Eden Lake (DVD) Testbericht




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Erfahrungsbericht von Scoopexx
Vom romantischen Ausflug zum Überlebenskampf
Pro:
sehr spannend, gut gewählte Schauspieler, gut produziert
Kontra:
schürt eventuell Vorurteile gegenüber Jugendlichen
Empfehlung:
Ja
Eskalieren tut das Ganze allerdings erst, als die beiden wieder auf die Gruppe treffen und Stephen unabsichtlich den Hund der Clique ersticht. Der Anführer der Gruppe nimmt die Sache sehr persönlich und fortan jagen sie die beiden durch den Wald, wobei sich die Aggressionen immer weiter hochschaukeln.
Fazit:
Der Film hat so einige Szenen, bei denen man schonmal schlucken muss, weil die Brutalität doch sehr offen gezeigt wird. Er ist trotzdem nicht in der Tradition eines typischen Slasher-Movies, wie bspw. All the Boys Love Mandy Lane oder Scream, da die Gefahr hier von einer Bande Jugendlicher ausgeht und nicht von einer oder weniger von Natur aus böser/gestörter Personen. Somit thematisiert der Film auf seine Weise auch die Jugendkriminalität, die zwar nicht wirklich in den letzten Jahren zugenommen hat (in Deutschland), sich aber sicher auf keinem niedrigen Niveau befindet. Die Art und Weise wie das passiert, ist allerdings alles andere, als objektiv. Den Film als realistisch zu bezeichnen, wäre alles andere als fair, den Jugendlichen im Allgemeinen gegenüber. Man kann das soziale Gefüge in der Gang schon nachvollziehen, aber das ganze wirkt etwas übertrieben und überdreht, was die Storywriter dadurch konterkrieren wollten, dass sie einen "starken" Anführer an die Spitze der Gang gesetzt haben, der die anderen kontrollieren kann indem er sie zwingt, Mittäter zu werden und das ganze auf Handykamera aufnimmt. Dies führt dann zu einer Eigendynamik aus der niemand ausbrechen kann.
Eden Lake ist zumindest ein Film der schockieren soll. Gerade die Einbeziehung einer Gruppe Jugendlicher, fast noch Kinder, die eigentlich alle lediglich recht kleinkriminell sind, wenn man mal von ihrem "Anführer" absieht, und bei denen fast alle Emotionen zeigen, die eher in die Richtung Angst und Furcht gehen, als in die Richtung Aggressivität und Wut, sorgt dafür, dass Eden Lake ein ziemlich unbequemer Film ist, der den Zuschauer sehr aufwühlen kann. Man kann sich die Frage stellen, ob dahinter, wie oben schon angedeutet, eine gesellschaftskritische Aussage stehen soll, die auf die Verrohung der Jugend und der Gesellschaft im Allgemeinen hinweisen möchte. Wenn es so von den Produzenten geplant war, dann ist es zumindest nicht wirklich gut gelungen, da der Film an keiner Stelle auch nur irgendeine tiefergehende Aussage trifft, wie ein Clockwork Orange von Kubrick. Man hat hier deutlich mehr auf die Action-Komponente gesetzt. Wo Kubricks Stück Filmgeschichte beispielsweise Gewalt durch Unterlegung mit klassischer Musik verharmlost und so eine Aussage schafft, setzt Eden Lake auf die zusätzliche Dramatisierung und nimmt die offene Gewaltdarstellung als Möglichkeit, den Zuschauer mit den Opfern fühlen zu lassen. Die Sache führt also mehr zu Emotionen beim Zuschauer, als dass dieser zum Nachdenken aufgefordert wird.
Glücklicherweise hat man den Film über nicht das Gefühl, dass die Story lediglich dazu dient, die Gewaltdarstellungen zu rechtfertigen. Vielmehr gehen diese beiden Aspekte eine Symbiose ein. Immer wieder die nächste Schikane, die ja eigentlich recht harmlos mit Ruhestörung am Strand anfangen, führt dazu, dass die nächste Handlung eines Akteurs unausweichlich wird, die das ganze wieder auf eine höhere, schlimmere Ebene hievt, wodurch das anfangs seicht dahinplätschernde, romantische Abenteuer von Jenny und Stephen in einem Stakkato aus Aggression endet. Sowohl Story, als auch Gewaltdarstellungen befinden sich in einer ständigen Aufwärtsspirale, die auch den Zuschauer immer mehr packt und schockiert.
Auch wenn die Möglichkeit, in diesen Film etwas mehr Intelligenz einzubauen vergeben wurde, handelt es sich bei Eden Lake um ein sehr gut produziertes Stück Celluloid, das den Zuschauer zu fesseln vermag. Er ist sicher nichts für Weicheier, ohne allerdings den Pfad der absoluten Geschmacklosigkeit zu betreten, den so einige mehr oder weniger populäre Filme der letzten 10 Jahre für nachfolgende Veröffentlichungen immer breiter gestampft haben. Wer also diesem Genre nicht unaufgeschlossen gegenübersteht, der wird auch mit diesem Film sicherlich mitfiebern können.
Fakten:
Die deutsche Verkaufsverson ist freigegeben ab FSK 18 und hat eine Laufzeit von etwa 85 Minuten. Als Tonformate sind Englisch und Deutsch auf der DVD und "Deutsch für Hörgeschädigte" ist als Untertitel vorhanden. Es existiert zudem noch eine von der FSK indizierte Fassung, die jedoch von der SPIO/JK als "keine schwere Jugendgefährdung" eingestuft wurde und die etwa 3 Minuten länger ist. Als Extras ist auf beiden DVDs folgendes zu finden:
- Interviews Cast & Crew (5 Stck.) - 30:35 Min.
- B-Roll - 5:50 Min.
- Featurette - 3:33 Min.
- Trailer
24 Bewertungen, 5 Kommentare
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07.12.2010, 16:41 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichEin SH und einen lieben Gruß. Bärbel
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07.12.2010, 12:42 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ganz liebe grüße
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07.12.2010, 11:29 Uhr von RoundaboutFlorence
Bewertung: sehr hilfreichDen hat mein Freund letztens angemacht.. ich hab nmur so halb zugeguckt und fand ihn schon recht beängstigend.. Gut ;)
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07.12.2010, 11:25 Uhr von meerifan1
Bewertung: sehr hilfreichSH und wünsch Dir einen schönen Tag:-). LG Yvonne
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07.12.2010, 09:23 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichViele liebe Grüße, KATJA
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