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Tests und Erfahrungsberichte
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Der Weg zur finanziellen Freiheit - Bodo Schäfer
27.12.2002, 17:14 Uhr von
micharhhxx
Seit einiger Zeit bin ich nun schon hier bei Yopi aktiv und muss sagen es gefällt mir sehr gut. I...5Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
In diesem Buch will uns Bodo Schäfer zeigen, wie wir es selber schaffen können, ein Vermögen aufzubauen. Ich bin von dem Buch begeistert und kann jedem nur raten es zu lesen. Aber über eines muß sich jeder im klaren sein, das ist kein Fertiggericht. Es sind lediglich Rezepte, die man bekommt, kochen muß man dann immer noch selber. Und dass ist nicht so einfach, wie es der Titel vielleicht vermuten lässt.
Der erste (kleinste) Teil des Buches besteht aus der Analyse Ihrer Finanzen. Halten Sie einen Bleistift bereit, Sie werden Ihn brauchen. Und seien Sie nicht all zu entäuscht, wenn Ihnen die Analyse nicht gefällt. In dem Rest des Buches werden Sie das Werkzeug mitbekommen dieses zu ändern.
Im zweiten Teil werden Grundlagen behandelt. So z.B. was Sie über Geld denken oder die Frage was Sie wirklich wollen. Wem Geld egal ist, der wird auch nie welches machen, weil er sich einfach nicht dafür interessiert. Wer aber vermögender werden möchte, sollte sich vor Augen führen, was für Vorteile Geld mit sich bringt. Denn nur wer eine positive Einstellung dem Geld gegenüber hat, wird sich auch für finanzielle Themen interessieren und dann auch danach streben. Außerdem räumt Schäfer in diesem Kapitel mit dem Mythos der Milion auf und zeigt, das es daran nichts unerreichbares gibt.
Der dritte, größte und wichtigste Teil des Buches beschäftigt sich mit der Umsetzung Ihrer Wünsche. Es werden Wege gezeigt, z.B. aus Schulden herauszukommen und langfristig ein Vermögen aufzubauen. Es wird erläutert wie man sein Geld möglichst gut anlegt, wie man seine Sparrate erhöhen kann und wie man sich gegen Unsicherheiten absichern kann.
Es fällt schwer den Inhalt dieses Buches in so kurze Worte zusammenzufassen. Man muß es einfach gelesen haben. Für wichtig halte ich allerdings auch, dass man sich nach der Lektüre dieses Buches nicht zurücklehnt und glaubt alles zu wissen, sondern da weiter macht wo dieses Buch anfängt. Interessieren Sie sich für Geld! Lesen Sie Aktienzeitungen, auch wenn Sie kein Geld zum anlegen haben. Aber Sie müssen Geld verstehen. Lesen Sie andere Bücher um Ihren geistigen Horizont zu erweitern und Ihren Wert zu steigern. Nur so werden Sie später mehr Geld verdienen und auch sparen können.
Ich wünsche Ihnen bei der Lektüre dieses Buches viel Spaß und fette Beute. weiterlesen schließen -
Überraschend gut die Überraschung
24.12.2002, 20:02 Uhr von
Volker111
Leben und leben lassen! Musik, Literatur und Lebensfreude ist es, was ich liebe. Engagiere mich h...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Überraschung! Marc Schieferdecker Anthologie
Eigentlich lese ich seit vielen Jahren fast ausschließlich Romane. Früher, in jüngeren Jahren, hatte ich mal mit Kurzgeschichten begonnen, auch, um auf diesen Weg für mich neue Autoren zu erschließen.
Ein Zufall in Form eines Gewinnes, Stephen King Quiz bei Clickfish.com, brachte mir als Hauptpreis neben 4 Titeln zum DUNKLEN TURM, DREI, SCHWARZ, TOT und GLAS auch die Anthologie "Überraschung!"
Da ich von der Stephen King Saga schon 3 Bände gelesen hatte, begann ich mit der nur 133 Seiten langen Anthologie. Zu meiner größten Überraschung gefiel mir eine Erzählung mehr als die andere, so dass ich das Büchlein in kürzester Zeit gelesen hatte.
Überrascht war ich deshalb, da ich keinen der zum Teil noch recht jungen Autoren(innen) zuvor gekannt hatte und daher nie diese literarische Qualität vermutet hätte.
Gleich die erste, phantastische, sanft erotische Kurzgeschichte Engel zog mich in ihren Bann.
Wer sie liest, wird sofort wissen, warum diese nur eine Frau geschrieben haben kann.
Die nächste Story, Delirium, entwickelt wahrlich traumatische Vorstellungen, deren Auflösung, ganz männlich ohne Happy - End man allerdings schon recht früh erahnt.
Modern Times, von Susann Ulshöfer, angeblich besser als Zauberfee bekannt, ist meine Lieblingsgeschichte in diesem Band, vermischt sie doch unsere Realität der modernsten Kommunikationsmittel mit magisch, erotischen Vorstellungen vergangener Zeiten.
Hier werde ich mit Sicherheit nach weiteren Werken von ihr forschen.
Ihre Internet-Adresse hat bereits in meinem Favoritenordner Eingang gefunden.
ISOLATIONEN ist mir eine zu bedrückende Erzählung, wenngleich auch gleichzeitig wieder beeindruckend.
Ein unbeschreibliches Gefühl hinterlässt die Kurzgeschichte Geburtstag, insbesondere die Schlussszene sollten Frauen lieber nicht erleben. :0))
Fast hätte ich die in meinen Augen sozialkritische Erzählung DU DARFST von Carola Heine vergessen, die sich mit der Spießigkeit mancher deutscher Vorstadthausfrauen auseinandersetzt.
STRÄFLICH OFFLINE, ein Gedicht, könnte gut zu vielen Internet-Usern passen.
Die Wahrheit über den Tod von Lady Di wirkt recht originell, doch hatte ich ähnliche Gedankenspiele auch schon anderweitig gelesen.
Ein zweites, absolutes Highlight stellt für mich die schon fast Stephen King Konkurrenz machende längere Erzählung WAS EINMAL AUSGESPROCHEN WIRD, von Nicole Rensmann, deren Internetadresse ebenfalls Eingang in meine Favoriten gefunden hat, dar.
Sehr gelungen wirkt der Humor in MANFRED, obwohl man auch hier die Pointe erahnt.
Reich durch Zufall gehört aus meiner Sicht eher zu den gekünstelten Happy End Geschichten, doch eine Anthologie soll und muss ja eine gewisse literarische Breite erfassen.
Das Gedicht BEI NACHT BESEHEN entspricht wieder sehr stark meinen eigenen Vorstellungen, gefällt mir und macht nachdenklich.
Hervorragend, wenngleich auch nicht ganz neuartig, liest sich die Satire LANG LEBE DAS FERNSEHEN. Spannung und schwarzer Humor lassen keine Langeweile aufkommen.
Schwarzer Humor à la Roald Dahl erwartet den Leser in FOXY LADY. Schon jetzt die warnenden Worte, zur Nachahmung NICHT empfohlen.
Der Herausgeber Marc Schieferdecker ist mit der eher besinnlich, nachdenklichen Novelle JUNGE VOLONTÄRIN TRIFFT KLOAKENMANN vertreten. Doch hier glaube ich, dass man mehr aus der Idee heraus hätte gestalten können.
Mit FEIERABEND von Monika von Ramin wird dann nochmals ein Überraschungsakkord gespielt.
Welche Geschichten nun im Einzelnen gut, besser oder einsame Spitze sind, das wird naturgemäß jeder Leser anders beurteilen. Auf jeden Fall aber ist dieses Büchlein trotz seines relativ hohen Preises (15 oder 16 DM, soweit ich mich richtig erinnere bei amazon.de gelesen zu haben) sein Geld wert. Es stammt aus dem JUNGER LEKTORATS VERLAG BALVE und kann z.B. auch über amazon.de bestellt werden. ISBN 3-8311-0212-0, falls das helfen sollte. Von mir erhält das Büchlein die Empfehlung, unbedingt lesen!
Nachtrag: Der Bericht wurde erstmalig am 23.04.01 von mir unter gleichem Namen Volker111 bei CIAO eingestellt. Aktuell kostet das Bändchen bei amazon.de 8,64 Euro. 5 Sterne von 5 erhielt es von den amazon.de Lesern. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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blackangel63, 22.08.2008, 00:52 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
WuEnScHe EiNeN sChOeNeN aBeNd..GrUeSsE aNjA
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Kindesmissbrauch ist bei de Sade harmlos
Pro:
extrem, vom geschichtlichen Interesse, man schlüpft mal in den Kopf eines menschlischen Monsters
Kontra:
abstossend, langweilig, menschenverachtend
Empfehlung:
Nein
*** Einleitung
Heute will ich euch ein weiteres Buch vorstellen, ein echter Klassiker, die Rede ist von "Justine". Bei einigen werden jetzt vielleicht schon Glocken läuten bei den meisten jedoch nicht. Der Autor dieses Machwerk ist Marquis De Sade, vermutlich der bekannteste und größte Pornograph der je gelebt hat. Der Sadismus ist nach diesem Schriftsteller benannt worden und noch heute knapp 200 Jahren nach de Sades Tod gilt sein Werk als das gewalttätigste und abartigste was je geschrieben worden ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Pornographen besitzen de Sades Werke jedoch eine gewisse literarische Substanz. Aber dazu später mehr. Mein Bericht ist gegliedert in.
Einleitung
Der Autor
Die Handlung
Auflistung der Perversionen und Verbrechen
Aussage
Kurzinfomationen
*** Der Autor
Marquis de Sade (Voller Name: Donatien Alphonse François Marquis de Sade) wird am 2. Juni 1740 geboren. Seine Eltern entstammen Provinzadel. Im Alter von 6 Jahren wird Donatien von seinem Onkel Abbe` de Sade aufgezogen. Dieser Onkel ist nicht nur sehr gebildet sondern auch sexuell schwer abartig. Mit 14 Jahren läßt sich Donatien als Kavallerist ausbilden und nimmt am siebenjährigen Krieg teil. Nach Kriegsende quittiert Donatien den Militärdienst und führt ein sehr ausschweifendes und skandalöses Leben, dem sein Vater ein Ende setzen will indem er ihn 1763 mit der sehr wohlhabenden Adligen Renée Pélagie de Montreuil vermählt. Im gleichen Jahr muß der 23 Jahre alte Donatien aufgrund seines gottlosen Lebens zum ersten Mal ins Gefängnis, wo er jedoch nur einige Monate einsitzen muß. 1768 wird er zu eine weiteren Haftstrafe verurteilt, da er eine Frau entführen lies und diese schwer mißhandelte. Er entzieht sich der Haftstrafe indem er mit seiner Schwägerin, in die er sich verliebt, nach Italien flieht. Dort verbleibt er kurze Zeit bis Gras über die Sache gewachsen ist um dann wieder erneut nach Frankreich zurückzukehren. 1772 wird er für Schuldig befunden gemeinsam mit seinem Diener 4 Prostituierte durch vergiftete Bonbons getötet zu haben. Donatien flieht erneut nach Italien und wird in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 1774 versucht er erfolgreich von Italien aus, die Aufhebung seiner Todesstrafe zu erreichen. Erneute Rückkehr nach Frankreich. Bereits drei Jahre später muß er aufgrund von weiteren Greultaten ins Gefängnis aus dem er erst 1790 befreit wird, nach der französischen Revolution. In den Jahren 1777-1790 die Marquis im Gefängnis verfaßt er Die 120 Tage von Sodom, Aline und Valcour, Die Leiden der Tugend, sowie Eugénie de Franval. Wenig später nach seiner Befreiung aus dem Gefängnis begegnet er Marie-Constance Quesnet, mit der er bis an sein Lebensende liiert bleibt. Zwei Jahre später engagiert sich Donatien zusammen mit Robespierres in der Bergpartei und veröffentlicht politische Streitschriften. Dennoch hat man ihm seine begangenen Greultaten nicht verziehen und so wird er 1793 erneut ins Gefängnis gesteckt und zum Tode verurteilt. Der Guillotine kann er im Juli 1749 nur dank eines administrativen Irrtums entgehen. Im Oktober wird er aus der Haft entlassen. 1799 muß er aufgrund finanzieller Probleme sein Schloß verkaufen. Der Erlös kann diese Sorgen jedoch auch nicht völlig lösen. 1801 werden seine Schriften bei Verlegern beschlagnahmt und Donatien wird mit der Begründung, er sei "wahnhaft vom Laster besessen" ohne Urteilsspruch in einer Irrenanstalt eingewiesen. 1813 hat er sein letztes Liebesabenteuer mit einem sechzehnjährigen Mädchen ein Jahr später stirbt er. Bemerkenswert ist dass er über ein drittel seines Lebens im Gefängnis und in der Irrenanstalt verbracht hat und es nur viel Glück und seiner Adligen Herkunft zu verdanken hat nicht zum Tode verurteilt zu werden.
Anmerkung: Ich habe hier nur die Greultaten vermerkt für die der Marquis de Sade auch angezeigt worden ist, viele seiner Opfer hat er auch durch die Zahlung von Geld oder durch nackte Gewalt zum Schweigen gebracht.
*** Die Handlung
Die Geschichte beginnt damit das die Eltern von Justine und Julliete verstorben sind und die beiden Schwestern völlig verarmt auf der Straße stehen. Die Schwestern sind von ihrem Charakter total gegensätzlich. Justine die Jüngere der beiden ist ehrlich, gottesfürchtig und naiv, ihre Schwester ist dagegen ist bösartiges, lüsternes und grausames Geschöpf die weiß wie der Hase läuft. Die beiden Schwestern beschließen sich zu trennen und jede versucht ihren Weg zu gehen. Der Roman befaßt sich mit dem Geschick der armen Justine die versucht durch Rechtschaffenheit weiter zu kommen die Fortsetzung (Julliete - Die Wonnen der Wollust) befaßt sich dann mit Juliete. Bereits nach kurze Zeit gerät die arme Justine, die zu diesem Zeitpunkt noch ein besseres Kind ist, in die Gewalt eines alten Lustgreises. Bei diesem muß sie eine fürchterliche Tortur aus Missbrauch und Mißhandlungen erdulden. Nur mit viel Glück kann sie fliehen. Nachdem die gottesfürchtige Justine längere Zeit durch Frankreich gereist ist und in einer Tour von allen Möglichen Kerlen mißhandelt und vergewaltigt worden ist begibt sie sich in ein abgelegenes Kloster in die vermeintliche Sicherheit. Doch bei den Mönchen handelt es sich ausnahmslos um perverse Lüstlinge, die sich nur am Leid anderer erfreuen können. Und so kommt es wie es kommen muß Justine wird erneut vergewaltigt und mißhandelt. An zu merken ist dass sich der Grad der Gewalt und der Abartigkeit stetig steigert. Immer wieder läßt sich de Sade neue Grausamkeiten für die arme Justine einfallen, die dies zu erleiden hat. Wieder kann Justine fliehen um dann wenig später in einem Gasthaus wieder festgehalten zu werden. Auch dort wird sie wieder Opfer neuer Greultaten. Dieses Prinzip das die arme Justine immer festgehalten wird und dann Opfer von Greultaten wird wiederholt sich ständig. Gegen Ende des Buchs trifft Justine noch einmal ihre Schwester Julliete, die kein Mitleid für die mißliche Lage der eigenen Schwester aufweist. Wenig später kommt die arme Justine auf grausamste Art ums Leben.
Anmerkung: Dies ist nur eine sehr grobe Zusammenfassung und ich hab einige Abenteuer der armen Justine komplett weggelassen
*** Auflistung der Perversion und Verbrechen
In Justine werden folgende Handlungen begangen:
Normaler Sex (Hetero, Homo, Bi sowie alle Arten von Gruppensex)
Inzucht mit Minderjährigen
Inzest (Vater-Tochter, Vater-Sohn, Mutter-Sohn, Mutter-Tochter, Bruder-Schwester, Bruder-Bruder, Schwester-Schwester, Großvater-Enkel, Großmutter-Enkel usw.)
Sekt und Kaviarspiele
Nekrophilie (in einer Szene wird eine Frau dazu gezwungen es mit ihrem ermordeten Geliebten zu treiben)
Sodomie (Unzucht mit Tieren)
Sex gepaart mit aller Art von Gewalt (z.B. werden erst Löcher in Menschen geschnitten und diese werden dann zugenäht)
Kannibalismus
jede nur erdenkliche Art von Folter (z.B. werden ungeborene Kinder aus den Bäuchen ihrer ermordeten Müttern geschnitten)
Alle diese Handlungen werden sehr detailliert beschrieben und hier wird nichts, sei es auch noch so entsetzlich, ausgelassen
*** Die Aussage
Die Aussage läßt sich schon im Titel des Romans "Justine oder Die Leiden der Tugend" finden. Die Fortsetzung heißt dann "Julliete oder die Wonnen der Wollust". De Sade vertritt die Meinung dass sich moralisches Handeln nicht lohnt und dass das Leben denjenigen belohnt der sich seinen Trieben hingibt. Er ist der Meinung dass der Stärkere (womit er in erster Linie sich selbst meint) den Schwachen unterdrücken sollte. Dies ist im wesentlichen die Kernaussage. Dies belegt er am Beispiel der Justine, die immer sich bemüht den Anstand zu wahren und dafür mit dem eigenen Leben zahlen muß während ihre Schwester die sich jeder Ausschweifung hingibt vom Leben reich belohnt wird. Marquis de Sade vertritt also so eine Art Antichristentum oder eine Philosophie des Bösen.
Diese Philosophie vertrat de Sade aber nur solange offen, wie sein schändliches Treiben von der adeligen Kaste geduldet wurde. Nach der Französischen Revolution hielt er sich doch merkbar zurück mit öffentlichen Äußerungen, wohl wissend dass diese ihn wahrscheinlich der Guillotine noch näher gebracht hätten, als er ohnehin schon war.
Viele Menschen sind der Meinung das de Sade frauenfeindlich ist, dies kann man jedoch so nicht sagen. Zwar sind die Frauen in de Sades Werk meist entweder gemeine Huren oder arme Opfer, aber bei den Männern verhält es sich genauso. Sie sind keinen Deut besser. Bei de Sade gibt es nur zwei Arten von Menschen die Starken (Täter) und die Schwachen (Opfer). Manchmal werden allerdings auch die Starken zu Opfern.
Positiv anzumerken ist das, dass Buch die Wesensart von Sexuellen Begehren deutlich macht. So wird verständlich, wie die Übeltäter im Buch immer stärker verrohen und immer grausamere Taten begehen. Der Leser erlebt das gewissermaßen am eigenen Leibe, da er gemeinsam mit den Übeltätern zunehmend abstumpft. Irgendwann beginnt die normale Vergewaltigung den Leser bei Marquis de Sade schlichtweg zu langweilen und man gruselt sich nur noch vor dem wirklich schlimmen Sachen (Ich will damit keine Vergewaltigungen verharmlosen oder gar gutheißen).
*** Kurzinfomationen
Justine - oder die Leiden der Tugend erschien zum ersten Mal 1797
U.a. ist der Roman bei den Insel Taschenbuch erschienen, ich hab vor etwa 4 Jahren 22.80 bezahlt. Das Buch ist aber wahrscheinlich auch in etlichen anderen Verlagen und Formaten erhältlich.
ISBN 3-458-32957-9
*** Fazit
Das Buch ist zweifelsohne ein Klassiker, denke ich kann man auch sehr gut ohne die Lektüre dieses Werks auskommen. Hinzu kommt dass, das ganze trotz der ständigen Gewalt und den ewigen Sexorgien schon sehr schnell langweilig wird. Für Pornographie ist das Buch sicherlich nicht schlecht aber gut ist es definitiv nicht. Und der literarische Wert dürfte bei Null liegen. Ich denke das Buch ist nur für Leute mit geschichtlichen Interesse oder für Leute die harten SM (de Sade geht aber bei weiten über den 08/15 Sex hinaus) mögen und Leute die mal etwas wirklich krasses lesen wollen, interessant. Zu dem Marquis de Sade gibt es viele Verfilmungen von denen so gut wie keine gelungen ist, da sie in der Regel de Sade in erster Linie als Opfer darstellen. Tatsache ist aber das de Sade ein wahres Monster war und trotz seiner Bildung und seines zweifelsfrei großen Intellekts ein menschliches Monster war dass durchaus auf eine Stufe mit Serienmördern wie Edward („Ed“) Geain, Jack the Ripper oder Gräfin Erzsebet Barthory (um auch mal eine weibliche Serienmörderin zu nennen) zu stellen ist
Erstellt bei djaba am 03.03.2002 1614 Wörter weiterlesen schließen -
Liebe ist stärker als der Tod
20.11.2002, 11:49 Uhr von
willibald-1
Zur Zeit selten hier. Gegenlesungen dauern daher - kommen aber!Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen, bis ich es durchgelesen hatte: eine Liebesgeschichte, die eigentlich kitschig sein müßte, aber ergreifend ist und unter die Haut geht: "Zeit im Wind" von Nicolas Sparcs.
Der 17-jährige College-Schüler Landon ist einerseits ein ganz durchschnittlicher Jugendlicher. Mit seinen Kumpels treibt er sich rum, und in der Schule versucht er, mit möglichst wenig Aufwand durchzukommen. Deshalb wählt er auch nicht den Chemiekurs sondern die Theater-AG. (Ach, kommt Euch das bekannt vor?)
Sein Vater ist als Politiker mehr außer Haus als daheim, kümmert sich kaum um seine Frau und seinen Sohn, liefert aber einen gehobenen Lebensstandard für seine Familie. Natürlich erwartet er, daß sein Sohn in der Abschlußklasse des College Schulsprecher wird, was dem auch gelingt.
Nun muß Landon zum alljährlichen College-Ball eine Tanzpartnerin haben. Da seine Freundin gerade Schluß gemacht hat, bleibt ihm nach langem Hin und Her keine Wahl: er muß mit Jamie hingehen.
Jamie ist die Tochter des Pfarrers, ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben, und ihr Vater hängt mit all seiner Liebe an ihr. Sie ist ein ungewöhnliches Mädchen, das immer hilfsbereit, freundlich, findet für jeden immer ein gutes Wort, und ist natürlich schon deshalb eine Außenseiterin. Hinzu kommt, daß sie immerzu mit einer Bibel unter dem Arm rumläuft.
Im vorweihnachtlichen Theaterstück soll sie den Engel spielen. Und Landon muß schließlich die männliche Hauptrolle spielen.
Ganz langsam entwickelt sich zwischen den beiden eine Verliebtheit, von der Landon selber überrascht wird.
Ja, und ob diese Geschichte ein happy end hat oder nicht, daß muß der Leser selbst entscheiden. Denn als die Liebe gerade zu Wachsen beginnt, erfährt Landon eine große Tragödie...
Diese Geschichte wurde mit so großem Einfühlungsvermögen von Sparks geschrieben, wie man es bereits von seinen anderen Büchern kennt. Sie läßt einen nicht los - und am Ende weiß man nicht, ob man traurig sein soll oder nicht. weiterlesen schließen -
Der Clan der Großen Sonne von Linda L. Schuler - Einblick in die indianische Welt vor den Wei&
18.11.2002, 10:20 Uhr von
dreamweb
*Momentan im Home-Office* - Derzeit schreibe ich für Yopi, Ciao, Mymeinung und X-Zine. Liebe Grüß...Pro:
sehr spannend und abenteuerlich aber auch humorvoll, über eine tatsächliche Person
Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Indianerbücher gibt es sehr viele und auch sehr Unterschiedliche. Das Buch Der Clan der Großen Sonne entführt den Leser in die Welt der Indianer, lange bevor die Weißen Amerika entdeckt haben. Das Buch habe ich mir bei www.jokers.de gekauft, aber es ist auch bei Amazon und anderen Buchläden erhältlich.
INHALT
Antilope, die Tochter einer berühmten Seherin uns spirituellen Führerin eines indianischen Volkes, kommt zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer kleinen Tochter in die Stadt der Großen Sonne. Große Sonne nennt sich der mächtige Herrscher der Stadt. Und ihm zu ehren hat man auch die Stadt so genannt.
Aus ominösen Gründen scheinen sowohl der Anführer (die Große Sonne) als auch sein oberster Priester gegen Antilope zu sein. Und auch einige andere Bewohner der Stadt verhalten sich sehr feindselig der jungen und hübschen Frau gegenüber. In der Stadt entfremden sich Antilope und ihr Ehemann, der mehr und mehr Interesse an anderen Dingen gewinnt. Und schließlich wird dieser von einer Königin aus dem Norden entführt, der er vorher den Hof machte.
Antilope und ihr kleines Mädchen sind jetzt ungeschützt. Da entschließt sich Große Sonne, sie zu seiner Frau zu machen. Die kleine Tochter mit den unheimlich blauen Augen will er allerdings seinen Göttern opfern. Antilope kann ihm entfliehen, als er sich sie mit Gewalt nehmen will und flüchtet in einen Tempel. Und dort begegnet sie einem jungen Krieger und Heiler, der ihr und ihrem Mädchen schon einmal das Leben rettete und sehr geheimnisvoll ist.
Jetzt muss sie dagegen ankämpfen, als Hexe angesehen und bestraft zu werden und kommt gleichzeitig einem dunklen Geheimnis von Dunkle Sonne auf die Spur. Aber Antilope selbst will auch ihre Bestimmung nicht aufgeben. Denn sie hat nicht nur den Beinamen "Die sich erinnert". Sie ist diejenige, die den Mädchen die alten Sitten beibringen kann, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.
MEINUNG
Der Clan der großen Sonne ist ein sehr gelungener Roman über das Leben der Puobloindianer. Ein Leben, das ohne Beeinflussung von Weißen war, aber in dem es auch so genug Intrigen, Lügen, Spaß und Spannung gab. Die Geschichte ist sehr mitreißend geschrieben und trotzdem merkt man auch, wie gut die Autorin hier recherchiert hat. Darauf wird auch noch einmal explizit im Epilog und im Nachwort hingewiesen.
Die Autorin hat sich eine interessante und außergewöhnliche Grundgeschichte ausgedacht. Und obwohl der Leser schon nach einiger Zeit ahnt, was das Geheimnis der Großen Sonne ist, liest sich das Buch dann auch noch interessant. Denn es geht ja hier auch um das Schicksal einer mutigen Indianerin, die mitten in einer fremden Stadt und umgeben von sichtlichen Feinden von ihrem Ehemann verlassen wird.
Neben der Spannung erfährt man aber hier auch vieles über das Leben zu dieser Zeit, die die Blütezeit der Puebloindianer war. Wie die Menschen reagieren, ist dem Leser auch nicht fremd und das macht hier alles sehr nachvollziehbar. Insgesamt ist Der Clan der Sonne ein nie langweiliger Roman mit historischen Hintergründen, der dem Leser diese fast vergessene Welt nicht nur nah bringt, nein er versetzte mich so richtig hinein.
Alles wird hier sehr lebendig geschildert. Und selbst wenn uns einige der Handlungen fremdartig anmuten, weil vieles damals sehr mythisch im Leben der Indianer war, so ist alles doch gut nachvollziehbar und wirkt realistisch.
AUTORIN
Linda L. Schuler war Film-, Funk- und Fernsehproduzentin. Sie hat verschiedene wissenschaftliche Arbeiten über die Indianer Nordamerikas geschrieben. Ihr erfolgreichster Roman ist bis jetzt "Tochter der Sonne", der 1993 erschienen ist. Jean Auel bezeichnet sie als diejenige, die am besten über Amerikas Vorzeit schreiben kann.
DATEN
Titel: Der Clan der Großen Sonne
Autorin: Linda L. Schuler
Art: Historischer Roman, Indianerroman, gebundenes Buch
Seiten: 382
ISBN-Nr. 3-502-10679-7
Erhältlich: bei www.amazon.de als Taschenbuch für DM 16,90
FAZIT
Der Clan der Großen Sonne ist ein spannender und intrigenreicher historischer Roman, der den Leser in die Welt der Puebloindianer entführt. Faszinierend und beeindruckend ist hier das Zusammenspiel zwischen spannendem Roman und den historischen Fakten.
Liebe Grüße an alle Leser - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-08 14:01:39 mit dem Titel Johannes Mario Simmel - Gott schützt die Liebenden: Ironisch, spannend und traurig zugleich
Heute stelle ich mal wieder einen Klassiker der Literatur vor. Johannes Mario Simmel ist einer der Autoren, dessen Bücher ich sehr gerne lese und so habe ich mir vor kurzem auf dem Flohmarkt auch sein Buch Gott schützt die Liebenden gekauft. Und natürlich habe ich es auch schon gelesen. Hier eine Inhaltsbeschreibung und meine Meinung zu diesem Buch
INHALT
Die 50er Jahre. Paul Holland glaubt, seine große Liebe gefunden zu haben .Sibylle ist nicht nur schön und scheint ihn ebenfalls zu lieben, sondern auch ziemlich intelligent. Sie hat einen großen Bekanntenkreis und ist überall beliebt. Sobald Paus in Berlin ist, steht die gemeinsame Liebe im Vordergrund. Nur einen Haken gibt es, Sibylle wohnt in Berlin und Paul im Westen in Frankfurt. am liebsten würde er sie in den Westen holen, aber das ist nicht so einfach. Und so muss Paul seine geliebte Sibylle von Zeit zu Zeit wieder verlassen. Denn er ist ein Korrespondent für eine westliche Zeitung und somit auch oft im In- und Ausland unterwegs.
Bevor er Sibylle verlässt, macht er ihr diesmal einen Heiratsantrag, den diese auch annimmt. Vollkommen glücklich reist er mit dem Flugzeug ab. Paul ist ein Mensch, der nicht an Gott glaub, sondern eher zu den Zynikern der Welt gehört. Sibylle dagegen redet oft von Gott und glaubt auch an diesen. Und sie so entsteht auch die Aussage, dass Gott die Liebenden schützt. Paul denkt oft daran, aber irgendwie zweifelt er daran, dass Gott wirklich die Liebenden beschützen würde. Und leider entpuppt sich das auch so.
Denn als Paul wieder zurückkommt, ist Sibylle verschwunden. Alles deutet darauf hin, dass sie entführt wurde und das schon vor längerer Zeit. Denn die Rosen, die Paul ihr jeden zweiten Tag zuschicken lässt, liegen verwelkt vor der Tür. In der Wohnung ist blut zu finden und alles weist auf einen Kampf hin.
Für Paul steht die Welt Kopf. Denn wer sollte schon eine ganz normale Frau wie Sibylle entführen, zumal diese sehr beliebt war? Er bekommt natürlich auch Ärger mit der Polizei, die ihn für den Verdächtigen hält, da er mit der verschwundenen vielleicht toten Frau zusammen war. Paul selbst hat aber jetzt nur noch ein Ziel. Herauszubekommen, was mit Sibylle passiert ist und ob sie noch lebt. Dabei erfährt er mehr, als für ihn selbst gut ist. Leute, mit denen er Kontakt aufnimmt, verhalten sich merkwürdig oder werden umgebracht. Alles ist plötzlich in Frage gestellt, was das normale Vorleben von Sibylle betrifft. Paul begibt sich in große Gefahr, um das Geheimnis seiner Liebe herauszubekommen...
MEINUNG
Alt aber fein, das ist schon mal mein erster Eindruck von diesem gelungenen und sehr spannende Roman, in dem es um eine große Liebe - also die Liebe des Lebens - und um das mysteriöse Leben einer scheinbar ganz normalen Frau geht. Und immer wieder wird man zusammen mit der Hauptfigur des Romans, Paul Holland, hin und her gerissen in der Frage, ob Gott nun die Liebenden schützt oder nicht. Immer wenn alles aus scheint, dann gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Und immer dann, wenn man gerade aufatmet, dann kommt der große Schlag.
Gott schützt die Liebenden ist ein Roman, der auch die Leser von heute noch faszinieren wird, zumindestens ich habe diesen äußerst spannenden und prickelnden Roman verschlungen und genossen. Die Geschehnisse werden hier in Ichform aus der Sicht von Paul Holland geschildert. Und somit fühlte ich mich auch ein wenig in ihn hineinversetzt und habe mich eben auch immer gefragt, was jetzt gerade passiert bzw. warum das so ist.
Wie in gut ausgeklügelter Detektivroman, so ist die Art in der das Buch geschrieben ist. Aber immer wieder wird auch die besondere Liebe mit hineinverwebt, was dem Buch etwas so schönes und gleichzeitig auch schreckliches gibt. Denn was könnte es wohl schlimmeres für einen Liebenden geben, wenn die große Liebe auf mysteriöseste Weise verschwindet.
Neben der spannenden Geschichte bietet der Roman dem Leser aber auch viele Informationen über das Leben zur damaligen Zeit und über die Problematik der Ost- Westspionage, zu denen manche Beteiligten gezwungen wurden, andere es aber liebend gerne machten.
Gott schützt die Liebenden hat wie viele andere Romane von Simmel ein Ende, mit dem man nicht rechnet und das ich persönlich mir doch lieber anders wünschen würde. Aber auch dadurch bekommt der Titel des Buches, auf den Simmel immer wieder in der Person von Paul eingeht, einen noch viel tieferen Sinn. Ich denke, ich habe aber trotz allem nicht zu viel von dem sehr spannenden Buch verraten.
Das alte Buch gefällt mir übrigens äußerlich auch sehr gut, die Stimmung passt hervorragend zum Inhalt, die das Bild auf der Vorderseite hervorruft. Alles ist in schlichtem Beige gehalten, bis auf eine schwarz-weiße Zeichnung. Und auf dieser sieht man eine Rose. In der Mitte der Rosenblüte allerdings befindet sich ein schönes, aber ein wenig mysteriös wirkendes Frauengesicht.
JOHANNES MARIO SIMMEL
Der Autor sagt von sich selbst, das die Figuren seiner Romane Eigenschaften seiner eigenen Hoffnunge, Ängste, Freude und Sorgen verkörpern. Und das kann ich mir zumindestens bei diesem Roman sehr gut vorstellen. Die Personen wirken realistisch. Simmels Hauptthema sind die Menschen, die so vorstellbar sind, dass sie bei ihm auch durchaus versagen können. Aber es geht dem Autor hier auch um die Liebe als das zugleich Größte und Furchtbarste der Welt. Denn sie kann zum einen die Erfüllung als auch ein grausames Schicksal sein..
Johannes Mario Simmel wurde am 07. April 1924 in Wien geboren. Er arbeitete seit 1950 für die Illustrierte Quick als Reporter und war seit 1963 als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Der Autor engagierte sich für verfolgte Schriftsteller und gegen Rechtsradikalismus. Er erhielt zahlreise Preise und Auszeichnungen für seine Werke. Seine Bücher erschienen in 35 Ländern und haben eine Auflage von 72 Millionen erreicht. Dadurch gehört er zu den international erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Viele seiner Bücher wurden auch verfilmt. Der von mir hier beschriebene Roman Gott schützt die Liebenden wurde 1957 veröffentlicht.
DATEN
Name: Gott schützt die Liebenden
Autor: Johannes Mario Simmel
Seiten: 252
erhältlich: in Buchläden und Antiquariaten, bei Amazon erhält man für 11,90 Euro das neue Buch
Art: kriminalistischer Liebesroman, gebundenes Buch
ISBN: 3426193566
Zielgruppe: Erwachsene
FAZIT
Was alt ist, kann auch heute noch faszinieren und von Spannung sein. Gott schützt die Liebenden von Johannes Mario Simmel beweist dieses eindeutig. Es ist ein unwahrscheinlich fesselndes und spannendes Buch, das aber auch eine große Spur Ironie innehat.
Königswinter, den 08.06.2002
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-29 22:37:43 mit dem Titel Sehr schöner und selbstironischer Nachfolger
Viele von uns kennen Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Ich habe jetzt im Urlaub das Buch Der kleiner Prinz kehrt zurück von Jean-Pierre Davids gelesen und möchte euch meine Meinung zu dem Buch hier darstellen.
INHALT
"Wenn dann ein Kind auf euch zukommt, wenn es lacht, wenn es goldenes Haar hat, wenn es nicht antwortet, so man es fragt, dann werdet ihr wohl erraten wer es ist. Dann seid so gut und laßt mich nicht weiter so traurig sein und schreibt mir schnell, wenn er wieder da ist..." So endete "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry. Und so beginnt auch dieses Buch.
Denn dieses 84 Seitige Buch beginnt mit dem Brief des Autoren an Antoine de Saint-Exupéry, um ihn zu informieren, dass er den kleinen Prinzen getroffen hat und was ihm dieser alles geschildert hat.
Ein vielbelesener Mensch, der normalerweise in Gedanken reist, hat sich entschlossen, eine kleine und unauffällige Insel zu besuchen. Dabei strandet er auf einer einsamen Insel. Und plötzlich taucht auf der kleinen und abgelegenen Insel ein kleiner Junge - der kleine Prinz - auf. Und befragt den Gestrandeten, ob er ein Tigerjäger sei.
Und wie auch im Kleinen Prinzen erfährt man dann nach und nach die Geschichte des kleinen Prinzen. So tauchte auf seinem winzigen Planet ein Tiger auf, der aus einem Wanderzirkus ausgebrochen war. Und dieser wurde zur Bedrohung für den Prinzen, sein Schaf und sogar für seine Rose.
Daraufhin machte sich der kleine Prinz schweren Herzens mit seinem Schaf auf den Weg, um einen Tigerjäger zu finden. Dabei geriet er an einen extremen Ökologen, der einsam auf einem Planeten lebte und sich nocht nicht einmal traute, eine schädliche Fliege zu töten. Danach zu einem Planeten mit einem Mann der Werbebranche, der ihm auch nicht weiterhelfen konnte. Nach einem chaotischen Besuch bei einem Statistiker landet er bei einem Verwalter und lernt die Bürokratie kennen. Aber auch dort findet der kleine Prinz keinen Löwenjäger. Auch ein Kämpfer kann ihm nicht weiterhelfen, er denkt nur an seinen Hass an die andersartigen Planetenmitbewohner. Der kleine Prinz reist somit noch weiter und landet auf einem wundervollen Planeten mit einem netten kleinen Mädchen. Aber auch dort hält es ihn nicht lange, denn die Sorge um seine Rose treibt ihn weiter.
Und somit gelangt der kleine Prinz auch hier wieder auf den Planeten Erde. Interessanterweise begegnet er eine dicken Boa, die aussieht, als habe sie einen Elefanten gefressen. Diese verweist ihn an einen Löwen. Denn wo ein Löwe ist, gibt es wohl auch Löwenjäger. Aber auch der in einem Reservat lebende Löwenjäger kann dem kleinen Prinzen nicht helfen und so läuft er weiter und trifft auf einen Trupp Legionäre, die zwar große Worte schwingen, aber auch keine Tigerjäger sind. Und als letzt Hoffnung auf der Erde blieb ihm dann der einsam Gestrandete, dem er sein Leid klagt, bevor er einen Entschluß faßt und wieder verschwindet...
MEINUNG
Ich habe durchaus gelesen, dass das Buch von vielen nicht als so gut beurteilt wird. Allerdings halte ich nicht viel davon, andere Meinungen zu übenehmen. Und daher bekommen die Leser hier eine abweichende Meinung präsentiert. Ich halte das Buch für sehr gelungen. Zudem ist es auch im Stil und in Kleinigkeiten so liebevoll geschrieben und gezeichnet, dass es von Antoine de Saint-Exupéry stammen könnte.
Der Stil ist wie bei der kleine Prinz selbstironisch und bringt den Leser zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Die Planetenbewohner sind hier auch stark überzeichnet, wobei aber die Charaktäre stärkeer herauskommen. Denn was nutzt beispielsweise ein ökologischer Umgang mit der Natur, wenn man sich noch nicht einmal mehr traut, eine zigfach vorkommende Flechte zu zertreten oder eine Fliege zu tötten, die einem selbst alles wegfrißt. Auch der Krieg mit seiner Unsinnigkeit bekommt hier mit dem Grünrock, der keineswegs ein Jäger ist, sein Fett weg. Denn auf diesem Planeten hassen die Grünen und Roten und umgekehrt. Und wer sich bei dem Grünrock nicht als grün identifiziert ist schon schlecht und ein Feind.
Auch über die Beiträge mit dem Statistiker und dem Verwalter habe ich micht köstlich amüsiert. Aber jedes der Abenteuer des Kleinen Prinzen hier hat mir gut gefallen. Und es wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Im Gegensatz zum Kleinen Prinzen allerdings wesentlich gezielter auf Vorgänge unserer modernen Zeit.
Sehr schön sind hier die Zeichnungen von Marie-Claude Favreau, der kleine Prinz mit seinem kleinen Schäfchen, die dicke unförmige Boa, alles erinnert auch an das Original der Kleine Prinz.
Der kleine Prinz kehrt zurück ist somit eine gelungene Fortsetzung von der kleine Prinz. Wer über sich selbst oder über unsere Gesellschaft kritisch nachdenken und gleichzeitig will, ist hiermit gut beraten. Denn auch hier ist der Kleine durch seine Unwissenheit über alles der eigentliche Weise, der dem Leser zeigt, wie unsinnig manches heutzutage ist.
Aber auch der Autor, wie er sich als Überlebenden schildert, ist hier eine sehr interessante Persönlichkeit. So ein Mensch, der einem vormacht, wie schön das Träumen sein kann.
DATEN
Titel: Der kleine Prinz kehrt zurück
Autor: Antoine de Saint-Exupéry
Seiten: 83
Art: Broschürbuch
Verlag: Rotbuch Verlag
ISBN: 9 783434 545019
Preis: DM 15,00
FAZIT
Éin sehr schönes, nachdenklich stimmendes und gleichzeitig sehr humorvolles Buch mit vielen guten Zeichnungen. Meiner Ansicht nach eine sehr gute Fortsetzung von der kleine Prinz. Von mir ein sehr empfehlenswert.
Liebe Grüße an alle, insbesondere mal an meine treuen Leser - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-19 09:39:15 mit dem Titel Glück - was ist das? (Wokini oder die Suche nach dem Glück - Nicholas Sparks und Billy Mil
Als ich beim letzten Mal im Club-Katalog gestöbert habe, (Der Club) ist mir ein Buch besonders aufgefallen. Es heißt Wokini - oder Die Suche nach dem verlorenen Glück. Daraufhin habe ich mir beim letzten Club-Besuch vor ein paar Monaten das Buch auch gekauft und direkt gelesen. Hier meine Meinung dazu:
INHALT
Die Geschichte spielt in der heutigen Zeit, obwohl hier die eigentliche Zeit der Handlung egal ist. David ist ein Lakota-Junge, der zusammen mit seinem Vater lebt. Seine etwas ältere Schwester, die sich sehr viel um ihn gekümmert hatte und ihm auch eine Freundin war, ist erst vor kurzem gestorben. Der Junge ist zutiefst unglücklich über den Tod seiner Schwester und findet nichts positives mehr am Leben. Er wird immer lustloser und auch hoffnungsloser. Aber es fällt ihm doch auf und er wünscht sich nur noch eines, wieder glücklich zu sein. Aber wie gelingt das in seiner Situation?
Nach einigen Geschehnissen macht sich David auf eine Reise - in der Hoffnung, einen Weisen zu finden, der ihm erklären kann, wie er das verlorene Glück wiederfinden kann. Und tatsächlich trifft er auch einen Weisen, der anscheinend weiß, was Glück bedeutet und wie man glücklich sein kann. Aber kann dieser Weise auch David helfen?
MEINUNG
Wokini ist ein äußerlich und inhaltlich ungewöhnliches und sehr schönes Buch. Es ist sehr klein und eignet sich daher auch gut als Geschenkbuch für Menschen, die nicht so viel lesen. In Leinen gebunden wirkt es sehr kostbar und schon das Bild auf der Vorderseite erfreute mich. Es zeigt einen kleinen Jungen vor einer rötlich wirkenden Wiese oder Hecke mit einem Himmel, der zwar blau ist, aber doch viel Wind durch die Wolken verkündet.
Auf 199 Seiten findet man dann aber die eigentliche Kostbarkeit des Buches. Und das ist der Inhalt bzw. was hier ausgesagt wird. Wokini - oder die Suche nach dem Glück ist ein Buch darüber, wie man das Glück finden kann. Wie man es erkennt und in allen Lebenssituationen ob reich oder arm eine positive Lebenseinstellung findet - eben wie man glücklich sein kann, egal wie das eigene Schicksal ist.
Interessant finde ich auch schon, dass hier zwei Autoren am Werk sind und gegenseitig sehr gut zusammengearbeitet habe. Nichts von dem Geschriebenen läßt auf Ungereimtheiten stossen, alles wirkt sehr einheitlich und so, als habe nur ein Autor das Buch geschrieben.
Wokini verbindet die traditionellen Vorstellungen der Indianer, die auf Meditation, Reflexion, Träumen und der Liebe zur Schönheit der Natur gründen, mit den Grundsätzen des positiven Denkens. Und das durch die Geschichte des Jungen David. Trotzdem fühlt man sich hier doch immer selbst mit angesprochen.
Für mich war das Buch wie eine Mischung aus Gedanken, die mir schon selbst gekommen sind und aus neuen Weisheiten und Möglichkeiten, wie ich mein Leben selbst besser gestalten kann bzw. wie ich es mir ermöglichen kann, glücklicher zu leben bzw. positives leichter zu erkennen. Da ich mich aber schon mit einigen Büchern über positives Denken und das Glück befasst habe, gab es auch einige Dinge, die ich schon kannte, das macht das Buch aber nicht uninteressanter.
Mit der Person des jungen Indianers David erfährt man hier auf eine fast spielerische Weise, wie man selbst glücklich werden kann. Denn alles was David hier erfährt oder lernt, kann man auch im praktischen Leben selbst anwenden. Und selbst wenn man nicht alles macht, wie beispielsweise das Meditieren, so bringt das Lesen des Buches auch für solche Leser schon viele gute Aspekte.
Wokini ist ein Buch, aus dem man lernen kann, mit seinem Leben umzugehen. Es ist aber auch eine Geschichte über einen verzweifelten Indianerjungen, der auf eine Reise geht, die teilweise sehr mystisch oder märchenhaft wirkt. Es ist ein Buch, das ich nicht mehr loslassen wollte, nach dem ich es angefangen habe zu lesen. Beim Lesen musst ich sehr oft lächeln, denn vieles in dem Buch ist einfach nur schön und gut. Wer möchte, kann sich einige der Hauptpunkte auch herausschreiben, um sie selbst.
Vom Stil her ist das Buch sehr interessant, denn man lauert schon immer darauf, wie dem kleinen David geholfen werden kann. Es ist aber auch sehr lehrreich, zumindestens wenn man selbst das Buch gekauft hat, um etwas mehr darüber zu erfahren, wie man glücklich werden kann.
Wokini ist eine Lektion über das Glück, aber die Autoren weisen auch an einer Stelle darauf hín, dasss es ein Buch für Menschen ist, die glücklicher sein möchten und dass es auch denen helfen kann. Es wird aber auch explizit darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Buch nicht dafür da ist, depressiven Menschen zu helfen, sondern diese in Therapie gehen sollten. Dennoch denke ich, dass jemand, der leicht depressiv ist, dieses Buch durchaus lesen sollte. Eine Therapie bei einer Depression halte ich auch für notwendig, denn ich weiß selbst aus der Vergangenheit, wie sehr mir vor Jahren eine Therapie geholfen hat und wie sehr man sich sonst nur etwas einredet und alles noch verschlimmert. Trotzdem hätte mir wohl damals auch dieses Büchlein gefallen. Auf alle Fälle reicht es nicht, so ein Buch zu lesen, um aus einer Depressivität herauszukommen. Daher finde ich auch hier die Klarstellung der Autoren so gut.
ZU DEN AUTOREN
Billy Mills ist hauptverantwortlich für Davids Charakter und die indianische Seit des Buches. Er ist selbst Indian und wuchs in einem Reservat auf. Im Rahmen seikner Tätigkeit als nationaler Sprecher von "Running Strong for American Indian Youth" versucht er, die Bedürfnisse anderer Indianer zu befriedigen, er organisiert Hilfprogramme, die den Indianern die Möglichkeit bietet, unabhängiger zu werden und eine höhere Selbstachtung zu bekommen. Am Ende des Buches steht einiges über ihn und auch über die Arbeit der Indianerorganisation "Running Strong for American Indian Youth". Es gibt sogar eine Anschrift für interessierte Leser, die mehr darüber wissen möchten.
Nicholas Sparks ist wohl vielen Lesern als Romanautor bekannt. Er schrieb beispielsweise die Bestseller "Wie ein einziger Tag", "Weit wie das Meer" und "Zeit im Wind".
Titel: Wokini - oder die Suche nach dem verborgenen Glück
Autoren: Nicholas Sparks und Billy Mills
Seiten: 199
Buch: Gebundene Ausgabe - 200 Seiten - Heyne, Mchn.
Erscheinungsdatum: 2001
ISBN: 345318680X
Preis: Euro 14 bei Amazon
Im Club habe ich drei Euro weniger gezahlt.
FAZIT
Wokini oder die Suche nach dem verborgenen Glück ist ein Buch, in dem es darum geht, wie man in den verschiedensten Lebenssituationen doch glücklich sein kann. Es ist ein interessanter Roman um einen indianischen Jungen und seine Bemühungen glücklich zu werden und gleichzeitig ein Buch, dessen Lektionen man selbst auch anwenden kann, um sein eigenes Leben besser hinzunehmen bzw. glücklicher zu werden. Für mich ist Wokini eines der schönsten Schätze, das ich als Buch im Besitz habe.
ich würde mich freuen, dem Leser dieses wundervolle kleine Buch etwas näher geführt zu haben. Es ist ein Buch, das meiner Ansicht nach sehr gut zum Selbstlesen aber auch zum Verschenken geeignet ist.
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-24 10:43:42 mit dem Titel Sehr spannende und gut recherchierte Indianersaga
Zu meiner großen Freude habe ich mal wieder einen Roman über Indianer, diesmal über die Seminolen, ergattern können. Im Club Center hat mich dieses Taschenbuch ganze DM 5,00 gekostet. Den Roman habe ich regelrecht verschlungen, so interessant und spannend war das Buch "In der Ferne ein Feuer" von der Autorin Lucia St.Clair Robson.
INHALT
Der Roman spielt in Florida und beginnt 1819 mit der Schlacht am Econfina River. Dort unterliegen die Seminolen (genau die Red Sticks) der US Armee und ihren verbündeten Creek. Die Krieger werden getötet, Frauen und Kinder gefangen genommen. Der elfjährige Cricket überlebt, obwohl er die Creek angreift, weil diese ihn dank seiner Großmutter noch nicht für Ernst nehmen und als Kind betrachten. Crickets Großmutte, Fighting in a Line, schafft es schließlich mit einer List, dass alle gefangenen Seminolen ihres Weges gehen können.
Jahre später ist aus dem leichtsinnigen Cricket ein umsichtiger und anerkannter Krieger genommen. Auch nachdem er den Kriegernamen Osceola bekommt, erinnert er sich immer an die grausame und gnadenlose Schlacht von damals. Ja, er wird regelrecht von Alpträumen verfolgt. Zusammen mit seinen Männern sinnt er auf Rache und weiß, irgendwann wird es zu einem erneuten Kampf kommen.
Nachdem die US Regierung mehrmals Verträge bricht und die Seminolen schon zweimal in neue Reservate immer weiter in die Sümpfe abgedrengt wurden, beschließen Cricket und einige andere Seminolen, sich das nicht weiter gefallen zu lassen. Es kommt zu einem Guerilla-Kampf, der über 7 Jahre andauern wird. Hier geht es für die Indianer um ihr Überleben und ihren Wunsch auf eine feste Heimat. Und es geht um die Machtgier der Weißen in Florida, die sich sowohl für das Land als auch für die darauf mit den Indianern auf indianische Weise lebenden entlaufenen bzw. befreiten Sklaven interessieren.
ALLGEMEIN/HINTERGRUND
Dieses Buch hat mich fasziniert und auch mitgenommen. Denn die Autorin Lucia St.Clair Robson stellt auch hier wieder Geschehnisse dar, die tatsächlich stattgefunden haben. Das macht das Buch nicht langweiliger, aber es macht einen Leser wie mich traurig. Denn solche Dinge zu erfinden ist schon schlimm. Sie aber zu beschreiben, weil sie tatsächlich stattgefunden haben, das ist für mich das schreckliche daran.
Sehr gut werden in dem Buch die geschichtlichen Geschehnisse geschildert, die 1818 mit dem Einfall des späteren US-Präsident General Andrew Jackson in Florida beginnt. Dieser machte hier schon zahlreiche Dörfer dem Erdboden gleich. Aufgrund eines Verrates verkaufte dann ein Häuptling, der für alle sprechen durfte, dieses Gebiet für einen Spottpreis an die Amerikanische Regierung und die Indianervölker, die jetzt unter dem Begriff Seminolen zusammengefaßt wurden, mußten sich in die Sumpfgebiete des Urwaldes zurückziehen. Diese fast menschenunwürdigen Gebiete bekamen sie als Reservat für zwanzig Jahre lang zugeteilt. Allerdings überlegten sich die Weißen dann aus Habsucht und wegen noch mehr Siedlern es anders und wollten die Seminolen nach drei Jahren (also bei gültigem Friedensvertrag) zwingen, nach Oklahoma umzusiedeln.
Hier kommt eigentlich die historische Figur Osceolas erst ins Spiel. Denn er war der Hauptverantwortliche dafür, dass die Indianer sich weigerten, schon wieder umzusiedeln. Die Seminolen hatten es dank ihrer Lebensweise geschafft, sich dem Sumpfleben anzupassen und lebten dort einige Zeit sogar sehr glücklich. Unvorstellbar, wenn man mitbekommt, unter welchen Bedingungen. Osceorola erklärte dabei dem US General Thompson den Krieg und rief alle Krieger seines Volks zum Kampf gegen die Weißen auf. Sehr interessant ist hier schon die Überraschung der US Amerikaner. Denn man hielt Osceorola für sehr feminin und einen angepaßten, sprich gezähmten Indianer.
Der anschließende siebenjährige Guerilla-Krieg in den Sümpfen Floridas brachte den US Amerikanern eine Niederlage gegen die andere. Und das, obwohl die US Regierung über 20.000 gut bewaffnete und ausgebildete Soldaten im Kampf gegen ca. 1.500 leicht bewaffnete Indianer einsetzte. 1.466 Soldaten starben hier in den Sümpfen Floridas, davon allerdings nur 328 im Kampf. Der Rest starb an den schlechten Bedingungen und den Krankheiten, die sich durch die falsche Lebensweise der Weißen hier entwickelten.
Schließlich - nach sieben Jahren Jagd auf die Indianer in einem Gebiet von 47.000 Quadratkilometer - gab die US Regierung auf. Sie erklärte, der Krieg sei beendet. Die Seminolen unterzeichneten nie eine Kapitulationsurkunde. Dabei nahm die US Regierung Oscerola und einige seiner Gefolgsleute gefangen. (Wohlgemerkt nach Zusicherung, dass er einen neuen Vertrag unterzeichnen durfte). Andere Seminolen flüchten sich wieder in Sumpfgebiete und 1855 gab es erneut einen Kampf, nachdem ein Pioniertrupp in das Gebiet der Seminolen eindrang und ein Hauptlager der Seminolen zerstörte. Dieser Krieg dauerte drei Jahre lang. Die gefangenen Indianer wurden wiederum nach Westen deportiert. Aber auch jetzt schafften es immerhin noch 100 Seminolen, sich zu verstecken und so dem Exil zu entgehen. Ihre Nachfahren, Angehörige der Völker Seminolen und Miccosukee, leben immer noch in Florida. Insgesamt dauerte der Krieg zwischen der US-Regierung und dem Seminolen weit über 40 Jahre.
Damals schon war dieser Krieg sehr unpopulär und viele Menschen (auch Weiße) verurteilten die Vorgehensweise der US Amerikanischen Regierung. Sämtliche Oppositionellen mißbilligten nicht nur den Kampf sondern auch die Gefangennahme von Oscerola, nachdem Frieden sein sollte. Osceola, der nach kurzer Zeit in der Gefangenschaft verstarb, gilt heute bei vielen als Symbol für Mut, Loyalität und Patriotismus. Sein kopfloser Leichnahm wurde in Fort Moultrie unter einem Marmorgrabstein beigesetzt. Die Inschrift lautet: Oceola, Patriot und Krieger, Gestorben in Fort Moultrie am 30. Januar 1838. Oszerolas Kopf wurde von einem Arzt, der ihn im Fort betreut hatte, nach seinem Tod abgenommen. Dieser nahm in nach sich zu Hause mit und hängte es seinen Söhnen an den Bettpfosten, wenn sie unerzogen waren.
Seminole heißt in der Sprache der Muskhogee/Creek "Vertrieben" oder "Weggelaufen". Im Buch selbst ist von Red Sticks, Mikasukee und später auch den Creek die Rede. Denn die Creek, die die Weißen im Kampf gegen die "Seminolen" unterstützten, schlossen sich denen später an, nachdem sie mitbekamen, dass die US-Regierung ihre eigenen Familien und Dörfer auch zerstörten und diese auch umsiedelten, während sie für die gleiche Regierung weit fern von ihrer Heimat kämpften. Die Seminolen sind das einzige Indainervolk, das keinen Friedensvertrag mit US Amerika unterschrieben hat.
Im Internet habe ich gerade noch die Untergruppen der Seminolen gefunden:
Alachua, Apalachee, Apachicola, Ays, Chiaha, Mayucas, Mikasuki (Miccosukee), Ocone (Oconee), Sawokli, Tegesta, Timuqan, Tocabago
EINDRUCK
Das Buch ist sehr gut recherchiert und enthält sämtliche Fakten des brutalen und gemeinen Vernichtungskrieges gegen die Indianervölker, die von den Weißen einfach als Seminolen zusammengefaßt wurden, obwohl es sich teilweise um sehr verfeindete Stämme handelte.
Man erlebt den grausamen Krieg hier nicht nur aus der Sicht der Indianer mit, sondern kann auch vieles aus der Sicht der weißen Soldaten miterleben. Hauptsächlich - und das ist hier das Gute an dem Buch - werden aber die Geschehnisse aus der Sicht der Indianer und hier genau Osceola geschildert.
Der Leser erlebt mit, wie Osceola, der sehr schlau war, bei den Weißen im Fort ein- und ausgeht und sogar Freundschaften mit Soldaten schloß. Gleichzeitig ist er aber immer auf der Hut und spätestens mit seinen Alpträumen wird ihm immer wieder klar, dass diese seine Feinde sind und er auf der Hut sein muss.
Man erlebt aber auch vieles von seinem Leben bzw. dem der Seminolen (ich bezeichne sie jetzt einfachheitshalber auch so). Sehr schön ist hier gerade die eher friedliche Lebensweise der Seminolen, die Mais und anderes anbauten und sich nebenbei noch von Fisch und Wild ernährten. Interessant war es für mich auch, wie Osceola hier erst seine erste Frau und dann seine zweite Frau kennenlernte. Und spätestens hier merkt man, dass es bei den Seminolen üblich war, mehrere Frauen zu haben. Seine erste Frau war eine Indianerin, seine zweite Frau eine von ihm befreite Sklavin.
Das bringt mich dann zu dem zweiten Thema. Die Seminolen hatten selbst Sklaven. Diese lebten allerdings nicht wie Sklaven, sondern frei als eigenes Kriegervolk bei den Seminolen. Sie kämpften mindestens so verzweifelt und wild gegen die Weißen wie die Indianer. Denn bei ihnen ging es darum, dass sie ihre Freiheit behalten wollten. Die USA durfen zu dieser Zeit keine Sklaven mehr aus Afrika einführen. Daher konzentrierte man sich auf die vielen Schwarzen, die bei den Seminolen lebten, die Preise für Sklaven stiegen an und vermutlich waren die bei den Seminolen lebenden Schwarzen auch ein Grund, diese noch mehr zu jagen. Denn man nahm den Seminolen nicht nur ihren Lebensraum weg, sondern auch die Schwarzen, die auf dem Sklavenmarkt jetzt viel Geld brachten.
Es werden hier in dem Buch mehrere Überfälle auf die Schwarzen-Seminolendörfer geschildert. Auch hier ist die Grausamkeit der Weißen meiner Ansicht nach schlimmer als die derjenigen, die sich nur wehrten. In dem Buch wird beispielsweise der Überfall auf das Dorf geschildert, in dem die Mutter von Osceolas zweiter Frau lebte. Und es wird der verzweifelte Versuch der Indianer geschildert, diese Sklaven irgendwo zu finden und zu befreien. Und obwohl die Seminolen offiziell das Recht hatten, hier Unterstützung von der US Armee zu fordern (oder zumindestens eine Bescheinigung, dass sie ihre Sklaven zurückholen konnten) verweigerte hier die Armee die Unterstützung.
Die Schwarzen werden hier als sehr mutige Krieger geschildert und es ist schön, sie mal nicht nur in amerikanischen Büchern als Menschen zu lesen, die sich alles gefallen ließen. Nein, hier kämpfen sie aktiv um ihre Freiheit und es wird auch in vielen Bereichen darauf eingegangen, aus welchen afrikanischen Kriegervölkern sie teilweise stammten. Auf der anderen Seite wird aber auch das Verhalten von Sklaven beschrieben, die erst kürzlich von den Seminolen befreit wurden. Diese gingen teilweise freiwillig wieder als Sklaven zu den Weißen zurück, da sie das harte Leben in Floridas Sümpfen nicht ertrugen.
Auch die Kindererziehung kommt hier nicht zu kurz. Faszinierend sind die Erziehungsmaßnahmen der Indianer, die den Kindern relativ viel Freiheiten ließen, solange sie niemanden (auch sich selbst) gefährdeten oder gegen die Traditionen verstießen. Anhand der beiden Kinder Oseolas wird hier sehr viel dargestellt und nichts davon ist langweilig.
Osceola wird insgesamt als eine sehr starke Persönlichkeit geschildert. Er lebte in Harmonie mit der Natur und sah in allen Dingen auch etwas Positives und Gutes. Und er wird als der geschildert, der er auch war, ein indianischer Patriot, der für das Überleben seines Volkes kämpfte und eigenlich nur eines wollte. In dem zugesicherten Gebiet in Frieden leben.
Sehr gut hat mir auch der Charakter seiner beiden Frauen und seiner Töchter gefallen. Ich konnte miterleben, wie sich seine ältere Tochter, Little Warrior, entwickelte und sich sehr schnell an der neuen Umgebung in den Sümpfen anpaßte. Auch an ihr erlebt man die Liebe für die Natur mit, sei es ihr Verständnis und ihr Schutz der dort lebenden Eulen als auch ihre Art des Umgangs mit der Natur allgemein. Hier erfährt man auch, dass einige der indianischen Frauen durchaus auch gegen die Weißen aktiv kämpften. Im Roman selbst ist es Mink, die schwarze Ehefrau Osceolas, die mitkämpft, Little Warrior ist dafür noch zu jung.
Nicht vergessen darf man hier allerdings die Grausamkeit, in der einige Überfälle geschildert werden. Dieses sind Überfälle der Weißen und ihrer Anfangs verbündeten Creek auf die Seminolen als auch Überfälle der Seminolen auf Sklavenhändler/jäger und die Überfälle während des Guerilla-Krieges. Die Autorin schildert auch anhand Weißer Persönlichkeiten, wie diese in dem Krieg auf grausamste Weise getötet werden oder schleppend und fast unmenschlich an ihren Infektionen und Seuchen starben. Aber trotz aller Grausamkeiten durch die Indianer und Schwarzen ist das Buch so geschrieben, dass man diese versteht und sie gedanklich in ihrem Überlebenskampf unterstützen will. Obwohl man ja weiß, wie das alles ausgegangen ist.
Hier erlebt der Leser eine dunkle Zeit mit, die Zeit, in der die Weißen mit Vorliebe ihre Verträge brachen und Häuptlinge gefangen nahmen, obwohl ihnen freies Geleit und Frieden zugesichert wurde. Man bekommt mit, wie einzelne Indianer mit Whiskey oder Geld gefügig gemacht wurden und so ihr eigenes Volk verrieten. Und man bekommt auf der anderen Seite solche mutigen Menschen wie Osceola mit, die ihren Weg gingen, auch wenn sie wußten, dass das ihr eigener Untergang ist.
Ich selbst fand auch die Freundschaft von Osceola mit dem weißen Soldaten John Good sehr interessant. Vermutlich ist diese aber Phantasie der Autorin, denn ich habe meinen Recherchen nichts davon gefunden. Hier wird sehr gut gezeigt, wie sich der Soldat den Indianern anpaßt, ja er findet sogar eine Geliebte unter ihnen, die er heiraten will. Aber wegen der rassistischen Situatin und dem drohenden Krieg paßt sowohl den Seminolen als auch den Weißen so eine Verbindung nicht. Und während John im Krieg an einem anderen Ort kämpft, töten weibliche Clanmitglieder die Geliebte des Soldatens, damit diese ihn nicht verraten kann. Ich fand das sehr schlimm und schade. Aber kurz vorher wurde ein Häuptling durch eben so eine Situation getötet, in der der Weiße sich dann gegen die Indianer wandte und so alle verriet.
Mit Lesen dieses Buches bekommt man sehr viel über die Ansichten der Indianer mit und auch teilweise, warum sie eben so und nicht anders reagierten. Osceola selbst und sein Handeln ist der rote Faden, der das Buch durchzieht. Aber alles wird hier sehr interessant dadurch, dass viele andere Persönlichkeiten hier agieren. Und vieles wirkt beim Lesen so plastisch, als ob man dabei wäre.
Am Ende des Buches war ich allerdings doch sehr traurig. Denn das Buch endet hier mit der Gefangennahme des an Malaria leidenden Osceolas, seinem Leiden in der Gefangenschaft und schließlich mit seinem Tod. Auch wenn er in dem Tod zur Geisterwelt hinübergeht und dort seinen Onkel wiedertrifft, was eigentlich positiv zu sehen ist, war ich traurig und enttäuscht von der US Regierung, die so unfair und hinterhältig war. Und davon, dass hier diejenige, die für Gutes kämpften verloren haben. Aber leider ist das ja nun einmal so gewesen und somit wahr.
Bemerkenswert sind auch solche Feinheiten wie die Begegnung des todkranken Osceola in seiner Gefangenschaft mit dem berühmten Indianerzeichner George Catlin, der ihn dort zeichnete und sich sogar noch beilen mußte, um sein Werk fertig stellen zu können. Denn kurz nach dieser Zeichnung verstarb Osceola.
Auf der anderen Seite hat mir dieses Buch viel über Osceola gebracht. Ich selbst hatte bisher nur ein Bild von ihm gesehen und noch nicht viel über sein Leben und seinen Kampf erfahren. Auf den Bildern wirkte er immer nur so friedlich und feminin, so dass ich ihn auch nie für sehr bedeutend gehalten hätte. Und erst hier kommt heraus, was er für ein mutiger und charakterstarker Mann war.
ZUR AUTORIN
In der Ferne ein Feuer ist schon das zweite Buch, das ich von der Autorin Lucia. Clair Robson gelesen habe. Bekannt wurde sie mit dem Roman "Die mit dem Wind reitet", ebenfalls ein historischer Roman. Dort geht es um Cynthia Ann Parker, die 1835 von den Komantschen entführt wurde und dann als weiße Indianerin bei ihnen lebte. Mir gefiel schon damals ihr Stil, in dem sie anhand von existierenden Charaktären das Schicksal der Indianer schilderte. Die Autorin selbst wurde in Baltimore geboren und arbeitete nach ihrem Examen im Problemviertel Brooklay, bis sie sich entschloß, für ein Jahr in Japan zu leben. Nach der Rückkehr arbeitete sie im Bibliothekswesen. "Die mit dem Wind reitet" war ihr erster Roman.
DATEN
Titel: In der Ferne ein Feuer
Autorin: Lucia St. Clair Robson
Seiten: 525 - mit Anmerkungen
Art: Historischer Roman, Taschenbuch
Preis: Im Club Center DM 5,00, bei Amazon erhältlich für DM 14,00
ISBN-Nr. 3-404-12698-X
FAZIT
Ein sehr gut gelungener indianischer Historikroman über die Seminolen, den Kriege Osceola und den Kampf um die Sumpfgebiete Floridas. Sehr spannend und auch lehrreich, aber teilweise auch sehr grausam. So wie das Leben tatsächlich damals war. Vergleichbar ist das Buch mit "Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses" und auch in der Art mit dem Vorgängerroman "Die mit dem Wind reitet".
Liebe Grüße - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-06 13:43:28 mit dem Titel Spannender und außergewöhnlicher Zukunftskrimi (R.E.M. von Michael Marshall Smith)
Vor einiger Zeit habe ich mir das Buch R.E.M. von Michael Marshall Smith im Kaufhof für 5 Euro gekauft. Mich lockte hier das futuristische Aussehen des Buches und auch die Kurzbeschreibung. Hier meine Meinung und ein paar Angaben zum Buch.
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AUSSEHEN
Bei R.E.M. handelt es sich um ein dickes, fest eingebundenes Buch mit Schutzumschlag. Ich liebe gebundene Bücher, auch wenn sie leider mehr Platz einnehmen als Taschenbücher. Dafür sind sie meiner Meinung nach auch haltbarer und sehen im Bücherregal gut aus. Auf dem Schutzumschlag sieht man ein Männergesicht, bei dem die Augen hervorgehoben sind. Irgend etwas technisches wurde aber über das Männergesicht gelegt, so dass alles auffällig und merkwürdig wirkt.
Das Buch ist in normaler kleiner Schrift geschrieben, so dass man hier mit den 431 Seiten auch gut zu tun hat. Sehr gut finde ich das blaue Lesebändchen, das mir erleichtert die Stelle wiederzufinden, an der ich Schluss gemacht habe. Dieses schont zudem den Schutzumschlag, den ich ohne so ein Bändchen als Lesezeichen verwende.
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INHALT
Die Erde im Jahr 2016. Hap Thompson, ein ehemaliger Kleinkrimineller hat durch Zufall einen lukrativen Job bekommen, den er jetzt schon eine Weile ausübt. Es ist zwar nicht erlaubt, was er macht, wird aber sehr gut bezahlt. Angefangen hat alles durch seine Traumtätigkeit. Denn in der Zeit, in der Hap lebt, ist es möglich, dass Menschen gegen Bezahlung unliebsame Träume auf andere Personen übertragen und sich dann nicht mehr an diese erinnert. Oft sind es Alpträume oder eben nur unliebsame Träume, die einen an bestimmte Dinge erinnern, die man einfach nicht mehr wissen möchte. Und Hap gehört zu den außergewöhnlichen Menschen, die in einer Nacht ohne Probleme 5 bis 8 dieser Fremdträume übernehmen können. Am anderen Tag muss sein Bewusstsein zwar mit diesen Träumen klarkommen, aber auch das gelingt Hap ganz gut.
Und dieser Job führt dazu, dass Hap seit einiger Zeit auch eine andere Aufgabe übernommen hat. Hierbei handelt es sich um Erinnerungsübertragung. Sie geschieht so ähnlich wie die Traumübertragung, ist aber gesetzlich verboten. Derjenige, der die Erinnerung übernimmt, wird hart bestraft, wenn er erwischt wird. Vor Jahren gab es mal einen Fall, in dem ein Mord so übertragen wurde. Und sowohl der Täter als auch der Übernehmer der Erinnerung wurden gleich hart bestraft. Somit ist das Annehmen so einer Erinnerung genauso schlimm wie die eigentliche Tat. Aber da man hier für noch mehr Geld erhält und Haps Boss seinem besten Mann keine andere Möglichkeit lässt, nahm Hap auch diese Tätigkeit an. Denn bei der Wahl entweder Entlassung oder auch diese Tätigkeit übernehmen, blieb ihm nichts anderes übrig, da er sich auch an den neuen besseren Lebensstil gewöhnt hatte.
Hap ist mittlerweile Millionär und transferiert sein Geld immer wieder auf verschiedene Konten, damit ihm niemand auf die Spur kommt. Alles geht gut, bis er sich zu einem privaten Geschäft einlässt. Auch hier geht es um Erinnerungstransfer. Aber nach der Übertragung erinnert sich Hap sehr genau an einen Mord. Wie sich herausstellt, wurde ein höherer Polizeibeamter ermordet. Während die Polizei anfangs im dunklen tappt, weiss Hap wer der Täter war. Es handelt sich um Laura Reynolds, eine junge Frau, die in Lebensgefahr schwebt. Denn geheimnisvolle Männer in grauen Anzügen sind ihr auf der Spur, und diese sind eindeutig keine Polizisten.
Aber es kommt noch schlimmer, denn diese grauen Männer sind plötzlich auch hinter Hap her, als ob sie wissen, was vorgegangen ist. Und auch die Polizei ist sehr schnell hinter Hap her. Gerade die geheimnisvollen grauen Männer sind nicht zimperlich in ihren Methoden, um Hap an der Aufklärung eines weitreichenden Mord- und Erpressungskomplotts zu hindern...,
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MEINUNG ZUM INHALT
R.E.M. ist ein sehr spannender Roman mit einer äußerst ungewöhnlichen Mischung aus Krimi, der phantastischen Literatur und sogar Aspekte des Religiösen bzw. Philosophischen. Generell würde ich den Roman als einen phantastischen Krimi bezeichnen, der in der Zukunft spielt.
Ob es wohl machbar ist, was hier geschildert wird, kann ich nicht beurteilen. Aber einiges in diesem Buch, was vorkommt, ist durchaus denkbar. Denn wenn Träume oder Erinnerungen übergeben werden könnten, dann wäre es wohl wie hier in diesem Buch, dass sich das nur die mächtigen bzw. Menschen mit Geld leisten könnten. Und wahrscheinlich ist, dass dann einige wenige davon wirklich profitieren, wie hier in diesem Roman noch nicht einmal Hap sondern sein Chef, dem das Unternehmen gehört.
Hap selbst ist eine sehr sympathische Figur. Denn obwohl er hier als Krimineller geschildert wird, bleibt er menschlich und ist nicht gefährlich. Im Gegenteil, er ist derjenige, der hier hereingelegt wird und dann um sein Leben bangen muss. Und er ist einer der wenigen Menschen, die überhaupt interessiert, was wirklich der Hintergrund des Mordes an dem Polizisten ist. Denn schnell stellt sich dieser als korrupt und sehr unsympathisch heraus, während die junge Frau, die den Mord begangen hat, hier auch eher ein Opfer als nur eine Täterin ist. Mir hat auch ihre Darstellung im Roman sehr gut gefallen, obwohl sie im Gegensatz zu Hap nur eine Randfigur ist. Wenn auch eine Bedeutende für seine Situation und den Verlauf des Romans.
Aber auch andere Personen wirkten hier glaubhaft, sei es der Detective, der Hap verfolgt oder ein guter Freund, der ihn unterstützt. Sehr gut hat mir auch die Entwicklung der Technik gefallen. Sie brachte mich aber auch mehrmals zum Lachen. Beispielsweise wenn eine Horde Kaffeemaschinen eine Strasse überquert um an einen fernen Ort zu wandern. Zuerst dachte ich, ich habe mich verlesen, aber nein dem war nicht so. Denn in der Zukunft, die hier geschildert wird, sind die Hauschaltsmaschinen wie kleine Computer, ziemlich intelligent und können sich zudem bewegen. Und wenn jemand seine Kaffeemaschine aussetzt, weil sie nicht mehr so viel taugt, dann wandert diese eben davon, um weiter ihr Dasein irgendwie zu fristen.
Eine der schönsten Hauptrollen ist hier daher auch kein Mensch, sondern Haps ultramoderner Wecker. Er kann nicht nur wecken und bietet einen Kalender und eine Datenbank, sondern unterhält sich auch mit seinem Besitzer und hilft ihm in einigen Situationen. Den auf dem Boden hinter einem Mann hertrippelnden Wecker kann ich mir vorstellen und schon dabei muss ich lachen. Denn R.E.M. ist kein trockenes Buch, trotz der Krimithematik und der Gottes-Aspekte, auf die ich gleich zu sprechen komme.
Meine Probleme hatte ich eher mit dem seltsamen gut gekleideten Herrn, der Hap hier mehrmals hilft und auf alle Fälle kein normaler Mensch ist. Und die gleichen Probleme hatte ich auch mit den Herren in grau. Es ist aber auf alle Fälle eine interessante Idee über Gott und Engel, die hier in diesem Roman mit verarbeitet wird. Aber das Problem ist, dass man in dieser Art von Roman nicht damit mit Gott und Engeln konfrontiert zu werden.
Insgesamt liest sich R.E.M. sehr gut und ist auf alle Fälle etwas anderes, als ein normaler SF oder ein Krimi. Es macht Spass, das Buch zu lesen. Normalerweise bin ich nicht so für die Bücher in "Ich-Form" aber R.E.M. liest sich auch so gut und da alles hier doch Hap betrifft, passt die Ich-Form hier auch. Wenn man sich nicht daran stört, dass hier eine ungewöhnliche Idee zu Gott und Engeln mit eingearbeitet wurde, wird man wie ich sehr viel Unterhaltung und Freude an diesem Buch haben.
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AUTOR
Michael Marshall Smith wurde 1965 in Cheshire geboren. Er wuchs in den USA, in Südafrika und Australien auf. In Cambridge studierte er Philosophie. Smith schrieb Komödien für den BBC und arbeitet als Zeichner, ehe er den ersten Science Fiction Roman veröffentlichte. Dieser brachte ihm direkt den British Fantasy Award. R.E.M. ist der dritte Roman des in London lebenden Schriftstellers.
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DATEN
Titel: R.E.M.
Autor: Michael Marshall Smith
Art: Science Fiction Krimi-Thriller
Seiten: 429
Verlag: Rowolt-Verlag
Erscheinung: 1. Auflage Juli 1999
Original: Originalausgabe 1988
ISBN: 3-498-04400-1
Preis: 5 Euro im Kaufhof
Erhältlich: Broschürt bei Amazon für 10,50 Euro
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FAZIT
R.E.M. ist ein sehr spannender und teilweise auch humorvoller Krimi, der in der Zukunft spielt und sehr viele Bereiche miteinander kombiniert. Es ist ein Buch, bei dem man nie genau weiss, wie es weiter geht und der den Leser dadurch in den Bann zieht. Ich kann den Roman sehr empfehlen.
Viele Grüße und danke fürs Lesen - Miara
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-18 09:20:10 mit dem Titel Spannend und gut (Westwärts ohne Furcht von Lucia St. Claire Robson)
Das Buch Westwärts ohne Furcht von der Autorin Lucia St. Clair Robson habe ich mir schon vor mehreren Monaten gekauft und ausgelesen. Da ich es aber meiner Mutter zum Lesen ausgeliehen habe, komme ich auch jetzt erst zu dem Beitrag über diesen Roman.
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VORWORT
Der Roman "Westwärts ohne Furcht" ist jetzt schon nach "Die mit dem Wind reitet" der zweite Roman, den ich von der Autorin Lucia St. Clair Robson gelesen habe. In beiden Romanen beschreibt die Autorin die Lebensgeschichte einer Person, die tatsächlich gelebt hat. In beiden Büchern geht es um bekannte Frauen, die in Amerika gelebt haben.
In Westwärts ohne Furcht hat die Autorin einen Roman über Sarah Borginnis Bowman geschrieben, die auch unter dem Namen "Great Western" bekannt war und eine aufsehenerregende Erscheinung war. Es ist ein Roman über eine Frau des frühen 19. Jahrhunderts, die es schaffte, ein einer Welt, die von Männern dominiert wurde, ihren eigenen Weg zu gehen und sich Respekt in der Männerwelt zu verschaffen.
INHALT
Sarah Borginnis Bowman folgt im frühen 19. Jahrhundert iheme Mann, einem Soldaten, in den Westen und blieb auch nach seinem Tod bei den Truppen. Sie ist eine äußerlich auffällige Frau, nicht nur wegen ihrere langen lechtendroten Haare sondern auch wegen ihrer enormen Größe, denn Sarah überragt die meisten Männer an Körpergröße. Das und auch ihr unerschrockenes Verhalten sorgt dafür, dass sie den Namen "Great Western" erhält.
Die selbstbewusste Frau arbeitet sich von einer Wäscherin und Köchin im Militär nach oben. Sie versorgt die Verwundeten und kämpft schließlich aktiv im Mexikanischen krieg mit, auch wenn das offiziell nicht sein durfte. Bei der Belagerung von Fort Brown war sie genauso couragiert wie in der Schlacht von Bueno Vista, so dass sie sogar zum weiblichen Colonel des amerikanischen Heeres ernannt wurde.
Wie man hier sieht, wird im Buchinhalt die Lebensgeschichte von "Great Western" nacherzählt. Alles beginnt aber erst mit ihrer Tätigkeit in der amerikanischen Armee und endet mit Sarahs Tod.
MEINUNG
Westwärts ohne Furcht ist ein außergewöhnliches Buch über den Wilden Westen. Nur selten erlebt man ein Frauenschicksal mit, das so spannend und abenteuerlich ist. Das schönste daran ist aber, dass viele Dinge, die hier geschildert werden, auch wahr sind. Und man so miterleben kann, dassm es durchaus auch bedeutende Frauen gab, die Mitte des 19. Jahrhunderts von sich reden machten.
Das Buch liest sich wie ein guter Roman und nichts langweilt hier, wie es sehr oft bei wahren Romanen mit geschichtlichem Hintergrund der Fall ist. Sarah Borginnis Bowman konnte ich mir sehr gut hier vorstellen. Sie muss damals eine sehr auffallende Frau gewesen sein in einer Zeit, in der Frauen doch her noch eine untergeordnete Rolle gespielt haben oder sich eben unauffällig verhalten haben.
Der Roman ist aber nicht nur spannend und sehr abenteuerlich sondern auch sehr humorvoll geschrieben. Denn obwohl hier viele Dinge geschehen, die normalerweise nicht zum Lachen sind, gibt es doch einige Stellen, die mich zum Schmunzeln oder sogar zum Lachen gebracht haben. Denn auch wenn ein Leben wie hier zu Kriegszeiten geschildert wird, so gibt auch im wahren Leben immer wieder humorvolle Zeiten. Und da hier auch über Kleinigkeiten des Lebens geschrieben wird, kommen solche Stellen eben auch im Roman "Westwärts ohne Furcht" vor.
Ich selbst empfand es als sehr interessant zu lesen, wie unterschiedliche di amerikanischen Oberkommandierenden auf "Great Western" reagierten. Denn vielen war es gar nicht Recht, wenn Frauen den Soldaten in die Kriege folgten. Teilweise geschah das aber auch nur wegen Vorurteile den Frauen gegenüber. Auch solche Dinge erfährt man in diesem interessanten Roman.
Ebenso erfährt man als Leser auch sehr viel über die Situation damals in Mexiko und wie wenig Rechte damals gerade die mexikanischen Frauen hatten. Denn "Great Western" konnte zwar kämpfe und wirkte nicht gerade wie jemand, der besonders viele Skrupel hatte, aber sie kümmerte sich auch um andere Frauen. Ein Engel war sie übrigens auch nicht, denn sie sorgte so nebenbei dafür, dass einige der Frauen auch die Soldaten regelmässig besuchten oder umgekehrt.
Sehr interessant fand ich auch, wie die selbstbewussten Indianer auf diese ungewöhnliche und sehr selbstbewusste Frau reagierten. Hierzu gibt es auch ein paar sehr schöne Stellen in dem Buch.
Insgesamt war "Westwärts ohne Furcht" ein Roman, den ich nur ungerne aus den Händen gelegt habe und den ich auch sehr schnell ausgelesen habe. Dieses Buch hat mir bewiesen, dass 500 Seiten über eine Person, die tatsächlich gelebt hat, sehr interessant und spannend sein können.
AUTORIN
Lucia St. Clair Robson wurde in Baltimore geboren. Sie lebte nach dem Lehrerexamen unter anderem in Venezuele, Japan und Arizona. Durch ihre Arbeit als Bibliothekarin wurde sie auf Cynthia Ann Parker aufmerksam, worauf sie ihr erstes Buch "Die mit dem Wind reitet" schrieb. Sämtliche ihrer Bücher beruhen auf ihre gründlichen hhistorischen Recherche.
DATEN
Titel: Westwärts ohne Furcht
Original: Fairless. A Novel of Sarah Bowman
Autorin: Lucia St. Clair Robson
Seiten: 500
Art: Historischer Roman, Abenteuerroman
Buchart: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: 8,50 Euro im Club als Angebot
Preis Amazon: 19,90 Euro
ISBN-Nr.: 3822505293
Ausgabe: Kabel Verlag, 2000
FAZIT
Westwärts ohne Furcht ist ein sehr spannender und abenteuerlicher Roman mit einigen humorvollen Stellen über Sarah Bowman, eine imposante Frau, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika gelebt hat. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Ich hoffe, dieses Buch meinem Leser nähergebracht zu haben.
Liebe Grüße, danke fürs Lesen und Kommentieren - Miaraa weiterlesen schließen -
Shakespeare macht " Viel Lärm um Nichts"
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hi Ihr
Heute befasse ich mich mal wieder mit einem Buch. Genauer gesagt ist es ein Drama von William Shakespeare. Ich habe die Komödie „Viel Lärmen um Nichts“ (Original: „Much Ado About Nothing“) zwar nicht unbedingt freiwillig gelesen, sondern für den Englischunterricht in der Schule, bin aber von dem Buch überzeugt und deshalb will ich euch jetzt davon erzählen.
*--- William Shakespeare ---*
Ich denke über William Shakespeare brauche ich euch nicht allzu viel berichten. Vermutlich ist dieser Mann allen von euch, zumindest mehr oder weniger, ein Begriff. Dennoch gibt es ein paar Infos für euch:
Shakespeare ist im April 1564 geboren und heiratete 1582 Anne Hathaway. Um 1586 geht er als Schauspieler und Teilhaber wichtiger Schauspieltruppen nach London. 1593 erscheint sein erstes Stück „Venus und Adonis“ dem in den folgenden Jahren etliche Stücke folgen sollten. Eine kleine Auswahl: „Romeo und Julia“, „Hamlet“, „Ein Sommernachtstraum“, „Othello“ usw.; zudem verfasste er noch diverse, sehr anspruchsvolle Sonette.
Seine Komödien und Tragödien sind weltbekannt und dienen noch heute als Vorlage für Hollywoodfilme (bspw. „Romeo und Julia“, „Shakespeare in love“, „ Viel Lärmen um nichts“, usw.). Am 23. April 1616 starb William Shakespeare.
*--- Zur Komödie ---*
Die Story spielt in Italien des Mittelalters, genauer gesagt in Messina im Haus des dortigen Gouverneur Leonato. Dieser erfährt zu Beginn des Dramas, dass der Prinz Don Pedro siegreich aus einem Kampf zurückkehrt und bald bei Leonato eintreffen wird.
Als die siegreiche Armee dann eintrifft, werden schnell die Strukturen der Geschichte klar. Claudio, ein Soldat Don Pedros, ist verliebt in Hero, die Tochter Leonatos. Benedick, ein weiterer Mann aus der Gefolgschaft Don Pedros, und Leonatos Nichte machen den Eindruck als ob sie im späteren Verlauf des Buches noch miteinander zutun hätten. Zudem wird direkt im ersten Akt klar, dass der Bruder Don Pedros, Don John (Juan), der Bösewicht in diesem Stück ist und danach strebt den anderen Charakteren den Spaß am Leben zu verderben.
Fortan kommt es zu einigen Lügen und Verwechslungen unter den Charakteren. Allerdings möchte ich jetzt nicht mehr erzählen, da ich sonst dem einen oder anderen den Spaß am Lesen verderben würde.
*--- Zur Sprache ---*
Zu allererst sollte man sich klar machen, dass es sich bei „Viel Lärmen um Nichts“ nicht um einen Roman oder Prosatext handelt, sondern um ein Drama. Das heißt man hat „nur“ die Dialoge der Charaktere und einige ganz knappe Einführungen am Anfang jeden Aktes in die Szene (bspw. „Eine Halle in Leonatos Haus“).
Ferner muss man sich darüber im Klaren sein, dass man Shakespeare liest und dieser seine Stücke um das Jahr 1600 schreib. Dementsprechend ist auch die Sprache. In der deutschen Übersetzung ist der Inhalt allerdings ganz gut nachzuvollziehen. Wer das Drama als Original in englisch lesen möchte, sollte schon über ein recht gutes Englisch und wahrscheinlich auch über ein gutes Wörterbuch verfügen. Es gibt viele Ausdrücke die kaum nachvollziehbar sind, weil sie zum Teil einfach nicht mehr dem modernen Englisch entsprechen. Nichtsdestotrotz ist es aber möglich die Story im Allgemeinen zu verstehen, nur bei einigen Details könnte es zu Problemen kommen.
*--- Preis ---*
Ich habe das Buch zweimal. Einmal habe ich es in Englisch. Diese Ausgabe stammt von der Cambridge School und ist sehr umfangreich. Diese Ausgabe enthält nicht nur den Text, sondern auch Kommentare und jeweils eine Zusammenfassung des Original Textes. Aus diesem Grunde umfasst sie 188 Seiten. Allerdings spiegelt sich dieser Luxus, der fürs Verständnis sehr hilfreich ist, im Preis wieder. Es kostet zwischen 12 und 13 Euro. Aber ich denke diese Investition lohnt sich, weil die Erklärungen echt praktisch und hilfreich sind.
Das zweite Buch ist logischerweise die deutsche Ausgabe. Die habe ich als Reclamheft und war entsprechend preisgünstig. 2,10 Euro. Dafür enthält sie nur den Text des Dramas sowie eine Zeittafel zu Shakespeare und umfasst nur 95 Seiten. Meiner Meinung nach ist das aber vollkommen ausreichend, wenn man die deutsche Ausgabe ohnehin nur als Beiwerk zum besseren Verständnis haben will.
*--- Fazit ---*
Ich kann dieses Drama nur wärmstens weiterempfehlen. Die Geschichte ist in sich schlüssig und zeigt etliche Ansätze von komischen Szenen und ist bisweilen auch recht romantisch. Natürlich darf man nicht vergessen, dass die Geschichte in einer stark patriarchalischen Gesellschaft spielt und das Frauenbild diese angepasst ist. Nichtsdestotrotz kann man auch aus der heutigen Sicht heraus die Vorgänge in dem Drama gut nachvollziehen und kann das ein oder andere Mal schmunzeln oder gar lachen.
Ob man das Buch auf deutsch oder englisch liest, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer dem Englischen einigermaßen mächtig ist und über eine guten Wortschatz verfügt sollte sich ruhig an das Original heranwagen. Wer sein Englisch nicht so stark einschätzt sollte wohl besser zur deutschen Fassung greifen. Auf jeden Fall sollte sich jeder der Freude am Lesen hat mal überlegen das Buch zu lesen. Bei einem Preis von 2,10 Euro kann man aber eigentlich eh nichts falsch machen. Für einen gemütlichen Lesetag ist „Viel Lärmen um Nichts“ auf jeden Fall geeignet, für mehr aber auch nicht, weil man durch die deutsche Fassung Ruck Zuck durch ist, an der Englischen hat man länger Freude.
Falls ihr noch Fragen habt schreibt mir ins Gästebuch ich antworte gerne. Danke fürs lesen, ich hoffe ihr kommentiert und bewertet fleißig!!!
Bis dann dann weiterlesen schließen -
Kryptographie & Internet
11.11.2002, 07:45 Uhr von
rider-of-apocalypse
ich hätet gerne einen Dodge, nen neuen Rechner, ein neues Notebook, eine Eigentumswohnung oder ei...Pro:
Story, Idee, ...
Kontra:
etwas langatmiger Auftakt
Empfehlung:
Nein
Nachdem ich bereits mehrere Romane, die sich mit dem Internet und ähnlichen Themen befassen, (Ch@os, @E.R.O.S., ...) gelesen habe und mir diese auch ausnahmslos sehr gut gefielen, zögerte ich nicht lange, als ich den Roman M@AILSTORM von PER HELGE SORENSEN entdeckte und kaufte mir diesen „Internetthriller“.
INHALT
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In einer dänischen Universität sind alle PCs mit einem Bildschirmschoner ausgestattet, der ständig wechselnde Bilder von den WebCams der anderen PCs zeigt. Auf diesem Bildschirmschoner beobachtet ein Doktorand einen Mord in den Räumen der Universität und am nächsten Morgen ist ein Student namens Martin plötzlich verschwunden.
So gerät der Doktorand selber in Verdacht, der Mörder zu sein und er beginnt selbst, einige Nachforschungen anzustellen. Dabei erfährt er, dass die Regierung auf Drängen der amerikanischen Regierung und Nachrichtendienste ein Gesetz plant, dass vorschreibt, das Kryptographieprogramme eine Hintertür enthalten müssen, über die Polizei und Nachrichtendienste „mithören“ kann und das ein kurz vor dem Release stehendes Programm eine solche Hintertür nicht besitzt und über eine nicht „knackbare“ Codierung verfügt.
Martin ist es scheinbar gelungen, den Schlüssel für das Programm erhalten und da er kurz vor seinem Verschwinden eine Mail an den Doktoranden geschickt hat, ist nun die Polizei überzeugt, dass auch er über den Schlüssel verfügt.
Als der ermittelnde Kommissar plötzlich von einer Abteilung, die einem Nachrichtendienst entspricht (in Dänemark ist der Nachrichtendienst scheinbar Bestandteil der Polizei und keine selbständige Behörde wie BND in Deutschland oder CIA in den USA) und den Doktoranden massiv überwacht und überprüft, führen diesen seine eigenen Nachforschungen in die USA, wo er zu seiner Überraschung feststellt, dass Martin noch am Leben ist und nun versucht, den Schlüssel zu verkaufen.
Nach mehreren „Verhandlungen“ übergibt Martin kurz bevor er ermordet wird den Schlüssel an den Doktoranden, dessen vermeidliche Internet-Bekannte sich als Agentin entpuppt und ihm den Schlüssel heimlich wieder abnimmt.
An dieser Stelle breche ich die Darstellung des Inhalts ab, um nicht zu viel der Geschichte zu verraten und so interessierten Lesern die Spannung zu nehmen.
Auch ist meine Inhaltsangabe nicht annährend vollständig (die Story ist um ein Vielfaches vielschichtiger) und soll lediglich einen groben Überblick vermitteln, um was es in dem Roman geht (ich hoffe, dies ist mir gelungen).
TITEL
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Ein MAILSTORM ist der massenhafte Eingang von Mails (Spam), die zum Zusammenbruch des Systems führen oder den Betrieb massiv beeinträchtigen.
Im Roman schreibt Martin (unter falscher Absenderkennung um seinen Tod vorzutäuschen) eine Rundmail mit einer derartigen Themenvielfalt, dass nahezu jeder Empfänger antwortet. Dadurch löst er einen MAILSTORM aus.
ANMERKUNGEN
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Die Thematik des Romans ist mehr als interessant und auch die Grundidee scheint mir überzeugend, da ich mir durchaus vorstellen kann, dass Polizei und Nachrichtendienste es als wünschenswert erachten, Einblick in den Mailverkehr und ähnliches von Zielpersonen (und möglicherweise auch darüber hinaus) zu erlangen und so der frei zugänglichen Kryptographie für jedermann eher ablehnend gegenüberstehen.
So ist auch die Handlung in M@AILSTORM meines Erachtens jederzeit glaubwürdig und nachvollziehbar.
PER HELGE SORENSEN machte aus dieser Idee einen recht spannenden Thriller, der es aufgrund der detaillierten Beschreibungen von handelnden Personen, Orten und Begebenheiten jedem möglich macht, sich in der Story zurechtzufinden.
Einzig der Umstand, dass die Handlung zu weiten Teilen (entsprechend der Herkunft des Autors) in Dänemark spielt, erfordert bezüglich der Namen von Personen und Orten eine kurze Gewöhnungsphase (scheinbar kann ich mir gängige deutsche und/oder amerikanische Namen einfach besser merken).
Darüber hinaus ist der Roman auch recht spannend geschrieben, wobei die Spannung aber meines Erachtens erst mit Einmischung der Nachrichtendienste aufkommt, so dass das erste Drittel des Romans nur leidlich spannend ist und zeitweise als ein wenig langweilig empfunden werden könnte.
AUTOR
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Der im Jahre 1968 in Dänemark geborene PER HELGE SORENSEN ist hauptberuflich kein Autor, sondern Ingenieur und war in dieser Tätigkeit unter anderem beim dänischen Forschungsministerium tätig.
M@ILSTORM ist sein erster und bisher einziger Roman.
SONSTIGES
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PER HELGE SORENSEN schrieb den Roman M@ILSTORM im Jahre 2000. Die Erstauflage der deutschen Taschenbuchausgabe (ISBN 3-404-14813-4) datiert aus dem Jahr 2002 und ist im Verlag Bastei Lübbe erschienen.
Der Preis für das fast 400 Seiten umfassende Taschenbuch beträgt zur Zeit 7,90 € und sollte nahezu überall im Buchhandel erhältlich sein.
SCHLUSSWORTE
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Nach einem etwas langatmigen Anfang hat mich M@ILSTORM von PER HELGE SORENSEN recht gut unterhalten und so kann ich hier durchaus eine Empfehlung aussprechen. Aufgrund der genannten Schwächen lautet mein Urteil jedoch „nur“ GUT ! weiterlesen schließen -
Noch was aus meiner Katzenbuchsammlung ..
Pro:
viele Informationen
Kontra:
nix
Empfehlung:
Nein
Heute geht es mal wieder um eines meiner Katzenbücher. Das Buch mit dem Titel 499 Tips für Katzenliebhaber ist in verschiedenen Kaufhäusern und Buchhandlungen für ca. 5 Euro zu bekommen. Zusammengestellt wurde das Buch von Christopher Sandt und herausgegeben wurde es 1998 mit der ISBN 3-85001-81-4 vom Tosa Verlag, Wien. Das gebundene Buch hat 164 Seiten auf denen zahlreiche Ratschläge und Tips für Katzenhalter gegeben werden.
Ratschläge für die Anschaffung einer Katze
In diesem Kapitel werden nicht nur die Dinge aufgelistet die man überdenken sollte bevor man sich eine Katze ins Haus holt (den Ausdruck „Anschaffung“ finde ich in Bezug auf Tiere etwas unpassend), sondern auch die Kosten die für die Haltung entstehen können, werden genannt. Auch werden die Formalitäten die sich ergeben, wenn man sich entschiedet eine Katze aus dem Tierheim zu holen aufgezählt, ebenso wie die Dinge, an denen man einen guten Züchter erkennt.
Das Kind und die Katze / Der Hund und die Katze
Beschrieben wird in diesem Kapitel wie man Kinder und den neuen Mitbewohner aneinander gewöhnen kann und wie ein kleines Kind auf den Umgang mit dem Tier vorbereitet werden sollte. Sollte bereits ein Hund in der Familie sein, wird beschrieben wie es möglich ist Hund und Katz aneinander zu gewöhnen und auch die verschiedenen Körpersprachen der Tiere werden sehr ausführlich erklärt.
Die Eingewöhnung der Katze und das Verhalten der Katzen verstehen
In der Eingewöhnungsphase einer Katze heißt es der Katze Zeit zu geben damit sie ihre neue Umgebung erkunden und sich einleben kann. Die wichtigsten Grundregeln die der Mensch beachten sollte, werden sehr ausführlich dargestellt. Auch die Verhaltensweisen der Katzen mit denen sie ihr Wohlbefinden, oder auch Missfallen ausdrücken, werden in verständlichen Worten erklärt und es wird auch darauf eingegangen, wie der Mensch reagieren sollte.
Die richtige Ernährung und Pflege für die Katze
Neben der Frage ob menschliche Nahrung für die Katze geeignet ist werden in diesem Kapitel auch die Nährstoffe, die eine Katze bei einer gesunden Ernährung bekommt und natürlich auch benötigt genannt und deren Wichtigkeit erklärt. Auch wie der ideale Futterplatz aussieht wird beschrieben und welche Nahrung auf keinen Fall an die Katze verfüttert werden darf wird erklärt. Ratschläge für die Fütterung von Welpen und trächtigen Katzen fehlen auch nicht. Natürlich wird auch auf die Fellpflege eingegangen, die besonders bei Langhaarkatzen von großer Bedeutung ist.
Gesundheitsvorsorge und Krankheiten
Die Ratschläge die hier gegeben werden sind dazu geeignet erste Symptome einer auftretenden Krankheit zu erkennen. Zwar wird auch beschrieben wie man beispielsweise bei einer Katze Fiebermessen und den Puls fühlen kann, allerdings würde ich diese Art der Selbstuntersuchung bei meinem Paulchen niemals anwenden. Die genannten Symptome sind lediglich eine Hilfe um eine Krankheit bei der Katze zu erkennen, aber ich denke das jeder Tierhalter auch ohne die Hilfe eines Buches erkennt wenn sein Tier erkrankt ist. Erklärt werden auch Krankheiten die von der Katze auf den Menschen übertragen werden können, wie sich der Mensch davor schützen kann und welche Impfungen die Katzen benötigen.
Gefahren für die Katze
Jeder Katzenhalter weiss das im Haushalt gewisse Gefahren auf die Katze lauern, wie beispielsweise Kippfenster, offene Schubladen oder auch giftige Pflanzen. Die wichtigsten Gefahrenquellen werden in diesem Kapitel aufgezählt und erklärt worin die Gefahr besteht.
Ferien mit der Katze
Beschrieben wird hier wie man eine Katze an den Transport im Auto gewöhnen kann und wie eine Fahrt mit dem Tier im Auto aussehen sollte. Auch die Kriterien für die Auswahl einer Tierpension fehlen nicht, ebenso wie man einem Cat-Sitter finden kann und was bei dieser Möglichkeit zu beachten ist.
Die alte Katze
Das Katzen in fortgeschrittenem Alter besondere Aufmerksamkeit und Pflege benötigen, bemerke auch ich täglich an meinem alten Herrn. In dem Buch werden die erste Altersschwächen beschrieben und wie die körperlichen Anzeichen aussehen.
Ob dieses Buch wirklich 499 Tips enthält habe ich nicht nachgezählt. Ich finde es aber sehr ausführlich und auch Katzenkenner werden sicher noch den einen oder anderen wissenswerten Hinweis finden. Die genannten Tips und Ratschläge sind klar verständlich und einleuchtend erklärt und helfen bei manchen Entscheidungen weiter. Auch die Reaktionen und das Verhalten der Katzen, das manchmal nicht ganz verständlich scheint, wird in diesem Buch gut erklärt und hilft sicher seine Katze besser zu verstehen.
Bilder enthält das Buch 499 Tips für Katzenliebhaber keine und zur reinen Unterhaltung ist es sicher nicht geeignet. Wer seiner Katze aber ein schönes Zuhause geben möchte und sie richtig versorgen und verstehen will, wird sicher in diesem Buch viel wissenswertes und interessantes erfahren.
Von mir gibt’s die volle Punktzahl für 499 Tips für Katzenliebhaber, da es sehr viel Wissenswertes über Katzen allgemein, ihr Verhalten und die richtige Pflege enthält. weiterlesen schließen -
Ein spannender Börsenthriller!
Pro:
eine spannende und lehrreiche Geschichte
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Im folgenden Bericht geht es um "Der Club der Diebe" von James B. Stuart.
Wer sich dem Thema Börse und Insiderkriminalität auf spannende Weise nähern will, dem kann ich das Buch von James B. Stuart, „Der Club der Diebe“ empfehlen. Dieser authentische Roman liest sich wie ein spannender Thriller.
Stuart, Redakteur des Wall Street Jounal schreibt über den größten Insiderskandal der Börsengeschichte, der die Wallstreet in ihren Grundfesten erschütterte und eine der Ursachen für den Crash vom Oktober 1989 war. Alle Details sind gründlich recherchiert und mit Quellenangaben nachgewiesen. Gerade diese Authentizität verleiht dem Buch die Spannung.
Stuart zeichnet ein schillerndes Porträt der Hauptakteure und ihrer Hintermänner und lässt dabei kein noch so schmutziges Detail aus. Besonders faszinierend sind für mich die Schilderungen vom Werdegang der Täter und von der Lebensweise der Top-Börsenhändler, die jeden Tag Milliarden bewegen und mit der Zeit aber den Boden unter den Füßen verlieren. Dies ist ausführlich im ersten Teil beschrieben.
Im zweiten Teil geht es um die Aufklärer (Beamte und Anwälte der Börsenaufsicht und der New Yorker Staatsanwaltschaft) und um deren Jagd nach den Hintermännern.
Alles beginnt scheinbar ganz harmlos, als ein kleiner Angestellter einer Zweigstelle einer Bank wegen Betrug verhaftet wird. Doch je tiefer die Ermittler bohren, umso größer wird das Ausmaß an Betrug und umso bekannter und wichtiger werden die Persönlichkeiten, die in diese Verbrechen verstrickt scheinen.
Man wird noch einmal in die wilden achtziger Jahre, die Zeit des großen Börsenbooms versetzt. Dabei begegnet man auch heute noch bekannten Personen wieder. Bei der Aufklärung dieser Wirtschaftsverbrechen hat sich z.Bsp. Rudolph Giuliani, bis vor kurzem noch Bürgermeister von New York und im vorigen Jahr Konkurrent von Hillary Clinton bei der Wahl zum US-Senat, erstmals einen Namen gemacht und einen Grundstein für seine späteren politischen Erfolge gemacht. Stuart schildert Personen, Ereignisse und Sachverhalte detailliert und kompetent und außerordentlich spannend.
Eine Zeitleiste im Anhang, ein Verzeichnis aller Personen und ein Glossar mit den wichtigsten Börsenbegriffen runden das Bild ab.
Wer Insiderdelikte vielleicht bisher als Kavaliersdelikt betrachtet hat, wird nach der Lektüre dieses Buches sicher anderer Meinung sein. Denn etwas wird besonders deutlich: Verstöße gegen die Wertpapierhandelsgesetze sind keine Verbrechen ohne Opfer. Wenn Insiderhändler schwindelerregende Gewinne erzielen, wenn Preise manipuliert und insgeheim Aktienpakete angesammelt werden, wird unser Vertrauen in die grundlegende Fairniß des Marktes erschüttert. Wir alle sind die Opfer.
Das Buch gibt es z.B. als Paperback für 8,50 Euro bei Amazon. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Andreas1501, 18.02.2002, 13:48 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Das ist ein Buch für mich, den Titel habe ich mal vorgemerkt. Danke für den Tipp! Gruß Andreas
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Der Medikus von England
13.10.2002, 21:09 Uhr von
Wunderblume
Hab keine Zeit mehr, Berichte zu schreiben, hab jetzt ein Medizinstudium begonnen.Pro:
sehr unterhaltsam, man lernt einmal den Ursprung der Vampirsagen kennen
Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Ewig habe ich auf das Nachfolgebuch vom Wanderchirurg von Wolf Serno gewartet, und als mein Vater Der Chirurg von Campodius dann endlich vom Bücherbund bestellt hatte, habe ich es mir natürlich gleich geschnappt. Meine Erwartungen haben sich zwar nicht ganz erfüllt, ich wurde aber auch nicht enttäuscht.
Im ersten Band ist Vitus von Campodius, der als Findelkind in einem Kloster aufgewachsen ist, auf abenteuerliche Weise von Spanien nach England gereist und hat schliesslich seine Familie, die Collincourts, gefunden. Auf dieser Reise lernte er Arlette kennen, eine Verwandte von ihm, die sich auf dem Weg nach Amerika befindet, in die er sich unsterblich verliebte. Durch ein Missverständnis verloren sie sich aber aus den Augen.
Vitus macht eine Prüfung zum Schiffsarzt, um bessere Chancen auf eine Überfahrt nach Amerika zu haben. Am Sterbebett seines Großonkels Lord Collincourt verspricht er diesem, Arlette zu finden, zu heiraten und mit ihr auf dem Gut zu leben. Wenig später macht er sich mit seinen Freunden, dem Zwerg Enano und dem Juristen Magister Ramiro García auf den Weg. Am Hafen von Plymouth lernen sie den Mönch Ambrosius kennen, der ihnen eine Überfahrt auf der Gallant von Kapitän Archibald Stout vermittelt. Kurz nach Weihnachten wird ihr Schiff vom Piraten John Jawy Cutter geentert, ausgeraubt und versenkt. Wie durch ein Wunder überleben Vitus und seine Freunde, aber auch der Steuermann, der Zimmermann, die beiden Matrosen Fraggles und Bantry sowie die beiden Prostituierten Phoebe und Phyllis.
Sie machen sich im Beiboot auf den Weg, doch noch die amerikanische Küste zu erreichen. Kurze Zeit später finden sie auch noch den jungen Matrosen Hewitt, der vom Piraten Jawy wegen eines angeblichen Diebstahls ausgesetzt worden war. Darüber entbrennt der erste Streit, denn Fraggles und Bantry wollen, um die mehr als kargen Vorräte zu schonen, keinen weiteren Esser an Bord haben. Fraggles beginnt, wirr zu reden und schnell steht für Vitus fest, dass es sich nur um das schwarze Erbrechen handeln kann, damals eine sehr gefürchtete Krankheit. Die Seuche greift um sich und schnell sind alle außer den Frauen und Hewitt infiziert, die die Seuche schon einmal überlebt haben. Nacheinander sterben Fraggles, der Zimmermann und der Steuermann.
Bantry geht es als erstes, von den anderen unbemerkt, wieder besser und schmiedet einen teuflischen Plan: er hat vor, die völlig Entkräfteten nachts zu ermorden und mit den beiden Frauen alleine weiterzureisen. Doch Phoebe merkt, dass etwas nicht stimmt und warnt die anderen vor. Mit größter Anstrengung wehren sie sich gegen Bantry, der allerdings im Besitz einer Waffe ist. Bei dem Gerangel löst sich ein Schuss, der aber niemanden verletzt. Aber da er die Waffe nach dem Reinigen nicht wieder richtig zusammengesetzt hat, explodiert sie und zerfetzt sein Gesicht. Wenige Tage später erliegt er seiner Verletzung.
Als gerade Land in Sicht kommt, alle sind jetzt wieder gesund, ereignet sich das nächste Unglück: ein Riesenkrake erdrosselt Phyllis und den Mönch Ambrosius. Es kommt ein Sturm auf, der die Freunde an den Strand spült.
Der Schmied Haffissis geht zufällig mit seinem Hund am Strand spazieren, findet die Schiffbrüchigen und päppelt sie wieder auf. Er selber ist Engländer, lebt aber auf spanischem Gebiet. Nachdem sie sein Vertrauen gewonnen haben, erzählt er ihnen, dass er mit den Cimarrones handelt. Das ist eine Gruppe von entlaufenen Sklaven, die im Urwald lebt und die Kolonialherren bekämpft. Da sie sowieso weiter müssen, nehmen die Freunde eine Ladung Schwerter für die Cimarrones mit, müssen sich aber von Phoebe verabschieden, die bei Haffissis bleibt.
Nach kurzer Zeit treffen sie auch auf eine Gruppe von entlaufenen Sklaven, von denen sie aber zunächst einmal festgenommen werden. Erst nachdem sie nachweisen konnten, dass sie wirklich Freunde von Haffissis sind und ihn nicht ausgeraubt haben, erleben sie eine freudige Überraschung: Okumba, der Anführer der Cimarrones, kennt Arlette!
Er war mit seiner Schwester zusammen von Arlettes Onkel gekauft worden. Nachdem der seine Schwester vergewaltigt hat, ersticht er diesen. Von Arlette dabei ertappt, fliehen die drei zusammen, denn gerade an diesem Tag erobern die Indianer die Insel zurück. In Havana auf Kuba hat Okumba Arlette das letzte Mal gesehen, als sie seinetwegen verhaftet wurde.
Vitus drängt auf die Weiterreise, nun nicht mehr nach Roanoke Island, wo Arlettes Onkel seine Farm hatte, sondern nach Kuba. Dort am Hafen lernen sie gleich den französischen Hermaphrodit Achille/ Arielle kennen, der/ die ein Etablissement namens Escargot betreibt. Die verschleierte und stumme Louise arbeitet als Schankmagd für ihn, und kommt Vitus merkwürdig bekannt vor. Eines Abends verführt sie ihn, aber auch da setzt sie ihr Kopftuch nicht ab.
Da seine Nachforschungen umsonst sind und niemand in Havana von Arlette gehört hat, beschließt Vitus, nach England zurückzukehren, mit der Hoffnung, Arlette habe dasselbe getan.
Doch durch Zufall begegnet Vitus Jawy, der aber entfliehen kann und blutige Rache schwört. Hewitt, der ja mal Matrose bei Jawy war, erinnert sich an eine Bucht ganz in der Nähe, in der Jawy immer sein Schiff repariert. Dort angekommen, schleichen sich Vitus und der Magister heimlich aufs Schiff, wobei sie natürlich prompt von Jawy erwischt werden. Eigentlich wollte Jawy sie ja gleich umbringen, aber Hewitt heuert wieder als Matrose an und erzählt ihm, dass bestimmt einiges an Lösegeld zu holen sei, da Vitus auch Lord Collincourt ist (sein Großvater ist ja gestorben und er ist der nächste männliche Verwandte.)
Hewitt und der sich ebenfalls an Bord befindliche Enano versorgen die beiden mit Lebensmitteln. Nach einiger Zeit auf See wird das Schiff plötzlich angegriffen. Nur in allerletzter Sekunde gelingt es den beiden Gefangenen, aus dem volllaufenden Verlies zu entkommen. Oben an Deck erwartet sie eine freudige Überraschung: ihr alter Freund und Piratenjäger Taggart hat das Schiff angegriffen und sie somit befreit. Die Wiedersehensfreude ist natürlich groß. Jawy bittet um die Ehre, mit seinem Schiff untergehen zu dürfen, was ihm auch gewährt wird. Taggart bringt die Freunde zurück nach Kuba, damit sie ihre Sachen holen können. Als sie schon ein paar Tage auf See sind, schickt Taggart Vitus zurück nach Kuba, denn keiner außer diesem ist überzeugt davon, Arlette in England anzutreffen. Hewitt trennt sich von den anderen, da er in die Dienste von Taggart tritt.
Hier ist die Handlung natürlich noch nicht zu Ende, aber ich will ja nicht alles verraten. Ob er Arlette nun findet und ob er mit ihr glücklich wird, lest selbst.
Parallel zur Handlung um Vitus werden auch noch andere Ereignisse geschildert, das Buch beginnt z.B. mit dem Indianerüberfall auf die Insel. Zwischendurch passieren Dinge, die auf den ersten Blick nichts mit der Handlung zu tun haben, so z.B. als ein Bauarbeiter die Schankmagd Louise findet.
Wie auch schon im ersten Buch, ist fast jedes Kapitel einer anderen Person gewidmet. Die Kapitelüberschriften heißen dann ganz einfach Die Dame Phyllis oder Der Hermaphrodit Achille, darunter folgt ein kleines Zitat der Person, dass dann auch in der Handlung auftaucht. Man erfährt so das Leben und die Eigenarten von mehreren Personen, ohne sich zu weit von der Handlung zu entfernen, denn alle Personen bekommen ihr Kapitel dann, wenn sie mit den Freunden zu tun haben (z.B. der Schmied oder Achille). Das gefällt mir sehr gut, da sich nicht alles immer nur um die Hauptperson dreht und ganz verschiedene Leute vorgestellt werden.
Das Buch ist sehr einfach zu lesen, da es in ganz alltäglichem Deutsch geschrieben ist. Besonders toll finde ich die Einblicke, die man in die damaligen Heilmethoden erhält. Wenn Vitus auf hoher See eine Schädeloperation durchführt, hält man schon einen Moment die Luft an. Auch wenn Vitus Arzt ist, steht in diesem Buch doch nicht die Heilkunde im Vordergrund, sie taucht nur immer mal wieder auf. Auch die damaligen hygienischen und gesellschaftlichen Zustände werden sehr schön deutlich (Sklaven, Pest, Skorbut).
Ich hatte schon vor einiger Zeit das Buch Der Wanderchirurg von Wolf Serno gelesen, das mir außerordentlich gut gefallen hat, ich stelle es für mich auf eine Stufe mit Noah Gordons Medicus. Deswegen hatte ich mich schon sehr auf den Nachfolgeband gefreut, der zwar nicht so gut wie der erste Band war, aber sicherlich nicht schlecht, denn es hat mich gefesselt und mich dazu gebracht, in jeder freien Minute, und auch in einigen, die eigentlich nicht frei waren, darin zu lesen. Es ist einfach geschrieben und sehr spannend, so dass ich es wirklich nicht wieder aus der Hand legen konnte. Für meinen Geschmack wird er zu oft versenkt bzw. angegriffen, aber darüber kann ich hinwegsehen. Ich kann gar nicht sagen, woran es lag, aber irgendwie fühlte ich mich mit den Hauptpersonen verbunden und fieberte die ganze Zeit mit Vitus mit, der ja das ganze Abenteuer nur angetreten hatte, um seine grosse Liebe wiederzufinden. Manchmal wollte ich eingreifen und auf einige Dinge hinweisen, denn mir ist schon viel eher aufgegangen, was es mit der Schankmagd Louise auf sich hat.
Auch wenn man das erste Buch nicht kennt, hat man überhaupt keine Schwierigkeiten, in die Handlung hineinzufinden, denn die Vorgeschichte wird noch einmal kurz erklärt.
Am Ende des Buches kann man sich schon denken, wovon das nächste Buch handeln wird, auf das ich mich auch schon wieder richtig freue.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-13 19:09:51 mit dem Titel Dracula - der berühmteste Vampir der Literatur
Graf Dracula ist der berühmteste Vampir der Weltliteratur, den man auch in Kinofilmen und Musicals bewundern kann. Das Buch von Bram Stoker stammt von 1897 und beruht auf noch älteren Sagen und Mythen.
Graf Dracula lebt zurückgezogen auf seinem Schloss im tiefsten Transsylvanien und das schon seit Jahrhunderten. Da er ein Vampir ist, ist er unsterblich, es sei denn, jemand durchbohrt sein Herz und schneidet seinen Kopf ab. Vampire dürfen Häuser nur dann betreten, wenn sie jemand einlädt, danach können sie kommen und gehen wie sie wollen. Mit geweihten Hostien und Kruzifixen dürfen sie nicht in Berührung kommen, ebenso wenig mögen sie Knoblauch und wilde Rosen.
Um noch mächtiger zu werden, benötigt Dracula Menschenblut. Da Transsylvanien nur dünn besiedelt ist, plant Dracula, nach London umzuziehen. Der Anwalt Hawkins schickt seinen Angestellten Jonathan Harker zu Dracula, um die Details eines Grundstückkaufs zu besprechen.
An dieser Stelle setzt die Handlung ein. Harker berichtet in seinem Tagebuch von der Reise, auf der merkwürdige Dinge geschehen. Immer wenn er sagt, wo er hin möchte, machen die Menschen das Zeichen, um einen bösen Blick abzuwenden und versuchen ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Ihre Beteuerungen, er sei ein Vampir, tut er als Aberglaube ab und reist weiter. Der Graf holt ihn abends mit einer Kutsche ab. Um die Kutsche herum befinden sich viele Wölfe, die auf ein Zeichen des Grafen verschwinden.
Im Schloss sind schon Zimmer und ein Abendessen für ihn hergerichtet. Bis zum ersten Hahnenschrei unterhalten sich die beiden Männer, dann geht Jonathan schlafen. Die folgenden Tage verlaufen ähnlich: tagsüber bekommt Jonathan den Grafen nicht zu Gesicht, da dieser angeblicht arbeiten muss, nachts unterhalten sie sich, wobei Jonathan ihn nie essen sieht. Nachdem er die Erlaubnis bekommen hat, sich im Schloss umzusehen und alle Türen zu öffnen, die nicht verschlossen sind, stellt er fest, dass er ein Gefangener ist, denn wie fast alle anderen Türen auch, ist die Haustür verschlossen. Er macht noch weitere Entdeckungen: der Graf steigt nachts aus seinem Fenster und klettert die Wand hinunter. Er zwingt Jonathan Briefe an seinen Chef und seine Verlobte zu schreiben, dass er noch länger bleibt. Eines Abends schläft er in einem Zimmer ein und wacht davon auf, dass drei silbrige Frauen seinen Hals küssen wollen. Zigeunern, die für den Grafen arbeiten, versucht er, Briefe mitzugeben, die diese allerdings dem Grafen aushändigen. Tagsüber klettert er in das Zimmer des Grafen, das von einer dicken Staubschicht bedeckt ist. Er bemerkt eine Tür und steigt in eine Gruft hinab, wo er den Grafen leblos in einem Sarg liegend entdeckt. Daraufhin versucht Jonathan, weiter an der Mauer hinabzuklettern und zu fliehen.
Seine Verlobte Mina Murray und deren Freundin Lucy Westenraa machen gemeinsam Urlaub in Whitby. Lucy beginnt Schlafzuwandeln, weshalb Mina immer die Tür abschließt. Eines nachts erwacht sie und findet Lucy auf dem Friedhof, gemeinsam mit einem schwarzgekleideten Mann. Am Hals hat sie zwei merkwürdige kleine Wunden. In den folgenden Nächten findet Mina sie häufiger auf der Fensterbank liegend, gemeinsam mit einer Fledermaus. Am Morgen darauf ist sie dann immer merkwürdig blass und kraftlos.
Mina reist nach Budapest ab, wo ihr Mann in einem Krankenhaus liegt. Dr. John Seward kümmert sich fortan um Lucy. Seit er ihr einen Heiratsantrag gemacht hat, den sie ablehnte, sind sie gute Freunde. Da er sich ihren Zustand nicht erklären kann, sich aber Sorgen macht, bittet er seinen ehemaligen Lehrer Abraham van Helsing aus Amsterdam, sich die Patientin einmal anzusehen. Auch dieser weiss zunächst keinen Rat, da er den Fall aber interessant findet, will er sie sich auch in Zukunft ansehen.
Als sie am Morgen zu Lucy kommen, ist diese blasser und schwächer als je zuvor. Ihr Verlobter Arthur Helmwood, der gerade angekommen ist, um sie zu besuchen, spendet ihr Blut, das sie wieder lebendiger macht. Durch Zufall entdeckt Van Helsing die beiden kleinen Wunden an ihrem Hals und hat einen ersten Verdacht. An weiteren Tagen ist sie so schwach, dass Dr.Seward, Dr.Van Helsing und der Texaner Quincey Morris, der Lucy ebenfalls heiraten wollte, auch Blut spenden, aber es ist umsonst, Lucy stirbt völlig entkräftet. Van Helsing ist sich nun sicher, dass Lucy von einem Vampir gebissen wurde, nun selber einer ist und überzeugt zunächst den widerstrebenden Seward. Als er auch die anderen beiden davon überzeugt hat, steigen sie bei Tage in die Gruft herab, durchstoßen ihr Herz und schneiden den Kopf ab. Dadurch bekommt das Gesicht einen so friedlichen Ausdruck, dass sie wissen, dass ihre Seele gerettet und bei Gott ist.
Van Helsing durchsucht Lucy Sachen und findet auch die Briefe, die Mina ihr geschrieben hat. Er sucht diese auf, die mittlerweile mit Jonathan Harker verheiratet ist und sich große Sorgen um ihren Mann macht, da er sich seit seiner Reise stark verändert hat. Er ist sich nicht sicher, ob seine Erlebnisse auf Schloss Dracula echt oder nur eingebildet sind und hat seiner Frau sein Tagebuch anvertraut. Kurz vor dem Besuch hat sie dieses gelesen und ist sich auch nicht sicher. Sie übergibt ihm ihr Tagebuch, da er alles wissen möchte, was sich damals in Whitby zugetragen hat. Weil sie mit ihrem Mann nicht weiter weiss, reicht sie Van Helsing auch noch sein Tagebuch, das dieser mit wachsendem Interesse liest. Es erhellt für ihn die Sache ungemein, denn jetzt weiss er, dass Graf Dracula der Vampir ist, der Lucy getötet hat.
Einige Tage später treffen sich Van Helsing, Ehepaar Harker, Arthur Holmwood, der seit dem Tod seines Vaters Lord Godalming ist, und Quincey Morris bei Dr. Seward, der ein Irrenhaus betreibt. Jonathan Harker ist wieder ganz hergestellt und tatendurstig, da er jetzt weiss, dass er nicht wahnsinnig ist und sich die ganzen Ereignisse nicht eingebildet hat. Gemeinsam beschließen sie, Graf Dracula zu besiegen und für immer unschädlich zu machen.
Mina Harker ordnet die Ereignisse, indem sie die Tagebucheinträge von ihrem Mann, Dr. Seward, Lucy und sich selbst in eine chronologische Reihenfolge bringt. Dabei stellen sie fest, dass Graf Dracula das Nachbargrundstück von Dr. Seward besitzt und das einer seiner Patienten immer dann ein merkwürdiges Verhalten zeigt, wenn der Graf gerade in der Gegend aktiv ist. In der Nacht stellen sie einen ersten Erkundungsgang durch sein Haus an.
Sie wissen, dass er 50 Kisten voll Erde aus seiner Heimat mitgebracht hat (die Zigeuner hatten diese gefüllt). Diese ist sehr wichtig für ihn, da er nur bei dieser Erde seine Gestalt ändern kann. Im Haus befinden sich noch 29 Kisten, d.h. er hat 21 irgend woanders hingebracht. Als sie wiederkommen, finden sie den Vampir bei Mina. Er hat von ihrem Blut getrunken und sie auch gezwungen, von seinem zu trinken.
Wenn er in Menschengestalt ist, hat er die geringste Macht. Am Tag teilen sie sich in Gruppen auf und sterilisieren die Erde. Dazu legen sie einfach in die Kisten eine geweihte Hostie, sodass der Graf sie nicht mehr benutzen kann. Außer im Nachbarhaus finden sie in weiteren Häusern, deren Adressen sie gefunden haben, noch zweimal sechs und einmal acht Kisten, d.h. eine ist verschwunden. Sie lauern ihm auf, aber er kann entwischen. Da die Sonne schon untergeht, ist eine Verfolgung in diesem Moment zwecklos.
Aber für die Freunde ist klar, dass sie ihn besiegen müssen, denn sonst wird Mina nach ihrem Tod auch ein Vampir. Am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang hat sie eine Idee: sie lässt sich von Van Helsing hypnotisieren. Da sie von Draculas Blut getrunken hat, kann sie sich in Trance an seinen Aufenthaltsort begeben. Sie berichtet, dass Segel gesetzt werden. Es ist klar, dass Dracula sich mit seiner letzten Kiste auf einem Schiff befindet. Eine Verfolgungsjagd quer durch Europa beginnt.
Das Buch wurde von Bram Stoker 1897 geschrieben. Bram Stoker wurde als Abraham Stoker am 8.November 1847 im irischen Dublin geboren und war die ersten sieben Jahre seines Lebens wegen einer Krankheit ans Bett gefesselt. Nach dem Studium und zehnjähriger Arbeit als Beamter und Theaterkritiker verließ er Irland und wurde der Manager des englischen Schauspielers Sir Henry Irving. Gemeinsam leiteten sie ab 1878 das Lyceum Theatre in London. Am 20.April 1912 starb Stoker in London an Erschöpfung. Von seinen insgesamt zehn Romanen war Dracula der einzige erfolgreiche.
Das Buch ist in Tagebuch- und Briefform gehalten, das heißt, man lernt die Charaktere sehr gut kennen, da man an ihren Gedanken teilhaben kann. Dr. Seward, Jonathan, Mina, Lucy und teilweise auch Van Helsing führen Tagebuch, außerdem werden noch einige Briefe geschrieben. Die Tagebücher wechseln sich ab, sodass einige Sachen von zwei Seiten beleuchtet werden.
Die ganze Handlung spielt vom 3.Mai bis 6. November, an wechselnden Schauplätzen von Transsylvanien bis London. Die Zeit vergeht dabei unterschiedlich rasch. Mal hat man zu einem Tag mehrere Einträge, dann gibt es einige Tage lang überhaupt keinen Eintrag mehr.
Es ist sehr leicht zu lesen, auch wenn es merkwürdig lange dauert. Ich habe für 50 Seiten etwas weniger als eine Stunde benötigt, sonst lese ich eigentlich schneller. Der Stil ist ein wenig altertümlich, an einigen Stellen gibt es nach unserer heutigen Rechtschreibung einige Fehler, insbesondere in der Grammatik. Der Stil ist einfach zu verstehen, wegen der Altertümlichkeit konnte ich nur nicht so schnell lesen wie sonst, allerdings gewöhnt man sich auch daran.
Man sollte sich beim Lesen immer bewusst sein, dass das Buch schon 1897 geschrieben wurde, denn insbesondere das Verhalten von Mina findet man sonst etwas merkwürdig. Die Bemerkung, wir leben ja im fortschrittlichen 18 Jahrhundert löste bei mir immer ein Schmunzeln aus.
Das Buch zählt zwar zur Horrorliteratur, ich fand es allerdings nicht gruselig sondern eher lustig. Ich habe vorher noch nie eine Draculaverfilmung gesehen, kannte die Handlung also nicht, aber durch andere Vampirgeschichten geprägt, konnten mich die grausigen Entdeckungen nicht schockieren. Meine Intention, es zu lesen, war auch nicht, mich zu gruseln, ich wollte eigentlich nur mal das Buch lesen, dass ein ganzes Genre begründet hat.
Es ist zwar nicht gruselig, aber spannend und an einigen Stellen lustig. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen, auch wenn man, wie ich, kein Science Fiction oder Horrorfan ist. Man sollte einfach mal den Verstand abschalten und glauben, dass es Vampire gibt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und sehr viel Spass gemacht. Ich habe es abends im Bett gelesen und konnte gar nicht wieder aufhören. Wer gerne und viel liest, der sollte Dracula unbedingt einmal lesen, und auch für Lesemuffel ist dieses Buch zu empfehlen, da es spannend und einfach zu verstehen ist. Man sollte sich nur bewusst sein, dass einen nicht so sehr Horror erwartet, sondern eher eine Mischung aus Komödie und Detektivgeschichte. weiterlesen schließen
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