Last Man Standing (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2010
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Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun
Willis auf staubigen Abwegen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Irgendwie habe ich das Erscheinen dieses für Bruce Willis doch ungewöhnlichen Streifens seinerzeit vollkommen verpasst und bin auch in der DVD Abteilung zwar immer mal wieder drüber gestolpert, hab mich aber nie dazu durchringen können sie näher in Augenschein zu nehmen. Eigentlich mag ich Bruce Willis Filme recht gern, doch speziell dieser hier sagte mir überhaupt nichts. Das änderte sich kürzlich, als im Bekanntenkreis ausnahmsweise mal Langeweile herrschte und der Vorschlag aufkam wieder nen Film in den Player zu schubsen – man ahnt es bereits – es war “Last Man Standing”, den mein Kumpel wohl schon seit 2 Jahren im Regal stehen und erst einmal angeschaut hatte (Was nebenbei recht ungewöhnlich für ihn ist *g*). Nachdem ich ihn endlich gesehen hatte, war mir klar, DEN musst du auch in deine Sammlung einreihen. Gesagt – Getan! Da diese DVD irgendwie atypisch und für einen Bruce Willis Film recht unbekannt ist, wird er derzeit fast überall für etwa 9,99 € auf dem Wühltisch / Sonderangebotsflächen verramscht.
Der Steckbrief
Die Story
Wir befinden uns in den 30er Jahren zur Zeit der Prohibition. Der Gelegenheits-Pistolero John Smith (Bruce Willis) zuckelt auf der Suche nach ein paar schnell verdienten Dollars auf einer einsamen und staubigen Landstrasse herum, die in ein texanisches Kaff namens „Jericho“ führt. Hier nahe der Mexikanischen Grenze floriert der Alkoholschmuggel und die grossen Gangs aus Chicago schicken so ziemlich ihre unfähigsten Gangster dorthin, um dieses Geschäft in der trostlosen Gegend aufrecht zu erhalten, dementsprechend mies ist man in diesem tristen Ort personell ausgerüstet. Dennoch halten sich die Köpfe der hier ansässigen 2 rivalisierenden Gangs (Strozzi und Doyle) für unheimlich wichtig. Wie sich herausstellen wird, ein idealer Spielplatz für unseren Anti-Helden Smith, der direkt bei seiner Durchfahrt mit den Vertretern Doyle-Gruppierung aneinanderrasselt, welche ihm aus fadenscheinigen Gründen sein Auto demolieren. Derart gezwungen seinen Wagen in der ortsansässigen Werkstatt wieder herrichten zu lassen, quartiert Smith sich kurzerhand vorläufig ein und beschliesst nachdem er vom Barkeeper ein paar nützliche Hinweise erhalten hat, wie und wer in dieser gottverdammten Stadt die Hosen anhat, sein Taschengeld ein wenig aufzubessern und erstmal denjenigen, der seinen Wagen ramponierte unsanft aus dem Leben zu befördern, sehr zur Freude des hiesigen Leichenbestatters...
Seine kaltblütige Aktion erweckt natürlich die Aufmerksamkeit eines der konkurrierenden Bande leitenden Strozzi-Brüder...kurz darauf lässt er sich als Gunman von der italienischstämmigen Familien-Gang anheuern, für vergleichsweise sehr viel mehr Geld, als der Rest der Truppe bekommt. Nicht alle Strozzi-Familienmitglieder sind mit ihm einverstanden und es tobt bei ihnen ein interner Machtkampf der Brüder, den Smith wieder mal für sich ausnutzt und Informationen an die Gegenseite verkauft, indem er sich an den korrupten Sheriff wendet, der zu Doyles Leuten in engem Kontakt steht. Langsam spannt er sein Netz, indem er die beiden Syndikate gegeneinander ausspielt, immer darauf bedacht möglichst viel Profit für sich persönlich einzustreichen. Bald darauf „kündigt“ er bei den Strozzis und verhält sich zuerst scheinbar neutral, lehnt auch lukrative Angebote der Gegenseite ab, was den Preis für seine begehrten Dienste wie von ihm geplant weiter in die Höhe treibt. Er streut weiterhin Gerüchte und Informationen zu beiden Seiten aus, um die beiden verfeindeten Lager gegeneinander auszuspielen und am Ende einen schönen Gewinn abzugreifen. Als er den richtigen Zeitpunkt für gekommen hält sich der Gang von Doyle anzuschliesssen, macht der ansonsten ultra-coole Smith aber unvorsichtigerweise bei einem seiner Aufträge einen sentimentalen und grossen Fehler, der Ereignisse in Gang setzt, an deren Ende wirklich nur noch einer aufrecht dasteht...the last man standing.
Die Darsteller
Beschränken möchte ich mich vornehmlich auf die beiden herausragenden Figuren der Geschichte. Der Rest der Besetzung ist passend und alles andere als Übel, wenn auch ein wenig stereotyp, bis auf Bruce Dern findet sich im Cast aber nicht wirklich ein bekanntes Gesicht. Dennoch spielen alle Darsteller ihre Rollen bis hinunter zu den Statisten gut, auch die jeder Figur innewohnenden Spleens nimmt man ihnen jederzeit ab, doch kommen wir zu den Highlights:
Bruce Willis – “John Smith”, es wird im Ganzen Film nicht geklärt, ob dies sein wirklicher Name ist, oder ob er sich dieses Pseudonym nur wegen des Allerweltsnamens selbst gegeben hat. Willis brilliert hier in der Rolle des opportunistischen Anti-Helden, der alle in Jericho in die Tasche steckt, sei es an Hinterlistigkeit oder die Fähigkeit mit Schusswaffen umzugehen... das heisst mit einer Ausnahme: “Hicky” Beide Charaktere haben versteckte Gemeinsamkeiten, beide sehen die Stadt Jericho in erster Linie als lukrative Geldquelle.
Christopher Walken – ist “Hicky”, die erste Geige der Doyle-Bande, neben Willis’ Charakter der skrupelloseste und fähigste Gegenspieler, den man sich denken kann. Eine Figur, wie geschaffen für den verschrobenen Christopher Walken. Zwar ist Walken “nur” die rechte Hand seines Bosses, aber genau wie Smith kein Möchtegern Gangster, wie die provinziellen Stümper in beiden Syndikaten, sondern ein hartgesottener Psychopath aus Chicago, der in Jericho seine Dollars als Top-Killer leicht verdienen möchte
Umsetzung der Story
Düster, staubig, gewalttätig – das sind die drei Attribute, die mir spontan einfallen. Das gottverlassene Kaff und seine Bewohner an der mexikanischen Grenze sind an Verfall und Korruptheit kaum zu übertreffen, hier sagen sich Coyote und Hase buchstäblich „Gute Nacht“. Irgendwie fühlt man sich von den Gebäuden und den Figuren her, eher an einen Western erinnert, denn an einen Gangster Film, das Flair ist einfach hinreissend, was nicht wenig an der reduzierten Farbpalette des gesamten Films liegt – laut dem Regisseur ist das auch vollkommen beabsichtigt, er wollte (so erfahren wir aus dem Bonusmaterial) sogar anfangs den ganzen Film in Schwarz-Weiss drehen, um die Atmosphäre der 30er richtig rüberzubringen. Im Endeffekt hat er doch in Farbe gedreht, allerdings dem ganzen Werk einen „alten“ Anstrich gegeben, indem er die Farben mit Sepia (ein Braunton) nachbearbeitet hat. Dadurch wirkt die staubige, einsame Ödnis der umgebenden Steppe noch bedrückender und trostloser.
Obgleich hier die blauen Bohnen beinahe im 5 – 10 Minutentakt durch die Gegend flitzen, spritzt keinerlei Blut, zwar setzt Walter Hill stark auf exzessive Feuergefechte und Kaltblütigkeit, doch so übermässig zur Schau gestellte Gewalt, wie beispielsweise bei Tarrantino gibt es nicht zu sehen, Hill überzeichnet diese Szenen extrem stark, was ihnen etwas Surreales – ja manchmal Unglaubwürdiges - verleiht, da solcherlei Situationen konträr zu dem stehen, was wir heute unter Alltag verstehen, hier unterstelle ich dem Regisseur einfach mal die Absicht, uns diesen Gegensatz vor Augen zu führen. Die Einstufung FSK 16 ist aber auf jeden Fall gerechtfertigt.
Die Musik von Ry Cooder passt sich der visuellen Präsentation an – schwermütiger, melancholischer Texas-Blues wird geboten, der selbst in hektischen Situationen so träge vor sich hinplätschert, wie das Leben in Jericho und Umgebung. So ist man bei Schüssen irgendwie irritiert, sie knallen umso lauter und sind irgendwie akustisch „störender“, als das bei manch anderen Filmen der Fall ist, wo die Filmmusik durch erhöhtes Tempo bereits erahnen lässt, dass etwas im Busch ist – nicht so bei Last Man Standing, der Soundtrack ist geradezu genial unauffällig, unaufdringlich und passend mit einigen Western-Elementen durchsetzt – ein Ohrenschmaus für Blues-Fetischisten.
Das Bonusmaterial
Nichts Besonderes – Der DVD-Trailer und ein wenig Zusatzmaterial, welches ausschliesslich in schriftlicher Form vorliegt, immerhin finden sich neben den Produktionsnotizen mit einigen interessanten Background-Infos auch noch die Filmographien der wichtigsten Darsteller. Nicht unbedingt der Kracher, aber zumindest einmal lesenswert. Leider liegt auf der DVD nicht man die englische Tonspur vor...Schade, hätte ihn mir gerne mal im Original reingepfiffen...
Fazit
Er ist kommerziell nicht so erfolgreich gewesen, was man bereits am Preis und dem gebotenen Zusatzmaterial ersehen kann. Ich kann das durchaus nachvollziehen, Bruce Willis bewegt sich hier als opportunistischer Anti-Held mal abseits des Mainstreams, eine doch ungewöhnliche Rolle für ihn. Seine erklärten Fans erwarten sicherlich etwas anderes – nämlich das Übliche Schema– von ihm: Action-Held mit sprödem Hintergrund und dauernd coolen Sprüchen. Der wortkarge, beinahe skrupellose Loner, den er hier verkörpert ist da ganz bestimmt ein Kulturschock, zeigt aber, dass auch Willis was anderes spielen kann, als den im Grunde sauberen Helden.
Mit Christopher Walken als Antagonist kommt dann ein Film heraus, der eine dichte Atmosphäre aufbaut und diese auch halten kann, nicht zuletzt, wegen der ungewöhnlichen Story, der schlichtweg genialen Musik-Untermalung und der tristen, bräunlichen Grundfarbe des Werkes. Last Man Standing polarisiert: Die Einen werden ihn lieben, weil er aussergewöhnlich ist – Die Anderen werden ihn hassen, weil er halt nicht genau das bietet, was sie von Bruce Willis erwarten. Ich jedenfalls vergebe für die DVD ein „gut“ aber auch nur, da das Bonusmaterial zu dürftig ausfällt und die Original-Tonspur fehlt...Verdient hätte der Film eigentlich ein „sehr gut“.
„Mein grösster Fehler?...Ich kam ohne Gewissen zur Welt“
Jürgen
Der Steckbrief
- Original-Titel: „Last Man Standing“
Nach einer Story von Ryuzo Kikushima & Akira Kurosawa - Erscheinungsjahr: 1996 (DVD 2000)
- Vertrieb: Mawa / VCL
- FSK: 16
- Genre: Neowestern / Gangster
- DVD-Art: Typ 9 (zweischichtig einseitig)
- Spieldauer: ca. 96 Minuten
- Bildformat: 16 : 9 Widescreen (2,35 : 1 anamorph gemastert)
- Ton: DD 5.1 und 2.0
- Sprachen: 1 (Deutsch)
- Untertitel: keine
- Regie & Drehbuch: Walter Hill
- Produzent: Arthur Sarkissian
- Musik: Ry Cooder
- Darsteller: Bruce Willis, Christopher Walken, Alexandra Powers, David Patrick Kelly, Karina Lombard, Bruce Dern
Die Story
Wir befinden uns in den 30er Jahren zur Zeit der Prohibition. Der Gelegenheits-Pistolero John Smith (Bruce Willis) zuckelt auf der Suche nach ein paar schnell verdienten Dollars auf einer einsamen und staubigen Landstrasse herum, die in ein texanisches Kaff namens „Jericho“ führt. Hier nahe der Mexikanischen Grenze floriert der Alkoholschmuggel und die grossen Gangs aus Chicago schicken so ziemlich ihre unfähigsten Gangster dorthin, um dieses Geschäft in der trostlosen Gegend aufrecht zu erhalten, dementsprechend mies ist man in diesem tristen Ort personell ausgerüstet. Dennoch halten sich die Köpfe der hier ansässigen 2 rivalisierenden Gangs (Strozzi und Doyle) für unheimlich wichtig. Wie sich herausstellen wird, ein idealer Spielplatz für unseren Anti-Helden Smith, der direkt bei seiner Durchfahrt mit den Vertretern Doyle-Gruppierung aneinanderrasselt, welche ihm aus fadenscheinigen Gründen sein Auto demolieren. Derart gezwungen seinen Wagen in der ortsansässigen Werkstatt wieder herrichten zu lassen, quartiert Smith sich kurzerhand vorläufig ein und beschliesst nachdem er vom Barkeeper ein paar nützliche Hinweise erhalten hat, wie und wer in dieser gottverdammten Stadt die Hosen anhat, sein Taschengeld ein wenig aufzubessern und erstmal denjenigen, der seinen Wagen ramponierte unsanft aus dem Leben zu befördern, sehr zur Freude des hiesigen Leichenbestatters...
Seine kaltblütige Aktion erweckt natürlich die Aufmerksamkeit eines der konkurrierenden Bande leitenden Strozzi-Brüder...kurz darauf lässt er sich als Gunman von der italienischstämmigen Familien-Gang anheuern, für vergleichsweise sehr viel mehr Geld, als der Rest der Truppe bekommt. Nicht alle Strozzi-Familienmitglieder sind mit ihm einverstanden und es tobt bei ihnen ein interner Machtkampf der Brüder, den Smith wieder mal für sich ausnutzt und Informationen an die Gegenseite verkauft, indem er sich an den korrupten Sheriff wendet, der zu Doyles Leuten in engem Kontakt steht. Langsam spannt er sein Netz, indem er die beiden Syndikate gegeneinander ausspielt, immer darauf bedacht möglichst viel Profit für sich persönlich einzustreichen. Bald darauf „kündigt“ er bei den Strozzis und verhält sich zuerst scheinbar neutral, lehnt auch lukrative Angebote der Gegenseite ab, was den Preis für seine begehrten Dienste wie von ihm geplant weiter in die Höhe treibt. Er streut weiterhin Gerüchte und Informationen zu beiden Seiten aus, um die beiden verfeindeten Lager gegeneinander auszuspielen und am Ende einen schönen Gewinn abzugreifen. Als er den richtigen Zeitpunkt für gekommen hält sich der Gang von Doyle anzuschliesssen, macht der ansonsten ultra-coole Smith aber unvorsichtigerweise bei einem seiner Aufträge einen sentimentalen und grossen Fehler, der Ereignisse in Gang setzt, an deren Ende wirklich nur noch einer aufrecht dasteht...the last man standing.
Die Darsteller
Beschränken möchte ich mich vornehmlich auf die beiden herausragenden Figuren der Geschichte. Der Rest der Besetzung ist passend und alles andere als Übel, wenn auch ein wenig stereotyp, bis auf Bruce Dern findet sich im Cast aber nicht wirklich ein bekanntes Gesicht. Dennoch spielen alle Darsteller ihre Rollen bis hinunter zu den Statisten gut, auch die jeder Figur innewohnenden Spleens nimmt man ihnen jederzeit ab, doch kommen wir zu den Highlights:
Bruce Willis – “John Smith”, es wird im Ganzen Film nicht geklärt, ob dies sein wirklicher Name ist, oder ob er sich dieses Pseudonym nur wegen des Allerweltsnamens selbst gegeben hat. Willis brilliert hier in der Rolle des opportunistischen Anti-Helden, der alle in Jericho in die Tasche steckt, sei es an Hinterlistigkeit oder die Fähigkeit mit Schusswaffen umzugehen... das heisst mit einer Ausnahme: “Hicky” Beide Charaktere haben versteckte Gemeinsamkeiten, beide sehen die Stadt Jericho in erster Linie als lukrative Geldquelle.
Christopher Walken – ist “Hicky”, die erste Geige der Doyle-Bande, neben Willis’ Charakter der skrupelloseste und fähigste Gegenspieler, den man sich denken kann. Eine Figur, wie geschaffen für den verschrobenen Christopher Walken. Zwar ist Walken “nur” die rechte Hand seines Bosses, aber genau wie Smith kein Möchtegern Gangster, wie die provinziellen Stümper in beiden Syndikaten, sondern ein hartgesottener Psychopath aus Chicago, der in Jericho seine Dollars als Top-Killer leicht verdienen möchte
Umsetzung der Story
Düster, staubig, gewalttätig – das sind die drei Attribute, die mir spontan einfallen. Das gottverlassene Kaff und seine Bewohner an der mexikanischen Grenze sind an Verfall und Korruptheit kaum zu übertreffen, hier sagen sich Coyote und Hase buchstäblich „Gute Nacht“. Irgendwie fühlt man sich von den Gebäuden und den Figuren her, eher an einen Western erinnert, denn an einen Gangster Film, das Flair ist einfach hinreissend, was nicht wenig an der reduzierten Farbpalette des gesamten Films liegt – laut dem Regisseur ist das auch vollkommen beabsichtigt, er wollte (so erfahren wir aus dem Bonusmaterial) sogar anfangs den ganzen Film in Schwarz-Weiss drehen, um die Atmosphäre der 30er richtig rüberzubringen. Im Endeffekt hat er doch in Farbe gedreht, allerdings dem ganzen Werk einen „alten“ Anstrich gegeben, indem er die Farben mit Sepia (ein Braunton) nachbearbeitet hat. Dadurch wirkt die staubige, einsame Ödnis der umgebenden Steppe noch bedrückender und trostloser.
Obgleich hier die blauen Bohnen beinahe im 5 – 10 Minutentakt durch die Gegend flitzen, spritzt keinerlei Blut, zwar setzt Walter Hill stark auf exzessive Feuergefechte und Kaltblütigkeit, doch so übermässig zur Schau gestellte Gewalt, wie beispielsweise bei Tarrantino gibt es nicht zu sehen, Hill überzeichnet diese Szenen extrem stark, was ihnen etwas Surreales – ja manchmal Unglaubwürdiges - verleiht, da solcherlei Situationen konträr zu dem stehen, was wir heute unter Alltag verstehen, hier unterstelle ich dem Regisseur einfach mal die Absicht, uns diesen Gegensatz vor Augen zu führen. Die Einstufung FSK 16 ist aber auf jeden Fall gerechtfertigt.
Die Musik von Ry Cooder passt sich der visuellen Präsentation an – schwermütiger, melancholischer Texas-Blues wird geboten, der selbst in hektischen Situationen so träge vor sich hinplätschert, wie das Leben in Jericho und Umgebung. So ist man bei Schüssen irgendwie irritiert, sie knallen umso lauter und sind irgendwie akustisch „störender“, als das bei manch anderen Filmen der Fall ist, wo die Filmmusik durch erhöhtes Tempo bereits erahnen lässt, dass etwas im Busch ist – nicht so bei Last Man Standing, der Soundtrack ist geradezu genial unauffällig, unaufdringlich und passend mit einigen Western-Elementen durchsetzt – ein Ohrenschmaus für Blues-Fetischisten.
Das Bonusmaterial
Nichts Besonderes – Der DVD-Trailer und ein wenig Zusatzmaterial, welches ausschliesslich in schriftlicher Form vorliegt, immerhin finden sich neben den Produktionsnotizen mit einigen interessanten Background-Infos auch noch die Filmographien der wichtigsten Darsteller. Nicht unbedingt der Kracher, aber zumindest einmal lesenswert. Leider liegt auf der DVD nicht man die englische Tonspur vor...Schade, hätte ihn mir gerne mal im Original reingepfiffen...
Fazit
Er ist kommerziell nicht so erfolgreich gewesen, was man bereits am Preis und dem gebotenen Zusatzmaterial ersehen kann. Ich kann das durchaus nachvollziehen, Bruce Willis bewegt sich hier als opportunistischer Anti-Held mal abseits des Mainstreams, eine doch ungewöhnliche Rolle für ihn. Seine erklärten Fans erwarten sicherlich etwas anderes – nämlich das Übliche Schema– von ihm: Action-Held mit sprödem Hintergrund und dauernd coolen Sprüchen. Der wortkarge, beinahe skrupellose Loner, den er hier verkörpert ist da ganz bestimmt ein Kulturschock, zeigt aber, dass auch Willis was anderes spielen kann, als den im Grunde sauberen Helden.
Mit Christopher Walken als Antagonist kommt dann ein Film heraus, der eine dichte Atmosphäre aufbaut und diese auch halten kann, nicht zuletzt, wegen der ungewöhnlichen Story, der schlichtweg genialen Musik-Untermalung und der tristen, bräunlichen Grundfarbe des Werkes. Last Man Standing polarisiert: Die Einen werden ihn lieben, weil er aussergewöhnlich ist – Die Anderen werden ihn hassen, weil er halt nicht genau das bietet, was sie von Bruce Willis erwarten. Ich jedenfalls vergebe für die DVD ein „gut“ aber auch nur, da das Bonusmaterial zu dürftig ausfällt und die Original-Tonspur fehlt...Verdient hätte der Film eigentlich ein „sehr gut“.
„Mein grösster Fehler?...Ich kam ohne Gewissen zur Welt“
Jürgen
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