Good Bye, Lenin! (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von SVoigt3000
Wenn die Wessis in die DDR fliehen...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
...dann stimmt da irgend etwas nicht. Das weiss der Kinobesucher und eigentlich auch alle Charaktere in Wolfgang Beckers neuem Film „Good Bye, Lenin!“ - nur Alex\' Mutter weiss nicht, dass die Wirklichkeit anders aussieht. Denn sie hat die Wende verschlafen und hat nicht mitbekommen, wie rasant sich die Welt von 1989 bis 1990 verändert hat.... Angetrieben von dieser schon urkomisch klingenden Story bin ich mit einigen Freunden wieder im Kino gewesen um uns diesen Film anzusehen. Ob der Film unsere hohen Ansprüche erfüllen konnte?
------STORY:------
Alex Kerner (Daniel Brühl) ist ein junger Mann in Ostberlin zur Zeit der Wende. Wenige Tage vor der Wende bekommt seine Mutter (Katrin Saß) einen Herzinfakt und fällt ins Koma, weil die verdiente und treue DDR-Bürgerin sehen muss, wie ihr Sohn für die Öffnung der Grenze auf die Straße geht und von Polizisten verhaftet wird.
8 Monate liegt Alex\' Mutter im Koma; 8 Monate, die die Welt verändern: Die Deutsch-Deutsche Grenze wird geöffnet, viele ehemalige DDR-Bürger ziehen in die alten Bundesländer, weil sie dort besser Zukunftschancen sehen, die ständige Gefangenschaft der DDR-Bürger ist beendet, in den Geschäften ist nun alles im Überfluss zu kaufen und die Grenzbeamten sind nur noch Dekoration... Aber auch in der kleinen Welt der Familie Kerner ändert sich viel: Alex\' Schwester Ariane (Maria Simon) ist mit einem jungen Mann aus dem Westen zusammen und hat ein Kind, außerdem arbeitet sie nun bei Burger King. Alex hat sich in die Krankenschwester Lara (Chulpan Khamatova) verliebt und arbeitet bei einer Firma, die Satellitenschüsseln verkauft.
Als die Mutter von Alex wieder aus dem Koma erwacht, sagt ihm der Arzt, seine Mutter dürfe sich nicht aufregen, da sie sonst wieder einen Herzinfakt bekommen kann und wohl sterben wird. Also nimmt Alex seine Mutter wieder mit nach Hause und versucht nun in der 79qm-Wohnung die DDR wieder zum Leben zu erwecken, denn die Erkenntnis, dass der Kapitalismus über den Sozialismus gesiegt hat, wäre für seine Mutter zu viel. Nun stellen sich allerdings viele Fragen: Woher die Spreewaldgurken nehmen, auf die die Mutter plötzlich einen Heißhunger hat? Was tun, als die Mutter plötzlich Lust bekommt, das TV-Gerät einzuschalten? Und wie was soll Alex tun, damit die Mutter nichts merkt, als ihr Geburtstag – an dem FDJ-Kinder zu DDR-Zeiten immer für sie gesungen haben und die Partei ihr Geschenke brachte – immer näher rückt? Kurz: Alex hat alle Hände voll zu tun, seiner Mutter das Fortbestehen der DDR vorzuspielen – besonders, als dann noch ein riesen Coca Cola-Plakat auf der anderen Straßenseite installiert wird.....
------KOMMENTAR:------
Das ist mal Geschichtsunterricht der anderen Art. Der Film „Good Bye, Lenin“ spiegelt wirklich die Ereignisse um die Wendezeit wider und karikiert dann die vielen Veränderungen, die auf die ehemaligen DDR-Bürger zukamen – ob nun gesellschaftlich, wirtschaftlich oder politisch. Dabei liegen aber Komik und Dramatik sehr eng beieinander, denn neben den vielen skurilen, komischen Szenen gibt es auch immer wieder gefühlvollere Momente. Der Humor ist bei diesem Film aber wirklich anspruchsvoll und geht niemals unter die Gürtellinie, was in Deutschland ja leider selten der Fall ist.
Der Film ist übrigens wirklich für jeden etwas! Im Braunschweiger Kino waren Besucher aller Altersgruppen zu sehen: Vor uns saß ein Mädchen von etwa 15, 16 Jahren mit ihren Eltern, neben uns saß ein Renter-Ehepaar und dann waren auch meine Freunde und ich, mit unseren 18, 19 Jahren dort. Außerdem trafen wir dort Studenten, Erwachsene, Mitte-Ende 30 u.s.w. Viele komische Details wird man zwar sicher nur verstehen, wenn man entweder die DDR oder die Wende wirklich bewusst miterlebt hat, aber für den Rest der Besucher bleibt immer noch sehr viel Komisches über. Ich persönlich war 1989 7 Jahre alt, habe also kaum etwas von den Veränderungen bewusst mitbekommen, fand „Good Bye, Lenin!“ aber trotzdem urkomisch. Vieles hat man als politisch, geschichtlich und/oder gesellschaftlich Interessierter ja auch später noch mitbekommen und lernen können und so weiss man nun ja eigentlich auch in meinem Alter recht gut über diese Zeit Bescheid.
Die beiden Hauptdarsteller Katrin Saß und Daniel Brühl spielen ihre Rollen wirklich perfekt. Gerade bei Daniel Brühls Charakter fällt mir so kein deutscher Schauspieler ein, der diese Rolle so darstellen könnte, wie er nun eben selbst. Aber nicht nur die beiden, sondern eigentlich alle mitwirkenden Schauspieler machen ihre Sache sehr gut – außer vielleicht eine Frau, die als Verkäuferin im Supermarkt einen Satz zu sagen hat. Der wirkt nämlich alles andere als realistisch. Alle anderen Schauspieler sind aber wirklich gut!
------FAZIT:------
Ein wirklich urkomischer Film, der aber nicht unter die Gürtellinie geht, dafür aber umso anspruchsvoller ist. Diesen Film kann man sich sicher auch tausend Mal ansehen, weil einem sicher immer wieder neue witzige Details auffallen...
------STORY:------
Alex Kerner (Daniel Brühl) ist ein junger Mann in Ostberlin zur Zeit der Wende. Wenige Tage vor der Wende bekommt seine Mutter (Katrin Saß) einen Herzinfakt und fällt ins Koma, weil die verdiente und treue DDR-Bürgerin sehen muss, wie ihr Sohn für die Öffnung der Grenze auf die Straße geht und von Polizisten verhaftet wird.
8 Monate liegt Alex\' Mutter im Koma; 8 Monate, die die Welt verändern: Die Deutsch-Deutsche Grenze wird geöffnet, viele ehemalige DDR-Bürger ziehen in die alten Bundesländer, weil sie dort besser Zukunftschancen sehen, die ständige Gefangenschaft der DDR-Bürger ist beendet, in den Geschäften ist nun alles im Überfluss zu kaufen und die Grenzbeamten sind nur noch Dekoration... Aber auch in der kleinen Welt der Familie Kerner ändert sich viel: Alex\' Schwester Ariane (Maria Simon) ist mit einem jungen Mann aus dem Westen zusammen und hat ein Kind, außerdem arbeitet sie nun bei Burger King. Alex hat sich in die Krankenschwester Lara (Chulpan Khamatova) verliebt und arbeitet bei einer Firma, die Satellitenschüsseln verkauft.
Als die Mutter von Alex wieder aus dem Koma erwacht, sagt ihm der Arzt, seine Mutter dürfe sich nicht aufregen, da sie sonst wieder einen Herzinfakt bekommen kann und wohl sterben wird. Also nimmt Alex seine Mutter wieder mit nach Hause und versucht nun in der 79qm-Wohnung die DDR wieder zum Leben zu erwecken, denn die Erkenntnis, dass der Kapitalismus über den Sozialismus gesiegt hat, wäre für seine Mutter zu viel. Nun stellen sich allerdings viele Fragen: Woher die Spreewaldgurken nehmen, auf die die Mutter plötzlich einen Heißhunger hat? Was tun, als die Mutter plötzlich Lust bekommt, das TV-Gerät einzuschalten? Und wie was soll Alex tun, damit die Mutter nichts merkt, als ihr Geburtstag – an dem FDJ-Kinder zu DDR-Zeiten immer für sie gesungen haben und die Partei ihr Geschenke brachte – immer näher rückt? Kurz: Alex hat alle Hände voll zu tun, seiner Mutter das Fortbestehen der DDR vorzuspielen – besonders, als dann noch ein riesen Coca Cola-Plakat auf der anderen Straßenseite installiert wird.....
------KOMMENTAR:------
Das ist mal Geschichtsunterricht der anderen Art. Der Film „Good Bye, Lenin“ spiegelt wirklich die Ereignisse um die Wendezeit wider und karikiert dann die vielen Veränderungen, die auf die ehemaligen DDR-Bürger zukamen – ob nun gesellschaftlich, wirtschaftlich oder politisch. Dabei liegen aber Komik und Dramatik sehr eng beieinander, denn neben den vielen skurilen, komischen Szenen gibt es auch immer wieder gefühlvollere Momente. Der Humor ist bei diesem Film aber wirklich anspruchsvoll und geht niemals unter die Gürtellinie, was in Deutschland ja leider selten der Fall ist.
Der Film ist übrigens wirklich für jeden etwas! Im Braunschweiger Kino waren Besucher aller Altersgruppen zu sehen: Vor uns saß ein Mädchen von etwa 15, 16 Jahren mit ihren Eltern, neben uns saß ein Renter-Ehepaar und dann waren auch meine Freunde und ich, mit unseren 18, 19 Jahren dort. Außerdem trafen wir dort Studenten, Erwachsene, Mitte-Ende 30 u.s.w. Viele komische Details wird man zwar sicher nur verstehen, wenn man entweder die DDR oder die Wende wirklich bewusst miterlebt hat, aber für den Rest der Besucher bleibt immer noch sehr viel Komisches über. Ich persönlich war 1989 7 Jahre alt, habe also kaum etwas von den Veränderungen bewusst mitbekommen, fand „Good Bye, Lenin!“ aber trotzdem urkomisch. Vieles hat man als politisch, geschichtlich und/oder gesellschaftlich Interessierter ja auch später noch mitbekommen und lernen können und so weiss man nun ja eigentlich auch in meinem Alter recht gut über diese Zeit Bescheid.
Die beiden Hauptdarsteller Katrin Saß und Daniel Brühl spielen ihre Rollen wirklich perfekt. Gerade bei Daniel Brühls Charakter fällt mir so kein deutscher Schauspieler ein, der diese Rolle so darstellen könnte, wie er nun eben selbst. Aber nicht nur die beiden, sondern eigentlich alle mitwirkenden Schauspieler machen ihre Sache sehr gut – außer vielleicht eine Frau, die als Verkäuferin im Supermarkt einen Satz zu sagen hat. Der wirkt nämlich alles andere als realistisch. Alle anderen Schauspieler sind aber wirklich gut!
------FAZIT:------
Ein wirklich urkomischer Film, der aber nicht unter die Gürtellinie geht, dafür aber umso anspruchsvoller ist. Diesen Film kann man sich sicher auch tausend Mal ansehen, weil einem sicher immer wieder neue witzige Details auffallen...
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