Cullmann Primax 180 Testbericht

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Erfahrungsbericht
Summe aller Bewertungen

Erfahrungsbericht von Amilorid

Günstiges, funktionales, aber sehr empfindliches Einsteigerstativ

Pro:

Günstig, zahlreiche Anpassungmöglichkeiten, stabiler Stand bei geringem Eigengewicht

Kontra:

Bewegliche Teile und Verschlüsse sind nur aus Plastik gefertigt

Empfehlung:

Nein

Ich habe mir das Cullmann Primax 180 vor etwa einem Jahr zum Preis von ca. 30€ gekauft. Gedacht war es für Fotografie und Filmaufnahmen sowohl im Haus als auch draußen in der freien Natur. Da ich erst einmal ein paar Erfahrungen mit Stativen sammeln wollte und es auch nicht täglich nutze, wählte ich dieses recht preiswerte Modell aus. Im letzten Jahr habe ich es dann sowohl für In- als auch Outdoor-Shootings benutzt und konnte hierbei ganz gezielt die Vor- und Nachteile dieses Stativs austesten.




== Funktionalität ==


Das Cullmann Primax 180 besitzt zahlreiche Gelenke, Teleskopstangen und Scharniere um auch in unebenem Terrain eine perfekte Ausrichtung des Stativs erreichen zu können. Die maximale Höhe beträgt 160 cm (der Name ist hier etwas irreführend, da man eigentlich zunächst 180 cm erwarten würde), die minimale Höhe ca. 57 cm. Auf Transportmaße zusammengeklappt wird das Cullmann Primax 180 noch ein paar Zentimeter länger, da die Beine ja nun nicht mehr auseinander ragen. Somit ist es in zusammengeklapptem Zustand gute 60 cm lang.

Aber zurück zu den zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Die Höhe ist über drei Systeme jeweils Stufenlos justierbar: es gibt zwei separate Teleskopstangen in den Beinen und zusätzlich ist auch die mittlere Säule über eine Kurbel höhenverstellbar. Mit 160 cm sollte sie in jeder Alltagssituation ausreichend sein. Die Arretierung erfolgt an den Beinen mit Plastikverschlüssen, bei der Mittelsäule mit Hilfe eines Drehrings, der allerdings ebenfalls aus Plastik gefertigt ist. Die Fußstangen sind aus Aluminium gefertigt, während die eigentlichen Standelemente aus Gummi und mit einem Kugelgelenk perfekt an die Bodengegebenheiten anpassbar sind. Somit erreicht man einen sicheren Stand, auch auf unebenem oder glatten Untergrund. Am Kopf sind Anpassungen in allen Ebenen möglich. Die Arretierung ist in allen Fällen stufenlos. Dies hat den großen Vorteil, dass man z.B. einen Freiheitsgrad nur leicht anziehen kann um dann saubere Kamerabewegungen ohne größere Ruckler bei einer Filmaufnahme erreichen zu können. Sehr interessant und praktisch ist auch die Kopfplatte, in der die Schraube zur Befestigung der Kamera versenkt ist. Diese lässt sich innerhalb weniger Sekunden aus dem Kopfteil entfernen und man hat die Kamera somit für einen eventuellen Schnappschuss sehr flott in der Hand ohne sie zunächst mühsam abschrauben zu müssen.

Leider gibt es am Stativkopf eine große Schwäche. Die Kamera wird mit Hilfe einer standardisierten Befestigungsschraube auf der Kopfplatte montiert, aber egal wie fest man sie zieht, hundertprozentig halten tut die Kamera hierauf nicht. Dadurch gestalten sich Aufnahmen im Hochformat als sehr schwierig. Verwendet man ein Teleobjektiv sind sie eigentlich sogar gar nicht möglich, da die Kamera sofort nach vorne abkippt. Die Gummierung des Kopftischen bietet schlicht und ergreifend nicht genügend Grip um ein Abkippen zu verhindern. Zwar gibt es einen gefederten Pin, der eigentlich in ein Loch in der Kamera einrasten und sie somit zumindest etwas fixieren sollte - doch eine solche Aussparung besitzt leider keine meiner Canon-Kameras.

Durch die Kombination aus Aluminium und Plastik hat das Cullmann Primax 180 ein Eigengewicht von gerade einmal ca. 1,5 kg. Hierdurch und aufgrund seiner geringen Größe im zusammengeklappten Zustand ist es einfach zu transportieren und super geeignet für den Außeneinsatz. Man sollte hierbei aber auch bedenken, dass ein Stativ mit geringem Eigengewicht auch nur einen bedingt stabilen Stand haben kann. Zwar bietet es Wind konstruktionsbedingt eine relativ geringe Angriffsfläche, aber ein auf 160 cm ausgezogenes und nur 1,5 kg schweres Objektiv kann bei stärkeren Böen durchaus auch mal umfallen. Was der darauf montierten Foto-Hardware wohl nicht gerade gefallen dürfte ...
Weiteres nettes Feature: zwei Wasserwaagen (eine am Stativkopf, eine auf Höhe der Mittelsäule) erlauben eine garantiert ebene Aufstellung auch bei unebenem Terrain. 




== Stabilität & Verarbeitung == 


Das Cullmann Primax 180 besteht im wesentlichen aus Aluminium und Plastik. Alle tragenden Elementen des Cullmann Primax 180 (Standbeine und Mittelsäule) bestehen komplett aus Aluminium. Im Gegensatz hierzu sind jedoch alle beweglichen Teile, Gelenke und Scharniere auch Plastik gefertigt, ebenso wie der Stativkopf. An allen Plastikteilen fällt auf, dass sie sehr unsauber gegossen sind, überall stehen Überstände heraus. Dies hinterlässt bereits beim ersten Auspacken keinen sehr hochwertigen Eindruck. Deshalb hatte ich auch direkt nach dem Kauf bereits die ersten Zweifel, ob sich diese Teile des Stativs nicht doch durch eine eher kurze Lebensdauer auszeichnen.
Und so war es dann leider auch: bei mir ging bereits nach nicht einmal zwei Monaten die Arretierung am Stativkopf kaputt, die für eine Stabilisierung in der Sagittalebene verantwortlich ist. Hierdurch bekommt der Kopf bei einem schweren Objektiv sehr schnell Übergewicht und die Kamera kippt nach vorne. Das Stativ ist für mich somit nur noch mit leichten Objektiven mit kurzer Brennweite benutzbar. Ich nutze es auch heute noch, muss dabei aber sehr aufpassen und bin in einigen Situationen eingeschränkt. Aus diesem Grund werde ich mir wohl in naher Zukunft ein neues Stativ anschaffen. Allein schon durch diese geringe Lebensdauer ist das Produkt für mich nicht mehr uneingeschränkt empfehlenswert, da eine Garantieanfrage an Cullmann ebenfalls zurückgewiesen wurde. 

Weitere Schäden sind bei mir zum Glück bisher noch nicht aufgetreten, es ist aber zu erkennen, dass das Plastik mit der Zeit mehr und mehr an Glanz verliert und an manchen Stellen schon feine Risse aufweist. Und das obwohl ich es wirklich nur zum Fotografieren aus der Hülle nehme, ansonsten hängt es vor UV-Licht geschützt in seiner Tasche in meinem Flur. Das bestätigt meine bisherige Annahme, dass das Plastik nicht gerade den höchsten Qualitätsansprüchen genügt.



== Lieferumfang ==


Zum Cullmann Primax 180 wird zusätzlich noch eine praktische Transporttasche geliefert, in der das Stativ schnell verstaut werden kann. Sie ist strapazierfähig und leicht zu reinigen, da sie aus wasserabweisendem Material besteht. So wird sie auch nach einem Outdooreinsatz schnell wieder sauber. 




== Fazit ==


Ich war mit diesem Objektiv bis zu seiner Beschädigung bei der Arretierung des Kopfteils eigentlich recht zufrieden. Man muss sich im klaren sein, dass man für 30€ nunmal nur ein Einsteigermodell bekommt, das zwar eine hohe Flexibilität aufweist, aber durchaus eine bessere Verarbeitung hätte vertragen können. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist also durchaus in Ordnung und für die ersten Schritte bei der Fotografie mit Stativ ist es sicherlich auch vollkommend ausreichend.

Ich persönlich glaube, dass ich wohl lieber ein paar Euro mehr hätte investieren sollen um ein Stativ zu kaufen, dessen Verschlüsse nicht aus Plastik gefertigt sind. Für den Gelegenheitsfotografen bietet das Cullmann Primax 180 alles, was man sich nur wünschen kann. Für alle ambitionierteren Fotografen oder solche, die das Stativ ständig auf- und wieder abbauen, empfehle ich eine etwas größere Investition in eine strapazierfähigere Ausführung. Ansonsten wird man sich sehr schnell ein neues Objektiv anschaffen müssen, da es schlicht und ergreifend nicht stabil genug gefertigt ist.

20 Bewertungen, 3 Kommentare

  • morla

    15.06.2012, 02:30 Uhr von morla, Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^^petra

  • XXLALF

    14.06.2012, 20:10 Uhr von XXLALF, Bewertung: sehr hilfreich

    ...und ganz liebe grüße

  • Lale

    14.06.2012, 18:00 Uhr von Lale, Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*