Freiwilliges Soziales Jahr Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Bewertung (4.9 von 5)
von 100% aller Autoren empfohlen (7/7).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
einmalige Erfahrung, in vielen Fällen Anerkennung als Vorpraktikum, kann als Ersatz für Zivildienst gerechnet werden, enge Betreuung durch den Träger des FSJs, geile Abschlussfahrt *hehe*, man lernt andere engagierte FSJler kennen ;-), einfach toll!
Soziales Engagement
Man kann viel fürs Leben mitnehmen, etwas praktische Arbeit zwischen Schule und Studium
Nachteile/Kritik
schlecht bezahlt
Manche sind dem Druck nicht gewachsen
gnadenlose Ausbeutung: mehr Arbeit als die Zivis dafür weniger Gehalt
Das Mitglied ist nicht mehr auf Yopi.de aktiv.
FSJ = Freiwilliger Sklave für`s Jahr?
ein Testbericht von Hoppelherz2004-07-28 14:19:40vom 28.07.2004Empfehlung: ja
Vorteile: einmalige Erfahrung, in vielen Fällen Anerkennung als Vorpraktikum, kann als Ersatz für Zivildienst gerechnet werden, enge Betreuung durch den Träger des FSJs, geile Abschlussfahrt *hehe*, man lernt andere engagierte FSJler kennen ;-), einfach toll!...Nachteile/Kritik: schlecht bezahlt
Für mich stand in der Oberstufe eigentlich relativ früh fest, dass ich danach nicht zur Uni wollte, mich hat es von jeher mehr zur Fachhochschule gezogen und es ist nicht in allen Bundesländern so, aber in NRW ist es nun auch so, dass man mit dem Bestehen der 12. Klasse automatisch schon mal den schulischen Teil des Fachabis in der Tasche hat und um ein voll anerkanntes Fachabi daraus zu machen, muss man hernach noch ein 1jähriges Praktikum bzw. eine Ausbildung anhängen, und kann sich dann also auch an der Fachhochschule bewerben, natürlich nur für einen Studiengang, der auch dem Bereich entspricht, in dem man dann nun vorhergearbeitet hat.
Das hat zwar zum Einen den Nachteil, dass man sehr genau wissen muss, was man möchte, zum Anderen aber auch den Vorteil der Praxiserfahrung
Ich wollte schon immer in den sozialen Bereich, in Richtung Suchthilfe oder Streetwork, und mir haben viele Sozialarbeiter dazu geraten, dann vorher aber erst ein längeres Praktikum in diesem Bereich zu machen, da diese Arbeit schon sehr an die Nieren gehen kann, die meisten dieser Leute maximal 10 Jahre in der Betreuung bzw. im direkten Kontakt zum oftmals verfluchten „Abschaum der Gesellschaft“ stehen und dann das Aufgabenfeld wechseln, weil die Arbeit so an den Nerven zehrt.
Nun gut, ich wollte nach der Schule ja eh ein Praktikum anhängen, um auf die Fachhochschule zu können, und na ja, ich wollte nicht eines dieser üblichen „Ich arbeite mal ne Weile im Krankenhaus oder so ähnlich“-Praktika, wo man dann zum Einen meist eh kein Geld bekommt und zum Anderen nur als billige Arbeitskraft oder Putzfrau behandelt wird und nicht wirklich etwas lernt.
Ich wollte ein Praktikum, was mir wirklich in Sachen Berufsfindung weiterhilft, was mich interessiert, wo ich noch etwas lerne und was auch betreut ist.
Also blieb nur eines: ein Freiwilliges Soziales Jahr…
Das Freiwillige Soziale Jahr (kurz: FSJ) feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag. Im Jahr 1964 wurde eine rechtliche Grundlage zur Durchführung des FSJ geschaffen.
Zum 01.06.2002 wurde das Gesetz insofern verändert, als dass das FSJ nun auch den Zivildienst ersetzen kann.
Seitdem kann das FSJ außerdem auch im Bereich der Jugendarbeit im Sport und auch im kulturellen Bereich ebenso wie sogar im außereuropäischen Ausland abgeleistet werden.
Soweit ich weiß, gibt es so ziemlich keine wohltätige Organisation, die nicht auch Freiwillige Soziale Jahre veranstalten würden; so kann man sich z.B. beim Deutschen Roten Kreuz, den Paritätischen Wohlfahrtsverbänden, dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Arbeiterwohlfahrt etc. um einen Platz im FSJ bewerben, um nur einige zu nennen.
Das FSJ dauert in der Regel natürlich exakt ein Jahr, kann aber auch bis zu 6 Monate verlängert werden; früher abbrechen kann man natürlich auch; ich kenne nun einige Fälle, in denen das FSJ nur 9-11 Monate gedauert hat, weil der FSJler kurzfristig noch einen Studien- oder Ausbildungsplatz erhalten hat, dessen Beginn dann einen Abbruch des FSJs erforderlich machte.
Ich habe mich bei wahnsinnig vielen Organisationen beworben, weil ich nicht einfach nur irgendeine FSJ-Stelle haben wollte, sondern weil ich eigentlich auf DEN Platz schlechthin gewartet habe. ;-)
Ich habe
damals eben noch in NRW gewohnt, mein Freund kommt ja aus der Pfalz und ich habe überall angegeben, dass ich gerne in meiner heimatnahen Umgebung oder aber in der Gegend um Landau, also bei meinem Freund, des FSJ ableisten würde, wobei: wenn man mir DIE Stelle dort angeboten hätte, wäre ich auch nach Usbekistan gegangen. *lol*
Die meisten Organisationen, die das FSJ anbieten, reagieren auf eine Anfrage diesbezüglich mit einem Fragebogen, den sie einem schicken.
Auf diesem muss man dann angeben, ob ein Ortswechsel okay wäre, wo man eben gerne (geografisch) eingesetzt werden möchte, ob man den Führerschein hat, ob sonst was und dann gibt’s meist noch diese nette Tabelle, in der verschiedene Einsatzbereiche aufgelistet sind und wo man dann „am liebsten“ „kann ich mir vorstellen“ „auf gar keinen Fall“ ankreuzen kann, wo man eben gerne arbeiten möchte.
Das sind dann eben die Arbeit mit Kindern / Jugendlichen, Behinderten, alten Menschen und halt auch Häftlinge oder Suchtkranke, eben noch die Leute, die sich meist selbst in die Sch**** geritten haben.
Mir wurde später gesagt, die meisten Bewerber lassen die „auf gar keinen Fall“-Spalte meist absolut außer acht, weil sie wohl Angst haben, nachher gar keinen Platz vermittelt zu bekommen, und kreuzen immer „am liebsten“ an – und bei den Häftlingen und Süchtigen können sie es sich zumindest noch vorstellen.
Bei mir war es dann halt umgekehrt :-D, ich wollte unbedingt zu den „schlechten“ Menschen, und so sagte kurz darauf eine Sachbearbeiterin, die meine Bewerbung grade vor sich liegen hatte, dann auch am Telefon zu mir: „Na, Sie wissen aber mal ganz genau, was Sie wollen!“.
(Natürlich! Als ob ich des FSJ nur aus Jux und Dollerei machen wollte!)
In jedem Fall schickt man den ausgefüllten Fragebogen dann + Lebenslauf, Kopie des letzten Zeugnisses und separaten Lichtbildes an die Organisation zurück und wartet, was passiert.
In den meisten Fällen passiert, dass man einen Anruf bekommt: „Wir hätten da diese oder jene Stelle. Können Sie sich das vorstellen? Dann rufen Sie da mal bei der Leitung der Einrichtung an und machen einen Termin zum Vorstellungsgespräch aus!“ Dann geht man halt zum Vorstellungsgespräch und in den meisten Fällen kann man dann gleich erstmal ein, zwei Tage in der besagten Einrichtung hospitieren, und dann entscheidet man sich, ob diese Stelle wirklich was für einen sein könnte.
Mir sind so unter anderem Stellen im Gefängnis, in der Forensik, in der „normalen“ Kinder- und Jugendpsychiatrie angeboten worden, wo meine Oma mich schon abgeschlachtet von irgendeinem Durchgeknallten am Boden liegen sah :-/ *lol*, w mich die Stellen aber allesamt auch sehr gereizt hätten, geworden ist es dann doch eine andere Stelle – und zwar sogar DIE Stelle! :-)
Eines Tages erhielt ich dann einen Anruf vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Saarland / Rheinland-Pfalz, der mir tunlichst eine FSJ-Stelle in der Nähe meines Freundes beschaffen sollte.
„Wir haben hier zwei Stellen in der Umgebung von Landau. Einmal in einem Heim für verhaltensauffällige und aggressive Kinder und dann noch mal so ähnlich, ach in der Kinderbetreuung, aber in nem Eltern-Kind-Therapiezentrum für Drogensüchtige. Was würde dich mehr interessieren?“
Blöde Frage! Die wussten ganz genau, dass ich später in die Suchthilfe bzw. den Streetwork-Bereich wollte (und auch jetzt immer noch will!), ich habe also lauthalts „Drogen!!!“ geschrieen. :-)
Daraufhin haben sie mir dann die Adresse dieses Therapiezentrums geschickt, mit Telefonnummer meines dortigen Ansprechpartners und jetzigen Chefs also, und da habe ich dann erfreut festgestellt, dass sich die „Villa Maria“ nur knapp 2km von meinem Freund daheim befindet; yeah, ich konnte also auch gleich noch direkt zu ihm ziehen!
Und bin von hier aus in 5 Minuten mit dem Rad drunten auf der Arbeit – für den Rückweg brauch ich aber immer ne Viertelstunde :-/ *g*, weil ich da den blöden Weinberg hoch muss. *grummel* ;-)
Am 01.09.2003 habe ich also meine momentane Arbeit aufgenommen.
Aufmerksame Leser wissen nun, dass mein FSJ vom Paritätischen Wohlfahrtsverband (PWV) durchgeführt wird.
Innerhalb des FSJs veranstaltet der PWV fünf Seminare, die jedes ca. eine Woche (zum „ca.“ komme ich gleich noch!) dauern.
Dabei bilden ungefähr 40 FSJler eine Seminargruppe und die Seminare finden dann auch immer außerorts statt; es ist dann wie ne kleine Klassenfahrt ;-) mit Herbergsromantik etc. *lol*
Auf diesen Seminaren werden Probleme miteinander besprochen, die man vielleicht auf der Einsatzstelle hat, ungeklärte Fragen werden beantwortet („Wieviel Nebenjobs darf ich eben dem FSJ noch haben und sowieso?“ <= ich weiß bis heute nicht, wie es einige geschafft haben, neben dem FSJ noch VIER [!!] andere Jobs durchzuziehen!), man lernt andere Einsatzbereiche kennen, es werden mal mehr und mal minder interessante Vorträge von diversen, sozial engagierten Menschen gehalten…
Wir hatten z.B. Besuch von einer Behindertenhundetrainerin (nein, keine Blindenhunde! Behindertenhunde…) mit zweien ihrer Hunden, einem Musiktherapeuten, einem Sucht-therapeuten mit zweien seiner jungen Patienten (einer war 17, der andere 29), einer Frau, die seit ihrem 20. (?) Lebensjahr querschnittsgelähmt ist…
Selber haben wir dann auch noch das Drogenhilfezentrum in Saarbrücken, eine integrative Kindertagesstätte, einen Reiterhof, der heiltherapeutisches Reiten anbietet, ein Altersheim (was eher eine Luxus-Seniorenresidenz war) etc. besucht.
Es gab vier Seminare innerhalb Deutschlands, wovon allerdings eines nur viertägig war, während die anderen fünf Tage gedauert haben: eines in Saarbrücken, eines in Mainz (den Landeshauptstädten von Saarland und Rheinland-Pfalz also), und zwei in Homburg, vermutlich, weil des genau an der Grenze liegt und wir ja Teilnehme aus beiden Bundesländern waren.
Bei diesem Seminaren war es immer so, dass man immer einen halben Tag Freizeit hatte und die andere Hälfte des Tages haben wir dann auch irgendwas „Erbauliches“ unternommen, so waren wir im Biosphärenhaus und auf dem Baumwipfelpfad, im Haus der Sinne in Wiesbaden, in Saarbrücken sind wir noch in einem Musical gewesen…
Wie gesagt, ein Seminar hat nur vier Tage gedauert, dafür hat das letzte dann aber 6 Tage angehalten, da es auch nicht in Deutschland war und um nicht zuviel Zeit von An- und Abreise wegnehmen zu lassen.
Wir waren so vom 14.-19.06. in Lido degli Estensi, an der italienischen Adria.
Dieses Seminar ist die Abschlussfahrt, ist mehr kleine Studienreise als richtiges Arbeitsseminar, aber unsere FSJ-Chefin vom Paritätischen bezeichnete es dann als „Berufsfindung im europäischen Ausland (wir waren ja immerhin mal zwei Stunden in nem Kindergarten!) und Reflektion und Nachbereitung des FSJ“ – na, und allein für die Abschlussfahrt lohnt sich das Ganze ja doch schon so ein wenig! ;-)
Bei uns war es zumindest so… :-)
Die Kosten für die Seminare werden komplett übernommen, d.h. für die Abschlussfahrt war ein Eigenteil von 77€ fällig (aber so billig komm ich auch net so schnell wieder so gut nach Italien und schon gar nicht inkl. unserer ganzen Ausflüge nach Venedig, Verona und Ravenna!), und auch die Kosten für Hin- und Rückfahrt von und zu den Jugendherbergen werden erstattet.
Zugfahrer legen nach der Ankunft ihr Ticket vor, das wird dann mal zwei (wegen Rückfahrt) genommen und dann gibt’s Kohle! ;-) Autofahrer kriegen ne Kilometerpauschale und wenn sie andere Teilnehmer mitgenommen haben, kriegen sie die auch noch bezahlt.
Man muss also keinesfalls draufzahlen, soviel verdient man eh nicht, dass man noch groß mit Geld um sich werfen könnte.
Beim PWV liegt des Grundgehalt für des FSJ bei 184€ (aber das wenigstens netto, Sozialabgaben etc. teilen sich der PWV und die Einsatzstelle), dazu kommt noch ein Zuschuss von Verpflegung von 51€ (zumindest wenn in der Einsatzstelle nicht die Möglichkeit besteht, dort etwas zu essen) und freie Unterkunft bzw. eine Geldersatzleistung von 56,94€ .
Das Kindergeld wird im Übrigen während des FSJs fortgezahlt!
Der Urlaubsanspruch beträgt 26 Tage, die Seminartage gehen extra und zählen als Arbeitstage, also keine Panik, dass einem dann doch nur ein Tag Urlaub zugesprochen werden könnte! ;-)
Die Seminarleiterinnen sind auch gleichzeitig die eigenen Ansprechpartner bei Problemen im FSJ, außerdem gibt es von der FSJ-Leitung mindestens einen Betreuungsbesuch in der Einsatzstelle, wobei meiner bis heute noch nicht stattgefunden hat, da zum eigentlich ausgemachten Termin ich in Urlaub war (was mein Chef n bissl verschlafen hat *lol*) und nun ja, ich bin nun noch knapp 5 Wochen dort… Eigentlichsoll der Termin ja noch nachgeholt werden, aber ich bin die nächsten beiden Wochen in Urlaub und danach fährt mein Chef fort. Mal sehen…
Wobei es meinem Chef und mir aber auch egal ist; wir haben ja keine Probleme! :-)
Also ich habe wirklich genau die richtige Einsatzstelle erwischt; die Arbeit macht sehr viel Spaß, das Kollegium ist fantastisch und alleine des Arbeitsklima… Wahnsinn!
Ich mache bis auf die Elterngespräche innerhalb des Kinderhauses eigentlich genau das Gleiche wie die anderen Mitarbeiter; da kommt kein „Du bist hier die Praktikantin, also mach du die Scheiße weg!“, die anderen wechseln genauso gut mal die Windeln. ;-)
Ich habe Einsicht in die Akten, ich kann alles fragen und ich darf auch am Gesamtteam teilnehmen.
Eigentlich beträgt die Arbeitszeit im FSJ nur 38,5 Stunden, ich schaffe dennoch 40.
Mein freier Nachmittag ist eigentlich der Nachmittag, an dem sich sämtliche Mitarbeiter, sowohl Therapieteam als Kinderhausteam zusammensetzen und akute Fälle besprechen oder neue Patienten vorstellen etc..
Wie gesagt, eigentlich bin ich nicht dabei, aber mir ist gleich zu Anfang von meinem Chef angeboten worden: „Wenn du des später auch mal machen willst, ist es vielleicht ganz interessant. Du kannst dann ja immer kucken, ob du mal nen anderen Nachmittag frei brauchst oder du sammelst Überstunden, dann kannst du mal freitags oder montags freinehmen, wenn du mal über n längeres Wochenende zu deinen Eltern willst dann musst du dafür nicht extra Urlaub nehmen!“
Also sehr entgegenkommend… :-)
Überstunden dürfen im Übrigen nicht ausbezahlt werden, sondern müssen als Freizeitausgleich gewährt werden.
Ich habe mit meiner Einsatzstelle eben wirklich Glück gehabt, andere Leute aus meiner Seminargruppe wussten da nicht so sehr Positives zu berichten, wobei eigentlich aber keiner wirklich mit seinem Job zufrieden war, sondern meistens lag es dann daran, dass die Einsatzstellen irgendwelche formellen Dinge nicht beachtet haben z.B. Jugendschutz bei den Minderjährigen oder doch n paar € weniger gezahlt haben, was dann aber über den PWV auch recht schnell aus dem Weg geräumt werden konnte.
Das Krasseste war eigentlich, als einem Mädchen bei einem der Betreuungsbesuche in der Einsatzstelle plötzlich von heute auf morgen, ohne jegliche Vorwarnung, gekündigt wurde. :-/
Ja, zum Schluss musste ja noch ein kleiner Schocker sein! ;-)
Ach so, nee, ganz zum Schluss möchte ich noch mal darauf zurückkommen, dass des FSJ ja nicht nur was für Mädchen ist, sondern auch für Jungs (ungefähr ¼ meiner Seminargruppe war männlich), und des FSJ kann inzwischen sogar als Ersatz für den Zivildienst anerkannt werden – und nur zwei Jungs unseres Männerviertels haben es des Zivildiensts wegen gemacht! ;-)
Es ist aber natürlich ne nähere Überlegung wert, ob man nun lieber Zivildienst ableistet oder ein FSJ macht; des Einsatzgebiet sprich die Arbeit ist in beiden Fällen eigentlich gleich bzw. kann identisch sein.
Aber: der Zivildienst ist zwei Monate kürzer als das FSJ und wird zudem besser bezahlt; hingegen kann das FSJ als Vorpraktikum für Studium oder Beruf (beispielsweise Erzieher) anerkannt werden, es ist seminartechnisch usw. besser begleitet und das Kindergeld bzw. eventuelle Waisenrenten werden auch weiterhin gezahlt. Und die Einsatzbereiche gehen beim FSJ weiter als beim Zivildienst, z.B. in der pädagogischen Kinder- und Jugendarbeit, so wie ich grade arbeite; Zivis dürfen nicht so erzieherisch tätig sein, warum auch immer nicht…
Naja, mir wären 10 Monate jedenfalls zu kurz gewesen ;-) und ich bin jetzt schon ein wenig sentimental, dass am 31.08. alles zu Ende sein soll…
Ich kann diese ganzen Diskussionen vonwegen Abschaffung der Wehrpflicht bzw. Zwangsverpflichtungen von Männlein und Weiblein oder Ersatz der Wehrpflicht durch ein Soziales Jahr nicht mehr hören; ich würde das Freiwillige Soziale Jahr auch nie zu ner Zwangsveranstaltung machen wollen, weil hier steht man in direktem Kontakt mit Leuten, dies meist auch schon so schwer genug haben und jetzt nicht auch noch so einen „Null Bock“-Typen vor sich haben müssen…
Aber ich kann jedem zwischen 16 und 26 (in diesem Alter ist en FSJ möglich), der sich ein wenig für die Belange seiner Mitbürger interessiert und in seinem Herzen eben ein wenig sozial veranlagt ist und auch mal die schreckliche Wahrheit verträgt (wenn nun irgendwo im TV ein Film läuft – Hauptdarstellerin schon als Kind von Vater und Bruder missbraucht, mit 12 abgehauen und auf den Strich, mit 14 schwer drogenabhängig, mit 17 vier Abtreibungen, mit 18 geheiratet, Ehemann gewalttätiger Säufer etc. etc. -, sage ich heute NIE mehr: „Was n Schrott! Total irreal!“ Heute habe ich auf der Arbeit längst genau diesen und noch viel schlimmere Fälle kennengelernt!), nur empfehlen, sich auch für ein FSJ zu entscheiden; es ist in jedem Fall eine einzigartige und meistens auch großartige Erfahrung!
Unterhttp://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=3598.html kann man eine recht aufschlussreiche Broschüre zum Thema „FSJ“ bestellen oder sich auch direkt herunterladen – ich habe sie mir Anfang 03 schicken lassen, da konnte man sie aber auch noch nicht downloaden und ganz hinten sind in dieser Broschüre (ich hoffe ja, sie haben sie nicht groß geändert! *g*), nach Bundesländern geordnet, die diversen Organisationen aufgelistet, die ein FSJ anbieten.
Ungemein praktisch, so muss man nicht ewig nach den richtigen Adressen suchen – ich habe mich damals auch nur bei Trägern beworben, die dort aufgeführt waren! ;-) *g*
Und den Paritätischen Wohlfahrtsverband kann ich nach diesem Jahr auch nur wärmstens weiterempfehlen! ;-)
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Es prägt das Leben..
ein Testbericht von juventina2007-03-04 20:20:30vom 04.03.2007Empfehlung: ja
Da ich kurz vor meinem Abitur stand und noch nicht recht wusste was ich machen könnte, entschloss ich mich mal im Internet zu schauen, was es sonst noch so für Möglichkeiten gab ausser Ausbildung oder Studium. Ich wusste, dass eine Freundin auch ein FSJ gemacht hat und es ihr eigentlich im großen und ganzen sehr viel Spass gemacht hat, liess ich mir mal die Adresse von ihr geben. Ich schaute mich auf der Seite herum und mir gefiel das relativ gut.
Die Institution war die Reha Südwest Karlsruhe ( Betreuung von Behinderten ). Da ich auf jedenfall etwas mit Kindern machen wollte und sah, dass dort eine Stelle in einem Kindergarten frei war, beworb ich mich schnellst möglich. Leider war dieser Platz schon weg. Meine Enttäuschung war groß, dennoch boten sie mir an ich solle doch mal vorbei kommen, um zu schauen was es noch für offene Stellen es hat.
Ich ging voller Vorfreude hin. Leider sagten sie mir dort, dass es wohl keine freien Stellen mehr bei Kindern hatte, aber sie dennoch nochmal nachschauen wird. Und auf einmal meinte sie, dass doch noch eine Stelle frei sei, als Schulbegleitung bei einem Behinderten Jungen. Ich sagte sofort zu, obwohl ich dort noch nicht genau wusste was auf mich zu kommt, was ich machen muss ect. Ich habe dann die Mutter angerufen, um mit ihr ein Gespräch zu vereinbaren. Wir waren uns bei dem Gespräch gleich sympathisch und ich bekam die Stelle. AUch mit dem Kind verstehe ich mich bis heute noch gut.
Ich war ziemlich aufgeregt, als der 1. Schultag began. Ich hatte die Aufgabe auf das Kind aufzupassen, ihm Medikamente zu geben, mit ihm aufs Klo zu gehen und sonstige Dinge. Auch die Klasse war von vorne herein super nett. Obwohl ich nur eine Betreuerin war, wurde ich voll und ganz in die Klasse mit intergriert. Auch mit anderen Kindern kam ich sehr gut zu Recht. Des öfteren half ich auch anderen Kinder bei verschiedenen Aufgaben ob Mathe , Deutsch ect. das war völlig egal. Mir hat die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spass gemacht und auch die Lehrer boten mir immer Hilfe an.
Das Jahr verging viel zu schnell. Ich habe viel dazu gelernt und es ist keinesfalls ein vergeudetes Jahr wie manche Leute es wohl hinstellen.
Auch die regelmäßig stattfindeten Seminare haben einen geprägt. Man hat auch dort sehr viele soziale Kontakte geknüpft. Auch diese Zeit verging immer viel zu schnell. Es waren 5 Seminare a 5 Tage. Wir haben dort ziemlich viel unternommen ( Floßbau, Haus der Sinne, Draussen schlafen ohne Zelt, Kanu fahren ect.). Es hat jede Menge Spass gemacht und man konnte sich mit anderen austauschen, was sie in ihrem FSJ erlebt haben.
Die Vergütung war sehr gut. Ich habe mit Verpflegungsgeld ca. 400 Euro erhalten und hatte 26 Urlaubstage.
Ich würde ein FSJ jederzeit wieder machen. Die Arbeit mit Kindern macht mir noch immer Spass und hat mir auch klar gemacht was ich werden will. Ich studiere im Moment Lehramt Grund- und Hauptschule und versuche dort einiges
umzusetzen was ich damals gelernt habe.
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ein Testbericht von Soul_Reaver2004-11-01 21:15:51vom 01.11.2004Empfehlung: ja
Vorteile: Soziales Engagement...Nachteile/Kritik: Manche sind dem Druck nicht gewachsen
Du hast die Schulausbildung abgeschlossen? Du weißt nicht, was du jetzt machen sollst? Du willst studieren, weßt aber noch nicht was oder hast erst in einem jahr einen Studienplatz? Um die Zeit des Wartens zu überbrücken, bietet sich hier ein Freiwilliges Soziales Jahr kurz FSJ an. Wie ich dazu kam und wie es mir bis jetzt gefällt, möchte ich euch in diesem bericht erzählen.
Wie kam ich dazu?
Meine Entscheidung ein FSJ zu absovieren kam recht spontan, als wir uns während einer Schulpause darüber unterhalten haben, was wir nach dem Abitur machen
wollen. Viele wussten nicht, was sie tun sollten, viele machen ersteinmal ein jahr lang pause und andere fangen mit dem Studium oder mit einer Ausbildung an. Ich hatte mich um nicht gekümmert, da ich genug Stress zu Hause und mit dem Abitur hatte, aber ein jahr lang zu Hause bleiben und jobben gehen wollte ich auch nicht. Ich habe dann beim Deutschen Roten Kreuz in Darmstadt angerufen, dort ein paar persönliche Daten durchgegeben und um eine Art Vorstellungsgespräch gebeten. Eine sehr freundliche Dame am anderen Ende der Leitung hat mir dann gesagt, dass ich innerhalb der nächsten Tage einen persönlichen Fragebogen zugeschickt bekomme, den ich dann ausgefüllt wieder zurückschicken soll, zusammen mit einer Bewerbung für ein Freiwilliges Soziales Jahr.
Ich wollte eigentlich so schnell wie möglich mit dem FSJ anfangen, jedoch ist das FSJ sehr gefragt, da dem männlichen Bevölkerungsteil diese Option als Ersatz für den Zivildienst offen steht. Eine Freundin von mir hat ebenfalls versucht, eine Stelle für ein FSJ zu bekommen und hat ein paar Wochen nach mir angerufen. Ihr wurde dann gesagt, dass sie erstmal nichts mehr haben und sie es doch in ein paar Wochen nochmal probieren soll, ich hatte also Glück...
Das Telefonat habe ich im Mai geführt und Ende Juli war die Infoveranstaltung, auf die ich eingeladen wurde.
Bei der Infoveranstaltung wurden uns die verschiedenen Gebiete vorgestellt, in denen wir ein FSJ absolvieren können. Die bekanntesten Tätigkeiten sind Altenpflege und Behindertenpflege. Einige Teilnehmer hatten bereits eine Stelle, bei der sie sich beworben haben. Von diesen Stelle wird dann alles weitere für ein FSJ in die Wege geleitet. Das DRK bemüht sich ebenfalls, FSJ-Bewerber an Stellen zu vermitteln. Die Infoveranstaltung hatte einen Spielraum von 4 Stunden, wobei ich mich ersteinmal gefragt habe, was man denn 4 Stunden lang zu besprechen hätte. Es stellte sich dann heraus, dass ca. eineinhalb Stunden die Einsatzgebiete erläutert wurden und danach die Einzelgespräche an der Reihe waren. Hier wurden Fragen geklärt und für diejenigen, die noch keine Stelle als FSJler hatten wurde versucht, denen eine Stelle zu vermitteln.
In dem Gespräch habe ich mitgeteilt, dass ich am liebsten eine Stelle im Drogenbereich hätte. Das einzigste, was in diesem Bereich noch frei war, war eine Stelle im East-Side, ein Café für Droganabhängige in Frankfurt am Hafen. Dort habe ich dann angerufen und erfahren, dass sich noch 2 weitere FSJler für die Stelle beworben haben. Dies lag daran, dass das East-Side weitere Institutionen auf der Suche nach FSJlern angeschrieben hat. Weiterhin hätte der Anfahrtsweg Eineinhalb Stunden gedauert. Zusätzlich muss man bedenken, dass das DRK für die Fahrtkostenrückerstattung nur 25 Euro monatlich bezahlt. Ich hätte sehr viel mehr Geld ausgeben müssen, um dorthin zu gelangen.
Ich habe dann wieder beim DRK angerufen und um eine andere Stelle gebeten. In ganz Darmstadt war nichts mehr frei, weder im Altenheimen noch in irgendwelchen anderen Gebieten, außer beim Rettungswagen, was ich aber höchstwahrscheinlich nicht durchgestanden hätte, denn nicht alle Menschen werden gerettet. Wenn man das FSJ aufgrund von psychischen Belastungen oder anderen Gründen abbricht, muss man dem DRK das Geld welches sie zu deiner Ausbildung bezahlt haben zurückzahlen. Dies ist aber nur beim Rettungswagenfahrern der Fall, denn sie müssen eine 2monatige Ausbildung in einer Schule und einen speziellen Führerschein machen (ist jetzt nicht detailgetreu sondern nur kurz angeschnitten).
Das einzigste, was mir das DRK anbieten konnte war eine Stelle in der Sozialstation Trebur. Dort würde jemand gesucht werden, der sich um ein behindertes Kind während der Schulzeit kümmert. Das DRK hat mir ein Bestätigungsschreiben mitgegeben, welches die dann im Falle meiner Annahme zurückschicken mussten. Zusätzlich braucht man als FSJler ein ärztliches Atest, was bescheinigt, dass man psychisch gesund ist. Die Krankenkasse musste ich wechseln, da man als FSJler gesetzlich versichert sein muss.
Ich fuhr also nach Trebur, um mich dort vorzustellen. Das Gespräch war recht kurz, aber nicht unfreundlich. Eine feste Zusage hatte ich aber nicht bekommen. Ca. 1 Woche später habe ich einen Anruf von Trebur erhalten, ob ich ein ärztliches Atest hätte, was ich damals noch nicht hatte, da ich nicht wusste, ob ich genommen wurde. Ich hatte nun 2Tage Zeit um mir ein ärztliches Atest zu holen, den Versicherungswechsel einzuleiten und um mich darauf vorzubereiten, dass ich in 3 Tagen anfangen soll.
Nach den 2 tagen gab es nämlich ein Einführungstreffen des DRK, bei dem die Verträge unterschrieben wurden und wir in Gruppen wegen den monatlichen Seminaren eingeteilt wurden. Jeden Monat gibt es ein Tagesseminar welches 7 Stunden dauert. Während des kompletten Jahres gibt es weiterhin noch 3 Wochenseminare. Als kleines Entgeld erhält man 340 Euro plus 25 euro Fahrtkostenrückerstattung. Wenn man bereits eine Wohnung hat, gibt es nochmals 150 Euro Wohngeld.
In dem Treffen haben wir noch einen Kalender mit wichtigen informationsgehalt bekommen. Dort sind viele Adressen vorhanden, sowie wichtige Termine und Tips für die Absolvierung eines erfolgreiches FSJs. Ein FSJ-Ausweis gab es auch noch, der uns mit Studenten gleichstellt und wir dieselben Ermäßigungen erhalten. Ich hatte gedacht, dass wir bei diesem treffen unsere Aufgaben zugewiesen bekommen, das war aber nicht der Fall. Ich sollte also am nächsten Tag anfangen, wusste aber nicht, wo, bei wem und wann.
Ich rief also noch einmal in Trebur an, die mir sagten, dass ich erst eine Woche später anfangen soll. Die genauen Daten wurden mir dann von einem Zivi durchgegeben. Mein Vertrag hat am 1.09.04 begonnen und läuft am 31.08.05 aus.
Mein Alltag
Leider darf ich nicht viel über meine Tätigkeit verraten, da FSJler der Schweigepflicht unterliegen. Wir dürfen also nicht erzählen, wen wir explizit wegen was betreuen.
Ich begleite ein körperlich eingeschränktes Kind in die Schule und helfe ihm, im Schulalltag zurechtzukommen.
In den Tagesseminaren, die bei unserer Gruppe immer Samstags von 9 bis 16 Uhr dauern, reden wir über alle möglichen Themen, wie z.B. die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes und die Berufsmöglichkeiten bei Pädagogischen Richtungen. Weiterhin reden wir auch über Probleme, die bei unserem Job anfallen, so wurden wir darauf aufmerksam gemacht, welche Tätigkeiten wir nicht verrichten dürfen, die meisten aber dennoch machen, da sie sonst keine Hilfskraft mehr wären. Diese Probleme hab ich in meiner Arbeit nicht.
Ein Tagesseminar wird wie ein normaler Arbeitstag gehandhabt, das heißt, dass man sich in der Woche darauf einen Tag freinehmen kann, denn meine Gruppe hat ihre Seminare immer am Samstag.
Zusätzlich zu den Seminaren vom Deutschen Roten Kreuz gibt es noch eine Dienstbesprechung der Sozialstation einmal im Monat für 2 Stunden. Dort werden ebenfalls Fragen geklärt.
Einmal im Monat muss ich einen Leistungsnachweis in der Sozialstation abgeben, der von der Lehrerin und Schulleitung unterschrieben wird, dass ich anwesend war.
DRK
Das positive am DRK ist, dass hier für eine freie FSJ Stelle auch nur eine Person zugewiesen wird. Wie ich ja bereits beschrieben habe, habe ich beim East-Side gleich zwei weitere Bewerber für die freie Stelle gehabt. Mir wurde dann erklärt, dass andere institutionen nicht so wie das DRK verfahren und die dortigen FSJler zusätzlich zur FSJ Bewerbung nochmal eine für die Stelle schreiben müssen.
Weiterhin habe ich mich mit mehreren FSJlern bei der Infoveranstaltung unterhalten. Diese haben mir gesagt, dass das DRK einer derjenigen ist, die am wenigsten bezahlen und andere Institutionen bis zu 100 Euro mehr bezahlen. Bei den 340 Euro monatlich sind 200 Euro Taschengeld enthalten, die restlichen 140 Euro sind Sachbezüge.
Zusätzlich finde ich, dass die 25 Euro Fahrtkostenrückerstattung sehr wenig sind. Die Fahrtkostenrückerstattungen bekommt man für die Kosten der Fahrt mit öffentlichen verkehrmittel. Eine Monatskarte zu meinem Arbeitsplatz kostet aber 50 Euro und ist dabei noch ermäßigt. Ich muss aber mit dem Auto fahren, da ich das Kind von zu Hause abhole und in die Schule fahre, das ist nämlich in meinem Service von der Sozialstation aus mitinbegriffen.
Das DRK bietet FSJs das ganze jahr über im Gegensatz zu anderen Institutionen. Dort werden die FSJler Ende August angestellt und nicht über das ganze Jahr, d.h. Massenauflauf bei diesen Institutionen, besonders weil das FSJ sehr beliebt ist.
Sonstiges
Während dem FSJ hat man eine Urlaubsspanne von 24 Tagen. Ich denke mal, dass ich diese tage mir nicht nehmen werde, da ich aufgrund meiner Beschäftigung die normalen Ferien von der Schulzeit habe.
Ein FSJ kann jeder absolvieren, der unter 27 Jahren ist.
Nach Abschluss des FSJ wird ein einfaches Arbeitszeugnis, eine Abschlussbescheinigung ausgestellt.
Ein FSJ kann man bis zu einem halben jahr verlängern wenn man es wünscht. Man kann es auch auf ein halbes Jahr verkürzen, wobei das DRK sowas nicht gerne sieht und uns dies auch mitgeteilt hat, denn gerade wenn man z.B. für ein Kind zuständig ist sollte man dies nicht nach einem halben Jahr verlassen.
Bei einem unentschuldigten Fernbleiben von Seminarsveranstaltungen werden 15 Euro pro Fehltag von dem monatlichen Lohn einbehalten.
Beim FSJ gibt es Rechte und Pflichten und auch Dinge, die FSJler nicht tun dürfen, was eine Verantwortungsfrage ist, wie z.B. das Wickeln eines Kindes oder eines behinderten Menschens, während man mit dieser Person alleine in einem Raum ist. Geschieht irgendetwas, ist der FSJler dran Schuld.
Das ärztliche Atest bei einem Krankheitsfall wird an das DRk geschickt, nachdem man bei sich auf der Station telefonisch abgesagt hat.
Wenn man ein FSJ macht, hat man noch den Anspruch auf Kindergeld, welches bei einem Antrag, der vom DRK vorgefertigt ist, weiterhin gezahlt wird.
Die Einsatzstelle jedes FSJler wird vom DRK einmal mindestens im Jahr besucht.
FSJler stehen unter Schweigepflicht und dürfen außerhalb ihres Arbeitsumfeld nicht über bestimmte Personen, die mit direktem Namen angesprochen werden und diese in einem Zusammenhang mit einer Krankheit oder einem Ereignis bringen, reden.
FSJler arbeiten in der Regel 8 Stunden am Tag und haben eine halbe Stunde Pause, die ihnen zusteht.
Wenn man geringfügig neben dem FSJ arbeiten will, muss dies erst vom DRK genehmigt werden. Das DRK entscheidet über die Aufnahme weiterer Arbeit.
Als FSJler muss man in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein.
FSJler sind auf dem direktem Weg von Haustür zur Arbeitsstelle versichert. Bereits bei einem kleinen umweg verfällt die Versicherung bei einem Unfall.
FSJler dürfen keinen Nachtdienst leisten.
Das DRK bietet auch die Möglichkeit an, ein FSJ im Ausland zu absolvieren, da kenn ich mich aber kein bischen aus.
Fazit
Das FSJ ist durchaus eine Bereicherung für das Leben. Man engagiert sich sozial und entwickelt ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, was nur hilfreich sein kann. Zusätzlich macht sich ein FSJ gut im Lebenslauf. Wartet man auf einen Studienplatz o.ä., so verbessert sich der NC pro Semester (halbes Jahr) um 0.1 Punkt.
Ich bin sehr froh, dass ich mich entschieden habe, ein FSJ zu machen, man lernt sehr viele nette Menschen kennen mit denen man sich austauschen kann. Die Seminare helfen einem dabei, erlebtes zu verarbeiten, darüber zu reden und unsere eigene Meinung zu manifestieren und diese den anderen mitzuteilen.
Wenn man sowieso einen Job in die pädagogische Richtung anstrebt und dies auch studieren möchte, so hilft ein FSJ ungemein, da praktische Erfahrung durchaus positiv bei der Bewerbung sind. Hierzu kann man das FSJ als praktische Arbeit verwenden. Zusätzlich gibt das FSJ einen klaren und direkten Einblick in die jeweiligen Berufsfelder.
Ich kann das FSj jedem empfehlen, es macht Spaß wenn man nicht unbedingt mit dem größten Desinteresse an die Sache rangeht. Man erhält Einblicke in die Berufsfelder und kann sich weiterhin orientieren. Viele machen ein FSJ weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen. Nebenbei kann man weitersuchen, ohne dass eine Lücke im Lebenslauf vorhanden ist. Der monatliche Lohn ist nicht die Welt, aber deshalb heißt es auch freiwillig und sozial. Man sollte das FSJ nicht allein des geldes wegen machen, denn da kann man mehr verdienen wenn man halbtags irgendwo arbeiten geht. Ich finde allein die Erfahrung die man in diesem jahr macht kann einen niemand mehr nehmen, sie ist für mich sehr wichtig.
Wer Zweifel an einem FSJ hat, der kann beim DRK anrufen und sich ausführlich beraten lassen. Ich hatte am Anfang absolut keine Ahnung wie ich das alles in Angriff nehmen sollte, wie man auch sieht, da bei mir alles etwas verworren war bis ich eine feste Stelle hatte. Ich wurde wirklich sehr freundlich unterstützt und mache meine Arbeit sehr gerne.
Das FSJ bietet erfolgreich diverse Möglichkeiten zur Lebensgestaltung. Ich kann es wirklich nur empfehlen und vergebe volle 5 Sterne. Auch die nächsten 10 Monate werde ich mich noch um meinen Kleinen kümmern und mich weiterhin sozial engagieren, was ich sehr gerne mache.
ein Testbericht von Duvie2003-07-14 11:54:18vom 14.07.2003Empfehlung: ja
Vorteile: Man kann viel fürs Leben mitnehmen, etwas praktische Arbeit zwischen Schule und Studium...Nachteile/Kritik: gnadenlose Ausbeutung: mehr Arbeit als die Zivis dafür weniger Gehalt
Meine Entscheidung ein freiwilliges Soziales Jahr zu machen fiel bereits mit 16 Jahren. Damals hatte ich zwar noch 3 Jahre schulischer Bildung vor mir, regte mich aber dennoch über die Benachteiligung der Männer auf, die zum Dienst am Staat gezwungen wurden (ja, so idealistische Menschen gibt es), dazu kam, dass ich schon immer gerne im sozialen Bereich tätig war und es mich interessierte, mich ein volles Jahr einzubringen.
Als das Abitur dann geschafft war, spürte ich erst, wie klug diese Entscheidung war – zwar hatte ich einige Studienplätze deswegen auf die
Warteliste gesetzt, aber es war unglaublich angenehm nach 13 Jahren des Lernens endlich einmal praktisch zu arbeiten und vor allem nach Hause zu kommen und Feierabend zu haben und nicht einen Stapel an Lernarbeit.
Doch wo hatte es mich da nach der Schule hinverschlagen? Man mag es nicht glauben, direkt in eine andere Schule! Nämlich eine Schule für Sehbehinderte, zudem eine Ganztagesschule.
Die Aufgaben, die in dieser Einrichtung für mich angefallen sind, waren recht vielfältig.
Zum einen war ich im Unterricht dabei, habe förderbedürftigen Schülern unter die Arme gegriffen oder sogar Einzelstunden mit ganz harten Fällen gehalten.
Es tat gut immer wieder zu hören, wie sehr meine Arbeit geschätzt wurde, da ich den Lehrern eine große Hilfe war und bei mehreren Schülern deutliche Fortschritte zu erkennen waren.
Doch was hat es mir gebracht?
Meine feststehende Entscheidung, nie Lehrerin zu werden, begann zu bröckeln. Der Beruf, den ich immer für völlig undankbar gehalten hatte, zeigte sich von einer völlig neuen Seite. Und je mehr Kinderherzen mir zuflogen, umso klarer wurde mir, welche Freuden dieser beruf mit sich bringt.
Am Ende des Jahres stand für mich fest: Ich werde Sonderschullehrerin!
Doch leider waren nicht alle meine Aufgaben so erfüllend.
Unter anderem musste ich jeden Tag eine Stunde in der Essensausgabe helfen. Was zu beginn ganz witzig war, weil der neueste Tratsch natürlich immer in der Küche brodelte, wurde mir bald langweilig, zumal man dort nicht dankbar für meine Arbeit schien, ständig musste ich Seitenhiebe einer alternden Kraft einstecken und fragte mich bald, was ihr eigentlich nicht passte. Erst als sie einen Tag krank war und auch die Kolleginnen erleichtert aufatmeten, wurde mir klar, dass sie schlichtweg ein Drache war, der junges Blut wohl nicht ertrug.
Doch auch ohne sie, wäre mir dieser Job schnell langweilig geworden – gelernt habe ich dabei nichts, außer dankbar für meinen Bildungsstand zu sein!
In unregelmäßigen Abständen habe ich Spielstunden mit den jüngeren Klassen abgehalten oder kleine Bastelaufgaben mit ihnen umgesetzt.
Dabei wurde mir klar, dass auch solche vermeintlich einfachen Stunden gut geplant sein müssen, da gerade im Umgang mit Kindern schnell das Ruder aus der Hand läuft.
Einer der Höhepunkte meines FSJ war jedoch eine Klassenfahrt nach Weimar und Berlin, die ich begleiten musste. Zwar musste ich Teile der Kosten selbst tragen, was bei einem Monatsgehalt von 300 DM nicht selbstverständlich ist, aber gelohnt hat es sich allemal, zumal man mir dort auch die ein oder andere Freizeit gewährt hat.
Urlaub konnte ich leider keinen nehmen, wurde ich doch durch reichlich Ferien versorgt – in dieser Zeit hatte ich auch 100 %-ig frei und konnte mich erholen.
Meine Arbeitszeiten in diesem Jahr verliefen von ca. 7.00 Uhr am Morgen, wenn ich mit dem Schulbus losfuhr bis etwa 16.30 Uhr.
Die Schulbusse wurden von Zivildienstleistenden gefahren (ganz lieben Dank an Philipp, der sich gerne mal wieder melden könnte), wenn jemand krank wurde, musste ich allerdings einspringen – was mir gar nicht unrecht war, da dies extra vergütet wurde.
Würde ich abschließend sagen, mein FSJ hat mir etwas gebracht?
JA!
Es war zum einen eine wohlverdiente Tankstelle zwischen schule und Studium und zum anderen ein sehr gute Orientierung für die Berufswahl, da ich meine Studienplätze danach aufgab und mich auf Lehramt beworben habe.
Ich finde jeder, der im sozialen Bereich arbeiten möchte, sollte zuerst ein FSJ oder Praktikum in einer sozialen Einrichtung machen, denn diese Berufe haben oftmals überraschende Seiten an sich, die man vor der Ausbildung kennen lernen sollte.
Die niedrige Bezahlung ist bei mir leider kein Einzelfall, man leistet zwar die gleiche Arbeit wie ein Zivi – oftmals sogar engagierter und gewissenhafter – erhält aber nur einen Bruchteil seines Gehalts.
Wie findet man eine Stelle für ein FSJ?
Bei mir funktionierte das altbewährt über Beziehungen, aber man bekommt Adressen über das Arbeitsamt, wenn man anfragt.
Außerdem bietet für gewöhnlich jede soziale Einrichtung FSJ-Stellen an, ihr könnt also dort anrufen und euch informieren.
Bevor ihr letztlich zusagt, solltet ihr euch eure Arbeitsstelle für ein Jahr aber anschauen, schließlich habt ihr die Wahl.
Es empfiehlt sich ca. ein Jahr vorher mit der Suche zu beginnen, man bekommt zwar auch immer kurzfristig Stellen, aber wirklich Spaß, machen diese dann häufig nicht!
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ein Testbericht von sfutterleib2002-09-19 08:50:21vom 19.09.2002Empfehlung: ja
Hallo,
wie so viele stand auch ich nach bzw. kurz vor dem Abi ziemlich unentschlossen und ratlos da, was so meine beruflichen Zukunftspläne anging.
Sollte ich in den sozialen Bereich gehen ? Kann ich sowas überhaupt verkraften ?
Vielleicht doch lieber gleich anfangen zu studieren ? Aber was ?
Alle diese Fragen und noch viel mehr schwirrte so durch meinen Kopf.
Über eine Informationsveranstaltung des Berufsinformationszentrums ( BIZ ) bin ich dann auf den Geschmack gekommen ein FSJ zu machen, habe nähere Informationen gesammelt und mich schließlich auf die Suche
nach einer geeigneten Stelle gemacht. Das war nicht so einfach, da die unterschiedlichsten Institutionen (Kinder-/Jugendbereich, Behinderte...) zwar von der Idee sehr angetan waren, diese Stelle aber nicht finanzieren konnten. (Ein Zivi ist halt billiger...)
Nachdem ich diesen Stolperstein aber aus dem Weg geräumt hatte konnte es endlich losgehen.
Mein damaliger Chef hat sich sehr für mich eingesetzt und Mittel und Wege gefunden mir meinen Wunsch von einem FSJ in seiner Einrichtung zu erfüllen. Er setzte sich mit verschiedenen Stellen in Verbindung und fand einen Träger unter dem ich das FSJ in seiner Einrichtung durchführen konnte.
Es gibt verschiedene Träger, z.B der Paritätische Wohlfahrtsverband in Zusammenarbeit mit dem IJGD (dort bin ich untergekommen), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), die Arbeiterwohlfahrt, der Arbeitersamariterbund...
Das BIZ kann euch bei den Kontaktadressen behilflich sein!
Finanziell sieht es für die FSJler nicht so gut aus; so ist die Entlohnung auch im Gesetz als "Taschengeld" definiert. Ich bekam im Monat ca.675 DM (ich weiss nicht wie die genauen zahlen jetzt sind, vielleicht ist es ja ein wenig mehr geworden). Das ist jedoch je nach Einsatzstelle verschieden, da je nach Stelle noch Wohngeld (oder ein gestellter Wohnraum), Verpflegungsgeld, Fahrtkosten... hinzukommen können.
Ihr seht, viel Geld hat man nicht zur Verfügung.
Vorteile hat ein FSJ aber auch:
- es wird als Vorpraktikum anerkannt
- von der ZVS werden zwei Wartesemester
auf das Studium angerechnet
- man sammelt viele wertvolle Erfahrungen
im Umgang mit Menschen
So, nun aber zu meinen Erfahrungen.
Ich trat im September meine Stelle in einem Rehabilitationsheim für Alkoholiker an, was wahrhaftig kein leichtes Klientel ist. Meine Arbeit war geprägt von einem gleichmassigen Tagesplan, da dieser für diese Menschen sehr wichtig ist. Dazu ist zu sagen ,dass zusätzlich zum Alkoholismus noch Folgeerkrankungen bis zur Behinderung zum Krankheitsbild meiner Bewohner zählten.
Ich leitete die hausinterne Arbeitstherapie (natürlich mit kompetenter Unterstützung),durfte Freizeitausflüge planen, organisieren und selbstständig durchführen und versuchte den Bewohnern in allen Bereichen zu helfen. Auch pflegerische Tätigkeiten gehörten zu meinen Aufgaben.
Neben der Tätigkeit im Heim gab es regelmässig Seminare, in denen Erfahrungen ausgetauscht werden konnten und pädagogische,aktuelle und psychische Seminarthemen behandelt wurden. Diese Seminare waren natürlich auch mit einer ganzen Menge Spaß verbunden!!!
Ich persönlich habe in dem einem Jahr viel gelernt, bin selbstständiger geworden und musste viel Verantwortung tragen. Am Anfang war es nicht so leicht das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen, doch im Laufe des Jahres sind wir so etwas wie ein Team geworden und man konnte schon Fortschritte im Sozialverhalten einiger Menschen dort feststellen.
Ich hatte eine wahnsinnig gute Unterstützung von einem supertollem Team von Sozialarbeitern, Arbeitstherapeuten, Pflegern etc., die mich sehr unterstützt haben und mir viele Freiheiten bei meiner Arbeit gewährten.
Natürlich gab es auch Tiefs während des Jahres und ohne diese hervoragende Unterstützung des Teams hätte ich den Job vielleicht manchmal schon gerne hingeschmissen, aber letztendlich überwiegen die positiven Erlebnisse.
Dieses Jahr ist auf gar keinen Fall ein verlorenes Jahr!!! Es liegt auch an euch, was ihr alles mitnehmt und was ihr daraus macht.
jadte, 05.11.2002
Hey, mache gerade ein FSJ. Mit deinen 675 DM hattest du noch Gluumlck. Ich bekomme nur ein bisschen mehr als die haumllfte. Super Beitrag!
seefschachot, 30.03.2002
Jeder sollte diese Erfahrungen machen auch wenn er dann nach dem Jahr meint das ist nichts fuumlr mich.
ein Testbericht von SusanneRehbein2002-05-18 11:16:57vom 18.05.2002Empfehlung: ja
Ich habe mich vor ca. 2 Jahren dazu entschieden, ehrenamtlich tätig zu werden. Ich hatte mein Studium abgebrochen und kein neues bekommen. Da ich keine Lust hatte meine Zeit nur mit jobben zu vertrödeln, ging ich zum Arbeitsamt und dort fiel mir ein Heft "Freiwilliges Soziales Jahr - Freiwilliges Ökologisches Jahr" in die Hand und ich erinnerte mich an die unzähligen Besuche von Versicherungs- und Arbeitsamtvertretern in der 10. Klasse. Jeder von ihnen versuchte uns für seine Sache zu begeistern, doch nur einer schaffte es, meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Er
stellte eben diese Freiwilligen Sozialen Dienste vor und es klang eigentlich ganz interessant. Ich nahm das Heft mit nach Hause und beschäftigte mich näher damit.
Weil kaum jemand weiß, was es bedeutet ein Freiwilliges Soziales Jahr zu leisten, zitiere ich an der Stelle einmal den ersten Absatz des Vorwortes von Claudia Nolte.
"Im Freiwilligen Sozialen und Freiwilligen Ökologischen Jahr engagieren sich junge Menschen in Krankenanstalten, Altersheimen, Kinderheimen, Kindertagesstätten, Jugendzentren, Einrichtungen zum Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt, Erholungsheimen, in Einrichtungen für körperlich oder geistig Behinderte, in Einrichtungen der Familienhilfe, in Naturschutzzentren, Nationalparks, in der ökologischen Landwirtschaft, in Vogelschutzstationen, in Umweltämtern und in vielen weiteren Einsatzstellen. Ihr freiwilliger Einsatz gilt anderen Menschen und unserer Umwelt."
Spätestens nachdem ich meinen Großvater im Mai '99 bis zum Tod begleitet hatte, wurde mir klar, daß ich im sozialen Bereich tätig werden wollte. Nur mit sterbenden Menschen wollte ich nicht arbeiten müssen. Also suchte ich das Heft wieder raus und suchte mir 2 Träger in meiner Stadt raus. Das waren das DRK und das Jugendaufbauwerk Berlin. Leider reagierte das DRK überhaupt nicht auf meine Bewerbung, doch das JAW bat mich zu einem Vorstellungsgespräch. Dort konnte ich einen Wunsch zur Einsatzstelle äußern und ich entschied mich für Jugendarbeit. Sofort bekam ich einige Einsatzstellen genannt, bei denen ich mich vorstellen sollte. Lange Rede kurzer Sinn - ich bekam eine Stelle in einem Kinderheim. Normalerweise beginnt das FSJ an jedem 1. September, doch durch Krankheit konnte ich erst Mitte November anfangen, denn man braucht für die Tätigkeit ein Gesundheitszeugnis, welches man angeblich auch später nutzen kann und man nicht kostenlos, aber kostengünstiger bekommt, als wenn man es "privat" bräuchte.
Die Kollegen waren von Anfang an sehr nett und die Kinder zeigten ihr wahres Gesicht. Zum Teil waren
sie launisch, bockig, lieb oder frech und alle erinnerten mich an mich in ihrem Alter.
Als FSJ`ler darf man 38,5 h Stunden pro Woche arbeiten, d.h. man hat nahezu einen Vollzeitjob. Lohn oder Gehalt bekommt man natürlich nicht, aber man bekommt ein Taschengeld, daß teilweise sehr stark variiert zwischen den verschiedenen Trägern und auch zwischen den Einsatzstellen. Ich bekam keine 400 DM pro Monat und mußte davon das Fahrgeld, Verpflegung und eventuelle Unterkunft und Dienstkleidung tragen.
Jetzt, nachdem ich das Jahr absolviert habe kann ich sagen, daß es mir sehr viel gebracht hat. Man wird voll in das Berufsfeld eingeführt und lernt alle Facetten kennen.
Ich mußte den Kindern das Essen ausgeben, ihnen bei den Hausaufgaben helfen, mit ihnen Unternehmungen machen und planen, Arztbesuche abdecken, Elternabende besuchen, Kontakt zu den Eltern und zu den Ämtern halten usw. Durch mein FSJ ist in mir der Wunsch entstanden Sozialpädagogik zu studieren und irgendwann Heimleiterin zu werden.
Ohne überheblich zu wirken kann ich sagen, daß ich, wenn auch nicht rechtlich, eine Erzieherin ersetzte. Oftmals bin ich ganz allein im Dienst gewesen, was bedeutete, daß ohne mich eine weitere Kraft hätte eingesetzt werden müssen.
Seit 31.08.2001 ist mein Jahr im Kinderheim beendet und der Tag war schrecklich für mich. Ich vermisse die Kinder und die Arbeit dort immernoch sehr.
Im Übrigen wird das FSJ als Wartezeit auf ein Studium anerkannt und in manchen Fällen auch als Vorpraktikum. Ich habe sogar schon gehört, daß einem für ein FSJ 3 Wartesemester berechnet werden. Natürlich macht sich ein FSJ auch gut im Lebenslauf, aber ich glaube das darf kein vorrangiger Grund dafür sein.
Im Jahr 2000/2001 waren beim JAW 700 Jugendliche für ein FSJ beschäftigt. Ich glaube diese Zahl zeigt, daß ehrenamtliche Dienste, auch unter Jugendlichen nicht veraltet sind und immer gebraucht werden.
P.S. Die "Mindestaufwandsentschädigung" liegt beim JAW mittlerweile bei 200 €.
...
Andreas68, 04.06.2002
Es ist nur bedauerlich, dass dergleichen nicht groszligzuumlgiger bezahlt wird. Eine Schande, wenn man sieht, wie das Geld acuterausgeschmisen wird. Man muss sich nur die milliardenschweren o. obendrein haumlsslichen Politikerneubauten im Tiergarte
Evil_Duke, 18.05.2002
Ich kann soetwas nicht, da ich mit fremden Menschen nicht besonders gut umgehen kann. Daher gehe ich auch zum Bund und werde kein Zivi!
Juwo6, 31.08.2003
Schoumln, daszlig Du als so junge Frau so denkst und auch etwas tust. Das macht nicht gleich jeder und es schult fuumlr039s Leben.
Schwester ich hab schon 10-mal in meine Windel gemacht
ein Testbericht von seehuhn2002-03-09 20:18:49vom 09.03.2002Empfehlung: ja
1. Eigene Erfahrungen
2. Informationen
Hallo liebe Leser,
heute möchte ich einen Bericht über mein Freiwilliges Soziales Jahr schreiben. Es ist nun schon knapp drei Jahre her, ist mir aber immer noch in guter Erinnerung geblieben.
Da ich damals eigentlich Krankenschwester werden wollte, ich dazu aber ein Praktikum vorweisen musste, beschloss ich mich beim Paritätischen Wohlfahrtsverband in München um eine Stelle zu bewerben.
Zuerst musste ich nach Kempten um mich dort vorzustellen. Das war eine Zweigstelle des Wohlfahrtsverbandes. Nachdem ich von dort das OK hatte musste ich noch eine geeignete Arbeitsstelle finden.
Ich
bewarb mich beim Kreiskrankenhaus in Günzburg, welches mich dann auch einstellte.
Das freiwillige Soziale Jahr fing am 01.09. an. Doch bevor wir auf die Menschheit losgelassen wurden, mussten alle Teilnehmer zu einem Seminar nach Oberstdorf.
In diesem Seminar wurden wir auf die Arbeit im Krankenhaus vorbereitet. Wir lernten das Blutdruck- und Pulsmessen und auch die Körperpflege. Na, ja in Sachen Körperpflege lernten wir eigentlich nur, jemanden die Zähne zu putzen. Das brauchte ich allerdings nicht, denn die meisten Patienten putzen ihre Zähne selber oder hatten bereits eine Prothese.
Nach dem Seminar wurden wir also auf die armen Patienten losgelassen, die gar nicht wussten wie ihnen geschah. Mein erstes halbes Jahr verbrachte ich auf einer Station für Innere Medizin. Gleich am ersten Tag stellte ich fest, dass es manchmal ziemlich viel Überwindung braucht. Ich „durfte“ zu einem Patienten, der mit Teerstuhl (stinkt wirklich bestialisch) auf seinem Toilettenwagen saß. Im ersten Moment dachte ich, ich muss mich übergeben, doch ich hab mich zusammenreißen können.
Wenn man dieses Praktikum macht, muss man sich im Klaren sein, dass man gerade anfangs nur Drecksarbeiten macht. Windeln wechseln ist da schon Alltag. Wobei ich aber sagen muss, dass es mit der Zeit gar nicht mehr so schlimm ist.
Während meines Praktikums in der Inneren Medizin habe ich wirklich nur das nötigste gelernt. Man hat sich nicht sehr viel Zeit für mich genommen.
Mein anderes halbes Jahr verbrachte ich auf der Chirurgie. Anfangs hatte ich recht Panik, da ich Angst vor den vielen offenen Wunden hatte. Doch die Arbeit auf dieser Station war wesentlich interessanter. Auch nahm man sich hier viel mehr Zeit für mich. Ich durfte am Schluss sogar Insulin- und Thrombosespritzen setzen.
Vielleicht noch etwas zu den Seminaren. Insgesamt waren es 5 Seminare. Das Einführungsseminar, 3 normale Seminare und eine Abschlussfahrt.
Das Einführungsseminar war, wie gesagt, in Oberstdorf, ziemlich öde dort. Die anderen Seminare waren in Lindau, da war es wirklich toll. Die Seminarinhalte waren sehr interessant. Es wurde über den Tod diskutiert, über AIDS und weitere Themen die in der heutigen Zeit eine Rolle spielen.
Die Abschlussfahrt verbrachten wir in Berlin. Dazu kann man sagen, dass es wirklich toll war. Wir hatten fast die ganze Zeit für uns. Die Kosten der Reise waren mit 100 DM (ca. 50 €) wirklich super. Den Rest der Reise bezahlte der Paritätische Wohlfahrtsverband.
Wir hatten im Laufe des Jahres vier Seminare. Da waren wir dann aber in Lindau untergebracht. In den anderen Seminaren geht es dann viel um Menschenkenntnisse, Umgang mit dem Tod, und viele weitere interessante Themen.
Das FSJ war wirklich etwas, dass mich sehr geprägt hat. Ich habe nie bereut, dass ich es gemacht habe, auch wenn ich heute keine Krankenschwester bin.
Man lernt viel über Menschen und merkt, dass es einem selbst gar nicht so schlecht geht.
Ich habe in dieser Zeit eine Patientin kennen gelernt die mich wirklich fasziniert hat. Ich muss heute noch viel an sie denken. Diese Frau hatte Zucker und hatte auch nur noch ein Bein. Das andere hatte sie aufgrund des Zuckers verloren.
Sie kam zu uns auf Station und war die fröhlichste Frau. Sie war bei uns, da ihr anderes Bein auch amputiert werden musste.
Nach der Operation war sie noch etwas benommen, war aber schnell wieder auf dem Weg der Besserung. Als sie eines Tages allerdings am Fenster beim Essen saß, hatte sie einen Herzinfarkt und nichts war mehr wie früher. Sie war von nun an Pflegefall und konnte kaum noch sprechen. Es war für mich sehr schlimm, das mit an zu sehen.
Man sollte den Beruf auf keinen Fall machen, wenn man zu sehr beseitet ist. Man kann nichts dagegen tun, aber man baut ein gewisses Verhältnis zu den Patienten auf. Umso schlimmer ist es dann, wenn sie plötzlich versterben.
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Und jetzt kommen noch ein paar Infos für euch:
=== Einsatzstellen ===
Gearbeitet werden kann in sozialen Einrichtungen. Also in Altenheimen, Behindertenheimen, Kindergärten, Krankenhäusern, Sozialstationen und Werkstätten von psychisch Kranken.
=== In welchem Alter ===
Das FSJ kann eigentlich fast jeder machen der zwischen 17 und 27 Jahre alt ist. Man sollte natürlich einigermaßen fit sein.
=== Bezahlung ===
Es gibt ein Taschengeld. Bei mir waren es ca. 650 DM (ca. 330 €) im Monat. Zusätzlich wurden die Seminare, die Fahrten zu den Seminaren und die Abschlussfahrt bezahlt.
=== Aufgaben ====
Hier werde ich euch nun sagen, was ich alles machen durfte und machen musste.
- Patienten waschen (beim Waschen helfen, duschen oder Ganzkörperwäsche bei Pflegefällen)
- Betten überziehen
- Tropfen herrichten (Medikamente werden von den Schwestern hergerichtet)
- Essen ausgeben und bei Pflegepatienten eingeben
- Vitalwerte messen (Blutdruck, Puls, Temperatur und Blutzucker)
- Berichte über den Patienten in Patientenakte eintragen
- Patientengespräche
- Neuaufnahmen
- Wenn ein Patient nach Hause entlassen wird, muss sein Bett ausgewechselt werden.
- Botengänge
- Patienten zu Untersuchungen bringen
- Kaffee und Tee austeilen
- Patienten zur Toilette begleiten (manchmal brauchen sie auch etwas mehr Hilfe)
- Windeln wechseln (da ist mir einmal was Tolles passiert: Als ich einem Patienten die Windel wechseln wollte, meinte dieser er hätte schon 10-mal reingemacht. Könnt ihr euch vorstellen wie schwer diese Windel war?)
Solltet ihr noch Fragen haben, so hinterlasst mir einen Kommentar.
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