Erfahrungsbericht von Dobby
Der Wixxer: Von Frühstyxradio zum Kinofilm
Pro:
witzig ohne Ende
Kontra:
Dialekt
Empfehlung:
Ja
Über den Film „Der Wixxer“ ist ja im Fernsehen schon ausgiebig gerichtet worden. Ich möchte hier neben meiner Meinung vom Film auch die Entstehung der Idee ein wenig näher beleuchten. Dies wir im ersten Abschnitt geschehen:
Die Idee/der Vorläufer
In den 80ger und 90ger Jahren gab des beim privaten Radiosender FFN (Niedersachsen) jeden Sonntag 3 Stunden lang die Comedysendung „Frühstyxradio-Der größte Kulturmagazin der Welt“. Vier Comedians lieferten wöchentlich in vielen erschaffenen Figuren kurze Beiträge von 2-6 Minuten, die durch Musik ergänzt wurden. Die vier Comedians: Sabine Bulthaupt, Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer. Schon zu Fernseh-Ehren gekommen aus dem Frühstyxradio ist zum Beispiel „Kalkofes Mattscheibe“, aber auch das Hörspiel „Der Wixxer“, ein „Hörspiel in über 1000 Teilen nach keinem Roman von Edgar Wallce“ war wöchentlich zu hören. Sprecher und Autoren waren hier Oliver Kalkofe und Oliver Welke, die die Ermittler Very Long und Even Longer von Scottland Yard zum Leben erweckten. Beide jagten den „Wixxer, Schurke aus Leidenschaft und aus London“. In jeder Folge gerieten Long und Longer am Ende durch den Wixxer in eine ausweglose Situation, die in der nächsten Folge am Anfang aufgelöst wurde. Zum Beispiel folgten sie dem Wixxer ins Nichtschwimmerbecken des Londoner Hallenbades, als sie plötzlich von einem Schwarm Piranhas angegriffen wurden. Die Rettung liegt auf der Hand: Käpt´n Iglo hatte sich mit seinem Kutter verfranzt und tauchte gerade noch rechtzeitig im Nichtschwimmerbecken auf, um die beiden Ermittler zu retten. Eine Auflösung, eine Enttarnung des Wixxers hat es im Frühstyxradio übrigens nie gegeben, denn in der letzten Sendung und der letzten Folge produzierte während der Ausstrahlung der Moderator „Onkel Hotte“ (weitere Kunstfigur von Oliver Kalkofe) an der entscheidenden Stelle Bandsalat.
Etwa 10 Jahre später haben sich dann Oliver Kalkofe und Oliver Welke (bekannt durch „ran“ und „7 Tage-7 Köpfe“) zusammen gesetzt und ein Drehbuch für einen Kinofilm begonnen, das sie mit Bastian Pastewka zusammen vollendeten.
Die Story
Chiefinspektor Even Longer ist am Boden, trinkt viel zu viel und kommt nicht dazu, sich einmal im Monat zu duschen. Grund dafür die der Tod seinen Partners und Freundes Rather Short, der auch durch Verschulden von Even in eine Hinterhalt des Wixxers geriet. Nun wird ihm ein neuer Partner zugeteilt: Frisch von der Polizeischule als Jahrgangsbester und zudem Meister im Jojo-Spielen stößt Very Long zum Team. Very Long geht Even Longer mit seinem Plappermaul gewaltig auf die Nü***. Zeitgleich tauchen Dieter und Doris Dubinski, ein sich ständig streitendes Pärchen aus Bitterfeld, in der Nähe von London auf und müssen mit ansehen, wie der Schurke „Der Mönch mit der Peitsche“ vom Wixxer ermordet wird. Dabei wird Doris auch noch nach BlackWhite Castle, einem der letzten Schlösser in Schwarz-Weiß, entführt. Dort residiert der Schurke “Earl of Cockwood” (das übersetzen wir jetzt besser nicht), der zum Schein sich der Zucht von Möpsen (gemeinst sind die Hunde!!!) hingibt. Weiter im Schloss wohnen bzw. arbeiten der Buttler Hatler, der zackig spricht, eine Schnauzbart trägt, mit dem rechten Arm verdächtig grüßt und sich gerne als Führer anbietet (natürlich für Schlossrundgänge). Weiter findet man die sadistischen Brüder „Pommi“ und „Fritti“ (auch früher im Frühstyxradio), die ältere Haushälterin Miss Drycunt sowie die junge und schöne Miss Pennymarket, die als Kind von ihren Eltern vor einem Supermarkt ausgesetzt wurde, als Bewohner des Schlosses.
Während Long und Longer den Earl of Cockwood im Visier ihrer Ermittlungen haben, werden in kurzer Folge weitere Schurken aus der vom Earl geleiteten Verbrecherorganisation umgebracht: Der „dicke Fisch“ und der „Frosch mit der Maske“ (sieht aus und spricht wie Kermit) folgen dem „Mönch mit der Peitsche“ ins Grab. Alle wurden ermordet vom neuen Superschurken: Dem Wixxer. Scotland Yard und die versammelte Unterwelt fragt sich: Wer ist der Wixxer?
Die Schauspieler
Oliver Kalkofe hat sich getraut, die von ihm entwickelte Figur zu spielen. Allerdings fallen seine schauspielerischen Leistungen als Even Longer etwas gegenüber den Schauspielprofis ab, als Schauspieler wird er sich in Deutschland sich nicht etablieren. Trotzdem war es in diesem Film gut, dass er Chiefinspector Even Longer spielte. Oliver Welke hat seine schauspielerischen Fähigkeiten sicher richtig eingeschätzt und die Rolle von Very Long nicht übernommen. Er begnügte sich glücklicherweise als Pathologe mit einer winzigen Nebenrolle. Gut vertreten wurde er als Very Long von Bastian Pastewka, der die redselige und notorisch gut gelaunte Nervensäge perfekt spielen kann.
Das Ehepaar Dieter und Doris Dubinski werden von Oli Dietrich und Anke Engelke gespielt. Ansich ist gegen ihre schauspielerischen Fähigkeiten nichts zu sagen. Was mich aber genervt hat, ist ihr angelernter ostdeutscher Akzent. Sie können das einfach nicht richtig. Zum Glück haben die beiden recht wenig zu sagen in diesem Film, auch wenn ich sonst sehr gerne sehe.
Voll überzeugen hingegen kann Anke Engelkes Parter aus „Ladykracher“, Christoph Maria Herbst, der Hatler spielt. Da werden schon fast Erinnerungen an Charlie Chaplin wach, wenn er sich Chiefinspektor Even Longer bei seinem Schlossrundgang als Führer anbietet. Über Thomas Fritsch als Earl of Cockwood braucht man eigentlich keine weiteren Worte zu verlieren, denn seine Schauspielkunst ist ja weithin bekannt. Ihm nimmt man den adeligen Schurken und sofort ab, er kann sich gut dem Vorbild von alten Edgar Wallace-Filmen anpassen und ist alleine durch sein Auftreten eine Bereicherung für diesen Film. Das er auch noch als Musical-Star glänzen kann, zeigt er in einer Szene.
Tanja Wenzel als 21-jährige Miss Pennymarket ist sicherlich in erster Linie wegen den Möpsen dabei, um ja kein Klischee auszulassen. Eigentlich braucht sie nur den Gesichtsausdruck „ich bin süß, naiv und unschuldig“ und fährt in diesem Film gut damit.
Meine Meinung zur Umsetzung
Sicherlich bin ich, der mit dem Frühstyxradio aufgewachsen ist, etwas vorbelastet, aber die Umsetzung in einen Kinofilm ist wirklich gelungen. Das fängt schon bei den hinzu erfundenen Figuren an, die Verarschung von Hitler als Hatler zum Beispiel ist mehr als gelungen. Miss Pennymarket wurde nach ihrer Wahrnehmung „nur wegen den Möpsen“ (natürlich gemeint ist die Zucht der Hunde) eingestellt, was Even Longer mit einem Blick auf die Oberweite gut verstehen kann. Dazu kommt die Liebe zum Detail bei den früher Edgar Wallace-Filmen, vieles wurde von dort übernommen, ohne dass es so verstaubt wie in diesen Filmen wirkt. Aber auch aktuelle Themen werden aufs Korn genommen. So exportiert der Earl of Cockwood Girlgroups in Holzkisten ins Ausland (u.a. die No Angels), die er vorher aus den von ihm entführten Frauen, die in seinem Verlies gefangengehalten werden, castet. Wer bei Casting durchfällt, wird dann übrigens auch gleich erschossen. Hinter dem Earl an der Wand hängt beim Casting übrigens ein Bild von Dieter Bohlen.
Was braucht ein Film noch? In diesem Fall natürlich Lacher ohne Ende, das was ich bisher angedeutet habe, ist nur ein sehr kleiner Teil. Ich kann ich nur der Meinung der TV Spielfilm anschließen, die sagte, im „Wixxer“ gibt es eine ebenso hohe Dichte an Lachern als im „Schuh des Manitu“. Natürlich sind in einem Krimi auch Verfolgungsjagden und Schießereien notwendig, jedoch überlass ich es jetzt mal euer Fantasie, ob man immer Autos oder Pistolen dazu braucht.
Man kann natürlich anmerken, dass dieser Film sicherlich etwas flach ist, was aus meinen Worten sicherlich schon rauszuhören war. Allerdings sollte man auch nicht mit dem Anspruch ins Kino gehen, ein epochales Meisterwerk zu bestaunen. Ich habe mich in den knapp 90 Minuten jedenfalls richtig gut unterhalten gefühlt, der Film hatte keine Längen und die Art von Humor war genau die richtige für mich. Diese positive Einschätzung liegt auch an der Story. Bis zum Ende war nicht klar, wer der Wixxer nun wirklich ist. Mit anderen Worten: Ich konnte das Ende nicht vorhersehen. Auch bietet die Story ein Mindestmaß an Spannung, was bei Filmen mit vielen auch zum Teil platten Witzen ja nur selten der Fall ist.
Weitere Daten zum Film
Dauer: 86 Minuten
Drehbuch: Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Bastian Pastewka
Regisseur: Tobi Baumann
Kinostart: 20.05.2004
FSK: ab 12 Jahren
Fazit:
Wer eine witzige und nicht zu subtile Komödie sucht, ist mit diesem Film bestens bedient. Er hat als einzige Schwächen die schauspielerischen Leistungen bei einigen der Figuren, die aber von dem Gag-Feuerwerk und der Liebe zu Einzelheiten wieder ausgeglichen werden bzw. die nicht so ins Gewicht fallen. Menschen, die in jedem Kinofilm auch echten Anspruch oder eine Anregung zum Nachdenken erwarten, die sollten den Film lieber meiden.
Auf der Suche nach guten und witziger Unterhaltung sollte man aber unbedingt in diesen Film gehen, der sich gegenüber dem „Schuh des Manitu“, dem Maß aller Dinge der letzten Jahre in Deutschland, nicht verstecken braucht. Und das ist eigentlich schon ein ganz großes Lob an den Film, dem ich deshalb trotz der leichten Mängel 5 Sterne gebe.
am 1.7. bei ciao unter Rrambo veröffentlicht
Die Idee/der Vorläufer
In den 80ger und 90ger Jahren gab des beim privaten Radiosender FFN (Niedersachsen) jeden Sonntag 3 Stunden lang die Comedysendung „Frühstyxradio-Der größte Kulturmagazin der Welt“. Vier Comedians lieferten wöchentlich in vielen erschaffenen Figuren kurze Beiträge von 2-6 Minuten, die durch Musik ergänzt wurden. Die vier Comedians: Sabine Bulthaupt, Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer. Schon zu Fernseh-Ehren gekommen aus dem Frühstyxradio ist zum Beispiel „Kalkofes Mattscheibe“, aber auch das Hörspiel „Der Wixxer“, ein „Hörspiel in über 1000 Teilen nach keinem Roman von Edgar Wallce“ war wöchentlich zu hören. Sprecher und Autoren waren hier Oliver Kalkofe und Oliver Welke, die die Ermittler Very Long und Even Longer von Scottland Yard zum Leben erweckten. Beide jagten den „Wixxer, Schurke aus Leidenschaft und aus London“. In jeder Folge gerieten Long und Longer am Ende durch den Wixxer in eine ausweglose Situation, die in der nächsten Folge am Anfang aufgelöst wurde. Zum Beispiel folgten sie dem Wixxer ins Nichtschwimmerbecken des Londoner Hallenbades, als sie plötzlich von einem Schwarm Piranhas angegriffen wurden. Die Rettung liegt auf der Hand: Käpt´n Iglo hatte sich mit seinem Kutter verfranzt und tauchte gerade noch rechtzeitig im Nichtschwimmerbecken auf, um die beiden Ermittler zu retten. Eine Auflösung, eine Enttarnung des Wixxers hat es im Frühstyxradio übrigens nie gegeben, denn in der letzten Sendung und der letzten Folge produzierte während der Ausstrahlung der Moderator „Onkel Hotte“ (weitere Kunstfigur von Oliver Kalkofe) an der entscheidenden Stelle Bandsalat.
Etwa 10 Jahre später haben sich dann Oliver Kalkofe und Oliver Welke (bekannt durch „ran“ und „7 Tage-7 Köpfe“) zusammen gesetzt und ein Drehbuch für einen Kinofilm begonnen, das sie mit Bastian Pastewka zusammen vollendeten.
Die Story
Chiefinspektor Even Longer ist am Boden, trinkt viel zu viel und kommt nicht dazu, sich einmal im Monat zu duschen. Grund dafür die der Tod seinen Partners und Freundes Rather Short, der auch durch Verschulden von Even in eine Hinterhalt des Wixxers geriet. Nun wird ihm ein neuer Partner zugeteilt: Frisch von der Polizeischule als Jahrgangsbester und zudem Meister im Jojo-Spielen stößt Very Long zum Team. Very Long geht Even Longer mit seinem Plappermaul gewaltig auf die Nü***. Zeitgleich tauchen Dieter und Doris Dubinski, ein sich ständig streitendes Pärchen aus Bitterfeld, in der Nähe von London auf und müssen mit ansehen, wie der Schurke „Der Mönch mit der Peitsche“ vom Wixxer ermordet wird. Dabei wird Doris auch noch nach BlackWhite Castle, einem der letzten Schlösser in Schwarz-Weiß, entführt. Dort residiert der Schurke “Earl of Cockwood” (das übersetzen wir jetzt besser nicht), der zum Schein sich der Zucht von Möpsen (gemeinst sind die Hunde!!!) hingibt. Weiter im Schloss wohnen bzw. arbeiten der Buttler Hatler, der zackig spricht, eine Schnauzbart trägt, mit dem rechten Arm verdächtig grüßt und sich gerne als Führer anbietet (natürlich für Schlossrundgänge). Weiter findet man die sadistischen Brüder „Pommi“ und „Fritti“ (auch früher im Frühstyxradio), die ältere Haushälterin Miss Drycunt sowie die junge und schöne Miss Pennymarket, die als Kind von ihren Eltern vor einem Supermarkt ausgesetzt wurde, als Bewohner des Schlosses.
Während Long und Longer den Earl of Cockwood im Visier ihrer Ermittlungen haben, werden in kurzer Folge weitere Schurken aus der vom Earl geleiteten Verbrecherorganisation umgebracht: Der „dicke Fisch“ und der „Frosch mit der Maske“ (sieht aus und spricht wie Kermit) folgen dem „Mönch mit der Peitsche“ ins Grab. Alle wurden ermordet vom neuen Superschurken: Dem Wixxer. Scotland Yard und die versammelte Unterwelt fragt sich: Wer ist der Wixxer?
Die Schauspieler
Oliver Kalkofe hat sich getraut, die von ihm entwickelte Figur zu spielen. Allerdings fallen seine schauspielerischen Leistungen als Even Longer etwas gegenüber den Schauspielprofis ab, als Schauspieler wird er sich in Deutschland sich nicht etablieren. Trotzdem war es in diesem Film gut, dass er Chiefinspector Even Longer spielte. Oliver Welke hat seine schauspielerischen Fähigkeiten sicher richtig eingeschätzt und die Rolle von Very Long nicht übernommen. Er begnügte sich glücklicherweise als Pathologe mit einer winzigen Nebenrolle. Gut vertreten wurde er als Very Long von Bastian Pastewka, der die redselige und notorisch gut gelaunte Nervensäge perfekt spielen kann.
Das Ehepaar Dieter und Doris Dubinski werden von Oli Dietrich und Anke Engelke gespielt. Ansich ist gegen ihre schauspielerischen Fähigkeiten nichts zu sagen. Was mich aber genervt hat, ist ihr angelernter ostdeutscher Akzent. Sie können das einfach nicht richtig. Zum Glück haben die beiden recht wenig zu sagen in diesem Film, auch wenn ich sonst sehr gerne sehe.
Voll überzeugen hingegen kann Anke Engelkes Parter aus „Ladykracher“, Christoph Maria Herbst, der Hatler spielt. Da werden schon fast Erinnerungen an Charlie Chaplin wach, wenn er sich Chiefinspektor Even Longer bei seinem Schlossrundgang als Führer anbietet. Über Thomas Fritsch als Earl of Cockwood braucht man eigentlich keine weiteren Worte zu verlieren, denn seine Schauspielkunst ist ja weithin bekannt. Ihm nimmt man den adeligen Schurken und sofort ab, er kann sich gut dem Vorbild von alten Edgar Wallace-Filmen anpassen und ist alleine durch sein Auftreten eine Bereicherung für diesen Film. Das er auch noch als Musical-Star glänzen kann, zeigt er in einer Szene.
Tanja Wenzel als 21-jährige Miss Pennymarket ist sicherlich in erster Linie wegen den Möpsen dabei, um ja kein Klischee auszulassen. Eigentlich braucht sie nur den Gesichtsausdruck „ich bin süß, naiv und unschuldig“ und fährt in diesem Film gut damit.
Meine Meinung zur Umsetzung
Sicherlich bin ich, der mit dem Frühstyxradio aufgewachsen ist, etwas vorbelastet, aber die Umsetzung in einen Kinofilm ist wirklich gelungen. Das fängt schon bei den hinzu erfundenen Figuren an, die Verarschung von Hitler als Hatler zum Beispiel ist mehr als gelungen. Miss Pennymarket wurde nach ihrer Wahrnehmung „nur wegen den Möpsen“ (natürlich gemeint ist die Zucht der Hunde) eingestellt, was Even Longer mit einem Blick auf die Oberweite gut verstehen kann. Dazu kommt die Liebe zum Detail bei den früher Edgar Wallace-Filmen, vieles wurde von dort übernommen, ohne dass es so verstaubt wie in diesen Filmen wirkt. Aber auch aktuelle Themen werden aufs Korn genommen. So exportiert der Earl of Cockwood Girlgroups in Holzkisten ins Ausland (u.a. die No Angels), die er vorher aus den von ihm entführten Frauen, die in seinem Verlies gefangengehalten werden, castet. Wer bei Casting durchfällt, wird dann übrigens auch gleich erschossen. Hinter dem Earl an der Wand hängt beim Casting übrigens ein Bild von Dieter Bohlen.
Was braucht ein Film noch? In diesem Fall natürlich Lacher ohne Ende, das was ich bisher angedeutet habe, ist nur ein sehr kleiner Teil. Ich kann ich nur der Meinung der TV Spielfilm anschließen, die sagte, im „Wixxer“ gibt es eine ebenso hohe Dichte an Lachern als im „Schuh des Manitu“. Natürlich sind in einem Krimi auch Verfolgungsjagden und Schießereien notwendig, jedoch überlass ich es jetzt mal euer Fantasie, ob man immer Autos oder Pistolen dazu braucht.
Man kann natürlich anmerken, dass dieser Film sicherlich etwas flach ist, was aus meinen Worten sicherlich schon rauszuhören war. Allerdings sollte man auch nicht mit dem Anspruch ins Kino gehen, ein epochales Meisterwerk zu bestaunen. Ich habe mich in den knapp 90 Minuten jedenfalls richtig gut unterhalten gefühlt, der Film hatte keine Längen und die Art von Humor war genau die richtige für mich. Diese positive Einschätzung liegt auch an der Story. Bis zum Ende war nicht klar, wer der Wixxer nun wirklich ist. Mit anderen Worten: Ich konnte das Ende nicht vorhersehen. Auch bietet die Story ein Mindestmaß an Spannung, was bei Filmen mit vielen auch zum Teil platten Witzen ja nur selten der Fall ist.
Weitere Daten zum Film
Dauer: 86 Minuten
Drehbuch: Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Bastian Pastewka
Regisseur: Tobi Baumann
Kinostart: 20.05.2004
FSK: ab 12 Jahren
Fazit:
Wer eine witzige und nicht zu subtile Komödie sucht, ist mit diesem Film bestens bedient. Er hat als einzige Schwächen die schauspielerischen Leistungen bei einigen der Figuren, die aber von dem Gag-Feuerwerk und der Liebe zu Einzelheiten wieder ausgeglichen werden bzw. die nicht so ins Gewicht fallen. Menschen, die in jedem Kinofilm auch echten Anspruch oder eine Anregung zum Nachdenken erwarten, die sollten den Film lieber meiden.
Auf der Suche nach guten und witziger Unterhaltung sollte man aber unbedingt in diesen Film gehen, der sich gegenüber dem „Schuh des Manitu“, dem Maß aller Dinge der letzten Jahre in Deutschland, nicht verstecken braucht. Und das ist eigentlich schon ein ganz großes Lob an den Film, dem ich deshalb trotz der leichten Mängel 5 Sterne gebe.
am 1.7. bei ciao unter Rrambo veröffentlicht
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