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Tests und Erfahrungsberichte
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Etwas Marquis de Sade gefällig???
5Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Ich lese gerne und viel , nur schreibe ich seltener über die Bücher die ich lese und das soll nun anders werden.
Vor zwei Wochen habe ich mal wieder im Internet nach neuem Lesestoff gesucht und bin auch fündig geworden.
Also eben mal fix die Bücher bestellt und ein paar tage auf den Postboten gewartet.Das erste Buch, welches ich mir aus dem Karton gegriffen habe war von Marquis de Sade und heisst:
Justine – oder vom Missgeschick der Tugend
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In diesem Roman des berüchtigten Autors geht es um zwei Schwestern die sehr unterschiedlich sind.Er spielt um 1780 in Frankreich.
Justine, die Jüngere der beiden, besitzt ein absolut reines Herz und ist ein sehr guter und gottesfürchtiger Mensch. Ihre Schwester Juliette hingegen will nach oben, was es auch kostet und nimmt dafür auch Verbrechen und Mord in Kauf.
Am Anfang der Geschichte entscheidet sich Justine für den Weg der Tugend und somit gegen ihre Schwester , diese wollte mit Justine zusammen eigentlich die Freiheit geniessen nachdem der Vater der Mädchen verschwand und die Mutter an ihrem Kummer starb.
Justine merkt aber, dass ihre Schwester einen „lasterhaften“ Weg einschlägt und will daher ihr Glück lieber alleine machen.
Das gestaltet sich aber unheimlich schwierig da sie von einer Misere in die nächste gerät- und das immer wieder-dabei will sie immer nur Gutes tun und helfen .
So passiert es ihr zum Beispiel das ein Arzt sie als Hausmädchen einstellt und sie zwei Jahre für ihn arbeitet.Eines Abends allerdings, als sie alleine im Haus ist, hört sie ein klägliches Wimmern aus dem Keller.Sie findet dort dann ein eingeschlossenes Mädchen welches darum bettelt freigelassen zu werden.
Justine erfährt dass das Mädchen erst zwölf und die Tochter eines Jägers ist die man entführt hat.
Sie verspricht dem Kind zu helfen und verlässt sie für diesen Abend.
Als ihr Herr nach Hause kommt hat er einen Kollegen mitgebracht und Justine kann belauschen das die Männer an dem Kind ein tödliches Experiment am nächsten Abend durchführen wollen.
So hilft sie dem Mädchen am nächsten Tag zu entfliehen und ist froh das sie helfen konnte.
Als die beiden Männer jedoch am Abend in das Haus kommen und sehen, was passiert ist , wird sie böse bestraft: Sie bekommt von jedem einen Zahn gezogen und eine Zehe abgeschnitten. Anschliessend wirft man sie aus dem Haus.
Immer wieder gerät Justine in diesem Buch in solche Situationen in denen sie für ihre guten Taten gestraft,gedemütigt und fast bis zum Tod mißhandelt wird..
Selbst das Gefängnis und jahrelange Vergewaltigungen durch Klosterbrüder werden ihr nicht erspart.
Nach vielen Jahren trifft sie durch einen Zufall ihre Schwester wieder.Diese hat es in der Zwischenzeit durch ihren Lebenswandel den sie führte zu etwas gebracht und ist schwer reich.
Justine hingegen befindet sich in Begleitung von Polizisten ,diese sollen sie zu einem Gefängnis überführen. Sie ist wegen mehrerer schlimmer Verbrechen verutrteilt worden die sie nie begangen hat.
Die Schwester erkennen sich nicht wieder und Justine hält Juliette für eine noble Dame.
Nachdem Juliette die Polizisten nach Justines Vergehen gefragt hat soll das Mädchen selber berichten.
In vielen Stunden erzählt sie ihren Leidensweg, am Ende erkennen sich die Schwestern wieder und fallen sich in die Arme.
Aufgrund wichtiger Bekanntschaften von Juliette werden alle Anklagen gegen Justine fallengelassen und die Schwestern leben gemeinsam im Hause eines wohlhabenden Freundes.
Die Freude jedoch währt nicht lange.Am einem Sommerabend entlädt sich ein schweres Gewitter und Juliette bittet ihre jüngere Schwester die offenen Fenster zu schliessen.Dabei wird Justine tödlich vom Blitz getroffen.
Die Schwester entsagt darauf hin ihrem lasterhaften Leben, spendet ihren Reichtum an wohltätige Stiftungen und geht in ein Kloster.
Oft muss man bei Marquis de Sade zwischen den Zeilen lesen sonst ergibt vieles in diesem Roman keinen rechten Sinn.
Die Nachricht die jedoch jedem klar und verständlich rüberkommt sagt aus, das man durch reines Gewissen und Tugend in seinem Leben nicht weiterkommen wird.
De Sade predigt auf gewisse Art und Weise den Egoismus als den einzigen und richtigen Weg den ein Mensch beschreiten kann, um glücklich zu werden.
Ich habe die Lektüre ( die oft durch lange Dialoge schwer zu verfolgen war) sehr genossen.
Der Roman gibt zum Teil auch Aufschluss über das damalige Denken und Leben der Menschen und zeigt auf, wie sehr wir uns seitdem verändert haben.
Der Autor:
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Er wurde 1740 als Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade in Paris geboren. Sein Vater war ein Diplomat.
1772 wurde er zum ersten Mal wegen Ausschweifungen und Sexualdelikten ( Homosexualität) verurteilt.Insgesamt 31 Jahre verbrachte der Marquis in Irrenanstalten und Gefängnissen und starb 1814 in einer Nervenheilanstalt.
Man sagt, seine vielen Werke haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Literatur , Psychoanalyse und Philosophie gehabt .
Mein Fazit:
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Für mich persönlich hat sich der Kauf und das Lesen dieses Romanes auf alle Fälle gelohnt.
Marquis de Sade versucht in diesem Werk falsche Moralvorstellungen zu entlarven was ihm auch sehr gut gelingt.Es ist definitiv kein Werk was man mal eben so nebenher lesen kann,man muss sich mit dem geschrieben wirklich auseinander setzen um zu verstehen was de Sade zum Ausdruck bringen will.Zudem finde ich,es gibt einem sehr viele Denkanstösse in die verschiedensten Richtungen.Dieses Buch bekommt einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und wird bestimmt noch mal von mir gelesen.Auch denke ich darüber nach mir weitere Bücher dieses Autors zu kaufen.
Das Buch ist im Ullstein Verlag erschienen,es hat mich 6,00 Euro gekostet.ISBN-Nummer: 3-548-25475-6
Schönen Abend noch
wünscht Euch
Annette weiterlesen schließen -
Buchbesprechung: Richard Sennett, "Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus."
28.01.2003, 19:07 Uhr von
Anachronistin
Weltoffene Realistin mit gelegentlichen Tendenzen zum Negativdenken - was immer das bedeuten mag.Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Sennett, Richard (1998): Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus
(Originalausgabe: The Corrosion of Character)
Berlin Verlag
Dieser Beitrag soll einen allgemeinen Einblick in das Buch von Richard Sennett geben. Vertiefende Informationen findet man unter dem von mir veröffentlichten Beitrag: "Richard Sennett - Eine Abhandlung". Viel Spaß beim Lesen!
Im Mittelpunkt der Untersuchungen von Richard Sennett steht der Begriff der Flexibilität. Sennett zeigt verschiedene Phänomene kapitalistischer Charaktere auf. Anhand von Fallbeispielen erklärt er den Wandel vom Kapitalismus zum flexiblen Kapitalismus und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft. So beschreibt er, dass es heutzutage für den einzelnen Menschen unmöglich ist, das eigene Leben noch als „lineare Erzählung“ (S.17) verständlich machen zu können. Das Individuum verharrt „in einem Zustand des Dahintreibens“ (S.22) – was als „Drift“ (S.37) bezeichnet wird. „Die Angst“ (S.10) ist steter Begleiter im Zeitalter der Schnelllebigkeit. Der menschliche Charakter ist ursprünglich ausgelegt auf Langfristigkeit, Verlässlichkeit und Entwicklung. Der flexible Kapitalismus jedoch verlangt vom flexiblen Menschen die stete Bereitschaft, sich immer neuen Aufgaben zu stellen, jederzeit Arbeitsstelle und Wohnort zu wechseln, offen für Veränderungen zu sein, ständig Risiken einzugehen und weniger abhängig von Regeln und förmlichen Prozeduren zu sein. So schafft das neue Regime in Wirklichkeit neue Kontrollen, statt die alten Regeln einfach zu beseitigen.
Sennett bezieht in seinen Ausführungen eindeutig Stellung und bekennt sich als Anhänger des „alten Regimes“. An seinem Bespiel wird deutlich, dass Wissenschaft eben immer auch subjektiv ist. Er fand bei seinen Untersuchungen eben jene „Wahrheiten“ heraus, die zu entdecken er sich erhofft hatte, dies ist zumindest mein Eindruck.
Sennett schreibt unterhaltsam und verständlich, das Buch erscheint eher romanhaft als populärwissenschaftlich.
Im großen und ganzen ist Sennetts Buch sehr interessant, und bietet durch die enthaltenen Thesen viel Stoff für Diskussionen. Insgesamt hätte ich mir den Aufbau des Buches jedoch systematischer gewünscht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-20 20:41:04 mit dem Titel Shalev, Zeruya: "Liebesleben"
Ich glaube mich in einem Strudel wieder zu finden, der mich, zum Großteil ungefragt, in diese Geschichte, in diese fremde, und doch auch bekannte Welt hineinreißt...
Zeruya Shalev beschreibt in ihrem Roman eine junge Frau, verheiratet, unauffällig, angepasst. Ihr Leben ist eines derer, die man als gewöhnlich bezeichnen würde. – Der Leser wird schnell gepackt von ihren Zweifeln, es sind Zweifel an sich selbst, an ihrem Leben, an den Menschen, die sie umgeben. Sie ist die still Leidende, die ausbrechen will aus ihrem Sumpf von Traurigkeit und Eintönigkeit. Man wird Zeuge ihrer reichhaltigen und vielfältigen, doch sehr negativ ausgerichteten Emotionen. Auf der Suche nach dem, was glücklicher, zuversichtlicher und zufriedener machen könnte, stürzt sie von einem Tal ins nächste.
„Liebesleben“ vermittelt authentisch und lebensnah das Dasein eines Menschen, dessen Innenleben und Denken auf so direkte Weise dargestellt werden, dass man sich einfach angesprochen fühlen muss. Teilweise habe ich mich gefühlt wie ein heimlicher Beobachter. Ich habe mich dabei fast ein bisschen geschämt, weil ich den Eindruck hatte, etwas mitzuerleben, was mir nicht zusteht. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, in die tragischen Geschehnisse einzugreifen, das Drama aufzuhalten oder wenigstens zu unterbrechen. Ich empfand mich beim Lesen als Teil des Romans, mal war ich die junge Frau, mal die fassungslose Außenstehende.
Das Buch ist sehr eindrucksvoll geschrieben. Als gewöhnungsbedürftig würde ich die fehlende wörtliche Rede bezeichnen.
Dezember 2001
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-13 21:25:04 mit dem Titel Sennett, Richard - Eine Abhandlung
Sennett, Richard (1998): Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus
(Originalausgabe: The Corrosion of Character)
Berlin Verlag
Aufgrund mehrfacher Nachfragen veröffentliche ich nun eine tiefgreifendere Abhandlung über vorgenanntes Buch. Es handelt sich bei der Veröffentlichung um Auszüge einer wissenschaftlichen Hausarbeit, welche ich vor ca. zwei Jahren geschrieben habe.
1. Kapitel: Drift
Sennett beschreibt den menschlichen Charakter als ethischen Wert, den wir unseren eigenen Entscheidungen und unseren Beziehungen zu anderen zumessen. So ist der Mensch bestrebt, langfristigen und gemeinschaftlichen Zielen zu folgen und dabei Erfahrungen zu sammeln. Treue und gegenseitige Verpflichtung spielen hierbei eine wichtige Rolle. Der Mensch gewinnt durch diese Charaktermerkmale an Selbstachtung und Selbstwertgefühl, er definiert sich über selbst erbrachte Leistungen und der dafür erhaltenen Zuwendung seiner Mitmenschen.
Der flexible Kapitalismus jedoch zeigt, dass Unternehmen, die auf selbige tradierte Werte bauen, und in Generationen denken wollen, zum Scheitern verurteilt sind. Die Ikonen des schnellen Erfolges heißen Silicon Valley, Microsoft oder Intel – Firmen, die sich der neuen Zeit- und Arbeitszeitorganisation angepasst haben. „Projekte“ und „Arbeitsfelder“ ersetzen dort die herkömmlichen Arbeitsstellen.
Der auf Kurzfristigkeit angelegte Kapitalismus bedroht den Charakter, insbesondere die Bindungsfähigkeit des einzelnen.
„Distanz und oberflächliche Kooperationsbereitschaft sind ein besserer Panzer im Kampf mit den gegenwärtig herrschenden Bedingungen als ein Verhalten, das auf Loyalität und Dienstbereitschaft beruht.“ (S.29)
„Auf die Familie übertragen bedeuten diese Werte einer flexiblen Gesellschaft: bleib in Bewegung, geh keine Bindungen ein und bring keine Opfer.“ (S.29)
2. Kapitel: Routine
In diesem Kapitel werden die Auffassungen von Diderot und Adam Smith gegenübergestellt, wobei Sennett eindeutig mit Diderot symphatisiert, und weit mehr positive Gedanken zu dessen Sichtweise herausstellt, als er dies bei Adam Smith tut. Diderot glaubte daran, dass der Mensch durch die – regelmäßige und routinierte – Arbeit zum Frieden mit sich selbst fände, da er die Kontrolle über Arbeitsvorgänge hätte. Hingegen schildert Adam Smith, Autor des Buches „Der Wohlstand der Nationen“, dass ein Zusammenhang zwischen dem Wachstum freier Märkte und gesellschaftlicher Arbeitsteilung bestünde. Smith: „Jemand, der tagtäglich nur wenige einfache Handgriffe ausführt, ... verlernt, seinen Verstand zu gebrauchen, und (wird) so stumpfsinnig und einfältig ... , wie ein menschliches Wesen nur eben werden kann.“ Sennett kommt schlussfolgernd zu dem Ergebnis: „Routine kann erniedrigen, sie kann aber auch beschützen. Routine kann die Arbeit zersetzen, aber auch Leben zusammenhalten.“ (S.54)
3. Kapitel: Flexibilität
Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Flexibilität entstammt der Beobachtung, dass sich ein Baum, der durch den Wind bewegt wird, zwar biegen kann, dann aber wieder seine vorherige Gestalt annimmt.
„Im modernen Gebrauch des Wortes Flexibilität verbirgt sich ein Machtsystem. Es besteht aus drei Elementen: dem diskontinuierlichen Umbau von Institutionen, der flexiblen Spezialisierung der Produktion und der Konzentration der Macht ohne Zentralisierung.“ (S.58/59)
4. Kapitel: Unlesbarkeit
Die berufliche Identität ist für die wenigsten Menschen noch definierbar, da durch die Aufhebung der Routinearbeit kaum noch ein Arbeiter genau bestimmen kann, welche Aufgaben er an seiner Arbeitsstelle erledigen muss. Die Arbeitskräfte sind in immer größer werdender Anzahl von computerprogrammierten Maschinen abhängig, und besitzen kaum noch praktisches Wissen. Die Arbeit wird per Knopfdruck bewältigt.
5. Kapitel: Risiko
Die Instabilität flexibler Organisationen zwingt die Arbeitskräfte zum Eingehen immer neuer Risiken.
„ ... die gesellschaftliche Produktion von Reichtum geht einher mit der gesellschaftlichen Produktion von Risiken.“ (Ulrich Beck, Soziologe)
„Im flexiblen Kapitalismus erfahren Menschen, die sich verändern, drei Arten von Unsicherheit, nämlich durch mehrdeutige Seitwärtsbewegungen (1), retrospektive Verluste (2) und unvorhersehbare Einkommensentwicklung (3).“
(1) Der Arbeitnehmer wird in den Glauben versetzt, eine höhere Stellung in dem losen Netzwerk zu erlangen, dabei findet im eigentlichen Sinne lediglich eine Seitwärtsbewegung statt.
(2) Geht der Arbeitnehmer in einer flexiblen Organisation das Risiko des Wechsels ein, besitzt er in den meisten Fällen nur wenige Informationen über seine neue Position, und erkennt dadurch Fehlentscheidungen erst nachträglich.
(3) Konnte man im alten Regime davon ausgehen, dass ein Stellenwechsel in ein anderes Unternehmen unbedingt mit einer Lohnerhöhung verbunden war, so ist dies heute nicht der Fall.
„ ... die Fähigkeit, Vergangenheit abzuschreiben und die Unordnung als fruchtbar zu sehen, sind Arten, am Rande des Abgrunds zu leben.“ (S.105)
Sennett betont, dass zu früheren Zeiten die Fluktuation zwischen den Firmen weitaus niedriger war als heute. Damals waren sich die Arbeitnehmer sicherer, ihren Arbeitsplatz zu behalten, und konnten dementsprechend eine Bindung zum Unternehmen aufbauen.
„Das Risiko im realen Leben hat eine ganz andere, elementare Antriebskraft: Die Furcht davor, nichts zu tun. In einer dynamische Gesellschaft ist der Stillstand wie der Tod.“ (S.116)
„Bei der Konfrontation mit etwas, das ungewiss, konfliktträchtig und daher beunruhigend ist, richtet sich die Aufmerksamkeit eines Menschen eher auf die unmittelbaren Umstände als auf langfristige Perspektiven. Die Sozialpsychologie bezeichnet diese Verfassung als ´kognitive Dissonanz´ - miteinander konfligierende Bedeutungsrahmen.“ (S.120) Der Mensch ist also stets bemüht, etwas Greifbares in seinem Leben zu haben, etwas, auf das er sich stützen kann, etwas, das Bestand hat.
Ein weiterer Problembereich liegt im Lebensalter begründet. So steht heute „Jugend“ für Flexibilität, während „Alter“ Erstarrung bedeutet. Im flexiblen Kapitalismus zählen nur unmittelbare Fähigkeiten: Im Laufe der Jahre gesammelte Erfahrungswerte werden kaum geachtet, sondern lediglich als festgefahrene Einstellungen gewertet. Es konnte beobachtet werden, das ältere Angestellt eher Entscheidungen von „oben“ widersprechen, welche ihnen verfehlt erscheinen. Allerdings drücken sie damit ihre Loyalität gegenüber dem Unternehmen aus. Jüngere Angestellte hingegen sind aus Sicht der Unternehmen wesentlich formbarer, da sie eher Risiken eingehen und bereitwilliger Anordnungen befolgen, auch wenn diese falsch sind. Auch lösen sie sich leichter vom Unternehmen, sie „springen lieber selbst, als das sie geschubst werden“.
6.Kapitel: Das Arbeitsethos
Sennett beginnt dieses Kapitel mit einem Zitat von Oscar Wilde: „Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche geht, tut es auf eigene Gefahr.“
Die Arbeitsethik befindet sich in der Krise. Besonders deutlich zeigt sich dieser ethische Konflikt zwischen Arbeitswelt und Familie. Eltern wollen ihren Kindern Verhaltensweisen wie Solidarität vorleben, geraten jedoch in Konflikte mit den Anforderungen, denen sie sich selbst in der Arbeitswelt stellen müssen, und die so wenig mit Gemeinschaftlichkeit und Brüderlichkeit zu tun haben. Vielmehr sind solche Fähigkeiten gefragt, welche auf distanzierte, oberflächliche und selbstdisziplinierte Beziehungen abzielen.
In der alten Arbeitsethik waren die Menschen versucht, sich ihren Wert durch die Arbeit zu beweisen.
Die heutige Konzentration auf Teamarbeit, Kooperationsfähigkeit und die Anpassungsfähigkeit des Teams an verschiedenste Anforderungen kennzeichnet den neuen Arbeitsethos. Sennett bringt es auf Seite 133 auf den Punkt: „Teamwork ist die Gruppenerfahrung der erniedrigenden Oberflächlichkeit.“
„Gruppen neigen dazu, zusammenzuhalten, indem sie sich auf die Oberfläche beschränken, geteilte Oberflächlichkeit hält die Leute durch die Vermeidung schwieriger, umstrittener und persönlicher Fragen zusammen.“ (S.145)
Die neue Kultur von Image und Information betont die ihr eigene Flexibilität und Offenheit. Diese Eigenschaften lassen aber nur Oberflächlichkeit zu, da sie stets einem Wandel der Anforderungen gegenüberstehen.
Unternehmen trimmen ihre Angestellten durch Verhaltensmaßregeln eher zur „Freundlichkeit“, als dass sie ihnen die tatsächlichen Anliegen ihrer Kunden nahe legen. Von Sennett werden diese Verhaltensnormen sehr treffend als „Masken der Kooperativität“ bezeichnet, welche sich durch diese erlernte, förmlich-freundliche Sprache ausdrücke. Doch nicht nur in Bezug auf die Kunden der Unternehmen werden solche Regeln des Verhaltens eingeübt und propagiert, sondern auch in den Beziehungen der einzelnen Arbeitnehmer untereinander im Gefüge eines Unternehmens. „Die Arbeiter hielten ... einander direkt ihre Fehler vor. Sie wurden dazu bei Meetings angehalten, die einer Gruppentherapie ähnelten – einer Therapie im Interesse der Bilanz.“ (S.152)
7. Kapitel: Scheitern
„Der Markt, auf dem der Gewinner alles bekommt, wird von einer Konkurrenz beherrscht, die eine große Anzahl von Verlierern erzwingt.“ (S.159)
Der Mensch gerät in arge Konflikte mit sich selbst, wenn es ihm nicht gelingt, ein Mindestmaß an Stabilität und Festigkeit in seinem Leben aufrechtzuerhalten, zu leben, statt nur zu existieren. Da es aber im neuen Kapitalismus unmöglich zu sein scheint, eine Karriere zu verfolgen, also etwas Vorhersehbares vor Augen zu haben, woran man sich festhalten, worauf man sich stützen, und worauf man aufbauen und planen kann, ist das Scheitern automatisch vorprogrammiert. „Der Mensch, der eine Karriere verfolgt, definiert für sich langfristige Ziele, Verhaltensmaßregeln im Berufs- und Privatleben und ein Verantwortungsgefühl für sich und sein Verhalten.“ (S.163)
Katherine Newman erklärt das Scheitern eines Individuums so, dass der Mensch entdeckt, dass er nicht so gut ist, wie er geglaubt hat, und gerät dadurch in Unsicherheit, weil er nicht mehr definieren kann, wer oder was er ist.
8. Kapitel: Das gefährliche Pronomen
Durch die Verwendung des Wortes „WIR“ wird ein Gemeinschaftsgefühl gezeigt.
„Eine der unbeabsichtigten Folgen des modernen Kapitalismus ist die Stärkung des Ortes, die Sehnsucht der Menschen nach Verwurzelung in einer Gemeinde. All die emotionalen Bedingungen modernen Arbeitens beleben und verstärken diese Sehnsucht: die Oberflächlichkeit des Teamworks; und vor allem die allgegenwärtige Drohung, ins Nichts zu fallen ...“ (S.189)
Ursprünglich entstehen soziale Bindungen aus einem Gefühl gegenseitiger Abhängigkeit. Derartige Symbiosen sind jedoch im flexiblen Kapitalismus nicht gefragt, nein, ihnen wird sogar entgegengewirkt, denn eine zu enge Bindung der Mitarbeiter untereinander ist nicht erwünscht, sondern wird eher als Gefahr angesehen.
Alte Hierarchien standen für Abhängigkeit, aus welcher die Menschen durch das neue Regime befreit werden sollten, um durch ein risikogekennzeichnetes Leben Selbstversicherung zu erlangen, anstatt, wie im alten Regime, voller Ehrfurcht auf das Unvermeidliche zuzugehen.
„Die Scham über Abhängigkeit hat eine praktische Konsequenz. Sie untergräbt das gegenseitige Vertrauen und die Verpflichtung auf ein gemeinsames Ziel, und das Fehlen dieser sozialen Bindungen bedroht die Funktion jeder kollektiven Unternehmung.“ (S.194)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-28 18:07:18 mit dem Titel Der Campus - Ein grandioses Werk
Der Campus - Ein grandioses Werk
Vor einiger Zeit zog es mich wieder einmal auf einen Flohmarkt. Mein hauptsächliches Interesse bei Flohmarktbesuchen gilt den angebotenen Büchern. Auch dieses Mal wurde ich fündig, und konnte u. a. „Der Campus“ von Dietrich Schwanitz zu einem Schnäppchenpreis von 1,50 € erwerben.
Dietrich Schwanitz ist Professor für Englische Sprache und Kultur. Er arbeitete an der Universität Hamburg, gab seine Professur allerdings aus gesundheitlichen Gründen im Jahre 1997 auf.
Sein Erstlingsroman, „Der Campus“, wurde zum Bestseller und wurde schließlich auch verfilmt.
Zunächst erhält man auf den ersten Seiten des Buches den Hinweis darauf, dass die Figuren des Romans frei erfunden sind, und daher Ähnlichkeiten mit lebenden Personen nicht beabsichtigt und rein zufällig sind.
Hauptperson des Romans ist Prof. Hanno Hackmann, der an der Universität Hamburg Kultursoziologie lehrt. Seine Frau Gabrielle wird als hysterische, exaltierte und exzentrische Person beschrieben, die Hanno Hackmann mehr als einmal die Nerven zu zermürben zerscheint. Die Eheleute Hackmann haben eine gemeinsame Tochter.
Seit einiger Zeit schon unterhält Hanno eine Affäre zu einer seiner Studentinnen, Barbara Clauditz, genannt Babsi. – Da dieses Verhältnis Gefahr läuft, von seiner Frau aufgedeckt zu werden, und Hanno Befürchtungen hegt, dass Gabrielle sich dann von ihm scheiden lassen würde, beschließt er, Babsi zu verlassen. Als diese nun einen Gesprächstermin bei ihm wahrnimmt, klärt er sie über sein Vorhaben auf. Babsi möchte zum Abschied noch einmal mit ihm schlafen, was Hanno natürlich nicht ablehnen kann. – Das sich nun, in seinem Arbeitszimmer, darbietende Schauspiel wird von fünf Bauarbeitern beobachtet, die auf einem Gerüst stehend Beifall klatschen.
Hanno ist folglich besorgt, dass durch diese Bauarbeiter Gerüchte über ihn und Babsi verbreitet werden, die dann seiner Frau Gabrielle zugetragen würden.
Babsi bricht ihr Soziologie-Studium ab, um sich dem Theater zuzuwenden. Sie bekommt zunächst die Hauptrolle in einer modernen Fassung des Theaterstücks „Medea“, in welchem sie eine Studentin spielen soll, die von ihrem Professor vergewaltigt wurde. – Bei einer Theaterprobe spielt sie die entsprechende Szene und bricht danach zusammen, als sie berichtet, dass sie vor kurzem erst von einem Hochschullehrer vergewaltigt wurde. – Sie glaubt, mit dieser Aussage ihrer Karriere einen Anstoß gegeben zu haben und hofft auf begeisterte Anteilnahme. – Die jedoch bleibt aus, zumindest in der von Babsi erwünschten Form. Sie verliert die Hauptrolle und wird aufgrund ihres Nervenzusammenbruchs sofort in die Psychiatrie eingeliefert.
Die Ereignisse überschlagen sich und die Dinge nehmen ihren unhaltbaren Lauf. Eine Reihe von Intrigen werden gesponnen, Verdächtigungen werden hinter vorgehaltener Hand gemunkelt. Schließlich gerät Hanno Hackmann ins Zentrum der Gerüchte. Er wird verdächtigt, der gesuchte Täter zu sein.
Alle Versuche von Babsi, ihre Aussage zu revidieren, werden nicht mehr hinreichend beachtet. Längst hat der Fall zu viele Interessenten gefunden, die mittels falscher Verdächtigungen, Bestechungen und Verleumdungen ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen.
Wie es weitergeht mit Prof. Hackmann, ob er seine Unschuld beweisen kann, und was mit Babsi geschieht, und wer sonst noch seine Finger im Spiel hat, wird hier natürlich nicht verraten.
„Der Campus“ ist ein überaus intelligenter Roman, verfasst in der gewohnt brillanten Sprache von Dietrich Schwanitz.
Empfehlenswert ist dieses Buch mindestens für jene Menschen, die selbst an einer Universität studieren oder vorhaben, das zu tun. Besonders geeignet erscheint mir der besprochene Roman für Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften, weil diese neben der Freude am Roman auch noch das fachliche involviert sein des Autoren Schwanitz genießen können.
Schwanitz, Dietrich (1995): Der Campus
Goldmann-Verlag
ISBN 3-442-43349-5
Neupreis: 14,90 DM weiterlesen schließen -
Eine Wanderung voller Abenteuer... Der Wanderchirurg/ Wolf Serno
28.01.2003, 15:19 Uhr von
nordlicht1
Ich bin 26 Jahre alt, noch, und lebe mit meinem Mann 2 Katzen und unserem Hund in der Nähe von Ha...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Anno domini 1556:
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Ein gigantischer Sturm rauscht über die spanische Küste. Ein Knabe wird in ihm auf einem Schiff geboren, von einer geheimnisvollen Maid.
Nur dem Mut des anwesenden Chirurgicus ist es zu verdanken, das der Knabe lebt... und dies bezahlt der Arzt teuer!
Schon dieser Anfabg fesselte mich und ließ mich auf ein geniales Werk hoffen.
Der Autor Wolf Serno, geb. 1944 in Hamburg machte seine Leidenschaft für die Seefahrt, der Medizingeschichte und des Mittelatlers Luft, indem er im Jahre 2000 dieses Buch schrieb.
Anno domini 1576:
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Der Abt von Campodius ruft den jungen Kloster-und Chirurgicusschüler Vitus zu sich ans Sterbebett, um ihm sein Geheimnis anzuvertrauen.
Vitus erfährt, daß er als Findelkind vor der Klostertür ,in ein rotes Damas-Tuch eingewickelt,
gefunden wurde.
Bestickt war dieses Tuch mit einem unbekanntem Wappen.
Nach den Tode des Abtes macht sich Vitus auf den Weg seine wahre Herkunft zu ergründen und zieht hinaus in die Welt.
Bewappnet nur mit ein paar geldstücken, Lebensmitteln, dem Tuch , seinem wichtigstem Besitz dem Buch "de Morbis", ein paar Instrumenten und seinem Mut.
Doch mit der Freiheit kommen die Sorgen und Abenteuer.
Vitus gerät in die Fänge der Inquistion.
Anmerkung:
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Von da an darf man über den Inhalt eigentlich nicht mehr so viel erzählen, da man dem Leser sonst die Spannung nimmt.
Nur so viel sei gesagt:
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Vitus trifft durch vidrige Umstände auf eine Gauklertruppe, reist mit ihnen als behandelnder Chirurgicus umher, wird verschleppt und trifft in vielen Abenteuern Freunde aber auch Feinde, stets jedoch sein Ziel vor Augen
Die Antwort auf die Frage:
Wer bin ich?
Mich fesselte dieses Buch sehr, überraschte mich immer wieder durch genaust recherchierte Inhalte, wie z.B. Heilmitteln, Folterwerkzeuge etc.
Der Autor scheint sich zuvor sehr genau und intensiv mit der Materie befaßt zu haben und spiegelt in diesem Buch seine Leidenschaft dafür wieder.
Die Geschichte eröffnete mir Dinge über das Mittelalter, die Inquisition und die Heilkunst, die ich bis dato noch nicht wußte.
Der Autor regte mich mit seiner Geschichte an mich mehr damit zu beschäftigen.
Erschienenist das Buch als Deutsche Erstveröffentlichung beim Der Club,vom Verlag
Droemersche,die Buchnr: ist 059006 und es ist in einem Schutzumschlag gefaßt.
Die Seitenzahl beträgt 640 Seiten.
Fazit:
..........
Ein interessantes, aufschlußreiches und gut recherchiertes Buch welches für mich in den 640 Seiten selten an Spannung verlor.
Empfehlenswert für jeden, der mehr über diese Zeit wissen möchte oder einfach nur mal ein gutes Buch lesen will. weiterlesen schließen -
Die Hölle das sind die anderen
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Jeder macht sich Gedanken, über das Jenseits. Aber was kann man als Resümee ziehen?
Hölle, Fegefeuer? Was ist Verdammnis?
Satre zeigt in seinem Drama Geschlossene Gesellschaft eine ganz andere Hölle, als man sie sich vorzustellen vermag. Nichts mit körperlichen Qualen. Nein, die Hölle, das sind die anderen!
Zu Sartre:
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Sartre war mit Camus und deBevouir einer der führendsten Existentialisten. Mit Letzterer verbindete ihn eine lange Beziehung, wobei beide eine enge monogame Beziehung ablehnten.
Sartre erhielt den Literaturnobelpreis, den er aber aus Protest gegen solche Preise, und die Glorifizierung der Preisträger ablehnte.
Er starb 1985.
Zum Existentialismus:
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Sartre ist der Begründer (das traue ich mich hier so sagen)des Existentialismus. Jener philosophischen richtung, die das Nachkriegs- Frankreich aufrüttetlte.
Im Existentialismus gibt es kein Davor und kein Danach, es geht um die reine Gegenwart, die momentanige Existenz eben. Man wird als Mensch in das Leben geworfen und scheidet wieder aus. Alles dazwischen wird von der Essenz bestimmt.
Christlicher Glaube, ja sogar jede Relegion, die auf das Jenseits vertröstet, oder an Wiedergeburt glaubt, wird abgelehnt.
Zum Drama:
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Nach dem Tod treffen sich drei Personen in einem Raum. Eine Lesbe,hart und männlich; eine Zuckerpuppe, schön und eingebildet; ein Mann, feige und verlogen.
Drei Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Früher mal drei Menschen, die sich nie über den Weg gelaufen wäre.
Doch die drei Menschen haben nur eine Sehnsucht: sie wollen bewundert werden, sie wollen, dass man ihnen recht gibt.
"Nein, Du hast alles richtig gemacht im Leben!"
Doch durch diesen Egoismus, ziehen sich die drei eine Schlinge um den Hals die immer enger wird.
Doch wo ist der Ausweg?
Selbstmord, Mord? Alle sind schon tot!
Ist das die ewigkeit?
Wo bleibt die Zeit?
Ein Drama, das Fragen aufwirft!
Was sollen sie tun?
Am Schluß bleibt nur die Antwort: WEITERMACHEN!
Zum Buch:
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In einem dünnen rororo Buch wird dem Leser die Hölle verständlich gemacht, nicht die körperlichen Qualen sind das Schlimme, nein, die seelischen. Man kann nicht aus, man weiß nicht weiter, und man ist allein!
Das Buch ist schnell zu lesen, man kann sich sehr gut in die Charaktere hineinversetzen, und das Wichtigste: Es regt zum Nachdenken an. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Der Ring der Gedanken
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Der Ring der Gedanken von Andreas Schlüter
Dtv junior, ISBN 3-423-70475-6 KT
7,00 €, Lesealter ab 10 Jahre
kurze Inhaltsangabe:
Ben findet in einem Elsternest einen Ring, den er mit nach Hause nimmt. Auf dem Weg zu sich nach Hause, passiert etwas Merkwürdiges: er kann plötzlich Dinge vorhersehen, die noch gar nicht passiert sind. Schon komisch!
Es kommt allerdings noch schlimmer. Der Ring ändert seine Farbe und Ben erkennt, daß er nun die Gedanken aller lesen kann, auf die er den Ring gerichtet hat. Anfangs eine Entdeckung, die ihn und natürlich auch seine Freunde begeistern. Doch mit der Zeit stellt sich heraus, daß dieses Wunder auch seine Nachteile haben kann. Insbesondere dann, wenn der Ring Kolja, seinem Erzfeind aus der Schule in die Hände fällt. Vor allem, weil es unmöglich scheint, Kolja den Ring wieder abzunehmen: denn wer Gedanken lesen kann, dem kann man kaum etwas verheimlichen ...
Eine weitere Geschichte von Andreas Schlüter, der phantasievoll, lustig und spannend zu schildern weiß, wie weit uns die heutige Technologie bringen kann.
Es ist ja nicht so weit hergeholt, daß es eines Tages möglich sein wird, die Gedanken anderer Menschen mit Hilfe eines Computerchips zu lesen.
Und ob es dann natürlich so angenehm ist, wenn jemand in der Lage ist, unsere Wünsche, träume und Gedanken zu lesen, das wage ich ganz stark zu bezweifeln.
Und es ist genau diese Erfahrung, die Ben und seine Freunde dazu bringen, gemeinsam mit ihrem Erzfeind Kolja gemeinsame Sache zu machen, um das Unheil abzuwenden, welches von dem Ring ausgeht.
Mehr von Ben und seinen Freunden in:
Level 4 – Die Stadt der Kinder
Achtung, Zeitfalle!
Jagd im Internet
Geisterhand
Die Fernsehgeisel weiterlesen schließen -
Sidney Sheldon "Im Schatten der Götter"
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Der neugewählte Präsident der USA will völlig neue Wege mit seiner Ostpolitik gehen. Es geht um Entspannung und großzügiges Verhalten gegenüber den Ostmächten.
Mary Ashley ist Mitarbeiterin für Politikwissenschaften mit dem Spezialgebiet Osteuropa an der Kansas State University und hat eine Arbeit bezüglich der Entspannungspolitik veröffentlicht, die genau den Vorstellungen des Präsidenten entspricht.
Da sie also seine Ideen mittragen und entsprechend umsetzen könnte, will er ihr den heiklen Posten der rumänischen Botschafterin anbieten. Als völliges Greenhorn soll sie in ein Land und eine Situation, die sich gerade erst wieder zaghaft den USA gegenüber öffnet.
Natürlich sagt sie ab. Doch nur wenige Tage später verunglückt ihr Mann und Mary steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben – also willigt sie schließlich, auf das erneute Drängen des Präsidenten hin, in den Job ein.
Nach einem Crashkurs in Diplomatie reist Mary nach Rumänien, der Heimat ihres Großvaters. Wie sie schon in Washington unerhört von der Presse gefeiert wurde, so wird sie auch in Rumänien begeistert empfangen.
Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge um sie herum und jemand versucht, sie umzubringen. Mary ist völlig auf sich gestellt, da die Mitarbeiter in der Botschaft offensichtlich gegen sie sind. Mehr als einmal steht sie am Rande der Verzweiflung und will nach Hause.
Doch mit dieser Welt hat sie abgeschlossen – mit dem Mut der Verzweiflung stürzt sie sich in die Arbeit und versucht nebenbei noch herauszufinden, wer hinter ihr her ist...
Wir haben es hier mal wieder mit einem typischen Sheldon Roman zu tun. Und das ist einerseits sicherlich ein Lob, andererseits aber auch Kritik. Und fangen wir gleich mal damit an:
Schon wieder skizziert Sheldon diese perfekte Familienidylle, bei der man am liebsten die Tüte rausholen wollte. Alle haben sich furchtbar lieb. Und trotzdem die Eltern bis zu 14 Stunden arbeiten, haben sie genug Zeit und Geduld, sich noch voll ihren Kindern zu widmen, die so viel Verständnis und Begeisterung aufbringen, dass es schon weh tut.
Und als ob das nicht reicht, wird aus Mary auch noch die perfekte amerikanische Heldin: Sie zweifelt, kann aber gar nicht aufgeben und eigentlich auch gar nicht verlieren. Denn sie kommt aus niederen Verhältnis und steigt empor zu den höchsten Rängen (hier) der Diplomatie. Sie verkörpert den ach so tief sitzenden amerikanischen (Alb)traum vom Tellerwäscher zum Millionär in der hundersten abgewandelten Form.
Dabei bleiben aber leider alle Figuren nur Skizzen – niemand bekommt von Sheldon einen solchen Tiefgang, dass man sich identifizieren könnte oder meinetwegen auch nur mitbangen.
Über diese Einstellung könnte man ja hinwegsehen, denn damit ist er bekanntlicher Weise nicht der einzige amerikanische Schreiberling, wenn denn die Story wenigstens entsprechend spannend und rasant inszeniert wäre – wie wir es ja auch von einem Sheldon gewöhnt sind. Aber leider klappt auch das diesmal nicht.
Der Roman ist in drei große Bücher geteilt: Mary zu Hause, Mary in Washington und Mary in Rumänien. Teilweise liest sich diese Idylle und unermüdliche Aufstiegsgeschichte sehr zäh. Ich habe das Buch aber nicht weggelegt, weil Sheldon eben sein Handwerk versteht. Ein ums andere Mal, wenn ich wieder mal herzhaft gähnen wollte, schaffte es Sheldon, überraschende Ereignisse einzubauen, neue Wendungen anzudeuten und ausreichend Spannung für einen Krimi zu erzeugen. Dabei behilflich sind ihm sicher auch die verschiedenen Handlungsebenen, bei denen der Leser nicht immer genau weiß, was und wer dort gerade aktiv ist.
So kämpft man sich also mal mehr, mal weniger motiviert durch das Buch, um am Ende den wie üblich übertriebenen Showdown zu erleben.
Warum legt man das Buch nicht einfach weg. Es ist einfach Sheldons Schreibstil. Er benutzt eine flotte und einfache Sprache. In der Regel verliert er sich nicht in Beschreibungen, die den Leser langweilen. Er weiß, wie man mit geschickten Spannungsbögen den Leser am Ball hält, fordert seinen Geist aber nicht zu sehr – z.B. durch wenige und einfache Figuren.
Fazit: Glücklicherweise habe ich das Buch nur als Strandlektüre gehabt. Denn sonst hätte ich mich vermutlich doch sehr über dieses handwerklich sehr ordentlich gemachte, aber recht einfallslose und teilweise ordentlich gestreckte Werk geärgert.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-22 20:03:13 mit dem Titel Willbur Smith: Die Schwingen des Horus
Der Ägyptologe Duraid Al Simma und seine Frau Royan finden im Grab der altägyptischen Königin Lostris durch Zufall ein Versteck mit 10 Amphoren, die jeweils eine Schriftrolle enthalten.
Zusammen machen sie sich daran, diese Schriftrollen zu übersetzen. Doch das Unterfangen nimmt schon mehrere Jahre in Anspruch, denn der Schreiber war ein kluger Mann.
Taita scheint ein Genie gewesen zu sein. Eigentlich war er ein Sklave. Aber gleichzeitig verkörperte er auch einen genialen Baumeister, gewitzten Schreiber und innovativen Künstler. Und er war der engste Vertraute der Königin Lostris.
Während Duraid und Royan die ersten 6 Rollen, die sie aus der Kammer retten konnten, noch relativ gut übersetzt bekommen haben, legt ihnen Taita in der siebten Rolle Steine in den Weg.
Verschlüsselt durch intrigante Rätsel und geschickte Reime verweist der Inhalt der Rolle auf das im altägyptischen Hinterland (heute Äthiopien) verborgene prunkvolle Grab des Pharao Mamose.
Doch kurz bevor sich Duraid und Royan der Sache ganz sicher sein können und sie die Gelegenheit hätten, einen Sponsor für die Expedition zu gewinnen, werden sie überfallen.
Nur mit äußerstem Willen kann Royan sich retten. Ihr Mann Duraid stirbt einen qualvollen Tod, um ihr Leben zu schützen.
Die Rollen sind weg, die Daten in ihrem PC im Kairoer Museum gelöscht und auf der Straße entgeht sie wieder nur knapp einem erneuten Anschlag auf ihr Leben.
Doch Royan gibt nicht auf, hat sie ihrem sterbenden Mann doch versprochen, dass sie für ihn nach England geht und den Millionär Nicholas Quentin-Harper als Sponsor für die Expedition zu Mamoses Grab gewinnt.
Quentin-Harper ist interessiert, beißt aber erst so richtig an, als Royan auch in England nur knapp einen Mordanschlag überlebt. Er finanziert die Expedition und Royan soll mit ihrem fundamentalen Wissen über die 7. Schriftrolle das Abenteuer auch noch profitabel machen.
Doch sie sind nicht allein. Schon bald lernen sie ihren ebenso mächtigen wie skrupellosen Gegner kennen. Und plötzlich geht es nicht mehr nur darum, als erster das Grab zu finden, sondern auch darum, lebend aus diesem Abenteuer heraus zu kommen ...
Der verfälschte deutsche Titel (im Original heißt das Buch "Die siebte Rolle") und die sehr knappe Inhaltsangabe auf dem Cover meiner Ausgabe suggerieren einen altägyptischen Roman.
So landete auch dieses Buch als Geschenk gegen meine Lesesucht in meinem Repertoire.
Leider handelt es sich gar nicht um die gedachte Lektüre, sondern Smith legt hier einen ganz passablen, actionlastigen und teilweise richtig spannenden Abenteuerroman vor.
Im Laufe der Handlung des Buches erfährt man, dass die "Schwingen des Horus" ein zweiter Band sein soll. Der erste Band handelt nämlich genau von der Geschichte der Königin Lostris. Etwas merkwürdig fand ich diese Eigenwerbung und den mehrmaligen Cameoauftritt des Autors dann schon.
Die Pharaonenzeit wird hier jedenfalls nur als Handlungshintergrund und Gerüst für einen grausamen Wettkampf gewählt.
Und hier möchte ich auch entgegen aller Gepflogenheiten mit der Kritik beginnen.
Smith zelebriert förmlich die Gewalt!
In seinem Buch kommen logischerweise bei der Art von Geschichte mehrere Menschen auf die verschiedensten Weisen um. Smith lässt es sich dabei nicht nehmen, jeden einzelnen Todesfall so detailliert zu beschreiben, dass man (fast) den Eindruck gewinnt, diese Passagen wären seine liebsten und hätten ihm am meisten Spaß gemacht. In meinen Augen ist das allerdings mehr als unnötig und sehr übertrieben.
Doch keine Angst, der Roman besteht ja nicht nur aus einer Auswahl an Todesarten.
Aber diese Lust an ausschweifenden Beschreibungen taucht später wieder auf. Nämlich beim Showdown. Als Leser ist man bereits atemlos und gierig, das Geschehen weiter zu verfolgen. Und plötzlich schiebt Smith einfach noch ein Kapitel mit ausführlichsten Beschreibungen von Grabkammern und deren Schätzen ein. Das finde ich nicht sehr klug, denn ich habe diese Seiten leider vor Ungeduld nur überflogen.
Das ist wiederum auch Smith's Stärke! Der Roman ist von Anfang an unglaublich dicht, spannend und mitreißend. Die Story nimmt den Leser gleich gefangen und zieht ihn mit.
Smith weiß eben durch einfache und klare Figuren und Charaktere (Das Böse ist eben abgrundtief böse und hässlich – das Gute ist attraktiv und lieb) sowie geschickte Spannungsbögen und viel, viel Action und Tempo zu fesseln.
Der Schreibstil ist prägnant und leicht verständlich, so dass sich das Buch wirklich schnell liest - ok, über einige Kapitel bin ich nur drübergeflogen. Und wer die Story nicht ganz so ernst nimmt, wird bestens unterhalten.
Fazit: "Die Schwingen des Horus" ist ein actionreicher und spannender – teilweise aber auch brutaler – Abenteuerroman um die Suche nach einem Pharaonengrab.
Die Schwingen des Horus
Willbur Smith
Bechtermünz Verlag
ISBN 3828967906 weiterlesen schließen -
Ich will eine Million ! Bodo Schäfer : Der Weg zur finanziellen Freiheit
22.01.2003, 13:06 Uhr von
harmonbaker
harmonbaker residiert in Hessen, ersinnt ihre Berichte im tiefsten Vogelsberg, hat Fotografie als...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich will eine Million !
Wer kann schon dem Titel widerstehen ?
Der Weg zu finanziellen Freiheit. Wer möchte nicht frei sein, finanziell und auch in anderer Hinsicht. Wobei das eine das andere fast zwangsläufig nach sich zieht.
Ein Buchtitel, der jeden anlockt, der nicht ohnehin seine „goldene Gans“ schon im Stall stehen hat und vielleicht gerade auch diesen.
Da werden zunächst Wünsche geweckt und Hoffnungen gemacht, Selbstanalyse gefordert.
Das ist nicht schlecht, auf gar keinen Fall. Schäfer deckt das auf, wovon die meisten von uns träumen, ohne es sich selbst einzugestehen.
Der aufgezeigte Weg scheint eigentlich für jeden machbar und ist es wohl auch.
Die Selbstanalyse wird konsequent gefordert und kratzt tatsächlich am Innersten.
Denn tatsächlich, fast jeder wird bei sich selbst gewisse „Vorurteile“, Geld betreffend zu Tage fördern, seinen sie nun anerzogen oder aus der aktuellen Situation geboren.
Wer gibt schon offen zu,die These „ich will Geld und zwar viel“ zum ersten Lebensgebot zu machen.
Das klänge doch irgendwie unsauber. Und wer will das schon sein.
Schäfer zeigt klar und deutlich Wege zum Umdenken aus, denn Geld haben an sich ist neutral.
Das Sauber oder Unsauber ergibt sich aus der Art und Weise, wie man damit umgeht, wenn man es denn hätte.
Da hat er Recht.
Diese konsequente Anleitung zur Selbsterforschung und Hinleitung zum Umdenken ist sehr gelungen und zeugt von realer Erfahrung.
Danach schreitet man zur Tat. Oberstes Gebot soll sein Sparen, sparen,sparen.
Eigentlich weiß das ja ein jeder, kaum einer, der nicht von den Eltern schon hörte: Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.
Schäfer holt das leicht angestaubte Sparprinzip wieder aus der Schublade und gibt ihm neue Dimensionen.
Plötzlich sieht man es ein.
Auch, dass die hierzulande gar so beliebte Sparbuchvariante nicht das gelbe vom Ei ist, weiß eigentlich jeder.
Warum gibt’s eigentlich trotzdem so viele Sparkonten mit schäbigem Zinssatz.
Schäfer redet da vom „Armsparen“ und hart wieder einmal völlig Recht.
Er zeigt sodann konsequent die verschiedenen, durchaus machbaren Alternativen auf.
Eigentlich kennt die auch jeder, nur praktiziert werden sie nicht. Warum ?
Ich denke, die Zielgruppe der wenig bis etwas mehr Verdienenden hat schlichtt und ergreifend Angst und ist eben nicht informiert.
Bodo Schäfers Buch ist ein hervorragender Leitfaden zur Selbsthilfe und nimmt die elementaren Ängste vor dem Umgang mit Geld.
Eklatantes Beispiel : Ein jeder solle immer mit einem Tausendmarkschein in der Tasche außer Haus gehen (erst mal haben) , um sich so an das Geldgefühl zu gewöhnen.
Ich dachte darüber nach. Tatsächlich, wenn ich mal eine solche Summe in bar in der Tasche hatte, trachtete ich danach, diese schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen.
Vor wem eigentlich, wenn nicht vor mir selbst. Ich fühlte mich damit nicht wohl – genauso wie Schäfer das beschreibt.
Solche und ähnliche Beispiele gibt es bei Schäfer viele, die jedoch in meinen Augen nicht die Kernaussage des Buches sind.
Ich persönlich sehe diese in der Tatsache, dass dem Leser genauestens vor Augen geführt wird, was aus relativ kleinen Geldsummen in relativ kurzer Zeit werden kann wenn, ja wenn man sie eben nicht ausgibt.
Ich gedenke, ab sofort den ein oder anderen Vorschlag Schäfers in die Tat umzusetzen.
Das wird mich zwar nicht zum Millionär machen, aber immerhin real ein bischen wohlhabender werden lassen.
Beeindruckt hat mich auch das Kapitel über den finanziellen Schutz. So genau hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, welche Summe ich benötigen würde um mich sicher zu fühlen.
Wie viele andere auch habe ich den Begriff „Geld haben“ nie mit einer bestimmten Summe verbunden. Immer war diese eher unbestimmt, reich eben. Nur, was ist reich.
Schäfer zwingt den Leser, sich über diesen Punkt klarzuwerden und sich ein Ziel zu setzen.
Ziele zu haben, war noch nie verkehrt und nicht wenige haben einiges erreicht, weil sie viel wollten. So ist es !
Bodo Schäfers Buch widmet mehrere Kapitel der Aufforderung, sich mit reichen Menschen zu umgeben. Dies dürfte allerdings für Otto Normalverbraucher eher unrealistisch sein. Die Aufforderung, man solle sich seinen Bekanntenkreis nach dessen Brieftasche aussuchen, halte ich nicht für erstrebenswert. Ein wenig mehr sollte da doch schon mitspielen.
Gänzlich absurd erscheint mir schließlich die Ausführung über den sogenannten Coach.
Wer kann einfach hergehen, den nächsten Multimillionär ansprechen und ihn dazu bringen einem mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und noch dazu eine Geschäftsbeziehung mit ihm aufzubauen.
Nach meiner Ansicht kann man dieses Kapitel zwar verwundert durchlesen, sollte es jedoch tunlichst sofort in den Bereich der Fabel verbannen.
Alles in Allem finde ich, bietet das Buch eine hervorragende Hilfestellung zum Aufbau von Vermögen.
Es zeigt eigentlich kaum neue Wege, gräbt nur das längst Verschüttete oder Vergessene frei. Und zwingt den Leser Farbe zu bekennen, was er eigentlich vom Leben erwartet und das sollte sich für jeden als vorteilhaft erweisen.
Auf jeden Fall habe ich bereits Schäfers neues Werk, das in diesen Wochen auf den Markt kommt, geordert, denn...ich habe erkannt und kann es mir jetzt auch eingestehen: Ich will eine Million !!!! weiterlesen schließen -
Money Talks
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hunde können sprechen, wusstet ihr das nicht? Der Hund Money spricht mit dem 12-jährigem Mädchen Kira – allerdings ausschließlich über Geld. Und diese Geschichte hat mich beeindruckt, weshalb ich sie jetzt hier vorstellen möchte. Es geht um das Jugendbuch „Ein Hund namens Money“ von Bodo Schäfer, ein Buch das auch für Erwachsene durchaus lesenswert ist.
Die Story
Das 12-jährige Mädchen Kira findet einen verletzten Hund. Da die Diskussion der Eltern mal wieder ums Geld (und die damit verbundenen Probleme) geht, tauft sie den Hund auf den Namen Money. Eines Tages beginnt Money mit Kira zu reden – sein Thema ist das Geld. Er führt Kira an einen vernünftigen Umgang mit Geld heran und lehrt sie, nicht nur Geld zu verdienen, sondern auch, vernünftig damit umzugehen. Im Laufe der Geschichte lernt Kira immer mehr Menschen kennen, die ihr etwas zu diesem Thema beibringen können und Kira entwickelt nicht nur ein gutes Verhältnis zu diesem Bereich, sondern lernt auch, ihre Persönlichkeit zu stärken. Schließlich beginnt sie sogar, ihr Geld für sich arbeiten zu lassen und kann sogar ihren Eltern (die keinen guten Umgang mit Geld haben) bei deren Geldsorgen helfen ....
Der Autor
Bodo Schäfer ist Europas erster Money Coach. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, reich zu werden und zeigt in seinen Büchern den Weg und die notwenige Disziplin dazu auf. Mit 16 Jahren wanderte er in die USA aus und studierte Jura. Mit 26 Jahren war er bankrott, schaffte es aber – mit Hilfe von Mentoren – seine Schulden zu bezahlen und im Alter von 30 Jahren war er in der Lage, finanziell unabhängig zu agieren. Heute kann der Familienvater von den Zinsen seines Vermögens leben.
Technisches
„Ein Hund namens Money“ ist im Jahr 2000 im Lentz-Verlag das erste Mal erschienen und gehört eindeutig in die Kategorie Jugendbücher. Die Altersempfehlung liegt bei 10 Jahren. Die gebundene Ausgabe beinhaltet 207 Seiten (inklusive eines Nachwortes für Erwachsene), trägt die ISBN-Nummer 3880104824 und kostet bei amazon derzeit 9,90 Euro.
Meine Meinung
Um es vorweg zu nehmen: das Buch ist brillant. Die Story wird aus der Sicht von Kira in der Ich-Perspektive erzählt und ist teilweise witzig, teilweise ernst, aber stets lehrreich. Der Schreibstil ist relativ einfach gehalten, komplizierte Satzkonstruktionen findet man nicht. Dies ist auch gut so, denn das Buch wendet sich schließlich an Jugendliche ab 10 Jahren – und für diese Altersgruppe ist der Schreibstil genau richtig. Aber auch als Erwachsener kann man dieses Buch sehr gut lesen, ohne dass einem langweilig wird oder man das Gefühl hat ein Kinderbuch zu lesen.
Das Buch erhebt den Anspruch, das Thema Geld den Kindern näher zu bringen und ihnen einen Weg zu zeigen, bewusst und vernünftig mit Geld um zu gehen. Und diesem Anspruch wird das Buch voll und ganz gerecht. Das Thema wird sanft eingeführt und im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Aspekte und komplizierte Dinge hinzu. Dabei arbeitet der Autor sehr viel mit Metaphern und kleinen Randgeschichten (z.B. die Geschichte von der Gans) und stellt so Zusammenhänge bildlich und kindgerecht dar. Besonders fasziniert hat mich dabei, dass es gelungen ist, auch komplizierte Zusammenhänge wie Aktien und Investmentfonds zu erklären und für Kinder verständlich zu machen. Dabei greift der Autor ganz bewusst auf Alltagssituationen von Kindern zurück – und ermöglicht es so jedem jugendlichen Leser, sich in die Situation hinein zu versetzen und „ganz nebenbei“ die Zusammenhänge zu erkennen und etwas über das Thema zu lernen.
Über das Thema Geld habe ich von diesem Buch nichts dazugelernt – das liegt aber auch daran, dass ich mich mit dem Thema seit Jahren intensiv beschäftige. Gelernt habe ich aber sehr wohl etwas über die Einstellung von Menschen zum Thema Geld und über die Zusammenhänge zwischen einem guten Selbstbewusstsein und finanziellen Erfolg. Hier war mir vieles nicht so deutlich klar, wie es jetzt ist.
„Lieblingszitate“
Es gibt einige Aussagen in diesem Buch, die ich äußerst treffend finde – und von denen ich denke, dass man sie verinnerlichen sollte:
„Geld verdirbt nicht den Charakter, Geld zeigt ihn lediglich, denn Geld ist neutral“
„Das Wort VERSUCHE ist nur eine Ausrede. Man benutzt es, um eine Entschuldigung zu haben, wenn es schief geht. Erfolgreiche Menschen versuchen nicht, sie TUN einfach.“
Fazit
Ein Buch, welches ich jedem ans Herz legen kann. Es verschafft einen Überblick zum Thema Geld und erklärt in amüsanter Form die Zusammenhänge. Für Jugendliche ab 10 Jahren ist dieses Buch absolut geeignet und ich bin mir sicher, dass es helfen kann, Jugendlichen einen sinnvollen und vernünftigen Umgang mit Geld bei zu bringen. Jeder Jugendliche – aber auch jeder Erwachsene – sollte dieses Buch lesen und beherzigen. Absolut empfehlenswert.
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren
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Suter, Martin /"Ein perfekter Freund" - Gedächtnisschwund
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Urlaubszeit = Lesezeit. Und diesmal, nachdem ein Kollege mir von dem mir unbekannten Autor, Martin Suter, vorgeschwärmt hatte, nahm ich also „den perfekten Freund“ mit auf große Reise. Es war eine angenehme Freundschaft, soviel sei hier schon mal verraten....
Inhalt:
Fabio Rossi, von Beruf Journalist, erwacht in einem Krankenhaus und kommt nur langsam wieder zu sich. Er hat keinerlei Erinnerung daran, warum er überhaupt in diesem Medizintempel liegt. Von seinen behandelnden Ärzten erfährt er, dass eine Kopfverletzung der Grund für seine Einweisung war. Die Verletzung ist auch Ursache dafür, dass sein Erinnerungsvermögen ihm in Stich lässt. 50 Tage sind weg, ausradiert, sie fehlen einfach....
Und schon im Hospital fangen die seltsamen Begebenheiten an. Er erhält regelmäßig Besuch von einer jungen Frau. Angeblich seine jetzige feste Freundin. Aber er ist doch mit Norina zusammen – denkt er. Wenigstens Lucas ist noch da, sein Freund und Arbeitskollege. Mit ihm geht er gleich nach seiner Entlassung an seinen Arbeitsplatz, um so auch dem Rat seiner Ärzte „etwas zu tun“, Folge zu leisten. Dort angekommen wundert er sich, dass jemand anderes seinen Schreibtisch in Beschlag hat. Er erfährt auch sofort den Grund dafür, er hat nämlich gekündigt – auch diese Tatsache war ihm nicht mehr bewusst. So nimmt er von dort seine persönliche Habe mit und quartiert sich bei seiner ihm unbekannten Freundin ein.
Auch aus den Eintragungen in seinem Terminkalender wird er nicht schlauer. Merkwürdigerweise hören die Aufzeichnungen 2 Wochen vor seinem Unfall auf. Auch sein jetziger „Freundeskreis“ macht ihn stutzig. Wieso gibt er sich mit einem früheren Mitschüler ab, den er eigentlich noch nie leiden konnte?
So nach und nach erfährt er, dass er zuletzt an einer ganz „großen Sache“ dran war, die er im Anschluss an seine letzte Reportage aufgetan hat. Aber was war das? Er hatte einen Artikel über die Selbstmörder geschrieben, die durch den Zusammenprall mit Eisenbahnen aus dem Leben schieden. Das letzte Opfer dieses Schemas war ein Dr. Barth, der angeblich eine Methode zur Früherkennung von Bakterien (wir sprechen von BSE!) in Milch und Schokolade gefunden hat. War das die große Sache, im schokoladen-verrückten Land, der Schweiz? Warum erzählt sein Freund ihm nicht, woran er arbeitete. Hat er nach seinem Unfall die Recherchen alleine weitergeführt und zum krönenden Abschluss gebracht? Lucas’ Verhalten und weitere Erkenntnisse bestärkten Fabio in diesem Glauben. Endgültig wird Lucas zu seinem Feindbild, als er ihn mit seiner Ex-Flamme Norina erwischt.
Und so versucht er weiter nach alten Indizien zu forschen und den sich ergebenden Spuren nachzugehen. Je weiter er kommt, um so mehr muss er einsehen, dass er Lucas Unrecht tat.
Mein Eindruck:
Ein starkes Buch. Es hat zwar nur wenige Seiten (ganze 338 im kleineren Format), aber der Autor verblüfft den Lesen immer wieder mit einer ungeahnten Wendung in diesem Drama. Dadurch ist der vielzitierte Spannungsbogen von A-Z gegeben und als Leser saugt man den Inhalt nur so in sich auf. Über die in der Handlung vorkommenden Hauptpersonen verrät Suter auch nur zögerlich weitere Details. Auch dieses kommt der Spannung des Buches zu Gute. Gleichermaßen scheinen auch die Milieustudien dieser Personen in meinen Augen geglückt. Suter beweist Talent, die Geschichte erzählerisch so zu gestalten, dass im Prinzip das Buch doch ein wenig länger hätte sein können. Einige Dialoge zwischen den Romanfiguren entbehren auch nicht einer gewissen Komik, so dass am Rande auch geschmunzelt werden darf. Mir nur unverständlich, warum jede Person in diesem Buch eine „Agenda“ (Terminkalender) bei sich trägt. Gehört in der beschaulichen Schweiz wohl zur Grundausstattung eines Jeden dazu.
Der Autor:
Martin Suter ist gelernter Medienfachmann. Leser der Züricher Zeitung „Die Weltwoche“ werden ihm als Kolumnist kennen. Immerhin waren diese Kolumnen, in dem er die Welt der Firmen-Manager auf die Schippe nimmt, so erfolgreich, dass sie auch als eigene Buchreihe zu haben sind (Titel „Business-Class“). Daneben hat er aber auch schon weitere Romane veröffentlicht (u.a. „Small World“).
Das Buch:
Wie oben schon kurz angeführt, 338 Seiten im Kleinformat, d.h. die DIN -A 5 Größe wird knapp verfehlt. Bisher in der 1. Auflage nur als gebundenes Werk im Diogenes Verlag erschienen. Der Schutzumschlag zeigt den Ausschnitt einer Seite von einer Gartenlaube – passt zum weiteren Inhaltes des Romans. Unter der ISBN Nummer 3-257-06306-7 ist das absolut lesenswerte Buch momentan für wohlfeile 19,90 Euro zu haben. Zugegeben, nicht ganz preiswert, aber vielleicht habt ihr ja Glück auf dem Second-hand-Markt.
Nicht nur aufgrund seiner kompakten Größe ein idealer Reisebegleiter.
Viele Grüße
denali
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-06 21:23:13 mit dem Titel Simon, Alvah: "Nördlich der Nacht" - Licht zum Läusezupfen
Eigentlich war das Buch ein Fehlkauf und ich wollte es schon fast wieder zurückschicken. Davon bin ich aber nach einem groben Durchblättern irgendwie von abgekommen und so stach ich, während meines Urlaubes unter wärmender Sonne in See. Ziel war die Arktis (lesetechnisch gesehen), denn Kälteschockattacken während des Lesens waren mir bisher nicht überliefert....
Inhalt:
Alvah Simon ist ein Globetrotter auf seinem Segelboot. Auf seiner unendlichen Reise um die Welt lernte er nicht nur die verschiedensten Völker an fremden Küsten sondern auch seine Frau kennen, die fortan mit ihm durch die Wellen kreuzte.
Nach langen Jahren wieder zu Hause in Florida angekommen (hat so ein Mann überhaupt ein Zuhause bzw. Heimat?) hielt das Paar das Leben als "Landratten" nicht lange durch. Außerdem nagte in Alvah noch etwas, denn er hatte fast alle Naturvölker kennen gelernt, außer den Inuit (fälschlicherweise sagen wir fast alle "Eskimo" zu den in der Arktis lebenden Menschen).
Das sollte es also sein. Auf in die Arktis. Seine Frau hat er von dem Vorhaben schnell überzeugt, da Sie mehr Angst davor hatte, etwas Wundervolles zu verpassen als das die Fahrt in einer Katastrophe endet. Dann begann die mühevolle Suche nach einem für die nördlichen Breiten geeignetes Schiff. Nachdem diese "Klippe" in Kolumbien (!!) umschifft wurde startete die Zeit der langwierigen Vorbereitungen. Proviant, Notfallausrüstung, Ersatzteile und so weiter, denn Ziel des "Törns" war es eben nicht, da oben im Norden nur einmal vorbeizuschauen, sondern auch einen ganzen langen Winter dort zu bleiben. 2 Personen auf einem knapp 11 Meter langem Boot in einem Gebiet, in dem es 4 Monate am Stück stockdunkel ist....
So schipperten sie dann los und legten im US-Bundesstaat Maine ihre erste Überwinterung zur Probe ein. Verschiedene Materialien, die den Witterungsbedingungen nicht gewachsen waren, konnten so nochmals ausgetauscht werden, bevor es im Sommer dann endgültig los ging. Vor der langen entbehrungsreichen Zeit, lief man unterwegs jeden größeren Hafen an, um die Treibstoffvorräte aufzufüllen bzw. sich noch den Schiffskobold in Form einer Katze zuzulegen. Getauft wurde sie nach dem Ort der Familienzusammenführung und hörte fortan auf den Namen "Halifax".
Der überwiegende Teil der Leute - nein, eigentlich alle- denen sie von ihrem Plan erzählten, tippten sich an die Stirn....
Endlich im hohen Norden angekommen, begann die Suche nach einem geeigneten "Hafen" für die Überwinterung, der dann doch südlicher lag, als der Autor es wollte. Man richtete sich auf dem immer dichter werdenden Eis ein, verlagerte die Notfallausrüstung auf einem Schlitten außerhalb des Bootes und hoffte auf die Warnhinweise vor Eisbären von Halifax. Doch ein Notruf zerbrach die kleine Idylle. Alvah’s Schwiegervater lag im Sterben und so heuerte seine Frau in einer Nacht- und Nebelaktion ab und fuhr zu ihrem Vater.
Danach beschreibt Simon seinen Winter im Eis. Er berichtet von der Faszination des Nordlichts, tierischen Begegnungen und seinen eigenen Fehlern mit fast fatalen Folgen. Beispielsweise wurde die Kohlenmonoxidentwicklung der Heiz- und Kochgeräte nicht beachtet. Dies setzte ihm doch sehr zu, da er das Boot wegen der Kälte nicht ausreichend genug belüftete.
Ab und an erhielt Simon Besuch von den Inuit, die er während seiner Tour nordwärts eingeladen hatte, ihn doch mal zu besuchen, um ihr Leben besser kennen zulernen. Und so verging im langen arktischen Winter die Zeit, bis im Frühjahr seine Frau wieder auftauchte.
Doch während des kurzen arktischen Frühlings begannen die Probleme. Die Eisdrift drohte das Boot mit dem Heck unter die Wasserlinie zu drücken Ob die Drei ihr Boot retten konnten und was sie sonst noch so an Abenteuern erlebten, nun, das müsst Ihr schon selbst herausfinden....
Meinung:
Während ich das Buch so las, warf ich dem Autor im Stillen so einiges an den Kopf. Nachdem er seinen Plan darlegte war er für mich ein "Spinner" und als die Stärke seiner Besatzung feststand, reichte nicht einmal mehr das. Als seine Frau per Hubschrauber abgeholt wurde (was kostete eigentlich die Rettungsaktion?) und er allein im Eis zurückblieb, war Alvah Simon schon aus dem Stadium der Tollkühnheit hinaus. Am Ende hatte er seinen Schutzpatronen viel Arbeit aufgehalst. Wenn seine Geschichte wirklich so stimmt wie hingeschrieben (glaubhaft ist es allemal), dann ist er der größte "Glücksmurmler" des 20. Jahrhunderts, der den faszinierenden Lauf der Natur in der Arktis er- und überlebt hat. Aufgelockert und unterstützt wird das Werk von 20 Fotos aus der Eiswüste sowie einigen Kartenmaterialien. Insgesamt ist das Werk auch für diejenigen interessant, die schon immer mal was über die Inuit wissen wollten. Simon berichtet über deren Familienbande wie über Ess-, Schlaf- und Jagdgewohnheiten genauso wie über die Unterdrückung des Volkes durch den Staat. Und das alles sehr flott geschrieben, so dass das Buch allemal leicht lesbar bleibt.
Allerdings trägt die Übersetzung ins Deutsche doch manchmal sehr zur unfreiwilligen Erheiterung bei.
Buch/Autor:
Das Buch "Nördlich der Nacht" ist als Taschenbuch im Aufbau Taschenbuch Verlag (ISBN 3-7466-1821-5) erschienen und für stolze 8,50 Euro zu erwerben. Für gerade 308 Seiten kann ich mich nicht des Eindruckes erwehren, hier Jemandem seine kostspieligen Träume zu finanzieren. Im Preis inbegriffen sind auch solche Stilblüten á la "als die Temperaturen nach Norden hin immer weiter sanken auch öfter".....
Alvah Simon finanzierte seine Reisen durch Gelegenheitsjobs und Vorträgen (z.B. Dia-Shows). Für seine Berichte über erlebte Segelabenteuer wurde er auch mit Preisen bedacht. Angabegemäß lebt er noch immer auf seinem Schiff, wo auch immer auf dieser Welt.
Fazit:
Sowohl für Freunde wirklicher Abenteuergeschichten als auch für Interessenten an Flora und Fauna der nördlichen Hemisphäre ein sehr schönes Buch. Für diejenigen unter Euch, die mehr kriminalistische Einflüsse brauchen, ist das Buch eher ein Fehlgriff.
Auflösung der Überschrift: Mit "Licht zum Läusezupfen" beschrieb ein Inuk die Helligkeit des arktischen Vollmondes.... :o)
Viele Grüße
denali weiterlesen schließen -
Segal Erich - LOVE STORY
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Vor fast 30 Jahren rührte Erich Segal mit „Love Story“ Millionen zu Tränen. Ich will nicht falsch verstanden werden, der nachfolgende Bericht dient nicht dazu das Buch oder seine Leser „runterzumachen“. Mir persönlich gefallen vor allem die Wortgefechte die, die Protagonisten sich liefern und der schnoddrig unsentimentale Erzählstil des Autors.
1.) Inhaltsangabe
2.) Gedanken und Bemerkungen zum Buch
3.) Pressestimmen
4.) Der Autor
5.) Das Buch
6.) Fazit
1.) Inhaltsangabe
===============
Oliver Barret IV, Sohn aus sehr reichem Haus, Havard Student, Sportskanone und Draufgänger verliebt sich in die Musikstudentin Jenny. Jenny ist die Tochter eines Bäckermeisters italienischer Herkunft stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen.
Das Liebespaar verbringt eine unbeschwerte Zeit, zunächst noch ohne Zukunftspläne, als dann aber die Trennung bevorsteht weil Jenny ein Stipendium bei einer berühmten Musiklehrerin in Paris erhält, macht ihr Oliver, der sie nicht verlieren will, einen Heiratsantrag.
Die relativ große gesellschaftliche Distanz macht den beiden aber keine Probleme. Anders als dem Vater von Oliver, er lehnt die Verbindung kategorisch ab. Das Verhältnis von Oliver und seinem Vater ist auch ohne Jenny sehr angespannt. So lehnt Oliver alle Wertvorstellungen seines Vaters zu Recht oder zu Unrecht grundsätzlich ab. Dabei ist er in vielen Charakterzügen seinem Vater sehr ähnlich, so sind beide z.B. sehr dickköpfig was zu nicht unerheblichen Problemen führt. Nach einem letzten Streit über seine Beziehung zu Jenny sagt er sich von seinem Vater los, verschwindet aus seinem Leben und beginnt mit Jenny sein eigenes.
Das Verhältnis von Jenny, die ohne ihre Mutter aufwachsen musste, zu ihrem Vater ist das genaue Gegenteil von Olivers Verhältnis zu seinem Vater. Jenny wird von ihrem Vater abgöttisch geliebt und er akzeptiert alles was seine Tochter glücklich macht auch wenn es seiner eigenen Überzeugung grundlegend widerspricht. So verliert er auch nicht viele Worte, als Jenny und Oliver im eröffnen das sie, aus Überzeugung, nicht kirchlich heiraten werden. Auch hier akzeptiert er, obwohl er selbst streng katholisch ist, die Entscheidung seiner Tochter.
Da Oliver sich komplett von seinem Vater losgesagt hat steht das junge Paar nun völlig mittellos da. Wenigstens verhilft ihm sein bedeutender Name zu einem Stipendium so dass er weiter Jura studieren kann. Jenny nimmt unterdessen einen Job als Dozentin an einer Privatschule an um sie beide zu durchzubringen. Die großen wirtschaftlichen Probleme beinträchtigen aber ihrer Beziehung in keiner Weise sie sind glücklich und zufrieden und ihren Humor haben sie auch nicht verloren.
Nach drei Jahren beendet Oliver sein Jurastudium als drittbester seines Jahrgangs. Aufgrund seines guten Abschlusses und seiner gesellschaftliche Herkunft hat er keine Probleme einen erstklassischen Job in einer Anwaltskanzlei zu finden. Die mageren Jahre sind nun endlich vorbei und die Barrets gelangen zu einigem Wohlstand. Zum großen Glück fehlt eigentlich nur noch ein Kind, aber damit will es nicht so recht klappen. Das Paar lässt sich von einem Arzt untersuchen.
Das Untersuchungsergebnis ist katastrophal und bringt die ganze heile Welt von Oliver und Jenny zum Einsturz.
Hier breche ich die Inhaltsangabe ab um denjenigen die die Story nicht kennen den Lesespaß nicht zu verderben, obwohl ich glaube das es in diesem Universum niemanden gibt der die Geschichte nicht kennt.
2.) Gedanken und Bemerkungen zum Buch
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viel zu kurz
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Segal rast geradezu durch seine Geschichte, er macht nicht einmal den Versuch seinen Personen ein gewisses Profil zu geben. Er setzt seinen Lesern einfach die Archetypen der modernen Unterhaltungsliteratur vor und die können sich dann ihren Teil denken. Irgendwie habe ich beim Lesen immer das Gefühl dass der Autor es unglaublich eilig hat zum Ende zu kommen.
Schade um den guten Ansatz, wie schon gesagt die Wortgeplänkel der Protagonisten haben mir großen Spaß gemacht und die häufige wörtliche Rede macht, trotz Ich-Erzähler das Buch sehr lebendig.
Zitat ( Gespräch zwischen Jenny und Oliver über Olivers Vater ):
<< Aber was tut er, dass du ihn einen alten Schweinehund nennst. >>
<< Zwingt mich >>, erwiderte ich
<< wie bitte? >>
<< Zwingt mich >> wiederholte ich
Ihre Augen wurden so groß wie Untertassen.
<< Zum Inzest, meinst du?>> fragte sie
<< Komm mir nicht mit deinen eigenen Familienproblemen, Jen. Ich habe selber genug.>>
<< Welche denn, zum Beispiel, Oliver?>> fragte sie. << Wozu zwingt er dich denn? >>
<< Zu den < richtigen Dingen > >> sagte ich
<< Was ist denn verkehrt an den < richtigen Dingen >? Fragte sie und genoss offenbar ihr Paradoxon.
Ich erläuterte ihr, dass ich es zum Kotzen fände, immer auf die Familientradition der Barretts hin getrimmt zu werden.....Und es passte mir auch nicht in den Kram, bei jedem Semester die und die Leistungen produzieren zu müssen.
Zitat ende
Es hätte dem Buch nicht geschadet den Vater-Sohn-Konflikt etwas weiter auszubauen, zumal Pyschodramen in den 70gern große Mode waren oder die gesellschaftliche Vormachtstellung der weißen protestantischen Oberschicht im Amerika dieser Jahre zu kritisieren. Man hätte den Charakteren mehr Profil verleihen können, die Eindimensionalität der Akteure hat mich doch arg gestört. Schade, schade der Autor hat das Zeug dazu, aus dem Stoff hätte man eindeutig mehr machen können.
Trivialliteratur ( zitiert nach Brockhaus )
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>> Literatur, die in Stoff- und Motivwahl, Sprache, Handlungsführung »trivial« (gewöhnlich, schematisch) ist. Die T. gilt als niedrigste Stufe der Unterhaltungsliteratur; verbreitet sind Abenteuer-, Kriminal-, Liebes-, Heimatromane.<<
Ich frage mich wirklich ernsthaft was den Autor dazu bringt solche Geschichten zu verfassen? Er ist schließlich Professor für Literatur an den berühmtesten Universitäten der Welt. Er war jung und brauchte das Geld kann, nicht sein, mittlerweile hat er 3 solcher, nach dem gleichen Muster gestrickte, Werke vom Stapel gelassen. Irgendwie ist das so als würde Michael Ballack freiwillig in der Kreisliga Fußball spielen.
3.) Pressereaktionen ( man bedenke das Erscheinungsjahr 1970 )
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Der Spiegel: >> An dem Buch ist nichts interessant außer seinem Erfolg. <<
Salcia Landmann in St. Galler Tageblatt: >> Eine verwilderte Intelligenzia versucht seit Jahren, jede persönliche Liebesbindung aus kapitalistischer Besitzgier zu erklären und als einzige Liebesform eine anstrengende Promiskuität zu propagieren, die den jungen Leuten allmählich zum Halse heraushängt. Das > stille Glück im Winkel < mit Hilfe der guten alten Monogamie erscheint da wie ein Paradies auf Erden. Aber wer traut sich das schon auszusagen.<<
4.) Der Autor
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Erich Wolf Segal wurde am 16 Juni 1937 in New York als Sohn eines Rabbiners geboren und studierte in Havard klassische Sprachen und Literatur wo er später als Professor lehrte. Er ist heute Dozent am Wolfson College in Oxford.
Weitere Werke:
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Olivers Story ( 1976 )
Drehbuch zu Yellow Submarine ( 1968 )
5.) Das Buch
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Titel: LOVE STORY
Autor: Erich Segal
ISBN: 3 499 11623 5
Seiten: meine TB-Ausgabe hat 120 Seiten
Preis: ca. 8 EURO
6.) Fazit
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Außer der Story hat das Buch nichts mit dem Film gemein. Wem der Film zu schnulzig war, kann trotzdem Gefallen an dem Buch finden. Wie schon eingangs bemerkt das Ungewöhnliche an diesem Büchlein ist die schnoddrig, unsentimentale Erzählweise des Verfassers.
© by Araxas 25.08.02
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-27 22:40:38 mit dem Titel Sorensen, Per Helge / M@ilstorm
Tja, meine Meinung zu diesem Werk ist recht gespalten, da gibt es einige Dinge die mir gut gefallen und wiederum andere die einfach nur schlecht sind.
1.) Internetthriller
2.) Handlung
3.) Gedanken und Bemerkungen zum Buch
4.) Das Buch
5.) Der Autor
6.) Fazit
1.) Internetthriller
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Im Gegensatz zu anderen Machwerken, bei denen in der Handlung 'mal kurz 2 E-Mails hin und her geschickt werden, die dann gleich als Internetthriller bezeichnet werden, ist in diesem Roman das Internet wirklich das Hauptthema. Und zwar geht es um Kryptographie, d.h. die Verschlüsselung von Daten die über das Internet gesendet werden und über das Interesse des Staates an der Kontrolle dieser Art der Kommunikation. Dieses Thema wird von dem Autor in allen Konsequenzen sehr gut dargestellt sei es nun von der technischen oder von der politisch, gesellschaftlichen Seite. Sehr positiv, deshalb eingangs besprochen und nochmals betont, der eigentliche Hauptdarsteller in diesem Buch ist das Internet.
2.) Handlung
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Die Handlungsbeschreibung wird sehr kurz ausfallen, weil sich der Autor, außer in den Fällen in denen es sich um Kryptographie handelt, ziemlich nüchtern und emotionslos die Geschichte erzählt. Es liegt durchaus ein gewisser Reiz darin den Erklärungen des Autors zu folgen, deshalb will ich nicht zuviel verraten.
ER ( der Protagonist ), ein Mathematikstudent an der Kopenhagener Universität, wird eines Abends Zeuge eines Mordes an einem Kommilitonen auf seinem Computerbildschirm. Als Bildschirmschoner ist an der Uni eine Software installiert die Bilder, die von den Webcams der angeschlossenen Computer aufgenommen werden, zufällig wiedergibt. Bei der niedrigen Auflösung kann er zwar erkennen was vorgeht aber die Indentifizierung der Personen bereitet ihm einige Schwierigkeiten.
Bei der nun folgenden Untersuchung durch die Polizei stellt sich heraus das 2 seiner Kollegen verschwunden sind, Martin und Thor. Obwohl es nicht ganz sicher ist geht ER davon aus das Martin das Opfer ist, unter anderem auch deshalb, weil ER von Martin, zwei, zunächst unverständliche, Mails in seiner Mailbox findet die dieser kurz vor seinem Verschwinden geschrieben hat.
Neugierig geworden stellt ER eigene Nachforschungen an und stößt damit in ein Wespennest. Gleich mehrere Interessengruppen, von denen der dänische Geheimdienst noch zu den harmlosen gehört, heften sich an seine Fersen. So langsam erkennt ER aber auch die Hintergründe des Mordes an Martin. Die Geheimdienste sind sehr stark daran interessiert die Kommunikation im Internet zu überwachen, dazu benötigen sie eine leistungsfähige Decodierungssoftware und so wie es aussieht ist Martin durch Zufall in den Besitz eben dieses Schlüssels gelangt.
ER bemerkt das er verfolgt wird und auch sein Computer und sein Telefon werden überwacht, ER kann sich dieses Interesser an seiner Person nicht so recht erklären, bis er einen Telefonanruf aus den USA erhält. Danach ist ihm einiges klarer, der Anrufer hat absichtlich eine falsche Spur gelegt und jeder glaubt nun ER wäre im Besitz des Schlüssels.
ER erkennt in welche lebensbedrohliche Situation er dadurch geraten ist und sieht keine andere Chance als nur wirklich den Schlüssel in seinen Besitz zu bringen. Kurzentschlossen fliegt er nach San Fransisco um sich mit seiner Internetbekanntschaft Dale zu treffen, die ihm bei der Lösung seiner Probleme helfen soll.
In den USA angekommen erlebt er zunächst einmal eine Überraschung, Dale ist nicht wie er angenommen hatte ein Mann, sondern eine Frau und obendrein noch recht attraktiv. Mit Hilfe von Dale und einigen Computerfreaks gelingt es ihm schließlich den Besitzer des Schlüssels ausfindig zu machen. Doch nicht nur ER ist an dem Schlüssel interessiert und es beginnt ein Wettlauf auf Leben und Tod.
3.) Gedanken und Bemerkungen zum Buch
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Stil
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Der Stil des Autors ist absolut gewöhnungsbedürftig, es wird in der Vergangenheit erzählt, und zwar ausschließlich aus der Sicht des Protagonisten, d.h. der Leser weiß nie mehr als die Hauptperson der Erzählung. Eigentlich wäre hier die Form einer Ich-Erzählung passender, aber gut, man kann sich daran gewöhnen, was mich aber stört ist das hier bloß ICH durch ER ersetzt wurde, künstlerische Experimente hin und her, dieses abweichende Stilmittel hätte man besser nutzen können oder am besten ganz darauf verzichtet. Warum rede ich nur immer von dem Protagonisten ? , ganz einfach der Autor verrät uns seinen Namen an keiner Stelle, die Charakterisierung der Personen die in der Erzählung auftreten fällt ebenso sparsam aus. Die Darstellung ist sogar mehr als spärlich, meist werden die Personen nur als "der Beamte" oder "der Systembetreuer" bezeichnet , die Charaktere sind mehr als flach dargestellt, zu allem Überfluss werden ihnen noch gängige Klischees angehängt, wie z.B. der ständig genervte "Systembetreuer" den man nur durch Freibier bestechen kann oder der Doktorant der sich nur von Spagetti in Tomatensoße ernährt.
Also, wenn ich einen Roman lese dann hänge ich mich zwar gerne am Thema auf, aber den letztendlichen Kick bringt mir immer noch die Nachvollziehbarkeit der Aktionen und Reaktionen der auftretenden Personen, dabei müssen diese nicht offensichtlich beschrieben werden, aber sie sollten doch irgendwie nachvollziehbar sein. Bei dem besprochenen Roman offenbaren z.B. hohe Regierungsbeamte ohne nachvollziehbarem Hintergrund wichtige Staatsgeheimnisse, aber warum?, Herr Sorensen, warum? für den logischen Fortgang der Geschichte sehr wichtig, aber an Hand ihrer Erzählung nicht nachvollziehbar.
Hier noch eine kurze Leseprobe damit sich der Leser selbst ein Bild machen kann ( Zitat ):
>> Er setzte sich mit dem Kaffee hin und öffnete den Mediaplayer. Das Klavier strömte in den Raum. Er hörte sich das ganze Thema an. Die ersten paar Takte des Solos. Dann öffnete er die Mail. Dale war neugierig, natürlich. Wollte hören ob er mit seiner Vermutung richtig gelegen hatte. Hatte es selber in ihrem Netz versuchen wollen. Aber der Verantwortliche für das Netz hatte sich nicht überreden lassen. Er öffnete ein Antwortfenster und legte los. Erzählte vom Kriminalkommisar. Dem Polizisten der in der Datenbar getanzt hatte. Zuletzt von Martins Mail. Die offene Frage. FreeFighter? Vielleicht wüsste Dale, was das alles zu bedeuten hatte? <<
Ingenieure schreiben Romane
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Irgendwie ist es schon lustig, der Autor entspricht durch seine Erzählweise jedem Klischee das man einem Ingenieur ( ich bin übrigens selbst Ingenieur ) nachsagt. Alles was mit Technik zu tun hat wird bis ins kleinste und sehr kompetent erzählt, während es sich mit der Beschreibung von Emotionen sehr schwer tut. Alle Personen erscheinen sehr steril und eindimensional.
Was mir besonders gut gefallen hat ist z.B. die Diskussion über den Sinn des Verschlüsselns von Nachrichten im Internet, der Autor lässt hier die verschiedensten Parteien ( z.B.Privatpersonen, Geheimdienst, Regierung usw.) zu Wort kommen und präsentiert eine ganze Palette von Meinungen zu diesem Thema. Er stellt dadurch sehr differenziert den Konflikt zwischen dem Schutz der Privatsphäre und dem Auftrag des Staates seine Bürger vor Kriminellen ( Terroristen ) zu schützen da. Leider ein sehr aktuelles Thema.
Übersetzung
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Die Übersetzung ist eine einzige Katastrophe. Ich habe den Roman zwar nicht im dänischen Original gelesen aber man erkennt auch so schon einige Schnitzer.
Zitat: >> Er wurde nicht gestört, bis ein deutscher Reisebegleiter ihn mit Mühe und Not davor bewahrte auf dem Hamburger Hauptbahnhof ausrangiert zu werden.<<
Häh !?, sinnlose Sätze wie der oben zitierte findet man in dem Buch einige. Im ersten Drittel des Buches ist auch immer wieder die Rede von "Rockern " die das Internet für ihre kriminellen Zwecke missbrauchen könnten. Ich hab' mich anfangs gefragt warum ausgerechnet Rocker ein gesteigertes Interesse am Internet haben sollten, denke aber mal hier wurde ein Begriff wie z.B. organisierte Kriminalität oder Terrorgruppe falsch übersetzt. Das es das Wort "Teenagerin" gibt bezweifele ich auch stark.
O.K., ich glaube damit habe ich deutlich genug gemacht wie schlecht die Übersetzung ist, der Übersetzer ist übrigens nicht namentlich auf dem Umschlag des Buches erwähnt.
4. ) Das Buch
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Titel: M@ilstorm
Autor: Per Helge Sorensen
ISBN: 3-404-14813-4
Seiten: ca. 400 Seiten beim TB
Preis: 7,90 EURO fürs TB
5.) Der Autor
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Per Helge Sorensen, geboren 1968, ist Ingenieur von Beruf. Unter anderem hat er im dänischen Forschungsministerium gearbeitet. M@ilstorm ist sein erster Roman.
6.) Fazit
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Wie schon gesagt ich weiß nicht so recht was ich von dem Roman halten soll, sehr positiv fand ich dass das Internet und seine gesellschaftlichen Auswirkungen wirklich Hauptthema des Buches waren, sehr interessant. Negativ war der emotionslose Stil des Autor, so richtig "eintauchen" konnte ich nicht in die Story und natürlich die haarsträubende Übersetzung.
(c) by Araxas / 08.12.02 weiterlesen schließen
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