Das Leben des David Gale (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von kleenerknuffi

Der soziale Abstieg des David Gale

Pro:

Spannung, Schauspieler, Preis

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Todesstrafe ist ein heiß diskutiertes Thema. Vor allem deshalb, weil immer wieder unschuldige Menschen auf Grund von Indizienbeweisen zum Tode verurteilt und hingerichtet werden.
Auch der ehemalige College Professor David Gale wird durch Indizienbeweise zum Tode verurteilt. Doch ist er wirklich der Täter?



>>Inhalt<<


Der vehemente Gegner der Todesstrafe und ehemalige Uni Professor Dr. David Gale (Kevin Spacey) soll wegen Vergewaltigung und Mord an seiner ehemaligen Mitstreiterin und Arbeitskollegin Constanze Harraway (Laura Linney) hingerichtet werden.

Der intelligente Akademiker will der Journalistin Bitsey Bloom (Kate Winslet) seine ersten und auch gleichzeitig letzten Interviews gebe.
Jeweils zwei Stunden an den letzten drei Tagen seines Lebens will er ihr sein Leben bis zur Hinrichtung erzählen.

Bitseys Chef ist zuerst nicht sonderlich begeistert davon. Er schickt sie trotzdem, in Begleitung des Praktikanten Zack Stemmons (Gabriel Mann) zu Gale.

Bitsey selbst ist schon vor ihrem ersten Treffen von Gales Schuld überzeugt und lässt keines der Gegenargumente von Zack gelten.

Und so erzählt ihr Gale wie er als beliebter Professor an einer Universität arbeitete, bis er mit einer ehemaligen Studentin [die wegen ihm ihr Studium beenden musste, da er sich nicht überreden ließ ihre schlechten Noten zu ändern] schläft.
Da es bei dieser Zusammenkunft nicht gerade sanft zugeht und die Studentin Verletzungen vorweist nutz sie dies und zeigt ihn wegen Vergewaltigung an.

Obwohl sie letztlich ihre Anzeige zurückzieht, verliert Gale seinen Job.
Seine Frau lässt sich von ihm scheiden und er beginnt zu trinken.
Allein Constanze hält noch zu ihm. Doch dann erfährt er dass sie Leukämie hat und sterben wird. Nun verliert er auch noch den letzten Halt in seinem Leben.

Am zweiten Abend findet Bitsey in ihrem Motelzimmer eine Videokassette vor auf der das Sterben von Constanze aufgezeichnet ist. Und etwas kommt ihr daran verdächtig vor.

Langsam beginnt Bitsey daran zu glauben, dass Gale wirklich unschuldig ist.

Verzweifelt versucht sie den wahren Mörder zu finden.
Doch dazu bleiben ihr nur noch 24 Stunden Zeit bevor Gale hingerichtet wird.

Ist Gale wirklich unschuldig?
Doch wenn er es ist. Wer hat dann Constanze getötet?
Und kann Bitsey die Hinrichtung verhindern?



>>Schauspieler<<

Kate Winslet (Titanic, Hamlet, Iris) spielt die Reporterin Bitsey Bloom. Diese ist zuerst von Gales Schuld überzeugt. Doch je mehr sie erfährt, desto mehr glaubt sie, dass ein anderer den Mord verübt hat.
Kate Winslet kann die ehrgeizige Journalistin mit all ihren emotionalen Facetten (zuerst engstirnig von der Schuld Gales überzeugt, voller Mitleid wegen dessen sozialen Absturzes, verzweifelt auf der Suche nach dem Beweis für dessen Unschuld) glaubhaft darstellen.


Kevin Spacey (Sieben, Die Jury, American Beauty) spielt den Todesstrafengegner und ehemaligen Uni Professor David Gale. Dieser soll wegen der Vergewaltigung und Ermordung seiner ehemaligen Kollegin hingerichtet werden, obwohl er immer wieder seine Unschuld beteuert.
Kevin Spacey gelingt es seinen Filmcharakter überzeugend darzustellen. Den sozialen Abstieg und die Verzweiflung seines Charakters darüber kann er glaubhaft zeigen.


Laura Linney (Mystic River, The Mothman Prophecies, Die Truman Show) spielt Gales Mitstreiterin Constanze Harraway. Diese hält in jeder Situation zu ihm und soll letztlich von Gale vergewaltigt und ermordet worden sein.
Laura Linney spielt die Rolle der kämpferischen und später todkranken Constanze sehr überzeugend und kann beim Zuschauer Mitleid wegen ihrer Leukämie wecken.


>>Infos zur DVD<<


Originaltitel: The life of David Gale
USA: 2003
FSK: 12
Spieldauer: 130 min.
Studio: Universal Pictures
Preis: ca. 9,99 Euro


Darsteller:

David Gale (Kevin Spacey)
Bitsey Bloom (Kate Winslet)
Constanze Harraway (Laura Linney)
Zack Stemmons (Gabriel Mann)
Barbara Kreuster (Cleo King)
Dusty Wright (Matt Craven)
Braxton Belyen (Leon Rippy)


Regie: Alan Parker (Evita, Angel Heart, Mississippi Burning)
Drehbuch: Charles Randolph
Produzenten: Alan Parker (Evita)
Nicolas Cage (Shadow of the vampire, Sonny)
Musik: Alex Parker
Jack Parker
Schnitt: Gerry Hambung ( )
Kamera: Michael Sersan (Angel Heart, Fame)


Bildformat: 16:9 Widescreen
2.35:1 anamorph

Tonformat: Dolby Digital 5.1

Sprache: Englisch, Deutsch, Französisch

UT: Englisch, Deutsch, Französisch


Extras:

Alle Extras auf Englisch mit deutschem Untertitel, außer dem Audiokommentar


+ Audiokommentar mit Regisseur Alan Parker:
Dieser ist informativ und mit durchschnittlichen Englischkenntnissen gut verständlich. Leider ist für Zuschauer mit weniger guten Englischkenntnissen ist kein Untertitel vorhanden.

+ Tod in Texas:
Der Zuschauer erfährt in dem 9 Minuten langen Beitrag einiges über die Todesstrafe in Texas. So wurden z. B. seit ihrer Wiedereinführung im Jahre 1976 bis zum Jahre 2002 insgesamt 290 Menschen hingerichtet. Dies ist ungefähr dreimal so viele Hinrichtungen wie in Virginia (dem Bundesstat mit den zweithäufigsten Hinrichtungen).
Dazu gibt es noch einige Interviews mit Mitgliedern von Cast und Crew.

+ Unveröffentlichte Szenen:
Es sind insgesamt 3 entfallenen Szenen mit einer Gesamtlänge von 3 Minuten, die entweder an einem oder getrennt abgespielt werden können.
Zudem kann man noch den Audiokommentar des Regisseurs zuschalten, der erklärt, dass die Szenen geschnitten wurden um die Spannung nicht zu zerstören.

+ Making- Of:
Dieses ist 17 Minuten lang und beinhaltet Interviews mit dem Regisseur, dem Drehbuchautor und den Schauspielern.
Man erfährt einiges über die Dreharbeiten und wie die Schauspieler ihren jeweiligen Filmcharakter sehen.

+ Filmmusik:
In dem 5 Minuten Langen Film erfährt der Zuschauer, dass die beiden Söhne von Regisseur Alan Parker die Musik zum Film komponiert haben. Zudem hat Alex Parker den Titelsong sogar selbst gesungen.

+ Plakatentwürfe:
Hier kann man sich 3 Plakatentwürfe in einer Vergrößerung ansehen.

+ Trailer:
1) Teuber Trailer (ca. 1:20 min.)
2) US- Kinotrailer (ca. 2:20 min.)

+ DVD Rom Features



>Bild- und Tonqualität<<

Die Bildqualität der DVD ist sehr gut und scharf. Der Kontrast, auch in dunkleren Szenen, und die Farbintensität sind sehr gut.

Die Tonqualität der DVD ist sehr gut und klar. Störend empfand ich allerdings, dass die Musik im Verhältnis u den Dialogen zu laut geraten ist, so dass man an manchen Stellen die Lautstärke regeln muss.



>>Meine Meinung und Fazit<<


„Das Leben des David Gale“ ist eine Mischung aus spannendem Thriller und Drama mit ernstem Hintergrund.

Der Film erzählt die Geschichte des beliebten College Professors David Gale. Dieser ist strikt gegen die Todesstrafe und hat ein sehr großes Ego.
Als er eines Tages auf einer Feier betrunken mit einer ehemaligen Studentin schläft, die er durch seinen Kurs fallen ließ, ist dies der Anfang seines Endes.
Die Studentin zeigt ihn aus Rache wegen Vergewaltigung an.
Was jetzt folgt wirkt sehr realistisch. Sie zieht die Anzeige zwar wieder zurück, aber der Makel bleibt an Gale hängen.
Er verliert seinen Job und findet wegen des Vergewaltigungsvorwurfes keinen neuen mehr als Lehrer.
Seine Frau lässt sich von ihm scheiden und fast alle seine „guten“ Freunde lassen ihn fallen. Am Ende beginnt er zu trinken.

Die Reaktion von Gales Freunden und Bekanten (die Abwendung von ihm) empfinde ich beim vorliegen einer solchen Tat, wenn sie denn nun wirklich passiert wäre als verständlich.
Doch solche falschen Beschuldigungen als Rache sind einfach das allerletzte. Denn wenn diese Lügen herauskommen ist es für echte Opfer von sexuellem Missbrauch umso schwerer, dass ihnen geglaubt wird.

Zudem übt der Film Kritik an der Todesstrafe.
Denn Gale wird hingerichtet, obwohl er nur auf Grund von Indizienbeweisen für schuldig gesprochen wird. Und dies ist kein Einzellfall. Denn immer wieder werden Fälle in Amerika bekannt in denen sich nach der Vollsteckung des Urteils herausstellt, dass die wegen Indizien Verurteilten in Wirklichkeit unschuldig waren und somit zu unrecht getötet wurden.


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Trotzdem fragt man sich, ob jemand wirklich so weit gehen sollte, wie es die „Death Watch“ Aktivisten tun. Da sie den Selbstmord von Constanze auf deren Anweisung als Sexualmord aussehen lassen. Und Gale sich bereiterklärt, dass die Indizien auf ihn als Täter hinweisen. Nur um Gale hinrichten zu lassen und nachher der Öffentlichkeit mit einem Video beweisen zu können, dass Gale unschuldig hingerichtet wurde. Und dies um die Todesstrafe als unmenschlich und fehlerhaft zu zeigen und damit zu ihrer Abschaffung beizutragen.


*************************SPOILER*****************************************


Der Film ist trotzdem spannend und ohne Längen mit einer ungewöhnlichen Auflösung.

Einzig dass Gale auf das Sexangebot der ehemaligen Studentin eingeht, sie beißt und ihren Slip zerreist (schieben wir es mal auf den Alkohol) ist schon etwas naiv. Denn jedem Zuschauer wird wohl schnell klar, dass dies in einer Anzeige wegen Vergewaltigung enden wird.
Diese Szene empfand ich einfach als zu offensichtlich und vorhersehbar.

Neben der Figur des David Gales fällt auch die von der Reporterin Bitsey auf.
Diese ist sehr ehrgeizig und weist ihren Praktikanten immer auf seinen, ihrer Meinung nach, ihm zustehenden Platz zurück.
Auch fehlt ihr meiner Meinung nach jegliche Objektivität. Diese ist aber eine wichtige Vorraussetzung um ihren Beruf richtig auszuüben.
Sie fährt einfach mit der Überzeugung zu Gale, dass er schuldig ist. Einen anderen Gedanken käme ihr nie in den Sinn.
Doch schnell beginnt sie an seiner Schuld zu zweifeln und versucht plötzlich verzweifelt Beweise für seine Unschuld zu finden.

Der Film verfügt zusätzlich über einige gute Schauspieler. Vor allem die drei Hauptdarsteller Kate Winslet (zuerst engstirnig und überheblich, später voller Mitleid für Gale und Verzweiflung dass sie ihm nicht helfen konnte), Kevin Spacey (der Wandel vom Menschen auf der Sonnensite des Lebens zu dem auf der Schattenseite gelingt ihm sehr gut) und Laura Linney (einerseits kämpferisch, später gezeichnet von ihrer Krankheit körperlich zerbrechlich aber geistig noch stark) machen ihre Sache sehr gut und können überzeugen.


Die Drehorte empfand ich als sehr gut ausgesucht und die Atmosphäre des Films unterstützend.

Auch die Filmmusik trägt zur Atmosphäre des Films bei. Vor allem der von Alex Parker gesungene Titelsong „Another bleeding heart“ gefiel mir sehr gut. Leider war die Musik etwas zu laut im Vergleich zu den Dialogszenen.


Die DVD verfügt über eine sehr gute Bild- und Tonqualität. Zudem enthält sie einiges interessantes und informatives Bonusmaterial.
Dazu kommt noch, dass man sie in vielen Läden schon für unter 10,- Euro erwerben kann.


„Das Leben des David Gale“ ist allen zu empfehlen, denen Filme wie z. B. „Ein wahres Verbrechen“ und Filme mit einem ernsten Hintergrundthema gefallen.


>>Bewertung<<

Der Film selbst erhält von mir wegen der Spannung, dem ungewöhnlichen Ende, den Schauspielern und dem kritischen Hintergrund, den aber fragwürdigen Maßnahmen 4 von 5 Punkten.

Die DVD erhält von mir wegen der sehr guten Bild- und Tonqualität, dem guten und informativen Bonusmaterial und dem günstigen Preis 4,5 von 5 Punkten.

Dies ergibt in der Gesamtwertung 4 von 5 Sternen.


Den Kauf der DVD kann ich empfehlen.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Euch allen noch einen schönen Tag.

44 Bewertungen, 1 Kommentar

  • diana75

    18.02.2007, 23:16 Uhr von diana75
    Bewertung: sehr hilfreich

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