Butterfly Effect (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von SVoigt3000

Flieg kleiner Schmetterling...

Pro:

Mal etwas andere Story, sehr spannend, solide Schauspieler-Leistung, sehr gute junge Schauspieler (Kinder)

Kontra:

100%ig können die Schauspieler nicht überzeugen, Effekthascherei durch Zeigen von Perversionen

Empfehlung:

Ja

Als ich die Vorschau zum Film „Butterfly Effect“ im Kino sah, dachte ich, der Film könnte gut werden: Spannend, scheinbar nicht gerade anspruchslos und dazu mal eine interessante Geschichte... Also war ich nun auch wirklich im Kino und habe mir den Streifen angesehen...

-----STORY:-----
Evan (Ashton Kutcher) hatte eine schlimme Kindheit: Er wurde von dem Vater einer Freundin sexuell belästigt, hatte mit deren sadistischem Bruder mehr als nur eine Fehde und dann passierte auch noch etwas Schreckliches, als der kleine Evan mit seinen Freunden einen Briefkasten in die Luft sprengen wollte. Was passiert ist? Das weiss Evan selbst nicht mehr, denn er hat bei schrecklichen Ereignissen immer Blackouts, nach denen er nicht mehr weiss, was geschehen ist.

Mittlerweile geht Evan aber zur Universität und hatte seit Jahren keine Blackouts mehr. Alles läuft gut – besonders als er eine äußerst attraktive junge Frau mit auf sein Zimmer nimmt. Die findet seine Tagebücher und bittet Evan, etwas daraus vorzulesen. Und so kommen die Erinnerungen an seine schlimme Kindheit wieder hoch und beim Lesen hat er wieder einen dieser Blackouts. Nach und nach findet er nun heraus, dass er mit Hilfe seiner Tagebücher in seine Kindheit reisen und diese verändern kann. Was er aber erst später bemerkt: Ändert er die Vergangenheit, hat dies auch Auswirkungen auf die Zukunft – und zwar meistens sehr böse...


-----KOMMENTAR:-----
Zu Anfang des Films bekommt der Zuschauer einen Crashkurs in Einsteins Chaostheorie. Demnach kann der Flügelschlag eines Schmetterlings irgendwo anders auf der Welt einen Wirbelsturm auslösen. Ein bekanntes Bild zur Veranschaulichung einer Theorie, die wohl kaum jemand wirklich versteht. Und so passiert es auch im „Butterfly Effect“: Evan ändert Kleinigkeiten in der Vergangenheit, die große Auswirkungen auf die Gegenwart haben. Mich erinnerte das Ganze beim Anschauen des Films stark an Star Trek, wo immer gesagt wurde, man dürfe bei Zeitreisen nicht gesehen werden oder nichts verändern, weil dies sonst die Gegenwart beeinflussen könnte. Insofern ist die Handlung von „Butterfly Effect“ ein alter Hut, hat aber trotzdem das gewisse Etwas. Solch eine Handlung gab es meines Wissens bisher in keinem Horrorfilm, Thriller oder als was man diesen Film nun auch bezeichnen möchte.

Leider wirkt der Film dadurch, dass Evan immer wieder versucht, die Gegenwart durch Veränderungen der Vergangenheit richtig zu stellen etwas Episodenhaft. Dies wird zum einen durch die fast durchgängige Spannung und zum anderen dadurch, dass Evan zu vielen Szenen seiner Kindheit an verschiedenen Stellen des Films zurückkehrt ganz gut überdeckt, bleibt aber doch auffällig.

Ein weiterer Makel sind die Logikfehler, die eigentlich schon zwangsläufig auftreten, wenn man einen Film über das Zeitreisen dreht. Hier und da bemerkt man immer wieder Unstimmigkeiten, die man aber – wieder dank der ständigen Spannung – in Kauf nimmt oder zumindest darüber hinwegsieht. Der Handlung muss man aber auch lassen, dass sie, wenn auch nur minimal, schon zum Nachdenken anregen kann. Wie oft fragen wir uns, wie unser Leben wohl wäre, wenn wir dies und das nicht getan hätten? Wie oft wünschen wir uns hier und da eine kleine Veränderung (ob an uns, an unseren Handlungen, an dem was wir sagen oder nicht sagen...)? „Butterfly Effect“ führt einem vor Augen, wie wenig wir die Konsequenzen unserer Handlungen abschätzen können, wie weit die Konsequenzen reichen können und wie sehr wir nicht nur für uns, sondern auch für andere mit unseren Handlungen verantwortlich sein können. Leider kommen diese Gedanken und Anspielungen immer etwas kurz, aber sie sind auf jeden Fall da – und das allein ist schon gut und hebt den Film von anderen Filmen seines Genres ab.

Die Regisseure Eric Bress und J. Mackye Gruber schaffen es – wie schon gesagt – auch immer wieder Spannung zu erzeugen und hier und da den Zuschauer vor Schreck ordentlich zusammen zucken zu lassen. Dabei greifen sie vor allem auf den perversen Charakter von Tommy Miller zurück, der sadistisch und psychopatisch zugleich ist, Tiere und Menschen quält und wohl bereits jedem in seiner Umgebung gedroht hat, ihn/sie umzubringen. Klar das sofort Spannung herrscht, wenn solch eine Person in der Nähe ist, weil man einfach niemals weiss, was er als nächstes tut. Nur stellte sich mir bei diesem Charakter auch immer die Frage, in wie weit man Perversionen zeigen muss, um einen einfachen Effekt zu erzielen. Aber darin hat der Filmstab Übung, denn er zeigte sich auch für das perverse Massenmorden im Film „Sieben“ mit Brad Pitt und Morgan Freeman verantwortlich. Zurück zum „Butterfly Effect“: Außerdem sorgt die Tatsache für Spannung, dass der Zuschauer in vielen Szenen genauso viel oder wenig weiss, wie Evan, der ja nach seinen Blackouts seine Erinnerung verliert und man nun beispielsweise rätseln muss, was Schreckliches bei dem Kinderstreich passierte, als die Freunde den Briefkasten in die Luft sprengen wollten.

Schauspielerisch ist der Film gut, aber nicht überragend besetzt. MTV-Moderator Ashton Kutcher („Punk\'d“) durfte zwar schon in Filmen wie „Voll Verheiratet“ mitspielen, aber schafft es eigentlich auch bei „Butterfly Effect“ kaum, mehr zu sein als der coole und gut aussehende Frauenschwarm. Wirklich mitreißen kann bei den erwachsenen Schauspielern niemand. Zu den jungen Schauspielern, die die Kinderszenen spielen, muss ich sagen, dass diese für ihr Alter sehr gut sind. Die meisten haben auch schon in großen Hollywoodproduktionen mitgewirkt, sind also keine unbeschriebenen Blätter. Und das ist auch gut so, denn ihre Parts sind nicht klein im „Butterfly Effect“.


-----FAZIT:-----
Ein sehr spannender Film mit einer etwas anderen Handlung, der aber hier und da auch Schwächen hat. Trotzdem: Ansehen kann ich jedem empfehlen, der einen spannenden Kinoabend erleben möchte.

23 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Phlegma

    06.09.2004, 01:06 Uhr von Phlegma
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Beitrag, hätte mir aber mehr Inhalt zur Story gewünscht. Ausserdem würde ich gerne wissen welche Logikfehler du meinst. Ich unterhalte mich nämlich gerne darüber *g* Liebe Grüße, das P.

  • negelchen

    02.09.2004, 00:48 Uhr von negelchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    der film kam vorletzte woche in der sneak. ich muss aber leider zugeben, dass er mir zu schlimm war. ich bin nach ner halben stunde aus dem kino gegangen,.. ich hab keine nerven für solche filme. jetzt ärgerts mich aber ein bisschen, weil ich doc

  • Tris.

    01.09.2004, 17:56 Uhr von Tris.
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kenn ih leider nicht, aber ein schöner Berich.t