Per Anhalter durch die Galaxis (Taschenbuch) Testbericht

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Erfahrungsbericht von schweitzman

Vogonische Lyrik - Douglas Adams - Per Anhalter durch die Galaxis HÖRBUCH

Pro:

Story, Sprecher, Effekte

Kontra:

teilweise zu langatmig

Empfehlung:

Nein

-\"Das einzige im Universum was sich schneller als das Licht bewegt sind schlechte Nachrichten.\" (D. Adams)-

Dieser Bericht bezieht sich auf die Hörbuchvariante des Bestsellers, welcher unter dem Namen \"Per Anhalter durchs All\" in der deutschen Übersetzung erhältlich ist. Das Werk ist die (fast) wortgetreue Übersetzung der BBC Version des \"Hithiker´s Guide to the Galaxy\" und ist vom Hörverlag ins Deutsche übersetzt worden.

Schon fast ein ganzes Jahr ist es her als die Nachricht vom Tode des Bestsellerautors Douglas Adams, der im Alter von 49 Jahre einem Herzleiden erlag quer durch die Presse ging. Die Welt verliert mit ihm einer der bedeutensten Humoristiker unsrer Zeit. Die Bestseller \"Per Anhalter durch die Galaxis\" werden ihn für immer unsterblich machen. Ein tragisches, viel zu frühes Ende eines großen Autors auf dem unbedeutenden, kleinen, blauen Planeten in einem unbedeutenden Sonnensystem, im völlig aus der Mode gekommenen westlich Spiralarm der Galaxis.

-\"Oh zerfrettelter Grunzwanzling...\"

Wer kennt sie nicht die verschobene, skurrile Parodie auf das Science Fiction Genre, Per Anhalter ins All (Hitchikers Gudie To The Galaxy) von Douglas Adams, dem Terry Pratchett der Scifi Literatur. Die Triologie in fünf Bänden ist ein absoluter Zwerchfellknaller und so musste auch dieses Audio Book in meinen Besitz übergehen.

\"Den Arm hab ich mir extra für dich wachsen lassen.\"
(Z. Beeblebrox)


Das Hörspiel gliedert sich in zwei Teile, Folge 1-7 und Folge 7-14, sowie den Werkstattbericht (Folge 15), wobei die ersten Folgen 1981/82 und die Folgen 7-15 1990/91 in Zusammenarbeit von SWF, WDR und FE produziert worden. Leider konnte nicht alle Sprecher von 1981, wie z.B. Klaus Löwitsch, alias Zaphod Beeblebrox, wiederverpflichtet werden. Den Angriff aufs Zwerchfell gibt’s wahlweise auf CD oder MC, beides im HörVerlag erschienen.

\"Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie herum kreist ein absolut unbedeutender, kleiner blaugrüner Planet, dessen vom Affen stammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, dass sie Digitaluhren noch immer für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten...\"(Auszug aus der Romanvorlage, Ullstein).

Tja, und dieser Planet, auch als Erde bekannt muss einer intergalaktischen Hyperraumumgehungsstraße weichen und wird diesbezüglich von einer Vogonischen Überall Bautruppe gesprengt. Athur Dent, dem Protagonisten und seinem Freund mit dem absonderlichen Namen Ford Prefect gelingt im letzten Moment die Flucht auf das Vogonschiff, das sie per Anhalter nutzten. Es entflicht sich eine geniale Story mit epischen Ausmaßen bei der jeder SF Fan auf seine Kosten kommt. Raumkämpfe, Zeitreisen, Supercomputer, Paradoxa, Technik die begeistert und die Vogonische Dichtkunst werden den Hörer nahe dem Nervenzusammenbruch bringen – ein Trommelfeuer wirklich komischer Gags.

Die Hörspielumsetzung glänzt mit großen Sprechern, wie Klaus Löwitsch (Zaphod Beeblebrox), Rolf Boysen (Erzähler), Markus Boysen (Ford Prefect) und Felix von Manteuffel als Arthur Dent und einer technisch perfekten Umsetzung. Special Effects, Musik und Soundqualität lassen nichts zu wünschen übrig. Leider kann die Komik und Perfektion der Romanvorlage im Hörspiel nicht erreicht werden, legte ich manchmal mit tränenden Augen das Buch zu Seite und musste mein Zwerchfell zur Ruhe kommen lassen, bzw. Lesepausen einlegen um keinen Lachmuskelkater zu bekommen, ringt mir das Audio Book nur ein Schmunzeln aus den Mundwinkeln. Zu oft werden die Pointen zu stark ausgekostet und in die Länge gezogen, schade drum. Paradebeispiel hierfür ist das Vogonische Gedicht, welches dem Hörer gleich zweimal in voller Läge (über 2min) präsentiert wird...

Die Folgen 1-7 sind deutlich witziger als die Nachfolgenden, die Komplexität der Bücher konnte hier nicht umgesetzt werden, Band 5, \"Einmal Rupert und zurück\" fehlt völlig. Lichtblicke sind immer die Prologe zu den einzelnen Folgen sowie Marvin, der manisch depressive Roboter. Man könnte sagen qualitativ sterbt die Serie stetig gegen Null, leider, denn das Potenzial zum Tophörspiel wäre da gewesen, krankte aber an der Umsetzung. Anzumerken gilt, dass die Originalversion der englischen BBC weitaus besser ist, da hätte man sich besser mehr davon abgekuckt.

Fazit: Ein durchaus solides Hörspiel, dass leider die Qualität der Bücher nicht erreicht und stetig von Folge zu Folge schlechter wird. Bereut habe ich den Kauf zwar nicht, doch im Direktvergleich zum Referenzhörspiel „Der Herr der Ringe“ schließt der Anhalter eher mit befriedigend bis ausreichend ab. Wer Lust auf Douglas Adams hat dem seien die gedruckte Version ans Herz gelegt, die ist um Längen besser.

Highlight ist die vogonische Lyrik, Marvin in allen Lebenslagen und Klaus Löwitsch als der zweiköpfige Zaphod Beeblebrox.

\"Marvin, du kennst Pink Floyd...\"(Shine On You Crazy Diamond auf Magratea)

Für die Referenzklasse hat es nicht gereicht...

schweitzman et al.

Nach langer \"Schreibblockade\" back in town am 28. Juni 2002

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