Hannibal (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von melannium
Der Stockfisch und der Menschenfresser
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Die Fortsetzung von „Das Schweigen der Lämmer“ entbietet den Freunden der kannibalischen Küche allerlei kulinarische Genüsse, nervt aber vor allem wegen seiner geisteskrank-kreativen Ergüsse im Skript. Kein Wunder, dass Jodie Foster dankend abgelehnt hat!
| I | N | H | A | L | T |
Wer – wie ich – den ersten Teil des Psycho-Spektakels versäumt hat oder sich nicht mehr recht erinnern kann (oder mag) sei beruhigt: der Handlungsverlauf im zweiten Teil ist nicht all zu kompliziert.
Die Karriere von FBI-Agentin Clarice Starling, die vor zehn Jahren kometenhaft begann, steht kurz vor dem Aus. Beim Einsatz gegen einen Drogenring erschießt sie eine junge Mami und wird prompt vom Dienst suspendiert. Der kultivierte Kannibale Hannibal Lecter – fuchsigerweise der geschlossenen Anstalt entflohen – frönt derweil im sonnigen Florenz der italienischen Lebensart. Vom FBI längst abgeschrieben, gibt es nur noch einen, der den ausgebüchsten Menschenmampfer fassen will: Der entstellte Millionär Mason Verger – Lecters einziges überlebendes Opfer – will seinen Widersacher in eine gruselige kleine Falle locken. Abgerichtete Turbowildschweine sollen Hannibal Lecter bei lebendigem Leib zerfleischen. Clarice ‚Ich-Ermittele-Trotzdem-Weiter’ Starling
entpuppt sich zu diesem Zweck als idealer Lockvogel.
| K | R | I | T | I | K |
Mensch! Was beginnt der Film doch vielversprechend! Hannibal Lecters erster Auftritt in einem Überwachungsvideo und das ganze Kino zuckt zusammen. Die Ossi-Frau, die neben mir sitzt, schreit sogar. Wirklich schockierend anzuschauen, wie er einer Krankenschwester ohne zu fragen ins Gesicht beißt! Wenn das den ganzen Film so weiter geht, sterbe ich. Aber keine Angst – Julianne Moore, die Clarice Starling spielt und das schauspielerische Talent eines Stockfisches besitzt, lenkt meine Aufmerksamkeit auf die Frage, ob ich nicht die Gretchen-Puppe aus meinem alten Kasperle-Theater heraussuchen soll, um sie zum Casting für „Das Schweigen der Lämmer 3“ zu schicken. Drei Millionen Dollar Gage für Julianne Moore sind einfach zu viel. Gretchen und ich könnten das Geld auch gut gebrauchen.
Aber der Filmprojektor schnurrt unerbittlich weiter. Meine Pepsi ist leer – die Blase voll.
Ekelhaft sind nicht nur die Schauspielkünste von Julianne Moore, sondern auch das Antlitz des entstellten Mason Verger, der von Gary Oldman gemimt wird. Ein Oscar für das beste Make-up wäre durchaus angebracht.
Zwei Stunden Film vergehen wie im Flug. Dann: Die Spannung steigt – die Blase platzt (na ja, fast jedenfalls...). Das umstrittene Ende des Films rückt näher. Lecter soll angeblich das Gehirn eines Widersachers verspeisen. Auf der Premierenfeier soll diese Szene Gäste dazu bewogen haben, das Kino zu verlassen! Unbelievable – aber aus irgendeinem Grund muss der Film ja wohl ab 18 sein.
Der Projektor schnurrt – die Säge surrt. Und... das ganze Kino lacht, nein, es grölt. Die Szene mit dem aufgesägten Kopf wirkt derart lächerlich, dass der Film plötzlich zu einem riesigen Klamauk mutiert. Vergessen sind die raren schockierenden Augenblicke aus den vorangegangenen 130 Minuten. Eine herbe Enttäuschung.
| F | A | Z | I | T |
„Abä de Ridlie Scott macht doch sönst immö ganz gude Filmä“, sagt die Ossi-Frau neben mir während der Abspann läuft. Diesmal war’s aber nix mit dem hochgelobten „blutig-genialen Spannungsmix“. Es soll Leute geben, die da anders denken...
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Wer – wie ich – den ersten Teil des Psycho-Spektakels versäumt hat oder sich nicht mehr recht erinnern kann (oder mag) sei beruhigt: der Handlungsverlauf im zweiten Teil ist nicht all zu kompliziert.
Die Karriere von FBI-Agentin Clarice Starling, die vor zehn Jahren kometenhaft begann, steht kurz vor dem Aus. Beim Einsatz gegen einen Drogenring erschießt sie eine junge Mami und wird prompt vom Dienst suspendiert. Der kultivierte Kannibale Hannibal Lecter – fuchsigerweise der geschlossenen Anstalt entflohen – frönt derweil im sonnigen Florenz der italienischen Lebensart. Vom FBI längst abgeschrieben, gibt es nur noch einen, der den ausgebüchsten Menschenmampfer fassen will: Der entstellte Millionär Mason Verger – Lecters einziges überlebendes Opfer – will seinen Widersacher in eine gruselige kleine Falle locken. Abgerichtete Turbowildschweine sollen Hannibal Lecter bei lebendigem Leib zerfleischen. Clarice ‚Ich-Ermittele-Trotzdem-Weiter’ Starling
entpuppt sich zu diesem Zweck als idealer Lockvogel.
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Mensch! Was beginnt der Film doch vielversprechend! Hannibal Lecters erster Auftritt in einem Überwachungsvideo und das ganze Kino zuckt zusammen. Die Ossi-Frau, die neben mir sitzt, schreit sogar. Wirklich schockierend anzuschauen, wie er einer Krankenschwester ohne zu fragen ins Gesicht beißt! Wenn das den ganzen Film so weiter geht, sterbe ich. Aber keine Angst – Julianne Moore, die Clarice Starling spielt und das schauspielerische Talent eines Stockfisches besitzt, lenkt meine Aufmerksamkeit auf die Frage, ob ich nicht die Gretchen-Puppe aus meinem alten Kasperle-Theater heraussuchen soll, um sie zum Casting für „Das Schweigen der Lämmer 3“ zu schicken. Drei Millionen Dollar Gage für Julianne Moore sind einfach zu viel. Gretchen und ich könnten das Geld auch gut gebrauchen.
Aber der Filmprojektor schnurrt unerbittlich weiter. Meine Pepsi ist leer – die Blase voll.
Ekelhaft sind nicht nur die Schauspielkünste von Julianne Moore, sondern auch das Antlitz des entstellten Mason Verger, der von Gary Oldman gemimt wird. Ein Oscar für das beste Make-up wäre durchaus angebracht.
Zwei Stunden Film vergehen wie im Flug. Dann: Die Spannung steigt – die Blase platzt (na ja, fast jedenfalls...). Das umstrittene Ende des Films rückt näher. Lecter soll angeblich das Gehirn eines Widersachers verspeisen. Auf der Premierenfeier soll diese Szene Gäste dazu bewogen haben, das Kino zu verlassen! Unbelievable – aber aus irgendeinem Grund muss der Film ja wohl ab 18 sein.
Der Projektor schnurrt – die Säge surrt. Und... das ganze Kino lacht, nein, es grölt. Die Szene mit dem aufgesägten Kopf wirkt derart lächerlich, dass der Film plötzlich zu einem riesigen Klamauk mutiert. Vergessen sind die raren schockierenden Augenblicke aus den vorangegangenen 130 Minuten. Eine herbe Enttäuschung.
| F | A | Z | I | T |
„Abä de Ridlie Scott macht doch sönst immö ganz gude Filmä“, sagt die Ossi-Frau neben mir während der Abspann läuft. Diesmal war’s aber nix mit dem hochgelobten „blutig-genialen Spannungsmix“. Es soll Leute geben, die da anders denken...
17 Bewertungen, 2 Kommentare
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16.02.2002, 22:27 Uhr von viper0
Bewertung: sehr hilfreichHabe ihn nicht gesehen. Bin auch erst 15. *gg*
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16.02.2002, 22:17 Uhr von DjtheFreak
Bewertung: sehr hilfreichhab ihn noch nicht gesehn, werd ich wohl auch nicht
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