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Tests und Erfahrungsberichte
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Wenn Straßenkinder das Krippenspiel aufführen
17.10.2002, 12:26 Uhr von
mackz
Heute habe ich mich endlich wieder zurückgemeldet. Lange genug habe ich geschmollt, dass meine al...5Pro:
die schönste Weihnachtsgeschichte, die ich kenne.
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
...wie in diesem hervorragenden Weihnachts-kinder-und-erwachsenen-buch, dann wecken wir endlich mal von dem gewohnten Eiapopeia der allweihnachtlichen Zeremonien auf und bekommen eine Ahnung von dem was Heilig Abend vor 2000 Jahren geschah und was es heute noch bedeuten könnte.
Es ist zwar noch längst nicht Weihnachten - auch wenn uns das die Auslagen in den Kaufhäusern weiss machen wollen - aber dennoch möchte ich diesen Buchtip:
"Hilfe die Herdmanns kommen"
von Barbara Robinson
unter Euch bringen. Denn ich bin seit Jahren von dieser Weihnachtsgeschichte begeistert. Sie fällt mitten in den ganz normalen Alltagswahnsinn, der uns eigentlich nicht nur zu Weihnachten auf die Füße zu fallen scheint.
Denn wer kennt den Hintergrund dieses Buches nicht. Da muß um der Tradition und des christlichen Ambiente wegens die Gemeindejugend ein Krippenspiel aufführen wollen. Das geschieht dann normalerweise unter der Obhut eifriger Mütter und deren sich ergebenden Kinder. Dabei ist das Stück von vornherein eigentlich schon mehr als langweilig. Die Figuren und die Handlung kennt jeder und die Rollen spielen ja auch jedes Jahr die selben, oder ist es bei euch anders?
Doch dieses Jahr nicht! (zumindest in diesem Buch)
Denn die Herdmann Geschwister, die eine Kirche nur von außen kennen und als Stadttyrannen allen verhaßt sind, kommen zum Schrecken aller Beteiligten zur ersten Krippenspielprobe in die Kirche. Und da sie die einzigen sind, die sich bei der Vergabe der Rollen freiwillig melden, bekommen sie alle Charaktäre übertragen:
Die Zigarrenrauchende Eugenia wird Maria und die Rolle des Josefs übernimmt ihr Bruder Ralf, der den Kindern wohl bekannt ist, da er vor ein paar Tagen seine abgerichtete Katze das Schulhaus verwüsten ließ.
Die anderen drei Brüder Leopold, Klaus, und Olli, die man dafür kennt, daß sie sich gegenseitig in ihrerer Garagentür einzuklemmen versuchen spielen die Heiligen drei Könige und auch für die letzte freie Hauptrolle, den Verkündigungsengel, findet sich niemand anderes als die kleinste der Herdmanns, die Fausthiebe verteilende Hedwig.
Das es mit dieser Besetzung keine gewöhnlichen Proben und auch eine ungewöhnliche (gute?) Aufführung geben wird ist jedem klar. Doch wie, daß will ich Euch nicht vorwegnehmen, bis auf diese kleine Probe:
"....Danach sangen wir zwei Verse von "zu Bethlehem im Stalle" und dann sollten wir das Lied noch ein bischen weitersummen, während Maria und Josef durch die Seitentür hereinkamen. Nur, sie kamen nicht. 'Ich wußte ja, dass so was passieren würde", flüsterte mir Alice Wendlaken zu. 'Sie kommen überhaupt nicht. Was sollen wir denn jetzt tun?'
Ich schätze, wir hätten weitergesummt bis wir schwarz geworden wären, aber es kam nicht so weit. Ralf und Eugenia traten auf, sie waren nur erst nicht durch die Tür gekommen, weil sie sich gegenseitig aus dem Weg schubsten. Eine Minute lang standen sie einfach da, als ob sie nicht sicher seien, dass sie am richtigen Ort waren. Das lag vielleicht an den Kerzen und den vielen Menschen in der Kirche. Sie sahen aus wie die Leute, die man manchmal in der Tagesschau sieht: Flüchtlinge, die irgendwo an einem fremden, kalten Ort wartend herumstehen, umgeben von Pappkartons und Säcken....."
Und wie es dann weiter geht, das Krippenspiel, das in einer feinen Kirchengesellschaft von Straßenkindern aufgeführt wird, das lest selbst.
Noch ein Tip: Legt Taschentücher bereit, denn wenn euch die Tränen nicht vom Lachen kommen, dann kommen sie euch am ende des Buches vor lauter Rührung.
Viel Freude beim Lesen und Vorfreude auf die kommende Weihnachtszeit wünscht Eurer Mackz.
"Hilfe die Herdmanns kommen"
Barbara Robinson
ISBN 3-7891-1989-X
ca. 12 Euro. weiterlesen schließen -
Das Buch des Wissens!!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hi alle miteinander!!!
In meiner heutigen Meinung werde ich mal über ein Buch schreiben. Es geht um ein Buch das ich mir vor 2 Jahren in einer Bücherei gekauft habe und das mit seid dem her viele ineteressanten Informationen über das Schiff "Titanic" gegeben hat. Ich habe mir das Buch gekauft weil mir schon der Film sehr gut gefallen hat und ich wollte mich auserdem anderweitig über dieses Schiff mal erkundigen. Was ich damit sagen möchte, ist das ich heute über das Produkt von Robert D. Ballard und dessen Buch "Das Geheimnis der Titanic, 3800m unter Wasser" berichten werde.
Aber kommen wir doch nun einmal zum Inhaltsverzeichniss:
1.)Der Verlag
2.)Der Autor
3.)Das Buch
4.)Das Schiff
5.)Fazit Bewertung
_/_/_/_/1.)Der Verlag_/_/_/_/
Das Buch wurde von dem Verlag Namens "Ullstein Verlag" bearbeitet und ist im Jahre 1987 erschienen. Jedoch wurde es erst im Jahre 1998 In Deutschland veröffentlicht und der richtige Name des Buches heiß auch nicht "Das Geheimnis der Titanic, 3800m unter Wasser" sondern "The discovery of the Titanic" Der Verlag ist durch eine Reihe andere Bücher schon recht bekannt auf dem deutschen Markt. Das Buch "Das Geheimnis der Titanic, 3800m unter Wasser" kostete als ich es gekauft habe 25DM und kostet heute 12.99 Euro.Was außerdem noch uz erwähnen ist, ist das der Verlag bei fast all seinen Büchern immer auf klorfreiem Blatt schreibt uns somit sehr naturfreundlich arbeitet. Und hier noch was für Interessierte die sich das Buch vielleicht kaufen wollen:
ISBN 3-548-23280-9
_/_/_/_/2.)Der Autor_/_/_/_/
Der Auto Robert D. Ballard hat schon 2 Bücher geschrieben und in beiden Büchern geht es um Schiffe. Bevor er über die Titanic geschrieben hat hat er über das Schiff Bismarck berichtet das er auch selber enzdeckt hat weil er Tiefseeforschung studiert hat.. Seine Hobbys waren vor allem das tauchen und somit hat er sich eine gute Abwechslung zu seinem Beruf als Geologe am Woods Hole geschafft.Der Autor hat das Buch in einem sehr gut aufgebautem Inhaltsverzeichniss gegliedert und deshalb habe ich mich auch gleich sehr gut mit dem Buch verstanden!!!
Geholfen haben Robert D. Ballard in seinem Buch: Rick Archbold und Ken Marschall der für die Einleitung sorgte.Auf der Rückseite des Buches findet man noch einen kurzen Text den man sich ruhig mal durchlesen sollte um sich mit dem Buch vertraut zu machen.
_/_/_/_/3.)Das Buch_/_/_/_/
Im Buch vorne ist ein sehr gut aufgebautes und auch sehr detailliertes Inhaltsverzeichniss mit 11 Kapiteln.Ich habe diese Kapitel nicht extra noch ins Inhaltsverzeichnis geschrieben weil es dann ziemlich unübersichtlich aussähe und auch zielich viel geworden wäre. Aber hier jetzt noch die anderen Kapitel im Buch:
1.)Die Suche nach einer Legende
2.)Was in jener Nacht geschah
3.)Die Suche beginnt
4.)Zum Zuschauen verurteilt
5.)"Jason" und die Argonauten
6.)Die Entdeckung
7.)Die "Titanic" ist gefunden
8.)Die "Titanic" wird besichtigt
9.)Die letzte Ruhestätte
10.)Noch einmal die "Titanic"
11.)Epilog
Zudem kann man im Inhaltsverzeichniss auch noch eine Zeittafel, Danke und Annerkennung, Einen Glossar, ein Quellenverzeichniss und schließlich noch ein Register finden um sich immer mit der Zeit und dem Ort zu beschäftigen in der das Schiff sank und in der das Buch erzählt.
Jedoch vor dem ersten Kapitel gibt es noch ein Vorwort von Walter Lord in dem beschrieben wird wie die Titanic gesunken ist und wie sie zu wenig Rettungsboote hatte oder das sie nicht genügende Rettungsraketen hatten und, und, und...
Jedoch dürfte ja eigentlich jeder wissen wie sich das Sinken der Titanic ereignet hat anhand der schon erschienenen Filme die über die Titanic gezeigt wurden.
Dann möchte ich mal noch zu den jeweiligen Kapiteln kommen und sie euch mal in einer Kurzform näher bringen und zu jedem Kapitel meine eigene Meinung äußern:
1.)Die Suche nach einer Legende
Hier wird eigentlich recht detailliert, also meiner Meinung ein wenig zu detailliert erklärt wie sie die Titanic kurz vor Neuseeland im Ocean gesunken ist, findet und mit welchen Schiffen und Materialien man das gemacht hat. Was wohl das wichtigste in diesem Kapitel ist, ist das sie es mit dem Schiif Namens Knorr besichtigt haben.
2.)Was in jener Nacht geschah
Ich finde das das ein sehr überflüssiges Kapitel ist was der Autor ganau so gut hätte weglassen können weil hier genau wie im Vorwort wieder beschrieben wird wie die Titanic wohl gesunken ist nur das es hier wohl 10 mal so detailliert ist wie im Vorwort.Also ein Tipp von mir ist das ihr dieses Kapitel wohl eher überspringen solltet oder das Vorwort außer Acht lassen solltet.
3.)Die Suche beginnt
Dieses Kapitel ist meiner Meinung einer der interessanteste Kapitel weil es nicht nur ausschließlich um die Titanic geht sondern auch um den Menschen an sich und auch seine Interessen die zu diesem Abenteuer ebenfalls beigetragen haben aber das habt ihr ja schon im Menü "Der Autor" gelesen.Auf jedenfall ist dieses Kapitel nur zu empfehlen!!
4.)Zum Zuschauen verurteilt
Hier berichtet der Autor über eine Person Namnes Grimms die schon versucht die Titanic zu bergen jedoch ohne Erfolg und der jetzt versucht es in seinem zweiten Versuch zu schaffen die Titanic zu bergen.Robert Ballard kränkt das sehr denn er würde gerne der erste sein der die Titanic entdeckt.
5.)"Jason" und die Argonauten
Hier trifft er die Vorbereitung zur eigenen Erforschung der Titanic und versucht sich Firmen an den Nagel zu reisen die sein Vorhaben in Sachen Geld unterstützen. Er hat schon nach wenigen Wochen seine Firmen zusammen und macht sich auf den Weg seine Sachen zu packen:)
6.)Die Entdeckung
Hier wird erklärt wie Robert Ballard die Titanic entdeckt hat und mit welchen Materialien wie U-Boote er die Titanic entdeckt hat und dann auch später beforscht hat.Er selbst fand das jener Tag der schönste in seinem ganzen Leben gewesen sei.
7.)Die "Titanic" ist gefunden
Das finde ich ist wieder ein wirklich unnötige Kapitel denn hier stehen fast genau die selben Sachen drinnen wie im 6. Kapitel nur in einem anderen Wortschatz.Das einzige was an diesem Kapitel noch gut gelungen ist, ist das es in der Mitte die einzigen Farbfotos gibt die wirklich toll aussehen und auch sehr infomativ sind.
8.)Die "Titanic" wird besichtigt
Hier hören die Farbfotos wieder auf und man muss sich leider wieder mit den Schwarz-Weiß Fotos begnügen.Jedoch ist dieses Kapitel wohl das interessanteste von allen weil der Autor dieses Kapitel wie einen Roman erzählt und somit kann man sich hier kaum mehr vom Buch losreißen und wird im warsten Sinne des Wortes daran gefesselt.
9.)Die letzte Ruhestätte
Dieses Kapietel ist eigentlich nur eine Vortsetzung des 8.Kapitels nur mit einer anderen Überschrift.Sonst gibt es nichts mehr zu diesem Kapitel sagen außer vielleicht das... nein ich möchte es euch noch nicht verraten denn ihr sollt es euch ja nachher auch noch kaufen ohne das ihr schon alles wisst.
10.)Noch einmal die "Titanic"
In diesem Kapitel das ich auch sehr gerne lese beschreibt Robert Ballard warum er sich gerade mit der Titanic beschäftigt hat und nicht mit einem anderen Schiff ihrer größe.Warum er gerade sich mit diesem Schiff beschäftigt habt wollt ihr von mir wissen...?? Na das müsst ihr schon selber lesen wenn ihr euch das Buch ausleiht.
11.)Epilog
Hier kann man noch schnell eine kurze Zusammenfassung des gesammten Buches sehen und auch immer wieder nachschlagen wenn man etwas vergessen haben sollte.
So das waren nun die Kapitel.Die anderen kleineren Kapitel wie:
Zeittafel, Dank und Anerkennung, Glossar, Quellennachweiß und das Register sind hinten aufgelistet udn auch immer leicht zu finden.
Ich hoffe ich habe euch nun ein wenig Neugierig auf das Buch gemacht und hoffe euch jedoch nicht zu viel zu veraten zu haben.Ich wollte noch kurz erwähnen das das Buch insgesamt 352 Seiten hat und 19cm Hoch sowie 12,2cm breit ist.Außerdem ist es 2.5cm dick. Es ist also nicht gerade das dünnst und kleinste Buch aber auch nicht zu groß sodass man es nicht in eine normale Tasche bekommen könnte.
_/_/_/_/4.)Zum Schiff_/_/_/_/
Nun möchte ich noch einige Daten zum Schiff selber schreiben, die auch im Buch beschrieben werden jedoch nicht aufgelistet werden und das mach ich dann mal jetzt hier:
Länge: 270 Meter
Breite: 32 Meter
Höhe: Vom Kile bis zum Deck 8 Meter
Schrauben: 3
PS: 28000
Anzahl der Pasagiere: 2210 an Bord
Rettungsschiffe: 24
_/_/_/_/5.)Fazit/Bewertung:_/_/_/_/
Ich bewerte dieses Buch mit 3 Sternen weil es wie jedes Produkt meiner meiner Meinung nicht perfekt ist.Die einzigen Nachteile an diesem Buch sind, das es erstens kein Buch mit festem Umschlag ist und weil zweitens fast keine Bilder zu sehen sind und wenn dann sind sie nur schwarz-weiß und sehr schlecht zu erkennen.Außerdem ist es mir an vielen Stellen zu detailiert beschrieben und deshalb neigt man an manchen Stellen im Buch dazu das man Seiten auslässt weil sie einen nicht interessieren. Sonst kann man aber aber nur positives über das "sehr detaillierte" Buch berichten das auch nicht zu kompliziert geschrieben ist sodass ich es auch Kindern unter 10 Jahren empfehlen kann die sich für dieses Schiff interessieren..Wenn man einmal mit dem Buch angefangen hat kann man meiner Meinung nicht mehr damit aufhören es zu lesen, da es doch einem Roman gleicht und sehr spannend geschrieben ist.
Wie immer ist ein Kommentar erwünscht und die Rechtschreibfehler könnt ihr auch wieder behalten falls sie noch nicht gesunken sind.
bis dann
euer low-rider!!! weiterlesen schließen -
Roberts, Nora
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Rückkehr nach River`s End von Nora Robert ist ein Roman den man um die 8Euro in jedem Buchhandel unter Taschenbücher finden kann.
In diesem Buch handelt es sich um die kleine Livvy die Nachts an eine schreckliche Mordszene beobachtet, in der ihre schöne Mutter, eine weltberühmt Schauspielerin, mehrmals mit einer Schere in den Rücken gestochen wird. Das kleine Mädchen, im Alter von vier Jahren stößt jedoch erst dazu als ihr eigener Vater, der ausziehen musste, da er Drogen abhängig geworden war, die blutbeschmierte Schere aus dem Rücken ihrer toten Mutter zieht. Sie ist nun die Hauptzeugin und man verfolgt ihr ganzes Leben, bis ihr unschuldig verurteilter Vater sie in River`s End bei ihren Großeltern aufsucht!
Ein dramatischen Buch, was trotzdem, wie in fast allen ihrer Bücher, in einigen Teile um Liebe geht, die viele Hindernisse überwinden muss! Trotz der tragischen Handlung gibt es dennoch Stellen, über die man lächeln kann. Dieses Buch, konnte ich gut lesen und fand es spannend, dadurch das man nicht wusste wer der Täter nun wirklich ist! Wer für Liebesromane bzw. Dramas zuhaben ist, darf diesen nicht vergessen! weiterlesen schließen -
Ridpath, Michael / Das Programm : Zockerkarrieren...
Pro:
Beschreibung schweieriger Begriffe
Kontra:
in der Hardcover-Version teuer, leicht durchschaubar
Empfehlung:
Nein
Börsenkrimis les’ ich eigentlich ganz gerne (warum nur??) und nachdem mir die ersten Bücher von Michael Ridpath gefallen hatten, musste ich doch testen, ob der Autor nach einem „Flop“ (Buch: Der Marktmacher) wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden hat. Doch dem Ergebnis möchte ich hier noch nicht vorgreifen....
Der Inhalt:
-----------
Bloomfield Weiss, ein Global Player unter den Investmentbanken, fährt ein knallhartes Trainingsprogramm für seine Nachwuchshändler durch. Unter anderem sind die Amerikaner Eric und Alex, die Tschechin Lenka sowie die Briten Duncan, Ian und Chris dabei. Diese Runde formiert sich in dieser Zeit zu einer Lerngemeinschaft.
Nach dem Scheitern seiner kurzen Beziehung zu Lenka fällt Duncan allerdings deutlich in seiner Leistung ab und rasselt auch prompt durch die Abschlussprüfung. Im Anschluss daran feiern die Sechs auf einem Bootsausflug ihre Abschlussparty. Daran nimmt auch Eric’s Freundin Megan teil. Natürlich wird an Board nicht nur Tee verkonsumiert ;-) und als Alex anfing mit Lenka zu turteln, löste der eifersüchtige Duncan eine Prügelei aus. Angeknockt fiel Alex erst über die Reling und dann in den Atlantik. Heroisch sprangen Eric, Ian und der schuldbewusste Duncan hinterher, allerdings konnten die 3 nur sich selbst retten. Alex blieb verschwunden und der Polizei gegenüber beharrten alle auf einen Unfall......
10 Jahre später managen Lenka und Chris erfolgreich einen Hedge Fund, der vorwiegend die Chancen an den osteuropäischen Kapitalmärkten für sich auszunutzen versuchte. Während eines Arbeitsaufenthaltes in Prag wird Lenka kaltblütig ermordet. Geschockt von diesem Ereignis prüfte Chris die Unterlagen seiner Partnerin und stieß dabei auch auf mysteriöse e-mails zwischen Lenka und Ian sowie einem gewissen Marcus. Deswegen und weil Lenka für den Fonds eine hohe und risikoreiche Anleiheposition von Bloomfield Weiss übernommen hatte, fühlte er Ian, der noch immer dort arbeitete, auf den Zahn. Nach undeutlichen Hinweisen und einem Gespräch mit Marcus, der sich als älterer Bruder des auf dem Boot verunglückten Alex entpuppte, wusste Chris, dass der Unfall zwar als solcher entstand aber als Mord endete. Und Lenka kannte den Mörder und musste deshalb dafür mit ihrem Leben bezahlen.
Spielten die damaligen Drogengeschichten einiger Teilnehmer aus der Lerngemeinschaft dabei eine Rolle ? Oder war es ein Rachefeldzug des Bruders an den Teilnehmern des Programms ? Oder war gar der eifersüchtige Duncan der Täter ?
Während Chris diesen Fragen nachging, braute sich auch Unheil über seinen und Lekas Fonds zusammen. Große Investoren planen nach Lenkas Tod ihren Rückzug und die Märkte sprechen momentan wenig für Chris und der Erfolgsbilanz des Fonds....
Und so kämpfte Chris an zwei Fronten.
Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten....
Fazit:
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Zum 5. Male führt Ridpath seine Leser in die große weite Welt der Finanzanlagen. Er weiß auch, wovon er schreibt, war er doch vor seiner Schriftstellerkarriere in dieser Branche tätig. Auch Außenseiter kommen mit dieser schwierigen Materie zurecht, da er die Zusammenhänge anschaulich erläutert. Die Figuren, um die er die Handlung gestrickt hat, werden zwar nicht tiefgründig beschrieben, aber immer noch ausreichend genug, so dass man sich als Leser in die jeweiligen Personen hineinversetzen kann. So wird die Geschichte nicht unnötig aufgebläht. Zur Spannung sei gesagt, dass diese hoch anfängt, aber dann doch mehr am Boden schleift, denn nachdem der Leser an dem Punkt ist, wo man von dem Mord an Alex erfährt, wird nach kurzer Überlegung und Erinnerung an die Profile der Bootsauflügler auch schnell klar, wer nur als Täter in Frage kommt. So liest man das Buch dann doch durch, in der Hoffnung, dass Ridpath sich noch etwas Überraschendes einfallen lässt. Dem ist aber leider nicht so.
Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass es dieses Buch nur in der teuren, gebundenen Version zu erwerben gibt.
Autor:
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Michael Ridpath, Jahrgang 1961, begann nach erfolgreichem Studium bei der Londoner Filiale der Saudi-International Bank als Kreditanalyst und wechselte bald darauf in die Handelsabteilung für Junk-Bonds. 1991 wechselte er zu Apax Partners, einer Wagniskapital-Firma (Venture Capital).
Folgende Bücher sind bis jetzt erschienen: „Der Spekulant“ (1995), „Tödliche Aktien“ (1996), „Der Marktmacher“ (1998) und „Feindliche Übernahme“ (2000). In diesem Jahr ist nun mit „Das Programm“ sein insgesamt 5. Werk erschienen.
Die Erscheinungsjahre beziehen sich auf die deutschen Ausgaben.
In 2003 erscheint sein nächstes Werk in englischer Sprache. Angeblich befasst er sich darin mit dem Boom und Zusammenbruch der Internet-Branche.
Schlusswort:
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Nehmen wir es sportlich. Noch liegt Ridpath mit 3 guten Werken vor seinen beiden schlechteren. Wer dieses Genre mag und Ridpath noch nicht kennt, halte sich zunächst an seine beiden Erstlingswerke. Ansonsten sollte man auf eine Taschenbuchversion warten oder versuchen das Buch Gebraucht zu ersteigern.
399 Seiten
ISBN 3-455-06321-7
Verlag: Hoffmann & Campe
Preis: 20,90 Euro weiterlesen schließen -
Sehr schöner Roman über Phantasie und Hoffnung (Pobby und Dingan von Ben Rice)
17.09.2002, 00:17 Uhr von
dreamweb
*Momentan im Home-Office* - Derzeit schreibe ich für Yopi, Ciao, Mymeinung und X-Zine. Liebe Grüß...Pro:
sehr schön geschrieben, über Hoffnung und Liebe
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Pobby und Dingan ist eines der Bücher, die ich mir bei meinem letzten Besuch im Club spontan trotz des Preises gekauft habe, da es mir vom Thema her interessant schien. Ein Buch, das für Erwachsene und Kinder geeignet sein sollte und von Träumen, Phantasie und Zusammenhalt handelt.
INHALT
Die achtjährige Kellyanne wächst zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern in einem der abgelegensten Orte Australiens auf. In Lightning Ridge gibt es nur eines was zählt und das sind Opale. Hier leben die letzten Glücksritter in einer kleinen Siedlung. Und Kellyannes Vater gehört auch zu diesen Glücksrittern, er hat seine Familie hier hin mitgenommen und hofft, eines Tages auf Opal zu stoßen. Denn die bunten, faszinierend aussehenden Steine sind sehr wertvoll.
Kellyanne ist anders als die meisten Kinder und wird mit dieser Ödnis und rauhen Welt nicht so einfach fertig. Sie ist ein äußerst sensibles Mädchen, anders als ihr rauher Bruder Ashmol. Und daher hat Kellyanne seit Jahren nur zwei Freunde, Pobby und Dingan. Nur ist da ein Haken, denn die beiden Freunde entstammen ihrer Phantasie. Niemand außer Kellyanne kann sie sehen und so wird das Mädchen noch mehr zum Spott der anderen Kinder und auch einiger Erwachsener.
Aber einige Erwachsene sind auch verständnisvoll und verstehen die Situation von Kellyanne, einer Träumerin und einem Mädchen, das das Schöne und Gute liebt. Und diese tun so, als würden sie Pobby und Dingan ebenfalls sehen. Leider gehört Kellyannes Vater nicht dazu. Sehr zur Freude ihres Bruders, der sie für eine Spinnerin hält. Und sehr zum Leidwesen ihrer Mutter. Diese unterhält sich eines Tages über die Sensibilität der Tochter und der rauhen Gegend hier mit dem Vater und da ändert dieser sich um 180 Grad.
Er geht auf seine Tochter ein und tut so, als existieren die beiden imaginären Freunde seiner Tochter auch für ihn. Und leider beginnt damit auch das Unglück. Denn Kellyannes Vater trinkt gerne mehr als er verträgt und ist auch todunglücklich, weil er keinen Opal findet und seiner Familie ein Leben in Armut bieten muss. Eines Tages nimmt er Pobby und Dingan mit zu seiner Opalmine und vergißt sie dann wieder heimzubringen. Und Kellyanne bemerkt dieses auch direkt. Sie läßt sich nicht täuschen, als er einfach sagt, sie seien in irgend einer Ecke. Kellyanne weiß, er hat ihre Freunde einfach vergessen und das auf der gefährlichen Mine.
Als der Vater schließlich mit Ashmol und Kellyanne zur Mine fährt, sind die beiden imaginären Freunde des Mädchens nicht auffindbar. Als Rex Williamson (das ist der Vater) auf der Nachbarmine zum Schein herumsucht, denn er kann ja sowieso die unsichtbaren Freunde nicht finden, hält ihn der Nachbar für eine Claim-Ratte, das ist ein Digger, der andere bestiehlt. Der Vater landet erst einmal im Gefängnis und Ashmol zerrt schließlich seine Schwester nach Hause.
Damit wird das Unglück noch größer, denn die kleine Kellyanne weigert sich zu Essen, hat an nichts mehr Spaß und verliert mehr und mehr an Gewicht. Und es wird klar, dass sie todkrank ist. Der Vater und die Mutter sind ratlos und während Rex Williamson auf seinen Prozeß warten muss, versuchen alle, irgendwas zu tun, damit es Kellyanne besser geht. Irgendwie scheint ihr Dahinsiechen etwas mit dem Verschwinden von Pobby und Dingan zu tun zu haben. Denn Kellyanne redet nur noch davon, dass die beiden wohl tot sind und sie sich riesige Sorgen um sie macht.
Und jetzt beginnt das Großartige an der Geschichte. Obwohl die Familie Williamson jetzt als Claim-Ratten angefeindet werden, glaubt Ashmol daran, seiner Schwester helfen zu können, in dem alle ihr beistehen und nach ihren beiden Freunden zu suchen. Und obwohl er Anfang nicht viel positive Resonanz erhält, kämpft Ashmol um seine Schwester. Er fordert alle in dem Ort auf, nach Polly und Dingan zu suchen. Naja, er fordert eigentlich alle nur dazu auf, so zu tun, als ob sie suchen, damit seine Schwester sieht, wie bemüht alle um sie und ihre Freunde sind. Und während es danach aussieht, dass Kellyanne doch ins Provinzkrankenhaus muss, beginnt das Dorf mit der Suche nach den beiden unsichtbaren/imaginären Freunden des Mädchens...
MEINUNG
Eigentlich wollte ich nicht so viel zum Inhalt schreiben, aber ich denke, dass ich trotz allem nicht zu viel verraten habe. Denn hier bestimmt der interessante Schreibstil von Ben Rice das Buch, sowie die Geschichte selbst. Man erlebt mit, wie sich teilweise verbohrte und verhärtetet Menschen, die sich nur um sich selbst kümmern plötzlich etwas Besonderem zuwenden. Der Rettung eines kleinen, schwerkranken Mädchens, in dem sie das unmögliche versuchen. Denn zwei unsichtbare, nur für Kellyanne sichtbare Freunde zu finden, ist normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit.
Der Stil des Buches ist einmalig. Es liest sich, als ob so ein Bengel aus Australien persönlich dieses Buch geschrieben hat. Denn hier ist alles aus der Sicht von Ashmol geschrieben. Einem ganz normalen Jungen, der gar keinen Sinn für imaginäre Freunde und den "Splin" seiner Schwester hat.
Aber man erlebt auch die Wandlung des Jungen selbst mit. Von Wut auf die beiden unsichtbaren Freunde hin zu der Idee, irgendwie die beiden für Kellyanne zu finden, damit diese wieder Mut zum Leben findet. Und von der noch mutigeren Idee, das Dorf, das momentan nicht gut auf die Claim-Ratten-Familie zu sprechen ist, dazu zu bringen, seiner Schwester zu helfen.
Mit kleinen Erfolgen beginnt sein großer Versuch, die Menschen in diesem entlegenen Ort soweit zu Einigen, dass sie Kellyanne tatsächlich helfen wollen. Und im Laufe des Romans wird mehr und mehr daraus und man erlebt mit, wie ein Zusammenhalt für etwas Größeres, Bedeutendes entsteht. Und wie sehr die Menschen versuchen, dem Mädchen zu helfen, in dem einige so tun, als suchten sie. Aber andere tatsächlich versucht, Pobby und Dingan zu finden.
Das Buch ist in einer Sprache geschrieben, die jeder verstehen kann, sehr direkt und klar, trotzdem wirkt es poetisch, aber mehr wegen seines Inhaltes. Nichts ist hier langweilig und so nebenbei erfährt man auch sehr viel über die Australier. Über die Menschen, die in der Einsamkeit leben und um ihr Überleben kämpfen und auf ein Wunder hoffen. Und während sie eigentlich auf das Opal-Wunder hoffen, versuchen sie hier das Wunder zu beschwören, ein kleines Mädchen zu retten, in dem sie ihre imaginären Freunde finden.
Es geht hier im Menschen und um Menschlichkeit. Und es geht um die Phantasie und das, was sie uns manchmal bedeutet. Aber es geht auch um das Verständnis für Außenseiter und Menschen mit außergewöhnlicher Phantasie. Und es geht um die Hoffnung. Das Buch entführt den Leser in eine andere Welt und verzaubert teilweise durch das, was hier Phantasie und Hoffnung ausmachen.
Ich war froh, dass ich es in einem Durchlesen konnte, denn hier aufzuhören wäre schlimm gewesen, so sehr fesselt die Geschichte um das schwerkranke Mädchen, ihren älteren Bruder und die beiden verlorenen imaginären Freunde.
Pobby und Dingan ist sehr schön, oft muss man schmunzeln oder lachen, aber es ist auch traurig, das will ich nicht verschweigen. Aber trotz allem hat man hier auch immer positive Aspekte und die Hoffnung, dass es eben mehr gibt als das, was man nur sehen kann.
AUTOR
Ben Rice ist ein relativ junger Schriftsteller und kommt aus England. Pobby und Dingan ist sein Debüt und schon daher bemerkenswert, weil hier ein Großstädter eine wundervolle Geschichte über eine kleine australische Gemeinschaft schreibt. Und auch, wie er die Story schreibt, ist erwähnenswert. Denn dieser direkte aber sehr schöne Stil ist sehr ungewöhnlich. Und mit seiner Art spricht der Londoner Autor, der 1972 geboren wurde, hier wirklich Erwachsene und auch Kinder an.
DATEN
Titel: Pobby und Dingan
Autor: Ben Rice
Seiten: 155
Art: Fest eingebundener Roman, etwas größer als ein Taschenbuch
Ausgabe: 2000, Originalausgabe 1999
ISBN: 3442309212
Preis: DM 32,00 bei www.amazon.com, DM 24,90 für Clubmitglieder bei www.derclub.de
FAZIT
Eine Geschichte für Erwachsene und Kinder. Ein gelungener und äußerst gut geschriebener Roman über die Phantasie, die Hoffnung und über den Zusammenhalt.
Wer so Geschichten mag, sollte dieses kleine Büchlein unbedingt lesen - Miara weiterlesen schließen -
Rendell, Ruth: Das Verderben
Pro:
amüsant, originell, lustvoll, philosophisch
Kontra:
mitunter etwas chaotisch, einige Passagen zu lang
Empfehlung:
Nein
Die Gewalt ist überall
Die Engländerin Ruth Rendell, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine schreibt, ist schon mit diversen „crime writer“ – Preisen ausgezeichnet worden. Sie ist dem traditionell englischen Krimi-Stil verpflichtet, verarbeitet aber meist auch psychologische und soziologische Themen und lässt auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen nicht außen vor.
So auch in ihrem Roman „Das Verderben“, der im Jahr 2000 erstmalig in Deutschland erschien.
Zum Inhalt:
In dem Ort Kingsmarkham kommt es zu einer ganzen Reihe merkwürdiger Ungereimtheiten. Zwei junge Mädchen verschwinden spurlos und rufen äußerste Besorgnis im Ort und auch bei Inspektor Wexford und seinem Assistenten Burden hervor. Man sucht schon nach den Leichen – doch dann tauchen beide – äußerlich unbeschadet – wieder auf. Allerdings: Beide weigern sich zu berichten, was sich in ihrer Abwesenheit zugetragen hat.
Erst nach langen Vernehmungen erzählen sie, dass sie von einer Frau entführt und in deren Haus zu Hausarbeiten gezwungen worden waren. Dies alles klingt ein bisschen unwahrscheinlich und die Polizei kann sich keinen Reim darauf machen.
Kurz darauf wird bekannt, dass ein Sittlichkeitsverbrecher aus der Haft entlassen wurde und in den Ort zu seiner Familie zurückgekehrt ist. Die Bürger des Ortes drehen regelrecht durch, organisieren eine Bürgerwehr und machen dem Mann und seiner Familie das Leben im Ort zur Hölle.
Parallel zu den Ereignissen wird immer wieder von Sylvia, der Tochter Wexfords, berichtet, die als Sozialarbeiterin in einem Frauenhaus arbeitet. Hier ist es ihr täglich Brot mit den Erfahrungen von Gewalt und den Enttäuschungen, die eine solche Arbeit mit sich bringt, fertig zu werden.
Schließlich verschwindet auch noch ein 3jähriges Mädchen, das aus gut betuchtem Hause aus einem der Außenbezirke des Ortes stammt. Doch damit nicht genug, wird einige Zeit später ihr Vater ermordet aufgefunden.
Was hat es mit all diesen Geschehnissen auf sich? Hängen sie miteinander zusammen? Wexford ist davon überzeugt, doch es herauszufinden ist selbst für ihn äußerst schwierig.
Mehr wird hier noch nicht verraten.
Meine Meinung:
Ruth Rendell beschränkt sich in diesem Roman nicht auf die Aneinanderreihung von Geschehnissen und Verbrechen, wie sie oben geschildert sind. Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang, der erst nach und nach zum Vorschein kommt.
Neben dem zentralen Thema häuslicher Gewalt, gelingt es ihr – wie ich fand – sehr gut und besonders spannend zeitaktuelle Themen wie Arbeitslosigkeit, Einelternfamilien, Patchworkfamilien, Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern aufzugreifen. Dabei ist sie nicht einseitig.
Die Bürgerwehr des Ortes, die aggressivst gegen den entlassen Straftäter zu Felde zieht, setzt sich zusammen aus Personen, von denen wir zuvor erfahren haben, dass allen selbst die Probleme bis zum Halse stehen, einige von ihnen ihre Kinder grob vernachlässigen oder sich schon lange in den Alkohol geflüchtet haben. Niemals halten sie so fest zusammen wie in der Verfolgung dieses Täters. Sich selbst stellen sie dabei als Unschuldsengel da, die immer nur Opfer, nie Täter waren.
Trotzdem – Gewalt gibt es nicht nur in armen Familien aus der Unterschicht. Recht geschickt lenkt Rendell um und wir blicken in das Haus der wohl begüterten Familie der entführten Sanchia. Nach außen ein harmonisches Idyll – und wie geht es im Innern zu?
Ein sehr beeindruckender spannender Krimi, der alles ausgelegten Fäden am Ende gut wieder zusammenführt.
Trotzdem nicht die Höchstnote, denn mitunter ist die Vielfalt an Verbrechen irritierend. Die Reaktionen der Bewohner auf den Sittentäter muten etwas klischeehaft an und mit ein bisschen Logik kommt man dem Ausgang und damit zumindest einem großen Teil der Lösung doch recht schnell auf die Spur. Deshalb bewerte ich mit 4 **** als „gut“.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-25 09:08:15 mit dem Titel Roth, Philip: Die Brust - Pseudo-erotische Langeweile
Pseudo-erotische Langeweile
Ein heimlicher Männerwunsch? Eines guten Tages wachst du auf und schaust an dir herunter. Und was ist aus dir geworden? Eine riesige Brust – der ganze Mann verschwunden und eingetaucht in ein Busenwunder.
Dies nun ist Philip Roth´s Szenario in seinem dünnen Bändchen „Die Brust“. Der Literaturprofessor David Kepesh erlebt genau dieses. Eines Tages ist er in eine enorme weibliche Brust verwandelt. Es gab einige Anzeichen in der näheren Vergangenheit dafür, dass da etwas ungewöhnliches mit ihm passiert. So hatte er schon seit längerem eine Abnahme seiner Begierde feststellen müssen, die er sich nicht erklären konnte. Nun scheint die Erklärung vorhanden: Was stattgefunden hat, war eine „geballte hormonale Ausschüttung“ als „endokrine Katastrophe“.
Als spannendes Forschungsobjekt wird er in der Klinik unter Bewachung gehalten. Freunde und ehemalige Kollegen besuchen ihn und verhalten sich, als wenn es völlig normal wäre, was aus ihm geworden ist. Nun endlich, so versucht man ihn zu trösten, hätte er die einmalige Chance berühmt zu werden.
Von dem Schock, den Krisen und der Verarbeitung seiner Verwandlung erzählt dieses, wie ein Erlebnisbericht, geschriebene Büchlein. Daneben soll es laut Klappentext „Szenen von erotischer Kühnheit und überwältigender Komik“ enthalten.
Ich habe sie gesucht, doch nicht gefunden. Am kühnsten vielleicht noch die Szene, wo David – wieder zu neuerlichen Trieben erwacht – seine Claire darum bittet, auf seiner rosaroten Brustwarze zu reiten. Aber in heutiger Zeit scheint dies nun auch nichts ungemein besonderes zu sein. Von Erotik ist in diesem Buch aus meiner Sicht eigentlich gar nicht zu sprechen. Denn das große fleischige Etwas, in das David sich verwandelt hat, löst in mir so gar keine Gelüste aus. Aus männlicher Sicht mag dies wohl anders sein – es käme auf einen Versuch an.
Auch überwältigende Komik konnte ich diesem Buch an keiner Stelle abgewinnen. Sicher, der Schreibstil hat wohl durch die neutrale Beschreibung dieses „skurrilen“ Erlebnisses etwas komisches. Aber von überwältigend kann hier nicht die Rede sein. Es ist eher so, dass man gelegentlich beim Lesen wohl etwas schmunzeln muss.
Daneben las zumindest ich dieses Bändchen mehr gelangweilt und obgleich es nicht einmal 100 Seiten hat, war ich dankbar, als ich es wieder aus den Händen legen konnte.
Philip Roth, 1933 in New Jersey geboren, erhielt bereits mehrere literarische Auszeichnungen. Einer seiner Romane, Titel: „Portnoys Beschwerden“ soll skandalumwittert gewesen sein. Ich kenne dieses Buch nicht, aber wenn ich mich an den Klappentext zur „Brust“ erinnere, kann ich mir kaum vorstellen, dass mich weitere seiner Werke vom Hocker reißen würden. Doch vielleicht irre ich ja.
Die Geschichte „Die Brust“ hat er bereits 1972 geschrieben. 1998 wurde sie dann bei Rowohlt im Taschenbuch verlegt, vielleicht in der Hoffnung damit ein paar Stammleser zum Kauf anzuregen. Laut rororo soll Philip Roth in diesem kurzen Werk all seinen Witz und seine Ungeniertheit entfalten. Wenn es sich wirklich so verhält, kann zumindest ich mir das Lesen seiner weiteren Werke ersparen.
Zuletzt noch eines: Unwillkürlich denkt man bei der Story natürlich an Kafkas „Verwandlung“. Wollte Roth hier an den Erfolg dieser einmaligen Story anknüpfen? Wenn ja ist dies deutlich schief gegangen, denn Kafkas Geschichte enthält soviel mehr Tiefe, Genialität und Interpretations-Anreize, dass es in keiner Weise vergleichbar ist. Roths Story hingegen las ich, fragte mich, was das nun sollte und legte das Buch zur Seite, ohne dass es mir irgendetwas gesagt hätte.
Meiner Meinung nach ein völlig überflüssiges Werk, welches man keinesfalls gelesen haben muss.
Doch sollte diese Story vielleicht v. a. die männlichen Leser mehr reizen als mich, so hier noch ein paar Angaben:
Philip Roth, Die Brust, rororo-TB, 12,90 DM im letzten Jahr, ISBN-Nr. 3-499-22316-3, 94 Seiten, übersetzt von Kai Molvig.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-29 08:51:59 mit dem Titel Robbins, Rom: PAN AROMA - Lustvolle Zeitreise zur Unsterblichkeit
Eine lustvolle Zeitreise zur Unsterblichkeit
„Pan Aroma“ heißt das Buch von Tom Robbins, welches mir eine Freundin zum letzten Geburtstag schenkte. Übrigens mit den Worten: dies sei ihr absolutes Lieblingsbuch.
Nun ja, der Name Tom Robbins war mich bekannt. In den 80erJahren hatte ich zwei seiner Bücher gelesen, die damals durchaus Kultcharakter hatten: „Buntspecht“ hieß das eine „Sissy – Schicksalsjahre einer Tramperin“ das andere. Nur schwach konnte ich mich daran erinnern, wovon sie eigentlich gehandelt hatten, hatte sie aber gewissermaßen als ein Relikt aus Hippytagen in Erinnerung. Nur eines wusste ich noch sicher: dass beide Bücher ausgesprochen originell und witzig gewesen waren – aber das war lange her – ob mich so etwas heute noch ansprechen würde?
So kam es, dass das Buch nun ein knappes Jahr ungelesen in meinem Regal vor sich hinschmurgelte und erst die Wiederkehr meines Geburtstags in wenigen Tagen mich wieder daran erinnerte.
Zum Autor:
Tom Robbins wurde 1936 in Virginia geboren. Er wuchs im Süden der USA auf. Er war Soldat der Air Force und lehrte während des Koreakrieges Meteorologie. Nach dem Krieg studierte er Kunst, Musik und Religion und begann damit zu schreiben. Als freier Schriftsteller wurde er schnell zum Kultautor. Er schreibt bis heute und gerade ist bei Rowohlt ein aktueller Roman von ihm erschienen.
Zum Buch:
In „Pan Aroma“ geht es turbulent zu. Parallel zueinander werden zwei Geschichten erzählt. Die eine spielt in Seattle, Paris und New Orleans und handelt von verschiedenen Personen, die in der Parfümerie-Branche tätig sind. Sowie von Priscilla, einer Kellnerin, die nach Dienstschluss versucht ein ganz besonders Parfum zu kreieren. Dass sie kein Geld hat, macht ihr dabei zu schaffen. Deshalb ist es ein großes Glück für sie, dass sie in einen Kellnerinnen-Club aufgenommen wird der speziell zu dem Zweck gegründet wurde, akademisch vorgebildeten Kellnerinnen die Möglichkeit zu einem Stipendium zu geben, um ihre Studien fortzusetzen. In dieses ihr in Aussicht gestellte Stipendium setzt sie viel Hoffnung endlich Zeit und Geld zu haben, um ihr Ziel zu erreichen. Dann geht es noch um ihre Ziehmutter Madame Devalier, eine alteingesessene Pafümeurin aus New Orleans und zwei Brüder aus Paris, die ebenfalls ganz groß im Parfum-Geschäft sind.
Ganz woanders und lange lange Zeit vorher wird in Böhmen der König Alobar Opfer alter Traditionen. Traditionell kann ein König nur so lange Herrscher bleiben, bis erste Zeichen der Alterung ihm anzusehen sind. So wird ihm sein ergrauendes Haar zum Verhängnis. Eine Weile kann er es noch versteckt halten, doch dann droht ihm das Schicksal der Tradition. Er soll sterben, damit die nachfolgenden Generationen an die Spitze gelangen können.
Alobar jedoch weigert sich – er besinnt sich und weiß bald, dass er dieses Urteil nicht annehmen will. Er will leben und hat keinerlei Ambitionen zum Sterben. Er entkommt nicht nur dieses Mal und schafft es durch seinen äußerst starken Überlebenswillen am Ende über ein Jahrtausend zu überstehen. Dabei begibt er sich auf eine Zeitreise durch diverse Epochen, unterschiedlichste Kulturen und begegnet diversen Religionen und ihren Anhängern. Die Vorhersehung will es, dass ihm immer wieder eine Frau zur Seite gestellt sein wird und für letzten vielen Jahrhunderte wird dies Kudra sein, eine Frau, die in Indien eigentlich schon für die Witwenverbrennung vorgesehen war und ebenfalls, wie er, dem Tod von der Schippe gesprungen ist.
Beide Handlungen vermischen sich immer wieder und gehen zum Ende des Romans in eine einzige über. Nach und nach lichtet sich das große Chaos dieser Geschichte und ergibt Sinn.
Das ganze ist in einem Stil geschrieben, der als überaus witzig und originell zu bezeichnen ist. Dabei ist der Tenor der Handlung sowohl lebensfroh als auch lustvoll. Auch wenn am Ende eigentlich dabei herauskommt, dass hier eine besondere Art von Philosophie betrieben wird.
Auch Rote Beten, der griechische Gott Pan und ein uraltes Parfum spielen eine besondere Rolle, die zu beschreiben hier aber den Rahmen sprengen würden.
Wer etwas chaotische Lesekost bevorzugt, die mitunter ins Fantastische, dann aber auch wieder ins Wissenschaftliche schwenkt, wird dieses Buch sicher lieben.
Ich habe mich anfangs mit der Lektüre etwas schwer getan, weil es eigentlich nicht meine bevorzugte Kost ist und ich erst einmal das Sinnhafte in dieser Geschichte erkennen musste. Je länger ich es las, desto besser gefiel es mir. Vor allem der äußerst humorvolle Stil wie auch die Lebendigkeit und Leichtigkeit mit der das Buch geschrieben ist, haben mich beeindruckt. Aber man muss auch in der Lage sein sich von zunächst unrealistisch anmutenden Dingen ein wenig mitnehmen zu lassen.
Dass das Buch nicht mehr in diese Zeit passt, kann ich nach dem Lesen eigentlich nicht mehr behaupten. Im Grunde ist es so zeitlos wie der Wunsch nach Unsterblichkeit, um den es ja geht.
Das Buch ist bei rororo erschienen: Tom Robbins, PAN AROMA, Jitterbug Perfume, ISDN-Nr. 3-499-15671-7, Taschenbuch, kostet zur Zeit: 8,50 Euro. weiterlesen schließen -
Die Königin der Verdammten
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
„Erzähle mir, wie schlecht ich bin. Das gibt mir ein so gutes Gefühl.“
„Die Königin der Verdammten“ ist das dritte Buch der Vampirchronik von Anne Rice, geschrieben 1988, in Deutschland erschienen 1991. Originaltitel: „The Queen of the Damned – the third book of the Chronicle of Vampires”.
Es ist die direkte Fortsetzung von “der Fürst der Finsternis“, aber dank einer kurzen, gut gemachten Einführung auch für jemanden nachvollziehbar, der die vorhergehenden Teile nicht kennt. Für jemand der den zweiten Teil mochte, nahezu eine Pflichtlektüre, das dieser Teil nicht ganz abgeschlossen war und so einiges offenließ.
Die Grundgeschichte ist kurz zu erzählen. Lestat, ein Vampir (hübsch und rebellisch) hat die Aufmerksamkeit Akashas, der Mutter aller Vampire ziemlich beabsichtigt auf sich gezogen. Sie tötet ihren Mann und entführt Lestat, um mit seiner Hilfe die Welt neu zu gestalten, was für die Menschheit aber nicht so gut ausgehen würde. Lestat stellt sich daraufhin gegen sie, ebenso wie zahlreiche seiner Artgenossen. Leider ist es aber keine besonders gute Idee, Akasha einfach ins jenseits zu befördern, da mit ihrem Tod auch alle anderen Vampire sterben würden.
Akasha ist mehrere tausend Jahre alt, und der erste Vampir überhaupt. Sie vereinigte sich damals mit einem Dämon und saß im sehr alten Ägypten auf dem Pharaonenthron. Ihr Wiedererscheinen ruft auch ihre alten Feinde und Gegner auf den Plan, denen sie zum Teil auch schon zu Lebzeiten zugesetzt hatte, eine Geschichte die im Rahmen des Buches ausführlich abgehandelt wird. Hervorzuheben sind dabei die Zwillinge Maharet und Mekare, deren menschliche Familie bis in die heutige Zeit zurückverfolgt werden kann. Die Zwillinge waren aufgrund ihrer magischen Fähigkeiten und ihres Glaubens schon immer ein Dorn in Akaschas Auge, und hatten sehr unter ihr zu leiden. Akasha wird ihr Ende in einem der einstmals verhassten Glaubensrituale der Zwillinge finden.
Lestat geht aus der ganzen Geschichte stärker und unternehmungslustiger hervor als je zuvor. Hat er doch schließlich eine neue Gruppe von Menschen gefunden, die er zur Weißglut treiben kann. Mehr am Rande wird der Talamasca-Orden eingeführt, Menschen die seit Jahrhunderten nichts anderes tun als Übernatürliches zu beobachten und zu dokumentieren (ups Highlander, die Serie lässt grüßen). Ein Laden auf den man als Leser eigentlich auch verzichten könnte, da aber Lestat mit einem Obertalamasca, David Talbot, Freundschaft schließt, und diese Tatsache von Wichtigkeit für nächste Buch der Vampirchronik ist, kann man sich damit abfinden.
Am Rande des Buches werden diesmal viele kleine, aber zusammengehörende Geschichten erzählt, die man kaum in Kürze wiederzugeben vermag, die dem Buch aber ein gewisses Tempo geben. Die einzelnen Teile der Geschichten werden nie komplett, sondern Stück für Stück abwechselnd erzählt, was den Leser natürlich zum „dranbleiben“ veranlasst.
In diesem Teil wird der Leser übrigens kreuz und quer durch diese unsere Weltgeschichte geschleudert und gezerrt, was bei Anne Rice im allgemeinen immer gerne mal wieder vorkommt. Wer allerdings sehr auf geschichtliche Fakten versessen ist, dem sei anzuraten ein Sachbuch zu lesen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 19:11:01 mit dem Titel The Vampire Armand
„The Vampire Armand“ dürfte das 6te Buch der sogenannten Vampirchronik von Anne Rice sein – soweit ich noch durchblicke. Anne Rice ist so richtig bekannt geworden, als der erste Teil der Chronik „Interview mit einem Vampir“ verfilmt wurde. Die einzelnen Teile der Chronik sind in sich mehr oder weniger selbständig, obwohl ich mich manchmal frage, wie ein Leser der gerade die Vorgängerbände nicht kennt, mit einzelnen Aspekten klar kommt.
„The Vampire Armand“ ist ein Buch, welches mich wenig überrascht hat. So ist Armand eine Figur, die man bereits aus dem ersten Buch der Serie her kennt – die während der gesamten Chronik immer mal wieder als „Bekannter“ der jeweiligen Hauptfigur erschien.
Die Chroniken waren meist um Lestat zentriert, einem gutaussehenden, blondgelockten Vampir gegen den selbst der gute alte Dracula ein Waisenknabe gewesen sein dürfte. Trotzdem hat man zu Lestat eine starke Sympathie entwickelt, einfach wahrscheinlich aus der Tatsache heraus, daß selbst die Autorin von diesem Charakter fasziniert zu sein schien. Sehr enttäuscht war man, als Rice diesen Charakter zum Ende des 5ten Teils (Memnoch der Teufel) nahezu ausbluten ließ. Lestat hat aber auch so ziemlich alles durchgemacht, was man einer untoten Existenz zumuten kann – die Chronik schien an einem Ende zu sein. Ich muß noch einfügen, daß ich diesen 5ten Teil nur mit absoluter Langeweile zur Kenntnis genommen habe. Lestat ist hier durch Memnoch sowohl in den Himmel als auch in die Hölle gelangt, und natürlich zurückgekehrt – etwas wirr um Kopf aber immerhin.
Armand nun war mir ein guter alter Bekannter, ein zu Lestat passender Freund und eine nicht sehr viel weniger faszinierdende Figur, nicht zuletzt, weil Armand sich immer gern in Schweigen hüllt, wenn es um seine Vergangenheit ging. Armand und Lestat verbrachten so einige Jahrzehnte miteinander bevor sie sich wieder trennten.
Rice hatte zu dieser Zeit eine Angewohnheit Lebensgeschichten diversester Vampire abzuspulen und nichts anderes ist in „The Vampire Armand“ zu erwarten. Umso entsetzter war ich als Armand von den in „Memnoch der Teufel“ geschehenen Ereignissen aus der Versenkung wieder entstand mit der Absicht zu Lestat zu gelangen. Warum? Armand erinnert sich an seine religiös umschwängerte Kindheit in Russland und erhofft sich von Lestat über Himmel und Hölle neue Erkenntnisse. Angeekelt warf ich das Buch zunächst mal weit von mir, wollte ich mich doch nicht durch etwas wie „Memnoch Teil 2“ quälen müssen. Ein paar Wochen später nahm ich den Kampf dann doch wieder auf.
Armand erzählt, wie er aus Russland entführt auf Umwegen zum Renaissance-Vampir Marius nach Italien gerät, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Straßenjungen eine Erziehung zu geben. Marius hat zunächst nicht die Absicht, Armand zu seinesgleichen zu machen – aus tragischen Umständen heraus geschieht es aber doch. (bis zu diesem Punkt ist das Buch auch noch ganz gut) Marius wird von anderen Vampiren – mit einer seltsam sektierenden „Lebensart“ – als Ketzer aus seinem Heim vertrieben, während Armand sich notgedrungen dieser düsteren Sektiererei anschließt, der erst Lestat einige hundert Jahre später ein Ende machen wird. Armand muß sich daraufhin endlich auf eigene Beine stellen.
Armand selbst ist und bleibt eine Figur, die Rice mal wie ein Teil eines Renaissance-Gemäldes beschrieben hat. Auf der einen Seite schön und fast kindlich unschuldig, auf der anderen Seite, unter seines gleichen ein machtvolles Monster – also ein interessanter Gegensatz in sich. Ein Charakter, der aber trotz allem nicht an den unvergleichlichen Lestat heranzureichen vermag.
Eine Tatsache, der sich Armand selbst am Buchende auch irgendwie gegenüber sieht.
Mal zusammengefasst was ich hier zu nörgeln habe:
Rice schreibt nur noch „Lebensgeschichten“ die auf die gleiche blödsinnige Art in einen aktuellen Handlungsrahmen eingebunden sind. Neuerdings belatschert nämlich eine Figur namens David Talbot alle in seinem Dunstkreis befindlichen Vampire ihre Geschichten aufzuschreiben oder zu Protokoll zu geben. David? Auch ein nervender Aspekt – nicht die Figur selbst, aber ihr Background: die Talamasca! Ein seit ewigen Zeiten bestehender Orden, in dem Menschen übernatürliche Wesen und Geschehnisse beobachten und katalogisieren. Kommt uns bekannt vor? Querverweis hier auf die Beobachter aus Highlander, die Serie oder auch auf das Legat aus Poltergeist.
Rice greift mir des weiteren zu viel aus „Memnoch“ auf, ein Buch, daß ich wegen des ganzen Religionstamtam am liebsten auf ewigen Zeiten vergessen hätte.
Originaltitel: „The Vampire Armand“ aus 1998, gerade in Deutschland erschienen für DM 44 und ein paar gequetschte im Hardcover-Format unter „Armand der Vampir“, wie ich letzte Woche in einer Zeitschrift las.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 19:16:09 mit dem Titel Blood and Gold
„Blood and Gold“ ist im Jahr 2001 im kanadischen Randomhouse-Verlag erschienen und der x-te Teil der sogenannten „Vampirchronik“, die einst mit „Interview mit einem Vampir“ begann und verschiedenen Düsterlingen in unchronologischer Reihenfolge nachgeht. Da die deutschen Verlage übersetzungstechnisch gewöhnlich nicht gerade fix aus dem Quark kommen, muß man eben warten oder eben doch die Originalversion lesen – mich hat sie € 23,- gekostet. Da ich das Durcheinander mit der „Vampirchronik“ und der „neuen Vampirchronik“ nicht mehr verstehe, denke ich bei „Blood and Gold“ handelt es sich um den achten Teil der ursprünglichen Chronik.
Das Buch ist ein Hardcover-Exemplar, stilgemäß schwarz mit goldenen Buchstaben. Besonders ins Auge springt der geschmackvolle Umschlag: ein Auszug aus Botticellis Bild: La Primavera: The Three Graces, welches man in den Uffizien bewundern darf, wenn man denn möchte. Ich möchte nicht und oute mich mal als Kunstbanause („nicht schön, aber selten“). Hinten im Umschlag sieht man ein Foto der Autorin, Anne Rice, die mich verdächtig an meine ehemalige Englischlehrerin (allerdings mit Topten-Schnitt) erinnert.
Vorab betrachtet hat mich das Buch etwas geärgert, hatte ich doch gehofft, daß es direkt an „Merrick“ anschließt, welches der siebte Teil der Chronik war und welches auf ziemliche Action im Anschluß hoffen ließ, deutete es doch an, daß Lestat (der bekannte Obervampir aus den Filmen „Interview mit einem Vampir“ =Teil 1 und „Königin der Verdammten“ =Teil 3) nach langer Zeit wieder zur Topform auflaufen würde. Leider sollte dem nicht so sein, was ich grummelnd bereits beim Überfliegen des Klappentextes zur Kenntnis nehmen mußte. Vielmehr hat Rice sich mit „Blood and Gold“ zufällig (?) mit ihrer Geschichte wieder unmittelbar in die Nähe der „Königin der Verdammten“, was natürlich marketingtechnisch wunderbar mit dem Erscheinen des gleichnamigen Films harmoniert.
Erzählt wird die Geschichte von Marius, einem uralten Vampirgesellen, welcher seit dem römischen Reich durch die Weltgeschichte pilgert. Wenn man den Rest der Chronik schon gelesen hat, wird man zunächst vor Freude nicht gerade in die Luft springen. Ist die Figur des Marius doch bereits in drei oder vier der vorhergehenden Romane dermaßen ausgenudelt worden, daß man sich fragt: was soll das? Schließlich weiß man nahezu alles über den blonden Gesellen mit Vorliebe für dunkelrote Samtanzüge – auch wenn man sich diese Informationen aus mehreren Geschichten zusammenpöckeln mußte. So erfährt man im wesentlichen nicht sehr viel Neues, wobei man aber im nachhinein doch zugeben muß, das es nicht uninteressant ist, eine bekannte Geschichte aus einer anderen Perspektive zu sehen, zumal man nebenbei noch Antworten auf zahlreiche Fragen erhält, die in anderen Teilen der Chronik aufgeworfen wurden in denen Marius als Nebenfigur erschien und von anderen Figuren nur beschrieben wurde.
So betrachtet man die 2000 Jahre währende Lebensgeschichte des Marius aus den verschiedensten Perspektiven und er wird zu einer der bestbeschriebenen Figuren der gesamten Chronik – wobei es wohl kein Zufall ist, daß sein „Leben“ dem Lauf der Geschichte zu folgen scheint. Absolute Präsenz während der Blütezeit der Antike, Zurückgezogenheit im Mittelalter und Neuerscheinen in der Renaissance.
Marius erscheint stets als machtvoller Meistervampir mit dem auch seinesgleichen sich ungern anlegt – viel mehr ziehen sie es meist vor ihm zu folgen. Gleichzeitig ist er eine luxusversessene Lichtgestalt, die sich gern mit Kunst, Künstlern und Gelehrten umgibt. „Blood and Gold“ passt schon!
Gleichzeitig leidet der Gutste aber an einer Art Helfersyndrom, was denn auch noch immer wieder damit endet, daß er allein da steht. Jahrtausendelang müht er sich mit dem königlichen Paar, dem Ursprung seiner Art ab, die ziemlich regungs- als auch nutzlos zu Statuen erstarrt vor der gierigen Vampirverwandtschaft geschützt werden müssen. Eine Pflicht die nicht unbedingt einfach zu bewältigen ist und ihn von vielem abhält. Was ist der Dank? Akasha (die Königin) erwacht und hat nichts besseres zu tun als ihm fies auf das Käppi zu hauen. Pandora, seine erste Liebe, kratzt die Kurve, weil sie es leid ist mit ihm zu streiten. Armand, noch so ein Schatzi wird von Feinden entführt und bekommt es nicht wirklich geregelt selbst zu entfleuchen, weil ihm die Entführung ganz gut in den Kram passt. Bianca zieht in einer Aktion von dannen, die eine Alice Schwarzer beglückt hätte, als sie erkennt, daß sie nur als Lückenbüßerin für Pandora dient (Alter schützt vor Torheit nicht *g).
So richtig fertig in der Welt ist Marius nachdem seine ewige Aufgabe Akasha zu hüten, rapide beendet wurde und er erkennen muß, daß die alte Schachtel von Vampirkönigin in so ein paar Tausend Jährchen ziemlich an der Nase herumgeführt hat. Was macht man mit soviel ungewohnter Freiheit, wenn der eigene Stolz geknickt ist und kein alter Kumpel etwas von einem Wissen will.
Der Leser trifft Marius in unserer Zeit. Er lebt wie gewohnt in Luxus zusammen mit einem Unsterblichen namens Daniel, der natürlich eine Macke hat und eines Aufpassers bedarf – weshalb er wenigstens nicht abhaut. Da dieser Daniel in seinem eigenen Wahnsinn gefangen ist, trifft es sich gut, daß Marius auf Thorne trifft – mit dem er einige Zeit durch die Gegend zieht, was den Rahmen für Marius Lebensgeschichte bildet.
Trotz bekannter Story ist das Buch keineswegs langweilig, es lebt von einer vielschichtigen und interessanten Hauptfigur, die den Leser durch zahlreiche geschichtliche Epochen und Orte schleift. Wobei es mir allerdings schleierhaft ist, ob das Buch sich wirklich für jemanden eignet, der die anderen Teile der Chronik überhaupt nicht kennt. In diesem Fall bleiben meiner Ansicht nach zu viele Querverweise offen und ungeklärt. Für einen Leser, der „im Bilde“ ist beantworten sich dagegen durch diesen Roman einige „was ist eigentlich mit...“-Fragen, die durch andere Teile der Serie aufgeworfen wurden, was wiederum alles andere als verkehrt ist. Worüber ich nach wie vor nachgrüble, weil noch nicht alle Klarheiten beseitigt sind, ist die Rahmenhandlung um Thorne und Marius. Hier ist der tiefe Sinn noch nicht so recht in meine Hirnwindungen gedrungen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:06:55 mit dem Titel Falsetto
Für mich ein ganz neues Thema für ein Buch, was mich zu Anfang etwas skeptisch stimmte. Anne Rice schreibt hier mal nicht über Unsterbliche in welcher Form auch immer.
In diesem Fall liegt die Unsterblichkeit eher in der des Künstlers. In die Hände gefallen ist mir „Cry to Heaven“ (dt. Version = Falsetto), weil ich nahezu alles von Anne Rice lese, und es zwei Ihrer Bücher als Doppelpack in einer Sonderedition gab. Ich mag einfach, wie sie schreibt und die Tatsache, daß ich auch die Originalfassungen ohne grössere Probleme lesen kann, worauf man leider in Deutschland angewiesen ist. Bis eine Übersetzung mal im Paperback erscheint, hat der Autor schon wieder 5 neue Bücher geschrieben. Trotz meiner anfänglichen Skepsis für mich momentan ihr bestes Buch. Zitat einer Arbeitskollegin:“ich habe Rotz und Wasser geheult.“ Das kann man auch. Die Ironie, wie die Hauptfigur am Ende zu Ihre Rache kommt, hat mir doch das Grinsen ins Gesicht getrieben.
Im Allgemeinen ist Anne Rice demjenigen zu empfehlen, der ein Buch zur Entspannung für die Freizeit lesen möchte, und gerne Romane liest die in früheren Zeiten spielen, wobei man die Geschichtsbezüge nicht allzu Ernst nehmen sollte.
Zum Inhalt:
Wobei das Italien dieser Zeit auch in anderen Büchern von Anne Rice immer wieder ein beliebter Schauplatz ist. Die Hauptfigur „Tonio“ wächst behütet im adligen Elternhaus seines greisen Vaters in Venedig auf. Schon im jungen Alter fällt ihm dabei ein Familiengeheimnis auf, welches ihm später zum Verhängnis werden soll: Nach dem Tode des Vaters soll Tonio der Haupterbe werden, was sein vom Vater ehemals verbannter älterer Sohn Carlos verhindern will. Dieser bringt Tonio dieserhalb aber nicht einfach um. Da Tonio sich als begnadeter Sänger erweist, und nur als ganzer Mann Familienerbe sein kann, wird Tonio im dafür späten Alter von 14 oder 15 Jahren kastriert. An einer berühmten Gesangsschule lernt Tonio erstens das Singen in Perfektion und zweitens mit seinem Schicksal zu leben, wenn auch nicht es anzunehmen. Tonio behält im Gegensatz zu fielen seiner Kollegen einen Rest von Männlichkeit, treibt Sport und fechtet, tut sich schwer damit weibliche Bühnenrollen (wie damals üblich) zu singen und sich entsprechend zu kleiden. Der Gedanke, sich zu rächen, wird ihn nie ganz verlassen.
Tonio entwickelt sich unter Hilfe seines Lehrers und Mentors Guido zum großen Arien-Sänger der bald in Rom ein gefeierter Star ist. Sein Leben wird durch einige Affären und Liebesbeziehungen mit beiderlei Geschlechtern bestimmt, aber auch durch Intrigen auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Tonio begreift hier, welche Macht er als Künstler über die Menschen hat – und welche Möglichkeiten ihm der verhasste Auftritt in der Frauenrolle bietet. Dies führt letztendlich zu seiner Rache an seinem „Bruder“ Carlos.
Allgemeines
Zumindest lt. Nachwort hat Anne Rice für dieses Buch umfassendste Recherchen betrieben und sich selbst mit der Anatomie von Kastraten beschäftigt, die im Allgemeinen wohl durch einen veränderten Hormonhaushalt vom Normalbürger abweicht. Zusätzlich hat sie sich die einzige Aufnahme die je von einem derartigen Sänger gemacht wurde angehört, und sich zudem noch mit den Theorien der damaligen Gesangslehre befasst, was man beim Lesen (leider) auch merkt. Leider, weil gerade diese Abschnitte mich sowenig interessiert haben, daß ich sie dann doch überlesen mußte. Anne Rice bringt hier, wie auch im Nachwort beschrieben, die geschichtlichen Aspekte mal wieder etwas durcheinander, was einige Leser immer mal wieder zum Nörgeln veranlassen dürfte, mich selbst aber unter dem Stichwort „Dichterische Freiheit“ noch nie sonderlich gestört hat (nagut solange jetzt niemand behauptet, Ramses II sei eine Figur aus Star Trek)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:17:04 mit dem Titel Der Fürst der Finsternis
„der Krieg all meiner Artgenossen untereinander oder aller gegen mich allein. Das also war das Spiel, das ich spielte.“
„Der Fürst der Finsternis“ ist das zweite Buch der Vampirchronik von Anne Rice, geschrieben 1985, in Deutschland erschienen 1990. Originaltitel: „The Vampire Lestat – the second book of the Chronicle of Vampires”.
Das Buch ist so aufgezogen, als hätte die Hauptfigur Lestat den Roman selbst verfasst. Er erzählt seine Lebensgeschichte:
Die Geschichte beginnt 1984. Lestat hat so einige Jahrzehnte zurückgezogen in New Orleans vor sich hinvegetiert, bis er plötzlich vom Bedürfnis ein Rockstar zu werden, wieder an die Oberfläche zurückfindet. Lestat ist ziemlich gelangweilt. Die Tatsache, daß sein Nachkömmling Louis sich hat interviewen lassen (erster Teil der Chronik) ärgert ihn. Da dieses Interview als Buch veröffentlich wurde, hat Lestat das Bedürfnis es mit einem eigenen Buch besser zu machen, und andere verborgen existierende Vampire zu ärgern. Woraus auch seine Rockstar-Idee entstanden ist.
Lestat blickt zurück auf sein Leben als Mensch. Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Sohn eines verarmten französischen Landadligen geboren, besondere Möglichkeiten im Leben hat er nicht, was ihn ziemlich anödet. Eine Einstellung, die auch Gabrielle, seine Mutter teilt. Lestat entdeckt seine Liebe zum Theaterspiel und treibt sich bevorzugt mit einer Schauspielertruppe und dem seinem Freund Nicolas, einem Geiger herum. Er setzt sich nach Paris ab. Dort findet ihn der Vampir Magnus, welcher Lestat sozusagen zu seinem Erben macht – bevor er sich selbst verbrennt. Lestat bleibt untot, aber ziemlich reich zurück, und holt sich seine Mutter als unsterbliche Gefährtin.
Lestat trifft rasch auf seinesgleichen. Vampire die zusammengerottet, wie eine Sekte unterhalb eines alten Friedhofs ihr Unwesen treiben und in deren Weltbild Lestat mit seinem Prunk und seiner Macht nicht hineinpasst. Er lernt einen ihrer Anführer kennen, der ihm von einem uralten Vampir namens Marius erzählt. Lestat verlässt die anderen Vampire, die sich mittlerweile schauspielerisch betätigen, um nach Marius zu suchen. Was auch gelingt und folgendes Ergebnis hervorbringt: Marius ist der Hüter von „jenen, die bewahrt werden müssen“. Kurz gesagt: die beiden Obervampire, Akasha und Enkil. Sterben diese endgültig, sterben auch deren Nachfolger. Leider haben die beiden nichts anderes mehr im Sinn als lethargisch auf ihren Thrönen zu sitzen. Lestat kann es sich natürlich nicht verkneifen, ein wenig an Akashas Hals zu knabbern, was ihn umso mächtiger werden lässt. Akasha verliebt sich in Lestat, ihr Mann Enkil wird auf einmal ziemlich munter und sauer, und Lestat sucht fürs erste das Weite.
Er geht nach Amerika und verbringt einige Jahrzehnte mit Louis, der Hauptfigur aus „Gespräch mit dem Vampir“. Aus dieser Geschichte lädiert hervorgehend, liegt Lestat lange Zeit unter der Erde begraben bis ihn Musikübertragungen, die er aufschnappt erwecken. Lestat wird also Rockstar, nimmt Platten auf und gibt schließlich ein Konzert. Alte Bekannte sammeln sich um Lestat, andere seiner Art wollen ihn mal wieder vernichten und lassen den Konzertsaal in Flammen aufgehen. Lestat wird von einem „etwas“ gerettet, daß diese Feinde vernichtet.
Lestat hat am Ende sein Ziel erreicht und alte Bekannte um sich versammelt, andere Vampire aufgerüttelt – und Akasha geweckt, was die Überleitung zum dritten Teil der Vampirchronik „die Königin der Verdammten“ sein wird. Das Buch ist zwar in sich abgeschlossen, aber irgendwie schließt man es doch mit der Neugierde, wie es wohl weitergehen mag (– marketingtechnisch wohl auch keine so schlechte Idee).
In diesem Buch bekommt man eine gehörige Ladung „Lestat“ ab, was – sofern man mit einem Sinn für schwarzen Humor „gesegnet“ ist – durchaus amüsant sein kann. Lestat ist nämlich rotzfrech, provozierend, arrogant, neugierig und ziemlich makaber. Ein bisschen Stress und Ärger sind ihm allemal lieber, als Langeweile und Anpassung. Von Regeln hält er wenig, besonders wenn sie seine eigenen Artgenossenschaft aufgestellt haben. Er tut nun wirklich, was er will – er hat aber auch kaum noch etwas zu befürchten.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:28:38 mit dem Titel Gespräch mit dem Vampir
...“und dann sagte ich dem Sonnenaufgang lebe wohl und ging davon, ein Vampir zu werden“ (und das ist gut so)
„Gespräch mit dem Vampir“ wurde 1976 in den USA von Anne Rice geschrieben und erschien 1989 als deutsche Taschenbuchausgabe. Das Buch ist der erste Teil der „Chronik der Vampire“. 1993 wurde die Geschichte dann letztendlich auch noch verfilmt.
Die Geschichte
an sich ist schnell erzählt. Sie beginnt 1791 auf einer Plantage bei New Orleans, die dem 25jährigen vom Leben gerade gefrusteten Louis gehört. Louis trifft auf den Vampir Lestat, der Louis eben aus diesem Grunde die Existenz eines Unsterblichen anbietet. Lestat sucht nach einem Gefährten und eine Plantage als hübscher Landsitz kommt ihm auch nicht eben ungelegen. Mit Louis und Lestat treffen im Endeffekt zwei unterschiedliche Charaktere aufeinander.
Lestat genießt seine Existenz, liebt den Luxus und hat den Hang zum makabren. Louis wird mit seinem selbstgewählten (oder auch nicht?) Schicksal nicht fertig – er bleibt eher menschlich, was Lestat auf der einen Seite amüsiert, auf der anderen Seite ärgert.
Vertrieben von der Plantage gehen beide nach New Orleans. Louis will mit der Zeit hinter den Sinn und den Ursprung seiner Existenz kommen – Lestat stellt sich dabei stur und will dabei nicht weiterhelfen – weil er es selbst nicht weiß.
Da die beiden sich immer weiter auseinanderleben und Lestat merkt, dass Louis in verlassen möchte, greift er zu einem typisch menschlichen Trick – die beiden bekommen ein Kind, die 5jährige Claudia, die ansonsten an der Pest gestorben wäre. Lestat wird für sie der Lehrmeister, Louis der Beschützer. Alle leben in glücklicher Vampiridylle bis Claudia im Geiste erwachsen wird, aber immer noch wie ein Kind aussieht. Claudia erledigt nun das, wozu Louis nie in der Lage war, sie beseitigt Lestat (nicht sehr gründlich). Louis und Claudia verlassen New Orleans in Richtung Europa um ihresgleichen zu suchen, was erst mal scheitert. Nach langer Reise findet sich in Paris eine ziemlich abstruse Vampirtruppe, die dort Theater spielt und nach festen Regeln lebt. Geführt wird die Truppe von Armand, optisch gerade der Spätpubertät entsprungen. Dieser ist sein Leben in Paris leid, er möchte Louis als „Lebens-“Gefährten, Claudia stört ihn. Armand, scheinbar der älteste existierende Vampir kann Louis bei seiner Sinnsuche allerdings auch nicht helfen. Er schafft es aber seine Truppe und Louis gegeneinander auszuspielen: die Truppe erledigt das Mädchen, das durch seine bloße Existenz im Kinderkörper und, weil sie Lestat angegriffen hat, die Regeln der Pariser Vampire gebrochen hat. Louis fackelt aus Rache dafür deren Schlafstätte inclusive ihres vampirischen Inhalts ab. Armand und Louis bleiben übrig, um fürs Erste gemeinsam durch die Weltgeschichte zu wandern.
Eingerahmt wird die Erzählung durch eine Interviewsituation in der Louis einem jungen Reporter seine Existenz erzählt, was diesen so fasziniert, dass dieser fast selbst ein Vampir sein möchte.
Warum das Buch geschrieben wurde? (Ich habe ausnahmsweise mal den Klappentext gelesen.)
Die 6jährige Tochter der Autorin starb an einer Blutkrankheit, was bei der Mutter Alpträume und Depressionen auslöste. Das Buch diente als Trauerbewältigung: ein krankes Kind, das vorerst vor dem Sterben gerettet wurde, auch nicht glücklich wird und am Ende auch wieder den Tod als Erlösung findet.(?)
Anmerkungen:
Interessant war für mich folgendes, was die Figuren betraf: Eigentlich ist Louis die Hauptfigur – allerdings ist er vergleichsweise langweilig - vor allem gegen Lestat. Anne Rice hat das wohl später auch erkannt, und Lestat in der folgenden Chronik von vier weiteren Büchern zur Hauptfigur gemacht. Was immer wieder faszinierend ist, und wozu Bram Stoker mit „Dracula“ nicht in der Lage war, ist die Tatsache, dass die Autorin es immer wieder schafft Gut und Böse ineinander fließen zu lassen. Schwarz-Weiß-Malerei entfällt. Es geht nicht um die übliche Monsterjagd. Auch sehr entspannend finde ich, dass sie auf die alten Geschichten, wie Weihwasserwerfen, Knoblauchatem , pfählen, mit Kruzifixen wedeln und Pfähle zücken, verzichtet hat – Dinge die ich schon bei meinem ersten Draculafilm irgendwie eher ulkig als effektiv fand.
Verfilmung:
Anfang der 90er waren Vampire wieder modern, nachdem Coppola sich schon über Dracula hergemacht hatte. Anne Rice war zunächst insbes. mit der Besetzung von Tom Cruise als Lestat nicht sehr zufrieden – ich im Übrigen auch nicht. Wieder Erwarten hat er allerdings seine Sache recht gut gemacht. Louis wurde von Brad Pitt gespielt, der wie ich mal gelesen hatte, nicht sehr begeistert darüber war. Der Knüller war allerdings Antonio Banderas als Armand. Nun hatte ich zum Zeitpunkt der Verfilmung schon einige Teile der Chronik gelesen, worin Armand nicht ohne Grund als Junge von etwas 18 Jahren dargestellt wurde. Das ist bei Banderas wohl schon zu einige Zeit her... gut besetzt war die Rolle von Claudia, die Kleine die hier gespielt hat, hat wirklich alles andere in den Schatten gestellt (wie sie heißt, weiß ich trotzdem nicht mehr). Bis auf einige hollywoodmässige Modifikationen (die einigen Lesern neben mir die Tränen –vor lachen- in die Augen trieben) ist der Film aber im großen und ganzen wirklich gut gelungen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:41:20 mit dem Titel Memnoch, der Teufel
„Memnoch der Teufel“ ist das fünfte Buch der Vampirchronik von Anne Rice, geschrieben 1995. Originaltitel: „Memnoch the Devil – the fifth book of the Chronicle of Vampires”.
Auch wenn der Klappentext behauptet, Fans würden diesen Roman ohne Zweifel im positiven Sinne „verschlingen“ (the Washington Post), für mich das ödeste was Anne Rice je geschrieben hat.
Mir tat Lestat, die Hauptfigur aus den bereits vorhergegangenen Bänden so richtig leid, daß er diese ganze Geschichte durchleben mußte. Was dies dann auch mit Vampiren zu tun hat, wie man's gewohnt ist, ist mir ein Rätsel. Lestat verkörpert in vorgenannter Chronik den Vampir schlechthin. Vergißt seine Menschlichkeit und lebt sein neues Ich total. Wobei er natürlich im Laufe seines ewigen Lebens auch mal vom Gewissen gebeutelt wird. Er erlebt so einiges: schafft Nachfolger, kommt der Entstehung der Vampire auf die Spur, tauscht seinen Körper mit einem Lebenden... Alles aus purer Neugier und "Lebenslust". In Memnoch führt ihn alles auf die religiöse Schiene. So bringt er doch aus der Reise in diesem Roman den Mantel mit den Jesus zuletzt trug. Lestat endet ziemlich zerfetzt im Delirium.
Engel, Teufel, Religion und Dantes Inferno mir war es zu viel. Da hätte Rice Lestat doch lieber einen Band zuvor in Ehren sterben lassen sollen. Um ehrlich zu sein, könnte ich bei all dem Tohuwabohu nicht mal mehr sagen, worum es in dem Buch eigentlich ging. Ich versuche es dann doch:
Lestat verfolgt und tötet einen ziemlich obstrusen aber charismatischen Geschäftsmann aus Faszination, verliebt sich aber in dessen Tochter – die wiederum den religiösen Tick hat eine eigene Kirche aufzubauen (ein Grundthema von Rice z. B. auch in ähnlicher Form in „Engel der Verdammten“ aufgegriffen wurde). Gleichzeitig wird Lestat selbst von Memnoch verfolgt, der ihn schließlich in höhere Gefilde (Himmel und Hölle) entführt. Amen.
Einziger Lichtblick: da ich Anne Rice seit Jahren im englischen Original lese, weil ich auf dem neuesten Stand sein will und die deutschen Übersetzungen erst nach Ewigkeiten kommen, kann ich sagen, daß sie mit „Pandora“ und „the Vampire Armand“ (= Teil 6 der Chronik) wieder halbwegs zu gewohnter Form gefunden hat.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:43:06 mit dem Titel Merrick
„Merrick“ dürfte also nun das siebte Buch der Vampirchronik sein, die einst so schön mit dem später verfilmten Buch „Gespräch mit dem Vampir“ begann. Die amerikanische Ausgabe erschien im Jahre 2000 und ist bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt worden. Meine Hardcover-Ausgabe ist mit einer ungemein kitschigen Schutzhülle versehen und kostete DM 56,-.
„Merrick“ ist ein Buch, daß dem gewogenen Leser der Chronik, dem eigentlich schon die Füße eingeschlafen waren, endlich mal wieder ein paar Überraschungen bietet, wobei die Geschichte allerdings keineswegs einen unvorhersehbaren Verlauf nimmt. Etwas geärgert habe ich mich schon.
Beginnen wir mit dem Positiven: vielen mag das Buch „Gespräch mit dem Vampir“ bzw. dessen Verfilmung „Interview mit einem Vampir“ bekannt sein. Gerade den Lesern des Buches dürfte aber immer etwas gefehlt haben, zumindest ich habe etwas vermisst. So war der gute Louis, Haupt“vampir“ des „Gesprächs“ bald gegen seinen Schöpfer, den charismatischen und abenteuerlustigen Lestat verblasst. In den folgenden Teilen der Chronik sollten auch die Erlebnisse des Lestat sehr ins Handlungszentrum gerückt werden, Louis erschien schemenhaft (wenn überhaupt am Rande). Wobei man zugeben muß, daß Louis mit seiner Melancholie und seiner Menschlichkeit ein recht uninteressantes Monster ist.
Nun Rice scheint vorübergehend Lestat auf Eis gelegt zu haben, im wahrsten Sinne des Wortes vegetiert er vampirisch-komatös vor sich hin, was manchen Leser oder Lestat-Fan in Rage getrieben hat. Einen wachsamen Blick haben auf ihn seine alten Gefährten Louis und David. Womit ich wieder bei Louis wäre und bei dem was ich vermisst habe, schließlich mag die Geschichte aus dem „Gespräch“ zwar für den Leser (vielleicht) für Louis als Figur aber noch nicht beendet sein, so daß man „Merrick“ fast schon als Fortsetzung des ersten Teils der Chronik bezeichnen kann. Louis hat in diesem Teil das Vampirkind Claudia verloren, wobei sein Verhältnis zu Claudia ziemlich schuldlastig für ihn war. Louis will nun zu dem Geist Claudias Kontakt aufnehmen, einerseits erhofft er Absolution, andererseits ist er selbst todessehnsüchtig und wünscht sich Erkenntnisse darüber, was ihn nach seinem Dahinscheiden im Jenseits erwarten mag.
Kommen wir zum zweiten Positivpunkt: Rice ist endlich wieder davon weggekommen, Figuren zu entwickeln und deren simple Lebensgeschichten in Biographieform herunterzuspulen – zwar nicht zu hundert Prozent, aber ausreichend um frischen Wind in ihre Geschichten zu bringen. So erweist sich auch die Titelfigur Merrick als eine der wenigen starken Frauenfiguren in den Vampirromanen, sie hat nämlich, wie sich erst gegen Ende herausstellt einiges auf dem Kerbholz.
Nun aber (endlich) zum Meckern: Rice hat in ihren Büchern (auch außerhalb der Vampirchronik) ziemlich früh eine uralte Gruppierung eingeführt, die „Talamasca“ heißt und nur damit beschäftigt ist, Übernatürliches zu beobachten und aufzuzeichnen. Zu dieser Gruppierung gehörte zu Lebzeiten der Vampir David, der nun für Louis Kontakt zu einem Mitglied der Talamasca aufnimmt. Persönlich finde ich die Idee mit den Talamasca ja ziemlich ausgenudelt und überflüssig, man sollte den Laden sprengen. (Schließlich gibt es in der heutigen medialen Welt in jeder Scifi/Fantasyklamotte so einen Verein.. wie öde!). genanntes Mitglied der Talamasca ist David „Freundin“, die Hexe und Voodootante Merrick. Diese ist (ach du Eigenwerbung) ein entferntes Mitglied des Mayfair-Clans, einem Hexenclan über den es zufällig auch eine Chronik mit mehreren Büchern gibt (hat Rice nicht einen netten Zaunpfahl geschwungen). Merrick nun hat die Gabe, den Geist Claudia für Louis zu rufen. Bis dies geschieht erfährt man – wie sollte es auch anders sein – Merricks Lebensgeschichte, nicht zu vergessen ihr Techtelmechtel mit David.
Was dem Buch nun wieder Aufschwung gibt und den werten Leser aus der Lethargie der Rice-schen Vampirchroniken reißt, passiert auf den letzten Seiten, rettet zwar das Buch „Merrick“ nicht mehr so ganz, lässt aber für folgende Romane hoffen:
Der lahmarschige Talamasca-Haufen wird endlich mal munter – als die gutste Merrick, vorhersehbarer Weise, zur Untoten wird – und erklärt der versammelten Vampirschaft doch tatsächlich den Krieg! Währenddessen erwacht Lestat angesichts von Louis Selbstmordplänen wieder zu neuem „Untod“ und hat sichtlich gute Laune, ob des Gedankens sich mit den Talamasca mal so richtig zu käbbeln.
Abschließend mag „Merrick“ wohl eher was für Fans oder Gewohnheits-Rice-Leser sein, einfach weil es Laune auf den möglichen Weitergang macht. Ein richtiger Hammer ist das Buch, aufgrund der genannten Ärgernisse allerdings nicht. Vielleicht mag aber ein unvoreingenommenerer Leser seinen Spaß an dem Buch finden – es dürfte kein großes Problem sein sich auch als Nichtkenner der Chronik in die Geschichte hineinzufinden.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 20:52:19 mit dem Titel Nachtmahr
„Nachtmahr“ ist das vierte Buch der Vampirchronik von Anne Rice, geschrieben anno 1992. Der deutsche Titel ist dabei etwas danebengegangen, eine Übersetzung des englischen Titels ins deutsche (vgl. z. B. Titel) wäre zwar treffender, aber eher lächerlich. Mit „Nachtmahr“ kann man im übertragenen Sinne leben.
Das Buch klärt folgendes:
Was macht ein lange untoter und ziemlich unkaputtbarer Vampir, der schon so einige Abenteuer überstanden hat, wenn das Unleben ihm außer Langeweile und Einsamkeit nichts mehr gibt? Selbstmord! Genau.
Aber selbst das geht der Hauptfigur –Lestat- ziemlich daneben. Lestat ist bereits zum dritten Mal die Hauptfigur in der Vampirchronik. Sein wildes, auch für Vampire unkonventionelles Treiben, hat ihn in der Vergangenheit sehr mächtig, aber auch etwas unbeliebt unter seinen Artgenossen werden lassen.
Eben diese Stärke verhindert es aber, daß die Sonne Lestat, der sich in die Wüste Gobi zu einem Sonnenbad begibt, buchstäblich in die Wüste schickt. Nach mehreren Tagen des Sonnenbadens erwacht in Lestat dann doch der Lebenswille und er kehrt zurück zu seinem Freund David Talbot, seinesgleichen Mensch, nach London.
David ist der Leiter der Talamasca (erstmals aufgetaucht im dritten Teil der Chronik „die Königin der Verdammten“), einer Gesellschaft, die es sich seit ewigen Zeiten zur Aufgabe gemacht hat, Übernatürliches zu dokumentieren. Lestat hatte es sich zuvor zur lieben Angewohnheit gemacht diese Brüder zu ärgern, über die Zeit aber Freundschaft mit David geschlossen.
In London erhält er eine Nachricht von Raglan James, der ihm bald das Angebot macht, die Körper für einen Tag zu tauschen. James ist eine Art wandernde Seele, die auch für Lestat einen hübschen Körper geklaut hat. Lestat geht auf das Angebot ein. Zuerst genießt er das Menschsein, bis er feststellt, daß auch Alter nicht vor Torheit schützt. James verlässt mit dem mächtigen Vampirkörper die Bildfläche, da er nicht die Absicht hat, die Körper zurückzutauschen. Lestat probiert für’s Erste die schönen Dinge des Menschseins aus, stellt sich dabei aber leicht dämlich an - und stirbt fast, weil er krank wird. Er wird gerettet und hat eine Liebesaffäre mit einer Nonne, bis er zu dem Ergebnis kommt, doch lieber Vampir zu sein.
Währenddessen benimmt sich James im Vampirkörper, wie die Axt im Walde. Seine Taten gelangen in die Medien, was bei den anderen Vampiren zu dicken Hälsen führt. Lestat sucht bei Ihnen Hilfe, erfährt aber, daß dazu keine Bereitschaft besteht. Im Gegenteil, einige der älteren Vampire wollen James und damit Lestats Körper vernichten. Eine Tatsache, die nun wieder Lestat stinkt.
Hilfe bekommt er wiederum von David. Mit dessen Unterstützung kann er James auf einen Kreuzfahrt-Dampfer überlisten und flieht im eigenen Körper. Ende? Nein, es folgt ein Lestat-typischer Dank an David und natürlich noch das Ende von James.
Das Ende vom Lied wird dem Leser zeigen, daß der gute alte Lestat wieder da ist... Pech, für David! Ich habe das Buch ziemlich schnell weggefressen. Rice zeigt hier, daß sie auch was anderes bearbeiten kann, als nur die Vampire, trotzdem flacht das Buch gegen seine Vorgänger ab, wie ich nach rückblickender Betrachtung sagen muss.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 21:10:29 mit dem Titel Pandora
Wenn ein Vampir Kaffeetrinken geht
Pandora ist das erste Buch, der „neuen Vampirchronik“, geschrieben 1998. Pandora als Figur ist allerdings schon aus dem dritten Buch (die Königin der Verdammten) der ursprünglichen Vampirchronik bekannt.
Meiner Ansicht nach ein Buch, das man unter „ferner liefen“ abhaken kann. Im Vergleich zu einem anderen Ihrer Bücher des gleichen Verlages, hätte man Pandora mit 150 Seiten veröffentlichen können, hätte man nur eine kleinere Schriftart gewählt. In diesem Buch wird mal wieder eine Lebensgeschichte erzählt, wobei hier aber das sterbliche Leben des späteren Vampirs wesentlich spektakulärer ist, als das Untotsein. Ungewöhnlich auch: eine Frau als Hauptfigur.
Pandora selbst sitzt in einem Straßencafe, wo sie von David, einem Artgenossen belatschert wurde, ihre Geschichte aufzuschreiben. Sie wendet sich dabei direkt an David, und gibt dem Leser, der die Vampirchronik nicht kennt einen kurzen Einstieg, um sich zurechtzufinden. Pandora wurde als Adlige im alten Rom geboren, wo sie sich schon sehr jung in den bereits Erwachsenen Marius verliebt, den sie heiraten möchte. Dies ist aber aufgrund seines niedrigeren Standes und seiner nicht so ganz astreinen Herkunft nicht möglich. Kaum Erwachsen erlebt Pandora mit, wie ihre Familie verraten und dahingemeuchelt wird. Sie selbst kann nach Antiocha fliehen, wo sie ein Haus und ein paar Bedienstete kauft. Dort wird sie immer wieder von üblen Träumen heimgesucht, die sie als Anhängerin der Göttin Isis zu deren Tempel führen.
Nun erfährt der Leser, daß in der Stadt ein übler, verbrannter Bluttrinker sein Unwesen treibt. Es sieht so aus als schicke er Pandora die üblen Träume. Sie trifft auch Marius, mittlerweile auch untot, wieder. Marius bewacht Akasha und Enkil – deren Geschichte ausführlich in „die Königin der Verdammten“ erzählt wird – den Ursprung aller Vampire. Marius hat einst Akasha, die zur Statue erstarrt auf ihrem Thron von ihren Anhängern der Sonne ausgesetzt wurde, aus Ägypten gerettet. Während Akasha noch in der Sonne lag, verbrutzelten dabei alle anderen existierenden Vampire, so auch der vorgenannte üble Bluttrinker von Antiocha. Dieser erhofft sich Heilung durch ein Treffen mit Akasha, was Marius nicht erlaubt.
Pandora, dem Wahn erlegen, Akasha sei Isis, dringt – verfolgt vom üblen Bluttrinker – in Marius Versteck ein, wo der üble sie fast niedermetzelt. Marius tötet den üblen Bluttrinker, Pandora wird von Akasha zur Untoten gemacht.
Marius und Pandora teilen lange Zeit die Unsterblichkeit, bis sie sich entzweien. Als Pandora ihn für einige Zeit verlässt, kann sie Marius nach ihrer Rückkehr nicht mehr finden. Wer wissen will, wie sich die zwei wiedersehen, wird von der Autorin liebevoll auf „die Königin der Verdammten“ verwiesen (ich will hier mal mitteilen, daß mir ein anderer Anne Rice Leser im Zusammenhang mit einem ihrer ersten von mir beschriebenen Bücher kommentierte, er meine die Autorin wäre mit steigender Bekanntheit bei ihren neuesten Büchern nur noch auf Kommerz aus, was man nach Pandora irgendwie bestätigen kann).
Zum Schluss: für Rice-Kenner ein Muss um auf dem Laufenden zu bleiben, für den Rest der Welt wohl doch eher überflüssig.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 21:24:35 mit dem Titel Die Mumie
Anne Rice bekannt aus ihren Vampirchroniken beschäftigt sich ausnahmsweise nicht mit Vampiren, sondern mit anderen Unsterblichen, wahren Sonnenkindern:
Ramses II, ehemaliger Pharao von Ägypten wird als Mumie nach England gebracht. Als seine Mumie mit Sonnenlicht, das sie zum Leben braucht, in Berührung kommt erwacht er zu neuem Leben und verwandelt sich zu einem jungen Mann, in den sich die hübsche, junge Tochter (Julie) seines Entdeckers Lawrence Stratford verliebt.
Mit ihr kehrt er in das moderne Ägypten zurück:
Auf der einen Seite soll der Tod Stratfords aufgeklärt werden, der hinterrücks danieder gemeuchelt wurde. Auf der anderen Seite hängt Ramses, der aufgrund seiner Unsterblichkeit auch schon eine Affäre mit der guten alten Cleopatra hatte und wegen Marc Anton von ihr abserviert wurde, noch immer an derselben. Gegenspieler der beiden ist Henry, der fiese Meuchelmörder und Cousin von Julie.
Sie greift mit dem Buch ein altes Hollywood-Thema auf und gibt dem ganzen aber einen modernen, zeitgemäßen Touch. So dankt die Autorin ihrem Vater im Vorwort, dafür daß er sie als Kind aus dem Kino abholte, als ihr der Film „die Mumie“ Angst gemacht hatte. Die Geschichte ist aber ohne die altmodische Gut/Böse oder Schwarz/Weiß-Malerei erzählt. Auch wenn gerade die Sache mit Cleopatra hart an der Grenze des Zu-Dick-Auftragens (und teils eher unfreiwillig komisch) erscheint – ein gut erzähltes und spannendes Buch.
In Analogie zu den Vampirchroniken heißt auch Ramses Verdammnis Unsterblichkeit, mit der er nicht so ganz glücklich ist. Während aber Ramses durch die Sonne lebt – was eine ziemlich hübsche Idee ist, da die alten Ägypter die Sonne als Gott verehrten – wurden ihre Vampire davon immer gegrillt. Man kann also zu dem Buch sagen: eigentlich das selbe noch mal in grün.
„Die Mumie oder Ramses der Verdammte“ erschien 1992. Originaltitel: „The Mummy or Ramses the Damned“ aus 1989. Eine Fortsetzung ist am Ende groß und fett angekündigt – bis jetzt aber noch keine Spur davon (meines Wissens nach, wer mehr weiß also bitte Bescheid geben!).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 21:26:27 mit dem Titel Engel der Verdammten
Noch ein vampirloses Buch von Anne Rice:
Engel der Verdammten (Servant of the Bones) wurde 1996 geschrieben. Da Rice selten über normale Menschen schreibt, geht ist auch diesmal um ein untotes Wesen, um einen besonderen Geist. Interessant ist diesmal die Widmung des Buches: für Gott.
Inhalt:
Der Geist Azrael sucht eines Tages den Schriftsteller Jonathan auf, der sich aufgrund einer Art Schreibblockade in eine einsame Hütte zurückgezogen hat, und bittet Ihn seine Geschichte aufzuschreiben.
Azrael war ein Jude im alten Babylon, der zwischen seinem eigenen und dem babylonischen Glauben aufwuchs. Azrael hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem babylonischen Gott Marduk, der ihm schon als Jugendlicher erscheint. Aus eben diesem Grunde erhält er den Vorschlag babylonischer Mächtiger, sich zu opfern, um dem schwachgewordenen Gott Marduk zu stärken. Dafür dürfen die ehemals verschleppten Juden, Babylon verlassen. Azrael willigt ein, obwohl Marduk ihn warnt.
Azrael wird einem Ritual unterzogen, daß ihn eigentlich töten soll, im Endeffekt aber seine Seele von seinem Körper trennt und aus ihm ein Geisterwesen werden lässt, das an die eigenen Knochen –durch das Ritual vergoldet- gebunden ist, wie ein Flaschengeist an seine Flasche. Der Besitzer der Knochen hat die Macht über den Geist.
Über die Jahrtausende entwickelte sich Azrael vom schwachen verwirrten Gespenst, das seinem jeweiligen Meister gehorchen muss, und demzufolge auch mißbraucht wird, zu einem starken, unabhängigen Geisterwesen, welches zur Legende wird. Azrael erkennt dabei, daß er keinem Meister mehr folgen muss und auch nicht mehr an die Knochen gebunden ist. Er zieht durch die Lande und lässt sich teilweise unmateralisiert durch die Zeit treiben, immer auf der Suche nach einem Weg ins endgültige Jenseits, welcher ihm aber verwehrt bleibt.
Was ihn in unserem Jahrhundert wieder auf den Plan ruft, ist Gregory Belkin. Dieser hat ein riesiges religiöses Imperium aufgebaut, und ist als charismatischer Sektenführer medial allseits präsent. Belkin plant die Vernichtung der Menschheit mit Viren. Für sein Ziel opfert er selbst die eigene Tochter, deren Tod Azrael rächen will. Belkins Frau begeht Selbstmord. Azrael nimmt Kontakt zu Belkins Familie (Vater und Bruder) auf, die er verleugnet, da sie Juden sind. Er wendet sich aber auch an Gregory direkt, weil dieser ihn irgendwie fasziniert. Gregory sieht natürlich in erster Linie das Machtpotential, das er meint mit dem Besitz des Geistes Azrael erworben zu haben – schließlich gelangte Gregory in den Besitz dessen Gebeine.
Nun, das Ende ist happy, kein Virenalarm, der fiese Gregory kriegt sein Fett weg – von seinem Bruder und von Azrael in Gemeinschaftsarbeit.
Anne Rice macht das, was sie immer tut: sie schleift den Leser über ein paar hundert Seiten durch Jahrtausende von Weltgeschichte. Die Story ist diesmal an für die Autorin nicht ganz gewöhnliche Orte gebettet – d. h. nicht New Orleans, nicht San Franciso, nicht Ägypten, nicht Italien. Azrael ist eine recht sympatische und ein wenig tragische Hauptfigur, die mit dem Schicksal hadert, das Gute zu wollen, aber daür das Böse in Kauf nehmen zu müssen - sympatisch gerade gegen andere, vampirische Figuren, die z. T. einen doch etwas schwarzen Humor haben. Obwohl mir in ihren letzten Büchern die religiösen Aspekte eher auf die Nerven gehen, doch ein Buch, daß ich an zwei oder drei Nachmittagen „erledigt“ hatte. weiterlesen schließen -
Anne Rice "Hexenstunde"
26.08.2002, 19:30 Uhr von
HuiBuh
Hallo Ich tausche mich gerne mit anderen aus...verschiedene Meinungen und darauf zugehen sind ...Pro:
Fesselnde Lektüre die man nicht mehr aus den Händen leben mag...
Kontra:
Für einmal durchlesen zu kompakt, es empfiehlt sich das Buch 2 mal zu lesen
Empfehlung:
Nein
Ich bekam dieses Buch von einer Freundin geliehen die genauso gerne liest wie ich.
Die Anzahl der Seiten erfüllte mich mit Vorfreude: es waren 1086 Seiten, eine Wonne für jeden der gerne und auch viel liest. Da ich mysteriöses sehr gerne mag dachte ich mir gleich das dieses Buch etwas für mich war:
Dieses Buch gehört zu fast gleichen Teilen der Geschichte von Rowan und Michael, deren Seelen , ohne sich dessen bewußt zu sein, seid frühester Kindheit zusammenkommen müssen
Michael Curry erleidet einen Segelunfall, mehr tot wie lebendig findet ihn Rowan Mayfair, eine Ärztin. Sie rettet sein Leben und verschwindet dann..
Als Michael im Krankenhaus entdeckt das er seid seinem Unfall die Kraft der Psychometrie beherrscht, durch Handauflegen bzw. Berühren eines Menschen oder Gegenstandes die Zukunft sehen können, assoziiert er dieses mit seiner rätselhaften Retterin.
Michael kommt mit seiner Begabung nicht mehr zurecht und verkommt zu einem haltlosen Säufer. Als er entdeckt das er so nicht mehr weiterleben kann, setzt er alles daran seine Retterin zu finden.
Als Sie sich treffen verliebt sich Michael in Rowan und sie beginnen eine Affäre.
Rowan, die ein Adoptivkind ist, erfährt das Ihre leibliche Mutter gestorben ist. Sie fährt in Ihre Geburtsstadt um sie wenigstens in Ihrem Tod kennen zu lernen.
Sie erfährt das Sie einer großen Dynastie angehört, die schon seid dem frühen 17. Jahrhundert unvorstellbare Reichtümer angesammelt hat...auf scheinbar mysteriöse Art und Weise...
Was Sie noch nicht einmal erahnen kann ist das Sie einem alten Geschlecht von Hexen entstammt, den "Mayfair-Hexen", und mit dem Tode Ihrer Mutter noch etwas anderes geerbt hat: Lasher
Lasher ist ein Dämon der die Familie Mayfair, oder vielmehr die Hexen der Familie, beschützt. Lasher selber hat nur ein einziges Ziel in seinem ihm verworrenen Leben: Er möchte menschlich werden und Liebe, Gefühle erfahren
Durch zahlreiche Rückspanne zwischen den einzelnen Kapiteln des Buches wird die unzertrennbare Verbindung zwischen den Mayfairs und Lasher klar gemacht. Durch Zeit und Raum bleibt Lasher immer gleich, liebt jede Hexe für sich ...und doch alle zusammen in seiner ihm eigenen Weise, immer auf der Suche nach der einen, großen, Hexe mit der er sich zusammen tun kann, die ihm ebenbürtig ist!
Er erkennt diese Hexe in Rowan...
Nachdem Rowan ihre Familie kennen gelernt hat beschließt sie in Ihrer Heimatstadt zu bleiben und dort zu leben, Michael folgt Ihr da er auch in dieser Stadt groß geworden ist
Rowan erfühlt die Nähe Lashers gleichzeitig mit Begeisterung wie auch mit Angst. Sie erkennt das er mächtiger ist als alles was Sie jemals kennen gelernt hat...
Das Buch selber endet in einem unübertroffenen Finale das alles offen läßt, was ich hier auch nicht wiedergeben möchte, es sollte jeder der sich für Mysteriöses begeistert selber lesen.
Erschienen ist das Buch im Goldmann Verlag, ISBN Nr. 3-442-30425-3
Der amerikanische Originaltitel lautet: The Witching Hour weiterlesen schließen -
SPANNUNG WIE BEI TOM CLANCY
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Manchmal kauft man ein Buch aus der Not heraus, so wie bei diesem Buch, was ich heute einmal vorstellen möchte.
Da ein Freibadbesuch anstand und ich nichts mehr zu lesen hatte, sprang ich auf die Schnelle ins Buchgeschäft und kam mit einem spannenden Roman wieder heraus.
Bei dem Buch handelt es sich um den Roman von Patrick Robinson „Nimitz Class“. Ein Taschenbuch mit 493 Seiten aus dem Heyne Verlag zum Preis von ca. 8 Euro.
Zu bestellen ist es dort unter der Nummer 01/10852 oder anhand der
ISBN 3-453-12178-X
Zum Inhalt
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Die USA besitzt mit der „Thomas Jefferson“ den größten Flugzeugträger der Welt. Aufgrund seiner Größe gehört er zur s.g. „Nimitz Klasse“.
Dieser Flugzeugträger ist mit seinen 6000 Mann Besatzung und seinen 12 Begleitschiffen auf dem Weg in das arabische Meer.
Durch eine atomare Explosion wird das Schiff vernichtet und mit ihm die ganze Besatzung. Wie konnte es dazu kommen? War es ein technischer Defekt oder Sabotage? Ein Angriff hätte es ja nicht sein können, denn niemand nähert sich ungesehen und gehört einen so riesigen Trägerverband.
Doch mit der Zeit finden sich immer mehr Spuren die in den mittleren Osten führen. Zudem ging ein russisches Jagd-U-Boot verschwunden. Aber noch andere kleine Mosaiksteine werden auf einmal gefunden.
Mit den Untersuchungen zum Vorfall wird Commander Bill Baldridge beauftragt. Dieser eigentliche Nuklearexperte der Marine macht sich daran, alle Mosaiksteine wieder zu einem Ganzen zu formen. Er beginnt eine unermüdliche Jagd auf den Provokateur der Zerstörung.
Schnell wird ihm klar, dass ein russisches U-Boot die „Thomas Jefferson“ mit einem atomaren Torpedo versenkt hatte. Doch musste diese These auch bewiesen werden, was nicht einfach erschien.
Unterstützung fand Baldridge schließlich bei der englischen Marine. Genauer gesagt beim Ausbilder des U-Boot Kapitäns, hinter dem die ganze USA nun her war.
Meine Meinung zum Buch
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Ich musste bei der Inhaltswiedergabe schon genau aufpassen was und wie ich schreibe, denn ich wollte nicht zuviel verraten.
Laut dem Verlag soll es sich bei diesem Roman um die spannendste U-Boot Geschichte handeln, nach dem Erscheinen von „Jagd auf roter Oktober“.
Dem kann ich nur zustimmen, denn wer gerne Bücher von Tom Clancy ließt, der wird auch diese Geschichte mögen und in ihren Bann gezogen werden.
Schon beim Betrachten des Einbandes stellt man fest, dort in ein Flugzeugträger abgebildet, dass etwas besonders auf den Leser zukommt. So ist es auch, jedoch wird die Geschichte nie zu komplex, so das man den Überblick verlieren könnte.
Der Auto gibt schon zum Beginn des Buches einen Abriss über die Hauptpersonen dieser Handlungen und erläutert ihre Aufgaben. Weiterhin befindet sich zu jedem neuen und wichtigen Handlungsablauf eine detaillierte Karte.
Diese Karte (meist Seekarte oder Grundriss) unterstützt den Leser beim Verarbeiten der Handlung.
Wie dem Buch weiter zu entnehmen ist, handelt es sich um das Erstlingswerk von Patrick Robinson. Zuvor machte er sich als Autor zahlreicher Sachbücher einen Namen. Komisch ist an seiner Autobiografie, dass einiges dem von Tom Clancy ähnelt. Was jedoch nicht den Inhalt des Buches beeinflussen könnte.
Spannend vom Beginn bis zum Ende, ein roter Faden zieht sich durch das Buch und ließ mich wieder richtig süchtig werden. Dazu eine Grundstory, die vorstellbar und realistisch erscheint, außerdem beängstigend und erdrückend. Jedoch fehlt aber nicht die nötige Portion Patriotismus, welche das Buch zusätzlich auszeichnet.
Kauft es Euch selbst und fällt Euer Urteil, meines kennt Ihr ja schon.... Volle Punktzahl für diesen spannenden Roman.....
Gruß Jürgen weiterlesen schließen -
Naomi Ragen: Das Tagebuch der Hannah Mendes
18.08.2002, 03:18 Uhr von
helmut.agnesson
Ich denke, es kann gut sein, auch mal wieder bei Yopi zu schreibenPro:
gute Information über sefardisches Judentum
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Dieses, 1998 erschienene Buch, ist eine Mischung aus historischem Roman und einem Gegenwartsroman. Der historische Teil handelt von der Familie Mendes, welche den schwierigen Weg der scheinbar gewordenen Christen gegangen sind ,ehe sie Spanien und Portugal doch ganz verließen und in Antwerpen eine neue Heimat fanden. Wir erfahren von den Schwierigkeiten der historischen hauptperson Hannah Mendes, von der Schwierigkeit, als Scheinchrist soweit möglich dem Judentum verbunden zu bleiben und der daraus resultierenden ständigen Lebensbedrohung.
Der Gegenwartsteil befasst sich mit zwei Jüdinnen in Amerika, Suzanne und Francesca, die dem Judentum relativ entfremdet in einer Reformgemeinde eher weniger zu Hause sind (Achtung: Der Begriff Reformjudentum ist in Europa anders verwendet als in Amerika; in Europa versteht mensch darunter vor allem Masorti (konseratives) und liberales Judentum, während es in Amerika alleine eine weitere, recht weit von den Traditionen entfernte Strömung im Judentum bezeichnet).
Diese beiden recht unterschiedlichen Frauen werden von ihrer sterbenskranken Großmutter nun auf eine Europareise geschickt. Auf dieser Reise sollen sie die fehlenden Manuskriptseiten finden und haben dabei sogar einen überraschend guten Erfolg. Sie finden aber noch viel mehr. Wenn Ihr bis zum Ende lest, erfahrt Ihr das. Nun, es ist für Suzanne, die ein wenig chaotisch ist -dafür aber reiseerfahren - und die sozial engagiert ist und die karriereorientierte Francesca nicht gerade einfach, gemeinsam dieser Aufgabe nachzugehen. Interessant, wie die beidinnen sich zusammenraufen.
Was beide finden, ist jeweils der Partner fürs Leben. Für beide ein Partner aus sephrdischer Tradition; das heißt, beide finden auch einen Zugang zu einem nicht ganz so reformierten Judentum, ohne gleich orthoprax zu werden.
Die Männer finden sie auf eine doch recht typische Art, wenn auch mit Hilfe der großmutter. Suzanne den ihren, als sie auch in Europa gleich ein Frauenhaus besucht und sich in einem dort gerade arbeitsseitig anwesenden Mann verliebt .. und prompt erst mal mit ihm durch die Länder zieht. Francesca verliebt sich dagegegen beim gemeisnamen Suchen nach dem Manuskript in ihren Helfer. Beide Schwestern begegnen sich mehr oder weniger zufällig in Venedig, als sie zwischenzeitlich getrennt waren und dort treffen sie auch auf Personen, die doch eigentlich seit geraumer Zeit gestorben sind... Dies wird nie deutlich aufgeklärt,was den Reiz, über dieses Buch nach dem Lesen weiter zu reflektieren, erhöht.
Dieses Buch, welches ich in der Bibliohek ausgeliehen habe, lohnt wirklich zu lesen. Es sit sowohl unterhaltsam als auch lehrreich. Ein bißchen Hintegrundinformationen über Judentum sind sicher nicht schlecht, andererseits ist der größte Teil des Buches aber auch ohne zu vestehen. das Buch aht 446 leicht zu lesende seiten und die autorin bittet ihre LeserInnen um Reaktionen, behufs dessen gibt sie ihre Emailadrese an. Eine gute Idee. weiterlesen schließen
Informationen
Die Erfahrungsberichte in den einzelnen Kategorien stellen keine Meinungsäußerung der Yopi GmbH dar, sondern geben ausschließlich die Ansicht des jeweiligen Verfassers wieder. Beachten Sie weiter, dass bei Medikamenten außerdem gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
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