Pro:
Komfortables Buchungssystem
Kontra:
Bei Flugplanänderungen gerät alles durcheinander
Empfehlung:
Ja
Oder: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.
RÜCKFLUGBESTÄTIGUNG?
Seit Jahren ist das Flugbuchungssystem der Lufthansa um einiges komfortabler als das der Konkurrenz. Denn einmal fest gebucht, ist eine Bestätigung von Weiter- oder Rückflügen nicht erforderlich. Das ist natürlich besonders im Ausland angenehm, wenn man vielleicht gar nicht genau weiß, wo man anrufen soll.
Mir ist es bei noch Lufthansa nie passiert, dass auf meinem gebuchten Platz ein anderer saß, und ich zurückbleiben musste. Etwas anders sah es freilich aus, wenn der Flug ausfiel. Dann war schon etwas „Eigeninitiative“ erforderlich, um doch noch Hause zu kommen. Aber fangen wir erst einmal ganz vorne an: mit dem
TICKETKAUF
Zwar bin ich fast nur geschäftlich unterwegs, aber dass heißt natürlich nicht, dass ich Business Class fliege. Auch „Economy“ wäre viel zu teuer. „Economy (Sondertarife)“ heißt das Zauberwort. Früher auch als „Excursion Ticket“ bezeichnet, ist es ein verbilligtes Rückflugticket, vergleichbar etwa mit dem neuen Preissystem der Bahn. Konkret heißt dies, dass es Einschränkungen bei Minimal- und Maximaldauer der Reisezeiten gibt, und dass Umbuchungen ordentlich was kosten.
Am günstigsten ist ein früh gekauftes Ticket ohne Umbuchungsmöglichkeit. Ein Ticket mit Umbuchung wird teurer, je näher ist das Abflugdatum nähert – selbst wenn der Flieger bis zuletzt noch halb leer ist. Trotzdem lohnt sich dieser Tarif, denn im Vergleich dazu sind die Preisnachlässe, die die Bahn gewährt, „Peanuts“.
WAS PASSIERT BEI FLUGPLANÄNDERUNG?
FALLBEISPIEL # 1
Noch aus alter Gewohnheit (früher flog ich häufig mit Swissair) wollte ich im Dezember letzten Jahres meinen Rückflug aus Skopje bestätigen lassen. Zugegeben, ich hatte eine etwas komplizierte Routenführung. Zwar war das Ticket von Lufthansa ausgestellt, aber nur die Strecke München – Wien flog ich mit Lufthansa, die anderen Reiseabschnitte sollte ich mit den Partnerairlines Eurowings, Austrian und Adria fliegen.
Auf jeden Fall war die Antwort der lokalen Adria Vertretung eindeutig: meine Buchung sei unlogisch, da ich früher von München abflöge als ankäme. Ich war verwundert, schließlich hatte ich eine Stunde Zeit zum Umsteigen in München eingeplant. „Datenbankfehler“ war meine schnelle Diagnose – schliesslich entwickele ich selber Informationssysteme und weiß daher, wie schnell mal was daneben gehen kann.
Wozu gibt es das Internet, dachte ich mir. Nun, die Information über meinen Rückflug war ähnlich wie die derzeitige Berichterstattung über den Krieg im Irak: widersprüchlich. Im Flugplan der Linie (in diesem falle Eurowings) war die Spätverbindung aufgeführt, in der Liste der Starts und Landungen der Flughäfen (München bzw. Münster) dagegen nicht. Und Hinweise auf mögliche Änderungen waren nirgendwo zu finden.
Lufthansa in Skopje kontaktieren? Die haben dort gar kein Büro, lediglich Austrian hat eine Vertretung. Und die stritt am Telefon das Vorhandensein meiner ursprünglichen Buchung ab. Erst eine eMail an meine Firma (die dann das Reisebüro in Deutschland kontaktierte) konnte dann die Sache klären – und mich nach Düsseldorf umbuchen. Und es bedurfte nur weniger, fest vorgetragener Worte in Skopje, dass ich für die erzwungene Umbuchung nicht auch noch bezahlen musste.
Dass, wie so häufig, mal wieder mein Koffer nicht mitkam, genoss ich diesmal sogar – so war ich im überfüllten Zug von Essen nach Osnabrück nicht ganz so unbeweglich.
Warum der Spätflug nach Münster-Osnabrück (FMO) gestrichen wurde, habe ich nie erfahren. Zu wenig Fluggäste? Sicherheitsbedenken? FMO ist nicht sehr gut bewacht, hat man Angst, dass sich dort jemand bei nacht an die Maschinen heranmacht? Oder Probleme mit der Vogelwelt (im November war ein von FMO startendes Flugzeug durch eine Gruppe Zugvögel gerauscht, die nachts auf der Startbahn schliefen? Ich weiß es nicht.
Aber ich weiß, warum es Probleme gab, als ich am 20. März, pünktlich zu Kriegsbeginn, meinen geplanten Rückflug von Amman nach Deutschland antreten wollte.
FALLBEISPIEL # 2
Das Ultimatum, das die Allianz der Kriegswilligen an Saddam gestellt hatte, sollte in wenigen Stunden ablaufen – so ungefähr zur gleichen Zeit, wie mein planmäßiger Rückflug aus Amman, der Hauptstadt Jordaniens, geplant war. Böses ahnend, ließ ich beim Lufthansa Büro in Amman anrufen. Irgendwelche Veränderungen? Ja, der Flug sollte um 2 Stunden vorverlegt werden, anstelle um 3 Uhr nachts bereits um 1 Uhr nachts.
Das machte Sinn, dann wäre der Flieger bereits in sicherer Entfernung, wenn es losgehen sollte. Sicherheitshalber liess ich mir die Flugplanänderung noch einmal per eMail aus Deutschland bestätigen, übergab um 16 Uhr meinen Büroschlüssel und fuhr ins Hotel, um dort noch ein wenig weiter zu arbeiten.
Ich hätte besser noch einmal abends ins Internetcafé gegen sollen, denn als ich abends um 23 Uhr am Flughafen eintraf, hieß es „Lufthansa landet um 12 und fliegt um 13 Uhr wieder zurück“. Ich war nicht wenig irritiert. Hatte hier irgend jemand AM und PM durcheinander gebracht? Fragen konnte ich niemanden. Einen Informationsschalter gibt es am Flughafen in Amman nicht, und zu den Check-In Schaltern wird man erst 2 Stunden vor Abflug durchgelassen.
Also fuhr mich mein Taxifahrer wieder zurück, und ich zog wieder in mein Hotelzimmer ein – die Nacht war ja schon bezahlt gewesen. Am nächsten Morgen versuchten wir, bei Lufthansa anzurufen. Über eine Stunde lang war das Telefon abwechselnd entweder besetzt oder keiner ging ran. Endlich - ich war bereits auf mein Zimmer zurückgegangen und schaute mir ein wenig die sich ständig wiederholenden Meldungen bei CNN an – rief mich die Hotelrezeption an: der Lufthansa Flug ist gestrichen, ich wäre auf den Royal Jordanian Flug nach Athen umgebucht, und sollte umgehend zum Lufthansa Büro und meine neues Ticket abzuholen.
Wohl aus Furcht vor Anschlägen liegt besagtes Büro recht versteckt im 2. Obergeschoss eines Geschäftshauses im Stadtteil Smeisani – ich denke, es gibt wohl kaum einen unter den vielleicht 10000 Taxifahrern in Amman, der weiß, wo dieses Büro liegt. Zum Glück hatte ich mir von einem Kollegen das Gebäude früher einmal zeigen lassen, und konnte so ohne langes Suchen gleich hinfinden.
Dass ich nicht der einzige war, der umbuchen wollte, brauche ich wohl nicht lange zu erklären. Da war ich nun, inmitten einer ständig anwachsenden Zahl mehr oder weniger besorgter Reisewilliger – und im Hintergrund klingelte das Telefon. Als ein Lufthansa Angestellter gerade versuchte, mit einem Schwall arabischer Worte die Leute zu beruhigen fragte ich leicht genervt „Do you speak English“, worauf er sich entschuldigte, mein Ticket entgegennahm und verschwand.
Es dauerte nicht allzu lange und er tauchte wieder auf. Die Zeit, ein neues Ticket auszustellen, wäre jetzt zu kurz, bei all den anderen Kunden im Büro. Aber er hätte meinen neuen Flugplan dabei (ein Telex Ausdruck). Damit sollte ich zum Flughafen fahren, die Lufthansakollegin Frau B. wäre auch bereits unterwegs dorthin, und würde mir dann das neue Ticket ausstellen. Allerdings müsste ich mich beeilen, denn der Abflug wäre bereits in 2 Stunden, und eine halbe Stunde brauche man ja für die 30 Kilometer bis zum Flughafen.
Treppe runtergesaust, Taxi angehalten (etwa jedes zehnte Auto in Amman ist ein Taxi) und zurück ins Hotel. Dort wartete bereits der Taxifahrer von der letzten Nacht. Koffer geholt und ab. Am Flughafen meinte er, ich solle erst mal meinen Koffer im Auto lassen, und so versuchen, mein Ticket zu bekommen. Zumindest gelang es mir so, leicht bepackt, durch die erste Sicherheitskontrolle durch zu den Eincheckschaltern zu kommen.
Während die Flüge nach Europa alle nachts losgehen (nur Royal Jordanian fliegt tagsüber), gab es jetzt eine ganze Reise Flüge in die arabischen Nachbarstaaten. Die Libysche Fluggesellschaft hatte Ihren Schalter aufgemacht, und mehrere aus den Arabischen Emiraten. Lufthansa? Frau B.? Hat hier niemand gesehen.
Ich wollte schon aufgeben, als ich auf einen jungen Jordanier mit dem gleichen Problem stieß. Der konnte sich natürlich besser verständlich machen, und einen Sicherheitsbeamten überreden, ihn zum Lufthansa Flughafenbüro zu eskortieren. Das liegt nämlich hinter der Passkontrolle, noch eine Etage oberhalb der Abflugebene. Als wir endlich da waren, da war die Tür verschlossen. Doch nun dauerte es nicht mehr lange, bis Frau B. Und bald darauf noch ein weiterer Mitarbeiter eintraf. Nachdem Sie etwa 15 Meter Telexpapiergeknuddel geordnet hatte, stellte sie mir ein „Flight Interruption“ Formular aus, mit dem mich Royal Jordanien transportieren würde. Damit dieses Formular anerkannt würde, brauchte sie nur noch den offiziellen Stempel – und den habe der Lufthansa Station Manager unter Verschluss.
Wir zogen schon mal gemeinsam in die Schalterhalle zurück, wo Frau B. erst einmal Ihr Wägelchen mit dem Lufthansa Computer herbei fuhr. Damit druckt sie sonst die Bordkarten für den Weiterflug ab Frankfurt aus – das flughafeneigene System ist offenbar dazu nicht geeignet. Dann kam auch der Stempel, und nun ging es schnell. Ich konnte meinen Koffer holen, und brauchte nicht im Terminal von Royal Jordanian einzuchecken weil ein Mitarbeiter der Jordanischen Fluggesellschaft an den Lufthansa Schalter kam. Der Beamte am Airport Tax Schalter akzeptierte ausnahmsweise auch Dollar (mir waren nämlich meine Dinare ausgegangen). Die jungen Araber mit ihren weißen Gewändern und gehäkelten Käppis, die am VIP Schalter der Paßkontrolle standen, ließen mich alle vor. Die Treppe rauf, durch den Dutyfree Shop durch ins andere Terminal, und nur noch eine letzte Sicherheits- und Paßkontrolle.
Ich sehe, wie die letzten Passagiere in der Brücke zum Flugzeug verschwinden. „Where is your ticket?“ “ I don’t have a ticket – take this paper instead” - und weg bin ich. Alhamdullidah – geschafft, ich sitze im Flieger nach Athen.
Keine 2 Stunden später landete ich in Griechenland. Ob wir die übliche Route nahmen oder einen Umweg flogen weiß ich nicht. Anders als sonst wurden auf den Bildschirmen im Flugzeug keine Landkarten gezeigt, nur etwas Fremdenverkehrswerbung und ein paar Kurzfilmchen.
Im Athener Flughafen gehe ich immer brav den Pfeilen nach, die mit „Transit“ ausgeschildert sind. Kurz vor einer Passkontrolle ist der Transfer Schalter, wo ich ich die folgende Auskunft erhalte: „Jetzt sind Sie schon der dritte Fluggast, der danach fragt. Sie sehen doch, hier ist nur Transfer für Olympic Airways. Für Lufthansa müssen Sie ganz raus und dann in den Check-in Bereich. Dort bekommen Sie Ihr Ticket.“
Also wieder halb zurück und Richtung „Exit“ gegangen. Vor der Passkontrolle verhandeln ein älterer braungebrannter Herr und weißer Künstlermähne und seine ostasiatische Partnerin mit den Beamten. Ich hatte die beiden schon vorher im Lufthansa Büro in Amman und später auf den Business Class Plätzen im Flieger nach Athen gesehen. Sie wollten in ein Nicht-EU Land weiter fliegen, aber haben kein Schengen-Visum. In Frankfurter Flughafen wären sie einfach im Internationalen Transitbereich geblieben. So etwas gibt es wohl in Athen nicht – und ohne Bordkarte geht es sowieso nicht weiter.
Ich habe es zum Glück leichter, mein deutscher Paß wird nur kurz abgenickt. Dann an der Gepäckausgabe und am Zoll vorbei und ich komme in die riesige Check-in Halle. Platz für die Massen von Sonnenhungrigen, die der kommende Sommer bringen wird. Jetzt ist alles ziemlich leer – aber wo ist Lufthansa? Da: „Information“. Leider nur ein Ständer mit Infoblättern über den Flughafen und die Shoppingmöglichkeiten.
Nun, ich fragte mich durch, und nach längerer Lauferei war ich am richtigen Schalter. Dort waren 2 Angestellte der Fraport Tochtergesellschaft Goldair endlich die richtigen Ansprechpartnerinnen. „Ich möchte gerne mein Ticket für den Weiterflug nach Frankfurt“. „Das Dokument, das Sie da haben, ist Ihr Ticket.“ „Nun gut, dann will ich eben meine Einsteigekarte haben.“ „Auf den Flug Athen – Frankfurt sind Sie überhaupt nicht gebucht“. „Doch, doch, hier ist meine schriftliche Buchungsbestätigung“.
Nach ein paar kurzen Telefonaten gab das Computersystem nach und meine Bordkarten wurden ausgedruckt. „Gibt es hier in Athen eine Star Alliance Lounge“ frage ich und zeige meine Vielfliegerkarte. Die Karte wurde durch einen Kartenleser gezogen und eine Einladungskarte von Hand ausgefüllt. „Die Lounge ist genau gegenüber von Gate 12, von wo Sie auch nach Frankfurt abfliegen werden.“
Direkt vor der Sicherheitskontrolle war die Lounge der Goldair Airport Services. „Nein, Sie müssen zwei Eingänge weiter zurück, Lufthansa hat eine eigene Lounge.“ Wozu brauchte ich dann eine Einladungskarte?
Die Lounge war freundlich eingerichtet, das Mobilar in den Lufthansa Corporate Identity Farben. Um die anderen Gäste nicht zu stören, Handies bitte nur außerhalb oder im Bereich des Business Centers benutzen. Das besteht aus zwei abgeschirmten Schreibtischen mit Stromversorgung für den PC – und ist die ganze Zeit über besetzt. Im Fernsehen läuft CNN. Ich tröste mich mit Salzmandeln und einem trockenen griechischen Rotwein. Wer will, kann sich auch ein Bier selber zapfen.
Nach zwei Stunden entspannten Wartens geht es weiter. Erst einmal ein gründlicher Sicherheitscheck (Notebook aus der Tasche auspacken), dann rein in den Flieger. Ein Airbus 310-300, mit 8 Sitzplätzen pro Reihe. Warum der Airbus 310 in der Größe zwischen dem 320 und dem 340 liegt, muß ich wohl nicht verstehen.
AN BORD
„Guten Tag, hier spricht Ihr Kapitän. Wir sind abflugbereit, müssen aber noch auf die Startgenehmigung aus Frankfurt warten. Wegen starken Verkehrs wird sich unser Abflug etwas verzögern.“ Etwa 20 Minuten später geht es doch los, draußen wird es bereits dunkel.
Als wir oben sind, wird das Essen serviert. Recht zügig, von mindestens 4 Flight Attendents gleichzeitig. Meine Sitznachbarin wird zuerst bedient. „Chicken oder Pasta?“ “Chicken!” “Sorry, ich sehe gerade wir haben nur noch Pasta“. „Können Sie vielleicht einmal an den anderen Servierwagen nachfragen“. „Nein, das ist leider nicht möglich“.
Meine Bandnudeln unter den Austernpilzen sind zwar etwas weich, aber geschmacklich kann ich nichts aussetzen. Ganz besonders lecker auch der Salatteller mit eingelegten getrockneten Tomaten und marinierter Hühnerbrust. Glück gehabt! Das Lufthansa Essen ist in seiner Qualität sehr wechselhaft; das fade Rührei mit Fleisch und Gemüse, das sonst im Nachtflug von Amman nach Frankfurt serviert wird, ist für meinen Geschmack kaum genießbar.
Meine Nachbarin trinkt Weißwein, dazu ein Glas Wasser. Ob Sie noch ein weiteres Glas Wasser ohne Kohlensäure haben könne? „Sorry, das ist jetzt leider alle. Wir haben nur noch Gerolsteiner mit Kohlensäure.“ Wie gut, dass ich genügsam bin, und meinen Rotwein unverdünnt trinke.
Bordunterhaltung (Kopfhörer, Videoschirme) habe ich im Economy Bereich der Lufthansa noch nie angetroffen. Macht nichts, ich habe meinen MP3-Player. Und der Kapitän informiert gelegentlich über die Reiseroute. „In Frankfurt ist klarer Himmel, aber es weht ein starker Ostwind. Das erschwert die Landebedingungen. Wir sind jetzt über dem Spessart, müssen aber erst einmal eine Warteschleife einlegen.“
Nun kommt eine leichte Unruhe unter den Fluggästen auf. Viele haben einen Weiterflug gebucht, meine Sitznachbarin z.B. will nach Amsterdam. „Können Sie Frankfurt informieren, dass man auf mich wartet?“ „Nein, das können wir von hier aus nicht. Wenn Sie in Frankfurt gelandet sind, gehen Sie gleich zum ersten Lufthansaschalter und sagen Bescheid, dass Sie jetzt da sind.“
IN FRANKFURT
Trotz des gefürchteten Ostwinds hatten wir eine sanfte Landung. Und obwohl bestimmt über 200 Passagiere im Flieger saßen, konnten wir nicht über eine „Brücke“ aussteigen, sondern wurden erst einmal in Busse verladen. Nach längerer Kurverei erreichen wir Terminal A. Da, genau gegenüber, ist Gate A2. Dort steht bereits der Zubringer Bus nach Münster-Osnabrück; es sind schon fast alle eingestiegen. Schnell über die Straße geflitzt, aber in den Bus läßt man mich nicht. „Ich komme aus Athen, hier sind mein Ticket und meine Bordkarte nach FMO. Dann lassen Sie mich doch wenigstens hier hoch gehen und meine Bordkarte vorzeigen“. „Nein, das dürfen Sie nicht. Sie müssen wie alle anderen dort drüben in das Gebäude hineingehen.“
Das tue ich dann auch – und lande direkt in der Check-in Halle. Um von dort aus zu Gate A2 zu gelangen, muß ich durch die Sicherheitskontrolle. Jetzt abends um 21 Uhr ist nur einer von 6 Kontrolldurchgängen besetzt. Etwa 50 Leute warten ungeduldig in der Schlange, viele werden davon Ihren Anschlußflug verpassen. Ja, dass in diesen harten Zeiten die Fluggesellschaften gegenseitig versuchen, sich das Geschäft schwer zu machen, das ist klar. Aber dass der Flughafenbetreiber Fraport gegen Lufthansa agiert? Dummheit oder böser Wille – das kann ich jetzt nicht beantworten.
Nach 15 Minuten war ich endlich durch – ich geriet mal wieder in die Routinekontrolle, und musste mein Notebook auf Sprengstoffspuren untersuchen lassen. Da der Flieger nach FMO inzwischen gestartet war, konnte ich gleich wieder zurück in die Check-in Halle. Dort traf ich dann auch den jungen Jordanier, der mit mir gemeinsam am Flughafen Amman die Lufthansa gesucht hatte, und der nun seinen Anschluß nach Stockholm verpasst hatte. Nun wurden wir beide im Sheraton Frankfurt untergebracht, um am nächsten Morgen unsere Reise fortsetzen zu können.
Ich wollte gerade los gehen, da fragte mich der Lufthansamann am Schalter, ob ich nicht vielleicht eine Miles & More Karte hätte. „Ja sicher, sonst würde ich doch nicht mit 30 Kilo Gepäck reisen. Und in Athen ist die Karte doch sogar noch einmal durchgezogen worden.“ „Tja, für diesen Flug ist der Vielfliegerstatus nicht registriert. Macht aber nichts, ich kann das jetzt nachtragen, und muss lediglich die Einsteigekarte noch einmal neu ausdrucken.“ Misstrauisch geworden frage ich nach, ob denn dann der Flug Athen – Frankfurt für meine Meilensammlung registriert sei. „Dieser Flug ist überhaupt nicht mehr im System. Hier steht, dass Sie auf den Flug von Amman nach Dubai gebucht sind, dann nach weiter nach Bahrein, und von dort aus nach Frankfurt.“ Tja, Saddam Hussein ist wohl nicht der einzige, der Doppelgänger hat. Wie sich übrigens herausstellte, war für den Flug von Athen meine Vielfliegernummer eingegeben, nur für den Weiterflug nicht.
ÜBERNACHTUNG IM HOTEL
Zum Sheraton Frankfurt kommt man trockenen Fußes, einfach immer den Pfeilen Richtung Fernbahnhof folgen, und dann dem kleinen, fast versteckten Hinweisschild nach rechts nachgehen. Der Empfangsbereich des Hotels ist so geräumig, dass man kaum merkt, dass man nicht mehr im Flughafen sondern schon im Hotel ist. Alleine an der Rezeption sind sechs Personen gleichzeitig, die die gestrandeten Fluggäste mit ihren Hotelbons einchecken. Nein, Minibar brauche ich nicht, Pay-TV auch nicht. Ich bekomme eine Magnetstreifenkarte zum Öffnen der Zimmertür, und bin wenige Minuten später in meinem Zimmer.
Nach dem doch etwas stressigen, langen Tag kann ich mich nicht mehr riechen. Erst mal die verschwitzten Sachen runter und auf dem riesigen Bett ausgestreckt. Ich liege dort nicht lange, da höre ich ein Klicken des Zimmerschlosses. Ha, die Elektronic spinnt wohl. Aber das Geräusch stört, und irgendwann mache ich die Tür auf um zu gucken. Eine junge Dame steht mit ihren Koffern vor der Tür und begehrt Einlass; dies sei das Zimmer, das man ihr zugewiesen habe, und sie habe dies auch schriftlich. Nun, da ich mich nicht mehr ganz frisch fühlte, musste ich bedauernd ablehnen, und sie wieder zur Rezeption zurückschicken. Kurz darauf bekomme ich von dort einen Anruf. Ich erkläre, wer ich bin, und wer mich abgefertigt hatte. Nun, der junge Auszubildende hatte wohl vergessen, mich richtig in den Computer einzutragen. Nun ja, das war ich ja nun schon gewohnt. Vielleicht war ich ja auch im Sheraton Dubai und nicht Frankfurt gemeldet.
Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne, und alles nahm normal und ohne Überraschungen seinen Lauf. Pünktlich (oder genauer gesagt mit 24 Stunden Verspätung) landete ich in Münster – Osnabrück. weiterlesen schließen
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