Zwielicht (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von DieEine

Im Zwielicht ist nichts wie es scheint

Pro:

Wendungen in der Geschichte sorgen für Spannung, hervorragende Schauspieler, ein etwas anderer \"Gerichts-Film\"

Kontra:

evt. dass nach dem ersten Gucken der Kick beim Ende weg ist

Empfehlung:

Ja

Heute ist mal wieder so ein Tag zum im Bett verkriechen und Fernseh zu gucken, was ich auch bis jetzt getan habe. Zur Unterhaltung habe ich mal wahllos in meine Film-Kiste gegriffen und dabei den Film \"Zwielicht\" rausgefischt. Ein gute Wahl.

_Die Story
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Erzbischof Rushman wird auf bestialische Weise mit 72 Messerstichen ermordet.
Der 19-jährige Messdiener Aaron Stampler (Edward Norton) flieht blutverschmiert vom Tatort und wird kurze Zeit später von der Polizei geschnappt.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass in diesem Fall für die Todesstrafe plädiert wird und da dieser Fall eben so eindeutig ist, soll ihn die eher zurückhaltende Anwältin Janet Venable (Laura Linney) übernehmen.

Die ganze Sache gestaltet sich aber schwieriger als erwartet, denn entgegen aller Erwartungen, wird Aaron nicht von einem Pflichtverteidiger vor Gericht vertreten.
Staranwalt Martin Vail (Richard Gere) verteidigt den schüchternen, geistig zurückgebliebenen Jungen völlig umsonst.
Ihm geht es nicht um Geld, sondern darum zu gewinnen - so aussichtslos der Fall auch ist.
Im Normalfall hält Vail sich nur an die Fakten und interessiert sich nicht, ob sein Mandant schuldig oder unschuldig ist.

Vail stützt seine Verteidigung auf Aarons Aussage, eine dritte Person im Schlafzimmer Rushmans gesehen zu haben und beginnt in diese Richtung zu ermitteln.
Dabei stößt er darauf, dass der Erzbischof seine Messdiener für private Sexspielchen missbraucht hat und darüber hinaus auch noch in dubiose Immobiliengeschäfte verstrickt war.

Obwohl er bei seinen Nachforschungen auch auf ein Motiv Aarons stößt, glaubt er seinem Mandanten. Vail ist sich sicher, dass Aaron den Mord nicht begangen hat und beginnt sogar ein väterliches Verhältnis zu dem Jungen aufzubauen - ein folgenschwerer Fehler...

Meine Meinung
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So gradlinig wie Anwalt Vail, bin ich auch an diesen Film herangegangen.
Ich liebe Gerichtsfilme (ich weiß, das Genre gibt es so nicht, aber ich mag einfach Filme, die im Gericht spielen) und da ganz besonders solche, wo aussichtslose Fälle mit viel Raffinesse und Auslegung der Gesetze gewonnen werden.

Ich dachte, dass der Staranwalt auch in diesem Fall den eindeutigen Mordfall auf diese Weise klären würde, aber so ist es bei \"Zwielicht\" eben nicht, denn die Schuldfrage von Aaron wird immer wieder in Frage gestellt und durch kleine Begebenheiten wird man immer wieder aufs Glatteis geführt.
Zu keiner Zeit kann man sich eindeutig auf eine Seite schlagen. Ich war mir zumindest nie sicher, ob Aaron schuldig oder unschuldig ist, egal wie die Beweislage war.

Dieses hin- und hergerissensein ist den brillanten Schauspielern von \"Zwielicht\" zu verdanken.
Richard Gere spielt den gerissenen und cleveren Strafverteidiger aus Überzeugung sehr eindrucksvoll.
Kritiker sprechen von der besten Darstellung seiner Karriere, was ich so zwar nicht ganz unterstreichen kann, aber er spielt schon gut und auch die Entwicklung des Anwalts von der Skrupellosigkeit zur Fürsorglichkeit wird von Gere gut herausgearbeitet.

Hervorragend ist vor allem Edward Norton als multiple Persönlichkeit (mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht sagen, denn ich will einfach nicht zu viel vom Film verraten).
Er ist als stotternder Aaron mit den unschuldigen Blick eines Pfadfinders, sowie als stärkere zweite Persönlichkeit absolut glaubwürdig.

Die bis zur kleinsten Nebenrolle perfekt besetzten Darsteller tragen den Film und sorgen immer wieder dafür, dass man die Wendungen, die der Film besonders zum Ende hin zuhauf macht, ernstnimmt. Durch die ganzen Verstrickungen, die \"Zwielicht\" spannend halten, ist auch das Ende nicht vorhersehbar und sorgt für den richtigen \"Aha-Effekt\".

Auch, wenn \"Zwielicht\" nicht so ist, wie ich erwartet hatte, so gehört er zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Es geht in erster Linie nicht darum, die Gesetze auszunutzen und die Unschuld einer Person zu beweisen, sondern es geht um die Charaktere, deren Entwicklung und die daraus resultierende Entwicklung des Mordfalles.

_Mein Fazit
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Obwohl das Ende überraschend ist und der Film somit beim zweiten Gucken nicht mehr so spannend ist, gehört \"Zwielicht\" zu den Filmen, die ich mir immer wieder angucken kann, weil die Geschichte gut durchdacht ist und die Schauspieler ihn absolut sehenswert machen...immer wieder.

30 Bewertungen, 2 Kommentare

  • melle7484

    02.10.2004, 18:51 Uhr von melle7484
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hörts cih spannend an! cu, melle

  • Akibest

    01.10.2004, 21:26 Uhr von Akibest
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hab den Film gesehen und fand das Ende extrem geil. Bringt einen echt zum grübeln, ob der Anwalt ihn wirklich verteidigen sollte.Gruß Akibest