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Tests und Erfahrungsberichte
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Hannas dunkels Geheimnis [ Schlink, Bernhard: Der Vorleser]
11.07.2002, 15:26 Uhr von
new_siveritas
nachdem siveritas in die ewigen Jagdgründe des Datentotalverlustes eingegangen ist, wurde nun new...5Pro:
beeindruckend
Kontra:
kann kaum eins finden
Empfehlung:
Nein
späte 50er Jahre: Der 15-jährige Professorensohn Michael bricht auf seinem Heimweg von der Schule plötzlich zusammen. Er von einer Frau aufgelesen, die ihm hilft und ihn nach Hause schickt. Die dort gestellte Diagnose: Gelbsucht. Er ist für mehrere Monate ans Bett gefesselt.
Genesen wird er von seiner Mutter zu der Frau geschickt, die ihm damals geholfen hat: Hanna Schmitz. Michael verliebt sich in die 21 Jahre ältere Frau, sammelt erste sexuelle Erfahrungen mit ihr. Auch erzählt er von sich, aus seinem Leben. Doch eins fällt ihm auf: Sobald er Hanna nach ihrem Leben, nach ihrer Vergangenheit fragt, beißt er auf Granit, seine Fragen werden abgebogen. So weiß er kaum etwas über sie, was seiner Liebe zu ihr keinen Abbruch tut. Besonders gerne mag es Hanna, wenn Michael ihr vorliest - egal was, sie läßt sich von ihm in seine literarische Welt einführen. Auch verreist sie in den Osterferien mit ihm zusammen - auf der Reise überläßt sie ihm, dem wesentlich jüngeren, sämtliche Entscheidungen, sämtliche Organisation, sämtliche Planung.
Doch einige Monate später, im Sommer, ist plötzlich alles vorbei. Ohne Vorwarnung verschwindet Hanna aus seinem Leben. Sie ist nicht mehr auffindbar. Auch ihr Arbeitgeben - die städtischen Verkehrbetriebe, bei denen sie als Straßenbahnschaffnerin gearbeitet hat, weiß nichts Näheres. "Fristlos gekündigt" - das ist das Einzige, was Michael erfährt.
Anfangs tut es ihm sehr weh - später kommt er -anscheinend - darüber hinweg. Er macht Abitur, studert Jura. In dieser Zeit trifft er Hanna wieder - an einem Ort, an dem er ganz bestimmt nicht damit gerechnet hat. Nun offenbart sich ihm ihr dunkles Geheimnis ...
Ein spannendes, packendes Buch, das ich an einem Tag verschlungen habe. Es setzt sich auf beeindrucknde Weise mit dem Thema Nationalsozialismus auseinander. (Ich erwähne bewußt nicht, in welcher, denn das würde potentiellen Leser die Spannung nehmen). Erschienen ist es im Diogenes-Verlag, auffällig, ist, dass es zwar Taschenbuch-Format hat, aber ein Hardcover ist.
Der Autor, Bernhard Schlink, wurde 1944 geboren. Er ist Juraprofessor an der Humboldt-Universität, die siveritas bis vor wenigen Monaten besuchte. Zum ersten Mal schaffte es ein deutscher Autor auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerliste. weiterlesen schließen -
Theodor Storm - Der Schimmelreiter
Pro:
ein bisselchen interessant...
Kontra:
zu schwer
Empfehlung:
Nein
Ich war eigentlich auf der Suche nach einem Karton mit dem ich meinen alten Drucker verschicken wollte, da fand ich einen Stapel alter Novellen von verschiedenen berühmten Dichtern, darunter auch den "Schimmelreiter" von Theodor Storm. Ich fragte meinen Vater ob er diese Novellen allen Ernstes wegschmeissen wollte. Darauf hat er sie mir geschenkt und mit dem Schimmelreiter hab ich angefangen...
Es geht darin um einen jungen Mann, der auf dem Weg in eine Stadt ist, in der er Geschäfte zu erledigen hat. Er reitet spät nachts noch auf einem Deich entlang um noch rechtzeitig in die Stadt zu kommen, doch er sieht den Boden kaum, weil es so dunkel ist. Plötzlich begegnet er einer weissen Gestallt, die lautlos an ihm vorbeireitet. Er folgt ihm und findet ein Wirtshaus...
Dort trifft er den Deichgrafen und seine Gevollmächtigten an. Er fragt, ob er sich mit ihnen an den Tisch setzen könne. Er wird herzlich empfangen und er erzählt den Anwesenden von seiner merkwürdigen Begegnung. Da kommt ein alter Lehrmeister auf ihn zu und erzählt ihm die Legende des Schimmelreiters...
Die Legende handelt vom jungen Hauke Haien, der sich schon sehr früh für den Deichbau interessiert und versucht ihn zu verbessern. Doch sein Vater hält nichts von dieser Idee. Einige Jahre später geht Hauke zum Deichgrafen und fragt ihn nach der Stelle des Kleinknechten, weil dieser gerade seinen Kleinknecht gefeuert hatte. Er bekommt die Stelle und handelt sich dadurch Ärger mit dem Großknecht Ole Peters ein. Und noch dazu verliebt er sich in die Tochter des Deichgrafen, Elke, die auch Gefallen an ihm findet...
Nach dem Tod des Deichgrafen heiraten die beiden, da aber keiner den neuen Deichgrafen leiden kann, muss er erst beweisen, dass er auch ohne die Heirat mit Elke Deichgraf hätte werden können...
Doch die Geschichte nimmt ein tragisches Ende...
Mehr möchte ich jetzt nicht mehr dazu sagen, ausser dass es wirklich schwer ist, die GEschichte zu lesen, wenn man vom Deichbau und dem ganzen drum und dran keine Ahnung hat... Hinten waren zwar einige Begriffe erklärt, aber das habe ich natürlich zu spät erst gemerkt. Ausserdem fand ich die Geschichte nicht gerade sehr interessant, denn es ging immer nur um Deiche... Es ist vor allen Dingen ganz anders als das, was ich bisher von Storm gewohnt war... weiterlesen schließen -
Das Dritte Reich - Herausgeber Christoph Studt
07.07.2002, 10:37 Uhr von
Mhkize
Ausbildung als Ing.(FH) mit umfangreicher Erfahrung in Bauphysik, Schallschutz, Feuerschutz, Wärm...Pro:
Das Dritte Reich aus einer anderen Sicht
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Das Dritte Reich
Ein Darstellung der deutsche Geschichte von 1933 bis 1945 in einer ganz anderen Sichtweise. Es kommen auch Zeitzeugen, die nicht zu Establishment gehörten zu Wort. Es wird auch widerlegt, dass es eine unschuldige Unwissenheit der Deutschen gab. Ich zitiere aus dem Vorwort, "Die Texte dieses Lesebuches lassen erkennen, zu welchen Untaten selbst scheinbar ganz "normale" Menschen unter bestimmten Voraussetzungen des öffentlichen Bewusstseins fähig sind, ..."
In kurzen leicht lesbaren Kapiteln, die alle eine abgeschlossene Handlung haben, wird die Aufbau und Fall des Dritten Reiches aufgezeigt.
Das Buch hat folgende Titel:
I.Entstehung und Aufstieg des Nationalsozialismus
A.Hellmuth Auerbach: Der Trommler
Es wird dargelegt, wie Hitler, der bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr völlig unbekannt war, es verstand für seine Ideen zu werben. Selbst seine Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe hat er für sich genutzt, um sich bekannt zu machen.
B.Gordon A. Craig: Die NSDAP in der "Kampzeit"
Es wird aufgezeigt, wie Hitler an sich glaubte und zielstrebig seinen Weg ging. Wie er auf Propaganda baute und diese einsetzte. Dargelegt wird auch aus welchen Bevölkerungsschichten die NSDAP-Mitglieder kamen.
C.Peter Longerich: Vom Saalschutz zur Parteitruppe – Die SA
Aus einer "Turn- und Sportabteilung" ging der "Saalschutz" hervor, der dann zur "Sturm-Abteilung" SA wurde. Es wird die gesamte Entwicklung dieser Truppe, aber die Spannungen zur NSDAP aufgezeigt.
D.Marlis Steinert: "Mein Kampf"
Der Inhalt dieses Buches wird nur kurz gesteift. Es wird vielmehr aufgezeigt, welchen Verbreitungsgrad dieses Buch erreichte und dass es wohl nicht überall ungelesen blieb.
E.Peter Longerich: Der rasche Aufstieg der NSDAP 1929/1930
Die vielen Arbeitslosen nach den spektakulären Bankzusammenbrüchen glaubten in der NSDAP die Löäsung ihres Problems zu sehen und verhalfen dieser zu großen Wahlerfolgen. Es wird diese Entwicklung anhand von Wahlergebnissen dokumentiert.
F.Heinrich August Winkler: Weimar – Republik im Schatten von Versailles
Versaille mit seinen Verträgen lag als Schatten über das gesamte Leben in Deutschland. Die vielfältigen auferlegten Beschränkungen führten zu Schattenlösungen, darunter auch die NSDAP und SA. Jedoch auch die Reichsverfassung, unprofessionelle ausgelegt, machten den Weg für Hitler frei. Dies wird in diesem Kapitel dargelegt.
G.Jürgen W. Falter: Wer wählte Hitler?
Untersucht wurde die Wählerschicht hinsichtlich ihrer Religionszugehörigkeit und die soziale Schicht. Katholiken wählten wesentlich wenige Hitler als die anderen Religionsmitglieder. Die Mittelschicht brachte Hitler etwas mehr Sympathie entgegen als die Arbeiterschicht.
H.Robert M. W. Kempner: Der verpasste Nazi-Stop.
Das Verhalten der NSDAP wurde unter der Weimarer-Regierung durchaus als verfassungsfeindlich erkannt. Es wurde jedoch unterlassen diese Gruppe zu verbieten und aufzulösen.
II."Machtergreifung" und "Gleichstellung" des öffentlichen Lebens (1933 – 1935)
A.Gordon A. Craig: "Wir haben ihn uns engagiert!"
Hitler kam durch ein Fehleinschätzung seiner Gegner zur Macht. Man glaubte er würde innerhalb von zwei Monaten an den wirtschaftlichen Schwierigkeiten scheitern und zurücktreten. Hitler aber in zwei Monaten seine macht gefestigt.
B.Hans Graf von Lehndorff: "... und dann kannst du wieder gehen"- Die Unterschätzung des Nationalsozialismus.
Aufgezeigt wird anhand von Göbbels, wie von Reichstagsmitgliedern die NSDAP-Abgeordneten geringgeschätzt wurden.
C.Peter Krüger: Mitmachen?
Hier wird das Verhalten und die Zweifel der Beamten im diplomatischen Dienst aufgezeigt.
D.Gregor Schöllgen: Der außenpolitische Kurs
Er unterschied sich zunächst nicht von den Vorgängerregierungen und gleitet dann allmählich in den Revisionismus über, der von vielen akzeptiert wurde.
E.Hans Graf von Lehndorff: Die "Quatschbude" brennt.
Der Autor beschreibt seine persönlichen Erlebnisse bei den Reichstagsbrand von 28.02.1933.
F.Gordon A. Craig: Die "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat"
Nach dem Reichstagsbrand wurden die ersten kommunistischen Funktionäre, Intellektuelle und Akademiker verhaftet und dem Reichspräsidenten die Notverordnung "Verordnung zum Schutz von Staat und Volk" zur Unterzeichnung vorgelegt und er unterzeichnete. Damit wurden die Grundrechte der Bürge aufgehoben.
G.Michael Salewski: Die "Rührkomödie" von Potsdam.
Die Kunst der Propaganda von Göbbels wird hier nochmals dargelegt, wie man mit Trick und Glimmer das Volk täuscht.
H.Otto Wels: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, unsere Ehre nicht"
Die Rede im Reichstag, mit der er dem Ermächtigungsgesetz entgegentrat.
I.Kurt Tucholsky: Keine Panik!
Ein Brief indem er Hitler kritisiert aber doch verharmlost. Bezeichnend ein Satz: "man kann aber nicht einem Volk das Gegenteil von dem predigen, was es in seiner Mehrheit will (auch Juden). Viele sind nur gegen die Methoden Hitlers, nicht gegen den Kern seiner "Lehre".
J.Martin Broszat: "Gleichschaltung"
Aufgezeigt wird die Einverleibung von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, Bauernvereine, Handwerkerinnungen usw. in des NS-Regime
K.Norbert Frei: Presselenkung im NS-Staat
Göbbels verstand es hervorragend die Presse zu lenken auch mit der Methode: Zuckerbrot und Peitsche.
L.Reinhard Wittmann: Bücherverbrennung und "NS-Schrifttumspolitik"
Aufgelistet werden Feuersprüche bei der Bücherverbrennung.
Das Reichskulturkammer-Gesetz wird erläutert.
Der Erpressung der Juden ihre Verlage an Arier zu verkaufen
Die Steuerung des Bücherverkaufs auch mit Mitteln des Berufsverbotes der Buchhändler.
Die Politik der Preisverleihung für Literaturpreise.
M.Hermann Kurzke: Politikscheuer Ästhet und kämpferischer Publizist – Thomas Mann und das Dritte Reich
Die Vortragsreise, die zur Emigration wurde. Thomas Mann sollte in "Schutzhaft" genommen werden. In Bayern war er unbeliebter als in Berlin.
N.Werner Röder: Vom "Auszug der Geister"
Eine Emigration, die Thomas Mann nicht schwer fiel.
Durch verschiedene Gesetze wurde es eine großen Anzahl von Wissenschaftlern, Schriftstellern, Publizisten, usw. nicht mehr möglich in Deutschland zu arbeiten. Hiervon wird in diesem Kapitel berichtet.
O.Otto Gritschneder: Der "Röhm-Putsch"
Aufgezeigt wird, wie es zu dem Röhm-Putsch kam und welche Stellung hierbei die Hitler-Gehilfen Göbbels. Göhring, Heydrich und Himmler hatte.
P.Bernd Rüthers: "Der Führer schützt das Recht" Carl Schmitt und der 30. Juni 1934
Am 30. Juni 1934 wurde verschiedene dem Hitler unliebsame oder gefährliche Personen ermordet. Am Beispiel von Carl Schmitt wird aufgezeigt, wie sich Menschen den Regime folgsam waren, auch wenn sie selbst schwer betroffen sind. Vielsagend der Satz: "Dabei wirkten die Ministerialbürokratie, die Gerichte und die Universitäten durch ihre jeweils den neuen Ton angegebenen Repräsentanten in einer für die "nationale Revolution" der neuen Machthaber erfreulich reibungslos und ergebnisträchtigen Weisen zusammen.
Q.Helmut Krausnick: Von der "unpolitischen " Reichswehr zur Armee des "Führers"
Der Leser erfährt, dass:
junge Offiziere die Umstellung der Armee begrüßten. Sie konnten jetzt "zum erstenmal nach 1919 dem Staate auch mit dem Herzen dienen"
70 nichtarische Offiziere entlassen wurden.
Die Vereidigung der Soldaten auf Adolf Hitler nur auf einer Verordnung beruht nicht auf ein Gesetz.
R.Gordon A.Craig: "Meine Ehre heißt Treue" – Die SS
Mit der Machtübernahme 1933 wurde auch die Kindheit Frauen und Familie total vereinnahmt. Berichtet wird über die Auszeichnung der Mütter mit vielen Kindern, aber nicht jede Mutter war würdig hierzu. Die Ausmerze von lebensunwerten Personen derer 70.000 Geisteskranke zum Opfer fielen.
Der Ursprung der SS liegt schon im Jahre 1925, als Hitler eine eigene Leibwache wünschte. Himmler formte eine hieraus eine Elitetruppe und er prägte die Parole "SS-Mann, Deine Ehre sei Treue". Die SS war das effektivste Herrschaftsinstrument par ecellence.
S.Adelheid Gräfin von Castell Rüdenhausen: Familienpolitik zwischen "Auslese" und Ausmerze"
T.Ger von Roon: "Evangelische Kirche und NS-Staat"
In übergroßer Mehrheit hatten die Kirchenführer den Ereignissen des Januar 1933 zugejubelt. "Mit der Machtübernahme der Regierung Hitler erhoffte man den Anbruch eines zweiten evangelischen Reiches..."
Die Bekennende Kirche, ein wichtiges Widerstandspotenzial, hat nie zum widerstand aufgerufen.
U.Fritz Fischer: Katholische Kirche und NS-Staat
Früher als die Protestantanten haben die Katholiken im Nationalsozialismus ein Gefahr gesehen.
Das Konkordat mit der katholischen Kirche brachte Hitler den Vorteil das diese "moralische Instanz" als erstes sein Regime anerkannte.
Der neue Papst Pius XII zeigte als erstem ausländischen Staatsmann Hitler seine Thronerhebung an.
V.Gordon A. Craig; "Schicksalsrausch" Die Zerrüttung der Sprache
"Zu der Flut neuer Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung... gehörte auch die Mehrzahl der Lehrstuhlinhaber und Intellektuellen...."
Die Sprache wurde militarisiert und es tönten überall Worte, wie Kampf, Schlacht, Einsatz, Einheit, Front, Durchbruch, Arbeiterschlacht gegen Arbeitslosigkeit, Erzeugungsschlacht, für mehr Kinder, Ernährungsschlacht für bessere Landwirtschaft, uws.
Josef Göbbel sagte, wir brauchen eine mit unserer Staatsphilosophie vereinbarte Terminologie.
W.Lina Haag: Die leiseste Drohung genügt
"So feierte der Kommandant des Konzentrationslagers Lichtenburg Ostern. Mit drei nackten, auf einem Holzpfahl geschnallten Frauen, die er auspeitschte bis er nicht mehr kann."
"Man drohte uns, und man drohte mit uns, wie man es brauchte. Der kleine Kriminalbeamte drohte und der Führer drohte."
"Zusammengekrümmte, zusammengeschlagene, erstarrte Wesen, die einmal Namen, Männer, Kinder, Heime hatten, liegen da mit unergründlichen starren Blicken. Das ist die Hölle der Dunkelzelle mit ihren verrückten Schrecknissen. Es ist das ende der Welt."
X.Fiete Schulze: "Warum so kleinmütig"
Ein Brief an die Schwester.
III.Herrschaftsausbau und Kriegsvorbereitung (1935 – 1939)
A.Wolfgang Benz: Ämter- und Kompetenzchaos
Alles wurde der NSDAP untergeordnet. Es gingen dabei auch viele Strukturen verloren und es zeigt sich, dass eine geregelt Staatsführung sehr erschwert wurde.
"Die genannten Apparate und Instanzen nationalsozialistischer Herrschaft waren den klassischen Institutionen staatlicher Machtausübung zu-, neben- oder untergeordnet und auf vielfältige Weise sowohl mit diesen als auch mit der Partei verflochten."
B.Albrecht Lahmann: "Dann war ich 14, da kam man in die HJ!"
Die HJ war die Fortführung der Jugendbewegung, die schon um die Jahrhundertwende entstand. Wie die Jugendliche auf dem Krieg "spielerisch" vorbereitet wurde, wird aufgezeigt, aber auch, warum diese Generation, dann etwas Schwierigkeit mit der Demokratie hatte.
IV.Diskriminierung, Entrechtung, Vertreibung, Vernichtung: Stufen der "Endlösung der Judenfrage" (1933 – 1945)
A.Marlis Steinert: Die Rassenidee als Kernstück der Hitlerischen Weltanschauung
"Das Rassenkonzept, das Hitler seiner Weltanschauung zugrunde legte, ist durch die Werke von Gobineau, Darwin, Houston Stewart Chamberlain, Wilhelm Bölsche und durch eine große Anzahl völkischer und antisemitischer Broschüren beeinflusst worden."
Diese tiefe innere Überzeugung, das "Recht auf Töten" von Menschne zu haben, die der moralischen und physischen Gesundheit des deutschen Volkes vermeintlich schadetenbildet die atavistische Grundlage der "Psychologie des Genozids" und unterscheidet den Nationalsozialismus von allen anderen Formen des Faschismus."
B.Edwin Landau: "Ich begrub 43 Jahre meines Lebens" – Der Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933
"Und doch war es bittere Wahrheit, dass da draußen vor der Tür zwei Jungen in braunem Hemd standen, die ausführenden Organe Hitlers.
Und für dieses Volk hatten wir jungen Juden einst im Schützengraben in Kälte und Regen gestanden und haben unser Blut vergossen, um das Land vor dem Feind zu schützen."
"Die Kinder wussten oder begriffen nicht , warum heftig weinte, aber ich wusste: Das war mein abschied vom Deutschtum, meine innere Trennung vom gewesenen Vaterland – ein Begräbnis. Ich begrub 43 Jahre meines Lebens.
C.Else Behrend-Rosenfeld: Die alltägliche Gemeinheit
"Schone ende Oktober 1933 fiel mir auf, dass die Kinder stiller waren als gewöhnlich und nichts mehr von der Schule erzählten."
Der Gemeindebrief folgenden Inhalts: Unser Verbleiben hier sei unerwünscht, und die Gemeinde wäre uns zu Dank verpflichtet, wenn wir sie so schnell wie möglich verließen."
D.Alfred Heller: "Wo liegt eigentlich Trinidad"
Anhand eines mitgehörten Gespräches wird aufgezeigt, mit welcher Verzweiflung die Juden versucht haben Deutschland verlassen zu dürfen. Einfach weg, egal wohin, einfach weg auch nach "Trinidad"
E.Marta Appel: Die reine, unvermischte germanische Rasse?
Dargelegt wird, wie am Beispiel eines jüdischen Schulmädchens alle Vorteile und Kennzeichen der germanischen Rasse erklärt wurde.
F.Konrad Kwiet: Von der Ghettoisierung zur Deportation
Den Juden wurden die Wohnungen genommen oder in einer Wohnung mussten mehrere Familien wohnen, andere kamen in Barackenlager usw. dort warteten sie auf die Deportation.
G.Wolfgang Benz: "Reichskristallnacht"
Der Novemberprogrom, als "Reichskristallnacht"verniedlicht, bedeutet der Rückfall in die Barbarei.
Beschrieben werden die Hintergründe, die zu dieser Tat führten. Aufgezeigt wird, wie die Presse auch für das Regime eingesetzt wurde. Die Progrom-Nacht dauerte vier Tage.
H.Konrad Kwiet: Der gelbe Stern
Ab dem Herbst 1941 mussten die Juden den Judenstern tragen. Berichtet wird, wie sich die Bevölkerung von den Juden absondert und auch die Kinder in diese Regel einwiesen. "Die meisten Deutschen nahmen auch keinen anstoß daran, als die Sternträger vor ihren Augen abgeholt und verladen wurden. Es ging sie nichts an; es interessierte sie nicht."
I.Else Behrend-Rosenfeld: Der Deportationsbefehl
Augenzeugen berichten darüber, wie Bewohner eines Altenheimes in München ihre Vorahnung hatte, wie sie die Mitteilung aufnahmen, die ihnen die Deportation ankündigt und wie sie dann abtransportiert wurden. Hier geht eindeutig hervor, dass die Bevölkerung über die Vernichtungslager Bescheid wusste.
J.Debòrah Dwork: Überleben im Verborgenen
Die Autorin berichtet über ihr Versteck in einem Arbeiterhaus in Enschede, wie sie Schrank zum Versteck umbauten und welche Schwierigkeiten auftraten als ihren Vater beerdigen mußten.
K. Michael Zimmermann: Zigeuner und andere "Strolche"
Hier wird berichtet von der Vernichtung "aus der Norm einer "deutschen Volksgemeinschaft" fallende[r] Menschen: Zigeuner, Sintis Somas.
Der Leser erfährt, dass es eigene Forschungen gab über "Strolchengeschlechter und "Zigeunermischlinge" Die Zigeuner wurden in echte Zigeuner und Zigeunermischlinge aufgeteilt, wobei die letzteren von jeder Fortpflanzug ausgeschlossen waren.
L.Ino Arndt: Die "Endlösung" der Judenfrage
"Nach dem November 1938 begann – verkürzt formuliert – das Ende der legalen Existenz der Juden in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und seit September 1939 im übrigen Europa." Aufgeführt werden die verschiedenen Repressalien, denen man die Juden aussetzte, wie Radioverbot, Telefonentzug, Mindeslohn bei doppelten Abgaben, Einschränkung der Bewegungsfreiheit usw.
Die Vorbereitung und Durchführung der Vernichtung der Juden.
M.Sigmund Rascher: "Die Versuchspersonen brüllen"
"Hochverehrter Reichsführer!
In der Anlage überreiche ich, in Kurzer Form gebracht, eine Zusammenstellung der Resultate, welche bei den Erwärmungsversuchen an ausgekühlten Menschen durch animalische Wärme gewonnen wurden.................
........... Ausschwitz ist für einen großen Reihenversuch in jeder Beziehung besser geeignet als Dachau, da es dort kälter ist und durch die Größe des Geländes im Lager selbst weniger Aufsehen erregt wird (die Versuchspersonen brüllen, wenn sie sehr frieren)
Ihr, Ihnen stets ergebener S. Rascher"
N.Debòrab Dwork; Das Vernichtungslager Belzec
"Es war das erste Lager mit fest installierten Gasanlagen." Berichtet wird, wie die Ankömmlinge getäuscht wurden und den Vernichtungskammern zugeführt wurden. Die Kammern wurden so gefüllt, dass die Leichen nicht umfallen konnten. Die Zwangsarbeiter, die die Leichen verbrannten, mussten sich jeden Tag einer Körperkontrolle unterziehen, damit sie sich nicht an den Goldzähnen bereichern.
"Die jüdischen Zwangsarbeiter, die von den Deutschen benutz wurden, damit sie das fliessband am Laufen hielten und die Besitztümer der toten sortirten, wurden nicht am leben gelassen, wie man es ihnen versprochen hattew. Am ende wurden auch sie umgebracht.
V.Weltmacht oder Untergang: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg (1939 – 1945)
A.Josef Becker: "Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen" – Die Entfesselung des zweiten Weltkrieges
"..... und einige wenige Eingeweihte wussten, dass die angeblichen regulären Soldaten der polnischen Armee SS-Männer waren und die bei ihrer Aktion zurückgelassenen Toten aus deutschen Konzentrationslagern stammten. ..."
"Der Sieger wird später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht."(Worte des Führers)
B.Thomas Urban: Polen unter deutscher Besatzung
"Nach dem Blitzkrieg gegen Polen stellte sich Hitler auf den Standpunkt, dass das Land rechtlich nicht mehr existiere."
"Den Preis für die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten, die von ihnen brutal durchgeführten Vertreibungen, die Missachtung jeglicher Rechte und die völlige Unterdrückung der Polen, sollten nach dem Krieg vorallem die Ostdeutschen und die Volkdeutschen bezahlen."
C.Gordon A. Craig: Der Krieg und die "Stimmung des Volkes"
Hieraus nur ein Satz von Adolf Hitler im März 1942, der alles sagt: "Wenn man die Lage Deutschland nach den Klagen beurteilt, die in den Berichten angeführt waren, sei der Krieg schon lange verloren."
D.Peter Steinbach/Johannes Tuchel: Johannes Georg Elser – Der Attentäter aus dem Volk
Er versteckte die Bombe im Münchner Bürgerbräukeller, deren Wirkung Hitler nur durch Zufall am 09. November 1939 entkommen ist. Elser wurde auf Befehl von Heinrich Himmler am 09. April 1945 im KZ Dachau exekutiert.
E.Michael Salewski: Der Blitzkrieg
Die Deutschen waren begeistert über die raschen Erfolge der Armee. Misserfolge wurde dem Volk verheimlicht.
Die "Luftschlacht über England" wurde entgegen allen Erwartungen zur ersten, dem Volk verheimlichte, Niederlage des NS-Regimes.
F.Gerold Ambrosius/William H. Hubbard: Von der "europäischen Großraumwirtschaft" zum "germanischen Weltreich"
Aufgezeigt wird, wie alle unterworfenen Ländern in die Kriegswirtschaft einbezogen wurden, obwohl es hierfür keinen Plan gab. Jene Länder die nicht besetzt wurden, haben ihre gesamte Wirtschaft auf das NS-Regime abgestimmt.
G.Gordon A.Craig: Auftakt zum Untergang – Das "Unternehmen Babarossa"
Berichtet wird über die Vorbereitungen und den Kriegsausbruch gegen Rusland. Die Kriegsgefangenen wurden schlecht behandelt und es starben ca. 3,7 Millionen.
Durch die Starrsinnigkeit des Führers ging Stalingrad verloren.
H.Harald Henry: Die Wirklichkeit des Krieges – Ein Frontbrief
"Das soll mein Weihnachtsbrief für Euch sein, aus der tiefsten Bitternis eines entsetzlich gewordenen Lebens............. Ihr müsst das alles nicht vom Schimmer der Weihnachtskerzen her beleuchtet sehen, sondern von der tiefen Störung und Zerstörung, der wir jetzt wie einer schrecklichen Krankheit, Irrung der menschlichen Natur unterworfen sind. Immer zweifelhafter erscheint es mir, ob überhaupt noch Heilung möglich ist." Anfang und Ende eines Briefes.
I.Ute Benz: Die Gefährtin des Helden
Ein glückliche Frau und glückliche Kinder zuhause ist die beste moralische Unterstützung für dem Mann an der Front. Aber Tratsch und üble Nachrede können diese Stütze schnell brüchig machen: hiervon ist hier die Rede.
J.Bernd Zymek: Schule im Zweiten Weltkrieg
Terrorisierung, Entrechtung und Verdrängung jüdischer Schulkinder und Lehrer
Verdrängung der Kirchen und des Religionsunterrichts aus den Schulen
Erleichterung der bei Schulabschlüssen für Offiziersanwächter
Kinder werden zu "Sozialeinsatz" verpflichtet.
K.Ulrich Herbert: "Ausländer-Einsatz" in der deutschen Kriegswirtschaft
"Der nationalsozialistische Ausländereinsatz zwischen 1939 bis 1945 stellte den größten Fall der massenhaften, zwangsweise Verwendung von ausländischen Arbeitskräften in der Geschichte seit dem Ende der Sklaverei im 19.Jahrhundert dar."
Als die Kriegsgefangenen nicht mehr ausreichten für den Arbeitskräftebedarf wurden andere Arbeiter in den besetzten Gebieten angeworben.
Die Arbeiter wurden unterschiedlich behandelt, je nachdem von wo sie kamen. Arbeiter aus den östlichen Gebieten, Polen, Russland, usw. wurden so schlecht behandelt, dass sie nach wenigen Wochen unterernährt und arbeitsunfähig waren.
"Der Wert eines Menschen war nicht höher, als seine Körperkraft für einige Wochen hergab. Hier waren Arbeit und Vernichtung für Hunderttausende von Menschen zu Synonymen geworden."
L.Ute Benz: Rassendiagnose: "Durchaus nordisch"
Beschrieben wird nach welchen Kriterien jemand der "nordischen Rasse" zuordnet wird.
"Die Rassendiadnose ergibt:
Die Untersuchte gehört mit dem größten Teil ihrer körperlichen Merkmale zur nordischen Rasse. Sie ist anthropologisch als ein wertvolles Glied des deutschen Volkes zu bezeichnen."
M.Till Bastian: "Probelauf" einer Vernichtungsmaschinerie – Die Aktion T4"
Aktion T4 so genannt, weil die Planung in der Berliner Tiergartenstraße Nr.: 4 erfolgte. Berichtet wird über die Ermordung von Geisteskranken und Behinderten, aber auch die Ermordung der 10.000sten gefeiert wurde.
N.Bernhard Lichtenberg: "Ich fordere Rechenschaft"
Abgedruckt ist ein Brief an den Reichsärzteführer, indem ein Priester Aufklärung über das Verschwinden eines Geisteskranken fordert. Wahrlich ein mutiger Schritt, der beweist, dass:
es auch mutige Menschen gaben
die Bevölkerung wusste, was mit dienen Personen geschah
O.Sibylle Meyer/Eva Schulze: Klara Steiner, Jahrgang 1906 – ein ganz normales Leben
Berichtet wird über das Leben einer Frau, wie sich mit ihren drei Kindern durchschlägt, aber auch passiven Widerstand leistet gegen das Regime.
P.Otfrid Ehrismann: Der neue Dietrich von Bern
"Hans Naumann gehörte zu den schillersten Figuren des germanischen Faschismus..." anhand dieser Person wird dargelegt, wie sich Intellektuelle dem NS-Regime gedankenlos verschrieben haben.
"Der neue Held [Hitler] sollte, in der Tradition der deutschen Epik, den Namen Dietrich erhalten."
Q.Jürgen Moeller: Zwei letzte Briefe aus Stalingrad
Abgedruckt sind zwei ganz unterschiedliche Briefe, die damit aber ein abgerundetes Bild geben über die Situation in Stalingrad.
R.Ursula von Kardorff: "Wollt ihr den totalen Krieg"
Der letzte Satz dieses kurzen Artikels sagt alles: "... wenn Goebbels weitergefragt hätte: "Wollt ihr alle in den Tod gehen?" so hätten sie alle genauso "ja" gebrüllt.""
S.Anneliese Knopp-Graf: Gegen die Diktatur des Bösen – Der Widerstand der "Weiße Rose"
In einer kurzen Darlegung wird der widerstand besprochen den Hans und Sophia Scholl an der Universitäten in München organisierten und es wird aufgezeigt, dass sich ich dieser Widerstand nicht nur auf München beschränkte, sondern auch in Hamburg vorhanden waren und dort acht Menschen deshalb sterben mussten.
T.Carl-Friedrich Goerdeler: Der "psychologisch richtig" Zeitpunkt zum Staatsstreich
Nach den verheerenden Niederlagen in Tunis und Stalingrad begann sich der Widerstand zu formieren. Anhand eines Brief wird aufgezeigt, wie die Generäle die Lage sehen und dass der Wunsch bestand dies zu ändern.
U.Fabian von Schlabrendorff: Das Attentat vom 20. Juli 1944
Anhand von Gesprächsnotizen wird aufgezeigt, welcher Zweifel es einerseits über den Sinn auf das Attentat Hitlers vorhanden waren, andererseits wird auch der feste Wille dokumentiert Hitler zu beseitigen. Es wird auch dargelegt, warum es so schwierig war Hitler zu beseitigen und warum der Sprengstoffanschlag seine Wirkung verfehlte.
V.Ger van Roon: Die "Operation Walküre"
Dargelegt wird wie der Personenkreis verfolgt wurde, der bei der Vorbereitung und Durchführung des Attentates beteiligt war. "In den Gestapokellern fanden die Verhöre statt, wobei die Opfer mehrfach dem schlimmsten Folterungen unterzogen wurden. Unter Vorsitz Freislers folgte vor dem Volkgerichtshof eine Flut inszenierter Prozesse, wobei Gefängnisstrafen zur Ausnahme gehörten."
W.Helmuth James Graf von Moltke: "Wir haben nur gedacht"
Berichtet wird über eine Verhandlung vor dem Volkgerichtshof, die unter Leitung Feislers stattfand. Ein bezeichnender Satz hieraus: "... dann zeigt das eben, dass Sie anders denken und damit sich selbst aus der kämpfenden Volksgemeinschaft ausgeschlossen haben."
X.Dietrich Bonhoeffer: "Von guten Mächten treu und Still umgeben"
Wiedergeben ist ein Brief aus dem Gefängnis geschrieben zur Weihnachtszeit 1944.
Y.Micheal Salewski: Finis Germaniae
Nach dem fehlgeschlagenen Attentat glaubte Hitler noch mehr, dass ihn die Vorsehung gerufen hat. Er verlor den Sinn für das Wirkliche und gab "Nerobefehle" heraus. Beschrieben wird das Ende Hitlers und die Kapitulation Deutschlands.
Z.Ursula von Kardorff: Wieder einmal im Keller
Ein Tagebucheintrag nach einem Aufenthalt im Luftschutzkeller am 27. Februar 1945.
AA.Hans Graf von Lehndorff: "Wohin wollen Sie denn?" Das Ende im Osten
In einem Lazarett an des Ostfront sind die Verwundeten im Januar 1945 noch vom Hitler begeistert und glaubten den Feind aufzuhalten.
Im April drangen die Russen in das Lazarett ein. Sie verwüsteten alles, betranken sich, vergriffen sich an die Frauen.
AB.Christabel Bielenberg: Rohrbach im Mai 1945 – Das Ende im Süden
"Skat war an der Tagesordnung. Nero geigte, während Rom brannte, Hitlers Legionen spielten Skat, während um sie herum das "Tausendjährige Reich" zusammenbrach."
Ein Bauer und sein Sohn werden ermordet, weil sie sich weigerte an einem Sonntag beim Verlegen der Telefonleitungen zu helfen. Über den Haß der sich durch diese Tat auf die Soldaten legte wird anschaulich berichtet.
VI.Deutschland 1945: "Erlöst und vernichtet in einem"
A.Ursula Kardorff: Befreiung
"Deutschland, dein Lebensraum ist nun ein Sterberaum", rief eine Stimme.
Berichtet wir in der Art von Tagebucheintragungen über die letzten Tage des Krieges vom 12. April bis zum 7. Mai 1945.
"so also ist die Niederlage. Hatten wir uns unbedachterweise anders vorgestellt, das heißt, eigentlich gar nicht vorgestellt. Alles, alles musste besser sein als Hitler. Aber Befreihung? Seltsames Wort."
B.Helen Epstein: Befreiung
Berichtet wird über die Befreiung der Konzentrationslagers Bergen-Belsen am 15. April 1945.
C.Wolfgang Jacobmeyer: Strandgut des Krieges – "Displaced Person"
Die Alliierten nannten die Zwangsarbeiter: "Displaced Persons". Die große Anzahl der Zwangsarbeiter haben auch die Planung der Alliierten überfordert, sodass die Rückführung in die Heimat nicht so reibungslos abging. Viele Zwangsarbeiter, insbesondere aus den Ostländern wollten, wegen der politischen Situation in ihrer Heimat nicht mehr zurückkehren.
D.Albrecht Lehmann: Verlust und neue Begegnung
Circa zwölf Millionen Deutsche wurden vertrieben und die meisten in Westdeutschland angesiedelt. Beschrieben wird der Anfangsschmerz, dann die schnelle Integration und das Vergessen an das Schreckliche. Die ersten Besuche in der verlorenen Heimat und wie der wirtschaftlich Unterschied aufgenommen wurde. Aber auch, wie in den Erzählungen der Vertriebenen sehr vieles nur von der Glanzseite gesehen wird, die Realität aber vollkommen verkannt wird.
E.Hermann Broch: Deutschland braucht Reue
In eine Brief wird beschrieben, wie mancher der durch das NS-Regime vertrieben wurde, dies empfunden hat und welche Bitternis zurückgeblieben ist. Ich möchte nur aus zwei Sätze zitieren: "Ich persönlich will außerdem nicht zurückkehren, weil ich nicht wieder in die Zwangslage geraten will, verachten zu müssen."
"Was ich persönlich so an Niedrigkeit erlebt habe, möchte ich nicht wiedererleben; man mag es Wehleidigkeit nennen, aber ich möchte diese Menschen nicht wiedersehen müssen. Hier war ich wenigstens noch nicht zu solcher Verachtung gezwungen."
F.Hans Graf von Lehndorff: Der Fall des Baumes oder Wie es um Deutschland bestellt war.
Berichtet wird, wie ein Eiche gefällt werden sollte, die aber nicht fallen wollte in die Beziehung zu Deutschland wird hergestellt: " An dem Verhalten des Baumes wurde offenkundig, wie es um Deutschland bestellt war. Von allen Bindungen gelöst, die einmal die Voraussetzungen seiner Existenz gewesen waren, blieb es doch stehen und ließ erkennen, daß es dem Untergang Schon preisgegeben war."
G.Albrecht Lehmann: Die Kriegsheimkehrer
Beschrieben werden die Schwierigkeiten der Gefangenen bei ihrer Heimkehr mit den veränderten Bedingungen in der Gesellschaft und der Familie zurecht zu kommen. Plötzlich stand die Männer, die an der Front kämpften und ihr Leben aufs Spiel setzten Frauen gegenüber, die sich einen anderen Mann suchten, die außereheliche Kinder hatten, auch von Besatzungssoldaten. Oder wenn die Frau feststellen musste, dass sie plötzlich mit zwei Männern verheiratet ist, weil der Mann an der Front oder Gefangenschaft für tot erklärt wurde.
H.Jörg Fisch: Von der Teilung der Reparationszonen zur Teilung der Welt
Aufgezeigt werden die Schwierigkeiten und unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Ländern für die Reparationsleistungen und die daraus entstehende Teilung Deutschlands.
I.Günther Anders: Kollektivschuld?
Steht im Titel noch ein Fragezeichen, so kommt der Autor schnell zu Schluss, dass es ein Kollektivschuld gibt und stellt fest: "Wer behauptet, nichts gewusst zu haben, gibt damit im besten Falle seine damalige Idiotie zu.
Das Dritte Reich
ein Lesebuch zur deutschen Geschichte 1933 – 1945
Beck'sche Reihe
ISBN 3 406 4123 6X weiterlesen schließen -
Antoine de Saint-Exupery: Der kleine Prinz
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupery
1. BUCHINHALT
Anfangs erzählt der Autor, wie er als Kind begonnen hatte, Bilder zu zeichnen, und wie diese Bilder von den Erwachsenen nicht verstanden wurden. Zu sehen ist das Bild der Riesenschlange, die einen Elefanten verschlungen hat.
In der nächsten Szene ist der Autor erwachsen und Pilot geworden. Er berichtet, wie er den kleinen Prinzen kennen lernte, als er mit einem Motorschaden notlanden musste – in der Wüste Sahara. Der kleine Prinz ist ganz unvermittelt da und bitte: „Zeichne mir ein Schaf..“ Es gelingt ihm und der kleine Prinz ist zufrieden.
Der Autor stellt dem Prinz viele Fragen, auf die meistens die Antworten ausblieben. Er weiß nur, dass er von einem andren Planeten kommt
Einzige Zeit später berichtet der kleine Prinz von seiner Heimat, seinem kleinen Planeten. Wir erfahren von Affenbrotbäumen, Samen und Wurzeln und, dass er auf seinem Planeten alle Hände voll zu tun hatte, um die Affenbrotbäume klein zu halten und seinen Planeten zu retten. Er erzählt auch, dass auf seinem Planeten eine Blume steht, es ist eine Rose. Diese war sehr eingebildet und deshalb verließ der kleine Prinz den Planeten.
Die folgenden Kapitel beschreiben seine Reise von Planet zu Planet und auf jedem wohnt eine seltsame Gestalt.
Auf dem ersten Planeten wohnt ein König, der über alles herrschte. Er nennt das gesamte Weltall sein Königreich, aber Untertanen hat er keine. In dem kleinen Prinzen hat er endlich einen Untertanen gefunden, doch diesem wird das bald zu dumm und er reist weiter.
Auf dem zweiten Planeten wohnt ein Eitler. Dieser freut sich, dass ein Bewunderer kommt. Für ihn sind nämlich alle Besucher auch gleich Bewunderer. Schnell ist der kleine Prinz wieder weg und er sagt, dass ihm die großen Leute zu verwunderlich sind.
Auf dem dritten Planeten wohnt ein Säufer. Dieser Besuch ist der kürzeste. Der Säufer erklärt, dass er saufe, weil er vergesse wollte, dass er sich schäme, dass er säuft. Der kleine Prinz ist sehr bestürzt.
Auf dem nächsten Planeten wohnt ein Geschäftsmann. Während der König die Sterne regierte, will der Geschäftsmann die Sterne kaufen und besitzen. Trotzdem versteht der kleine Prinz nicht, wozu der vermeintliche Besitz gut sein soll. Er findet die großen Leute sehr ungewöhnlich.
Auf dem fünften Planet wohnt ein Laternenanzünder. Der kleine Prinz glaubt, zum ersten Male eine sinnvolle Beschäftigung zu erleben. Der Laternenanzünder klagt jedoch, denn der Planet dreht sich immer schneller und er muss immer öfters die Laterne auslöschen und anzünden. Er tut dem kleinen Prinzen sehr leid, weil er seine Aufgabe nicht abgeben kann.
Auf dem nächsten Planet wohnt ein Geograf. Dieser hält den kleinen Prinzen für einen Forscher und begrüßt ihn freudig. Der Geograph erklärt ihm lang und breit sein Handwerk und dass vergängliche Dinge wie seine Blume keine Beachtung finden. Darauf hin ist der kleine Prinz sehr enttäuscht und reist auf die Erde.
Bei seiner Ankunft trifft er eine Schlange. Sie macht dem kleinen Prinzen deutlich, über welche Macht sie verfügt, weil sie Menschen sterben lassen kann. Der kleine Prinz fragt nach den Menschen, denn er ist einsam in der Wüste. Die Schlange antwortet, dass man auch bei den Menschen einsam ist.
Der kleine Prinz gelangt schließlich in ein kleines Dorf, wo es einen blühenden Rosegarten gibt. Er erschrickt, denn er dachte, seine Rose wäre die einzige auf der Welt. Er weint daraufhin.
In diesem Augenblick erscheint der Fuchs. Der kleine Prinz will mit ihm spielen, um seine Trauer zu vergessen, aber der Fuchs weist ihn darauf in, dass er zuerst gezähmt werden muss. Im weiteren Gespräch erkennt der kleine Prinz, dass die Einzigartigkeit seiner Rose nicht körperlich ist, sondern allein in der Bedeutung, die sie für ihn hat, weil er mit ihr vertraut ist. Nach Anleitung des Fuchses macht sich der kleine Prinz schließlich mit ihm vertraut. Als die Stunde des Abschieds kommt, kommt auch der Schmerz. Der Fuchs offenbart ihm ein Geheimnis: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“
Nun geht die Geschichte mit dem Piloten weiter. Die beiden machen sich auf die Suche nach einem Brunnen. Sie finden einen. Doch am nächsten Tag hört der Autor den kleinen Prinzen mit der Schlange sprechen, ob er bei ihrem Gift nicht lange leiden müsse. Es ist nämlich der Jahrestag seiner Ankunft auf der Erde. Der Pilot versucht mit Liebe und Verzweiflung, den kleinen Prinzen von seiner Heimreise abzuhalten, doch es hilft nichts. Der kleine Prinz erklärt ihm, dass er nur zum Himmel schauen müsse und er würde seinen Planeten leuchten sehn und es würde jetzt aussehen, als wäre er tot, aber das ist nicht wahr.
Nach sechs Jahren erzählt der Pilot noch einmal von dem kleinen Prinzen. Er ist noch immer traurig, aber auch froh, weil er weiß, dass es ihm gut geht.
Am Ende des Buches ist das Bild von zwei Sanddünen in der Wüste und der Autor schreibt: „Das ist für mich die schönste und traurigste Landschaft der Welt... Hier ist der kleine Prinz auf der Erde erschienen und wieder verschwunden.“ Und am Ende bleibt der Wunsch, dass der kleine Prinz eines Tages wieder da sein wird und dann wendet sich der Autor an die Kinder und sagt „Schreibt mir schnell, wenn er wieder da ist...“
2. EIGENE MEINUNG
Der kleine Prinz ist nicht nur ein Märchen, sondern es steckt sehr viel mehr dahinter. Es geht viel mehr um die wahre Freundschaft. Er wurde von seiner Rose sehr enttäuscht und auch auf seiner Reise zu den Planeten lernt er nur unglückliche Menschen kennen, die alle sehr einsam sind. ER hat die Hoffnung auf Freundschaft schon aufgegeben, als er den Fuchs kennerlernt. Die Weisheit, die er ihm mit auf den Weg gibt, haben die Menschen schon längst verloren, doch der kleine Prinz gibt dem Autor wieder ein Stück davon wieder. Er erkennt auch, dass die Rose auf seinem Planeten immer seine Rose bleiben wird, egal, wie sehr sie ihn enttäuscht hat. Dies soll zeigen, dass Freunde Fehler haben und trotzdem immer für einen da sind.
Ich möchte noch sagen, dass mir das Buch eigentlich sehr gut gefallen hat und es auch einfach zum Lesen war und man so in einer Stunde fertig war. Auch wenn man anfangs denkt, dass es nicht gut ist und auch ein wenig eigenartig geschrieben ist, ist es im weiteren Verlauf total gut geschrieben und interessant. Ich würde es wirklich jedem weiterempfehlen!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-30 00:03:37 mit dem Titel Robert Schneider: Die Unberührten
Die Unberührten
Robert Schneider
INHATLSANGABE
Die Geschichte erzählt das Schicksal des rheintalischen Mädchen Antonia Sahler und ihres späteren Gefährten Balthasar.
Das Mädchen träumt schon in den ersten Seiten des Buches in groben Umrissen sein Schicksal.
In dem Traum hatte sich Antonia in einer ihr unbekannten Landschaft vorgefunden, einer Landschaft, der das Gesicht fehlte, die Falten, die Kanten - das Lachen. Die heimatlichen Berge waren vergangen: Die Grate und Gipfel, die breiten endlosen Kämme und die gewölbten, bewaldeten Rücken. Der Pilatuskopf war verschwunden, der mit seiner gefurchten Stirn St. Damian im Norden überragte. Die glattwandigen Felsnadeln im Osten, genannt Martinswand und Hohes Licht, ebenso. Weit und breit war kein Wald mehr zu sehen, wiewohl sich Antonia auf die Zehenspitzen stellte und lang machte. Anstelle der Fluren und Wiesen herrschte graues Einerlei, als habe sie ein himmlischer Gerichtsvollzieher eingerollt und davongetragen wie damals den Stubenteppich. Nur der volle runde Mond stand im Horizont. Das Unheimlichste aber in dieser Landschaft: sie tönte nicht mehr, hatte ihren Klang verloren. Die Vögel sangen nicht, die Tiere waren verstummt und der Bach auch. Ja, der Herrgott hatte gar noch den Wind weggesperrt. Kein Laut oder Geräusch war mehr zu vernehmen. ALLES TOT.
Die 7-jährige Antonia wächst in einer heilen Welt mit ihren drei Schwestern im kleine Vorarlberger Dorf St. Damian auf. Der Vater Rupert Sahler vergöttert seine fünf Frauen. Er fördert vor allem auch Antonias deutliche. Er lebt weit über seine Verhältnisse und überhäuft seine Frau, die er über alles liebt - und seine vier Töchter mit Geschenken und Überraschungen.
Einige Jahre später macht er bankrott und verschwindet spurlos. Keiner weiß, wo er ist und schließlich muss der Hof versteigert werden.
Kurz darauf stirbt die Mutter an der Geburt ihres fünften Kindes.
Antonia nimmt nun Abschied von St. Damian, denn sie weiß, dass für sie der Zeitpunkt des Abschieds gekommen war. Sie wird vom Menschenhändler Narrody nach Amerika verkauft.
Die Geschichte beschreibt nun die lange Schiffspassage, bei der sie auch den Jungen kannengelernt, der ihr durch ihre Träume so vertraut war. Da er nichts sprach, gab sie ihm den Namen Balthasar. Antonia - die mit anderen Kindern und Narrody getarnt als jüdische Familie reiste - erfüllte die anderen Passagiere oft mit Hoffnung durch ihren wunderschönen Gesang.
Nach dem 1. Weltkrieg wanderten immer mehr Menschen augrund der großen Not in Europa nach Amerika aus. Sie versuchten dort einen neuen Anfang zu machen und zu großem Reichtum zu kommen. Die Vereinigten Staaten waren die großen Gewinner des 1. Weltkrieges gewesen. Die Wirtschaft nahm in den Nachkriegsjahren einen großartigen Aufstieg. Die Goldenen Zwanziger Jahre waren gekennzeichnet durch unverwüstlichen Optimismus. Der Grundsatz „Freie Bahn dem Tüchtigen“ gab vielen die Chance, sich hochzuarbeiten. Die neuen Einwanderer reihten sich meist jedoch in das Heer der sozial Unterprivilegierten ein.
Angekommen in Amerika, kann Antonia mit Hilfe von Balthasar, vor dem Menschenhändler flüchten. Vorerst finden sie Unterschlupf bei Balthasars Onkel, einem Metzger. Dort erlernt Balthasar die Kunst des Schlachtens.
Nachdem der Onkel gestorben war, lebten beide auf roheste Weise im Hohlraum eines Brückenpfeilers der Brooklyn - Bridge. Sie stehlen sich das Lebensnotwendigste zusammen, verwahrlosten immer mehr. Kurz gesagt - sie lebten wie die Tiere. Doch die beiden leben fast sieben Jahre unzertrennlich.
Doch mit Balthasar hat Antonia - die jetzt den Namen Tony trägt - keinen angenehmen Weggefährten. Er wirkte sehr gefühllos und in sich gekehrt.
Bald findet sie jedoch einen guten Freund - einen älteren Mann - der General genannt werden wollte. Er versuchte - wie Tony - wenigstens den Anschein eines heilen Lebens aufrecht zu erhalten.
Trotz allem empfindet Tony in der Zwischenzeit schon eine unerträgliche Liebe für Balthasar. Sie versucht immer wieder Zärtlichkeiten mit ihm auszutauschen. Doch der verstörte und gefühlskalte und anscheinend auch leicht autistische Junge, lässt Antonia nicht an sich heran. Seine Verstörtheit und seine Kälte ist sicher auf seine Kindheit zurückzuführen. In dieser hatte es schlimme Vorfälle mit seinem Vater gegeben. Es ist zu lesen, dass er wie ein Hund gehalten wurde.
Zur Weihnachtszeit bekam Tony vom General ein Kleid geschenkt. Als er sie beim Umziehen beobachtete, überkam ihm die Lust und er fiel über das Mädchen her. Bald darauf machte der General das Mädchen zur Prostituierten.
Tony flüchtete immer wieder zum Pier 16. Ein Ort, an dem das Mädchen das Grauen des Alltags vergaß und von ihrer Heimat St. Damian träumte. Oft singt sie dort bis spät in die Nacht.
Und tatsächlich hört sie eines Tages Aron Fleisig, Korrepetitor der „Metropoliten Opera“ von der Ferne singen. Er ist ganz hin- und hergerissen von ihrer einmaligen Stimme und macht sie schließlich ausfindig. Er holt sie aus dem Elend in das vornehme Haus ihrer Eltern.
Balthasar, der schon seit längerem bei einem miesen Fischhändler arbeitete, hatte inzwischen auch seine Liebe zu Antonia entdeckt und erkennt, dass er auch Gefühle wie Eifersucht oder Wut empfindet. Er, der schon ein Leben lang nach dem Sitz der menschlichen Seele gesucht hat, wird aus eben diesem Grunde zum Mörder: Er tötet und zerlegt fachmännisch seinen Arbeitgeber, der ihn lange gequält hatte.
Leseprobe:
Mit unverfrorenem Mut und kalter Geschicklichkeit begann er die Leiche zu enthäuten, zog zuerst den Kopf aus, trennt ihn ab, denn er dünkte ihn Abfall, schnitt die Beine auf und den Rumpf, zog die Haut ebenfalls ab, solange, bis der gesamte Körper gehäutet war. Dann griff er nach den Innereien, löste sie vorsichtig heraus, um sie nicht zu verletzen. Überall vermutete er die Seele: in der Lunge, in der Leber, im Herzen und im Magen, den er mit einer Scherbe mühselig vom Bauchfell trennt, aufschnitt und ausstülpte. Selbst noch im Inhalt des Darms fingerte er nach einer Art leuchtender Stofflichkeit, die ihm die Seele hätte darstellen können.
Schließlich heiratet Tony Aron Fleisig und er bringt sie an die Oper. Als sie erstmals eine kleine Nebenrolle in Mozarts Zauberflöte bekommt, versagt, o Wunder, der Sängerin der Königin der Nacht während der Aufführung die Stimme und Antonia springt spontan für sie ein.
Und singt ihren Part wie selbstverständlich. Das Publikum kürt sie auch zur ungekrönten Königin mit 38 Vorhängen und einstündiger „Standing Ovations“.
Am Ende verliert sich Balthasar in der „herrlichen Musik“ eines Blizzards und im Schneegestöber und endet schließlich auf einem Polizeirevier.
Ungewöhnlich ist auch der Schluss des Romans: Antonia fährt im Taxi durch die Strassen New Yorks. Nur die Wolkenkratzer ragen noch in den Himmel.
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ROBERT SCHNEIDER
Kurzbiografie
• Geboren am 16. Juni 1961 in Bregenz / Vorarlberg.
• Wird im Alter von zwei Jahren vom Bergbauernehepaar Schneider adoptiert
• Aufgewachsen in Meschach.
• 1981-86 Studium der Komposition, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Wien.
• Arbeitet als Fremdenführer und Organist.
• Seit 1984 literarisch tätig.
• Veröffentlicht 1992 nach vorhergehender Ablehnung durch 23 Verlage seinen ersten Roman.
• Lebt in Götzis / Vorarlberg.
Preise, Auszeichnungen
• 1988, 1989 und 1992 - Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst
• 1990 - Preis des Landes Baden-Württemberg für Volkstheaterstücke
• 1993-96 Robert-Musil-Stipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, etc.
Werke
• Schlafes Bruder
• Die Luftgängerin
• Robert Schneider schrieb auch unzählige Theaterstücke.
• Schlafes Bruder wurde – obwohl es damals von 23 Verlagen – abgelehnt wurde – verfilmt weiterlesen schließen -
Rafik Schami- Der ehrliche Lügner
Pro:
humorvoll, schöner Erzählstil
Kontra:
kein Kontra
Empfehlung:
Nein
Wie man mit Lügen ehrliche Arbeit leistet ?
„Ich heiße Sadik, aber nicht einmal das ist sicher. Denn bereits das erste Wort das ich sprach war gelogen.“
Rafik Schami hat mit der „ehrliche Lügner“ ein weiteren Beweis seiner Erzählkunst präsentiert. Lauter kleine Geschichten erzählen über Charaktere und das Leben in Morgana einer arabischen Stadt mitten in der Wüste, keiner weiß genau wo.
Die Geschichte
Sadik der alte Geschichtenerzähler aus der uralten Wüstenstadt Morgana beobachtet wie ein Zirkus in die Stadt kommt. Die Seiltänzerin erinnert ihn an seine alte Jugendliebe, Mala.
Vor langer Zeit war sie mit Zirkus India lange Zeit in Morgana gewesen. Der Zirkus saß fest da die Stadt von irgendeinem Fürsten belagert wurde. Sadik verliebte sich auf anhieb in Mala und suchte einen Job beim oder in der Nähe vom Zirkus.
Nach den Vorstellungen erzählte er ihr immer die größten und schönsten Lügengeschichten aus seiner immer größer werdenden Verwandtschaft. Dabei verglich er jede Person mit einem Tier und kehrte liebenswürdig ihre Schwächen in den Vordergrund. Da die Mala die Geschichten so gut gefielen erzählte sie den anderen im Zirkus davon. Folge, er musste sie bald allen Mitgliedern im Zirkus erzählen. Und da der Zirkus nicht weiterziehen konnte, aber jeder in der Stadt das Programm schon kannte musste eine neue Attraktion her.
Sadik der Geschichtenerzähler.
Mit dem Ende der Belagerung zog der Zirkus wieder weiter. Allerdings sollte er nie mehr so volle Vorstellungen, wie bei Sadik haben. Hier endet das Buch wo es angefangen hat.
Die Geschichten
Jede Geschichte erzählt wie erwähnt das Leben einer Person in Morgana. Und alle sind mehr oder weniger verwand und verschwägert. Dabei wird jeweils eine markante Charaktereigenschaft hervorgekehrt und mit einem Tier verglichen.
So entstehen dann Geschichten vom Hund oder Warum keine Gesellschaft ohne Bettler auskommt, oder die vom Scheu wo ein Onkel sich als Vogelscheuche an den Wegrand stellte und immer wenn eine Kutsche oder Karawane anhielt um sich die merkwürdige Scheuche anzusehen überfiel er sie. Niemand konnte ihn je fassen da er einer echten Vogelscheuche zum verwechseln ähnlich sah. Oder vom Nasenohr einem unliebsamen Spionin in der Verwandtschaft und wie sie zum dadurch zum Gespött wurde.
Jede Geschichte für sich ist daher ein Spiegel für einen jeden, und wer weiß vielleicht hat man ja auch die ein oder andere beschrieben Schwäche?
Rafik Schami
Selbst wurde er 1946 in Damaskus geboren und lebt seit 1971 in Deutschland. Nach Versuchen als Dr. der Chemie oder Bauarbeiter schrieb er ab 1982 Kurzgeschichten, Fabeln und Märchen über den Orient.
Werke z..B. „Das letzte Wort der Wanderratte“ 1984 „Der erste Ritt durchs Nadelöhr“
„Der Fliegenmelker“ 1985
"Erzähler der Nacht“ 1989
„Der fliegende Baum“ 1990 und zu guter letzt „Der ehrliche Lügner“ 1992
Fazit
Ein sehr schönes leicht zu lesendes Geschichtenbuch. Schami erzählt als hätte er all dies selbst erlebt und vergisst nicht jede Geschichte mit einer Pointe enden zu lassen. Nie kann man so gut über die Schwächen seiner Mitmenschen lachen ohne nicht auch ein bisschen Mitleid zu bekommen. Daher meine Empfehlung als Lektüre zum Aufmuntern zwischendurch.
P.S. Jede einzelne Geschichte kann man auch losgelöst von der großen Geschichte lesen und genießen.
Erschienen im dtv Verlag 1996 als Taschenbuch
Preis: ca. 9,- Euro 580 Seiten dick
ISBN 3-423-12203-X weiterlesen schließen -
Rainer M. Schröder erzählt das Geheimnis der weißen Mönche!
24.06.2002, 20:18 Uhr von
steffi_1
Nachdem ich schon bei ciao bin und bei yopi auch schon das erstemal angemeldet war, probiere ich ...Pro:
alles
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Vor ca. 1 ½ Jahren war ich mit meiner Oma in einem Bücherladen und habe dort das ziemlich dicke Buch ‚Das Geheimnix der weißen Mönche’ entdeckt. Nachdem ich die Buchrückseite gelesen hatte und kein anderes spannendes Buch gefunden hab, lies ich mir also dieses kaufen.
Das Buch ist im Arena Verlag erschienen, hat 28 DM gekostet und ist in Taschenbuchform, ich bilde mir allerdings auch ein es schon gebunden gesehen zu haben.
Es hat 465 Seiten plus einem Nachwort mit Begriffserklärungen. Außerdem ist das Buch in drei ‚Bücher’ unterteilt.
Wie der Titel es schon vermuten lässt, geht es in dem Buch hauptsächlich um Mönche und deren Geschichte.
Alles beginnt, als der junge Jakob Tillmann in einer stürmischen Februarnacht seinen Karren mit einem alten Mönchen namens Anselm hinter sich herzieht, in Richtung der Abtei Himmerod, wo er allerdings nicht genau weiß wo diese liegt.
Als er Bruder Anselm unter einen Baum zurücklassen will, schlägt dort ein Blitz ein, was er als Zeichen sieht und ihn schließlich weiter schleppt, bis er schließlich an der Abtei ankommt. Dort wird sich erst mal um den alten Mönchen gekümmert und Jakob erst nach einer gewissen Zeit beachtet wird, und da stellt man ihm als erstes einmal lauter Fragen. Das der Junge bis auf die Haut nass ist, interessiert zu erst gar keinen. Alle wollen nur wissen, was der Bruder in seinem Fieber alles erzählt hat, und dies am besten auch noch wortwörtlich. Dass das Jakob auf den Nerv geht, kann man sich ja wohl denken. Jakob bekommt erstein mal frische ‚Klamotten’ und sein Quartier in einer Büßerzelle. Er merkt, dass in der Abtei etwas nicht stimmen kann, nachdem alle so darauf auswaren zu erfahren, was Bruder Anselm ihm erzählt haben könnte. Vor allem Bruder Basilius mit seinem Begleiter, einem Schweden, findet er zu anfangs komisch, da der Schwede seine Aussagen mit Psalmversen spickt. Auch Bruder Tarzisius mag Jakob nicht, da dieser einen Befehlenden Ton an sich hat, der ihm missfällt.
Und als dann ein paar Tage später der Domherr von Drolshagen mit seinem Kutscher Mundt, der einst ein Henker war, ankommt und auch dieser ihm Fragen zu dem Mittlerweilen verstorbenen Bruder Anselm stellt, fängt Jakob an darüber nachzudenken was da vor sich gehen könnte. Als dann auch noch ein Novize umkommt bekommt Jakob vom Schweden den Rat sich so schnell wie möglich aus dem Staub zu machen, doch da ist es schon zu spät. Nur in aller Letzter Sekunde und mit Hilfe des Schweden kann sich Jakob aus der Abtei retten und irrt einige Tage alleine in Wäldern umher, bis ihn schließlich doch Mundt findet und ihn in die Folterkammer von Trier zu holen.
Kurz vor der Folter wird der Domherr weggelotst und dieser schickt Mundt auch noch zum Essen, alleine zurück bleibt da der Folterknecht und der festgebundene Jakob. Als dann ein Mönch kommt geht auch der Folterknecht und so gelingt schließlich die Flucht, denn der Mönch war kein geringerer als Bruder Basilius.
Wie es weitergeht müsst ihr allerdings selbst lesen.
Ich finde das Buch echt klasse!
Ich hab schon einmal versucht es zu lesen, doch es hat mir überhaupt nicht gefallen und so hab ich es nach den ersten 40 Seiten schon wieder weggelegt, doch jetzt, nach gut einem Jahr, hab ich es noch einmal probiert, und es hat mir wirklich gut gefallen. Es ist wirklich sehr spannend, vor allem weil Mundt und seine Männer immer wieder ganz dicht dran sind Jakob zu schnappen und es am Anfang auch nicht schaffen. Es ist wirklich gut aufgebaut und macht einen sehr neugierig. Am liebsten würde man gar nicht mehr damit aufhören weiterzulesen und so geht es auch schnell das Buch zu lesen. Außerdem ist es wirklich leicht zu lesen. Am Anfang wird der ein oder andere vielleicht noch ein bisschen Probleme mit den Namen der Mönche haben, dass legt sich dann aber auch, sobald man die Hauptpersonen kennt.
Man merkt, dass in dem Buch wirklich viel Arbeit steckt und es nicht einfach gedankenlos dahingeschrieben ist.
Zum Schluss noch einige Sachen zu dem Autor:
Der Autor ist Rainer M. Schröder, der 1951 geboren ist. Seit 1977 lebt er als freischaffender Schriftsteller in Deutschland und Amerika. Für den Roman ,Das Geheimnis der weißen Mönche’ hat er sich 3 Jahre lang vorbereitet und hat dafür, das wirklich existierende, Zisterzienserkloster Himmerod in der Eifel, öfters besucht.
Weiter Bücher von Rainer M. Schröder:
Die Wundersame Weltreise des Jonathan Blum
Die wahrhaftigen Abenteuer des Felix Faber
Felix Faber - Übers Meer und durch die Wildnis
Mein Feuer brennt im Land der Fallenden Wasser
Ich finde das Buch lässt sich sehr schön lesen und man ist richtig enttäuscht, wenn man bei der letzten Seite angekommen ist, da man unbedingt wissen möchte wie es weiter gehen würde, aber das kann man sich ja selber überlegen ;) weiterlesen schließen -
Sarabande William - Land aus Eis
Pro:
Gefühle gut rübergebracht
Kontra:
Schreibstil, erst am Ende kommt Spannung auf
Empfehlung:
Nein
Zu Pfingsten war es mal wieder soweit: Ich hatte das letzte Buch angefangen und mußte somit schleunigst für Nachschub sorgen.
Ich schleppte meinen Freund mit auf den Flohmarkt und durchstöberte jede Bücherkiste, die ich erreichen konnte. Schon recht genervt, weil ich immer noch nichts gefunden hatte, machte ich mich am vorletzten Stand eher halbherzig über die spärlichen Bücher her. Eigentlich sagte mir keines so richtig zu, doch ich wollte nicht ohne eine neue Errungenschaft nach Hause gehen.
Ich erstand zwei Bände aus der sogenannten Urzeitsaga, die der Autor William Sarabande ins Leben gerufen hat. Hier also der Bericht über das erste Buch „Land aus Eis“:
Aussehen:
Auf der Vorderseite des Buches sind zwei der Hauptpersonen abgebildet: Torka, der Jäger und Lonit, seine Frau. Sie stehen in der Tundra und im Hintergrund sieht man die untergehenden Sonne. Beide sind in Felle gehüllt und Torka stützt sich auf die Stosszähne eines toten Mammuts.
Der Buchrücken und die Rückseite sind in auffälligem Rot gehalten.
Inhalt:
Die Erzählung spielt ungefähr vierzigtausend Jahre vor unserer Zeitrechnung. Torka, bester Jäger seines Stammes, zieht mit zwei weiteren Jägern aus, um dem vor dem Hungertod stehenden Stamm Nahrung zu beschaffen. Schon fast am Ende ihrer Kräfte treffen die Jäger auf ein verendetes Mammut-Weibchen. Sie sind verwundert, dass sich noch keine wilden Tiere an dem Kadaver gütlich getan haben, doch ihr Hunger läßt sie jede Vorsicht vergessen. Sie beginnen das Fleisch roh zu essen und merken zu spät, dass ein riesiger Mammut-Bulle auf sie zukommt und einem nach dem anderen abschlachtet. Schwer verwundet überlebt Torka und versucht sich in das Lager seines Stammes zurück zu schleppen.
Während dessen wird Torkas Großvater, Umak, von Egatsop, Torkas Frau, genötigt seine Seele endlich dem Wind anzuvertrauen. Er soll das Lager verlassen und zum sterben in die Wildnis hinaus gehen. Dort freundet er sich mit einem wilden Hund an und bemerkt, dass er noch nicht bereit ist zu sterben. Er beschließt alleine weiter zu ziehen, bis er am Ende seiner Kräfte ist und in Ruhe sterben kann. Der Hund begleitet ihn und wittert Torka als erstes, der halb tot vor Erschöpfung im Schnee liegt. Umak teilt seine letzten Nahrungsmittel mit Torka und versucht ihn zurück zu seinem Stamm zu bringen.
Dort angekommen finden die beiden das Lager zerstört vor. Überall liegen Leichen...gräßlich entstellt...auch Torkas Frau und sein Sohn haben den Tod gefunden, als das Mammut den Stamm dem Erdboden gleich gemacht hat. Voller Wut hat Torka nur noch ein Ziel: Das Mammut zu töten.
So zieht er mit Umak, Lonit und dem wilden Hund, den Umak Aar genannt hat, in Richtung des Gebirges los. Dort würden sie sicher sein und Nahrung finden. Nach einem beschwerlichen Marsch durch die Tundra gelangen sie schließlich zu den Bergen und finden in einer geräumigen Höhle Unterschlupf. Aar bemerkt immer wieder, dass sich ein übel riechendes Tier des nachts in die Höhle schleicht und auch Torka und Umak werden auf den Geruch aufmerksam. Sie stellen dem Tier eine Falle und müssen feststellen, dass es sich nicht um ein wildes Tier sondern um einen kleinen Jungen handelt, der von seinem Stamm ausgesetzt wurde. Dies war zu dieser Zeit üblich, wenn der Stamm nicht genügend Nahrung hatte.
Torka nimmt den Jungen in seinen kleinen Stamm auf und sie lassen jede Nacht ein Feuer im Eingang der Höhle brennen, damit Kanaras Stamm den Weg zu ihnen finden kann. Doch nicht Kanaras Stamm sondern ein anderer, fremder Stamm, wird von dem Feuer angelockt. Diese Menschen haben keinerlei Manieren und scheren sich nicht um die Sitten, die Torka für angemessen hält. Sie jagen sämtliches Wild, ohne auch nur ein Tier am Leben zu lassen, das sich fortpflanzen könnte. Der kleine Stamm ist angewidert und es entwickeln sich immer öfter Streitigkeiten, bis der Führer des Stammes, Galeena, Torka und seine Angehörigen des Stammes verweist.
Kurz nachdem sie die Höhle verlassen haben, sehen sie aus der Ferne wie der Berg in sich zusammen fällt. Es war kein gewöhnlicher Berg sondern ein Vulkan. Karana hatte schon vorher gespürt, dass dieses Lager nicht gut war und hatte Umak und Torka zum gehen überreden wollen. Jetzt erst bemerken die beiden, dass Karana ein ganz besonderer Junge ist, der eine große Zukunft vor sich hat.
Glücklich darüber, dass sie mit dem Leben davon gekommen sind, zieht die Gruppe weiter nach Osten. Als Torka und der einzige Mann, der aus dem Stamm Galeena´s mit ihm gezogen ist, auf die Jagd gehen, werden sie voneinander getrennt. Torka gelangt erst später zum Lager zurück und findet es verwüstet vor. Umak liegt im Sterben und Manaak ist brutal ermordet worden. Lonit, Iana und ihr Baby und auch Kanara sind von den Fremden entführt worden.
Als Umak in seinen Armen stirbt, wächst der Hass in Torka und er beschließt seinen Stamm zu retten....
Meine Meinung:[b/]
Die Liebesgeschichte zwischen Lonit und Torka ist sehr schön beschrieben. Anfangs haßt Torka das Mädchen, weil sie und nicht seine Frau das Massaker überlebt hat. Je länger jedoch ihre Reise dauert desto widersprüchlicher werden seine Gefühle bis er sich endlich eingesteht, dass er Lonit liebt. Auch bei Kanara hat er zu Anfang Probleme ihn zu akzeptieren, da er seinem verstorbenen Sohn so ähnlich ist. Hier benötigt er ebenfalls eine lange Zeit bis er seine wahren Gefühle gegenüber dem Jungen erkennt. Zu seinem Großvater hatte er schon immer ein gutes Verhältnis und als Torka merkt, dass Umak immer schwächer wird und an sich selber zweifelt, führt er ihn durch eine List zurück zu seiner Kraft.
Die Wandlung Umaks vom alten nutzlosen Greis zum Jäger und Berater Torkas ist ebenfalls sehr schön dargestellt. Man kann seine Gefühle gegenüber den Menschen des Stammes und auch gegenüber dem wilden Hund gut nachvollziehen. Überraschend war für mich nur sein Tod, denn ich hatte erwartet, dass er am Ende noch übrig bleibt und mit dem Stamm in eine neue Zukunft geht.
Lonit wandelt sich vom schüchternen, sich häßlich fühlenden Mädchen, zu einer mutigen, von sich selbst überzeugten, Frau. Allerdings hält sie sich für den letzten Abschaum, da Frauen in ihrem Stamm nicht viel wert sind. Wahrscheinlich hat mir das nicht gefallen, da ich selbst eine Frau bin (lächel).
Die Figur von Kanara ist leider nicht so gut ausgearbeitet und die Beschreibung seiner Ängste und Gefühle bleiben ein wenig auf der Strecke, obwohl er auch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt.
Kommen wir zum Schreibstil des Autors, den ich als sehr einfach empfunden habe. Lediglich die eigentümliche Sprechweise der Menschen der damaligen Zeit ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ansonsten liest sich das Buch ohne Probleme. Die Spannung kommt erst gegen Ende auf und dort hätte ich es mir gewünscht, dass die Handlung besser ausgearbeitet gewesen wäre.
Fazit:
Ganz nett zu lesen., aber nicht gerade umwerfend. Durch den sehr einfachen Schreibstil sicherlich eine nette Abwechslung für Schlecht-Wetter-Tage.
Allgemeine Informationen:
Das Buch ist im Bastei Lübbe-Verlag mit der ISBN 3-404-13432-X erschienen und kostet laut Buchaufdruck 9,90 DM. Ich habe dafür allerdings nur 0,50 Euro auf dem Flohmarkt bezahlt. Der Roman umfaßt 414 Seiten. weiterlesen schließen -
Der Duft des Todes
Pro:
Interessant, aufregend und spannend
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Es gibt Bücher, die faszinieren mich nicht wegen der eigentlichen Geschichte, sondern weil sie meine Neugierde erregen und ich einfach wissen muß, wie es den in dieser Geschichte ausgeht. Wenn es sich dann noch um historische Begebenheiten handelt oder um Sachverhalte aus dem mit kriminalistischen Hintergrund, dann gibt es für mich kaum noch ein Halten.
So ein Buch habe ich vor einiger Zeit, nun gut, es sind schon Jahre, gelesen. Ich möchte es Euch hier einmal vorstellen.
Das Parfum:
Patrick Süsskind beschreibt hier die (fiktive?) Person Jean-Baptiste Grenouille. Jean- Baptiste hat eine aussergewöhnliche Fähigkeit. Er kann Gerüche sehr gut wahrnehmen und diese in seinem Gehirn abspeichern. Er ist das perfekte Archiv für gerüche.
Aufgewachsen als Waisenkind in Paris, Mitte des 17. Jahrhunderts, ist er ein einsamer Mensch. Scheu und introvertiert ist er. Kontakte zu anderen Menschen hat er fast keine. Durch diese fehlenden Kontakte, oder ist es ein fehlendes Bedürfnis, spricht Jean-Baptiste kaum und sehr schlecht. Er hat seine Welt aus Gerüchen um sich und diese reicht ihm. Er braucht und will nicht reden.
Sein Alltag besteht aus dem Herumstreunen durch die Gasses und Strassen von Paris. Er sammelt Gerüche, sortiert sie und speichert sie in seinem Gehirn. Aus seiner Sicht ist er ein reicher Mensch, denn er hat viele Gerüche gesammelt und betrachtet sie als ein Eigentum. Wer sollte sie ihm auch nehmen?
Durch einen glücklichen Umstand erhält er eine Anstellung in einer Parfumerie. Sein Chef erkent schnell die Genialität und Besonderheit seines Angestellten und lässt ihn immer neue Parfums kreieren. Als Gegenleistung wird er in der Destillation von Gerüchen unterwiesen und in deren Herstellung.
Eine besondere Gabe besitzt er aber noch, welche niemand auch nur erahnt. Er kann Schönheit riechen. Seine Gabe macht ihn unfehlbar, was das Aussehen einer Frau angeht. Er sieht die Frauen nicht an, er riecht sie.
Eines Tages riecht er die Frau seiner Träume. Bildhübsch ist sie. Er muß sie besitzen. Nein! Nicht sie. Den Geruch muß er besitzen. Er erwürgt das Mädchen und saugt ihren Duft, der nach Tod, Angst und Unschuld riecht, ein.
Paris wird ihm dan zu gross. Z sehr strömen Gerüche auf ihn ein, die er nicht mehr ertragen kann. Er verlässt die Parfumerie und will nach Grasse. Damals und auch Heute noch die Stadt der Parfums.
Doch menschliche Gerüche werden ihm zuwider und er verbringt einige Jahre in einer Höhle. Nac Jahren der Einsamkeit, der Grübelei, des Wahns, entschliesst er sich, wieder zu den Menschen zurückzukehren.
Er hat aber ein grosses Ziel: Ein Parfum aus den Gerüchen der schönsten Mädchen der Stadt. Kurz nach seiner Rückkehr in die Stadt, häufen sich dort die Frauenmorde. Jean-Baptiste wird zum Frauenmörder und Räuber, indem er Gerüche stiehlt.
Eine Jagd auf ihn beginnt Er wird gefasst, das Urteil ist klar. Der Tod wartet auf ihn. Doch dann geschieht das Unglaubliche..............
Mein Fazit:
Da habe ich doch im letzen Moment die Notbremse gezogen und meine Story beendet. Tztztz. Wie Schade auch. Nun müsst Ihr selbst das Buch lesen.
Ich verspreche Euch, Ihr werdet begeistert sein. Tut Euch aber bitte selbst einen Gefallen. Lasst die letzten Seiten des Buches unangetastet, bevor Ihr nicht lesenderweise dort angelangt seid. Ihr zerstört Euch sonst selbst einen ungeheuren Lesespass.
Dieses Buch hat aber noch einen anderen Effekt. Ihr lernt jede Menge über die Parfumherstellung und die Produktion. Diese hat sich in den letzten 200 Jahren fast nicht geändert. Zumindest was die Gewinnung der Rohstoffe angeht. Einfach faszinierend.
Nun aber mein sprezieller Aspekt. Der kriminalistische und kriminologische Hintergrund dieses Romanes ist einfach brillant. Kriminologisch ( Lehre vom Verbrechen ) wird die Figutr des Jean-Baptiste sehr detailliert dargestellt. Insbesondere seine Gedankenwelt und das Umfeld, in welchen er Gross wird. Seine kriminelle Karriere ist also durchaus nachvolziehbar, wenn nicht sogar absehbar. Genie und Wahnsinn liegen nun einmal dicht beieinander. In diesem Roman eindeutig bewiesen.
Von dem Autoren habe ich noch keine Bücher gelesen gehabt und ganz ehrlich, ich wiess auch gar nicht, ob er noch mehr Romane geschrieben hat. Aber es geht ja auch um diesen Roman.
Das Parfum, spannender, fesselnder Roman. Nicht unbedingt für sensible Leser geeignet. Nicht das das Blut aus dem Roman heraustropft. Es ist eher eine subtile Art von Brutalität, die sich durch diesen Roman zieht. Wie ein süsses Gift den Leser fesselt und ihn süchtig auf die nächsten Seiten macht. Das Beste komt aber erst wirklich am Ende. Das Ende. Der Leser wird erleichtert sein, dass der Roman endlich zu Ende ist, weil der Fall beendet wurde. Natürlich kann ich hier nicht sagen wie, aber es ist ein erstaunliches Ende.
Martin weiterlesen schließen -
Der kleine Prinz
Pro:
--
Kontra:
--
Empfehlung:
Nein
Der kleine Prinz. Er hat ein großes Herz. Und er hat gelbe Haare. Er ist dünn und zerbrechlich. Doch das Schöne und das Wahre ist für die Augen unsichtbar. Nur mit dem Herzen sieht man das Schöne sehen. So versuchte ich den kleinen Prinzen mit meinem Herzen zu sehen. Die Botschaften hinter seinen Geschichten zu entdecken. Der kleine Prinz versuchte mir deutlich zu machen was wirlich wichtig ist. Und meistens konnte ich nur zustimmen. Wir Menschen, besonders wir Erwachsenen verlieren unsere Wurzeln. Wir wissen nicht mehr wo wir herkommen. Und wahre Freunde haben wir auch keine mehr. Wir nehmen uns leider nicht mehr die Zeit uns mit anderen Menschen vertraut zu machen. Wir vergessen was die wirklich wichtigen Sachen in unseren Leben sind. Liebe und Freundschaft. Ja, Liebe und Freundschaft gehen in der heutigen Gesellschaft leider etwas unter. Wichtig sind heute Geld und Sex. Menschen die so Leben, erkennen manchmal ihre innere Einsamkeit und die Leere in ihrem Leben. Denn letztendlich sehnt sich jeder Mensch nach einem vertrautem Freund und einer Familie und vielen anderen Freunden und einer Heimat die ihm das Gefühl der Liebe geben, das Gefühl der Vertrautheit. Das Gefühl nicht alleine zu sein.
Das Glück ist das einzige das sich verdoppelt wenn man es teilt. (sagte ?) weiterlesen schließen -
Sophokles - "Antigone"
Pro:
nichts
Kontra:
sehr kurze und langweilige Handlung, schwer zu lesen
Empfehlung:
Nein
Ciao liebe Community!
Wie das nun mal so ist im Deutschunterricht, liest man eine Menge mehr oder minder guter Lektüren auf dem Weg zum Abitur. Die Lektüre, die ich euch hier vorstellen will ist eine der letzteren Art, und zwar eine antike Tragödie namens „Antigone“.
Beginnen möchte ich den Bericht mit einer kurzen Einführung in die Welt des griechischen Dramas. Die griechische Tragödie ist aus Festspielen zu Ehren des Gottes Dionysos entstanden. Diese Festspiele fanden im November / Dezember statt bestanden zunächst nur aus Tänzen. Später entwickelte sich daraus dann das Drama.
Als Peisistratos 539 v. Chr. die Macht in Athen erlangte führte das Fest der Städtischen Dionysien ein, bei dem an drei Aufeinanderfolgenden Tagen von je einem Dichter drei Tragödien und eine Komödie aufgeführt wurden. Dies war auch die Zeit der großen griechischen Tragödien-Dichter Aischylos, Sophokles und Euripides.
Zunächst wurde das ganze Drama nur von einem Schauspieler und einem Chor dargestellt, später dann wurde die Anzahl der Schauspieler auf zwei und dann auf drei erhöht. Sämtliche Schauspieler waren Männer, die die verschiedenen Charaktere mittels Masken repräsentierten, so dass nicht die Mimik, sondern nur die Gestik das gesprochene untermalen konnte.
Der Autor Sophokles ist der zweite der großen griechischen Tragödien-Dichter. Man weiß, dass er über 120 Stücke geschrieben hat, von denen allerdings nur noch 7 erhalten sind. Seine beiden wichtigsten Werke sind „König Ödipus“ und „Antigone“. In seinen Dramen sind die Menschen zum selbstständigen Handeln aufgerufen, müssen sich den Göttern gegenüber allerdings fromm verhalten. Tun sie das nicht, so werden sie durch die Götter bestraft und sehen am Ende ihr vergehen ein. Diese Läuterung war für die Zuschauer ein wichtiger Bestandteil der Tragödie.
Nun wollen wir zu „Antigone“ kommen. Die Handlung ist recht schnell erklärt: Die Zwei Söhne des Königs Ödipus, Eteokles und Polyneikes sollten sich die Herrschaft über die Stadt Theben im jährlichen Wechsel teilen. Eteokles hatte sich jedoch nicht daran gehalten und Polineikes die Besteigung des Thrones verweigert, der daraufhin weggegangen und mit einer Armee zurückgekommen war und die Stadt Theben angegriffen hatte. In dieser Schlacht hatten sich Eteokles und Polyneikes gegenseitig getötet, bevor Theben den Sieg erringen konnte.
Der neue Herrscher Kreon verbietet nun den Leichnam des Polyneikes zu beerdigen und ihm damit die letzte Ehre zu erweisen. (Hier sollte man wissen, dass es ein hohes Gesetz der Götter ist, dass selbst Feinde beerdigt werden müssen.)
Die Schwester der beiden Streithähne, Antigone, beerdigt nun gegen den Erlass von Kreon den Polyneikes und wird dafür zu Tode verurteilt. Ein Seher rät Kreon noch davon ab, doch dieser bleibt Stur bei seinem Urteil. So wird Antigone in eine Höhle gesperrt, in der sie zu verhungern droht. Bevor sie eines solch elenden Todes stirb bringt sie sich jedoch selbst um.
Ihr verlobter, der Sohn des Kreon, folgt ihr daraufhin in den Tod und Kreon sieht ein, dass sein Urteil falsch war.
Das war die gesamte Handlung.
Sonderlich spannend ist die Story also nicht. Sie geht ziemlich geradeaus und ist nicht gerade als vielschichtig zu bezeichnen. Es gibt keine großen Wendungen, was vielleicht daran liegt, dass die ganze Handlung sehr kurz ist und so überhaupt keinen Raum für Wendungen bietet. Zum Verständnis der Handlung ist ein gewisses Hintergrundwissen, der griechischen Mythen nötig, das man als Leser, vor allem als Schüler, für gewöhnlich nicht hat.
Auch für Veränderungen der Charaktere bietet die kurze Handlung zu wenig Platz. Kreon, der allen gegenüber sehr misstrauisch ist und sehr auf die Festigung seiner Macht bedacht ist, besteht immer auf seinem Recht und lässt sich nicht in sein Handeln reinpfuschen. Sogar den Rat des alten Sehers übergeht er. Am Ende des Textes sieht der durch das Schicksal gepeinigte Kreon sein Fehlverhalten jedoch ein und zeigt somit doch ein wenig Verhaltensänderung.
Die Figur der Antigone ändert sich dagegen während des Stückes nicht. Sie stellt eine starke und entschlossene Frau dar, die dem Herrscher Kreon trotzig Paroli bietet und sich auch mit ihrer Strafe abfindet, da sie sich vor dem Tod nicht fürchtet.
Das ganze Drama ist in einer gewissen Versform geschrieben, die (zumindest in der Übersetzung) keinen Sinn macht und das Lesen nur unnötig erschwert, denn die Zeilenumbrüche sind an den unmöglichsten Stellen. Reime gibt es (ebenfalls zumindest in der Übersetzung) nicht.
Die geschwollene Sprache erschwert das Verstehen des Textes noch zusätzlich zum fehlenden Hintergrundwissen. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich allerdings daran und versteht das meiste, wenn auch mit einiger Anstrengung. Dann ist das Drama allerdings auch fast schon wieder vorbei.
Besonders schwer zu verstehen fand ich die Lieder des Chores. Diese haben nicht immer direkt etwas mit der Handlung zu tun und bedienen sich einer noch schwierigeren Sprache als die Dialoge. Dadurch werden diese Passagen zu einer wahren Tortur.
In der Ausgabe vom Hamburger Lesehefte Verlag findet man hinter der Tragödie noch eine Seiten mit Zusatzmaterial. So findet man im Nachwort eine kurze Beschreibung des Ursprungs der griechischen Tragödie, kurze Texte über den Autor und das Stück „Antigone“, Stimmen zu Antigone von Hegel und Bultmann sowie eine Aufzählung der Bearbeitungen.
In den Anmerkungen findet man zu schwer verständlichen Stellen (die Zeilen sind durchnummeriert) erklärende Worte. Im Text sind die Stellen, zu denen es eine Anmerkung gibt allerdings nicht markiert, so dass man teilweise vergeblich nachsieht, ob zu einer Stelle eine Anmerkung vorhanden ist.
Das Heft ist in einem gelben, dünnen Pappeinband gebunden und, den ein gezeichnetes Bild von einer Frau, die einen Krug über ihren Kopf hält, ziert. Die Kosten für die Anschaffung dieses Heftes betragen 1,30 €.
Mein Fazit:
Man ist nach dem Lesen dieser Tragödie zwar um eine Erfahrung reicher, hat allerdings ein schlichtweg langweiliges und schwer verständliches Drama gelesen, dass nicht besonders viel aussagt und einen auch nicht unterhält und dessen einziger Nutzen in dieser Zeit wahrscheinlich darin besteht im Deutschunterricht totzuinterpretiert zu werden.
Danke für’s Lesen
Dem To weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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