Das Leben des David Gale (DVD) Testbericht

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ab 4,46
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Erfahrungsbericht von LillyBart

Ein Film als politisches Statement

Pro:

toller Film, absolut zum nachdenken .... mehr siehe Text

Kontra:

leider keinen Oscar erhalten ...

Empfehlung:

Ja

Hallöchen!

Also ich weiß ich habe lange nichts geschrieben aber dieser Film soll ein \"Wiedereinstieg\" sein auch wenn ich niemals wirklich ausgestiegen war ... es ging nur drunter und drüber in den letzten Monaten...


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~*~DAS LEBEN DES DAVID GALE*~*~
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Darsteller:
Die wunderbare Darstellung dieses Streifens wurde von Hollywood Schauspielern und neuen Gesichtern gemeinsam bewältigt, war es doch nicht wichtig wer wen spielt, sondern die Geschichte welche dahinter steckt zu erzählen!

Darsteller - Person der Handlung
Kevin Spacey ... Dr. David Gale
Kate Winslet ... Bitsey Bloom
Chris Warner ... Burley Ordenly
Laura Linney ... Constance Hallaway
Rhona Mitra ... Berlin
Leon Rippy ... Braxton Belyeu
Gabriel Mann ... Zack
Matt Craven ... Dusty


Gesichter welche man kennt oder auch nicht, doch wird die Handlung der Geschichte nicht von Gesichtern getragen welche uns als andere Charaktere bekannt sind.
Kate Winslet, mit Titantic berühmt geworden, zeigt uns hier ein realistisches Gesicht! Sie spielt die Journalistin Bitsey Bloom welche den Auftrag bekommt David Gale zu interviewen. Sie ist nicht glücklich über ihre Aufgabe ...

aber mehr dazu im Teil namens \"Handlung\"


Regie:
Die Regie führte Alan Parker, bekannt u.a. durch seine Regieführung bei dem Musical \"Evita\". Parker hat die Gabe Szenen in den Vordergrund zu rücken welche man manchmal als *nicht so wichtig* deklarieren würde bzw. zu schockieren - was ihm durch Laura Linney und ihre beeindruckende Art auch schafft.

Dauer des Films:
130 Minuten


Jugendschutzfreigabe:
ab 16 Jahren - und diese ist gerechtfertigt. Oftmals denke ich mir warum ist ein Film erst ab 16 Jahren freigegeben, weil man eine nackte Brust sieht? Ja oftmals ist es leider so, und diese nackte Brust oder andere Geschlechteteile kann man 20.15 oder auf manchen Sendern auch früher, gratis \"bewundern\" (wenn man sich danach lüstet) und niemand kontrolliert wie alt die Person ist die es sich ansieht.
Doch bei diesem Film ist es gerechtfertigt, und dies aus diesem Grund: der Film zeigt kaum Gewaltszenen, bis auf die eine, die den ganzen Film und seine Handlung an sich auflöst.
Der Akt der Ermordung eines Häftlings, der Vollzug der Todesstrafe, wird nicht im Detail gezeigt wie man es aus \"Dead Man Walking\" kennt.


Handlung:
Dr. David Gale ist in der \"Death Row\" (Todeszelle) und soll nun in vier Tagen hingerichtet werden. Er und sein Anwalt, Braxton Belyeu, entschließen sich der Welt ein letztes und das einzige Statement zu geben - dieses von Gale gewünschte Interview soll von Bitsey Bloom geführt werden. Sie hat einen guten \"Ruf\" in der Szene da sie sogar für einen Kinderschänder ins Gefängnis gegangen ist, da er ihre Quelle darstellte, und sie eine Quelle aus Prinzip nicht kund gibt.

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Bitsey Bloom macht sich nun auf den Weg nach Texas, also genauer gesagt in die Umgebung von Austen, wo die verschiedenen Gefängnisse Texas\' sind, und auch der Trakt in dem die Todesstrafe vollzogen wird (jedes Gefängnis in TX hat fast einen Todestrakt).
Schon anfänglich hab sie Probleme mit ihrem Auto, und muss auch noch einen Praktikanten gegen ihren Willen mitnehmen ... kurz gesagt, sie geht mit wenig Begeisterung an diese Geschihte heran, und ist von Anfang an der Meinung das Gale Constance umgebracht hat.

Das texanische Höchstgericht hatte Gale vor neun Jahren zum Tode verurteilt da er Constance Hallaway umgebracht haben soll. Dies scheint anfänglich unrealistisch da sie beide das selbe Ziel verfolgt habn, gemeinsam in einer Organisation gearbeitet hatten, welche gegen dei Todesstrage arbeitete.

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Bitsey trifft nun im Gefängnis auf David Gale, sie hat drei Tage lang Zeit (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag) und täglich 2 Stunden um seine Geschichte zu hören - am Freitag wird er hingerichtet.

Seine Geschichte...

David Gale war Professor an der Universität von Austin, Doktor der Philosophie. Eine seier Studentinen, Berlin, macht ihm einen unsittlichen Antrag. Zu diesem Zeitpunkt weiß Gale aber noch nicht dass sie von der Universität verwiesen wurde. Am selben Abend geht der Vater eines Sohnes, Gale, zu einer Feier bei welcher er auf Berlin trifft. Gale schaut gerne einmal zu tief ins Gläschen und da Berlin ihm erklärt \" nun sei sie keine Studentin von ihm mehr\" haben sie Sex auf der Toilette. Gale ist zu betrunken um zu merken auf was Berlin hinaus will - sie bittet ihm ihr den Slip vom Leib zu reißen, ihr Kratzer am Rücken zu machen ....

Am nächsten Tag trifft sich Gale mit Constance in einem Kaffee um die Taktik für ein Interview mit dem texanischen Gouverneur zu besprechen (welcher eine unwahrscheinliche Ähnlichkeit mit George W. Bush hat, wenn ihr mich fragt). Dort erkärt er ihr dass er mit Constance geschlafen habe - kurz darauf wird er wegen Vergewaltigung verhaftet.
Man konnte ihm nichts nachweisen, doch seine Frau verließ ihn mit seinem Sohn.
Darauf hin begann Gale zu trinken, verlor Frau und Kind komplett (Scheidung), sein Haus, seinen Job .... einfach alles ...


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Langsam beginnt Bitsey einweng Verständnis für die Geschichte aufzubringen und ist gefesselt von ihr. Ihr Praktikant und sie versuchen Hintergrundmaterial herbei zu schaffen und besuche das Haus in dem Constance angeblich umgebracht wurde. Heute ist es ein düsteres eher eigenartiges Museum, geführt von einer Heavy Metall/Gothic angehauchten jungen Frau. Es scheint alles mehr eigenartig, einwenig X-File stylisch *lach*.
Sie sieht dort das Stativ der Kamera mit der dieser Mord wie es scheint aufgenommen wurde, doch das Tape des Recorders fehlt und wurde niemals gefunden. Sie stellt den grausamen Tod Constances auch nach ... nackt, mit Handschellen die Hände am Rücken, am Boden liegend, den Schlüssel der Handschellen verschluckt, mit einem Plastiksackerl über dem Gesicht, den Mund darunter zugeklebt mit Klebeband, und das Plastiksackerl auch am Hals zugeklebt, damit sie ja keine Luft bekomme ....

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Gale hatte alles verloren was ihm etwas bedeutet hatte und findet keinen Halt im Leben mehr, nicht einmal die Organisation in der er mit Constance gearbeitet hatte, wollte ihn mehr ... er war schließlich ein Vergewaltiger ...

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Bitsey wird von einem Truck verfolgt, auch wenn er ihnen nicht nahe kommt. Als sie eines Nachts zum Motel zurück kommen finden sie ein Video, hängend an Bitsey\'s Zimmerlampe, vor. Das Video zeigt den Tod, die Qualen welche Constance wie es scheint erlitten hat, und der Weg den sie gegangen ist um sich umzubringen ... es scheint momentan als wäre es *einfach* Selbstmord gewesen.

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Langsam verleiht Gale der ganzen Geschichte eine bestimmte Richtung, einen eigenen Touch. Er scheit sich nie auch nur gegen sein Urteil gewehrt zu haben, niemals auch nur etwas dagegen getan zu haben dass er als großer Gegner dieser Art des Vollzugs nun hingerichtet werden sollte.
Der Einspruch gegen das erste Urteil wurde von dem selben Anwalt geführt wie auch die erste Verteidigung. Bitsey kommt drauf dass einige Fehler passiert waren und das es scheint als hätte diese Anwalt nicht einmal annähernd alles gegeben um seinen Klienten frei zu bekommen oder auch nur mildernde Umstände zu bekommen. Es scheint als hätte man sich damit abgefunden ...

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Plötzlich wird bekannt, erzählt Gale Bitsey, dass Constance unheilbar an Leukämie erkrankt war ....





Man kann nicht jedes Detail der Handlung wiedergeben oder das Ende erzählen, doch einwenig muss man ihr noch erklären, auch wenn dieser Absatz jetzt das Ende wiedergibt, einfach weiterscrollen wenn ihr es nicht wissen wollt...


Zum Ende - der Auflösung:
Constance hat sich - meiner Meinung nach - trotzdem selbst umgebracht aber mit der Hilfe von Dusty (mit dem sie eine Affäre hatte) und auch David Gale. Alle drei wußten dass sie nicht mehr lange zu leben hatte, alle drei wollten sich hiermit ein Denkmal setzten.
Doch als die Wahrheit heraus kommt ist es 25 Minuten nach 6 Uhr, und um 6 Uhr werden alle Strafen in Austen vollzogen. Zu diesem Zeitpunkt kennt Bitsey doch noch nicht die ganze Geschichte, sondern nur den Teil bei dem sie gesehen hat - auf einem Video - das es wirklich Selbstmord war, den genauen Weg den Constance gegangen war (zuvor kannte sie nur einen Ausschnitt).

Einige Tage später, als sie schon wieder \"zu Hause\" war, bekommt sie ein Video versteckt in dem Lieblings Stofftier des Sohns von David Gale. Nebenbei gesagt, seinen Sohn hat er nie wieder gesehen da seine Frau mit ihm nach Spanien ging, wo ihr Vater Botschafter war. Sie bekam auch das ganze Geld welches die Redaktion für das Interview David Gales gezahlt hatte und den Beweis das Gale Berlin niemals vergewaltigt hatte (eine Postkarte mit \"Es tut mir leid - Berlin\").
Bitsey sieht sich das Video an, alleine, und sieht dass wie es scheint, sich alle drei damit ein Denkmal setzen wollten.
Als große Gegner der Todesstrage zeigten sie mit diesem Video wie sehr ein System versagen kann. Constance hatte sich selbst umgebracht, wahrscheinlich war es die Idee Gales gewesen (bin mir nicht sicher hierbei), nachdem sie die Nacht zuvor mit ihm Sex gehabt hatte - das erste uns einzige Mal - was später als Vergewaltigung ausgelegt wurde. Sie hatte sich selbst umgebracht, Gale wurde verhaftet, angeklagt und zum Tode verurteilt und selbst hingerichtet - das System hatte versagt, er hatte sie schließlich nicht umgebracht! Auch wenn der Gouverneur sich nachher entschuldigt hatte, hatte er in einem Interview schließlich einmal behauptet dass noch nie ein Unschuldiger in seinem Staat hingerichtet wurde! Gale hat das Gegenteil gezeigt. Er war der erste und sicherlich nicht der einzige ...

Er starb für seinen Glauben! Den Glauben dass die Todesstrafe nicht der richtige Weg ist! Das man niemals sicher sein kann ob diese Person wirklich schuldig war!



Persönliche Meinung zum Film:
Ich persönlich saß nach dem Ende im Kino und war schockiert. Ich muss zugeben dass ich gegen die Todesstrafe bin, und doch manchmal gerade in Fällen der Kinderschänderei mir nicht sicher bin was richtig ist. Ich bin auch der Ansicht dass die Österreichische Strafe von lebenslänglich - 20-25 Jahre mit guten Chancen auf Haftentlassung nach 10 - zu wenig ist ... das ist nicht lebenslänglich!

Der Film ist weiters eine große Kritik an Bush, der Person und seiner Politik. Ich glaube es gab keinen besseren Zeitpunkt den Film der Öffentlichkeit zu zeigen als jetzt. Er zeigt wie wenig man darüber nachdenkt wieviel ein Leben wert ist und wen man überhaupt umbringt.

In dem Interview das Gale mit dem Gouverneur führt zitiert er ihn einmal und der Gouverneur belächelt dies ... dann bei einem zweiten sehr guten Zitat (ich kann mich nur nicht mehr an den Wortlaut erinnern) fragt der Gouverneur auch ob dieses von ihm stamme und Gale sagt, nein, dieses sei von Adolf Hitler ... dann wird die Sendung abgebrochen!

Und das System hatte wirklich versagt in diesem Fall und es ist sicherlich nicht der einzige Fall! Was bringt es der Familie noch wenn der Gouverneur nachher sagt \"Es tut mir leid, er war doch nicht der Mörder\" - der Sohn, Ehemann, Vater, Bruder oder wer auch immer wurde trotzdem hingerichtet!


Kein Film für leichte Gemüter ... Popcorn ist Pflicht sonst übersteht man das wirklich nicht!


Gute Unterhaltung im Kino und bald sicher auch auf DVD!

Lilly

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