Im Eishaus (Taschenbuch) / Minette Walters Testbericht

ab 4,87
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 12/2006

5 Sterne
(4)
4 Sterne
(2)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von nikosternchen

Der Mörder ist immer der Gärtner?

Pro:

verzwickt ,undurchsichtig, spannend

Kontra:

--

Empfehlung:

Ja

Ein ungewöhnlicher Leichenfund im alten Eishaus beunruhigt Phoebe und ihre Freundinnen. Phoebes Gatte verschwand vor ca. 10 Jahren spurlos, damals stand sie unter dringendem Mordverdacht, es konnte aber keine Leiche gefunden werden. Mittlerweile lebt sie mit ihren Freundinnen Anne Cattrell und Diana Goods allein und zurückgezogen dort. Die Bewohner des nahegelegenen Dorfes meiden sie, weil niemand mit ihrem angeblichen Hexenkult und den Lesbenorgien etwas zu tun haben möchte.
Der schon damals nach dem vermissten David Maybury suchenden Inspektor Walsh geht wie damals von Mord aus . Seine Ermittlungen zielen sehr einseitig auf Phoebe und ihre Freundinnen.
Sein junger Assistent Sergeant Andy McLaughlin zunächst alle Gerüchte über Mrs. Maybury. Doch als er beginnt den Fall nicht ganz so einseitig zu sehen, den allgemeinen Gerüchten kein Ohr mehr schenkt sondern sich auf einige wenige völlig abweichende Aussagen konzentriert , beginnt er zu zweifeln.
Mehrere Fragen stehen im Raum:

Wo ist David Maybury?
Wer ist der Tote aus dem Eishaus?
Warum leben die drei Frauen seit über 9 Jahren verschanzt auf dem Gut?


KRITIK
Da ich wie schon häufig erwähnt nicht unbedingt ein Krimifan bin muss ein solcher schon mit ziemlich viel Spannung aufgebaut sein m mein Interesse zu erwecken. Dieses war mein erstes Werk von Minette Walters und ihres Wohl auch , und ich kann nur in absoluter Begeisterung von ihr sprechen. Von Beginn an erzählt sie die Geschichte so das jede Charaktere , jede Situation und jeder Ort absolut lebensecht wirken. Ihre Beschreibungen der Verhöre sind zum Bespiel so intensiv das ich teilweise dachte ich würde wahrhaftig daneben stehen und könnte eingreifen. Zudem entwickelt sie jeden Charakter sehr genau ,so das ich jedem gegenüber Sympathie oder Antipathie förmlich spüren konnte.

Irgendwann wird der Tote im Eishaus nebensächlich, obwohl sich dieses als Rahmenhandlung nie verliert. Die vielen Intrigen, Verdächtigungen, Vermutungen, möglichen Beweise, Verhaltensweisen machen die Story irgendwann so konfus das ich selber während des Lesens mehrfach meine Tatverdächtigungen gewechselt habe .

Die Geschichte schwenkt immer genau dann um wenn es der Leser am wenigsten erwartet. Das alles bedeutet nicht das die Geschichte unglaubwürdig ist, Minette Walters schafft die Gratwanderung das sie soviel konfuse Wendungen und Verwirrungen ins Spiel bringt aber die Geschichte dennoch glaubwürdig erscheint.


SCHEMA F?
Da ich ja nun gerade ein „preisgekröntes“ Werk von Donna Leon ( siehe Bericht) gelesen habe, stelle ich nun einen Wahnsinnigen Qualitätsunterschied fest. Minette Walters´ Geschichte ist wesentlich durchdachter, es gibt zwar zunächst auch die üblichen Verdächtigen, eine Leiche etc. aber die Geschichte windet und wendet sich so das der Leser am Ende keinen wirklichen , und wenn dann sicher nicht den richtigen Verdacht hat. Zudem schafft sie es meine Neugier bezüglich des Ausgangs der Geschichte so sehr zu wecken das ich phasenweise das Buch gar nicht aus der Hand legen mochte.


SCHREIBWEISE
Dadurch das die Geschichte sehr viel und intensiven Inhalt hat ist es ganz entspannend das die Schreibweise ehr einfach ist. Keine ellenlangen Sätze. Keine verzwickten Satzbauten. Viele Dialoge die aber nie langweilig sind.


FACTS
Das Buch ist im Goldmann Verlag 1994 erschienen.
348 Seiten
ISBN: 3-442-05962-3, 6,50 EUR


FAZIT
Ich würde dieses Buch jetzt nicht unbedingt als außergewöhnlich ansehen, dennoch bin ich sehr fasziniert von Minette Walters Schreibweise und die Art die Geschichte zu verzwicken und verzwacken. Durch die Spannungsaufbau, und dadurch das das Ende nun doch völlig anders ist als erwartet beikommt dieses Buch von mir die komplette Sternchenreihe und ich spreche eine dicke Empfehlung aus.

Für mich war dies sicherlich nicht das letzte Buch welches ich von ihr gelesen habe!...

Grüße nikolina

21 Bewertungen