Mehr zu AutorInnen mit H Testberichte
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Tests und Erfahrungsberichte
-
Sex aus der Vergangenheit? - Hooper, Anne - Das Kamasutra
4Pro:
klein und handlich, schöne Photos
Kontra:
Hat nicht viel mit dem klassischen Kamasutra zu tun
Empfehlung:
Nein
Letzten Herbst war ich mal wieder auf den Amazon-Seiten unterwegs, um einen Gutschein zu verplempern. Das war auch die Zeit als ich mich mit einer guten alten Freundin öfters über Sex unterhalten habe. Dabei kamen wir auch auf das Kamasutra. Ich selbst hatte mich, ich geb es zu, noch nie näheres damit beschäftigt. Und das kam mir jetzt so beim surfen in den Sinn. Also gedacht, getan, suchen wir mal danach. Das Suchergebnis war nicht schlecht, jede Menge Material, aber für welches sollte ich mich entscheiden?
Nachdem ich mir einige Rezensionen durchgelesen hatte viel meine Wahl auf ein Buch von Anne Hooper. Sie ist eine Sexual- und Ehetherapeutin und hat eine Vielzahl von Ratgebern zu diesem Thema verfasst. Außerdem war Sie eine lange Zeit leitende Redakteurin des Penthouse Forums. Also jemand, der eigentlich eine Ahnung haben sollte, von was er da schreibt, zumal viele Ihrer Werke Bestseller sind. Die Bestellung eines Buches bei Amazon möchte ich hier nicht beschreiben, geht wirklich sehr einfach.
Nach 4 Tagen dann kam das lang ersehnte Päckchen. Nach dem Auspacken halte ich meine neue Errungenschaft in den Händen. Ein kleines sehr stabiles Büchlein, in erotischem Rot gehalten. Aber wen interessieren schon Äußerlichkeit. Leider habe ich keine Zeit für eine genaue Inspektion und muss es auf den Abend verschieben.
Abends im Bett dann schaue ich mit das Inhaltsverzeichnis an.
- Einleitung
- Vorbereitung auf die Liebe
- Berühren und Liebkosen
- Küssen
- Kamasutra-Stellungen
- Ananga-Ranga-Stellungen
- Duftender-Garten-Stellungen
- Vor und nach der Liebe
- Register
- Danksagung
Und das alles auf 240 kleinen Seiten? Na da bin ich doch mal gespannt und nehme mir vor, nicht wild im Buch zu blättern sondern es schön der Reihe nach anzugehen.
Einleitung
Ist ein Teil eines Buches, den ich gerne überspringe, aber in diesem Fall nicht. Die Autorin geht hier auf das ursprüngliche Kamasutra und tantrischen Sex ein und versucht eine Brücke in unsere Zeit zu schlagen. Da es aber nur eine Einleitung ist gleicht es mehr einer kurzen Erklärung, wie dieses klassische Meisterwerk entstanden ist und aus welchem Blickwinkel wir es heute sehen sollten. es sind auch die ersten Photos zu sehen. Na ja, nicht schlecht für den Anfang.
Vorbereitung auf die Liebe
Hier werden wir nun in die Zeit der Entstehung des Kamasutras versetzt. Die Autorin beschreibt zuerst, wie es damals mit Partnerwahl, Kennenlernen, Sozialverhalten (Kasten-Ordnung) usw. war. Jetzt sind auch alte Originalzeichnungen abgebildet. Über die körperliche und geistige Vorbereitung kommen wir zur Beschreibung der erogenen Zonen. Hier gewinne ich auch keine neuen Erkenntnisse und blättere schon etwas ungeduldiger nach vorne ins Kapitel
Berühren und Liebkosen
Ein für mich sehr wichtiges Thema, bei dem nun die ersten Stellungsbegriffe wie "Die Kletterpflanze" oder "Umarmung wie Milch und Wasser" fallen. Ja, eine Stellung muss nicht unbedingt mit Kopulation zu tun haben :-). Und jetzt nehmen auch die Photos die Vorreiterstelle ein. Links der Text und ein kleines Photo, rechts nochmal ein großes (für Blinde?;-). Massagetechniken und gemeinsame Körperpflege gehören ebenfalls zu den Themen in diesem Kapitel. Und was denkt Beka? Nichts neues, haben wir alles schon ausprobiert. Beka fühlt sich ein wenig bestätigt.
Küssen
Gibt es für Beka über Küssen etwas aus dem alten Indien, was er noch nicht kennt? Nicht wirklich. Im Kapitel Küssen reicht die Bandbreit vom sinnlichen Kuss bis zum Cunnilingus bzw. Fellatio, alles schön mit Photos hinterlegt. Witzig in diesem Kapitel die Krähenstellung. Erst habe ich mich gefreut, nun endlich etwas neues gefunden zu haben, aber das Photo zeigt mir nur eine Variante des allseits bekannten 69er. Wie? Ihr wisst nicht, was ein 69er ist? Also das verrate ich nicht und empfehle dringend, dass Buch zu kaufen. Nach der Krähenstellung blättere ich weiter und endlich komme ich zum Kapitel
Kamasutra-Stellungen
Das Kapitel begrüßt uns mit einem Bild aus dem klassischen Kamasutra. "Die arme Frau" denke ich *grusel*. Sollten sich die Warnungen meiner Freundin bestätigen. Sie sagte "Beka, wenn Du es ausprobierst, dann halte das Handy bereit, ich komme vorbei und helfe Euch beim entknoten". Von wegen Entknoten, die Frau auf dem Bild kann kein Rückgrat haben. Aber ist ja nur gezeichnet, denke ich hämisch. mal schauen, wie Sie es auf den Photos machen. Ich blättere und blättere und sehe bekanntes und unbekanntes. Die ersten Stellungen sind eigentlich für einen durchschnittlich gebauten Mittel-Europäer zu machen. Aber je weiter ich in diesem Kapitel vorstoße, desto heftiger wird die ein- oder andere Stellung. Als Beispiel sei hier nur eine genannt, "Die lotusähnliche Stellung". Hier liegt die Partnerin auf dem Rücken, die Beine im Schneidersitz überkreuzt und nach oben gestreckt. Der Partner kommt dann von oben und ... Manno, das kann ich gar nicht beschreiben. Ich schau rüber zu meinem Schatz der friedlich schläft und denke mir "Beka, das kannste vergessen. Das bekommen wir nicht hin und ich kann mir nicht vorstellen, wie man bei diesem Kraftakt auch noch Lust haben kann". Und so geht es weiter, Stellung für Stellung, immer mit Photos dokumentiert. Bei manchen wird sogar mit mehreren Photos gezeigt, wie man überhaupt zu dieser Stellung gelangt. Zwischendurch kommen immer wieder ergänzende Kommentarseiten.
Ananga-Ranga-Stellungen
Ja was ist denn das nun wieder. Die Autorin klärt zu Beginn des Kapitels auf, was der Unterschied zwischen den beiden Büchern ist. Ich wusste bis dahin nicht mal, dass es ein Buch "Ananga-Ranga" gibt. Im Grunde könnte ich hier das gleiche wie beim vorherigen Kapitel schreiben, aber ein kleiner Unterschied besteht. Alle Stellungen in diesem Kapitel sind nicht ganz einfach zu bewerkstelligen und ich habe meinen Spatz bisher nicht dazu bringen können, nach einem gescheiterten Versuch nochmals die Stellungen dieses Kapitels anzugehen. Es hat weniger etwas mit dem viel zitierten Verrenken zu tun, es ist einfach kräftezehrend und weil es so anstrengend ist, lusthemmend. Es kann natürlich auch daran liegen, dass Beka und sein Schatz nicht gerade auf der Höhe ihrer konditionellen Leistungsfähigkeit sind (puh, das war jetzt aber schön formuliert, oder?).
Duftender-Garten-Stellungen
entnimmt seine Ratschläge dem gleichnamigen Buch des Scheichs Nefzawi. Es entstand im 15. Jahrhundert in Nordafrika. In der Einleitung wird dieses Buch überholt, ja sogar als fremdartig bezeichnet. Aber beim Weiterlesen muss ich feststellen, dass diese Stellungen nun für einen Normalsterblichen machbar sind, mit Ausnahmen natürlich. Elf Positionen sind aus dem duftenden Garten beschrieben und danach kommen wir schon zum
Vor und nach der Liebe
Ich lese über die Nähe zum Partner, Stress abstreifen und die Zeit für Intimitäten, die man sich nehmen sollte, auch wenn man glaubt, sie nicht zu haben. Und dann kommt doch noch ein interessanter Aspekt, und zwar das "Drei-Tages-Programm". Voraussetzung dafür ist, das man mal drei Tage ungestört ist, mit drei Kindern ein nahezu unlösbares Problem ohne den Einsatz von "externen Hilfskräften" wie "Oma". Ich möchte nicht zu viel verraten, nur soviel: es gehört schon einen Menge Selbstbeherrschung dazu, die drei Tage durchzustehen. Am Ende des Buches wird auch noch auf die Aspekte "Safer Sex", hauptsächlich in Verbindung mit AIDS, eingegangen. Tja, und das war es auch schon.
Fazit
Wer hier großen Einblick in tantrische Denkweisen erwartet, wird restlos enttäuscht. Dies passiert auch den Leuten, denen der Sinn nach dem Original steht. Empfehlen kann ich das Buch nur bedingt. Wer sich an schönen Bildern über Stellungen erfreuen kann, dem ist schon eher gedient. Und für 10,50 EUR ist sicher nix kaputt.
In diesem Sinne wünscht Euch Euer verdrillter Beka einen knotigen Tag ;-)
(c) 2002 Beka weiterlesen schließen -
Hermann/Vendrell. Du wirst immer bei mir sein
13.06.2002, 13:44 Uhr von
Jakini
War die letzten Wochen seltener online, zum einen durch mein Autoverkauft, zum anderen hatten mei...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Denn die Liebe ist stärker als der Tod
Wie wir zu dem Buch kamen:
==========================
Vor vier Jahren starb mein damals vier Monate alter Sohn, meine große Tochter war knapp drei Jahre und wir suchten nach Lektüren, wie wir ihr den Tod des Bruders erklären konnten. Eines der Bücher, daß ich dann damals für sie gekauft habe, war das Buch:
Du wirst immer bei mir sein, von Inger Hermann und Carme Solé-Vendrell.
Wie sieht das Buch aus:
=======================
Das Buch ist DIN A 4 und hat einen festen Einband, der abwischbar ist. Auf dem Cover ist ein Junge abgebildet, da vor einem dunklen Himmel steht.
Auf der Rückseite findet man einen kurzen Text zur Geschichte, damit man sich vor dem Kauf informieren kann, worum es in dem Buch geht.
Das Buch besteht aus insgesamt 28 Seiten plus einem gelben Anfang und Ende.
Jede zweite Seite ist mit relativ kleinen, aber doch auch für Leseanfängern geeigneten, Buchstaben bedruckt. Neben dem Text ist die zweite Seite einer Doppelseite immer mit einem Bild versehen, so können die Kinder sich sehr gut vorstellen, worum es gerade geht, vorallem, wenn dieses Buch vorgelesen wird.
Die Bilder selber gefallen mir persönlich nicht so gut, die Figuren sind nicht so schön, sondern verzerrt dargestellt, doch die Kinder können trotzdem erkennen, was die Geschichte sagen möchte.
Worum geht in dem Buch:
=======================
Der sechs Jahre alte Peter ist mit seiner Familie, bestehend aus Papa, Mama, Schwester Ulrike, die schon in der zweiten Klasse ist und Peter, auf dem Weg in die Ferien. Die Familie möchte ans Meer fahren, wo sie schon öfter Urlaub gemacht haben, nach den Ferien soll Peter in die Schule kommen. Da sie im Stau stehen, verteibt Peter sich mit der Schwester und der Mutter die Zeit, aus den Buchstaben von den Nummernschildern, Wörter zu bilden. Peter kann das schon sehr gut, obwohl er ja noch gar nicht in die Schule geht und so sagt der Vater zu ihm: Ich wusste gar nicht, daß du schon alle Buchstaben kannst, Peter. Tüchtig bist du. Ich freu mich darüber.
Dann schläft Peter, der inzwischen müde wurde, draußen braut sich ein Gewitter auf. Als Peter das nächste Mal aufwacht, ist der nicht im Auto, sondern im Krankenhaus, seine Mutter sitzt neben ihm mit einem Verband um den Kopf. Er fragt nach seiner Schwester und dem Papa, die Mutter weicht erst aus und erzählt mehrmals, daß die Schwester bei den Großeltern ist, doch dann erzählt sie Peter, daß der Vater bei dem Unfall gestorben ist.
Peter will das nicht glauben, er sieht genau in dem Moment den Vater vor sich, er will nicht glauben, daß der Vater tot ist, denn er hat ihn ja gerade gesehen.
Auch später, nach dem Krankenhausauffenthalt, wo er mit seiner Schwester bei den Großeltern ist, sieht er den Vater wieder, oder er spürt ihn einfach in seiner Nähe. Seine Schwester will ihm nicht so recht glauben, doch in seinem Großvater, dem Vater seines Vater, findet er dann einen richtigen Gesprächspartner. Hier erfährt er, daß die Liebe stärker ist, als der Tod, und daß es eine Seele gibt, die man noch spüren kann, auch wenn der Körper gestorben ist.... .
Trotzdem war der erste Schultag für Peter recht traurig, denn sein Vater war nicht dabei, doch auf wem Weg zur Schule hört er ihn wieder sagen: Tüchtig bist du. Ich freu mich darüber. Das hilft ihm ein wenig.
Auf dem Weg nach Hause regnet es, aber Peter nimmt den Regen nicht wahr, er geht durch den Park und beobachtet zwei Enten, da spürt er seinen Vater wieder neben und es wird ihm ganz warm, er freut sich an seinem Leben, denn er weiß, sein Vater wird immer bei ihm sein, denn ihre Liebe hat auch den Tod überstanden.
Wie ist meine Meinung zu dem Buch:
==================================
Meine Meinung ist zu diesem Buch etwas gespalten, denn auf der einen Seite wird sehr einfühlsam erklärt, daß die Liebe auch den Tod übersteht, doch dieser wird den Kindern gar nicht so genau erklärt, das Buch setzt vorraus, daß Kinder schon wissen, was Tod bedeutet, die Erklärung habe ich persönlich in dem Buch vermißt.
Dennoch war das Buch für meine Tochter, die durch andere Bücher und von uns den Tod erklärt bekam, ein bisschen geholfen, denn es hat ihr verdeutlicht, daß ihr Bruder weiterhin zu unserer Familie gehört, da wir ihn auch weiterhin lieben, so wie in der Geschichte der Vater immer noch Peter gehört, denn nicht die Körperliche Anwesenheit ist wichtig, sondern in erster Linie die Liebe zu dem Menschen.
Die Geschichte hat aber auch verdeutlicht, wie schnell es einen treffen kann, wir fahren auch bald in Urlaub, als ich heute die Geschichte noch einmal gelesen habe, ist mir dabei ganz anders geworden. Mich hat es ein wenig in Angst versetzt, so könnte es bei Kindern auch sein, daß sie beim Lesen der Geschichte Angst bekommen, sich die Handlung mit dem Unfall sehr setzt.
Meine Tochter hat dieses Buch nun vorgelesen bekommen, als ihr Bruder gestorben war, somit hat das Buch ihr damals keine große Angst gemacht. Doch einfach nur so würde ich das Buch meinen Kindern nicht vorlesen, um sie nicht zu ängstigen, auch wenn wir bei uns zu Hause mit dem Thema Tod sehr offen umgehen. Wir glauben, daß es ein weiteres Leben nach dem Tod gibt, und so habe ich meiner Tochter beim Lesen dieses Buch erklärt, daß der Vater bei Peter war, nur daß er eben keinen Körper mehr hat, Peter ihn aber trotzdem spüren kann.
Ich selber habe meinen Sohn auch noch oft gespürt, mir hat es geholften, daran zu glauben, daß mein Sohn, oder besser seine Seele dann bei mir war, durch das Buch habe ich aber an diesem Glauben ein wenig gezweifelt, war es vielleicht doch nur meine Einbildung? Darüber will ich nun aber nicht weiter nachdenken, ich habe für mich meinen Weg gefunden, so wie meine Tochter nun ihren Weg gefunden hat.
Fazit:
======
Wenn eine Familie von einem Todesfall betroffen ist, sei es, daß die Großeltern oder jemand anderes aus der Familie stirbt, dann kann dieses Buch hilfreich sein, es kann aufzeigen, wie stark die Liebe ist. Doch die Kinder sollten schon wissen, was der Tod bedeutet, wenn sie dieses Buch lesen oder vorgelesen bekommen. Ich war nach dem Kauf ein wenig enttäuscht, denn in meinen Augen gibt es besser Bücher zu dem Thema, doch das hängt von jedem Kind selber ab, wie es das Buch annimmt. Trotzdem würde ich das Buch als gut bezeichnen, auch wenn meine Erwartungen nicht ganz getroffen wurden. weiterlesen schließen -
Stille Wasser sind tief !
09.06.2002, 01:29 Uhr von
Klamotte
Hi ! Ich bin weiblich, 34 Jahre alt, heiße Anja und habe 3 Kinder! Dazu kommt noch ein Hund, ei...Pro:
...
Kontra:
...
Empfehlung:
Nein
Ich habe heute ein Buch aus der Bücherei gelesen, das mir sehr nahe ging! Deshalb möchte ich darüber schreiben! Das Buch heißt: Der stille Herr Genardy! Es ist von Petra Hammesfahr!
Auf dem Buchdeckel steht:
Der stille Herr Genardy ist ein netter und hilfsbereiter Mensch. Und kinderlieb ist der Untermieter auch und bereit, hundert Mark mehr Miete zu bezahlen. Und wenn man mit jeder Mark rechnen muss, wie Siegrid, alleinerziehende Mutter mit einer kleinen Tochter, wer würde da nicht sofort zugreifen?
Doch irgendetwas ist seltsam mit dem stillen Herrn Genardy. Und als die Tochter ihrer Arbeitskollegin spurlos verschwindet, bekommt Sigrid Angst. Angst um ihr Kind.
Herr Genardy ist ein stiller, zurück gezogen lebender Mensch. Aber mag Kinder. Am liebsten kleine Mädchen. Zu seinen Nachbarn ist er freundlich. Er zählt mehr zu den Gesichtern in der Masse. Ein Mann in den Fünfzigern, der den perfekten Opa für jedes Enkelkind darstellt! Früher war er Postbeamter. Da es Unregelmäßigkeiten gab, über die sein Arbeitgeber lieber schweigt, verliert er seinen Job.
Sigrid, die früh Witwe geworden ist, muss sich im Leben durchschlagen um ihre acht Jahre alte Tochter Nicole und sich durchzubringen. Als Kind sexuell missbraucht und in ihrer Ehe misshandelt, ist sie sehr empfindlich gegenüber Reizungen aus der Umwelt. Leider ist sie, aufgrund ihrer Erfahrungen ein sehr introvertierter Mensch.
Sie besitzt ein eigenes Haus, in dem sie die erste Etage vermietet. Als erstes zieht eine ältere Dame ein, die nachmittags auch auf ihre Tochter aufpasst! Es läuft alles super. Als diese ausziehen muss und sie eine Nachfolgerin für die Wohnung sucht, meldet sich Herr Genardy. Das Schicksal nimmt seinen Lauf....
Petra Hammesfahr beschreibt in ihrem Buch, den kindlichen Missbrauch. Sie erzählt von einem Mann, den alle für sehr nett halten. Ist er es? Ist er nur hilfsbereit, wenn er kleine Mädchen bei sich baden lässt? Er ist ein Gesicht in der Masse. Man sieht ihn und vergisst ihn wieder. Still und unauffällig. Als Sigrid eines Tages eine Annonce in der Zeitung aufgibt und eine ältere Dame sucht, die bei ihr einzieht, sorgt ihre Mutter dafür, dass Herr Genardy einziehen darf!
Sigrid gefällt das gar nicht. Sie hat manchmal Eingebungen. Immer wenn sie einen Mann mit braunem Anorak sieht, der eine Uhr zerschlägt, stirbt innerhalb von drei Tagen ein Mensch...
Sie träumt in der Nacht als Herr Genardy bei ihr einzieht vom Tod! Aber.... erst einmal passiert nichts!
Trotzdem ist sie die Einzige, die sich so ihre Gedanken macht. Alle finden den neuen Mitbewohner toll. Ihre Tochter schwärmt, dass sie von Herrn Genardy Getränke angeboten bekommt...
Ein Zufall zieht den nächsten hinterher. Und Sigrid will nicht mehr an Zufälle glauben. Sie macht sich selber auf die Spurensuche. Wird sie etwas finden? Oder ist alles nur Einbildung?
Petra Hammesfahr:
Geboren 1951, lebt als Schriftstellerin in Kerpen bei Köln. Der Psychothriller Der stille Herr Genardy wurde erfolgreich verfilmt und in mehrer Sprachen übersetzt
NDR:
Petra Hammesfahr liefert mit dem Porträt des stillen Herrn Genardy einen ungemein fesselnden und zutiefst schrecklichen Roman, eine Studie über sexuelle Verstörtheit, die unter die Haut geht....
Das Buch ist im Wunderlich-Verlag erschienen.
Die ISBN Nummer lautet: 3-499-26223-1
Das Buch hat 334 Seiten.
Es kostet 14 DM, also jetzt so um die 7 Euro.
Mein persönliches Fazit:
Es ist ein Buch, dass unter die Haut geht. Man fühlt sich betroffen. Vor allem, wenn man selber Kinder hat! Petra Hammesfahr hat sich alle Mühe gegeben trotz aller Umstände, präzise und doch einfühlsam zu schreiben! Man fängt an dieses Buch zu lesen und kann es gar nicht mehr aus der Hand legen! Es verursacht innere Unruhe, denn von diesem Thema kann sich keiner ausschließen! Man kann lesen, dass das Böse überall lauern kann und in jeder Gestalt auftritt. Leider !!! weiterlesen schließen -
Spannend bis zur letzten Minute
Pro:
spannend
Kontra:
zu kurz die Geschichte
Empfehlung:
Nein
"Drachenfeuer" von Wolfgang und Heike Hohlbein
(tut mir Leid hatte ich vergessen)
Wie bin ich zu diesem Buch gekommen?
Meine Tochter hat es von der Schule mit gebracht und nachdem sie es angefangen hat zu lesen und sie total begeistert war ,habe ich mich entschlossen ,es auch zu lesen und ich habe es nicht bereut.
Geschichte:
Chris ist 12 Jahre alt und seine Ferien verbringt er in diesem Sommer mit seinen Eltern in Irland. Genauer gesagt in Killarney. Eigentlich wollte er seine Ferien bei seinem Onkel ,der mit einem Frachtschlepper auf dem Rhein fährt, verbringen. Da aber sein Vater, der Sprengmeister, in Irland zur Zeit arbeitet, musste Chris mit seiner Mutter zu ihm fahren.
Er sitzt oben auf einem Berg und beobachtet die Sprengungen ,die Sein Vater vornimmt. Auf einmal steht eine rothaariger Junge hinter ihm und Chris ,der sowieso schlechte Laune hat, fängt einen Streit an.
Später erfährt er das der Junge Llewellyen heißt .
Auf den Weg zur Pension kommt Chris an den See „Loch Lein“ vorbei und plötzlich ist ihm ,als wenn er in dem See eine Unterwasserstadt sieht. Ist da wirklich eine Stadt?
Am nächsten Tag, geht er zum Berg mit der Ruine von Ross Castle ,um von dort aus die Sprengungen zu beobachten. Plötzlich war er nicht mehr alleine in der Ruine, etwas war auch noch da , es sah fast aus wie ein Mensch, war aber keiner. Chris wusste nicht was es war und dann kam auch noch Llewellyen dazu. Die Beiden springen in ein Loch und Chris verfolgt sie durch die unterirdischen Tunnels. Er findet einen Dolch und gibt ihn am Abend O´Donoghue.
Am darauf folgenden Tag geht Chris wieder zur Burg und diesmal begegnet er dort einen Reiter. Und wieder war Llewellyen da und ritt mit dem Reiter weg . Chris folgte ihnen ,so schnell er konnte und fand sie auf einer Waldlichtung wieder, wo sich viele Reiter versammelt hatten. Als er plötzlich auf die Lichtung fällt, wird er von den Reitern umzingelt und die wollen ihn töten. Llewellyen kann das im aller letzten Moment verhindern.
Chris befand sich schon mitten ,in dem spannendes Abenteuer seines Lebens.
Von jetzt an passieren Dinge ,von denen Chris nicht mal in seinen spannendsten Träumen geträumt hätte.
Er begegnet Einhörner ,er geht durch einen Wasserfall in eine andere Welt. Er kommt auf eine Insel ,die immer so groß ist ,wie sie gerade gebraucht wird. Er fährt mit einen Schiff das immer Wasser unter dem Kiel hat. Er lernt zu kämpfen ,aber auch zu töten.
Auf seiner Reise, ein Drachenei ,zu holen lernt er die verschiedensten Wesen kennen . Gute wie auch böse. Das Drachenei zu holen ,das ist seine Aufgabe um die Wesen in dieser Welt zu helfen , die von Milesieren ( Menschen) angegriffen werden. Zuerst will Chris das Ei nicht holen ,doch er besinnt sich eines Besseren und versucht holt es. Das ist eine lange und schwierige Reise in der er auch einige seiner Freunde verliert und Lewellyen ( ein Prinz) schwer verletzt wird.
Findet Chris das Drachenei? Wird Lewellyn leben? Werden die Melesier besiegt?
Kommt Chris jemals wieder nach Hause zu seinen Eltern?
Ich möchte hier einfach nicht weitererzählen ,auch wenn es mir schwer fällt , denn das Buch ist wirklich super spannt geschrieben bis zur letzten Seite und ich euch den Ausgang gern erzählt hätte. Aber dann braucht ihr es ja nicht mehr zu lesen und gerade das will ich nicht.
Also viel Spaß beim Lesen
andrea30b
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-08 21:30:34 mit dem Titel Eine gute Horrorgeschichte
Ich lese sehr gern Horrorgeschichten und da wurde mir dieses Buch empfohlen, also holte ich es mir und begann zu lesen. Es ist das erste Buch, welches ich von James Herbert gelesen habe ,aber eins weiß ich ,es wird nicht das Letzte gewesen sein. Es heißt „Erscheinung“.
Die Geschichte ,spielt in einem kleinen Dorf in England Namens Banfield. Es geht um ein kleines Mädchen ,dass angeblich die Jungfrau Maria sieht und plötzlich ist sie geheilt von ihrer Taub - Stummheit. Zu den sonntäglichen Gottesdiensten strömen viele ,viele Menschen in die Kirche. Kranke, Verletze und Behinderte werden gebracht und alle hoffen auf ein Wunder und das Wunder geschieht . Ist es wirklich ein Wunder? Pater Hagen glaubt nicht dran ,aber er ist zu schwach und kann nicht helfen . Pater Delgard gibt Finn den Zeitungsreporter den Auftrag in den Kirchenchroniken zu suchen, auch er hat den Verdacht ,dass es keine richtigen Wunder sind und glaubt die Lösung in den Chroniken zu finden.
Es gibt auch Geschäftsleute in Banfield, die nur auf eins aus sind ,Geld zu verdienen . Sie planen Supermarktketten aufzubauen ,Hotels zu errichten usw.. Sie wollen aus Banfield eine Wallfahrtsstätte machen.
Auf einmal passieren unheimliche Dinge in dem Dorf ,Tiere sterben ,eine Tankstelle geht in Flamen auf ,durch einen merkwürdigen Unfall ,Alice ihr Vater stirbt in den Flammen und Alice löscht die Flammen, kann aber ihren Vater nicht retten.
Fenn findet Unterlagen und Pater Delgard übersetzt sie aus dem Lateinischen ins englische .
Fenn liest die Übersetzung und nun weiß er die ganze Wahrheit und er will nur noch die Menschen retten ,die zu großen Gottesdienst auf dem Feld gekommen sind . Alice hatte vorher schon angedeutet, das etwas wunderbares passiert und zwanzigtausend kommen um das Wunder zu erleben.
Ich möchte eigentlich nicht zu viel erzählen, sonst nehme ich Euch die ganze Spannung.
Eigentlich habe ich die spannenden Stelle gar nicht erzählt, aber ich sage Euch ,das Buch ist total spannend.
Hauptpersonen:
Alice:
^^^^^^
die Hauptperson in diesem Buch ,sieht bei einem Baum ,auf einen Freien Feld die Jungfrau Maria . Und plötzlich kann sie wieder sprechen und hören – Kann man hier von einer Wunderheilung sprechen. EinigeWochen später, bei der Sonntagsmesse ,geht Alice wieder auf das Feld und steht vor dem Baum , wo sie angeblich die Jungfrau Maria sieht. Viele Kranke und Behinderte Menschen folgen ihr und warten auf ein Wunder.
Und tatsächlich es werden einige wieder gesund.
Was hat es mit dem Mädchen auf sich? Sieht sie wirklich die Jungfrau Maria ? Wer oder was ist sie? Ist sie eine Heilige? Fragen über Fragen , aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über Alice erzählen.
Fenn:
^^^^
Der Reporter , er erlebt mit wie die kleine Alice auf dem Feld ist und wie sie auf einmal wieder sprechen und hören kann. Zuerst ist es für ihn die Story seines Lebens, er denkt daran wie er berühmt wird .Aber dann bekommt er den Auftrag von Pater Delgard nach dem Geheimnis zu suchen und er sucht in allen ihm zur Verfügung stehenden Kirchenchroniken. Und auf einmal geht es ihm gar nicht mehr nur ums Geld und berühmt zu werden , er will die Menschen retten . Wovor will er sie retten ? Was hat er gefunden? Kann er sie retten? Kann er Alice aufhalten?
Auch hier wieder viele Fragen die ich offen lasse, ich glaube so ist es spannender für Euch .
Pater Hagan:
^^^^^^^^^^^^
Ist der Priester der Kirche von Banfield . Seitdem Alice zum ersten mal die Jungfrau Maria gesehen haben soll, seitdem hat er Angst. Er spürt das von Alice nicht s gutes aus geht und er spürt die Leere in seiner Kirche. Er versucht den Kirchenrad zu warnen , vor Alice und vor den angeblichen Wundern, aber er ist zu schwach.
Trucker und Southworth:
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Das sind zwei Geschäftsleute aus Banfield ,die nur an eine Sache denken .Viel, viel Geld aus der Sache zu schlagen und ein Vermögen zu machen. Alle Mittel sind ihnen Recht.
Sue:
^^^^
Ist die Freundin von Finn .Sie erlebt alles mit und wird zwischen der Liebe zu Finn und der Liebe zur Kirche hin und her gerissen.
Pater Delgard:
^^^^^^^^^^^^
Er ist ein Geistlicher und er hatte Erfahrungen mit paranormalen Phänomenen. Auch er spürt die Leere in der Kirche und auch er glaubt nicht an die Wunder . Kann Pater Delgard Finn unterstützen ,bei der Suche nach der Wahrheit ?
Das sind, so finde ich die Hauptpersonen in diesem Buch .
Fazit:
^^^^^^
Wer Horrorgeschichten liebt ,kommt hier voll auf seine Kosten. Das Buch liest sich sehr gut und wenn man es erst mal angefangen hat ,legt man es ungern zur Seite. Es fängt harmlos an, und wird immer spannender und spannender.
Für mich persönlich hätte er das Ende noch ein bisschen weiter ausbauen können- da war so schnell zu Ende.
Ich freue mich schon auf das nächste Buch von ihm, was ich im Laden finde.
Andrea30b weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
anonym, 07.06.2010, 18:54 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
,,,,naja, das Bild scheint ja gar nicht zu passen :-)
-
-
mrwong, 28.06.2007, 23:29 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
sh.........................ich freu mich auch über jede GEGENLESUNG von euch viele und liebe grüße Felix :-)
-
-
-
"Fünf Viertel einer Orange" - noch schmackhafter als "Chocolat"
04.06.2002, 18:25 Uhr von
kaffeetrinkerin
Ich liebe Bücher über alles, und zwar Bücher jeden Genres - deshalb führe ich mit meinem Mann zus...Pro:
das Geheimnis wird bis zum Schluss gewahrt Sehr logischer, wenn auch unerwarteter Schluss tolles Cover
Kontra:
teilweise sehrschwieriger Stoff, da häufiger Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Empfehlung:
Nein
"Fünf Viertel einer Orange" ist nach dem bekannten und verfilmten "Chocolat" der dritte Roman der erfolgsautorin Joanne Harris.
Aber wer da glaubt, dass das Debut immer am besten gelingt, der irrt.
Dieses Buch mit dem etwas aussergewöhnlichen Titel stellt Chocolat in den Schatten.
Die Geschichte dreht sich um Framboise, einer alten Dame, die in einem kleinen französischen Dorf eine Creperie betreibt.
Joanne Harris lässt sie ihre Geschichte in der Ich-Form selber erzählen, dabei wechselt sie so rasant zwischen ihrer Kindheit und dem Jetzt, dass der Eindruck erweckt wird, hier erzähle jemand wirklich sein Leben.
Framboise also betreibt ihre Creperie. Sie gilt zwar als Aussenseiterin, wird aber durchaus akzeptiert.
Dies könnte sich jedoch ändern, sobald die Leute erfahren, wer sie wirklich ist.
Und genau davor fürchtet sie sich. Sie verrrät niemandem, dass sie schon als Kind in diesem Dorf lebte, bis diese schreckliche Sache passierte...
Framboise hatte eine etwas aussergewöhnliche Kindheit: ihre Mutter war eine sehr harte, introvertierte Frau, die ihre Bäume und ihren Garten mehr liebte als ihre Kinder.
Der Vater war tot, so waren die Kinder den häufigen Migräneattacken der Mutter ausgeliefert.
Die Kopfschmerzen begannen stets damit, dass sich die Mutter Orangenduft einbildete. Kurz darauf zog sie sich in ihr Zimmer zurück, die Kinder tagelang sich selbst überlassen.
Diese fanden solche Anfälle manchmal durchaus nützlich, konnten sie doch in dieser Zeit leben, wie es ihnen in den Sinn kam.
Bald fand Framboise heraus, wie man die Anfälle herbeirufen kann...
Im "Heute" der Geschichte hat Framboise noch ein anderes Problem: Sie hatte von ihrer Mutter nichts als die Kladde, das selbstverfasste Rezeptbuch ihrer Mutter geerbt. Aber genau darauf war ihre restliche Verwandtschaft scharf.
Neffe und Nichte benötigten unbedingt die ausgezeichneten Rezepte für ihr nicht mehr ganz gut gehendes Sterne-Restautant.
Anfangs wollte Framboise das Buch nur aus Misstrauen nicht herausgeben, später entdeckte sie mit diesem Rezeptbuch, das gleichzeitig das Tagebuch der Mutter war, die Gefühle ihrer Mutter und zu ihrer Mutter neu.
Die Verwandschaft aber versucht sie zur Herausgabe zu zwingen, indem sie damit droht, die alte Frau auffliegen zu lassen.
Sobald jemand im Dorf erführe, wer sie wirklich war, würde sie geächtet sein.
Und all das nur wegen dieses schlimmen Ereignisses, dass sich durch den Roman zieht wie ein roter Faden, um erst zum Schluss Form anzunehmen.
Und nur durch das Lüften dieses Geheimnisses schliesslich versteht man den ganzen Hintergrund und damit auch die Geschichte selbst.
Ich werde hier weder das Geheimnis der Framboise aufdecken noch verraten, wie der etwas ungleiche Kampf mit den Restaurantbesitzern
ausgeht, nur soviel sei gesagt:
"Fünf Viertel einer Orange" ist nicht nur ein wunderbarer Sommerroman, zwischendurch werden die leckersten Rezepte verraten, so dass man meinen könnte, das Dorf in Frankreich schmecken zu können.
Zum Schluss ein guter Rat: Immer erst essen, dann den Roman weiterlesen.....
Fünf Viertel einer Orange, Joanne Harris;
405 Seiten, 17, 90 DM im Club Bertelsmann weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
burk68, 04.06.2002, 18:33 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Der abschlusstipp ;-)))) Gilt für fast alle guten Bücher. ;-)
-
-
Heinrich Heine eine Biographie
14.05.2002, 22:54 Uhr von
tobi.birkner
Hi ich bin mittlerweile 20 Jahre Alt, im Moment Zivi und schreibe leidenschaftlich gern Berichte....Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hallo Leute, heute mal wieder ein Referat aus meiner Schulzeit.
Heine wurde vermutlich am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren. Da ein Brand alle Familiendokumente vernichtete ist sein Geburtsdatum nicht ganz sicher. Der Geburtsname Heines war jedoch nicht Heinrich, sondern Harry. Seine Eltern, Samson und Betty Heine, beide jüdischer Abstammung, besaßen ein kleines Tuch- und Manufakturwarengeschäft. Betty Heine, geborene van Geldern, stammte aus einer reichen Familie und war gut gebildet, weshalb sie auch die Erziehung der Kinder übernahm. Der Vater dagegen war eine echte Frohnatur und kümmerte sich liebevoll um seine Kinder. Die Zeit Heines Kindheit war noch sehr von dem damaligen feudalistischen Herrschertums geprägt, aber es bildeten sich in dem Ständestaat auch bald bürgerlich demokratische Bewegungen. Man muss bedenken, dass die Französische Revolution noch keine 10 Jahre zurücklag.
Mit etwa zwei Monaten wird Heine beschnitten und so Mitglied der jüdischen Heimatgemeinde seiner Eltern. Im Jahr 1800 wird Heines Schwester Charlotte geboren, die ihm zeitlebens näherstehen wird als seine zwei jüngeren Brüder Gustav und Maximilian, die in den Jahren 1805 und 1807 geboren werden.
Mit vier Jahren besucht Harry Heine die Kinderschule von Susanne Wilhelmina Hindermann und zwei Jahre später die israelitische Privatschule David Rintelsohns. Im Jahr 1804 beginnt für Heine dann die Normalschule. Seinen Religionsunterricht erhält er aber weiterhin bei Rintelsohn.
Im selben Jahr krönt sich Napoleon zum Kaiser und sichert Frankreichs Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent. Im Jahr 1806 wird das Großherzogtum Berg, in dem Düsselsorf liegt, an Frankreich abgetreten. Der Schwager Napoleons hält Einzug in Düsseldorf und bei Heines wird der Tambour LeGrand einquartiert. Später wird Heine ein Buch mit dem Titel "Ideen- Das Buch LeGrand" schreiben, wo er auch über diesen Tambour berichtet.
Mit 13 Jahren besucht Heine das Lyzeum, das nun nach Französischem Vorbild reformiert wurde. Auch die französische Sprache ist in der Schule vorherrschend. Heine ist kein besonders überragender Schüler, außer in Philosophie. Ein besonderes Ereignis in Heines Jugend ist der Einzug Napoleons in Düsseldorf. Noch wird er bejubelt, da er viele Besserungen durchgesetzt hat, aber bald werden die Leute Napoleon gegenüber skeptisch, da er die Wirtschaft und den Handel im Rheinland durch seine Machtpolitik beinahe ganz zunichte macht. Im Jahr 1813 findet die Leipziger Schlacht statt, bei der die vereinten Armeen Napoleon schlagen. Heines Heimatstadt Düsseldorf wird nun wieder deutsch. Zuvor wird aber noch ein Beschluss erlassen, der allen zwischen 1791 und 1801 in Düsseldorf Geborenen erlaubt, in Frankreich zu leben. Heine wird von diesem Erlass später noch Gebrauch machen. Der Sturz Napoleons enttäuscht Heine sehr, da er in ihm eigentlich den Fortführer der Französischen Revolution sah.
Mit 19 Jahren wird Harry Heine als Auszubildender zu seinem Onkel Salomon nach Hamburg geschickt. Dort soll er den Beruf des Bankkaufmannes erlernen. Doch Heine findet keinen Gefallen an dieser sehr rationalen Ausbildung. Stattdessen verliebt er sich in seine Cousine Amalie, die seine Liebe jedoch nicht erwidert. Diese unglückliche Jugendliebe war für Heine der Impuls für seine ersten Dichtungsversuche, wie "Don Ramiro" oder "Ein Traum, gar seltsam schauerlich". Diese und andere Gedichte veröffentlicht Heine während seiner Ausbildung, sehr zum Verdruss der ganzen Familie, die wenig für die Kunst des Dichtens übrig hat. Als neuen Ansporn richtet ihm Salomon ein eigenes Geschäft ein. Harry kümmert sich jedoch wenig, wenn überhaupt um sein Geschäft, und geht nach nicht mal einem Jahr pleite. Währenddessen schreibt er Gedichte, die er zum Teil auch veröffentlicht. Natürlich war seine Familie ganz und gar nicht begeistert über seine doch sehr geringen Fähigkeiten eines Geschäftsmannes. Die letzte Rettung sieht sein Onkel in einem Jurastudium, das er Heine schließlich auch finanziert.
Harry Heine immatrikuliert sich in Hamburg und besucht Vorlesungen in Jura sowie in Geschichte, Literatur oder auch Philosophie. Er tritt in eine Burschenschaft ein, die später noch verboten wird, da sie zu demokratisch eingestellt ist. Mitglieder dieser Burschenschaft, darunter auch Heine, veranstalteten Fackelzüge und Demonstrationen, was ihn aber nie in ernste Schwierigkeiten bringt. Nach einem Jahr in Hamburg wechselt er zur Universität nach Göttingen. Dort langweilt er sich jedoch fürchterlich und schreibt deswegen nebenher Gedichte, die er dem Verlag Brockhaus zum Verlag anbietet. Dieser lehnt jedoch ab.
Im Jahr 1821 duelliert sich Heine, verstößt gegen das Gesetz und wird für ein halbes Jahr von der Universität ausgeschlossen. Diese Zeit nutzt er, um seine Familie und auch seinen reichen Onkel zu besuchen. Nach diesem Besuch hat Heine den Onkel überredet, ihm weiteres Geld für ein Studium in Berlin zu geben. Sehr schnell findet Heine in Berlin Zugang zum Salon von Rahel und Karl August Varnhagen von Ense, was für ihn eine Art Forum darstellt, in dem er seine literarische Position finden kann. Auch den Kreis um E.T.A. Hoffmann lernt er kennen.
In dieser Zeit veröffenlicht Heine sehr viele neue Gedichte und arbeitet auch für Zeitungen, wo er aber sehr oft zensiert wird, da seine Artikel zu viele revolutionäre Gedanken enthalten. Heine selber zählt sich aber nicht zu den Demagogen ("Volksverhetzern"), da diese eher antisemitisch eingestellt sind und sich diese Ansichten wohl nicht mit Heines Religion vertragen würden.
1924 kehrt Heine wieder nach Göttingen zurück, um sein Studium zu beenden. In den Semesterferien unternimmt er einen Fußmarsch durch den Harz, welchen er in der "Harzreise" niederschreibt. Im nächsten Jahr besteht er sein Examen mit der Note befriedigend. Mit derselben Note promoviert er dann auch. Weit wichtiger ist in diesem Jahr aber sein Übertritt zum Protestantismus. Nach seiner Taufe nennt er sich Christian Johann Heinrich Heine. Heine verspricht sich von der Konversion bessere berufliche Chancen.
In den folgenden Jahren reist Heine nach England und Italien, teilweise auch um Verfolgungen wegen seines Buches "Ideen- Das Buch LeGrand" aus dem Weg zu gehen. Nach der Herausgabe dieses Buches nimmt sich Heine vor, nichts Politisches mehr zu schreiben, was er jedoch nicht lange einhalten kann, wie man an den "Reisebildern" seiner Italienreise erkennen kann. Während er in Italien ist, stirbt sein Vater, den er sehr geliebt hat.
Als im Jahr 1830 in Paris wieder revolutionäre Aufstände beginnen, wird Heine klar, dass er eigentlich ein revolutionärer Demokrat ist. Aus diesem Grunde reist er ein Jahr später nach Paris, um sich dort die Revolution aus der Nähe anzusehen. Nachdem er aber bald Zugang zu den verschiedenen Salons gefunden hatte und unter anderem Chopin, Berlioz, Dumas, Victor Hugo und andere Berühmtheiten kennenlernte, zeichnet sich schnell ab, dass Heine Paris nicht mehr so schnell verlassen würde. Er arbeitet als Korrespondent solange für die in Augsburg erscheinende "Allgemeine Zeitung", bis die Zensur dermaßen verschärft wird, dass von seinen Artikeln beinahe nichts mehr übrig bleibt.
Ab dem Jahr 1834 macht sich bei Heine ein Nervenleiden durch ständige Kopfschmerzen bemerkbar, die ihm sehr zu schaffen machen. Mit 38 Jahren lernt er die Schuhverkäuferin Eugénie Mirat kennen, von ihm nur Mathilde genannt, und verliebt sich sehr in sie. Anfangs will er sich diese Liebe gar nicht eingestehen, da ihm Mathilde eigentlich zu ungebildet ist. Doch er merkt, dass er sich gegen diese Liebe nicht wehren kann und macht Mathilde zu seiner Lebensgefährtin.
In diesem Jahr wird die Zensur noch einmal streng verschärft und alle Bücher des "Jungen Deutschlands", darunter auch alle Bücher Heines vom Bundestag verboten. Heine tut zwar so, als ob ihn dieses Verbot nicht weiter stören würde, denn er lässt weiterhin seine Bücher drucken, aber er muss sich eingestehen, dass er seine eigene Zensur im Kopf doch auch verschärfte und seine Werke dadurch an Wert verloren.
Im Jahr 1841, Heine ist nun 44 Jahre alt, duelliert er sich zum zweiten Mal, nachdem ihn Salomon Strauß verleumdet hatte. Heine wird an der Hüfte verletzt, was ihn einige Wochen ans Bett fesselt. Kurz vor dem Duell ließ er sich aber noch mit Mathilde trauen, sodass sie im Falle seines Todes abgesichert wäre.
In den folgenden Jahren reist Heine noch zweimal nach Hamburg. Auch begegnet er Marx und lernt diesen zu schätzen.
Mit 51 Jahren erkrankt Heine an Rückenmarkschwindsucht, was Lähmungen, Kopfschmerzen und beginnende Blindheit auslöst. Heine schichtet sich sechs Matratzen übereinander und verbringt dort in seiner Matratzengruft, wie er es nennt, einige Monate. Während der Februarrevolution weilt er in der Heilanstalt Faultiers, und bedauert, dass er nicht selber bei der Revolution mitmischen kann. Allerdings wurde er einmal unfreiwillig in die Straßenkämpfe hineingezogen, als Barrikadenkämpfer seine Kutsche zum Bau ihrer Barrikade vermendeten. Heine leidet sehr unter der Krankheit, hat aber nichts seiner geistigen Fähigkeiten eingebüßt. Er schreibt noch immer Gedichte und auch Artikel für die "Allgemeine Zeitung", die immer noch gerne veröffentlicht werden. Unter anderem wird noch das Sammelwerk "Romanzero" und "Doktor Faust" gedruckt, welche in Preußen sogleich verboten werden.
In seinen letzten Lebensjahren wendet sich Heine auch wieder der Religion und Gott zu, die er zuvor heftigst angegriffen und nur als Ruhigstellung für das Volk betrachtet hatte. Der Glaube an Gott gibt ihm in der schweren Zeit seiner Krankheit Mut und Zuversicht, ebenso wie seine gute Freundin Elise Krinitz, die er nur Mouche nennt, was Fliege bedeutet. Heines Zustand verschlimmert sich im Jahr 1856 immer mehr und schließlich stirbt er am 17. Februar 1856. Heines Grab befindet sich auf dem Friedhof in Montmartre, was sein ausdrücklicher Wunsch war.
Heine gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Romantik. Man mag aufgrund seiner Biographie denken, Heine könne man nicht neben Dichter wie Eichendorff stellen, da er eben nicht so weltfremd und rückwärtsgerichtet erscheint wie viele Romantiker. Heine interessierte sich sehr für die Politik und übte auch Kritik an ihr und den Zuständen in Deutschland. Sein Bestreben war es, den Kampf zwischen Idealismus und Materialismus zu werten, nicht unbedingt nur für eine Richtung zu sein. Er gilt wohl auch deshalb als einer der größten deutschen Dichter, weil er es verstand, romantische und volkverbundene Traditionen unter den Bedingungen der Zeit wiederzugeben.
So dat wars, ich hoffe das genügt euch.
copyright Tobias Birkner weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
Andreas68, 24.05.2002, 04:34 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Eine ausführliche Schilderung, die einzig die Erwähnung Heines deutschnationaler Gesinnung u. seiner Liebe zu Deutschland vermissen lässt. Ich denke hier z.B. an den "deutschen Donner", den er ggü. den Franzosen herauf beschw&
-
clauds22, 18.05.2002, 01:55 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Du warst aber sehr fleißig, was Referate angeht ;) Grüsschen, Claudi
-
-
die_leserin, 14.05.2002, 23:12 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Sehr guter Bericht, aber beim nächsten mal bitte größere Absätze machen, das erleichtert das Lesen...
-
-
Hahn, Nikola - Die Detektivin: Spannender Krimi im Frankfurt/M des Jahres 1882
09.05.2002, 02:36 Uhr von
emmtie
Da wollen wir YOPI einmal eine 2.Chance geben (wenn auch nur auf Bewährung). Und dabei geht es ga...Pro:
spannende Unterhaltung, mit einem Schuß historischer Information
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
„Die Detektivin“ von Nicola Hahn ist ein historischer Krimi, der in Frankfurt am Main im Jahr 1882 spielt. In der Handlung geht es um eine junge Frau aus gutbürgerlichem Haus, die sich nicht damit abfinden will, die Rolle, die ihr in der damaligen Zeit zugedacht ist, zu erfüllen. Statt mit Handarbeiten und der Vorbereitung auf die Ehe beschäftigt sie sich lieber mit Detektivromanen und kriminalistischen Abhandlungen, zu denen sie nur heimlich Zugang hat. Als am Wäldchestag, einem lokalen Frankfurter Feiertag, eine Hausangestellte ihres Onkels verschwindet, versucht sie auf eigenen Faust zu ermitteln. Das sie dabei mit dem zuständigen Kommissar, einem aus Berlin in das damals preussisch verwaltete Frankfurt versetzen Beamten, aneinander gerät und sich gar manches Wortgefecht liefert, bleibt nicht aus. Ohne zuviel von der Spannung zu nehmen, sei nur soviel verraten: Eine zehn Jahre alte Mordserie und die Familie der jungen „Detektivin“ spielen im weiteren Verlauf eine nicht unmaßgebliche Rolle.
Was an diesem Romanerstling gefällt ist die Verbindung einer spannenden und logisch aufgebauten Kriminalgeschichte mit der historischen Darstellung Frankfurts.
Das der eigentliche Krimi „funktioniert“, liegt höchstwahrscheinlich am beruflichen Hintergrund der Autorin: sie ist seit 1984 Polizistin und momentan Kriminaloberkommisarin in Offenbach. Dies mag zwar noch keine Garantie für eine gute Krimiautorin sein, aber man merkt dem ganzen Aufbau, den Wendungen und der dahinterliegenden Logik an, daß hier jemand geschrieben hat, die weiß, wovon sie spricht.
Auch die Darstellung der Personen ist vielschichtig und nachvollziehbar. Es wird viel Wert auf Details gelegt und man kann sich daher in diese Personen hineinversetzen. Die Liebe kommt im Roman natürlich auch nicht zu kurz.
Was weiterhin sehr interessant dargestellt wird, ist der damalige Stand der Polizeiarbeit und die langsame Einführung neuer Techniken. Aufgrund historischer Tatsachen, die im Anhang des Buches genauer erläutert werden, werden erkennungsdienstliche Praktiken wie z.B. Fingerabdrücke, oder Gerichtsmedizin geschickt in die fiktive Handlung eingebaut und erläutert.
Und als letztes beeindruckt natürlich der historischen Kontext und die Darstellung der damaligen Zeit. Ob es um die Besetzung Frankfurts durch die Preussen und die daraus entstandenen Vorurteile geht oder die damaligen Lebensumstände, sowohl in den höheren als auch den unteren Schichten geht, immer wird sehr detailliert und genau geschildert. Aber dies wird keineswegs trocken als Gegebeneiten „heruntergebetet“, nein man bekommt es durch Gespräche, Erzählungen etc. quasi „nebenbei“ vermittelt. Besonderen Spaß hatte ich, der seit über 10 Jahren in Sachsenhausen wohnt, an der Darstellung der groben, fluchenden, aber trotzdem das Herz am richtigen Fleck haben Sachsenhäuser. Auch historische Persönlichkeiten wie der Frankfurter Irrenarzt Hoffmann, bekannt geworden durch den Struwelpeter, oder der Mundartdichter Stolze werden in den Roman eingebunden.
Insgesamt ein spannender Krimi und gleichzeitig eine gutgeschriebene und flüssig zu lesende „Geschichtsstunde“. Absolut empfehlenswert, auch wenn man nicht wie ich in Frankfurt wohnt.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-13 12:26:06 mit dem Titel Harding,P.-Galerie der Nachtigallen: Spannung im London des 14.Jahrhunderts
Mit diesem Roman bekommt man einen sehr guten Krimi, der zusätzlich auch noch detailreich das London des 14.Jahunderts schildert.
„Galerie der Nachtigallen“ erzählt eine Geschichte von Sir John Cranston, dem Untersuchungsrichter des Königs und dem ihm zugewiesenen Schreiber, dem Mönch Athelstan. Diese beiden werden beauftragt, den Mord an einem reichen Kaufmann aufzuklären. Eigentlich erscheint alles ganz einfach: Der Diener, der mit dem Kaufmann Streit hatte und ihm als letztes lebend gesehen hat, hat Selbstmord begangen. Aber wie so häufig ist nicht alles so einfach wie es aussieht und es gibt auch noch reichlich Verwicklungen bis in die höchsten politischen Kreise.
Was mir an diesem Buch sehr gut gefallen hat, waren zum einen die plastische Darstellung der beiden Hauptfiguren und die Entwicklung der Beziehung zwischen dem auf den ersten Blick etwas grobschlächtigen, dicken, ständig saufend und fressenden Richter und dem nachdenklicheren, an Astronomie, Naturwissenschaften und Logik interessiertem Mönch, der eine der ärmsten Pfarrgemeinden Londons betreut. Im Laufe des Buchs erfährt man neben der Krimihandlung auch viel über die Vergangenheit dieser beiden und dies macht die fiktiven Charaktere noch wirklichkeitsgetreuerer (soweit man das als Leser für eine Szenerie im 14.Jahundert beurteilen kann). Nicht umsonst wird soviel Wert auf diese Rahmenhandlung gelegt, den dieser roman ist der Beginn einer ganzen, locker zusammenhängenden Serie von Krimis mit diesen beiden Hauptpersonen.
Auch die Schilderung des Londons des Jahres 1377 ist sehr ausführlich und mit vielen kleinen Details angereichert. Gerade wenn man sich im heutigen London etwas auskennt, kann man einiges noch viel besser genießen, da durchaus auch einige Spitzen eingebaut sind, z.B. im Bezug auf Westminster. Diese Detailtreue ist auch kein Wunder, da der Autor Paul Harding, der auch unter dem Namen P.C. Doherty schreibt und damit bekannter sein dürfte, promovierter Historiker mit Spezialgebiet ältere englische Geschichte ist.
Wobei ich dann doch ein kleines „Haar in der Suppe“ finde. Harding hat das Genre des Historienkrimis natürlich nicht erfunden. Und wer etwas mehr in diese Richtung liest, kommt an einer Serie von Krimis nicht vorbei: Die Bruder Cadfael-Serie von Ellis Peters. Und obwohl diese Geschichten etwa 200 Jahre früher und nicht in London spielen, kann man bei diesen vor Hardings Romanen geschriebenen Büchern vieles finden, was auch hier verwandt wird: Die Kombination eines Mönches, der aber auch den Krieg kennt, mit einem offiziellen Ermittlers oder die Einbindung in den historischen Kontext. Dabei sind die Cadfael-Bücher nach meiner Meinung noch etwas besser als die ziemlich sicher von ihnen beeinflußten Athelstan/Cranson-Bücher Hardings. Aber auch wenn es einen „Spitzenreiter“ gibt, heißt das ja noch lange nicht, daß der „Zweite“ schlecht sein muß.
Insgesamt gesehen hat man mit den 260 Seiten von „Galerie der Nachtigallen“, bei dem der Titel übrigens auf einen Flur, der Töne macht, anspielt, ein unterhaltsames, spannendes, mit vielen Details gespickten und wirklich gut zu lesenden Historienkrimi, bei dem man am liebsten sofort nach den Fortsetzungen greifen will.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-13 18:19:21 mit dem Titel Hawks,T. - Mit dem Kühschrank durch Irland: Kühlschrank sucht Mitfahrgelegenheit
Ein junger Engländer wettet in einer durchzechten Nacht, daß er mit einem Kühlschrank innerhalb eines Monats einmal komplett um die Küste Irlands herum trampen kann.
Klingt absolut abgedreht und wie ein hervorragender Romanstoff. Doch weit gefehlt, denn es handelt sich hierbei um eine reale Reiseerzählung. Der englischen Entertainer und Komödiant Tony Hawks, hat vorher mit Irland nicht sehr viel zutun, außer der Tatsache, das er bei einem Besuch dort einen Mann mit einem Kühlschrank am Straßenrand gesehen hatte, der mitgenommen werden wollte. Als er diese Geschichte auf einer Party erzählt, wird er nicht für voll genommen und ein Freund wettet mit ihm um 100 Pfund, daß er die Küste Irlands in Begleitung eines Kühlschranks nicht innerhalb von 4 Wochen umrunden kann.
Normalerweise nimmt man solche Wetten im Suff am nächsten morgen nicht mehr ernst, doch unser Autor hat an dem Gedanken gefallen gefunden und setzt ihn in die Tat um.
Als ich den Titel des Buches zum erstenmal sah, dachte ich, daß dies unmöglich ist; allein wegen der Ausmaße und des Gewichts eines Kühlschranks. Doch man sollte nicht immer von dem ausgehen, was sich der typischen deutsche unter einem Kühlschrank vorstellt. Das „corpus delicti“, sprich der Kühlschrank, in diesem Fall ist ein Würfel von etwa 60 cm Kantenlänge, der auf einem kleinen Wägelchen gezogen werden kann. Dies macht die Sachen zumindest vorstellbar, wenn auch die Aufgabe auch mit diesem Gerät kaum leicht gewesen ist.
Eine Einschränkung wird auf der Tour gemacht: Nordirland wird ausgelassen, da Hawks nicht ganz sicher ist, ob der weiße Kasten, den er bei sich hat, nicht zu gefährlichen Mißverständnissen führen könnte (Das er dann doch noch in Nordirland landet und warum, sollte man selbst lesen)
Was auf den nächsten ca. 300 Seiten des Buches folgt, ist sowohl ein Reisebericht als auch gleichzeitig eine Beschreibung des Wesens Irlands bzw. der Leute, die dort leben. Man erfährt von der Hilfbereitschaft und von der Begeisterungsfähigkeit für die eigentlich völlig sinnlose Aktion. Ob Radiosender dazu aufrufen, den „Fridge man“ (=Kühlschrankmann) mitzunehmen, ein ganzes Dorf im Nordwesten Irlands Tod und Teufel versuchen und sogar das Militär einschalten, um Hawks und den Kühlschrank trotz einer nicht funktionierenden Fähre nach Tory Island zu transportieren und sich dann doch eine völlig andere Möglichkeit ergibt oder Hawks in eine Jungesellenauktion eingebunden wird. . Ganz zu schweigen von den unzähligen Pubs, in die er eingeladen wird. Der Kühlschrank bekommt u.a. einen Namen, wird von einer Ordensschwester gesegnet und surft in Strandhill sogar ganz alleine auf dem Atlantik. Und alle Beteiligten müssen natürlich auf dem Kühlschrank unterschreiben.
Natürlich ist das Buch und die darin geschilderten Erlebnisse in erster Linie einfach lustig zu lesen. Denn eigentlich ist das Ganze ja eine bekloppte Idee. Aber neben all dem Spaß bei dieser Sache erfährt man auch sehr viel über Irland. Zum einen wird natürlich auch die Route geschildert und was es dort zu sehen gibt. Und ich gebe zu, daß ich, der zu meiner Schande zwar Unmengen irischer Musik höre und irische Autoren lese, aber noch nie in Irland war, habe jede Menge gelernt, in dem ich die Route mit dem Finger verfolgte. Viele Orte, die ich zwar von Namen her kannte, aber nicht richtig zuordnen konnte sind mir jetzt ein Begriff. Man sollte jetzt keinen echten Reiseführer erwarten mit konkreten Tips, aber so ganz nebenbei werden doch Sehenswürdigkeiten und die Schönheit der Landschaft nahegebracht.
Zum anderen wird das ganze Buch irgendwie getragen von der fast sprichwörtlichen, etwas anderen Lebensart der Iren. Und scheinbar färbt die Landschaft ab, denn es sind nicht nur Iren, sondern auch dort lebenden Engländer oder Touristen, die mit einer Inbrunst dem „Fridge man“ helfen, als hätten sie nichts anderes zu tun.
Insgesamt irgendwie ein richtiges „Feel-good-Buch“ nach dessen Lektüre man sich am liebsten gleich in den Flieger nach Irland setzen möchte. Das es sich auch sehr flüssig liest, sieht man an der Tatsache, das ich das Buch am 25.12. bekommen habe und am 27.12. trotz allerlei Weihnachstverpflichtungen fertig war :-)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-16 14:37:41 mit dem Titel Harding,P.-Haus des roten Schlächters: 2.Krimi im London des 14.Jh mit Cranston/Athelstan
Und wieder ein historischer Krimi aus dem 14. Jahrhundert, der in London spielt. "Das Haus des roten Schlächters" ist nach "Galerie der Nachtigall" der 2.Roman von Paul Harding, der sich mit dem Fällen von Sir John Cranston, dem Coroner (=Untersuchungsrichter) des Königs und Athelstan, seinem Schreiber, beschäftigt.
Die Einleitung des Buches spielt 15 Jahre vor der eigentlichen Handlung des Romans, die im Jahr 1377 angesiedelt ist. In dieser Einleitung wir nur kurz erzählt, wie ein zypriotisches Schiff mit einem Kreuzritter an Bord von maurischen Piraten, die sich dann als Elitetruppe des Kalifen herausstellen, aufgebracht und versenkt wird. Ob diese Geschichte wohl etwas mit der Haupthandlung zutun hat?? :- )
Die eigentlich Geschichte beginnt mit der Ermordung des Constables des Londoner Towers. Im Laufe ihrer Ermittlungen entdecken unsere beiden Hauptakteure, daß dieser Constable scheinbar schon länger in Angst gelebt hat und wenige Tage vor seiner Ermordung auch eine Warnung bekommen hat, wie sie von gedungenen orientalischen Meuchelmördern, sogenannten Assassinen, geschickt wird. Sowohl er als auch einige der im Tower zum Zeitpunkt des Mordes Anwesende haben vor 15 Jahren im Orient gekämpft. (Wie war das mit der Einleitung??) Während den weiteren Ermittlungen kommt es noch zu mehreren Morden, aber ich will hier nicht zu viel von der Spannung nehmen, von der ein Krimi ja lebt. In einer Nebenhandlung wird noch erzählt, wie vom Friedhof der von Athelstan betreuten Gemeinde Leichen von Menschen ohne Angehörigen verschwinden.
Wie schon beim ersten Roman glänzt dieses Buch neben der hervorragenden Krimihandlung mit einer Vielzahl von historischen Details und Informationen, an denen man erkennt, daß Harding, der auch unter dem Namen P.C. Doherty schreibt, studierter Historiker ist. Egal ob es um Dinge wie die damals bevorstehenden Bauernaufstände, die Kreuzzüge oder das Gerichtswesen allgemein geht Es werden Infos quasi "im Vorübergehen" vermittelt, ohne daß dabei doziert wird. Was im hier vorliegenden Buch noch etwas mehr als im ersten Band hervorgehoben wird, ist das Aufkommen der Wissenschaft und die dabei entstehende Problematik. In "Galerie .." wurde es hauptsächlich durch die Neigungen Athelstans in Richtung Logik und Astronomie ins Spiel gebracht, hier wir es zum Teil der Handlung. Aber es gilt auch hier, daß ich nicht zu viel sagen will, damit ich niemanden dem Spaß beim Lesen verderbe. Weiterhin ist es, wenn man sich etwas im heutigen London auskennt, lustig und interessant, die historischen Parallelen (Ursprung von Namen, Zweck bestimmter Viertel etc.) zu sehen.
Die Figuren sind gewohnt vielschichtig dargestellt, damit man sich mit ihnen identifizieren kann. Auch das persönliche Umfeld der beiden Protagonisten wird wieder ausgiebig mit einbezogen und macht die ganze Sache noch plastischer. Man begegnet mit dem ständig saufenden, fressenden, aber trotzdem scharfsinnigen Richter und seinem zwangsverpflichteten Mönchsscheiber und ihrem Umfeld quasi alten Bekannten, deren Leben weitergeschrieben wird. Aber da dies nie in die eigentliche Handlung einfließt und genügend Infos gegeben werden, muß man den ersten Roman nicht kennen, um dieses Buch genießen zu können.
Der Titel ist ausnahmsweise mal wirklich einfach übersetzt worden und spielt auf den Tower of London an, um den sich ja schon zur damaligen Zeit viele Sagen rankten und der ja auch Gefängnis und Richtplatz war. Und somit war der rote Schlächter, also der Tod dort zuhause.
Vielleicht kurz auch bei diesem Buch die Anmerkung, daß man natürlich Vergleiche mit der Bruder Cadfael-Reihe von Ellis Peters ziehen muß. Aber es können mehrere Reihen ähnlichen Inhalts durchaus parallel bestehen und gut sein (Wer genaueres wissen will, sollte meine Meinung zum 1.Buch lesen : -))
Insgesamt wieder ein sehr schöner, spannender und mit History gespickter Krimi, der wieder innerhalb weniger Tage verschlungen wurde. Man sollte natürlich nicht zu viel Anspruch erwarten, aber wer so etwas sucht, sollte keine historischen Krimis, sondern Geschichtsbücher lesen. Als Unterhaltungslektüre wärmstens zu empfehlen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-22 21:54:53 mit dem Titel Harding,P.-Sakristei des Todes: Schon wieder ein mittelalterlicher London-Krimi
Schon wieder ein mittelalterlicher Krimi aus London von Paul Harding mit dem Richter Cranston und seinem Schreiber, dem Mönch Athelstan, den ich innerhalb weniger Tage „verschlungen“ habe. So langsam wir es ja fast schon zur Sucht bei mir :-)
Das hier besprochenen Buch „Sakristei des Todes“ ist der 3.Teil einer lockeren Reihe von Krimis, die im 14. Jahrhundert in London spielen und von den beiden immer gleichen Hauptpersonen getragen werden: John Cranston, Untersuchungsrichter des Königs für London, verfressen, versoffen, manchmal ein wenig tranig wirkend aber trotzdem blitzgescheit und hellwach, wenn es um die Lösung der ihm aufgetragenen Fälle geht und der ihm zwangsweise als Schreiber zugewiesene Mönch Athelstan, eher nachdenklich und ruhig, sehr an den aufkommenden Wissenschaften interessiert, mit einer etwas dunklen Vergangenheit mit Kriegserfahrungen.
In diesem Buch müssen sie sich gleich um 3 Fälle kümmern: Zum einen wir der Richter vom Regenten von England bei einem großen Bankett in eine Wette mit einem italenischen Adligen gelockt, bei der er eine von diesem erzählte Mordgeschichte innerhalb einer Woche lösen muß. Wenn er dies nicht kann, verschuldet er sich entweder bis zum Äußersten oder er wird vom Regenten abhängig. Zum anderen wird bei Renovierungsarbeiten in der von Athelstan betreuten Kirche ein Skelett unter dem Altar gefunden. Als dann auch noch ein „Wunder“ am aufgebahrten Sarg mit diesem Skelett geschieht, wittert seine umtriebige Gemeinde ein Geschäft mit der vermeindlichen Heiligen. Und zu allem Überfluß geschieht im Kloster Blackfriars, aus dem Athelstan stammt, auch noch ein Mord und ein Klosterbruder verschwindet, während dort ein Versammlung zur Überprüfung einer neuen theologischen Schrift stattfindet. Somit eilen unsere „Helden“ zwischen den Schauplätzen hin und her, um alle Rätsel zu lösen.
Ich will ja meine Kritik zu den beiden Vorgänger-Werken hier nicht jedesmal wortwörtlich wiederholen (wen es interessiert, kann sie ja selbst lesen :-), aber auch bei diesem Buch zeigt sich, daß es Paul Harding gelingt, sein Wissen als studierter Historiker mit Fachgebiet England im Mittelalter (es wird behauptet, sein Latein sei fast besser als sein Englisch) und sein Talent für spannendes und flüssiges Schreiben zu vereinen. Alles Personen sind glaubwürdig und vielschichtig beschrieben, so daß man deren Handeln nachvollziehen kann. Und so ganz nebenbei gibt es wieder jede Menge historische Informationen; dieses mal, nicht weiter verwunderlich, wenn 2 der 3 Fälle mit Kirche und Kloster zu tun haben, besonders viele Fakten über die Praktiken der Heiligenverehrung, des Ablaßhandels und der Inquisition. Auch über das historische London gibt es wieder einige interessante Schmaklerl. Und wieder wird sehr eingehend die Lebensweise der „normalen“ Bevölkerung in der damaligen Zeit beschreiben.
In diesem Buch sind die beiden Hauptfiguren direkter als in den beiden vorherigen Romanen in die eigentliche Krimihandlung involviert, sie kommen nicht nur als Ermittler hinzu. Somit werden naturgemäß auch ihr Umfeld etwas mehr miteinbezogen. Aus diesem Grund wäre es zwar ganz gut, die beiden ersten Romane zu kennen, weil viele Personen auch dort schon auftauchen (Athelstans Gemeinde, insbesondere Benedicta, die Frau des Richters etc.) Aber da Harding dieses Wissen nicht als Voraussetzung nimmt und immer noch genügend Infos zu den Personen im vorliegenden Buch gibt, kann man es auch mit Genuß lesen, wenn man die Vorgänger nicht kennt.
Zu Vergleichen zu ähnlichen Büchern habe ich ja in den anderen Meinungen genügend gesagt.
Wieder ein gelungener Historienkrimi, bei dem man bis zur letzten Seite nicht zur Seite legen kann. Und die beiden nächsten Bücher der Reihe stehen auch schon hier zum „Verschlingen“ bereit, aber da Vorfreude die schönste Freude ist, werde ich mir jetzt bewußt etwas Zeit lassen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-24 15:14:06 mit dem Titel Harding,P.-Zorn Gottes: Historische London-Krimis machen süchtig
Schon wieder ein historischer Krimi aus dem mittelalterlichen London? Diejenigen, die häufiger Berichte von mir lesen, werden gemerkt haben, dass der Autor Paul Harding doch recht häufig in meinen Berichten auftaucht. Doch seine Romane, und davon ganz speziell seine Reihe um den Londoner Untersuchungsrichter Cranson und seinen Schreiber, den Mönch Athelstan, die im 14. Jahrhundert spielt, haben es mir angetan.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu meinen früheren Berichten zu wiederholen, will ich auch hier nochmals kurz schildern, was aus meiner Sicht das besondere an seinen Büchern ist. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass alle meine alten Berichte lesen (auch wenn es schön wäre :-) ):
Paul Harding ist ein Pseudonym des englischen Historikers Paul Doherty. Mittlerweile veröffentlich er auch die Romane der hier besprochenen Reihe unter seinen richtigen Namen. Wenn man etwas recherchiert, erfährt man aber auch, dass er ein echter Vielschreiber ist und zumindest mir sind 3 weitere Pseudonyme bekannt. Aber trotz des Massenausstoßes von Büchern leidet die Qualität meiner Ansicht nicht darunter.
Durch sein Beruf als Historiker kann er natürlich sehr viele Details und Informationen in seinen Geschichtsromanen unterbringen. Das Besondere ist aber die Tatsache, dass diese Fakten nicht einfach „doziert“ werden, sondern das sich auch Informationen über die damals aktuelle politische Situation oder Regeln das Zusammenlebens immer quasi selbstverständlich aus der erzählten Geschichte ergeben. Man hat nie das Gefühl, der Autor würde erst einmal eine Art Grundlage „herunterbeten“, wie ich es schon bei anderen Geschichtsromanen erlebt habe, und darauf dann seine Erzählung aufbauen. In Hardings Büchern erfährt man dies ganz nebenbei aus Unterhaltungen oder bei der Recherche für die Fälle.
Wie auch schon früher mehrmals geschrieben, sind die Romane selbstverständlich keine Geschichtsbücher und haben auch nicht diesen Anspruch. Aber für Unterhaltungsliteratur wird erstaunlich viel an Fakten vermittelt. Und gerade ich als alter London-Fan amüsiere mich auch über viele Anspielungen über mir bekannte Orte.
Jetzt aber genug „allgemeines Gelaber“, jetzt noch einiges über „Der Zorn Gottes“:
Wieder einmal ist es Harding gelungen, eine Vielzahl von Handlungssträngen in einem Buch unterzubringen. Die Hauptstory, auf die sich auch der Titel bezieht, handelt von einem Geheimbund, der den Mächtigen der Stadt den Kampf angesagt hat und dessen rätselhafter Führer „Ira dei“, Der Zorn Gottes genannt wird. Der uns schon aus den vorherigen Büchern bekannte Regent Englands, Gaunt, versucht sich mit den reichen Gildenherren der Stadt zu verbünden. Doch dann werden der Sheriff Londons und einer der Gildemeister ermordet und der Goldschatz, der von beiden Seiten in einer mehrfach verschlossenen Truhe hinterlegt wurde, verschwindet. Da natürlich auch wieder die Rivalität zwischen dem Regenten und dem eigentlichen König, der noch ein Kind ist und von seinen Beratern gesteuert wird, eine große Rolle spielt, bleibt für unsere Helden wieder viel zu tun. Und so ganz nebenbei klären sie noch den Tod eines der besten Freunde des Coroners, untersuchen ein angeblich besessenen Mädchen und Athelstan versucht in seiner Gemeinde eine Heirat von zwei Kindern aus verfeindeten Familien zu deichseln. Neben all der Spannung bleibt aber auch wieder genügend Zeit für viele nette Nebenepisoden; wenn ich nur an die Art und Weise denke, wie der griesgrämige, manchmal fast wilde Coroner an einen neuen Diener und zwei Riesenhunde kommt und dann Angst wie ein Schulkind hat, dies seiner kleine, aber resoluten Frau beizubringen, lache ich jetzt noch.
Wieder einmal ein absolutes Lesevergnügen, dass sowohl die Fans dieser Buchreihe als auch Neueinsteiger zu begeistern weiß. Denn obwohl dieser Bücher eine Art Serie darstellen, ist jedes in sich abgeschlossen und auch wenn viele handelnde Personen immer wieder auftauchen, werden sie in jedem Buch so ausreichend charakterisiert und ihr Verhältnis untereinander dargestellt, dass man es auch ohne Kenntnis der Vorgängerwerke genießen kann.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-24 22:14:45 mit dem Titel Harding,P.-Tod auf der Themse: Historischer Londonkrimi, mal wieder :-)
Irgendwie komme ich von den historischen London-Krimis einfach nicht los. Nachdem ich zuletzt eine aktuellen Thriller gelesen haben, wanderte meine Hand fast automatisch beim Aussuchen des nächsten Buches in die Reihe, in der ich vorsorglich immer 2-3 nicht gelesene Bücher aus der historischen Krimireihe um den Richter Cranston und seinen Schreiber, den Ordensbruder Athelstan, von Paul Harding stehen. Vielleicht sollte ich mir Gedanken machen, den das sieht ja fast nach den ersten Sucht-Anzeichen aus :-)
Da ich mich bei dieser Reihe immer schön chronologisch vorarbeite, griff ich zum 5.Band „Tod auf der Themse“.
Für diejenigen, die die Reihe noch nicht kennen ein paar Worte zur allgemeinen Einführung und zur Handlung dieses speziellen Romans:
Alle Romane der Serie spielen im London des 14.Jahrhunderts und haben immer die gleichen zwei zentrale Hauptfiguren: Sir John Cranston, Untersuchungsrichter der Stadt London, dick, gefräßig, ständig versoffen, angeberisch und geschwätzig, aber trotzdem immer hellwach und schlau, wenn es um die Lösung seiner Fälle geht, außerdem das Herz am richtigen Fleck. Und als Gegenpart der ruhige, nachdenkliche, den damals aufkommenden Wissenschaften zugetane Ordensbruder Athelstan, der den Richter ursprünglich zwangsweise als Schreiber zugeteilt wurden und parallel dazu eine Kirchengemeinde in London betreut. Gerade diese unterschiedlichen Charaktere und deren Zusammenarbeit und daraus sich im verlaufe der Bücher entwickelte Freundschaft macht meiner Ansicht nach einen der Punkte aus, warum es mich immer wieder zu dieser Serie zieht.
Im vorliegenden Roman müssen sich unsere zwei Helden um mehrere mysteriöse Ereignisse im Zusammenhang mit einem im Hafen liegenden Kriegsschiff beschäftigen. Der unbeliebte Kapitän stirbt an einer seltsamen Krankheit und kurze Zeit später verschwinden 3 Seeleute, die als Wache auf den Schiff waren, ohne das irgendjemand etwas davon mitbekommt. Und schließlich wird auch noch der Geschäftspartner des Kapitäns ermordet und der mutmaßliche Mörder flieht in das Kirchenasyl in das Gotteshaus, dass Athelstan betreut. Das dabei natürlich mehr dahinter steckt, dass aufzulösen ist, sollte wohl klar sein, oder? Da der Haupthandlungsstrang schon aus mehreren Verbrechen besteht, gibt es dieses mal im Gegensatz zu den Vorgängerwerken nur noch eine kleine Nebengeschichte um Einbrüche. Aber natürlich wird auch wieder über die Streitigkeiten in Athelstans Gemeinde, dieses mal bei der Aufführung eines Mysterienspiels berichtet.
Meine Meinung:
Fast alles, was ich in meinen Meinungen zu den 4.Vorgängerwerken, könnte ich hier wortwörtlich aufführen. Aber da es ja Leute gibt, die meine Meinungen regelmäßig lesen (Danke!) und ich außerdem nichts davon halte, mich immer wieder zu wiederholen, werde ich mich hierbei kurzfassen: Die ganze Reihe ist meiner Ansicht nach so faszinierend, weil es der gelernte Historiker Paul Doherty, der unter dem Pseudonym Paul Harding schreibt (aber ab dem 8.Band der Reihe plötzlich seinen eigenen Namen benutzt), hervorragend versteht eine spannende und unterhaltende Krimigeschichte fast nebenbei mit vielen, genau recherchierten historischen Informationen zu durchsetzten. Ob Ortsangaben, Lebensweise der „normalen“ Bevölkerung oder politischen Gegebenheiten der damaligen Zeit; alles wird schlüssig dargestellt und es wirkt nie, als ob jemand quasi gewisse Vorgaben herunterbetet um die Geschichte schlüssig darzustellen, sondern es wird einfach im Verlauf eingearbeitet. Durch meine Faszination für diese Reihe und mein schon lange anhaltendes Faible für London, dass ich auch immer wieder auslebe, habe ich mich etwas mit den geschichtlichen und geographischen Fakten der Reihe (Ortsnamen, Regierungen etc) beschäftigt und musste feststellen, dass soweit ich das als Laie beurteilen kann, alles hundertprozentig stimmig ist.
In jedem Buch gibt es quasi eine Art Schwerpunkt Thema: Dieses mal ist es verständlicherweise die Seefahrt, oder noch genauer die Bedingungen der Kriegsmarine in einer Zeit, in der es immer wieder Übergriffe französischer Schiffe auf englische Gebiete und umgekehrt und Piratenaktionen auf beiden Seiten gab. Die „höhere“ Politik, die ja gerade im Vorgänger eine große Rolle gespielt hat, wird hier fast völlig außen vor gelassen. Sie ist nur der Rahmen für die Ereignisse des Falls. Stattdessen erfährt man viel über den Alltag der Seeleute, die kleine Intrigen und Nebengeschäfte und man bekommt außerdem eine Schlacht geschildert.
Zuletzt noch der Hinweis auf die Verbindungen zu den Vorgängerwerken. In meinem letzten Bericht über den Thriller „..denn zum Küssen sind sie da“ hatte ich eine zu enge Anbindung an den Vorgänger kritisch und störend angemerkt. Auch bei der Cranston-Athelstan-Reihe wird natürlich durch das ständige Auftauchen der immer gleichen Nebenfiguren wie der Frau und den Söhne des Richters, der Witwe, die von Athelstan angehimmelt wird oder seiner Pfarrgemeinde vieles verständlicher und auch lustige, wenn man die Vorgeschichte kennt. Aber da dabei die Haupthandlung nicht berührt wird, bin ich weiterhin der Meinung, dass man einzelnen Bände der Serie auch außerhalb der vorgegebene Reihenfolge lesen kann, ohne Probleme zu haben. Ich gebe zu, dass diese Sicht eventuell davon beeinflusst ist, das ich diese Reihe im Gegensatz zum Patterson-Roman, den ich einfach „mitten raus“ gegriffen hatte, wirklich nacheinander lese und somit gar nicht abschätzen kann, wie es ist, wenn man manche Anektdote der Vorgänger nicht kennt.
Damit will ich zum Ende kommen: Wer unbedingt mehr über z.B. ein Vergleich zu ähnlichen Werken oder , der darf gerne meine anderen Berichte lesen; ich fände es Blödsinn all dies jedes Mal zu wiederholen :-)
Insgesamt betrachtet wieder ein sehr spannendes, ungemein unterhaltendes und ganz nebenbei einige historische Infos vermittelnde buch, dessen Qualität und Spannung man schon daran abschätzen kann, dass ich trotz der Tatsache, dass ich ja auch zur Arbeit muss, die 270 Seiten in etwas mehr als einem Tag gelesen habe.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-04 13:12:00 mit dem Titel Harding,P.-Parlament der Toten: Mittelalterlicher Londonkrimi, die Sechste :-)
Kaum zu glauben, schon wieder ein historischer Londonkrimi aus dem 14.Jahrhundert von Harding, den ich hier besprechen will. Dieses mal geht es um „Das Parlament der Toten“, den 6.Band aus der lockeren Reihe um Athelstan und Cranston von Paul Harding. Diejenigen, die langsam aufstöhnen, wie oft ich den noch Bücher dieser Reihe besprechen will, können sich beruhigen, denn es gibt bisher nur 9 Bände, bleiben also nur noch 3 übrig. Aber es gibt ja noch andere historischen Romane bzw. sogar ganze Reihen von diesem Vielschreiber. :-)
Eigentlich wollte ich ja diesen Band bewusst noch nicht lesen, sondern etwas warten, damit ich „die Reihe nicht so schnell durch habe“. Aber auf meiner letzten Dienstreise nach München mit dem Zug hatte ich meinem ersten Buch so schnell fertiggelesen (sieh letzte Meinung), dass mir nichts anderes übrig blieb, als auch mein „Ersatzbuch“, dass ich für den Fall, das mir mal ein Buch beim Lesen wider Erwarten nicht gefällt, dabei habe, zu lesen. Und das war nun mal der Harding.
Es soll ja Leute geben, die nicht alle meine Meinungen lesen. :-) Daher hier eine kurze Einführung zu dieser Buchreihe. Aber wirklich nur ganz grob; ich will mich nicht im Hinblick auf die anderen Meinungen zu dieser Serie wiederholen:
Es geht um Kriminalfälle in London gegen Ende des 14.Jahrhunderts, die von zwei immer wiederkehrenden Hauptpersonen gelöst werden: Dem Untersuchungsrichter des Königs, Sir. John Cranston, und dem im anfangs zwangsweise als Schreiber zugeteilten Ordensbruder Athelstan, der gleichzeitig eine arme Gemeinde in London als Pfarrer betreut. Während der Richter vordergründig, versoffen, grob und prahlerisch ist, aber in Wirklichkeit ein heller Kopf und eine Seele von Mensch, ist der Ordensbruder eher nachdenklich, grüblerisch und den aufkommenden Wissenschaften zugetan. Das soll aber jetzt als Einführung reichen.
Handlungszusammenfassung:
Im vorliegenden Buch muss sich unser „Detektivduo“ mit seltsamen Morden an Parlamentsangehörigen beschäftigen. Um neue Steuern zu erheben hat der amtierende Regent das sogenannte Common, ein Ständeparlament, einberufen. Einige seiner schärfsten Kritiker, adlige Abgeordnete aus dem Shrewsbury, werden nacheinander umgebracht. Um den Verdacht zu entkräften, er hätte etwas damit zu tun, beauftragt der Regent Cranston mit den Ermittlungen. Doch dieser und vor allem sein Schreiber erkennen bald, das hinter den Morden noch mehr steckt; aber auch Politik. In den für diese Serie typischen Nebenhandlungen erscheit zum einen ein „Dämon“ auf dem Friedhof von Athelstans Gemeinde und eines seiner Gemeindemitglieder wird gesucht. Außerdem verschwinden Katzen im Viertel.
Meine Meinung:
Eigentlich kann ich diesen Part immer wieder aus den alten Meinungen hier her kopieren, aber ich will versuchen mich nicht zu wiederholen und jedes Mal ein klein wenig andere Schwerpunkte zu setzen :-)
Wie in allen Vorgängern gelingt es Paul Harding, einem Historiker mit dem Schwerpunkt mittelalterliche Städte, der wahrscheinlich unter seinem richtigen Namen Paul Doherty, unter dem er ebenfalls schreibt, noch bekannter ist, eine spannende, realistisch wirkende Kriminalgeschichte.
Aber auch wenn die „große“ Politik, wie die Rivalität zwischen dem Regenten John von Gaunt und dem minderjährigen König oder die drohenden Bauernaufstände immer den Rahmen für die Handlung vorgeben, wird sehr viel Wert auf eine realistische Schilderung des „normalen“ Lebens in London in diesen Zeiten gelegt (Soweit der Leser, als Mensch des 21.Jh, dies überhaupt einschätzen kann). Wie schon häufiger geschrieben, aber trotzdem immer wieder erwähnens- und lobenswert, wird sehr viel Wert auf die kleinen Details gelegt. Sei es die Müllbeseitigung in London, oder der Transport von Getreide mit Lastkähnen die Themse hinauf. Viele solche Details werden in die Handlung „im Vorübergehen“ eingebaut.
Aber was für einen Krimi das Wichtigste ist: Das Buch ist spannend, mit vielen unvorhersehbaren Wendungen und Aufdeckungen. Auch wer sich nicht so tief für die historischen Details interessiert, kann den Roman mit der entsprechenden Spannung und dem entsprechenden Genuss lesen.
Nur der Vollständigkeit noch der Hinweis, dass man zwar aufgrund vieler immer wieder auftauchenden Nebenfiguren etwas mehr Vergnügen hat, wenn man die Serie in ihrer Chronologie liest, ich aber trotzdem der Meinung bin, das genügend Infos zu diesen Personen gegeben werden, damit man auch jeden Band für sich alleine problemlos lesen kann.
Zusammenfassend betrachtet wieder ein sehr spannender historischer Krimi, der in erster Linie unterhaltsam ist, aber wie seine Vorgänger einiges an historischen Infos ganz nebenbei beinhaltet.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-09 00:36:50 mit dem Titel Harding,P.-Tödliche Rätsel: Das Ende dieser historischen London-Krimis naht :-)
Eine Romanreihe, der ich „verfallen“ bin, nähert sich ihrem Ende. Es ist kaum zu glauben, aber mit dem Band „Tödliches Rätsel“, dem 7.Roman der lockeren Reihe von mittelalterlichen Krimis rund um den Londoner Untersuchungsrichter Cranston und seinem Schreiber, dem Ordensbruder Athelstan bin ich schon beim drittletzten Band angekommen. Und da der letzte Band schon von 1999 stammt, gehe ich bei einem Vielschreiber wie es der Autor Paul Doherty, der neben vielen anderen Pseudonymen auch unter dem Namen Paul Harding schreibt, ist, davon aus, dass die Serie beendet wird.
Zur Handlung:
Wieder müssen sich der auf den ersten Anschein nur fette, weinsaufende, ständig bei Vernehmungen einschlafende Londoner Untersuchungsrichter Cranston, der aber eigentlich blitzgescheit und herzensgut ist und sein Schreiber und Freund, der Ordensbruder Athelstan einem Hauptfall und einigen Nebenstories im London des ausklingenden 14.Jahrhunderts widmen. In der Hauptgeschichte geht es um die Ermordung von mehreren Schreibern der „Kanzlei des grünen Wachses“, des Amtes in dem Pässe, Auslandsreisegenehmigungen etc. ausgestellt werden. Bei den nach und nach im Laufe der Ermittlungen umgebrachten Schreibern findet man Nachrichten mit Rätseln, die unsere Protagonisten entschlüsseln müssen, um dem Täter auf die Spur zu kommen und weitere Morde zu verhindern. Daneben gibt es noch eine kleinere Rahmenhandlung, in der es um einen Geldverleiher geht, der scheinbar in einem von innen abgeschlossenen Raum, zu dem es keine weiteren Zugänge gibt, ermordet wird. Und natürlich gibt es auch wieder Teile der Handlung, die sich mit der Kirchengemeinde, in der Athelstan Pfarrer ist, beschäftigen. Dieses mal beginnt ein neu aufgestelltes Kreuz zu bluten und wird als sofort Reliquie verehrt und vermarktet.
Meinung:
Wie schon in den sechs Büchern vorher hat es unwahrscheinlichen Spaß gemacht, dieses Buch zu verschlingen. Die Verknüpfung des historischen Kontextes mit spannenden, sehr flüssig geschriebenen Krimihandlungen, sympathischen Hauptpersonen und einem Schuß historischer Lebensbeschreibung sind genau die Mischung, die ich für einen unterhaltsamen Leseabend benötige. Paul Harding, oder besser gesagt Paul Doherty, denn ab den 8.Band der Reihe legt er komischerweise sein Pseudonym ab und schreibt die beiden bisher letzten und von mir noch zu lesenden Bände unter seinem wirklichen Namen, hat zwar das Genre des historischen Krimis definitiv nicht erfunden und der Anspruch in diesen Bänden mag nicht allzu hoch sein. Aber der studierte Historiker vermittelt meiner Ansicht nach neben einer soliden und nicht sofort zu durchschauenden Krimihandlung noch genügend an historischen Informationen über das Leben der allgemeinen Bevölkerung im London des 14.Jh., politische Verwicklungen der damaligen Zeit und Details über das Rechtssystem und die Stellung der Kirche, das ich persönlich dies als informativ ansehe.
Und wie bei allen anderen Romanen der Serie merke ich and dieser Stelle an, dass es sich natürlich nicht um ein Sachbuch handelt und dies auch gar nicht das Ziel eines historischen Krimis sein sollte. Ich sehe schon einen anderen, von mir hochgeschätzten Autor hier (und indirekt durch seine Buchtipps Verschulder größeren Kosten auf meiner Seite :-), einwenden, dass sich diese Buchserie und einige andere der in den letzten Jahren immer stärker aufkommenden Historienkrimis mit Zitat: „Mönchlein“ immer mehr dem Niveau von Fernseh-Soaps annähern und den historischen Bachground nur als Deckmantel für 08/15-Krimihandlungen nutzen. Ganz entkräften kann ich diese Argumentation nicht und den historischen Background bzw. dessen Wahrheitsgehalt kann ich nur insoweit hinterfragen, wie es mir als Laie möglich ist. Da mag der Fachmann viele Fehler entdecken, aber ich, der ich mich als recht guter London-Experte aufgrund vieler Aufenthalte dort sehe, habe z.B. in jedem Band meine klammheimliche Freude daran, wie mir bekannte Orte eingebracht werden, die im historischen Umfeld ganz andere Bedeutung und rang hatten, als sie es in heutiger Zeit haben.
Und letztendlich sehe ich diese Buchreihe in erster Linie als Unterhaltungsliteratur an, doch im Gegensatz zu den Fernseh-Soaps, gibt es hier ausgefeilte Charaktere, logischen Handlungsbögen und zumindest für mich immer wieder gleichzeitig Spannung, ein paar historischen Informationen und damit das, was ich von Unterhaltungsliteratur erwarte: Lesespaß.
Es würde zwar noch einige andere Gebiete geben, auf die man eingehen kann, z.B. der Vergleich zu anderen Romanen mit ähnlicher Konstellation (z.B. von Ellis Peters). Doch dies habe ich in den Meinungen zu den anderen Romanen der Serie schon betrachtet und ich will mich ja nicht immer wiederholen. Wen es interessiert, der kann ja die alten Meinungen lesen :-)))
Ach ja, und wer jetzt schon die Hoffnung hat, das ich nach den letzten 2.Bänden endlich Ruhe gebe mit den Meinungen über historischen Krimis, der kann diese gleich wieder aufgeben, denn vom gleichen Autor gibt es eine momentan zwölfbändige Reihe um „Hugh Corbett“, die ähnlich aufgebaut ist und die auch schon auf meiner „Zu-Lesen“-Liste stehen :-) weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
-
Hammesfahr, Petra - Die Sünderin
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Eigentlich wollte ich schon lange einen Bericht über dieses Buch schreiben, habe es dann aber immer wieder aufgeschoben. Es schien mir nicht so einfach. Heute will ich es mal versuchen.
Cora Bender, verheiratet und Mutter eines Kindes, plagten Erinnerungen. Diese Erinnerungen traten auf, als sie mit ihrem Mann im Bett lag und ihr Mann Gereon zärtlich zu ihr wurde. Doch als er sie oral befriedigen wollte, rastete sie aus und wehrte sich. In dieser Nacht plagte sie ein Alptraum, wie jedes weitere Mal, wenn Gereon mit ihr zärtlich wurde. Da war die Bassgitarre, die schrillen Orgelklänge und die Wirbel des Schlagzeugs. Sie hatte Angst, ihren Verstand zu verlieren.
Eines Tages beschloss Cora mit ihrer Familie an den See zu fahren. Sie wollte sich selbst umbringen, sie wollte in den See springen. Doch dazu kam es nicht. Zwei Paare lagen auf einer Decke nicht weit von Ihnen. Sie hörten Radio und das eine Paar schmuste miteinander. Cora schälte sich einen Apfel, darin vertieft, ihren Selbstmord zu planen. Dann hörte sie das Lied aus dem Radio, beobachtete das Paar, dass sich weiterhin intensiv küsste. Sie stand auf, das Schälmesser in der Hand, und erstach den Mann.
Bei der Polizei gestand sie den ohne Umschweife Mord, nur das Motiv, das erzählte sie nicht.
Eigentlich handelt dieses Buch hauptsächlich nur über die Vernehmungen bei der Polizei und hier zwischen Cora Bender und dem Hauptkommissar Rudolf Grovian. Die Vernehmungen haben teilweise sehr verwirrend und auch schockierend auf mich gewirkt, da man nie genau wusste, was eigentlich in der Vergangenheit mit Cora Bender geschehen ist, was Lüge und was Wahrheit war.
Da wäre ihre Mutter, die sehr stark dem Glauben der katholischen Kirche anhing und dies auch in der Erziehung ihrer Kinder einbezog. Ihr Vater, der ihr gegenüber zwar ein ziemlich treusorgender Vater war, aber gegenüber dem Glaubenswahn seiner Frau auch nicht gegen an kam und ihre Schwester Magdalena, die schwerkrank ist. Die Mutter, die Cora die Schuld an die Krankheit ihrer Schwester gab usw. Und der Verdacht, dass ihr Vater sie missbraucht habe.
Nach und nach verstrickt sich Cora Bender von einer Lügengeschichte in die andere, bis die ganze Wahrheit herauskommt.
Dieses Buch, „Die Sünderin“ von Petra Hammesfahr hat mich einerseits fasziniert und auf der anderen Seite auch sehr verwirrt. Irgendwie ist es auch schwierig, hier jetzt meine Gefühle zu erklären, die ich beim Lesen dieses Buches hatte, da einiges, was erzählt wurde, schockierend, verwirrend, wütend, traurig, beklemmend, ängstlich, halt ziemlich viele Gefühlsregungen durcheinander mit mir gemacht hatte.
Da das Buch hauptsächlich nur aus Vernehmungen und - der zum Teil sehr verwirrenden - Erinnerungen und Lügen der Cora Bender handelt, hat dieses auf keinen Fall Abbruch hinsichtlich der Spannung. Ich habe das Buch in einem Abend verschlungen. Verschlungen ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck. Es war teilweise so erschütternd, nicht so sehr der Handlungsstrang, sondern wie es dazu kam, dass Cora Bender zur Mörderin wurde. Und das wird bis zum Schluss einem richtig schwer gemacht, herauszufinden, warum sie diese Tat begangen hat.
Das Buch lässt sicherlich noch viele Fragen offen. Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil, da es dazu anregt, in einen Menschen hereinzuschauen. Zu analysieren, warum er das getan hat. Warum jemand zum Mörder wurde. Wer die Schuld trägt, dass Cora Bender zur Mörderin wurde.
Petra Hammesfahr versteht es, ihre Leser zu verwirren und zum nachdenken zu bringen bis endlich das Geheimnis gelüftet wird. Ich war auf jeden Fall zwar nicht begeistert über dieses Buch, das wäre der falsche Ausdruck, sondern habe es mit großem Interesse durchgelesen, wollte endlich wissen, was genau geschehen ist und wurde auch nicht enttäuscht, was das Ende angeht. Das Buch ist flüssig geschrieben, spannend erzählt und einfach nur lesenswert.
Autor: Petra Hammesfahr
Titel: Die Sünderin
ISBN: 3-499-22755-X
Verlag: rororo Taschenbuch
Preis: 19.90 DM weiterlesen schließen -
Für alle, die das Träumen noch nicht verlernt haben
Pro:
spannend, gut ausgearbeitete Charaktere
Kontra:
der Schluß
Empfehlung:
Nein
Das erste Buch, dass ich von Wolfgang und Heike Hohlbein gelesen habe war "Märchenmonds Kinder". Dies brachte mich auf den Geschmack noch weitere Werke dieser Autoren zu lesen und so wurde ich auf "Elfentanz" aufmerksam.
Da ich mich zu den Menschen zähle, die noch viel Phantasie besitzen, machte mich alleine dieser erste Satz (siehe Thema) neugierig.
Der Inhalt kurz umrissen:
Der kleine Timo ist laut einer Prophezeihung dazu auserkoren die Welt der Elfen und anderer wundersamer Wesen vor dem dunklen Herrscher Ahriman zu retten, der aus seinem unterirdischen Reich kommen soll, um die Weltherrschaft an sich zu reißen.
So macht sich Timo auf die Reise den dunklen Herrscher zu besiegen. Timo durchlebt zahlreiche Abenteuer, in denen er immer wieder auf die Probe gestellt wird und sich mit Phantasiegestalten auseinandersetzen muß. Auch gelangt er endlich in die "Hohe Feste" und lernt dort das Volk der Elben kennen. Aber von ihnen sind nicht mehr viele übrig und das ganze Land wird von Daewas und Gormen heimgesucht, die alles zerstören was sich ihnen in den Weg stellt. Timo reist in den Zauberwald, dem Lebensraum der Elfen und trifft auf Gropp, den Felsentroll.
Zum Schluß gelangt er in Ahriman´s Reich und trifft den dunklen Herrscher persönlich.
Ich möchte nicht zu viel über die Handlung und das Ende verraten, da ich jedem nur empfehlen kann sich selber ein Bild zu machen und die Spannung nicht nehmen möchte.
Wenn man in die Phantasiewelt von Wolfgang und Heike Hohlbein eintaucht, ist man von den Ereignissen gefangen. Man fiebert mit dem Protagonisten (vielleicht auch, weil es sich um einen kleinen Jungen handelt) und es ist leicht sich die Figuren (Elfen, Elben, Gnome, Trolle, Daewas, Gorme und Helder) vorzustellen.
Die Hohlbein´s verstehen es ihre Leser zu fesseln und das bewirkt diese Geschichte wahrhaftig. Einmal angefangen, hatte ich Mühe das Buch wieder aus der Hand zu legen.
Der einfache Schreibstil macht dieses Werk nicht nur für Fantasy-Fans lesbar.
Es ist im Heyne-Verlag im Taschenbuchformat für DM 16 erhältlich.
Weitere ausgesuchte Werke:
Märchenmonds Kinder
Der Magier - Der Erbe der Nacht
Das Avalon - Projekt
Das Herz des Waldes
Das Druidentor
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 17:20:29 mit dem Titel Hauptmann, Gaby - Ein Liebhaber zuviel ist noch zuwenig
Nachdem ich den letzten Band von Harry Potter zu Ende gelesen hatte, stand ich vor meinem Bücherschrank und sah, dass ich nichts mehr zu lesen hatte. Eine Katastrophe für eine Leseratte wie mich und sofort bestellte ich mir neuen Lesevorrat bei Bol. Da die Lieferung aber mindestens zwei bis drei Tage dauern würde war ich froh, dass mir eine Arbeitskollegin aushelfen konnte.
Obwohl dieses Buch nicht ganz mein Geschmack war, zumindest vom ersten Eindruck, nahm ich es gerne an. Am gleichen Abend noch fing ich an zu lesen.
Inhalt:
Anna ist verheiratet, doch ihr Ehemann ist ihr auf sexueller Basis nicht genug und so hat sie kurzer Hand ein Verhältnis mit Lars angefangen. Auch Lars ist verheiratet und die beiden Ehepaare sind sogar befreundet. Als sich Anna und Lars mal wieder zu einem Schäferstündchen treffen, hören sie im Zimmer über sich laute Geräusche, die unverwechselbar von einem heftigen Geschlechtsverkehr herrühren. Übermütig ruft Anna dort an und der Hörer wird auch abgehoben. Es findet allerdings kein Gespräch statt, weil Anna gleich darauf wieder auflegt. Nun ist Ruhe über ihnen und die beiden genießen ihre gemeinsamen Stunden.
Am nächsten Morgen erfährt Anna aus der Zeitung, dass in dem Zimmer über ihnen ein Mann ermordet wurde. Anna ist geschockt und als ihr Mann Rainer ihr auch noch mitteilt, dass er die Pflichtverteidigung für den Täter übernehmen muß, beschließt sie selber ein wenig zu recherchieren.
Durch eine fehlgeleitete SMS erfährt Anna´s beste Freundin Patricia von ihrem Liebhaber. Patricia ist Psychologin und kommt den beiden sogleich auf die Schliche. Gemeinsam besuchen sie den Beschuldigten und sichern ihm ihre Hilfe zu, da Anna weiß, dass es dieser junge Mann nicht getan haben konnte, da zum angeblichen Todeszeitpunkt der Verstorbene noch recht aktiv gewesen war.
An einem Nachmittag klingelt es an Anna´s Tür und der Bruder von Patricia, Max, steht vor der Türe und lädt sie zu einer Spritztour ein. Max, der immer in Schwierigkeiten steckt, hat sich auch diesmal wieder bis zum Hals hinein geritten, denn der Porsche, mit dem er Anna abholt, ist gestohlen. Max zwingt Anna ihm Geld zu geben und setzt sie viele Kilometer von Hamburg entfernt an einem Bahnhof wieder ab. Er will versuchen das Auto in Italien zu verkaufen und er gelangt auch bis dort hin. Allerdings wird ihm dort der Wagen gestohlen und er kommt dank eines freundlichen Truckers wieder nach Deutschland zurück. Am Schlüsselbund, das er noch besitzt, hängt der Haustürschlüssel der Besitzerin, der Frau des größten Feindes seines Vaters. Max begeht die nächste Dummheit und bricht in das Haus ein. Prompt wird er von der Hausherrin erwischt, die ihn allerdings vorerst laufen läßt.
Derweil hat Rainer ein Problem. Schon seit einiger Zeit besucht er regelmäßig eine Domina, doch bei seinem letzten Besuch hatte er einen Zusammenstoß mit ihrem Zuhälter, der ihn krankenhausreif schlägt. Anna ahnt noch nichts von den geheimen Vorlieben ihres Mannes und recherchiert weiter, regelmäßig unterbrochen von einigen netten Stunden mit Lars. Dessen Frau Bettina ist in der Kulturszene sehr bekannt und das ist Lars ein Dorn im Auge. Er liebt Bettina und kann es nicht vertragen, dass andere Männer sie anblicken.
Max wird zu einem Spielball von Fredericke, die sich bei ihm die sexuelle Befriedigung holt, die ihr Ehemann ihr nicht geben kann. Max geht es gut dabei, denn er wird fürstlich für seine Dienste bezahlt und Anna und Patricia wissen über seine Affäre Bescheid.
Charly, der Zuhälter von Rainer´s Ex-Domina, versucht nach langjähriger Abstinenz wieder am Kiez Fuß zu fassen und legt sich mit einer Bande an. Dies bekommt ihm allerdings nicht, da diese Leute zu mächtig sind und so beschließt er sich einem sogenannten „Hausfrauen-Ring“ anzuschließen. Hier stehen die Frauen im Vordergrund und Charly soll nur aufpassen, dass nichts passiert, wenn ein Freier ausrasten sollte. Dieser Ring scheint sehr lukrativ zu sein und Charly hegt im Stillen den Gedanken selbst mit einzusteigen.
Auch Rainer gerät an diesen Ring, der seine Kontakte nur über das Internet knüpft. Seine Domina hatte ihm diese Adresse gegeben, da sie nicht mehr in diesem Milieu arbeitet, sondern den Mann fürs Leben gefunden hat.
Anna findet zu Hause einen Zettel mit einer Email-Adresse und fängt mit Patricia an zu forschen. Anna, ehemals in der Computerbranche tätig, hackt sich mühelos in das Netz und zieht sich die Kundenliste auf ihren Rechner. Was die beiden Frauen dort lesen, verschlägt ihnen den Atem. Selbst Patricia´s Vater ist dort Stammkunde und auch viele andere angesehene Herren scheinen ihr Geld in diesen Dienstleister zu investieren. Anna´s Zugriff auf das fremde System fällt auf und sie kommuniziert per Mail mit dem Kopf des Rings, einer Frau, die Anna und Patricia zu kennen scheint. Anna hat schon eine Ahnung wer diese Frau ist und sie sollte sich dabei nicht irren.....
Meine Meinung:
Gaby Hauptmann hat einen lockeren Schreibstil, der einen nicht mehr los läßt. Anfangs hatte ich zwar noch einige Probleme die doch recht komplizierten Zusammenhänge der einzelnen Personen zu verstehen, doch einmal verstanden machte das Lesen nur noch Spaß. Verkompliziert wurde das Lesen von den immer wieder wechselnden Szenen; fast jeder Absatz handelt von einer anderen Person.
Die Autorin versteht es sehr gut Spannung aufzubauen und ihre Protagonisten in die verworrensten Gedankengänge zu stürzen.
Eigentlich gibt es in dieser Geschichte keinen richtigen Bösewicht, sondern einfach nur Menschen wie du und ich. Jeder mit seinen Stärken und seinen Schwächen und besonderes Augenmerk legt sie auf die Schwächen in Sachen Sexualität.
Es ist interessant zu lesen wie sich die einzelnen Geschichten mit der Zeit zu einer einzigen zusammen fügen.
Fazit:
Trotz meiner anfänglichen Skepsis kann ich dieses Buch nur empfehlen. Es ist ein netter Zeitvertreib; sicherlich auch gut geeignet für den Sommerurlaub, als Lektüre am Strand.
Allgemeine Informationen:
ISBN 3-492-23200-0, 317 Seiten, 16,90 DM, Piper-Verlag
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-04 17:20:56 mit dem Titel Hohlbein, Wolfgang - Enwor, der steinerne Wolf
Durch Zufall entdeckte ich bei meinem Streifzug durch Bol den o.g. Roman von Wolfgang Hohlbein. Es handelt sich hierbei um den dritten Teil der Trilogie um den „Stein der Macht“.
Inhalt:
Die Hexe Vela hat mit Hilfe des Steins der Macht das Land Elay in ihre Gewalt gebracht. Durch den Stein kann sie die Jahreszeiten verändern und sowohl Menschen als auch anderen Lebewesen ihren Willen aufzwängen. Skar, ein Satai-Krieger, ist ihr auf den Fersen, um ihr das Handwerk zu legen, doch Vela hat bereits einen großen Vorsprung. Skar bittet den Freisegler Andred ihn bis nach Anchor mit zu nehmen. Von dort aus würde er mit einem Pferd bis nach Elay weiter reisen. Doch er wird in Anchor bereits von Vela´s Häschern erwartet.
Als Andreds Schiff, die Shantar, im Hafen liegt, wird sie von Vela´s Männern angezündet. Skar kann sich und Andred mit letzter Kraft retten, doch der Rest der Mannschaft erleidet einen qualvollen Tod in den Flammen. Auch Andred hat die Flucht nicht ohne Verletzungen überstanden und sucht den Kontakt zu einem Mann, der ihm noch einen Gefallen schuldet: dem Schmuggler Herger. Herger verarztet Andreds Wunden und sichert den beiden seine Hilfe zu.
Als Vela´s Männer in Hergers Haus kommen, verrät er Skar und seinen Freund an einen alten Feind Skars: den Zwerg Tantor, der Skar schon seit geraumer Zeit nach dem Leben trachtet. Dem Zwerg bereits auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, erhält Skar unerwartete Hilfe. Der ehemalige Wächter des Steins der Macht, ein steinerner Wolf, vernichtet Tantor und seine Gefolgsleute und da Skar befürchtet er wolle auch ihn töten, flieht er mit Herger aus der Stadt. Aus der Ferne muss er zusehen wie das Haus des Schmugglers abbrennt und somit auch Andred den Tod findet.
Die beiden Männer machen sich nun auf die Reise nach Elay. Nach vielen Tagen ohne Wasser und Nahrung gelangen sie an einen Fluss, an dem sie eine grausige Entdeckung machen. Ein ganzes Heer von Quorrel, einer echsenartigen Lebensform die den Menschen nicht wohlgesonnen ist, wurde hier niedergemetzelt. Herger findet einen Überlebenden, den Skar verarztet und mit sich nimmt, obwohl Herger dagegen ist. Der schwerverletzte Quorrel-Krieger stammelt in seinem Fieberwahn von einer Rebellenarmee im Norden des Landes. Skar schlägt diese Richtung ein und sie werden von den Rebellen schon nach kurzer Zeit gefunden. Hier haben sich zwei Erzfeinde, Menschen und Quorrel, zusammen getan, um gemeinsam gegen Vela zu kämpfen. Selbst die ehrwürdigen Frauen, die Errish, zu denen auch Vela gehört, haben sich zum Kampf gegen ihre „Schwester“ gerüstet. Nur sie kennen einen geheimen Weg in die Stadt und führen Skar, Herger und einige Kriger durch die unterirdischen Gänge. Als Mork, der Anführer der Quorrel, Skar und die Errish Legis die Gruppe hinter sich lassen, um die Gegend auszukundschaften, wird jeder Mann und jeder Quorrel der Zurückgebliebenen getötet. Die Leichen sind grausam zugerichtet und Skar weiß, dass es der steinerne Wolf war, der dieses Blutbad angerichtet hat. Mork verliert nun den letzen Rest seiner Selbstbeherrschung und Skar ist gezwungen ihn in einem Zweikampf zu töten.
Legis und er schleichen weiter durch den Palast und erreichen schließlich Vela´s Gemächer, doch sie werden dort bereits erwartet...
Meine Meinung:
Wolfgang Hohlbein zählt zu meinen Lieblingsautoren und auch hier war ich von seinem Schreibstil begeistert. Anfangs hatte ich zwar noch einige Schwierigkeiten mich mit den verschiedenen Lebensformen und Prota- sowie Antagonisten zurecht zu finden, doch ließ das die Geschichte nicht weniger interessant werden. Gut wiedergegeben finde ich die Gedanken und Gefühle des Satai-Kriegers, der in seinem Inneren durch Verlust und Verrat eine Wandlung durchmacht. Sein Misstrauen, seine Ängste, alles ist sehr eindrucksvoll in Worte gefasst.
Die überraschende Wendung zum Ende der Geschichte, als er endlich auf Vela trifft, ist sehr gut umgesetzt, doch verliert die Geschichte zum Finale hin an Dichte. Nur noch grob wird die letzte Schlacht beschrieben und das Ende an sich hat mich auch ein wenig enttäuscht. Es hätte ruhig etwas spektakulärer sein können.
In dem Buch gibt es auch einige Zeichnungen, die ich allerdings sehr verwirrend fand. Diese hätten für meinen Geschmack nicht dabei sein brauchen.
Fazit:
Alles in allem halte ich das Buch aber doch für solche Leser empfehlenswert, die dem Genre Fantasy zugetan sind. Allerdings würde ich jedem raten erst die ersten zwei Teile zu lesen, dann wird die Geschichte einfacher nachvollziehbar, nehme ich an. Ich selber wusste beim Kauf nicht, dass es sich um eine Trilogie handelt und als ich den letzten Satz las, in dem dies erwähnt wurde, war mir klar warum ich anfangs Schwierigkeiten hatte das Geschehen einzuordnen. Mir fehlte einfach die Vorgeschichte.
Allgemeine Angaben:
Der Roman ist im Blanvalet-Verlag unter der ISBN 3-442-24950-3 erschienen, hat 315 Seiten und kostet 7,50 Euro. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
-
Brave New World- Die Welt in der wir leben?
02.05.2002, 23:24 Uhr von
Ingwer
Träume sind mächtiger als Tatsachen- und die Hauptsache ist, sie irgendwie zu leben. Bin nun auch...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Utopien und Zukunftprognosen schwirren in der Literatur umher wir Fliegen um den Kuhfladen. Science Fiction, Fantasy, Romane; Prophezeihungen wohin das Auge blickt. Die meisten jedoch wirklich unrealistisch auf den Leser: Zuviele Fragen tun sich auf (à la: Und welcher Superman hat die Erde gerettet?)
Brave New World ist anders: Ein düsterer utopischer Roman, der jedoch in einem so hohen Maße authentisch wirkt, dass einem beim Lesen schon manchmal ganz komisch werden kann. Mit ging es jedenfalls so, dass ich- je weiter ich las- immer mehr Parallelen unserer heutigen Welt zur fiktionalen Welt des Romans herstellen konnte.
Zuerst möchte ich ein wenig über den Autor, Aldous Huxley, informieren:
Geboren 1894, gestorben 69 Jahre später. Schon zu Lebzeiten war Huxley ein bekannter Englischer Schriftsteller, dessen Werke sich vornehmlich kritisch mit der herrschenden Gesellschaftsordnung auseinandersetzten und dieses der Leserschaft auf einer satirisch- ironische Weise übermittelten. Huxley hatte aufgrund seiner recht priveligierten Stellung alle Möglichkeiten, auf diese Weise seine Gesellschaftskritik loszuwerden. Sein Großvater war ein bekannter Biologe; und Huxley selbst genoss eine ausgezeichnete Ausbildung an den Colleges Eton und Oxford. Sein ausgedehntes Wissen sowie sein familiärer Hintergrund bildeten somit die perfekte Grundlage für eine schriftstellerische Karriere.
BRAVE NEW WORLD entstand im Jahr 1931, wurde 1932 dann veröffentlicht. Wenn man den Inhalt des Buches näher betrachtet, wird deutlich, was für eine Vorraussicht Huxley in diesen frühen Jahren bewiesen hat.
Nun aber endlich zum Buch selbst:
Den Inhalt möchte ich nur kurz umreißen, um nicht zuviel zu verraten: Jeder sollte selbst das Erlebnis haben, dieses Buch unbeeinflusst zu lesen. Deshalb nur eine kurze Zusammenfassung:
(kurze Anmerkung: Wie gesagt habe ich dieses Buch auf Englisch gelesen: Ich erwähne nur die englsichen Namen. In der deutschen Ausgabe kann es dort Unterschiede geben)
Die Handlung spielt in London, 600 Jahre nach Ford.
Ford, der Begründer der Massenproduktion, Erfinder des Fließbandes, steht als gottähnliche Figur über der NEUEN Gesellschaft.
Effizienzwahn bestimmt das Denken. Um ja keine Arbeitskraft unnötig zu vergeuden bzw. etwa Zeit oder Geld zu verlieren, werden Menschen am Fließband erzeugt. Aufgeteilt in bestimmte Fähigkeitsgruppen (Alphas, Betas... Epsilons) werden sie bestimmten Aufgabenbereichen zugeteilt.
Durch Hypnose im Schlaf bzw. frühkindliche psychologische Bearbeitung nach allen Regeln der Kunst (Konditionierung, Psychoanalytische Aspekte nach Freud etc.) wird jeder Mensch auf seine Rolle eingespielt und dazu gebracht, ohne Fragen glücklich zu sein.
Für alle Momente, in denen Unwohlsein sich ausbreiten könnte, gibt es SOMA, die glücklichmachende und gnadenlos verdummende Droge. Oder einfach wilde Sexorgien, denn Monogamie ist natürlich längst aus der Mode gekommen. Gefühle? Hoffnungslos veraltet.
Inmitten dieser Welt spielt sich eine kleine Geschichte ab. Bernhard Marx (man achte auf den politisch angehauchten Namen) holte einen "Wilden", klassenlosen Menschen (John) aus einem Reservat der "alten Welt" ins neuzeitliche London. Das Experiment zieht für alle Beteiligten schwere Folgen nach sich.
Mehr wird nicht verraten.
Nun, an meiner kurzen Inhaltszusammenfassung kann man sicherlich schon erkennen, dass Huxley seiner Zeit weit vorraus war. Wusste er etwa schon vom deutschen Faschismus (extremes Kastensystem, Ausstoßung Andersdenkender in Brave New World weist auf Kritik daran hin)? Wieso kritisierte er den Kommunismus (Aufbau der Wirtschaft in BNW)? Konnte er ahnen, dass 60 Jahre später die Debatten um das Klonen von Tier und Mensch in Gang geraten würden, wo er doch weder Dolly noch die Maus mit dem implantierten Menschenohr kannte? Ahnte er vom kommenden Drogenproblem; von der immer weiter fortschreitenden Abkühlung jeglicher zwischenmenschlicher Beziehungen???
Huxley schuf mit diesem Buch eine- leicht überzogende- Schilderung unserer heutigen Verhältnisse. Genial, sage ich.
Gleichzeitig bleiben jedoch Fragen: Wieso konnte es so weit kommen, wie wir heute sind?
Brave New World ist eine Warnung. Anscheinend wurde sie lange zeit nicht wahrgenommen... Vielleicht ist es jedoch nicht zu spät.
Vielen Dank fürs Lesen und einen schönen Abend noch
wünscht Ingwer weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
Lieselotte5, 14.06.2002, 00:22 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Ein sehr schöner Bericht! Ich habe das Buch auf Englisch in der Schule gelesen und auf deutsch halb. Ich finde es sehr schön und werde es bestimmt noch einmal lesen.
-
Andreas68, 30.05.2002, 00:43 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Die meiste SF-Literatur ähnelt eher "Schöne , neue Welt" als dem Wildwest im Weltall, das Ihr zurecht kritisiert. Auf Wunsch benenne ich Euch gerne eine Reihe von Romanen, die dafür beispielhaft sind. Mit 14 gelesen, prägte
-
Geiler_Typ, 02.05.2002, 23:26 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Sehr schöner Bericht, weiter so. hoffe,man liest sich...gruß michi...
-
Informationen
Die Erfahrungsberichte in den einzelnen Kategorien stellen keine Meinungsäußerung der Yopi GmbH dar, sondern geben ausschließlich die Ansicht des jeweiligen Verfassers wieder. Beachten Sie weiter, dass bei Medikamenten außerdem gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

Bewerten / Kommentar schreiben