Andalusien Testbericht

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Erfahrungsbericht von TurboFranky

Andalusien für Anfänger

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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ANDALUSIEN IST SO TOLL?
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„Andalusien ist so toll“ – habt Ihr das auch schon mal gehört? Und nun überlegt Ihr selbst, mal dahin zu fahren? Aus diesem grund wollt Ihr Euch informieren und wisst nicht so ganz, wo Ihr anfangen sollt? Ganz genau so ging es mir auch. Ich habe gerade (Ostern 2003) einen zweiwöchigen Andalusien-Urlaub hinter mir und will Euch davon berichten. Fazit vorneweg: Fahrt hin, es lohnt sich – auch wenn man(n) einiges beachten und nicht jeder „Superschön“-Schilderung bedingungslos glauben sollte. Damit Ihr keine falschen Erwartungen habt: Dies ist ein PERSÖNLICHER Bericht, kein Reiseführer, also ohne Anspruch auf Vollständigkeit, deshalb aber individuell. Dummerweise gibt es so viel zu erzählen, dass dies nicht alles in einen Beitrag reinpasst. Aber ich will Euch wenigstens eine Art Überblick geben.

Was erwartet Euch in diesem Text? (in folgender Reihenfolge)
a) mein Reiseverlauf und die Erfahrungen
b) eine Reihe persönlicher Erfahrungen (unsortiert)
c) ein paar Infos zum Land (die Ihr im www mühelos ergänzen könnt)

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ANDALUSIEN – WO ISN DAS?
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Andalusien ist eine Region im Süden Spaniens. Rund 7, 2 Millionen Menschen leben in dem Gebiet, das sich aus folgenden Provinzen zusammensetzt: Almeria, Cadiz, Cordoba, Granada, Huelva, Jaén, Málaga, Sevilla. Links, also im Westen wir Andalusien durch den Atlantischen Ozean begrenzt, unten (also im Süden) durch das Mittelmeer, rechts und oben durch Berge, die Sierra Morena. Hauptstadt von Andalusien ist Sevilla. Klimatisch ist Andalusien im Frühjahr sehr mild, im Sommer kann es warm und subtropisch werden. Da die Region extreme Höhenunterschiede umfasst, erlebt man bei der Rundfahrt eine Menge unterschiedlicher Wettersituationen. Spannend an Andalusien sind die arabischen Einflüsse, sowohl in der Architektur als auch in Formen des Alltags, merkt man immer wieder, dass sich hier im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche Kulturen begegneten. Und alle haben Spuren hinterlassen, die in Andalusien zu einer sehr interessanten Mischung geführt haben.

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MY WAY... TO ANDALUCIA
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Eigentlich wollten wir ja in die USA. Wie gesagt: eigentlich. Dagegen sprach dann allerdings die Schwangerschaft meiner Freundin (der Doc. riet von einem Langstreckenflug ab) und der bekloppte Irak-Krieg. Also: spontanes Um-Entscheiden am Frankfurter Flughafen, Last-Minute-Markt. Nach vielen Empfehlungen von Freunden und Kollegen (...“Andalusien ist im Frühjahr ja so toll“, tolle Landschaft, super Klima“...) fragten wir einfach mal den freundlichen Verkäufer von ALLTOURS, der uns ermunterte, es auszuprobieren. Seine Gattin sei Spanierin und er deshalb schon ziemlich oft in Andalusien gewesen. Ok, nicht lange gezögert und schnell gebucht. Erst eine Woche am Strand (was sich als Fehler rausstellen sollte) und dann ne Woche per Mietwagen quer durchs Land (was die richtige Entscheidung war).

Gebucht hatten wir:
- Flug Frankfurt-Malaga (knapp 200 Euro pro Person) mit Condor
- kleiner Mietwagen von Sunny Car für 14-Tage (knapp 300 Euro)
- 7 Tage im 4-Sterne-Hotel „Andalucia Princess“ in Esteponia (knapp 40 Kilometer links von Marbella, direkt am Strand) (pro Person 400 Euro, Übernachtung und Frühstück)
- für das „zerstückelte“ individuelle Buchen mussten wir zudem eine „nur Flug“ Gebühr von 30 Euro zahlen.
Da es nur noch wenige Tage bis zu unserem Abflug war, sollten uns die Tickets am Flughafen hinterlegt werden. So geschehen, alles soweit wunderbar.

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7 TAGE ESTEPONIA – WELL.....
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3 Stunden in der Luft – länger dauert der Flug von Frankfurt aus nicht, und schon waren wir im Touristenflughafen Malaga. Ein angenehmer Flug und auch die Übernahme des Mietwagens im Flughafengebäude klappte reibungslos. Bis zum ersten Ziel unserer Reise war es knapp eine dreiviertel Stunde Fahrt. Gemütlich tuckerten wir an der Uferstraße entlang und machten unsere ersten Erfahrungen mit Teilstrecken, für die Gebühr erhoben wird und anderen, die man kostenlos fahren darf. Da wir vom letzten Jahr ziemlich gestresst waren, wollten wir uns erst Mal erholen. Das Hotel (gesonderter Bericht folgt) war einer dieser netteren Touristenbunker der Princess-Kette, vor allem von Engländern gebucht. Nette Anlage, große Pools, angenehme Zimmer. Aber eben pauschal. Für Andalusien würde ich Euch davon abraten. Wenn man spontan beim Reisen Hotels sucht, erlebt man mehr und findet garantiert etwas. Die „Costa de Sol“ ist (meiner Meinung nach) das Langweiligste an Andalusien. Zwar nicht so brutal bebaut wie die Kanaren-Strände, aber eben auch nichts anderes als eine Strandmeile, die sich rechts und links von Malaga mit mal mehr, mal weniger dichter Hotel-Bebauung zieht. Ein langer Strand, den man (abgesehen vom attraktiven Hinterland) überall haben kann. Zugegeben – dies war der einzige „ernsthafte“ Fehler, den wir gemacht haben. Andalusien ist tatsächlich so vielfältig und interessant, dass ich niemandem empfehlen würde, an einem Ort ein festes Hotel zu buchen.
Uns wurde es nach ein paar Tagen zu langweilig, zum Glück hatten wir ja unseren Mietwagen. Außerdem war das Klima Anfang Mai zwar lauwarm, aber nicht wirklich warm, um am Strand oder Pool ein paar Stunden zu verbringen. Zunächst schauten wir uns Esteponia an, der Ort in unmittelbarer Nähe unseres Hotels. Naja, hätten wir uns auch sparen können. Außer eine Strandmeile, einer (sehr netten) Fußgängerzone und einem kleinen Park lohnte sich der Besuch nicht wirklich. Also: Sofortiger Strategiewechsel: Weg von den Touristen – ab ins Hinterland.

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DAS „HINTERLAND“
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Ein paar Kilometer ins Hinterland – und schon stimmten alle Lobeshymnen auf Andalusien. Die Landschaft ist echt der Hammer, mal bergig wie im Allgäu, mal etwas sumpfig wie in Irland, mal karg wie in den Rocky Mountains. Sehr abwechslungsreich, sehr farbenfroh und schlichtweg: sehr schön. Das Schöne sind die gigantischen Landschaften, ganze Landstriche voller gelber Blumen, zum Beispiel. Ich stand am Straßenrand und staunte nur. Wirklich wunderschön. Ebenso wie die vielen Orangen- und Zitronenbäume, die dem Besucher überall in Andalusien begegnen.
Als Highlight dieser Tagestrips möchte ich RONDA herausheben, eine wunderschöne Bergstadt, die man über steile Straßen nach wenigen Stunden erreicht. Hoch auf einem Felsplateau gelegen, bietet sie einen gigantischen Panoramablick auf Berge und Täler. Echt schön. Das Besonderer an dieser malerischen Stadt ist eine tiefe Schlucht, die die Altstadt teilt. Auf dem Weg nach Ronda fährt man durch die so genannten „weißen Dörfer“, das sind Bergdörfer, die aus weißen Häusern bestehen und teils auf ziemlich steilen Bergen liegen oder in selbige hineingebaut wurden. Ein Abstecher und Zwischenstopp lohnt sich. Die Menschen sind sehr freundlich, das Leben ist einfach und sehenswert.

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HIGHLIGHTS
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Der beeindruckende Teil unseres Urlaubs war die zweite Woche, die wir mit dem Auto quer durch Andalusien unterwegs waren. Zunächst am Meer entlang bis nach GIBRALTAR (etwa 2 Stunden Fahrt). Wer mag, kann hier mit einer Fähre nach Marokko übersetzen und sich dort kurz die Füße vertreten. Wir haben darauf verzichtet.
Sehr sehenswert ist der Küstenabschnitt zwischen Gibraltar und Cadiz (knapp drei Stunden Fahrt). Keine Hotels, wenige Orte, sehr gut, um spontan in einer Pension zu übernachten und eine gute Zeit an einem wenig besiedelten Strandabschnitt zu verbringen. Hier kommt ein bisschen „Irland-Feeling“ auf. Weite Landschaften, viel Grün. und durch die Wellen am Strand eine sehr reine Luft.
Sehr, sehr nett fanden wir CADIZ, eine Stadt mit vielen kleinen Gassen. Wir blieben zwei Tage lang, bummelten durch die Stadt, ruhten uns mit Büchern in Parks aus, aßen fürchterlich leckere Sachen und probierten das ein oder andere Gläschen Wein. Wer lange und ausgiebig in Geschäften rumstöbern möchte, ist hier absolut richtig.
Da die Spanier Ostern mit traditionellen Umzügen (Semana Santa) feiern, waren wir zu einer absolut interessanten Zeit dort. Die Hotelsuche war am Osterwochenende nicht ganz einfach, letztlich hat es dann aber doch geklappt, sogar für einen guten Preis. In Cadiz haben wir mitten in der Altstadt übernachtet, für 60 Euro hatten wir ein Doppelzimmer in einem 3-Sterne-Hotel.
Der absolute Traum war für mich SEVILLA. Es fällt mir schwer, aus meiner Erinnerung eine schönere Stadt herauszukramen. Sevilla ist einen eigenen Urlaub wert. Selten so ein schönes Stadtbild gesehen, so viele schöne Parks und Gebäude – und so ein angenehmes Nachleben. Zweifelsohne war dies auch die Stadt, in der uns – trotz Nebensaison – die meisten Touristen über den Weg gelaufen sind. Bei nächster Gelegenheit werde ich einen Bericht über Sevilla schreiben, seht mir bitte nach, dass ich nicht alles hierein packen kann.
Raus aus der Sonne – rein in den Schnee, das dauerte in unserem Fall knapp drei Stunden. Von Sevilla aus ging’s weiter nach Granada. Sagenhaft. Die Altstadt, die Festung – irre schön. Von Vegetation gar keine Spur, nur gigantische Felslandschaften. So ein bisschen „Western-Kulisse“.
Zurück ging es über die Berge nach Almeria an den Strand, wo wir zwei schöne Tage am Meer verbrachten, bevor wir in Malaga wieder in den Condor-Flieger stiegen.

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EIN PAAR PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN
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AUTO – Andalusien ohne Auto macht keinen Sinn. Wer zu zweit reist, kann durchaus einen sehr kleinen Mietwagen buchen – am besten von Deutschland aus, denn dann ist es (soweit wir in Spanien vor Ort überprüfen konnten, z.B. Mietwagenbüro im Hotel) tatsächlich deutlich billiger. Allerdings empfiehlt sich für Touren durch Andalusien eine Klimaanlage und ein Autoradio. Wir haben uns am Flughafen direkt für ein Upgrade (Klima & Radio) entscheiden – 30 Euro, die sich gelohnt haben. Benzin ist deutlich billiger als in Deutschland, Tankstellen überall vorhanden.
AUTOBAHNGEBÜHREN – In Teilen Andalusiens muss man sich entscheiden, ob die (gebührenpflichtigen) Autobahnen oder die (kostenfreien) Landstraßen fahren möchte. Wir haben ganz gute Erfahrungen mit den Landstraßen gemacht. Wer allerdings weite Strecken zurücklegen will oder von einem anstrengenden Tagesausflug zu einem Hotel zurückfährt, dem empfehle ich die Autobahnen.
ESSEN – Spanisches Essen ist lecker. Stimmt. Aber jeden Tag? Man muss es mögen. Ich muss gestehen, dass uns der „leckere Schinken“, Käse, die vielen Tapas und Fischsachen wirklich gut geschmeckt haben. Auch nach Rückkunft in Deutschland haben sich unsere „Spanier“-Besuche deutlich erhöht. Aber da vieles davon mit (wiederum leckeren) Olivenöl zubereitet oder frittiert wird, lag uns das Essen zwischendurch immer mal wieder heftig im Magen. Abwechslung war manchmal unser größter Wunsch. Je nachdem, wo man sich gerade in Andalusien befindet, kann man ganz gut ausweichen. Rund um Esteponia machen viele Engländer Urlaub, deshalb bekommt man dort auch mal ne Pizza oder ein Steak.
PARADORES – Die Paradores de Turismo sind die etwas „anderen“ Hotels, untergebracht in historischen Gebäuden, Burgen und Festungen. Nicht ganz billig, aber dafür eben in tollem Ambiente.
PENSIONEN – Übernachtungen in Pensionen, den Hostales, kann ich absolut empfehlen. Diese sind ebenfalls mit Sternen ausgezeichnet und deutlich billiger als Hotels, haben aber meist dieselbe Ausstattung. Pro Zimmer haben wir zwischen 25 und 35 Euro bezahlt. Lasst Euch unbedingt die Zimmer zeigen, bevor ihr zusagt. Dann habt ihr kein Risiko und wisst genau, was auf Euch zukommt.
PREISE – Nach der Euro-Einführung kann man ja ganz gut vergleichen, was wie viel kostet. Ich hatte das (subjektive) Gefühl, dass die Kosten etwa denen in Deutschland entsprechen.
SEMANA SANTA – Die Oster-Prozessionen fand ich auf den ersten Blick gar nicht feierlich, sondern eher bedrohlich. Menschen mit Kapuzen, aus denen nur durch Schlitze die Augen zu sehen sind, ziehen zu düsterer Musik mit gigantischen Hailigenbildern, die sie (Liebe Spanier, verzeiht mir bitte den Vergleich) wie Karnevalswagen durch die engen Gassen ihrer Städte ziehen. Ein Spektakel, das interessant aber irgendwie schon sehr eigen ist.
SCHINKEN – Schon seltsam, wie billig der spanische Schinken vor Ort ist. Da fühlt man sich ziemlich ausgenommen, wenn man in einem deutschen Supermarkt für richtig viel Geld ein paar Lagen „Serano“ kaufen muss. In den spanischen Supermärkten kann man einen ganzen Schinken – und ich meine tatsächlich „ganz“, also eine Schweinepobacke mit komplettem Fuß – für 60 Euro kaufen. Und da ist jede Menge Schinken dran.

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FAZIT: AB NACH ANDALUSIEN!
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Ja, Andalusien kann man empfehlen. Man kann dort wirklich eine schöne Zeit verbringen. ich würde dringend davon abraten, einen festen Ort zu buchen, sondern euch ermuntern, mit einem Mietwagen in aller Ruhe Andalusien zu entdecken. Die Landschaft ist der Hit, die Menschen auch – besonders im „Hinterland“. Einfach drauflosfahren und entdecken, das kann man in Andalusien vorzüglich. Für mich war es ein „Einsteigerkurs“, den ich garantiert wiederholen werde. Nachdem ich inzwischen mit manch anderem Andalusien-Reisenden geredet habe, würde ich vor Reisen Anfang mai eher abraten. Das Wetter kann schön sein, aber aus Erzählungen weiß ich mittlerweile, dass es nicht nur bei uns sehr schwankend war. Ein paar Wochen später sieht die Lage dann schon viel besser aus.

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