Guiri Testbericht

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Erfahrungsbericht
Summe aller Bewertungen

Erfahrungsbericht von margy

guiri

Pro:

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Kontra:

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Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Das broschierte 519seitige Buch erschien im Verlag Edition Winterwork am 17. Oktober 2011. Unter der ISBN 978-3943048506 kostet es 23,90 €.

Buchumschlag:

Schwärze umhüllt den Raum. Ein vergittertes Fenster gibt den Blick frei auf einen strahlend blauen Himmel und eine Blume mit weißen Blüten.

Autor:

Bruno Samuel Z schreibt in seinem Roman über 3 Gefängnisaufenthalte in Spanien.

Klappentext:

Die Geschichte spielt in den von Abbruch und Aufbruch bestimmten 68er Jahren. Der jugendliche Hauptakteur fährt im Frühsommer 1968 mit seinem alten PW ab Zürich in den Süden und wird auf seiner Rückreise von Marokko an der spanischen Grenze als naiver Tourist (Guiri) mit Marihuana im Gepäck verhaftet und in Algeciras inhaftiert. Die Schilderung seines Gefängnisaufenthaltes (Algeciras, Cadiz, Madrid) in der allmählich zu Ende gehenden Franco-Diktatur ist einerseits ein Zeitdokument über kaum vorstellbare Lebensverhältnisse und andererseits ein Begegnungs- und Erfahrungsbericht mit Charakteren, wie das nur in Extrem-Situationen möglich ist. In Rückblenden wird von einer Liebe erzählt, an der der Hauptakteur beinah zerbrochen wäre.

Schreibstil:

beeindruckend, stimmt nachdenklich, gefühlvoll, spannend, interessant, als Beobachter, hautnah, berührend

Meinung:

Der Autor, der hier in diesem Buch einen Teil seines Lebens beschreibt, liegt mit seinem Schreibstil nahe am Leser. Seine Verzweiflung ist spür- und greifbar. Es geht in seiner Geschichte darum, dass er in Spanien inhaftiert wurde und was er dort alles erlebte. In Bildern und so als sei ich immer als Beobachter oder Zuschauer in seiner Nähe, so hat er seine Erlebnisse dargelegt. Es ist kalt, nicht nur dem Schriftsteller, sondern auch mir und ich roch die Fäkalien, spürte, wie schlecht es dem Autor gegangen ist. Das, was der Schriftsteller hier niederschrieb, erlebte er vor 40 Jahren, doch die Vergangenheit nagt noch heute an ihm und hält ihn fest. Die Bilder vor Augen, die Erinnerung, die Tragödie und das Drama wird er zeitlebens nie vergessen. Die Verzweiflung, die er damals spürte, empfindet er auch heute noch, wenn er an die Zeit in Spanien zurückdenkt. Nichts von dem Erlebten hat er je verarbeiten können. Sehr detailliert und ganz genau erzählt Bruno Samuel Z über den Alltag in den Gefängnissen.
Auf der einen Seite stellt er sich vor als Gefangener seiner selbst und als ein Gefangener in einem Gefängnis. Er ist nicht in der Lage zu handeln, weiß keinen Ausweg, er weiß keine Lösung. Aus Liebe zu einer Frau trat er die Reise nach Spanien an. Hier kommt seine Gutmütigkeit ins Spiel, seine Unfähigkeit, in einer Situation auch einmal nein zu sagen und damit seine Grenzen zu setzen. Er hatte Marihuana bei sich und damit wurde er erwischt und das war auch der Grund für den Gefängnisaufenthalt in einem fremden Land. Der Mann fügt sich in sein Schicksal. Die Wärter im Gefängnis sind gnadenlos und die Schweizer Botschaft mischt sich nicht in die Sache ein.
Das alles passiert in der Zeit, in der Franco in Spanien an der Macht war. Seine Regierungszeit geht dem Ende entgegen. Es geht um die Lebensbedingungen in einem Gefängnis und darum, wie sich die Gefangenen fühlen, was sie denken und spüren. Mit sehr vielen Eindrücken schreibt er darüber. Aber nicht nur das. Er schreibt, wie das Gefängnis aussah, wie die Gefangenen dort leben müssen, welche Regeln die Gefangenen unter sich aufstellen, welche Gesetze unter ihnen herrschen und wie die Wärter mit ihnen umgehen. Spannend, dramatisch und interessant schreibt er alles aus seiner Sicht. Er, der Mann, der Mit Drogen an der spanischen Grenze erwischt wurde. Insgesamt war Falco, so heißt der Mann in dem Roman, in drei verschiedenen Gefängnissen. Es geht in den Beschreibungen der Mitgefangenen darum, wie Menschen ausgenutzt werden, damit der eine Vorteile daraus schöpfen kann und um die Nachteile, die daraus entstehen. Insgesamt geht es bei jedem Gefangenen nur darum, irgendwie in den schrecklichen Verhältnissen ums Überleben und die Strategien, die dafür entwickelt wurden.
Schlimm für Falco ist, dass er immer wieder an die Frau denken muss, für die er die Reise angetreten hatte. Sie war ja gut aus der Affäre heraus, er saß wegen ihr im Knast. Er liebte sie und hätte alles für sie getan. Aber: Ist es das wert und hat der Auftrag wirklich etwas mit Liebe zu tun? Warum machte er den Mund nicht auf und erzählte die Geschichte, wie sie war? Warum handelte er nicht in irgendeiner Weise? War der Schock zu groß? War ihm das, was er erlebte, nicht im Vorhinein klar? Wer mit Drogen erwischt wird, landet überall auf der Welt im Gefängnis. Das musste er doch gewusst haben.
Überall passt er sich nur an und zeigt keine eigene Persönlichkeit. Das ist mit der Liebe zu der Frau der Fall und auch im Gefängnis.
Sehr präzise, genau, eindrucksvoll sind seine Erlebnisse, die Welt des Fühlens und Denkens beschrieben, jede einzelne Faser der Ereignisse hat er aufs Papier gebracht. Berührend und bewegend fasst der Autor die Ereignisse in die Worte, füllt Seite um Seite und ich denke, es ging um einen tragischen Einschnitt in seinem Leben. Das kann er nur selbst erlebt haben, denn aus der Fantasie kann eine solche Geschichte nicht entstehen.
Es gibt Wärter in den Gefängnissen, die ihn gut und gerecht behandeln, aber es gibt da auch die andere Seite, die ihn am liebsten niederschmettern würden und sich auch so verhalten.
Wie mit schwarzem Humor gespickt fließt Witziges, gerade, was Namen betrifft von Mitinhaftierten ein und das, was sie in den Gefängnisaufenthalten auszeichnete. Die Art, darüber zu schreiben und dem Leser mitzuteilen ist so, als stünden die Personen vor mit und ich erlebe alles hautnah mit, als sähe ich alles und sehe auch die Tränen in der Augen der Menschen, die verzweifelt und doch voller Hoffnung sind.

21 Bewertungen, 2 Kommentare

  • sigrid9979

    30.08.2012, 10:16 Uhr von sigrid9979, Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche einen schönen Tag...

  • Baby1

    29.08.2012, 23:56 Uhr von Baby1, Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.