch alles viel einfacher ist, wenn das eigene Blickfeld sich nicht weiter erstreckt als bis zum eigenen Bauchnabel?
Ich frage mich manchmal wirklich, in was für einer Gesellschaft wir eigenltich leben. Ist uns das Leben unserer Mitmenschen denn nichts mehr wert? Warum fahren so viele Autofahrer vorbei, wenn sie einen Unfall beobachten???
Fragen über Fragen, die alle mit dem gleichen Begriff beantwortet werden können: Menschlicher Egoismus.

Verdammt, es muss sich ja niemand in akute Gefahr begeben. Niemand braucht sich in Lebensgefahr zu begeben und den Held zu spielen, indem er eine schreiende Familie kurz vor der drohenden Explosion aus dem brennenden Wagen rettet. Bei den meisten Unfällen geht es doch nur um die schnelle ERSTE Hilfe. Wunden abbinden, stabile Seitenlage, notfalls Mund-zu-Mund-Beatmung. Ist das denn wirklich zu viel verlangt? Schließlich macht jeder vor der Führerscheinprüfung einen Erste- Hilfe- Kurs und sollte notfalls seine Kenntnisse immer mal wieder auffrischen.
Jeder, der wegsieht, macht sich schuldig, oft auch vor Gericht wegen unterlassener Hilfeleistung.


Ich finde, ein verantwortungsbewusstes Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen ist im Straßenverkehr und gerade bei Unfällen das Allerwichtigste.
Beim Führerschein sollte nicht nur die technische Fertigkeit, sondern auch die menschliche Reife Testobjekt sein!

24 Bewertungen, 3 Kommentare

  • anonym

    14.05.2002, 14:54 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    wohl wahr... aber wenn ich ehrlich bin, dann könnte ich von mir nicht 100%ig behaupten, dass ich es besser machen würde. Und viele von denen, die hier fleißig zustimmen und sn klicken, geht es wohl genau so - nehme ich einfach mal an. Gru&s

  • BruceWilli

    30.04.2002, 02:09 Uhr von BruceWilli
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wie du selbst schon sagst glaub ich auch das die meisten Menschen eben Angst davor haben etwas falsch zu machen und dadurch später für einen Fehler noch belangt werden. Bis jetzt bin ich noch nicht in so eine Situatuon gekommen aber ich wei&szlig

  • Annna13

    28.04.2002, 18:10 Uhr von Annna13
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr gut geschrieben. Gruß aus Sofia