Das Leben des David Gale (DVD) Testbericht

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ab 5,22
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Erfahrungsbericht von Taschimaus

GÄNSEHAUTFEELING..

Pro:

Wunderbare Schauspieler, interessante Thematik (wurde perfekt umgesetzt), sehr spannend bis zum Schluss

Kontra:

die FSK, der etwas fragwürdige Schluss

Empfehlung:

Ja

Hallo meine lieben Leserinnen und Leser!

Einleitung:
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Ich bin nun schon seit einigen Monaten eine begeisterte Sneak-Preview Besucherin, der Besuch einer solchen ist einmal pro Woche mein Pflichttermin. Am letzten Montag war es einmal wieder soweit, der Vorhang öffnete sich und gespannt wartete ich auf den Vorspann. Es kamen mehrere Filme in Frage, ich hoffte auf „Chicago“ und drückte feste die Daumen, dass ja ein guter Film kommt. Und dann erschienen die ersten Bilder auf der Leinwand und ich wusste, welcher Film nun kommen sollte. Ein Film von dessen Vorschau ich schon so begeistert gewesen bin und den ich unbedingt sehen wollte, „Das Leben des David Gale“. Am Abend nach dem Film habe ich gleich die Kategorie hier vorgeschlagen (danke an Ciao für die schnelle Freischaltung) und heute möchte ich euch diesen Film einmal vorstellen.

Die Story:
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David Gale sitzt in Texas und wartet auf seine Hinrichtung. Es bleiben ihm nur noch 4 Tage und er erklärt sich dazu bereit in diesen letzten Tagen ein Interview über das Geschehene zu geben. Bitsey Bloom, eine Journalistin, die als äußerst begabt gilt, ist die einzige, die für ihn in Frage kommt und da Bisey´s Chefs dahinter eine große Story vermuten macht sie sich mit einem Kollegen auf den Weg in das Gefängnis. Auf ihrem Weg geschehen schon einige mysteriöse Dinge, zum Beispiel macht Bitsey´s Auto Anstalten liegenzubleiben und an einer Raststätte sehen sie einen Mann, der ihnen wirklich unheimlich vorkommt und bei dem es so scheint, als ob er die beiden verfolgen würde.

Sie kommen jedoch sicher an und David besteht darauf nur mit ihr allein und ohne Kameras, Tonbandgeräte oder ähnlichem zu reden. Nun beginnt also das Interview, der ehemals geniale und beliebte Universitätsdozent mit dem besten Harvard-Abschluss seines Jahrgangs David Gale erzählt wie es dazu gekommen ist, dass er zum Tode verurteilt wurde. Alles beginnt damit, dass ihm eine seiner Schülerinnen, die eine Abmahnung von der Schule bekommen hat, ein unmoralisches Angebot macht damit sie noch besteht, dem er nach einigem Wehren auch nicht widerstehen kann, da er weiß, dass seine Frau ihn betrügt und er dadurch vielleicht seinen Kummer vergessen will. Doch die Studentin hat andere Pläne, sie beschuldigt ihn der Vergewaltigung und alles spricht gegen David. Von diesem Augenblick an geht sein Leben abwärts.

Er heult sich bei seiner Mitkämpferin gegen die Todesstrafe, Constance, aus und findet bei ihr freundschaftlichen Trost. Als er dann auch noch seine Arbeitsstelle verliert, obwohl die Anklage abgewiesen worden ist, seine Frau ihn mit seinem Kind verlässt und er auch in seiner Organisation nicht mehr gerne gesehen wird, ertränkt er seinen Kummer im Alkohol. Damit ist sein entgültiger Untergang gewahrt, denn es scheint keinen Ausweg zu geben. Als Grund für seine Verurteilung nennt er Bitsey gleich zu Anfang den Mord und die Vergewaltigung an Constance, die ihm vorgeworfen wird und bei der alles für ihn spricht. Es wurde sein Sperma in ihr gefunden und außerdem hat er Fingerabdrücke hinterlassen.

Aber war er es wirklich oder wurde ihm nur ein böser Streich gespielt? Und wenn er es nicht war, wie sollte er seine Unschuld beweisen? Wieso wollte er unbedingt dieses Interview machen? Welche Rolle spielt das Videoband was Bitsey zugespielt wird und was hat der unheimliche Mann, den man schon zu Beginn dieses Filmes gesehen hat, damit zu tun? Das alles sind Fragen die sich aufwerfen und es gibt noch mehrere, aber um die Spannung nicht zu nehmen, werde ich dies alles nicht verraten..

Die Schauspieler:
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David Gale wird von Kevin Spacey dargestellt. Wenn man dessen frühere Filme ansieht, dann kann man eine Menge erfolgreicher Filme finden und deswegen denke ich, dass dieser Schauspieler auch jedem ein Begriff sein sollte. „American Beauty“, „K-Pax“ und „Schiffsmeldungen“ sind nur einige dieser Filme. Ich bin von seiner schauspielerischen Begabung wirklich begeistert, er spielt die Rolle des David Gale wirklich sehr überzeugend und bringt den Zuschauer dazu mitzufiebern. Besonders in Situationen in denen er ganz unten ist, kommt sein Talent zum Ausdruck. Auch bei den kurzen Szenen im Gefängnis schafft er es den Zuschauer zu begeistern, er hat die Hoffnung schon fast aufgegeben und wenn die erlaubte Gesprächszeit und damit wieder ein weiterer Tag vorbei ist, dann nimmt er das ganz gelassen. Ich bin begeistert, dass diese Rolle mit ihm besetzt wurde, obwohl sicher auch andere Schauspieler dazu in der Lage gewesen wären.

Kate Winslet wird uns allen wohl noch aus „Titanic“ ein Begriff sein, obwohl sie auch noch in einigen andern Filmen mitgespielt hat, die ich aber leider nicht gesehen habe. Ich freute mich sie mal wieder in einem Film sehen zu können, denn ich mag diese Schauspielerin eigentlich ganz gerne. Auch in diesem Film hat sie eine solide Leistung gebracht, wirkt jedoch manchmal etwas blass, was aber auch daran liegen kann, dass ihre Rolle als Journalistin Bitsey Bloom neben der von Spacey eher nebensächlich ist. In den Szenen in denen es aber auf ihr schauspielerisches Können ankommt, da zeigt sie dieses auch und kann damit überzeugen. In meinen Augen hat sie ihre Rolle gut gespielt und man konnte als Zuschauer richtig mit ihr mitfiebern.

Laura Linney spielt Constance Hallaway, die verbissene Aktivistin gegen die Todesstrafe. Sie habe ich zuletzt in „The Mothman Prophecies“ gesehen und ich musste hier zweimal hinsehen um sie wiederzuerkennen, da sie sich total verändert hat. Sie hat mir in ihrer Rolle wunderbar gefallen, zum einen als seelische und moralische Stütze für David, die auch selber vor ihm einige Schwächen zeigt und zum anderen als Kämpferin, die alles dafür tun würde um die zum Tode Verurteilten zu retten. Ihre Leistung war wirklich super, sie konnte sowohl als schwache, als auch sehr starke Person überzeugen. Diese Rolle wurde meiner Meinung nach perfekt besetzt, hätte jemand anders nicht besser machen können als sie.

Auch die anderen Schauspieler waren gut und einige Gesichter auch recht bekannt. Sie konnten alle mehr oder wenige überzeugen, ich finde es nur schade, dass der Praktikant, der Bitsey begleitet so unwichtig erscheint. Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung des mysteriösen Cowboys, auch wenn dieser nur sehr selten vorkommt, aber eine wichtige Rolle hat. Alles in allem kann man sich über die Rollenbesetzung absolut nicht beschweren.

Meine Meinung:
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Wie gesagt, seit ich die Vorschau gesehen habe, war ich gespannt auf diesen Film, der übrigens erst am 13. März in den deutschen Kinos anläuft. Ich hatte hohe Erwartungen, denn das was ich gesehen hatte, versprach so einiges. Zum Glück bin ich nicht enttäuscht worden, meine Erwartungen wurden noch übertroffen. Von Anfang an wird man von dem Film gefesselt, zumindest ist es mir so ergangen. Die Spannung baut sich langsam auf und steigt gegen Ende ins Unermessliche, ihr könnt gar nicht glauben wie ich mich in meinen Kinosessel geklammert habe. Besonders gefallen hat mir der Aufbau des Filmes und die Übergänge zwischen der Erzählung von David im Gefängnis und der Handlung die ja schon in der Vergangenheit liegt. Durch schnelle, videoclipartige Bilder von Bitsey´s Notizen (immer nur einzelne englische Worte, die dann auch zur Situation passen), ist eine perfekte Überleitung gewährleistet, von der ich einfach begeistert gewesen bin. Das einzige was hier etwas doof ist, ist wenn man kein Englisch kann und diese Worte dann nicht versteht.

Als ich auf einer Internetseite gesehen habe, dass dieser Film 130 Minuten dauert, habe ich zuerst gedacht, dass sich das ja sicher ganzschön in die Länge ziehen muss. Dies war jedoch überhaupt nicht der Fall. Ich habe während des ganzen Filmes nicht einmal auf die Uhr geschaut oder mich gelangweilt, da ich einfach viel zu gespannt war, wie es denn weitergehen würde. Ich denke, dass der Film für diese Handlung genau die richtige Länge hat, denn alle wichtigen Dinge sind angesprochen worden. Außerdem wird der Zuschauer in diesen 130 Minuten mit Bildern verwöhnt. Ob das nun die erotischen Szenen sind, die manchmal sehr ausgiebig gezeigt werden oder die traurigen Szenen zwischen Vater und Sohn, der Film schweift nie zu sehr von der eigentlichen Handlung ab. Außerdem fand ich es gut gelungen, dass in diesem Film alles vertreten gewesen ist. Da war Spannung en masse, manchmal etwas Romantik wobei man dann doch eher Erotik sagen sollte, mir sind sogar mehrmals die Tränen gekommen, da manche Szenen echt traurig gewesen sind.

Das Thema, dass dieser Film behandelt, die Todesstrafe, wird sicher manche Leute davon abhalten ins Kino zu gehen, da manche meiner Meinung nach nicht damit umgehen können. Ich kann deswegen nur schwer einschätzen, wie dieser Film wohl für die breite Masse geeignet ist. Es sollte wohl jeder selber entscheiden, ob er einen so nachdenklich machenden und mitreißenden Film verkraften kann. Ich gebe zu, dass ich nach dem Film die Bilder und die Geschichte erst mal Revue passieren lassen musste um sie zu verarbeiten und ich habe auch noch lange darüber nachgedacht. Der Film kritisiert das System der Todesstrafe, welche in den USA und auch in anderen Ländern noch häufig vollzogen wird.

Man sieht auf der Leinwand häufig die Gegner dieser Bestrafung, ob auf Demonstrationen oder an anderen Stellen, aber es wird dem Zuschauer auch zugleich klar gemacht, dass deren Kampf eigentlich recht nutzlos ist. Ich weiß nicht so Recht, was mir der Schluss des Filmes zeigen sollte, es schein doch irgendwie eine Rechtfertigung für die Todesstrafe zu sein, was mich etwas irritier hat. Darüber habe ich aber hinweggesehen. Außerdem ist natürlich auffällig, dass neben der Thematik noch einiges eingebaut wurde, was typisch für solche Hollywood Filme ist. Die Story wurde durch einige Zudichtungen zur eigentlichen Thematik aber nicht abgewertet, sondern unterstützt und mich hat das auch nicht gestört, ich habe es aber von manchen anderen Sneak Besuchern als Kritik vernommen, so das ich das hier noch einmal ansprechen wollte!

Der Regisseur Sir Alan Parker hat 3 Jahre nach seiner erfolgreichen Buchverfilmung „Die Asche meiner Mutter“ erneut einen Film geschaffen, der den Zuschauer zum Nachdenken animiert und dies durch die beeindruckenden und vor allem bewegenden Bilder auch schafft. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mich so berührt hat, wie dieser. Da habe ich aber auch gleich noch eine kleine Kritik anzumerken. Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben worden, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Dadurch, dass der Film ganzschön an der Psyche nagt würde ich sagen, dass Jugendliche in diesem Alter den Film entweder nicht verstehen oder aber nicht damit klarkommen werden. Hier hätte ich auf jeden Fall eine FSK ab 16 Jahren befürwortet. Ansonsten habe ich aber absolut nichts zu kritisieren.

Fazit:
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Aufgewühlt habe ich das Kino verlassen und das ging so ziemlich allen so, die mit mir in der Sneak gesessen haben. Ich kann diesen Film zum einen wegen der Thematik und deren Umsetzung und zum anderen wegen den Schauspielern nur empfehlen. Hier ist einfach alles gelungen und ich kann bis auf die FSK und den etwas fragwürdigen Schluss nichts negatives feststellen. Außerdem wurden einige Dinge angesprochen die ich schon recht philosophisch fand (z.B. eine Sache mit dem Schlüssel zu sich selbst) und die mir auch sehr gut gefallen haben! Ich kann hier reinen Gewissens ganze 5 Sterne vergeben und empfehle euch ins Kino zu gehen, wenn der Film in 2 Wochen startet. Lasst euch bitte nicht von der etwas langweiligen Überschrift davon abhalten, es lohnt sich!

Dankeschön für´s Lesen und Bewerten!

Liebe Grüße,
Eure Taschimaus

© by Natascha, erstveröffentlicht am 2003-02-26 bei Ciao.com

PS: Den Film kann man sich jetzt in der Videothek ausleihen..

18 Bewertungen, 1 Kommentar

  • LiFo

    22.03.2009, 10:07 Uhr von LiFo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich! Liebe Grüße, Lifo