Bei der diesjährigen Tour de France ist für das Team Telekom die Marschroute ganz klar vorgegeben und das primäre Ziel ist das siebte Grüne Trikot in Folge für Erik Zabel. Damit beim "Unternehmen Grün" auch nichts schief läuft, bekommt Erik Zabel eine beachtliche Anzahl an Helfern zur Seite gestellt. Neben Gian-Matteo Fagnini, Danilo Hondo und Rolf Aldag gehört der Wahlschweizer Steffen Wesemann, genannt "Wese", zu den wichtigsten.
Er ist ein hervorragender Tempobolzer und kommt bei den Flachetappen zum Einsatz. Seine Aufgabe ist es zusammen mit den anderen Helfern das Peleton zusammen zu halten, Ausreißer einzufangen und Erik Zabel bei den Zwischensprints zu unterstützen. Ist es gelungen, dass Peleton zusammen zu halten, sodass es zu einem Massensprint kommt, so kommt ihm auch hier eine wichtige Rolle zu. Er bereitet den Sprint vor, gibt alles, bis seine Aufgabe ungefähr 1000 Meter vor dem Ziel erledigt ist. Dann treten noch Danilo Hondo und Gian-Matteo Fagnini in Aktion, ehe Erik Zabel vollenden soll.
Wenn es in die Berge geht, dann sind andere für die Arbeit zuständig, Wese hat dann Pause, denn Berge sind für ihn Gift. Meist kommt er bei den schweren Bergetappen eine halbe Stunde nach dem Sieger mit dem "Besenwagen" ins Ziel. Das spielt jedoch keine Rolle, denn seine Platzierung in der Gesamtwertung ist egal. Steffen Wesemann ist übrigens ein ganz passabler Zeitfahrer, ist für die ersten 25 Plätze immer gut. Allerdings wird er sich bei den Zeitfahren der Tour vornehmlich zurück halten, denn die Körner müssen für Erik Zabel aufgespart werden.
Bei der Tour ist Wese ein wichtiger Helfer für Zabel, doch er ist nicht immer Wasserträger! Im Frühjahr kommt ihm seitens des Teams eine wichtige Rolle zu, er soll nämlich bei den Frühjahrsklassikern glänzen. Sein Traum ist, das Rennen Paris-Roubaix zu gewinnen, welches als "Hölle des Nordens" bekannt ist. Bei diesem Traditionsrennen war er bereits einmal zweiter und letztes Jahr hätte er sogar den Sieg drin gehabt. Allerings ist ihm 70 Kilometer vor dem Ziel eine Sohlenplatte am Fuß gebrochen, er war stark gehandicapt, konnte keinen Druck auf die Pedale ausüben und musste sich immer wieder herankämpfen. Man kann es sich schlecht vorstellen, wenn man es nicht selbst gesehen hat, aber die kämpferische Leistung war enorm, am Ende wurde er siebter. Aber der 31-Jährige hat in seiner Laufbahn natürlich auch schon manchen Sieg eingefahren.
Erfolge:
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Sieger Friedensfahrt 1992
Sieger Niedersachsen-Rundfahrt 1992
3. Platz GP Gippingen 1995
Sieger Sprintwertung Spanien-Rundfahrt 1995
Sieger Friedensfahrt 1996
Etappensieg Rheinland-Pfalz-Rundfahrt 1996
Sieger Friedensfahrt 1997
13. Platz Flandern-Rundfahrt 1997
2. Platz GP "Wilhelm Tell" 1997
Sieger Friedensfahrt 1999
4 Etappensiege Friedensfahrt 1999
Etappensieg Tour Down Under 2000
2 Etappensiege Friedensfahrt 2000
Sieger GP Gippingen 2000
Sieger Rund um Köln 2000
7. Platz Paris-Roubaix
Zu Wese sollte man vielleicht auch noch sagen, dass sich seine Einstellung zum Profiradsport grundlegend geändert hat. Mit dem Alter wurde er vernünftig, früher hatte er bezüglich Training eine etwas unprofessionelle Einstellung. Heute weiß er, dass er für den Erfolg auch hart trainieren muss und so hängt er sich
mittlerweile mächtig ins Training rein.
Ein paar persönliche Angaben:
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Geburtsda tum: 11. März 1971
Geburtsort: Wolmirstedt
Größe/Gewicht: 173 cm / 72 kg
Wohnort: Küttigen (Schweiz)
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Profi seit: 1993 (immer Team Telekom)
Abschließend bleibt zu hoffen, dass er seine Aufgabe ordentlich erfüllt und ich hoffe auch, dass er diesmal in Paris ankommt, nachdem er letztes Jahr nach einem schweren Sturz aufgeben musste.
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