X-Men 2 (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher

Actionreicher zweiter Teil der Comicverfilmung...

Pro:

Action, Effekte, Brian Cox, Famke Janssen, Ian McKellen, Hugh Jackmann, Alan Cumming

Kontra:

einzelne Storyelemente, Halle Berry, die zu kleine Rolle von Stewart, James Marsden, Synchronisation

Empfehlung:

Ja

...rund um die X-Men, wieder ausgestattet mit einem großen Staraufgebot!

Nachdem Bryan Singer (u.a. „Die üblichen Verdächtigen“) schon im Jahr 2000 mit dem ersten X-Men-Film einen großen kommerziellen Hit landete, war es nur selbstverständlich, dass eine Fortsetzung gedreht werden musste.

I N H A L T
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In dieser Fortsetzung stehen wieder die Mutanten („Menschen“ mit einer genetischen Differenz, durch welche sie besondere Kräfte haben) der X-Men rund um Professor Xavier (Patrick Stewart) im Mittelpunkt. Diese Gruppe, die angeführt wird von Cyclops (James Marsden), aus dessen Augen ein Feuerstrahl kommt, wenn er seine Augen nicht mit einer Spezialbrille verdunkelt, verfolgt das Ziel, dass Menschen und Mutanten friedlich zusammenleben.
Doch dabei droht von beiden Seiten Widerstand. Der skrupellose General William Stryker (Brian Cox) nutzt ein Attentat eines Mutanten auf den Präsidenten von Amerika aus, um mit militärischen Mitteln nun gegen die Mutanten vorzugehen.
Und Xaviers ehemalige Freund Eric Lensherr (Ian McKellen), genannt Magneto, will das Gegenteil, nämlich alle Menschen vernichten und das die Mutanten die Macht übernehmen. Doch dazu muss er erst einmal aus seinem Spezialgefängnis fliehen, in welches er nach seinem Attentat auf die Regierungen der Welt in Teil 1, verfrachtet wurde.
Sowohl Stryker als auch Magneto wollen sich für ihren Plan Professor Xavier und dessen Erfindung Celebro zunutze machen, denn mit dieser ist es Xavier möglich alle Menschen oder Mutanten auf der Welt aufzuspüren und auch zu töten.
Für die X-Men beginnt also ein Kampf um ihr eigenes Leben und das Leben der ganzen Menschheit. Dabei kommt auch X-Men Wolverine (Hugh Jackman) seiner eigenen Identität auf die Spur!

M E I N U N G
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Noch fulminanter, noch actionreicher, noch mehr Special-Effects, das sollte den zweiten Teil auszeichnen und das ist auch vollständig gelungen! Eine wahre Orgie der modernsten Tricktechnik wird dem Zuschauer geboten und ein ums andere Mal kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus! Gerade die Eröffnungssequenz ist ein kleines Meisterwerk: Der von Alan Cumming gespielte Nightcrawler, der sich von einem Ort zum anderen Teleportieren kann, verübt einen Anschlag auf den Präsidenten. Dazu „springt“ er förmlich in den Gängen des Weißen Hauses hin und her, und immer wieder wenn er irgendwo auftaucht, setzt er mit wenigen Fußtritten schnell ein paar Secret Service-Leute außer Kraft. Das ganze ist unterlegt mit Musik von Mozart. Ein Augen- und Ohrenschmaus, der fast allein schon das Anschauen des Films lohnt.

Leider kommt es aber auch so, wie es so oft bei Action-Krachern kommt. Die Story tritt etwas zurück. Dies ist bei „X-Men 2“ zwar noch im erträglichen Rahmen gehalten worden, doch man sieht der Story einfach immer wieder ihr ungenutztes Potential an! Gerade in Puncto Charakterisierung der Personen ist der Film phasenweise ungenügend inszeniert. Da ist die junge Rogue (Anna Paquin), die keinen anderen berühren darf, da sie ihm sonst dessen Energie absaugt. Diese ist in einen anderen Mutanten verliebt, aber die beiden dürfen sich nicht küssen, aber dieses Storyelement kommt wie vieles anderes einfach zu kurz. Der Konflikt in dem Rogue die ganze Zeit steckt, wird immer nur angedeutet, zu kurz, um den Zuschauer zu interessieren, stattdessen so kurz, dass er eher störend wirkt, zwischen den Action-Feuerwerken. Ähnlich die überflüssige Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen Wolverine, Cyclos und Jean Grey.

Auch das eigentlich Rassismus-Thema das Films, der Widerstand der Menschen gegen diejenigen, die etwas anders sind (nicht umsonst haben Filmkritiker die Rollen von Professor Xavier und Magneto schon mit Martin Luther King und Malcom X verglichen), wird zu stark in den Hintergrund gedrängt. Hier verschenkt der Film viel, gerade in Szenen, in denen dieser Konflikt auftreten könnte, so als ein junger Mutant namens Iceman seine Eltern darüber informiert, dass er ein Mutant ist.

Auch die Figuren-Vielfalt kann einem ganz schön zu schaffen machen. Dadurch, dass sich mittlerweile noch mehr X-Men vor der Kamera tummeln, kann es dem Zuschauer durchaus mal schwer fallen den Überblick zu behalten. Dazu kommt noch die unterschiedliche darstellerische Leistung der Akteure. Während der erste Teil von einem großen Zweikampf zwischen Ian McKellen und Patrick Stewart lebte, kann diesmal nur noch Ian McKellen überzeugen, was aber nicht das Verschulden von Stewart ist, sondern dass dessen Rolle zu Beginn gleich kaltgestellt wird, und diesem somit nur ein Highlight bleibt, nämlich ein kleines Grinsen am Ende, als er nach dem Tod eines der X-Men gefragt wird (wenn man dieses Grinsen richtig deuten darf, wird diese bettreffende Person im sicher kommenden dritten Teil bestimmt zurückkehren). Auch der von James Marsden gespielt Cyclops hat das gleiche Problem. Dazu kommt noch die Tatsache, dass Marsden seinem Charakter kaum Charisma verleihen kann. Auch Halle Berry bleibt ungewohnt blass.

Überzeugen kann dagegen wieder Hugh Jackman als Wolverine, der wie schon im ersten Teil den meisten Platz einnimmt. Etwas schade ist dabei storytechnisch nur, dass die Beziehung zwischen ihm und Rogue aus dem ersten Teil eigentlich kaum weitergeführt wurde und bis auf einen Szene zu Beginn einfach nicht mehr erwähnt wird! Trotzdem hat Jackman die neben der Eröffnungsszene großen Auftritte im Film. Sein Kampf alleine gegen eine Horde von Soldaten und sein Endkampf gegen sein weibliches Pendant Yuriko Oyama (Kelly Hu) gehören zu den großartigsten Szenen des Films, die allerdings beide die Frage aufwerfen, ob eine FSK 12 - Freigabe nicht doch etwas zu niedrig für diesen Film ist.
Star des Films sind aber vor allem Brian Cox und Alan Cumming. Cumming ist als religiöser und immer leicht verunsicherter Nightcrawler ein Genuss und Cox spielt einfach überragend das verkörperte Böse und stellt dabei sogar McKellen in den Schatten. Auch Famke Janssen vermag zu überzeugen und zeigt diesmal ihre vielleicht beste schauspielerische Leistung ihres Lebens!

Negativ anzumerken ist noch die deutsche Synchronisation. Einige Male werden Sätze und Dialoge recht emotionslos und zum Geschehen unpassend vorgetragen!

F A Z I T
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Trotz aller Kritikpunkte ist „X-Men 2“ aber sehenswert, da der Film durch seine großartigen Effekte und seiner fulminante Action den Zuschauer einfach fesseln kann und das über die volle Länge. Aber es bleibt leider auch der Beigeschmack, dass man aus der Story noch mehr hätte machen können und damit ein Meisterwerk hätte schaffen können.

7 feurige Punkte auf meiner 10er Skala!

D A T E N
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Titel Deutschland: X-Men 2
Originaltitel: X2
Genre: Sci-Fi-Action
USA 2003, FSK 12, Laufzeit: 133 Minuten

Darsteller: Patrick Stewart (Professor X), Hugh Jackman (Wolverine), Ian McKellen (Magneto), Halle Berry (Storm), Famke Janssen (Dr. Jean Grey), James Marsden (Cyclops), Rebecca Romijn-Stamos (Mystique), Anna Paquin (Rogue), Alan Cumming (Nightcrawler), Brian Cox (William Stryker), Bruce Davison (Senator Robert Kelly), Kelly Hu (Yuriko Oyama), Shawn Ashmore (Iceman), Aaron Stanford (Pyro), Katie Stuart (Shadowcat)

Regie: Bryan Singer
Produzenten: Lauren Shuler Donner, Ralph Winter
Drehbuch: Michael Dougherty, Dan Harris
Musik: John Ottman
Kamera: Newton Thomas Sigel
Spezialeffekte: Michael Fink (Visual Effects Supervisor)
Ausstattung: Guy Hendrix Dyas
Schnitt: John Ottman
Kostüme: Louise Mingenbach
Make Up: Gordon Smith


W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Offizielle Homepage: http://www.x2-movie.com/

Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0290334

Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=34265


© Björn Becher 2003

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