Der Trakt (Taschenbuch) / Arno Strobel Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 02/2010
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von Barbraa
Häuten für die Kunst
Pro:
Spannung und Dramatik, nicht schwer zu lesen
Kontra:
Ein paar Unstimmigkeiten
Empfehlung:
Ja
2012,
352 Seiten,
DeutschFischer (TB.)
ISBN-13: 9783596191031
8,99 Euro
2. Autor
"Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier." Weitere Bücher sind Der Trakt und Das Wesen.
3. Inhalt
Die Studentin Nina erhält ein gruseliges Päckchen von einem unbekannten Absender. Darin ist ein Stück Haut, auf das der Anfang eines Romans geschrieben ist. Die Polizei findet schnell heraus, dass es sich dabei tatsächlich wie befürchtet um menschliche Haut handelt, die jemand dem Opfer us dem Rücken geschnitten hat. Und sie wissen auch bald, wer das Opfer ist: Die seit Tagen vermisste Heike Kleenkamp, Tochter des Verlegers der Hamburger Allgemeinen Tageszeitung, kurz HAT.
Der Fall wird aber noch perfider: Der Täter orientiert sich nämlich an einem Kriminalroman, in dem exakt das Gleiche geschieht: In "Das Skript" vom Hamburger Autor Christoph Jahn entführt ein abgewiesener Autor junge Frauen, zieht ihnen die Haut ab, töten sie und verschickt sein Werk auf der Haut an Zeitungen, um endlich an Ruhm zu kommen. Bald wird eine erste Frauenleiche gefunden und es treffen weitere Päckchen ein, diesmal an Redaktionen. Schließlich wird offenbar auch Nina entführt - sie hat vor einiger Zeit obendrein "das Skript" in der HAT verrissen.
Natürlich befragt die Polizei vor allem den Autor Christoph Jahn, der nichts damit zu tun haben will. Allerdings ist es verdächtig, dass ihm vor Jahren schon mal etwas ganz Ähnliches passierte: Damals brachte ein bis heute Unbekannter eine Frau auf die gleiche Weise um, wie in Jahn Krimi "Der Nachtmaler". Das Buch wurde daraufhin ein Bestseller. Könnte Jahn nun erneut zu dieser Methode gegriffen haben, um seine Verkäufe anzukurbeln? Oder haben sein Lektor oder sein Verleger etwas damit zu tun ...?
4. Meinung
Nachdem mir schon "Der Trakt" und "das Wesen" so gut gefallen haben, habe ich mir auch das neueste Werk von Arno Strobel zugelegt und wurde insgesamt nicht enttäuscht. Die Handlung ist schnell thrillerhaft und ziemlich hgrausig: Menschliche Haut wird genutzt, um ein Buch darauf zu schrieben, niemand weiß, ob das Opfer noch lebt und wie viele Frauen sterben werden für diesen abscheulichen Plan. Es ist für die Ermittler also ein Wettlauf mit der Zeit. Sie wissen zwar, dass die Frauen durchaus mit schweren Rückenverletzungen durch die fehlende Haut überleben können, doch als dann die erste Leiche gefunden wird, ist klar, dass die Frauen getötet werden, sobald ihr Rücken keine Haut mehr hergibt. Oberkommissar Stephan Erdmann und Andrea Mathiessen stehen unter großem Druck, den Fall schnell zu lösen und die entführten Frauen möglichst lebend zu befreien. Es ist keine neue Idee, dass sich ein Mörder an einem Roman orientiert, man kennt das besipielsweise aus "Basic Instinct". Trotzdem ist es spannend, denn auch hier steht man lange vor der Frage, ob der Autor vielleicht wirklich auf diese pervrse Weise (erneut) zu einem Bestseller kommen will - oder ob er wirklich einen durchgeknallten Fan hat oder ob jemand vom Verlag für diese Taten verantwortlich ist, denn auch der profitiert natürlich von den Ereignissen. Es gibt mehrere Verdächtige und die Ermittler müssen parallel mehrere Personen durchleuchten.
Die Handlung wird sehr flüssig erzählt, Längen gibt es keine, eigentlich ergibt sich ständig ein neuer Verdacht, ein neuer Hinweis und die Ermittler arbeiten auf Hochtouren. Man erfährt zwar nicht so viel von dem Ermittlerduo, aber sie wirken doch sympathisch und ich fände es nicht schlecht, wenn sie noch mal in einem weiteren Werk auftauchen würden - ganz interessant ist vor allem, dass Erdmann seine Kollegin anfangs nicht gerade gut leiden kann, aber die beiden wachsen zusammen und merken dann doch, was sie aneinander haben. Es ergibt sich daraus aber keine Liebesgeschichte und das finde ich gut, denn das lenkt mich oft von der richtigen Handlung ab. Zwischendrin wird immer wider in kurzen Kapiteln zu den Opfern geschalten und der Leser erfährt, allerdings nicht zu detailreich, dass es eklig wäre, was der Täter da mit ihnen macht. Man bekommt dadurch einen gewissen Bezug zu ihnen, vor allem zu Heike Kleenkamp und hofft natürlich, dass sie überleben wird.
Gestört haben mich nur wenige Dinge, aber dennoch: Am Ende haben die Erdmann und Mathiessen einen starken Täterverdacht, der Leser soll den Namen aber noch nicht erfahren. Und so wird auf mehreren Seiten auch im Gespräch der beiden der Name dieser Person immer umgangen und das ist ein bisschen unrealistisch, normalerweise würde eben einer der beiden den Namen dieser Person mal nennen und nicht immer auf ein Personalpronomen ausweichen. Dann störte mich ein bisschen das verhalten von Ninas Freund und einem weiteren gemeinsamen Freund der beiden. Nachdem Nina verschwunden ist und alles darauf hindeutet, dass auch sie ein Opfer des Täters werden wird, fehlte mir da die richtige Besorgnis oder Verzweiflung der beiden, die ihr nah stehen. Der Kumpel gibt flapsige Sprüche von sich, Ninas fester Freund dagegen kommt danach kaum noch vor. Und dann ist da noch die anfangs sehr brisante Sache, weshalb die Hauptkommissarin Mathiessen von ihrem Vorgesetzten Stohrmann so gehasst und gedemütigt wird. Ihr Partner Erdmann ist eine Weile ziemlich hin- und hergerissen, was er von ihr halten und was er glauben soll, das ihm Mathiessen und Stohrmann gegensätzliche Dinge sagen - aber das löst sich dann ein bisschen zu simpel in Wohlgefallen auf. Und komisch fand ich noch, dass die Polizisten erst durch den Autor bei einer der Befragungen erfahren, dass im Buch die Rezensentin entführt wird, die das Werk verrissen hat und dass damit auch Nina Hartmann woho entführt werden wird - denn natürlich haben sofort, nachdem klar wurde, welche Vorlage für die Taten genutzt wird, sich ein paar Beamte daran gemacht, das Buch zu durchforsten, um zu wissen, was alles passieren könnte. Eigentlich hätten die Ermittler also schon selbst viel früher erfahren müssen, dass Nina Hartmann in Gefahr schwebt.
5. Zusammenfassung
Ich vergebe eine Empfehlung an Thrillerfreunde und vier Sterne für diesen Roman. Ich fand ihn spannend und sehr kurzweilig, es gab aber ein paar kleine Unstimmigkeiten, die mich leicht störten und die dann zu einem Stern Abzug führten.
70 Bewertungen, 12 Kommentare
-
20.06.2012, 14:22 Uhr von Anyah
Bewertung: sehr hilfreichHört sich gut an. danke
-
20.06.2012, 12:39 Uhr von Themistokeles
Bewertung: sehr hilfreichAber das steht hier bei dem flaschen Buch! Du schreibst ja nicht über »Der Trakt«.
-
29.05.2012, 22:54 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
25.05.2012, 21:10 Uhr von webcrush2011
Bewertung: sehr hilfreich=) allerliebste Grüße =)
-
19.05.2012, 15:36 Uhr von Bjanne
Bewertung: sehr hilfreichSchönes WE und lieben Gruß;)
-
19.05.2012, 12:09 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima vorgestellt. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. GLG
-
19.05.2012, 10:13 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichMit dem SH sende ich auch paar Sonnenstrahlen. Ich hoffe, sie erreichen Dich.LG
-
19.05.2012, 09:18 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSh und ein schönes WE
-
19.05.2012, 04:13 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
-
19.05.2012, 03:34 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir ein schönes Wochenende KATJA
-
19.05.2012, 00:22 Uhr von DIREKT4000
Bewertung: sehr hilfreichGanz liebe Grüße
-
19.05.2012, 00:01 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
Bewerten / Kommentar schreiben