FIF Brotbackautomat Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Handhabung & Komfort:  sehr gut
  • Design:  gut
  • Reinigung:  einfach
  • Qualität des Endergebnisses:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von schneeweisschen

It´s so easy

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Von einer die auszog, einen Brotbackautomaten zu kaufen

Es gibt kaum etwas Schöneres als den Duft von frisch gebackenem Brot. Da aber Brot nicht auf Bäumen wächst und beim Bäcker inzwischen meist nur noch zu astronomischen Preisen angeboten wird, backt Schneeweisschen seit einigen Monaten ihr Brot selbst. Vor einiger Zeit hatte ich Euch bereits von den Brotbackmischungen vorgeschwärmt, die es bei Aldi Süd zu kaufen gibt. Damals habe ich mir noch die Mühe gemacht, jedes Brot (von einem Braun-Handrührgerät und unserem Backofen mal abgesehen) ohne technische Hilfe zuzubereiten.
Ist ja auch nicht weiter kompliziert, nur etwas zeitaufwendig (aufgrund der langen Ruhezeiten des Teigs) und immer mit teigverklebten Händen verbunden. Doch des nachts träumte ich von einem Brotbackautomaten. Einem Wundermaschinchen, dass einfach alle Zutaten schluckt, eine Weile ohne Lärm arbeitet und mir am Ende frisches und vor allen Dingen wohlschmeckendes Brot kredenzt.
Doch mangels Platz in unserer Küche und der auf den ersten Blick nicht geringen Anschaffungskosten von mindestens 100 Euro, hatten mein Schatz und ich beschlossen, dass Schneeweisschen auch weiterhin die „Wurstunterlage“ manuell zubereitet.

Doch dann kam der Tag, den eine Freundin rot im Kalender angestrichen hatte: es gab wieder Brotbackautomaten beim Aldi für sage und schreibe 49 Euro. Na ja, dachte ich mir. Ich kann ihn mir ja wenigstens mal anschauen.
Es dürfte sich herumgesprochen haben, wie schwierig es mitunter ist, einen der beliebten Aldi-Aktionsartikel käuflich zu erwerben. Üblicherweise begibt man sich am Vorabend des Verkaufsbeginns mit Schlafsack und Klappstuhl bewaffnet auf den Aldi-Parkplatz, um am nächsten Morgen bei Ladenöffnung noch eine Chance zu haben, als Sieger aus der Kunden-verprügeln-sich-gegenseitig-Aktion hervorzugehen. Somit war es mehr als verrückt, am besagten Tage erst um 10.30 Uhr meinen Aldi-Stammladen zu betreten. Ich bekam meine gerechte Strafe: weit und breit kein Brotbackautomat zu sehen. Irritiert fragte ich eine Verkäuferin, ob ich mich im Tag geirrt hätte. Nein, sagte sie, es seien tatsächlich innerhalb von 40 Minuten sämtliche Automaten verkauft worden. Und ich bräuchte mir auch gar nicht die Mühe machen, zu anderen Filialen zu fahren, dort sei die Situation die selbe.
Gemessen an der Tatsache, dass ich ja nicht vorhatte, wirklich einen Automaten zu kaufen (ich wollte ja nur mal schauen), war ich doch ziemlich niedergeschlagen. Mein sportlicher Ehrgeiz war erwacht. Es sollte doch möglich sein, noch einen dieser verdammten Automaten zu bekommen. Im Nachbarort gibt es zwei Filialen. Eine von denen kennt kaum jemand, so fuhr ich hoffend und bangend dorthin. Nun stand es fest: wenn es dort noch einen Brotbackautomaten gibt, würde ich ihn kaufen. Denn das wäre ein Zeichen. Ich musste ihn haben. Und siehe da. In der Mitte der Aktionsfläche thronten 5 Kartons mit gewünschtem Inhalt. Dumm nur, dass ich aufgrund meines manchmal aufkeimenden Zweckpessimismus keinen Einkaufswagen mit rein genommen hatte. Tragt ihr mal einen Riesenkarton unter einem und ein 11 Kilo schweres Kind auf dem anderen Arm. Wie dem auch sei: als ich kurz vor der Entscheidung stand, mein Kind oder den Karton fallen lassen zu müssen, hatte ich mein Auto erreicht. Und ab nach Hause...

Zur Sache, Schätzchen

Ich muss wohl kaum erwähnen, dass ich das Objekt der Brotbegierde sofort ausprobieren musste. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass es sich um einen FIF-Brotbackautomaten handelt, den es meines Wissens nur bei Aldi-Süd zu kaufen gibt. Er unterscheidet sich in einem bedeutenden Detail von anderen handelsüblichen Automaten. Das fertige Brot ist kein hohes Kastenbrot, sondern ein optisch ansprechenderes längliches Brot. Wenn ihr schon mal den Automaten gesehen habt, der beim RTL Home Shopping verkauft wird, wisst ihr, was ich mit Kastenbrot meine.
Der Automat wird mit einem Messbecher und einem Messlöffel geliefert, die in unserer Küche auch bei anderen Tätigkeiten Anwendung finden. Herzstück des Gerätes ist die Backform mit den Knethaken. Die Backform lässt sich vollständig und simpel aus dem Automaten nehmen, um die Zutaten bequem einfüllen zu können.

Zubereitung

Am schnellsten (gerade für Brotback-Anfänger) geht es mit einer fertigen Backmischung. Ob Vollkorn- oder Mischbrot, Baguettebrot oder Rosinenbrot..... Der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass ihr immer zuerst die Flüssigkeit – meistens einfaches Leitungswasser – in die Form gebt, dann erst die übrigen Zutaten.
In der Bedienungsanleitung findet Ihr übrigens auch einige Rezeptvorschläge zur Inspiration.

Nach dem Einfüllen der Zutaten setzt man den Behälter wieder in das Gerät ein und versorgt es mit Strom. Ein freundliches Piepsen signalisiert Euch die Einsatzbereitschaft des Automaten. Bevor Ihr an Eurer Sehfähigkeit beim Anblick des Displays zweifelt: zieht die Schutzfolie ab, dann kann man alles gut erkennen.
Als nächstes wählt Ihr über die Menü-Taste das gewünschte Programm aus, z.B. Mischbrot, Vollkornbrot usw. Es ist wichtig, dass ihr das richtige Programm wählt, denn ein Vollkornteig wird ganz anders behandelt als ein Mischbrotteig. So ist z.B. ein Vollkornbrot der zeitlich negative Spitzenreiter; ganze 3 Stunden und 48 Minuten müsst Ihr auf Euer Brot warten. Nicht zu vergessen die empfohlene halbe Stunde Abkühlzeit. Andere Brotsorten gehen bedeutend schneller.
Außerdem solltet Ihr die gewünschte Größe/Gewicht Eures Brotes einstellen. Bis zu 1250 g Zutaten könnt Ihr auf einmal backen. Dann habt Ihr noch die Wahl zwischen einer hellen, einer mittelhellen und einer dunklen Kruste. Ich bevorzuge immer die dunkle Einstellung, denn dann wird die Kruste besonders kross. Keine Angst: innen ist das Brot trotzdem weich und fluffig.
Zu guter Letzt müsst Ihr nur noch die Start-Taste drücken, und los geht es. Auf dem Display könnt Ihr den aktuellen Arbeitsschritt ablesen. Wundert Euch nicht, wenn der Automat nicht gleich beginnt zu kneten. Zuerst muss er sich aufheizen, und manche Teigsorten ruhen gerne noch ein wenig. Eure Maschine ist deshalb nicht kaputt.
Nach ca. 20 Minuten gibt das Gerät noch einmal ein Piepsen von sich. Das ist das Signal, dass ihr noch Zutaten wie Rosinen oder Sonnenblumenkerne zugeben könnt. Wenn ihr dies aber gleich zu Beginn tut, ist das auch nicht schlimm, z.B. beim Timerbetrieb.
Für Neugierige gibt es ein Sichtfenster, das allerdings die meiste Zeit durch die Hitze von innen beschlagen ist. Es kann aber wahnsinnig interessant sein, den Knetvorgang zu beobachten. Das ist in etwa so wie der Testlauf einer neuen Waschmaschine. Ich meine, vom Grad der Faszination.

Der Timer

Eines der wundervollsten Features an diesem Brotbackautomaten ist der Timer. Wie oft ist es schon vorgekommen, dass wir nach Mitternacht auf dem Weg ins Bett waren und uns einfiel, dass wir für den nächsten Tag kein frisches Brot haben. Kein Problem, 2 Minuten Zeitaufwand, den Timer eingestellt und ab ins Bett. Am nächsten Morgen werdet Ihr (wenn alles geklappt hat) von herrlichem Brotduft geweckt. Fehlt nur noch eine Zeitschaltuhr für die Kaffeemaschine. Anfangs hatte ich Bedenken, weil das Mehl über Nacht so lange einfach nur im Wasser lag, aber der Qualität und dem Geschmack des Brotes tut das keinen Abbruch.
Ihr solltet aber die Küchentür zumachen, falls Ihr nicht in einem riesigen Schloss wohnt. Der Signalton hat mich nachts schon aus dem Schlaf gerissen. Ansonsten ist der Automat wirklich sehr leise.
Sehr wichtig ist, dass ihr dem Gerät auf beiden Seiten ein wenig Platz für die Luftschlitze lasst. Ich habe es einmal leider nicht beachtet und habe nun ein paar unschöne Hitzeblasen innen neben dem Sichtfenster.


Das Ergebnis

Je nach Programm hat das Gerät nach 1 ½ oder spätestens 3 ½ Stunden seine Arbeit beendet und meldet sich wieder piepsend. Mit Kochhandschuhen bewaffnet (!!!) nimmt man die Backform heraus. Jetzt wird es nochmals spannend. Wird sich das Brot leicht aus der Form lösen lassen? Die Antwort: meistens ja. Durch die Antihaftbeschichtung kann nämlich nichts festbacken. Haltet die Form über ein Holzbrett und schüttelt die Form kopfüber hin und her. Mit ein wenig Klopfen könnt Ihr auch nachhelfen. Meistens flutscht das Brot dann von ganz alleine heraus. Nun muss man nur noch die Knethaken entfernen, die unten im Brot eingebacken wurden. Dies geht am besten mit einem Holzstäbchen (z.B. aus dem China-Restaurant). Es gibt wohl auch Maschinen, bei denen Häkchen mitgeliefert werden, aber bei unserem Gerät war dem leider nicht so. Mit ein wenig Übung ist auch die Entfernung der Metallhaken kein Problem mehr. Wichtig ist, dass ihr auf keinen Fall mit Metallgegenständen wie z.B. Messern nachhelfen solltet. Das ruiniert die Beschichtung der Form und sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass ihr im Reparaturfalle keine Garantie mehr habt.
In der Bedienungsanleitung wird empfohlen, die Haken schon nach dem Kneten (also vor dem Backen) aus der Form herauszufischen. Doch das ist eine eher ekelige Angelegenheit. Dann kann man seinen Teig auch gleich per Hand kneten.
Übrigens hat das fertige Brot zwei Höcker – wie ein Kamel. So lassen sich aus einem auch Brot zwei machen.
Mit einem ordentlichen Brotmesser lässt sich das Brot hervorragend schneiden, es ist weich und luftig und je nach Gusto mit Kürbiskernen, Rosinen oder Schokoladensplittern versehen.
Der Geschmack wird Euch umhauen. Besseres Brot könnt Ihr beim Bäcker auch nicht erwarten.

Was geht sonst noch?

Wer keine Küchenmaschine hat, kann z.B. auch Kuchenteig im Brotbackautomaten kneten lassen. Dafür gibt es ein Extra-Programm. Ebenso zum Marmelade kochen.

Die Reinigung

Die Einzelteile des Automaten sind leider nicht spülmaschinenfest. Aber das ist nicht wirklich dramatisch. Mit Wasser, ein wenig Spülmittel und einem Lappen oder weichen Schwamm lassen sich Form und Knethaken hervorragend und ohne Kraftanstrengung reinigen. Wir haben auch festgestellt, dass man die Aufsätze für die Knethaken gar nicht so sehr schrubben sollte. Denn wenn noch etwas festgebackene Brotkruste daran haftet, löst sich das nächste Brot leichter von den Haken.

Fazit

Fifi ist ein wirklich empfehlenswertes Gerät, für das es sich lohnt ein wenig Platz in der Küche zu machen. Abgesehen davon, dass man jederzeit, von Ladenöffnungszeiten unabhängig, frisches Brot essen kann, bringt es auch jede Menge Ersparnis. Ein Päckchen Aldi-Brotbackmischung (reicht für 2 Brote) kostet 0,79 Cent. Der Automat schlägt mit ca. 49 Euro zu Buche. So, und nun überlasse ich Euch die Rechenarbeit. Ich für meinen Teil habe das Geld für den Automaten innerhalb weniger Monate schon mehrfach wieder reinbekommen, da ich kein Brot mehr beim Bäcker kaufen muss.

Eure Bäckerin Schneeweisschen

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