The Rocky Horror Picture Show (DVD) Testbericht




ab 3,65 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 07/2008
Auf yopi.de gelistet seit 07/2008
Erfahrungsbericht von larshermanns
Kult: \"I can make you a Man...!\"
Pro:
Tim Curry, Meatloaf und Susan Sarandon | schrille Kostüme und aberwitzige Story | die Lieder sind heute noch Ohrwürmer | große Betonung der Sexualität - vor allem der Bisexualität
Kontra:
lausige Untertitel | falsche Angaben zum Tonformat
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen und Leser,
heute möchte ich mal wieder auf einen Klassiker einlassen, den viele bestimmt kennen werden. Vor kurzem habe ich endlich günstig die ROCKY HORROR PICTURE SHOW auf DVD erstehen können, die man meistens noch immer für unchristliche € 21,99 zu kaufen bekommt (Single Disc). Viel Spaß nun mit meinem Bericht.
***** DER KAUF
Aufgrund des hohen Preises bei amazon.de und anderen Anbietern, habe ich mich entschlossen, diesen Film bei Ebay zu ersteigern. Ich hatte Glück, ihn dort bei einem Händler für €10,99 erstanden zu haben. Erst seit dem 29.10.2004 kann man nun bei amazon.de die Special Edition für € 14,99 kaufen. Hätte ich das vor einer Woche gewusst, hätte ich mir bestimmt nicht die Single-Disc-Edition zugelegt. Aber was soll’s?
***** QUICKFACTS
Titel: The Rocky Horror Picture Show
Land/Jahr: Großbritannien 1975
Regie: Jim Sharman
Darsteller: Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick, Richard o’Brien, Patricia Quinn, Meatloaf, Charles Gray, Jonathan Adams, …
Musik: Richard o’Brien
Genre: Musical / Drama
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 96 Minuten
Kapitel: 36
ASIN: B00006NSCI
***** DER FILM
Nach der Hochzeit ihrer besten Freunde hält der junge Brad Majors (Barry Bostwick) um die Hand seiner Freundin Janet Weiss (Susan Sarandon „Der Klient“) an. Gemeinsam machen sie sich anschließend auf den Heimweg, als sie plötzlich in ein Gewitter geraten und ihr Wagen zudem noch eine Reifenpanne erleidet. Vollkommen durchnässt erreichen sie nach kurzer Zeit zu Fuß ein düsteres Gebäude, in dem Licht brennt, in der Hoffnung, von dort aus Hilfe rufen zu können. Doch sie treffen auf Dr. Frank-n-Furter (Tim Curry „Stephen King’s Es“), der sie vollkommen überrumpelt und als „Gäste“ zu einer speziellen Präsentation einlädt..... einem Experiment, mit dem er das Leben selbst zu beherrschen glaubt....
***** DIE DVD
· Bildformat:
1.66:1 | Widescreen Version 16:9
· Sprache:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
· Untertitel:
Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
· DVD Specials:
- Interaktive Menüs
- Szenenauswahl
- Audio-Kommentare (von Richard o’Brien und Patricia Quinn)
- Multi-View Kinoerlebnis
- Anweisungen zum Mitmachen
- Publikumsbeteiligung
***** MEINE MEINUNG UND FAZIT
„Science Fiction Double Feature. Dr. X has built a Creature...”
Wer kennt sie nicht, die Worte, die dieses grandiose Musical einleiten?
Bei THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW handelt es sich um ein Musical, wie es auf der Welt kein zweites mehr gibt. Keine andere Aufführung hat dermaßen viele ausgeflippte Fans, wie dieses Musical aus dem Jahre 1975. Bedenkt man, welche heutigen Stars in diesem Musical von einst mitwirken, lässt sich dessen Ruhm vielleicht noch ein bisschen leichter erklären.
Die Geschichte an sich ist eine Mischung aus allem, was man in der damaligen Zeit an Filmen geliebt hat: B-Movies und Science Fiction. Diese Elemente zusammen sind es dann auch, die man immer wieder in dieser Geschichte vorfindet.
Alles beginnt mit dem Lied „Science Fiction Double Feature“, das bereits ein bisschen auf den Inhalt des Musicals einstimmt. Man sieht nichts außer einem rot geschminkten Mund und strahlend weißen Zähnen. Dies ermöglicht es einem, mehr auf den Text des Liedes zu achten. Und dieser ist auch nötig, um die späteren Zusammenhänge zu erkennen.
Dieses ungewöhnliche Musical besticht durch eine Vielzahl von Stars, die man auch heute noch aus Filmen kennt. Aber auch Altrocker Meatloaf ist mit von der Partie. Und Lieder wie „The Time Warp“ sind noch heute gern gespielte Klassiker. Lauter Punkte also, die dieses Musical wohl unsterblich machen. Doch nun erst mal zu den Filmen, die Pate für dieses Musical gestanden haben müssen.
FRANKENSTEIN ist wohl das am ehesten zu erkennende Meisterwerk, das man für dieses Musical heran gezogen hat. Frank-n-Furter lässt schon allein vom Namen her erkennen, dass diese Idee wohl nicht allzu abwegig sein dürfte. Auch die Idee, einen Menschen künstlich zu erschaffen, ist wohl eindeutig auf den Gruselklassiker von Mary Wollstonecraft Shelley zurück zu führen.
GRAF DRACULA als weiterer Horrorklassiker stand wohl Pate für das blasse Aussehen von Frank-n-Furter und seine Transsylvanier. Frank-n-Furter wirkt bei seinem ersten Auftritt wirklich wie einst Bela Lugosi oder Sir Christopher Lee in ihren Paraderollen als blutsaugendem Grafen aus Bram Stokers gleichnamigen Roman. Dies ändert sich aber auch sofort, als dieser sein Cape auszieht. Doch Riff Raff (Richard o’Brien) erinnert einen später noch einmal an diese Vampir-Geschichten, als er seiner Schwester Magenta (Patricia Quinn) genüsslich in den Hals beißt.
FLASH GORDON ist wohl eindeutig als der Part des Science Fiction zu erkennen. Wenn Riff Raff und Magenta sich als vorgesetzte Offiziere vom Planeten Transsylvanien zu erkennen geben. Diese schrillen Klamotten... reflektierend und wie aus Plastik wirkend. Dazu die billig symbolisierten Blitz-Strahler, wie man sie aus eben diesen B-Movies her kennt.
KING KONG findet man als Anleihe gegen Ende des Musicals, wenn Rocky Horror (Peter Hinwood) mit seinem Schöpfer an der Funkantenne hochklettert. Dies erinnert sehr stark an die Szene, in der King Kong im gleichnamigen Film am Empire State Building hochklettert und von Flugzeugen beschossen wird.
Neben diesen Klassikern der Literatur- und Filmgeschichte, spielt dann aber auch noch die Mode der 70er Jahre eine große Rolle. Die große, hässliche Hornbrille von Brad Majors, die schrillen Brillen und Kostüme der Transsylvanier du nicht zuletzt hin und wieder die Musik und die Tänze. Alles wirkt ein bisschen wie von einem anderen Stern. Und Tim Curry in Strapsen und High Heels setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Kommen wir daher nun zu den Stars dieses Musicals:
TIM CURRY ist vielen immer wieder in der Rolle des Bösewichts bekannt. Sei es als Kardinal Richelieu aus Walt Disneys „The Three Musketeers“, als Clown Pennywise aus „Stephen King’s Es“ oder als Killer aus der Action-Komödie „Loaded Weapon 1“. Doch als süßer Transvestit vom transsexuellen Transsylvanien dürfte ihn nur wenige kennen (oder besser: erkennen). Doch es ist gerade diese schräge Rolle, die ihn an sich berühmt gemacht hat. Überheblich, skrupellos, kaltblütig und selbstverliebt... diese Eigenschaften beschreiben den außerirdischen Wissenschaftler Frank-n-Furter wohl am ehesten. Tim Curry gelingt es famos, diesen schrägen Charakter wiederzugeben. Sein Auftreten generell... seine Mimik... sein verschmitztes Grinsen... aber auch den hasserfüllten, wahnsinnigen Blick, wenn er mordet.
SUSAN SARANDON sieht man hier in der Rolle der jungfräulichen Janet Weiss, die ihre Unschuld auf so ungewöhnliche Art und Weise verlieren soll. Ich kenne Susan Sarandon aus zahlreichen Filmen wie etwa „Die Hexen von Eastwick“, „Der Klient“ oder „Dead Man Walking“. Immer wirkt sie relativ seriös. In diesem Musical brilliert sie jedoch als niedliche kleine Janet, die sich in dem Haus dermaßen fürchtet, dass sie während des Time Warp immer wieder ohnmächtig wird. Und sie wandelt sich von schüchternen Mauerblümchen zum sexbesessenen Vamp. Sie hat dabei die wandlungsstärkste Rolle zu spiele, wenn man einmal von Richard o’Brien absieht.
BARRY BOSTWICK ist der stocksteife Brite Brad Majors, Janets Verlobter. Immer korrekt im Benehmen und britisch gekleidet, fällt er in der Truppe um Frank-n-Furter auf wie ein Weißer in Harlem. Auch er macht während dieser Nacht eine Verwandlung mit, die er sein Leben lang nicht vergessen wird. Vom spießigen Briten zum lüsternen (und zeitweise immer wieder vor sich selbst erschrockenen) Mann, der keinem Vergnügen abgeneigt zu sein scheint. Barry nimmt man diese Rolle – Dank der Brille – sofort ab. Und man merkt sofort, wann die Verwandlung beginnt... plötzlich ist die Brille nämlich weg.
RICHARD O’BRIEN hat in der Rolle des Riff Raff den wohl gruseligsten Part zu spielen. Mit seinem blassen Teint und dem Buckel erinnert er mich irgendwie an eine Mischung aus Quasimodo (Der Glöckner von Nôtre Dame) und dem behinderten Diener Frankensteins. Liest man die Credits aufmerksam durch, dann wird einem auffallen, dass es Richard o’Brien ist, der die Musik zu diesem Musical beigesteuert hat. Er spielt Diner und Commander in Personalunion... meistens begleitet von seiner Schwester Magenta.
PATRICIA QUINN sticht mit ihrer rauen Stimme wohl akustisch mit am besten heraus. Sie spielt Riff Raffs Schwester Magenta, eine Hausangestellte. Auch sie hat ein stark weiß gepudertes Gesicht und wirkt daher wie ein Vampir. Auch bei ihr erfährt man erst am Schluss, was wirklich hinter ihr steckt und was ihre Aufgabe in diesem Musical ist.
„LITTLE“ NELL CAMPBELL ist in der Rolle der Columbia zu sehen, die einen gleich zu Beginn mit einem Stepptanz begeistert. Sie spielt die Geliebte es Botenjungen Eddie (Meatloaf), auf den ich gleich noch einmal separat eingehen werde. Von Columbia ist während des Musicals an sich nur relativ wenig zu sehen. Sie ist zwar ständig anwesend, doch hat ihre Rolle offensichtlich nicht so viel Gewicht wie etwa die Rolle der Magenta. Och ist ihre Rolle – gerade gegen Ende – sehr wichtig für die Handlung.
JONATHAN ADAMS spielt den an den Rollstuhl gefesselten Dr. Everett von Scott, den man wohl eindeutig als Persiflage auf den berühmten Dr. van Helsing aus „Dracula“ sehen muss. Zudem ist Dr. von Scott der Onkel von Eddie. Bei ihm laufen irgendwie alle Fäden zusammen. Seine Rolle ist dennoch ziemlich klein gehalten, da er erst recht spät auftritt und dabei auch die meiste Zeit im Hintergrund bleibt.
PETER HINWOOD spielt die Titelrolle. Er spielt den Rocky Horror, Frank-n-Furter’s (Sex-) Monster. Dieser Schauspieler überzeugt leider mehr durch seine stählernen Muskeln denn durch schauspielerische Leistung. Durchtrainiert ist er... sine Stimme kann man beim Gesang noch als “gut“ durchgehen lassen. Doch wollen seine steifen Bewegungen nicht wirklich zu dem Körper passen. Dies mag vielleicht auch wieder nur eine Anleihe an den steifen Gang von Frankensteins Monster sein, doch will er eben nicht wirklich zu diesem Körper passen.
MEATLOAF ist in diesem Musical leider nur sehr kurz als Botenjunge „Eddie“ zusehen, der mit Motorrad und Saxophon in die Vorstellung von Frank platzt. Eddie ist der Geliebte von Columbia und wird durch eine unschöne Narbe quer über die Stirn verziert, die mich ebenfalls an Frankensteins Monster denken lässt. Auch heute beweist Meatloaf noch, dass er als Schauspieler nicht viel taugt. Aber sein „Hot Patootie“ rockt!
CHARLES GRAY kenne ich noch aus den James Bond Filmen „Man lebt nur zweimal“ und „Diamantenfieber“. In der Rocky Horror Picture Show sehen wir ihn in der Rolle des Kriminologen, der die gesamten Geschehnisse erzählt und anhand von Bildern dokumentiert. Er wirkt sehr seriös und weise... abgesehen von seinem exzessiven Tanz des „Time Warp“. Eine ideale Besetzung... very british.
Man muss diese Stars in ihren Rollen einfach erleben, um sich ein wahres Bild von diesem Musical machen zu können. Mich hat das Musical schon vor Jahren begeistert. Und diese DVD ist nun ein Beitrag, um hautnah mitzuerleben zu können, wie dieses Musical weltweit bei den Aufführungen von den Fans gefeiert wird.
Die DVD ist nicht allzu stark mit Extras versehen. Diejenigen, die auf der „Single Disc Edition“ vorhanden sind, reichen meiner Meinung nach aber auch schon vollkommen aus.
Das interaktive Menü ist witzig. Man sieht den berühmten Mund, der immer wieder irgendwelche Kommentare zu den getätigten Aktionen abgibt. Daneben gibt es ein paar bestrapste Beine, die die diversen Buttons entweder wegkicken oder wegziehen. Eine witzige Einlage, die man aber auch hätte weglassen können.
Das Multi-View Kinoerlebnis ist hingegen etwas, das man sich auf jeden Fall einmal ansehen sollte. Man sieht hierbei immer wieder Aufnahmen mit einer Handcam, die während einer Kinovorstellung gemacht wurden. So erlebt man förmlich hautnah mit, wie ein solcher Kinoabend ablaufen kann. Mit Live-Auftritten von Fans auf der Bühne bis hin zum Reiswerfen während der Hochzeitszeremonie. Dabei sieht man den regulären Film, vor dessen relevanten Szenen immer erst die alternative Szene aus dem Kino gezeigt wird, ehe es dann zur regulären Szene kommt. Wer das Musical selbst sehen möchte, sollte diese Option besser abschalten, da sie auf Dauer doch ein bisschen nervig sei kann. Für Vollblutfans wird sie aber vermutlich das Non-plus-Ultra sein.
Die Anweisungen zum Mitmachen sind dann schon deutlich unauffälliger. Man hat lediglich eine separate Tonspur mit einem Text versehen (z.B. „Throw your rice“), so dass man weiß, wann man was zu machen hat. Diese Idee finde ich recht witzig, weil man dann ebenfalls nachvollziehen kann, wie es wohl im Kino aussehen würde, wenn diese Szene gespielt wird.
Die Publikumsbeteiligung ist ähnlich dem Multi-View Kinoerlebnis. Man sieht Aufnahmen dieses Kinoabends... allerdings mit Kameraschwenks ins Publikum. Und hier ist es schon schrill zu sehen, mit welchen Outfits manche Fans das Kino betreten haben und wie exzessiv während der Vorstellung gefeiert wird.
Bild- und Tonqualität dieser DVD sind einwandfrei. Mich stört jedoch, dass der Klang offiziell (siehe oben) als „Dolby Digital 5.1“ angegeben wird, in Wirklichkeit aber nur „Dolby Digital 2.0 (Stereo)“ ist (und dieses Symbol wird auch neben dem fälschlichen 5.1 angezeigt). Doch lässt sich die DVD auch mit Stereo sehr schön genießen. Das Bild wackelt nicht und der Sound lässt keine Wünsche offen.
Ein weiterer Punkt, der mich theoretisch stören könnte ist, dass es keinen deutschen Untertitel gibt, der nicht für Hörgeschädigte ist. Man sieht also nicht nur den gesprochenen Text, sondern auch jedes andere Geräusch (z.B. „Glockenläuten“). Zudem sind die Übersetzungen in den meisten Fällen sehr frei gewählt und stimmen nur selten mit dem tatsächlich gesprochenen Text überein. So wird hier manchmal Dingen vorgegriffen, die erst in späteren Szenen passieren werden. Hier hätte man seitens der deutschen Synchronisation sorgfältiger arbeiten können. Ein Grund mehr, sich das Original ohne Untertitel anzusehen (zumal der Text doch sehr gut verständlich ist).
Ansonsten kann ich dieses Musical wirklich mit einem „sehr gut“ weiter empfehlen und hoffe, dass euch mein Bericht gefallen hat.
***** VERTRIEB
Twentieth Century Fox Home Entertainment Deutschland GmbH
Frankfurt am Main
http://www.fox.de
***** EASTEREGG
Wenn man im Hauptmenü links die Beine anwählt, dann sieht man den Film in der Fassung, wie sie Richard o\'Brien ursprünglich vorschwebte. Der Film beginnt dann nämlich schwarz-weiß und wird erst dann farbig, wenn Brad Majors und Janet Weiss mit dem \"Time Warp\" auf die Transsylvanier treffen.
***** BEMERKUNG
Sollte diesem Bericht über die Single Disc Edition zu THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW noch irgendetwas fehlen, so lasst es mich doch bitte wissen.
Vielen Dank für euer Interesse!!!
© 2004 Lars Hermanns
heute möchte ich mal wieder auf einen Klassiker einlassen, den viele bestimmt kennen werden. Vor kurzem habe ich endlich günstig die ROCKY HORROR PICTURE SHOW auf DVD erstehen können, die man meistens noch immer für unchristliche € 21,99 zu kaufen bekommt (Single Disc). Viel Spaß nun mit meinem Bericht.
***** DER KAUF
Aufgrund des hohen Preises bei amazon.de und anderen Anbietern, habe ich mich entschlossen, diesen Film bei Ebay zu ersteigern. Ich hatte Glück, ihn dort bei einem Händler für €10,99 erstanden zu haben. Erst seit dem 29.10.2004 kann man nun bei amazon.de die Special Edition für € 14,99 kaufen. Hätte ich das vor einer Woche gewusst, hätte ich mir bestimmt nicht die Single-Disc-Edition zugelegt. Aber was soll’s?
***** QUICKFACTS
Titel: The Rocky Horror Picture Show
Land/Jahr: Großbritannien 1975
Regie: Jim Sharman
Darsteller: Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick, Richard o’Brien, Patricia Quinn, Meatloaf, Charles Gray, Jonathan Adams, …
Musik: Richard o’Brien
Genre: Musical / Drama
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 96 Minuten
Kapitel: 36
ASIN: B00006NSCI
***** DER FILM
Nach der Hochzeit ihrer besten Freunde hält der junge Brad Majors (Barry Bostwick) um die Hand seiner Freundin Janet Weiss (Susan Sarandon „Der Klient“) an. Gemeinsam machen sie sich anschließend auf den Heimweg, als sie plötzlich in ein Gewitter geraten und ihr Wagen zudem noch eine Reifenpanne erleidet. Vollkommen durchnässt erreichen sie nach kurzer Zeit zu Fuß ein düsteres Gebäude, in dem Licht brennt, in der Hoffnung, von dort aus Hilfe rufen zu können. Doch sie treffen auf Dr. Frank-n-Furter (Tim Curry „Stephen King’s Es“), der sie vollkommen überrumpelt und als „Gäste“ zu einer speziellen Präsentation einlädt..... einem Experiment, mit dem er das Leben selbst zu beherrschen glaubt....
***** DIE DVD
· Bildformat:
1.66:1 | Widescreen Version 16:9
· Sprache:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
· Untertitel:
Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
· DVD Specials:
- Interaktive Menüs
- Szenenauswahl
- Audio-Kommentare (von Richard o’Brien und Patricia Quinn)
- Multi-View Kinoerlebnis
- Anweisungen zum Mitmachen
- Publikumsbeteiligung
***** MEINE MEINUNG UND FAZIT
„Science Fiction Double Feature. Dr. X has built a Creature...”
Wer kennt sie nicht, die Worte, die dieses grandiose Musical einleiten?
Bei THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW handelt es sich um ein Musical, wie es auf der Welt kein zweites mehr gibt. Keine andere Aufführung hat dermaßen viele ausgeflippte Fans, wie dieses Musical aus dem Jahre 1975. Bedenkt man, welche heutigen Stars in diesem Musical von einst mitwirken, lässt sich dessen Ruhm vielleicht noch ein bisschen leichter erklären.
Die Geschichte an sich ist eine Mischung aus allem, was man in der damaligen Zeit an Filmen geliebt hat: B-Movies und Science Fiction. Diese Elemente zusammen sind es dann auch, die man immer wieder in dieser Geschichte vorfindet.
Alles beginnt mit dem Lied „Science Fiction Double Feature“, das bereits ein bisschen auf den Inhalt des Musicals einstimmt. Man sieht nichts außer einem rot geschminkten Mund und strahlend weißen Zähnen. Dies ermöglicht es einem, mehr auf den Text des Liedes zu achten. Und dieser ist auch nötig, um die späteren Zusammenhänge zu erkennen.
Dieses ungewöhnliche Musical besticht durch eine Vielzahl von Stars, die man auch heute noch aus Filmen kennt. Aber auch Altrocker Meatloaf ist mit von der Partie. Und Lieder wie „The Time Warp“ sind noch heute gern gespielte Klassiker. Lauter Punkte also, die dieses Musical wohl unsterblich machen. Doch nun erst mal zu den Filmen, die Pate für dieses Musical gestanden haben müssen.
FRANKENSTEIN ist wohl das am ehesten zu erkennende Meisterwerk, das man für dieses Musical heran gezogen hat. Frank-n-Furter lässt schon allein vom Namen her erkennen, dass diese Idee wohl nicht allzu abwegig sein dürfte. Auch die Idee, einen Menschen künstlich zu erschaffen, ist wohl eindeutig auf den Gruselklassiker von Mary Wollstonecraft Shelley zurück zu führen.
GRAF DRACULA als weiterer Horrorklassiker stand wohl Pate für das blasse Aussehen von Frank-n-Furter und seine Transsylvanier. Frank-n-Furter wirkt bei seinem ersten Auftritt wirklich wie einst Bela Lugosi oder Sir Christopher Lee in ihren Paraderollen als blutsaugendem Grafen aus Bram Stokers gleichnamigen Roman. Dies ändert sich aber auch sofort, als dieser sein Cape auszieht. Doch Riff Raff (Richard o’Brien) erinnert einen später noch einmal an diese Vampir-Geschichten, als er seiner Schwester Magenta (Patricia Quinn) genüsslich in den Hals beißt.
FLASH GORDON ist wohl eindeutig als der Part des Science Fiction zu erkennen. Wenn Riff Raff und Magenta sich als vorgesetzte Offiziere vom Planeten Transsylvanien zu erkennen geben. Diese schrillen Klamotten... reflektierend und wie aus Plastik wirkend. Dazu die billig symbolisierten Blitz-Strahler, wie man sie aus eben diesen B-Movies her kennt.
KING KONG findet man als Anleihe gegen Ende des Musicals, wenn Rocky Horror (Peter Hinwood) mit seinem Schöpfer an der Funkantenne hochklettert. Dies erinnert sehr stark an die Szene, in der King Kong im gleichnamigen Film am Empire State Building hochklettert und von Flugzeugen beschossen wird.
Neben diesen Klassikern der Literatur- und Filmgeschichte, spielt dann aber auch noch die Mode der 70er Jahre eine große Rolle. Die große, hässliche Hornbrille von Brad Majors, die schrillen Brillen und Kostüme der Transsylvanier du nicht zuletzt hin und wieder die Musik und die Tänze. Alles wirkt ein bisschen wie von einem anderen Stern. Und Tim Curry in Strapsen und High Heels setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf. Kommen wir daher nun zu den Stars dieses Musicals:
TIM CURRY ist vielen immer wieder in der Rolle des Bösewichts bekannt. Sei es als Kardinal Richelieu aus Walt Disneys „The Three Musketeers“, als Clown Pennywise aus „Stephen King’s Es“ oder als Killer aus der Action-Komödie „Loaded Weapon 1“. Doch als süßer Transvestit vom transsexuellen Transsylvanien dürfte ihn nur wenige kennen (oder besser: erkennen). Doch es ist gerade diese schräge Rolle, die ihn an sich berühmt gemacht hat. Überheblich, skrupellos, kaltblütig und selbstverliebt... diese Eigenschaften beschreiben den außerirdischen Wissenschaftler Frank-n-Furter wohl am ehesten. Tim Curry gelingt es famos, diesen schrägen Charakter wiederzugeben. Sein Auftreten generell... seine Mimik... sein verschmitztes Grinsen... aber auch den hasserfüllten, wahnsinnigen Blick, wenn er mordet.
SUSAN SARANDON sieht man hier in der Rolle der jungfräulichen Janet Weiss, die ihre Unschuld auf so ungewöhnliche Art und Weise verlieren soll. Ich kenne Susan Sarandon aus zahlreichen Filmen wie etwa „Die Hexen von Eastwick“, „Der Klient“ oder „Dead Man Walking“. Immer wirkt sie relativ seriös. In diesem Musical brilliert sie jedoch als niedliche kleine Janet, die sich in dem Haus dermaßen fürchtet, dass sie während des Time Warp immer wieder ohnmächtig wird. Und sie wandelt sich von schüchternen Mauerblümchen zum sexbesessenen Vamp. Sie hat dabei die wandlungsstärkste Rolle zu spiele, wenn man einmal von Richard o’Brien absieht.
BARRY BOSTWICK ist der stocksteife Brite Brad Majors, Janets Verlobter. Immer korrekt im Benehmen und britisch gekleidet, fällt er in der Truppe um Frank-n-Furter auf wie ein Weißer in Harlem. Auch er macht während dieser Nacht eine Verwandlung mit, die er sein Leben lang nicht vergessen wird. Vom spießigen Briten zum lüsternen (und zeitweise immer wieder vor sich selbst erschrockenen) Mann, der keinem Vergnügen abgeneigt zu sein scheint. Barry nimmt man diese Rolle – Dank der Brille – sofort ab. Und man merkt sofort, wann die Verwandlung beginnt... plötzlich ist die Brille nämlich weg.
RICHARD O’BRIEN hat in der Rolle des Riff Raff den wohl gruseligsten Part zu spielen. Mit seinem blassen Teint und dem Buckel erinnert er mich irgendwie an eine Mischung aus Quasimodo (Der Glöckner von Nôtre Dame) und dem behinderten Diener Frankensteins. Liest man die Credits aufmerksam durch, dann wird einem auffallen, dass es Richard o’Brien ist, der die Musik zu diesem Musical beigesteuert hat. Er spielt Diner und Commander in Personalunion... meistens begleitet von seiner Schwester Magenta.
PATRICIA QUINN sticht mit ihrer rauen Stimme wohl akustisch mit am besten heraus. Sie spielt Riff Raffs Schwester Magenta, eine Hausangestellte. Auch sie hat ein stark weiß gepudertes Gesicht und wirkt daher wie ein Vampir. Auch bei ihr erfährt man erst am Schluss, was wirklich hinter ihr steckt und was ihre Aufgabe in diesem Musical ist.
„LITTLE“ NELL CAMPBELL ist in der Rolle der Columbia zu sehen, die einen gleich zu Beginn mit einem Stepptanz begeistert. Sie spielt die Geliebte es Botenjungen Eddie (Meatloaf), auf den ich gleich noch einmal separat eingehen werde. Von Columbia ist während des Musicals an sich nur relativ wenig zu sehen. Sie ist zwar ständig anwesend, doch hat ihre Rolle offensichtlich nicht so viel Gewicht wie etwa die Rolle der Magenta. Och ist ihre Rolle – gerade gegen Ende – sehr wichtig für die Handlung.
JONATHAN ADAMS spielt den an den Rollstuhl gefesselten Dr. Everett von Scott, den man wohl eindeutig als Persiflage auf den berühmten Dr. van Helsing aus „Dracula“ sehen muss. Zudem ist Dr. von Scott der Onkel von Eddie. Bei ihm laufen irgendwie alle Fäden zusammen. Seine Rolle ist dennoch ziemlich klein gehalten, da er erst recht spät auftritt und dabei auch die meiste Zeit im Hintergrund bleibt.
PETER HINWOOD spielt die Titelrolle. Er spielt den Rocky Horror, Frank-n-Furter’s (Sex-) Monster. Dieser Schauspieler überzeugt leider mehr durch seine stählernen Muskeln denn durch schauspielerische Leistung. Durchtrainiert ist er... sine Stimme kann man beim Gesang noch als “gut“ durchgehen lassen. Doch wollen seine steifen Bewegungen nicht wirklich zu dem Körper passen. Dies mag vielleicht auch wieder nur eine Anleihe an den steifen Gang von Frankensteins Monster sein, doch will er eben nicht wirklich zu diesem Körper passen.
MEATLOAF ist in diesem Musical leider nur sehr kurz als Botenjunge „Eddie“ zusehen, der mit Motorrad und Saxophon in die Vorstellung von Frank platzt. Eddie ist der Geliebte von Columbia und wird durch eine unschöne Narbe quer über die Stirn verziert, die mich ebenfalls an Frankensteins Monster denken lässt. Auch heute beweist Meatloaf noch, dass er als Schauspieler nicht viel taugt. Aber sein „Hot Patootie“ rockt!
CHARLES GRAY kenne ich noch aus den James Bond Filmen „Man lebt nur zweimal“ und „Diamantenfieber“. In der Rocky Horror Picture Show sehen wir ihn in der Rolle des Kriminologen, der die gesamten Geschehnisse erzählt und anhand von Bildern dokumentiert. Er wirkt sehr seriös und weise... abgesehen von seinem exzessiven Tanz des „Time Warp“. Eine ideale Besetzung... very british.
Man muss diese Stars in ihren Rollen einfach erleben, um sich ein wahres Bild von diesem Musical machen zu können. Mich hat das Musical schon vor Jahren begeistert. Und diese DVD ist nun ein Beitrag, um hautnah mitzuerleben zu können, wie dieses Musical weltweit bei den Aufführungen von den Fans gefeiert wird.
Die DVD ist nicht allzu stark mit Extras versehen. Diejenigen, die auf der „Single Disc Edition“ vorhanden sind, reichen meiner Meinung nach aber auch schon vollkommen aus.
Das interaktive Menü ist witzig. Man sieht den berühmten Mund, der immer wieder irgendwelche Kommentare zu den getätigten Aktionen abgibt. Daneben gibt es ein paar bestrapste Beine, die die diversen Buttons entweder wegkicken oder wegziehen. Eine witzige Einlage, die man aber auch hätte weglassen können.
Das Multi-View Kinoerlebnis ist hingegen etwas, das man sich auf jeden Fall einmal ansehen sollte. Man sieht hierbei immer wieder Aufnahmen mit einer Handcam, die während einer Kinovorstellung gemacht wurden. So erlebt man förmlich hautnah mit, wie ein solcher Kinoabend ablaufen kann. Mit Live-Auftritten von Fans auf der Bühne bis hin zum Reiswerfen während der Hochzeitszeremonie. Dabei sieht man den regulären Film, vor dessen relevanten Szenen immer erst die alternative Szene aus dem Kino gezeigt wird, ehe es dann zur regulären Szene kommt. Wer das Musical selbst sehen möchte, sollte diese Option besser abschalten, da sie auf Dauer doch ein bisschen nervig sei kann. Für Vollblutfans wird sie aber vermutlich das Non-plus-Ultra sein.
Die Anweisungen zum Mitmachen sind dann schon deutlich unauffälliger. Man hat lediglich eine separate Tonspur mit einem Text versehen (z.B. „Throw your rice“), so dass man weiß, wann man was zu machen hat. Diese Idee finde ich recht witzig, weil man dann ebenfalls nachvollziehen kann, wie es wohl im Kino aussehen würde, wenn diese Szene gespielt wird.
Die Publikumsbeteiligung ist ähnlich dem Multi-View Kinoerlebnis. Man sieht Aufnahmen dieses Kinoabends... allerdings mit Kameraschwenks ins Publikum. Und hier ist es schon schrill zu sehen, mit welchen Outfits manche Fans das Kino betreten haben und wie exzessiv während der Vorstellung gefeiert wird.
Bild- und Tonqualität dieser DVD sind einwandfrei. Mich stört jedoch, dass der Klang offiziell (siehe oben) als „Dolby Digital 5.1“ angegeben wird, in Wirklichkeit aber nur „Dolby Digital 2.0 (Stereo)“ ist (und dieses Symbol wird auch neben dem fälschlichen 5.1 angezeigt). Doch lässt sich die DVD auch mit Stereo sehr schön genießen. Das Bild wackelt nicht und der Sound lässt keine Wünsche offen.
Ein weiterer Punkt, der mich theoretisch stören könnte ist, dass es keinen deutschen Untertitel gibt, der nicht für Hörgeschädigte ist. Man sieht also nicht nur den gesprochenen Text, sondern auch jedes andere Geräusch (z.B. „Glockenläuten“). Zudem sind die Übersetzungen in den meisten Fällen sehr frei gewählt und stimmen nur selten mit dem tatsächlich gesprochenen Text überein. So wird hier manchmal Dingen vorgegriffen, die erst in späteren Szenen passieren werden. Hier hätte man seitens der deutschen Synchronisation sorgfältiger arbeiten können. Ein Grund mehr, sich das Original ohne Untertitel anzusehen (zumal der Text doch sehr gut verständlich ist).
Ansonsten kann ich dieses Musical wirklich mit einem „sehr gut“ weiter empfehlen und hoffe, dass euch mein Bericht gefallen hat.
***** VERTRIEB
Twentieth Century Fox Home Entertainment Deutschland GmbH
Frankfurt am Main
http://www.fox.de
***** EASTEREGG
Wenn man im Hauptmenü links die Beine anwählt, dann sieht man den Film in der Fassung, wie sie Richard o\'Brien ursprünglich vorschwebte. Der Film beginnt dann nämlich schwarz-weiß und wird erst dann farbig, wenn Brad Majors und Janet Weiss mit dem \"Time Warp\" auf die Transsylvanier treffen.
***** BEMERKUNG
Sollte diesem Bericht über die Single Disc Edition zu THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW noch irgendetwas fehlen, so lasst es mich doch bitte wissen.
Vielen Dank für euer Interesse!!!
© 2004 Lars Hermanns
23 Bewertungen, 1 Kommentar
-
17.11.2004, 12:48 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner bericht lg janet
Bewerten / Kommentar schreiben