Der Wixxer (VHS) Testbericht

Der-wixxer-vhs-komoedie
ab 17,80
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

Erfahrungsbericht von Prisca

Edgar Wallace hat jetzt einen Nachbarn!

Pro:

viel zu Lachen - lustige Parodie auf E.W. und andere Filme - gute Schauspieler

Kontra:

die Person des \"Hatler\" kann durchaus zwiespältig betrachtet werden und stört vielleicht einige

Empfehlung:

Ja

Heute war ich also mal wieder im Kino - eigentlich eine Seltenheit bei mir, denn ich bin wirklich kein großer Kinogänger. Aber das Wetter ist mies, die Stimmung gedrückt und ich wollte mich einfach mal ein bisschen aufmuntern.
So bin ich auf

** DER WIXXER **

gestoßen. Eine Edgar Wallace Parodie von Bastian Pastewka und Oliver Kalkofe - zwei Namen, die Fernsehzuschauern sicher auch aus Sendungen wie Ohne Worte und/oder Kalkofes Mattscheibe bekannt.

Nach eigenen Worten erfüllte sich Kalkofe mit diesem Film einen lang gehegten Wunsch, war er doch schon als Kind von den Edgar Wallace Filmen begeistert und fand die daraus resultierende Hörspielserie Kalk & Welk, die im Rahmen der erfolgreichen deutschen Comedy-Show \"Das Frühstyxradio\" entstand einfach klasse.

Also schrieb er gemeinsam mit Bastian Pastewka und Oliver Welke ( 7 Tage, 7 Köpfe) das Drehbuch und machte sich ans Werk Innerhalb von 43 Tagen drehten sie in Prag, Berlin, London und München ihren Film \"Der Wixxer\" ab.

Ob es sich nun lohnt, das ihr euch dieses \"Meisterwerk in den Kinos anguckt? Das werde ich euch heute verraten. Fangen wir mal mit dem

**INHALT **

an.

Die Londoner Unterwelt ist in Aufruhr. Egal, ob der Frosch mit der Maske, der Arsch mit Ohren oder der Mönch mit der Peitsche - sie alle müssen um ihr Leben fürchten, denn der Wixxer ist wieder da und will alle Geschäfte an sich reißen. Nach und nach ermordet er die Gangsterbosse. Nur, als er den Mönch mit der Peitsche kurz vor dem Anwesen \"Blackwhite Castle\" überfährt, macht er einen Fehler - es gibt zwei Zeugen.

Doris und Dieter Dubinski wollten eigentlich nach London, haben sich aber auf dem Weg dorthin verirrt und kommen zufällig an Blackwhite Castle vorbei, als der Wixxer dort seinen Geschäften nachgeht.

Das Problem Doris erledigt sich schnell - denn auf Blackwhite Castle herrscht der Earl of Cockwood, der sich zwar offiziell der Mopszucht widmet, in Wahrheit aber junge Mädchen entführt und einkerkert, um die besten von ihnen für sich singen zu lassen. Da kommt ihm Doris gerade recht, ehe sie (und ihr Dieter) sich versehen, ist sie schon verschleppt und spurlos verschwunden.

Übrig bleibt Dieter, der jetzt zu Scotland geht, um den Mord an dem Mönch mit der Peitsche zu melden (das Verschwinden seiner Doris verschweigt er, denn er will der Polizei ja nicht noch mehr Arbeit machen). Für Sir John, dem Leiter von Scotland Yard, steht fest:

Dies ist ein Fall für seinen besten Mann - Inspektor Even Longer. Doch dieser befindet sich nicht gerade in einem guten Zustand, hat er doch gerade den Tod seiner Partners Rather Short verschuldet und mit seinem neuen Partner Very long kann er sich so gar nicht anfreunden.

Aber die Pflicht ruft - und so machen sich beide auf den Weg um den Wixxer zu entlarven ....

Wie hört sich dieser Inhalt jetzt an?! Ein wenig verworren? Ein wenig überzogen? Ein wenig langweilig? Wenn ihr wissen wollt, wie ich das empfunden habe, dann müsst ihr wohl weiter lesen, denn jetzt kommen wir zu den

** GEDANKEN UND GEFÜHLEN **

die mich während des Films bewegt haben.

Zunächst einmal: dieser Film ist genau das, was er verspricht: eine Parodie auf Edgar Wallace - und noch auf so einige andere Filme, man muss nur aufmerksam hinsehen und kann viele bekannte Szenen entdecken z.B. aus Schuh des Manitu, James Bond, Schweigen der Lämmer oder auch aus \"Deutschland sucht den Superstar\". Man muss also schon bereit sein, sich auf eine gewisse \"Verarsche\" einzulassen - allerdings ist es eine recht liebevolle \"Verarsche\".

Ähnliches gilt für die handelnden Personen - auch hier wird man viele beliebte Edgar Wallace Gestalten wieder entdecken können z.B. den Frosch mit der Maske (der aussieht wie Kermet aus der Sesamstrasse) oder den Schurken Smeerlap, in dem man ganz klar den Wallace Bösewicht Klaus Kinski wiederentdecken kann. Andere Personen sind anderen Filmen nachempfunden: so erinnert mich Inspektor Even Longer z.B. an eine Mischung aus Schimanski und Columbo. Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang: der Butler Hatler - schon sein Name verrät die Ähnlichkeit zu Adolf Hitler, unterstützt wird das von seinem Aussehen, Auftreten und Redensarten. Ich weiß, viele stören sich an Parodien dieses Themas, ich muss zugeben, als ich davon hörte, war ich zunächst auch etwas skeptisch, weil ich in dieser Hinsicht etwas empfindlich bin und denke, Hitler und der zweite Weltkrieg ist nichts, was man veralbern sollte. In diesem Fall ist es aber wirklich gut gemacht, Hatler bringt einem mehr als einmal zum Schmunzeln und es hat mich wirklich nicht gestört, wie er dargestellt wurde.

Ihr seht also, man sollte schon eine Menge Humor mitbringen, um sich diesen Film anzusehen. Er ist sicher nicht anspruchsvoll ( es sei denn, man sieht es als seinen Anspruch an, die Leute zum lachen zu bringen ) und ich würde ihn auch nicht als wirklich spannend bezeichnen. Eigentlich ist die ganze Geschichte sogar ziemlich blöd und außerdem sehr schnell durchschaubar (mir war jedenfalls sehr schnell klar, das nur einer hinter dem Wixxer stecken kann).

Trotzdem habe ich mich dabei recht gut amüsiert. Mein Sohn, der mit mir im Kino war fand den Film auch recht witzig, obwohl er noch keinen Edgar Wallace Film gesehen hat - es ist also wohl nicht zwingend notwendig, das man die Edgar Wallace Filme kennt. Obwohl ich denke, das einem doch viele Andeutungen und viel Witz verloren geht, wenn man die Vergleiche nicht ziehen kann.

Für mich jedenfalls war es mit das beste am Film, wenn ich wieder mal denken konnte: Ach, der hat doch in \"dem und dem\" Wallace auch eine Rolle gespielt - oder \"ach ja, die Szene ist aus \"dem und dem\" Film übernommen. In diesem Zusammenhang hat mir besonders gut die Gestaltung von Blackwhite Castle gefallen - die Szenen dort sind (bis auf wenige Ausnahmen - der neuangebaute Flügel = der Farbflügel = ein Zugeständnis an das weibliche Dienstpersonal, weil das Schminken in schwarz/weiß so schwer ist **lol** ) in schwarz-weiß gedreht. Dazu die ganze Umgebung, das alte Schloss mit seinen Ecken und Winkeln, seinen riesigen Kaminen, der Falltür und der Geheimtür hinter dem Kamin - das alles versetzt mich als Edgar Wallace Kenner natürlich zurück in seine Filme, in deinen alte Schlösser oft eine nicht unwesendliche Rolle gespielt haben.

Aber auch sonst gibt es natürlich einiges zu Lachen, ich denke da jetzt an eine Verfolgungsjagd per Fahrrad - einfach klasse, besonders der \"arme Inspektor very long, für den das letzte Fahrrad übrig bleibt, ein kleines Kinderfahrrad mit Fahne hinten dran und er bemüht sich redlich, den Anschluss an die anderen nicht zu verlieren. Doch, es gibt schon einiges zu Lachen und zu Grinsen in diesem Film.

Ein kleiner Tipp noch - der Film ist NICHT mit dem Abspann zu Ende, also ruhig noch ein/zwei Minütchen sitzen bleiben!

Ein paar Worte möchte ich auf jeden Fall noch über die

**SCHAUSPIELER**

verlieren.

Die Hauptrollen ganz klar Oliver Kalkofe (als Inspektor Even longer) und Bastian Pastewka (als Inspektor Very long). Mit den beiden steht und fällt der ganze Film. Even longer, seit dem Tod seines Partners völlig heruntergekommen, er scheint in seinem Auto zu leben (und zu \"saufen\" - wie eine Szene zeigt, als er aussteigt und aus der offenen Autotür eine ganze Batterie leerer Flaschen herauskullert). Sein Mantel ist zerknittert, sein Haar zerzaust, sein Gemüt ziemlich dunkel. Und doch rauft er sich aus Pflichtgefühl schließlich mit seinem neuen Partner Very long zusammen, der das ganze Gegenteil von ihm ist - mit Anzug und Melone - der mindestens einmal täglich duscht - und der gerne zuhört, wenn ihm jemand sein Herz ausschütten will (nur das er denjenigen leider nie zu Wort kommen lässt)

Auch Oliver Welke hat eine kleine Rolle abbekommen, als Gerichtsmediziner Dr. Brinkmann, aber sie ist wirklich nur sehr klein und recht unscheinbar.

Wen müsste man sonst noch erwähnen? Auf jeden Fall wäre da erst mal Christoph M Herbst als Butler Hatler. Wie gesagt, diese Rolle kann man mit einer gewissen Skepsis betrachten - oder man kann sie einfach akzeptieren. So oder so muss man zugeben, das Christoph M. Herbst seine Sache absolut überzeugend macht!

Weiterhin mitspielen tun z.B. Olli Dietrich (Dieter Dubinski) und Anke Engelke (Doris Dubinski), Wolfgang Völz (Sir John) und Thomas Fritsch ( Earl of Cockwood). Besonders gefreut habe ich als alte Edgar Wallace Liebhaberin mich, das Grit Böttcher eine kleine Rolle übernommen hat (als Hausdame auf Blackwhite Castel), immerhin hat sie in vielen Wallace Filmen mitgespielt. Die \"No Angels\" und selbst \"Günther Jauch\" kommen zu kurzen aber gelungenen Gastauftritten. Es ist also selbst in den kleineren Rollen für größere Namen gesorgt.

Zum Schluss noch ein paar

**FAKTEN **

zum Film.

gedreht wurde er 2003 in Deutschland

freigegeben ab 12 Jahre - na ja, eigentlich ist das Filmchen harmlos und gewaltfrei, ich denke nur, jüngere Kinder werden nichts damit anfangen können - selbst bei einem 12jährigen habe ich da so meine Zweifel, ob er diese Art Humor wirklich verstehen kann - aber wie gesagt, schaden wird der Film nichts, höchstens langweilen!

Laufzeit 85 Minuten - und auch hier möchte ich ein Lob aussprechen, das man nicht versucht hat, den Film unnötig in die Länge zu ziehen. Er ist so wie er ist gerade richtig!

** MEIN FAZIT **

Eine witzig gemachte Parodie auf Edgar Wallace - wer solchem Humor nicht ganz abgeneigt ist, liegt mit dem Film auf jeden Fall richtig. Allerdings denke ich schon, ein Edgar Wallace Kenner wird hier noch mehr Spaß finden, als wenn man die Ursprungsfilme noch nie gesehen hat.

Sonst ist der Film lustige Unterhaltung - man darf natürlich keinen Wert legen auf größeren Anspruch - und ich denke, man sollte sich diesen Film nicht zu oft ansehen, denn irgendwann nutzen sich die Gags ab.

Noch eine kleine Schlussbemerkung zu meiner Überschrift: Vielleicht kennt ihr ja den berühmten Edgar Wallace Anfang: ein kurzer Vorspann - dann fallen Schüsse und eine Stimme aus dem Off spricht: Hier spricht Edgar Wallace! Nun, da dieser Film ja nicht nach einem Roman von Edgar Wallace ist (was uns die Homepage www.derwixxer.de ganz klar und deutlich verrät **gg**) spricht hier eben nicht Edgar Wallace persönlich, sondern nur sein Nachbar. (kommt so wirklich im Film vor)

@ Prisca - Mai 2004 - ich schreibe für Ciao und Yopi, manchmal auch für Dooyoo

18 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Alusru

    01.06.2004, 14:16 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein supertoller Bericht von dir alle Hochachtung, lieben Gruß Uschi.

  • campino

    01.06.2004, 14:01 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    muss ich mir unbedingt anschauen! Gruß, Andrea