Umwelt, Verkehr, Energie Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von McSam

Die Autofahrerklassen und ihre Attribute

Pro:

Mit Rücksicht angenehmes Fahren ohne Tempolimit

Kontra:

Ohne Rücksicht ist das Fahren lebensgefährlich

Empfehlung:

Nein

Seit Jahren bin ich ein Vielfahrer und verbringen einen recht großen Teil meiner Zeit auf der Autobahn – das ist sowohl beruflich als auch familiär bedingt (mein nächster Verwandter ist knapp 400 km entfernt). Und ich muss sagen, dass sich die Welt der Autobahn in letzter Zeit verändert hat – es gibt einen Wechsel in der Klassifizierung:

Der Raser: Früher war es der GTI/GSI-Fahrer. Heute ist der Rase an folgenden Merkmalen zu erkennen: er trägt Oberhemd, Sakko hängt hinten links am Fenster. Er fährt einen dunklen oder weißen Kombi, vorzugsweise aus dem VAG-Konzern (Passat, A4, A6) und hinten steht TDI. Eine fiese Kombination, da die TDIs mächtig abgehen und die Autos auch noch meist Firmenwagen sind – heißt der Fahrer kann rasen, muss aber nicht blechen.

Der Tuning-Freak: Zählt eigentlich kaum noch. Sein Wagen ist so tief, dass er sich im Straßenverkehr kaum noch ordentlich fortbewegen kann und dadurch, dass er jede Bodenwelle erkennen muss, bewegt er sich halbwegs ordentlich durch den Verkehr.

Der Lebensmüde: Er fährt im Auftrag seines Arbeitgebers – und der hat eine Spedition oder ein Paketunternehmen. Dieses Exemplar rast mit einem weißen Kleinlaster auf der linken (grundsätzlich) von Ort zu Ort. Da er von Ladungssicherung nur wenig Ahnung hat, den Unterschied zwischen seinem Privat-PKW und diesem Kleinlaster nicht erkennt, in jede nicht vorhandene Lücke springt und eine Sichtblockade für alle anderen ist, ist er eine Zeitbombe auf Rädern.

Der Hütchen-Fahrer: Neben dem Hütchen gibt’s die Klorolle und er hat viel, viel Zeit. Die linke Spur ist bis zum Horizont frei, auf der rechten ist in 5 Kilometer ein Auto schwach zu erkennen. Daher bleibt er natürlich links. Das wechseln einer Spur könnte ja in Stress ausarten – dann stresse ich mich doch lieber mit Oma, bleib links und achte nicht auf den Verkehr hinter mir. Sollte aber doch jemand mich überholen (nach 20 km nun dann doch rechts), dann rege ich mich fürchterlich über die heutige Jugend auf.

Der Lässige: Fährt vorzugsweise Nobelklasse. Hat eine Pfeife im Mundwinkel und schwebt sanft mit 250 km/h über die Bahn. Ist aber im Allgemeinen ein angenehmer Zeitgenosse.

Der Springer: Vollführt ständig Elch-Tests. Links, rechts, links – da in die Lücke, dort in die Lücke. Auch wenn die linke Spur voll ist, dann kann man ja kurz zwischen zwei Laster auf die rechte Spur wechseln, dort ein Auto rechts überholen und sich dann links wieder reindrängeln. Dort war eigentlich kein Platz, alle anderen müssen nun abbremsen und blinken musste er auch nicht. Aber egal: ein Platz weiter vorn in der Schlange.

Das Muttchen: Fährt konsequent rechts! Allerdings mit 75, so dass die LKW-Fahrer alle zum überholen ansetzen müssen. Nun gut, dafür kann sie ja auch nix und ansonsten stört sie nicht.

Der Übervorsichtige: Spurwechsel sind auch ihm ein Gräuel. Zu erkennen sind sie sehr einfach. Sie fahren auf der linken Spur in eine Baustelle rein, trauen sich aber nicht den LKW zu überholen, obwohl der schon fast an der Leitplanke schleift. Aber rechts rüber zu fahren ist auch nicht drin – denn dann müsste er ja die Spur verlassen. Oh graus!

Der Tourist: Seltener auf der Autobahn zu finden – meistens trifft man diese Gattung auf der Landstraße und zu erkennen sind sie an einem vollen Auto – Minimum 4 Insassen. Und diese wollen sich natürlich die Landschaft anschauen und fahren daher mit 60 – 70 über die Landstraße und sind von Bäumen, Häusern, Feldern sehr fasziniert. Leider schaut der Fahrer auch in die Gegend und nicht nach Hinten: dort könnte er feststellen, dass 40 Autos hinter him herfahren und die Fahrer die nerven verlieren.

Der Unsichtbare: Typus, der vergessen hat, wo sein Lichtschalter sitzt. Ob nun Regen, Nebel, Dämmerung oder Tunnel – er fährt Lichtlos. Er ist aber steigerungsfähig: ein aufblenden und rumfuchteln tut Not, wenn ein anderer Fahrer auch tagsüber mit Licht fährt.

Die Beschreibung ist vielleicht ein wenig überspitzt, hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es gibt natürlich eine Menge von Kombinationen zwischen diesen Klassen.

Definitiv kann man aber sagen, dass die Rücksichtslosigkeit auf der Strasse zunimmt. Dadurch, dass der Verkehr immer stärker wird und man kaum eine längere Strecke ohne Stau absolvieren kann, versuchen viele den Zeitverlust durch Rücksichtslosigkeit auszugleichen. Diesen Zustand finde ich alarmierend und wir sollten uns mal Gedanken machen, wie man das ändern kann. Die Gesetzgebung hilft meiner Meinung nach wenig, unsere Einstellung ist der Knackpunkt. Ein Lächeln, ein Bedanken, ein wenig für die anderen Autofahrer mitdenken und rechtzeitiges reagieren könnte da schon viel helfen. Die Strassen werden immer schlechter, immer mehr Baustellen sind vorhanden und immer mehr Autofahrer befinden sich darauf. Wenn die Rücksichtslosigkeiten und Unachtsamkeit weiter zunimmt, dann sehe ich recht schwarz.

P.S.: Ich muss sagen, dass ich den Bericht (den obigen Teil) mit einem Augenzwinkern geschrieben habe. Also nehmt es bitte nicht zuuuuu ernst!

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