Das Leben des David Gale (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von XxAnGeLxX

Unschuldig (und trotzdem Todesstrafe)!

Pro:

Schauspieler (Kevin Spacey, Kate Winslet...), spannende Inszenierung, regt auf jeden Fall zum Nachdenken an!

Kontra:

Etwas verwirrend...

Empfehlung:

Ja

Liebe Leserinnen, liebe Leser!!


Durch einen Bericht einer Vertrauten bin ich auf den Film „Das Leben des David Gale“ aufmerksam geworden und habe mir - seitdem ich ihn gelesen habe - vorgenommen, diesen unbedingt mal anzusehen. Letztes Wochenende war es dann endlich soweit! Aber bevor ich lange drumherum rede, will ich lieber gleich zum eigentlichen Bericht kommen, der sicherlich sehr lang werden wird:


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>>>*DAS LEBEN DES DAVID GALE*<<<
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*Die Story*

Seit einigen Jahren befindet sich David Gale in einem Gefängnis in Texas. Wegen Vergewaltigung & Mord soll er in ein paar Tagen hingerichtet werden, doch an seinen letzten 3 Tagen will er sein erstes Interview geben und von seinem Leben erzählen. Er entscheidet sich für die Journalistin Bitsey Bloom, weil sie selbst schon einmal im Gefängnis war (aber nur ein paar Tage), den Beruf ernst nimmt und begabt sein soll. Mit einem Praktikanten macht sie sich nach einem Gespräch mit ihrem Chef, der denkt, dass sie mit einer Riesen-Geschichte wieder nach Hause kommt, auf dem Weg zum Gefängnis. Über Nacht ist sie in einem Motel, an jedem Tag für ca. 2 Stunden bei David Gale. Er sagte von vornherein, dass er lieber mit Bitsey alleine sprechen will, so dass sich der Praktikant am ersten Tag zusammen mit seinem Anwalt nach draußen begibt und ansonsten von vornherein nicht mitkommt. Außerdem soll Bitsey keine Aufnahmen machen, sich – wenn überhaupt – nur etwas notieren.

Also erzählt er von seinem Beruf als Philosophie-Professor. Er war immer sehr beliebt, hat einen sehr guten Abschluss, eine Frau und ein Kind. Doch richtig glücklich ist er nicht, denn seine Frau ist zum wiederholten Male in Spanien (und ist ihm wohl nicht ganz treu). Als eine Studentin ihm sagt, dass sie wirklich alles tun würde um eine gute Note von ihm zu erhalten, geht er zwar nicht sofort darauf ein, doch später auf einer Party als er aus Frust enorm viel trinkt und sie später auf dem Zimmer trifft, schläft sie mit ihr. Dass er daraufhin wegen Vergewaltigung angeklagt wird, hätte er an dem Abend nicht gedacht, doch diese Anklage (auch wenn er nicht verurteilt wurde) veränderte sein ganzes Leben: Er wird entlassen, seine Frau trennt sich von ihm, will das Haus verkaufen und die einzige Person, mit der er noch reden kann, ist Constance. Mit ihr zusammen kämpft er außerdem gegen die Todesstrafe, was die zwei in einer gewissen Weise auch verbindet!

Doch David Gale wird vorgeworfen, dass er gerade Constance vergewaltigt und ermordet haben soll. Sein Sperma war in ihr, seine Fingerabdrücke waren am Tatort, so dass vieles gegen ihn spricht. Doch er sagt, dass er unschuldig ist und Bitsey hat die Aufgabe, herauszufinden, wer ihm das angehängt hat und wie sie beweisen könnte, dass er das alles nicht getan hat. Durch ein Video, was ein Unbekannter am zweiten Abend in ihr Zimmer im Motel getan hat, sieht sie eine Aufzeichnung von Constance, die auf dem Boden liegt, eine Tüte auf dem Kopf hat, sich quält und letztendlich stirbt.
Bitsey erzählt Gale am letzten Tag noch, dass ein Cowboy ihr andauernd hinterherfährt, sie nicht weiß wer es ist, woraufhin er erzählt, dass dieser ein Freund von Constance sei, bei seinem Prozeß gegen ihn ausgesagt hat und erwähnte, dass er Alkoholiker ist. Nun muss Bitsey ganz alleine nach weiteren Hinweisen suchen...

Wird sie noch herausfinden, wer Constance ermordet hat? Wird sie es schaffen, Beweise dafür zu finden, dass David Gale wirklich unschuldig ist? Wieso hat David Gale dieses Interview erst in den 3 Tagen vor seiner Hinrichtung gegeben? Wer ist der Cowboy und wieso lauert er Bitsey immer wieder auf? Wie kam das Video in Bitseys Zimmer und was hat dieses Video zu bedeuten?


*Schauspieler*

Es war kein Schauspieler dabei, der so schlecht gespielt hat, dass ich das erwähnen müsste, im Gegenteil: Die Auswahl der Darsteller und die schauspielerische Leistung dieser fand ich toll! Aus diesem Grund möchte ich nur etwas zu den Hauptrollen sagen:

- David Gale wird von Kevin Spacey gespielt, den man wohl aus „American Beauty“ (und auch aus weiteren Filmen) kennen sollte. Ich finde, dass er sehr gut in die Rolle passt und alle Szenen überzeugend herübergebracht hat. So ist er z.B. im Gefängnis meistens sehr ruhig und ernst, in einigen Szenen (vor allem, wenn er merkt, wie sehr es seit der Anklage mit seinem Leben bergab geht) sehr verletzt und manchmal so wütend, dass er richtig ausrastet, sein Gesicht rot wird und er sogar einmal das Telefon aus einer Telefonzelle reißt. Durch den Alkohol ist er oftmals so fertig, dass er auf der Straße rumläuft und den Menschen von Philosophen erzählt oder weinend vor Constances Haus sitzt. All das nimmt man ihm ab und ehrlich gesagt, kann man seine Reaktionen auch verstehen...

- Kate Winslet spielt die Journalistin Bitsey Bloom. Diese Schauspielerin kennt man wohl aus „Titanic“ und ehrlich gesagt, mag ich sie auch ziemlich gerne! Zuerst habe ich sie gar nicht wiedererkannt, aber ihre schauspielerische Leistung konnte mal wieder überzeugen! Vor allem am ersten Tag bleibt sie noch sehr ernst, sagt David Gale auch deutlich, dass sie nicht glaubt, er sei unschuldig. Doch die Geschichte dieses Mannes nimmt sie immer mehr mit, was man vor allem, an ihrem Gesichtsausdruck erkennt. Zudem bringt Kate Winslet vor allem die Verzweiflung der Journalistin in einigen Szenen sehr gut rüber (vor allem zum Schluss, wo sie Beweise dafür sucht, dass David unschuldig ist). Sie glaubt an seine Unschuld, weiß aber nicht, wie sie ihn da herausholen soll. Man fühlt mit ihr mit, würde am liebsten helfen, ist manchmal sogar schockiert, was sie alles für ihn tut, aber dazu kann ich nicht mehr erzählen, weil ich sonst das Ende verraten würde...

- Constance Hallaway wird von Laura Linney gespielt, die ich zuvor vielleicht schon mal gesehen habe, an die ich mich aber nicht erinnern kann. Sie ist diejenige, mit der David Gale gegen die Todesstrafe gekämpft hat. Man merkt total wie wütend sie wird, wenn mal wieder jemand hingerichtet wurde, sie sagt immer ihre Meinung und will diese durch Demonstrationen auch durchsetzen. Aber man sieht nicht nur die „starke“, sondern auch mal die schwache Constance (eher zum Schluss), was die Schauspielerin aber auch perfekt meistert. Wieder einmal eine überzeugende Leistung...


*Meine Meinung*

Ich fand den Film sogar so gut, dass ich ihn mir einen Tag später ein zweites mal angesehen habe (so habe ich zu mindestens etwas mehr verstanden). Der Film ist durch und durch spannend, er ging etwas über 2 Stunden und war trotzdem nicht zu lang! Spannend war es nicht nur, jeden Tag die Geschichte von David Gale zu hören, sondern auch, wie die Journalistin an immer mehr Informationen und Beweise rankommt. Außerdem finde ich es gleichzeitig spannend, interessant und beeindruckend, wie Bitsey erkennt, was eigentlich geschehen ist. Das ganze Ende ist irgendwie faszinierend gemacht und auch wenn man nicht gleich alles nachvollziehen kann und die Auflösung total verwirrend ist, finde ich es genial. Ich bin sogar der Meinung, dass man das Ende nicht voraussagen kann, zu mindestens wäre ich niemals darauf gekommen.

Eigentlich ist der ganze Film über sehr traurig, fesselnd und gleichzeitig ergreifend. Man sieht, wie David Gale, der einst ein sehr erfolgreicher Mann war, immer unbeliebter wird, seinen Job verliert, seine Familie verliert und immer unglücklicher wird. Es muss hart für ihn sein, eine solche Veränderung hinzunehmen, obwohl er die Studentin wirklich nicht vergewaltigt hat. Ich habe die ganze Zeit mit ihm gefühlt. Anfangs sagt er zu Bitsey, dass sie in den 3 Tagen eine sehr harte (das genaue Wort weiß ich leider nicht mehr) Geschichte zu hören bekommt und so ist es auch. Das Leben des David Gale war keineswegs einfach und zum Schluss sicher kein schönes! Es wurde aber gut und verständlich nachgespielt. Man hat seine Reaktionen immer verstanden. Auch der Übergang von dem Gefängnis und Davids Geschichte ist gelungen, denn man sieht abwechselt den Besucherraum des Gefängnisses, irgendwelche Bilder in Davids Leben oder die Notizen von Bitsey.

Anscheinend sind aber nicht viele ins Kino gegangen um sich diesen Film anzusehen. Ich kann nicht erklären wieso, denn ich fand ihn klasse, aber vielleicht liegt es an der Thematik?! Es geht, wie man sich denken kann, um die Todesstrafe. Im Film sieht man sehr viele, die gegen die Todesstrafe sind, aber auch einige, die die Todesstrafe befürworten. So sagt einer beispielsweise, dass er gegen das Töten ist und deswegen alle hingerichtet werden müssen, die töten. David Gale hingegen kommt z.B. mit dem Punkt, dass in Ländern, wo es die Todesstrafe gibt, die Kriminalrate viel höher ist und die Täter wahrscheinlich von einer solchen Strafe nicht abgeschreckt werden. Es werden sowohl Argumente gegen als auch für die Todesstrafe gebracht, aber letztendlich (ohne das Ende zu verraten) hat man das Gefühl, dass der ganze Film die Todesstrafe kritisiert. Wie David Gale einmal sagt: „Ich war einmal der bekannteste Gegner der Todesstrafe und jetzt sitze ich selber im Todestrakt... kommt ihnen das nicht etwas merkwürdig vor?“ (die genauen Worte weiß ich nicht mehr). Dennoch hat er es geschafft, der Regierung zu zeigen, dass das System nicht sicher ist...

Der Film ist ab 12 Jahre, was ich aber nicht unbedingt nachvollziehen kann. Ich finde den Film manchmal schon ziemlich hart, vor allem, weil er enorm zum Denken anregt. Auch später denkt man noch eine ganze Weile über die Auflösung, über die Aussage des Filmes und Davids Leben nach. Der Film berührt und ich kann mir kaum vorstellen, dass 12-jährige sich für diese Thematik interessieren, damit umgehen können oder den Film gar verstehen. Gerade weil das Ende auch so verwirrend ist, hat man zum Schluss zahlreiche Fragen, die man aber nicht unbedingt beantworten kann. Auf jeden Fall finde ich die Hauptaussage dieses Filmes und vor allem, wie man dieses Thema behandelt und die Idee umgesetzt hat, richtig gut! Bin begeistert...


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>>>*F A Z I T*<<<
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Ich werde den Film auf jeden Fall weiterempfehlen! Letztendlich muss man selbst entscheiden, ob man solche Filme mag, das Thema interessant findet und sich diesen Film anschaut, aber ich habe es nicht bereut. Zwar ist das Ende sehr verwirrend, aber meiner Meinung nach nicht vorhersehbar und richtig gut. Ich finde es irgendwie genial, wie man das Thema „Todesstrafe“ im Film behandelt. Der Film ist sehr spannend, die Idee wurde gut umgesetzt, der Zuschauer wird sicherlich zum Nachdenken angeregt. Auch die Schauspieler fand ich gut, weswegen ich auch 5 Sterne geben werde!!


Liebe Grüße,

XxAnGeLxX

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