Wunderbare Jahre Testbericht

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Erfahrungsbericht von Artatius

Wunderbare Kindheitserinnerungen...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Held dieser Serie ist Kevin Arnold (Fred Savage), zu Beginn der Serie ein Junge im Alter von ca. 8 Jahren, den man über Jahre hinweg begleiten wird. Ob nun die erste Liebe, der stressige Schulalltag oder Familienzwiste, man leidet, lacht und freut sich mit diesem Jungen.

Kevin Arnold wächst Ende der 60er, Anfang der 70er in einer typisch amerikanischen Siedlung zusammen mit seinem strengen und scheinbar gefühlsarmen Vater Jack, seiner fürsorglichen, hausfräulichen Mutter Norma, seiner älteren Hippieschwester Karen und seinem wenige Jahre älteren Bruder Wayne auf. Letzterer ist der Inbegriff des bösen, älteren Bruder. Wayne nutzt jede Gelegenheit, um seine Vorherrschaft als älterer Bruder zu manifestieren, und ärgert Kevin auf Teufel komm raus.

Familienzwiste sind aufgrund der Verschiedenheit der Charaktere unvermeidlich und enden nicht immer glücklich.

Freundschaftliche Unterstützung findet Kevin vor allem in seinem besten Freund Paul Pfeiffer und in Winnie Cooper, einem Mädchen in Kevin´s Alter, das gleich gegenüber wohnt.

Beide Charaktere tauchen auf (Serien-)Jahre hinweg immer wieder in den einzelnen Folgen auf und gerade die Beziehung zwischen Kevin und Winnie wird in vielen Folgen thematisiert. Aus der schüchteren Freundschaft in Grundschulzeiten, die ihren Höhepunkt in einem zaghaften Kuß findet, entwickelt sich eine pubertäre Liebe mit all ihren Tücken. Eifersucht, die Reize der anderen Mädchen in der Schule und die plötzliche räumliche Entfernung, als Winnie in einen anderen Stadtteil zieht und fortan eine andere High School besuchen wird, stellen Kevin vor ernsthafte Probleme, die er versucht, mit den Möglichkeiten eines 14-jährigen Jungen, der er mittlerweile geworden ist, zu lösen....

Was die Serie so aussergewöhnlich macht ist die Sichtweise, aus der sie erzählt wird. Aus dem \"Off\" hört man die Stimme des erwachsenen \"Kevin\", der seine Kindheit mit Bild und Ton Revue passieren läßt. Und das so einfühlsam, wie man es aus nahezu allen anderen Serien vermißt, die sich ebenfalls mit dem Aufwachsen junger Menschen beschäftigen. Die Erlebnisse sind allesamt realistisch und nachvollziehbar, und man fühlt sich wieder in seine Kindheit versetzt.
Durch diese Retrospektiven wiederum erhält die Serie ihren Witz und Charme. Sicher wird sich jeder noch an so manchen Schwank aus seiner Jugend erinnern, und wird dabei schmunzeln müssen. Eben so ist es in dieser Serie, die immer wieder Themen auffährt, mit der sich so mancher wird identifizieren können, die man selber so oder ähnlich selbst hat durchleben müssen/dürfen.

Gerade deswegen sollte eines gesagt sein: Diese Serie ist sicherlich nicht ausschließlich für Kinder gedacht. Eher dann doch für Erwachsene, die sich gerne und vielleicht auch ein bißchen wehmütig an ihre Kindheit erinnern, und für diejenigen, die noch ein bißchen Kind sind.
\"Wunderbare Jahre\" ist rührend, philosophisch und hin und wieder sogar gesellschaftskritisch (das typische Mann geht arbeiten - Frau bleibt zu Hause und kümmert sich um Kinder und Küche - Problem wird häufig aufgegriffen). Und insbesondere die Musik lädt zum nostalgieren ein. Es werden ausschliesslich Songs aus der Zeit, in der die Serie spielt (also 60er und 70er) als Hintergrundmusik verwendet.

Insgesamt also ein wahres Seh- und Hörvergnügen, das nun endlich wieder seinen Sendeplatz bei RTL II gefunden hat.

20 Bewertungen